Replay 2025: Ist Putin mit seinem Latein am Ende? Und macht ihn das jetzt noch gefährlicher?

Shownotes

In der 31. Folge des „Presse“-Podcasts gehen die Experten der Frage nach, wie tief die russische Wirtschaft noch fallen kann, wie sehr der Unmut in Russland vielleicht zu einer Palastrevolution führt und ob die EU die 90 Milliarden Euro, die sie der Ukraine nun als Kredit zur Verfügung stellt, jemals wiedersehen wird.

Gas, Sanktionen, Oligarchen

Der „Presse“-Podcast zur russischen Wirtschaft erscheint alle 14 Tage, immer mittwochs. Ringt der Westen mit Sanktionen Russland nieder? Oder braucht Russlands Wirtschaft Europa gar nicht mehr? Was spielt sich da wirklich ab hinter dem neuen Eisernen Vorhang, seit Wladimir Putin den Krieg gegen die Ukraine führt? Eduard Steiner, langjähriger Russland-Korrespondent, und Vasily Astrov, Russland-Experte des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche, liefern nüchterne Analysen und erklären, warum vieles nicht so ist wie oft behauptet.

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00:00:00: Hallo, mein Name ist Eduard Steiner und gemeinsam mit Vasili Astroff vom WN Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche hauste ich seit einhalb Jahren den Podcast Russland Gas-Sanktionen Oligarchen.

00:00:14: Jeden zweiten Mittwoch im Monat diskutieren wir über die Auswirkungen des Krieges gegen die Ukraine und die westlichen Sanktionen auf die russische Wirtschaft.

00:00:22: Zuletzt haben wir auch immer wieder Gäste wie Herrn Gerhard Mangott, Herrn Christian Wehrschütz und andere zu uns in Studio eingeladen, was für viel positive Resonanz gesorgt hat.

00:00:33: Und weil wir in unserem Podcast vorstellen wollen, hören Sie hier zwischen den Feiertagen im Kanal unserer Kolleginnen vom Nachrichten-Podcast, was wichtig ist.

00:00:42: Unsere aktuellste Folge mit dem Titel ist Butti mit seinem Latein am Ende und macht ihn das am Ende noch gefährlicher.

00:00:51: Wenn Sie mehr davon hören wollen, folgen Sie unseren Podcast auf YouTube, Spotify oder Apple-Podcasts oder direkt in der Presse-App.

00:01:02: Er hat nichts mehr Neues zu bieten.

00:01:05: Er lügt mehr denn je.

00:01:08: Das war eine abgehoben Haltung, ein Zynismus, der natürlich bei der Bevölkerung überhaupt nicht gut ankommt.

00:01:15: Sehen wir ein Hunter Umfragen.

00:01:18: Das Putin.

00:01:20: Inzwischen bereits am Bedürfnis des Volkes vorbeiregiert.

00:01:26: Dass Putin nach der gesamten Ukraine reicht, territorial jetzt gesehen, glaube ich nicht.

00:01:33: Russland hat ein Problem wirtschaftlich und Putin damit natürlich auch.

00:01:38: Ne, absolut, absolut.

00:01:41: Ganz oft gesagt Trump ist die Ukraine völlig egal.

00:01:44: Ich sehe die Wahrscheinlichkeit, dass es dazu kommt, dass Russland sich bereit erklärt, Reparationszahlungen an die Ukraine zu leisten bei null.

00:01:54: Neunzig Milliarden von der EU werden wir nicht mehr wiedersehen,

00:01:58: oder?

00:02:01: Nein, die kommen ganz sicher nicht zurück.

00:02:03: Es werden wieder die europäischen Steuerzahler zur Kasse gebeten, erst schon wieder.

00:02:09: Die nächste Generation wird dafür zahlen.

00:02:14: Russland.

00:02:15: Gas, Sanktionen, Oligachen.

00:02:19: Der Podcast zur Russischen Wirtschaft von Eduard Steiner und Vasili Astroff.

00:02:29: Folge einunddreißig ist Putin mit seinem Latein am Ende und macht ihn das am Ende noch gefährlicher.

00:02:36: Willkommen, meine Damen und Herren, in der einunddreißigsten Folge des Podcasts der Tageszeitung, die Presse zur Russischen Wirtschaft.

00:02:42: Das begrüßt sie Eduard Steiner, langjähriger Russland-Korrespondent und Vasili Astroff.

00:02:47: Ostantexpert des renommierten Wien Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche.

00:02:51: Herzlich willkommen, Dobrydien.

00:02:54: Und wir sind auch heute wieder zu dritt, haben einen Spezialgast eingeladen.

00:02:59: Herr Gerhard Mangot, Herr Mangot ist Politikwissenschafter an der Universität Innsbruck.

00:03:05: Insbesondere aber ist er einer der führenden westlichen Experten zur russischen Innen- und Außenpolitik, zur internationalen Politik generell und zur Sicherheitsforschung und Rüstungskontrolle.

00:03:17: Herr Mangot ist uns aus Innsbruck zugeschaltet.

00:03:19: Herzlich willkommen in unserer Runde.

00:03:21: Danke fürs dabei sein und auch Sie, Russisch-Sprechend, obredieren.

00:03:25: Wir nehmen diesen Podcast am Montag, den Zweiundzwanzigsten Dezember, Zweihntausendfünfundzwanzig auf.

00:03:32: Die Diplomatie-Mukrinekrieg läuft weiter auf Hochtouren, wie gehabt vorwiegend über die US-amerikanische Schiene.

00:03:40: Aber Russlandspräsident hat dieser Tage ausrichten lassen, dass auch zu Verhandlungen mit dem französischen Staatschef Emmanuel Macron bereit sei.

00:03:50: Der Weil ist just am heutigen Montag, ein russischer Generalleutnant.

00:03:54: der für die operative Ausbildung der Armee im Generalstab zuständig war, durch eine Autobombe in Moskau umgekommen.

00:04:02: Bei einem früheren Anschlag vor einem Jahr hat der ukrainische Geheimdienst sich dazu bekannt, das ist glaube ich noch ausständig, zum jetzigen Zeitpunkt, es nicht klar von wem es ist.

00:04:13: Was noch passiert ist seit unserer letzten Folge.

00:04:16: Die EU hat einen Kredit über neunzig Milliarden Euro für die Jahre zwanzig und siebenundzwanzig zur Unterstützung der Ukraine aufgenommen.

00:04:26: Und dabei interessanterweise jetzt doch nicht auf das eingefrorene russische Staatsvermögen zurückgegriffen, was in Moskau sehr gutiert wurde.

00:04:37: Was noch passiert ist und das ist der Fokus unseres heutigen Podcasts.

00:04:43: dass Putin am Freitag sein jährliches Großereignis absolviert hat, nämlich diese mehrstündige Fragestunde, wo er sich den Fragen der Journalisten und des Volks widmet, wo Mitte, vor der vergangenen Woche schon um die ein Komma sechs Millionen Anfragen da waren, hieß es, am Ende waren es wahrscheinlich zwei Millionen.

00:05:04: Trotzdem merkte man natürlich, und das werden wir heute besprechen, wie er sich insgesamt verhält und wie er eigentlich vor dem Volk noch dasteht.

00:05:14: Und deswegen stellen sich für uns die Fragen, hat er sich womöglich allmählich überlebt?

00:05:22: Wird er den Bedürfnissen des Volkes noch gerecht?

00:05:26: Haben sie möglicherweise schon mehr satt, als sie zugeben und zugeben können?

00:05:32: und macht ihn das unter Umständen gefährlicher.

00:05:36: Und natürlich auch die Frage, wie sehr, kann er den Wohlstand noch gewährleisten zu Hause?

00:05:42: Und was wir sehen und mitbekommen zunehmen, ist natürlich, dass die Bevölkerung schon auch gereizter wird.

00:05:49: Herr Mangoth, ich beginne mit Ihnen.

00:05:51: Sie haben wohl auch die mehrstündige Fragestunde angesehen, was ich selbst an Reaktionen von Leuten gehört habe, die auch in Russland tätig sind.

00:06:01: Das waren zusammengefasst so.

00:06:04: Sie sagen langweilig.

00:06:07: Sie sagen, man kann ihn nicht mehr sehen.

00:06:10: Er hat nichts mehr Neues zu bieten.

00:06:12: Er lügt mehr denn je.

00:06:15: Was würden Sie sagen?

00:06:16: Hat sich der Kremlchef nach fünf, zwanzig Jahren in der Macht überlebt und ist er mit seinem Latein am Ende?

00:06:22: Es war wirklich nichts Überraschendes dabei bei dieser Jahrespressekonferenz, die Sie doggig oder.

00:06:28: Es war vieles, was ihn schon noch interessiert, nämlich da sind die Außen- und Militärpolitischen Fragen, da lebte er auch auf und da kennt er das Dosee auch sehr genau, was ihn offensichtlich ... nahezu überhaupt nicht mehr interessiert sind innen und wirtschaftspolitische Fragen und da hat er gelangweilt geantwortet auf die diversen Fragen.

00:06:48: Aber die Inszenierung war wie immer so gedacht, dass Putin demonstriert, dass er in den großen und den kleinen dossiers alles weiß, alle Details kennt, ob es jetzt um ein Straßenprojekt sich handelt oder um eine Wärmeversorgung in einer zibirischen Stadt.

00:07:03: Er weiß, was zu tun ist und wenn er etwas an Missständen erfährt, dann ist es derjenige, der sagt, er werde sich darum kümmern.

00:07:12: Das ist die immer wiederkehrende Botschaft eines jeden Jahres.

00:07:15: Ich kenne mich überall aus und wenn meine Untergebenen etwas falsch machen und sie darunter leiden, ich werde mich darum kümmern.

00:07:23: Das ist ihm mehr oder weniger gut gelungen dieses Mal, denn ich teile die Einschätzung, dass das Ganze ziemlich langweilig war, langartig war.

00:07:34: und dass er außer in der Außenpolitik keine signifikanten Ankündigungen gemacht hat.

00:07:39: Bei der Innenpolitik muss man sagen, seine Äußerung, dass es gegen die sogenannten Innoagente, gegen die ausländischen Agenten keine Repressionen gebe, ist natürlich etwas Absurdes.

00:07:50: Es ist eine absurde Lüge, genau das ist das große Problem der politischen Opposition in Russland und seine Aussage.

00:07:58: im außenpolitischen Bereich, nämlich dass Russland nicht für die Toten im Krieg in der Ukraine verantwortlich gemacht werden kann, weil Russland den Krieg ja nicht begonnen habe, war ähnlich zynisch und natürlich wieder jede historische Wahrheit.

00:08:11: Also es war ein Sammelsorium an Entschuldigungen, Anschuldigungen vor allem gegenüber dem Westen, Versicherungen, Rückversicherungen, aber das Ganze hat sich jetzt nach Jahrzehnten dieser Praxis auch etwas überlebt, denke ich.

00:08:26: Und es war natürlich kein Forum, wo es offene und kritische Fragen gab, bis auf die zwei westlichen Positionen, nämlich von CBS und BBC.

00:08:35: Aber was interessant war, abschließend dazu gesagt, ist, dass auf der Videowall in diesem Saal auch immer wieder kritische Fragen eingeblendet waren, zum Beispiel eine Frage, Warum gibt es in Russland keine freie Wahlen?

00:08:48: Wer fürchtet sich davor?

00:08:49: Das war eingeblendet, einige Sekunden lang eingeblendet.

00:08:53: Vielleicht hat man das vom Staatsfernsehen gemacht, weil man zeigen wollte.

00:08:56: Natürlich gibt es Sie auch kritische Fragen.

00:08:59: Aber dann muss man sagen, keine dieser kritischen Fragen hat Putin aufgegriffen oder gar beantwortet.

00:09:04: Herr Astrof, sehen Sie sich vier Stunden Auftritt von Putin an oder haben Sie besseres zu

00:09:12: tun?

00:09:33: Bevor wir ins Detail gehen, möchte ich die russische Soziologie etwas reinholen.

00:09:40: Stütze mich jetzt auf die Umfragen des renommierten, unabhängigen Levadosenters.

00:09:45: Dort ist es ja so, dass die Zustimmung zu Putin als Präsidenten nach wie vor sehr hoch ist.

00:09:53: Wir sind hier im Bereich von über achtzig Prozent unterwegs.

00:09:59: Interessanter ist, dass was die Unterstützung des Krieges in der Ukraine betrifft, das sagen zwar, dass sie das Vorgehen der Streitkräfte der russischen Streitkräfte unterstützen und nur siebzehn Prozent sind dagegen, aber inzwischen sind zwei Drittel für einen Übergang zu Friedensverhandlungen, während sich die Befürworter einer Fortsetzung des Krieges auf ein Viertel der Befragten reduziert haben.

00:10:29: So niedrig war es noch nie seit Beginn des Krieges.

00:10:32: Wir können die Zahlen nicht absolut nehmen, aber wir können, glaube ich, da sind wir uns einig, eine Tendenz daraus ablesen.

00:10:40: Bei uns heißt es immer, Putin will ja gar keinen Frieden.

00:10:44: Und Trumps Bemühungen sind ein verlorene Liebesmüll, denn zum Tango gehören zwei.

00:10:51: Aber, und jetzt komme ich zurück zur Soziologie, die Kriegsmülligkeit im russischen Volk ist doch mittlerweile als relativ groß zu bezeichnen.

00:11:02: Mich interessiert, Herr Mangott, sehen wir anhand der Umfragen, dass Putin inzwischen bereits am Bedürfnis des Volkes vorbeiregiert und sei oder zeigen andererseits die Umfragen, dass das russische Volk hier doch etwas schizofrän auch ist, um es vielleicht so zu formulieren.

00:11:24: In diesen Daten zeigt sich einfach, dass Vladimir Putin und seine Führungsriege den Informationsformen noch immer weitgehend kontrolliert, auch sozusagen unabhängige Kanäle, so gut es eben geht, stört oder verlangsamt.

00:11:38: Das spiegelt sich dann auch wieder in solchen Aussagen, wie das seventy- vier Prozent dieser SVO, wie sie die russische Seite bezeichnet, unterstützt aber.

00:11:48: was wir, wenn wir betonen und zurecht betonen, dass noch nie so viele Bürger, Bürgerinnen Russlands für Friedensverhandlungen sich ausgesprochen haben, ist halt eben auch die große Frage, was verstehen denn diese seventy- vier Prozent unter Frieden?

00:12:02: Das heißt, verstehen Sie diesen Katalog an Maximalforderungen der russischen Seite, was Gebiet-Sabtreitungen betrifft, was die NATO-Perspektive... der Ukraine betrifft, die Sicherheitsgarantien für die Ukraine anbelangt, die Rechte der russischen Bevölkerung in der Ukraine, die Rechte der ukrainischen Orthodoxer Kirche.

00:12:21: Oder meinen Sie, Sie sind für einen Frieden, egal um welchen Preis, jedenfalls um einen Preis, den Russland zumindest akzeptieren kann, auch wenn es kein großer Sieg ist.

00:12:29: Das wissen wir leider nicht genau, was die Bürger hier denken.

00:12:33: Aber es zeigt jedenfalls, dass es eine Kriegswürdigkeit gibt.

00:12:37: Das wird Wasili Astrof natürlich noch genau erklären.

00:12:40: Das ist auch die wirtschaftliche Lage.

00:12:42: Nicht einfach in Russland ist schwieriger geworden.

00:12:44: Es war ja auch zynisch bei dieser Jahrespreisekonferent, als Putin auf Inflationssorgen angesprochen wurde, dass er gesagt hat, naja, das liegt an ihrem Einkaufsverhalten.

00:12:54: Das hängt davon ab, was sie in ihren Einkaufswagen packen.

00:12:57: Also das war eine Abgehobenheit und ein Zynismus, der natürlich bei der Bevölkerung überhaupt nicht gut.

00:13:04: Und diese schwieriger werdende Lage am wirtschaftlichen und sozialen Bereich, das ist etwas, was so ein Brut hinnagt und seine Legitimitätsgrundlage ist im Augenblick nur noch die, dass eben einen angeblich gegen die Existenz Russlands geführten Krieg.

00:13:21: Kommandiert, Russland dagegen verteidigt, auch ein Angriffe auf die russische Zivilisation verteidigt.

00:13:27: Das ist das, was wohl von ihm im Augenblick als Legitimationsbasis noch verwendet werden kann, ein Wurst zu sein, der das Land beschützt im Zeiten der Krise.

00:13:37: Aber frühere Legitimationsgrundlagen wie dieser sogenannte Sozialvertrag, ihr mischt euch nicht mehr in die Politik ein und ich sorge dafür, dass ihr ein gutes, prosperierendes Leben haben werdet.

00:13:50: Der funktioniert schon seit Langem nicht mehr.

00:13:52: Und dann die Legitimationsgrundlage im Nationalismus zu suchen und zu finden, denken wir gerade an die Zeit der Annexion der Krim.

00:14:01: Das hat auch eine Zeit lang funktioniert.

00:14:03: Das hat sich dann aber erschöpft, als innenpolitische Probleme zugenommen haben.

00:14:07: Und jetzt soll eben die Legitimationsgrundlage sein.

00:14:10: Dieser Krieg, den Russland führt zur Sicherung seiner Existenz.

00:14:14: Ich glaube nicht, dass trotz der Kontrolle des Informationsraumes das noch sehr stark wirkt.

00:14:19: Sicherlich bei einem Teil der Bevölkerung, ältere Bevölkerungsschichten, schlechter gebildete Bevölkerungsschichten, Staatsbedienstete, ja, da funktioniert das noch wohl, wie wohl das auch dort einige Leute sehr zynisch sehen, aber diese städtische Mittelschicht, die besser gebildet und besser verdienten Schichten, die haben das nie geglaubt und sie glauben, dass natürlich weiterhin nicht nur das Problem ist.

00:14:43: in Russland, dass es eigentlich keinen politischen Akteur gibt, der diese Unzufriedenheit, diese Müdigkeit auch mobilisieren und organisieren könnte.

00:14:53: Und das ist eben auch eine große Reserve für den Machtanspruch und die Herrschaft von der Dimiakutin.

00:14:58: Nämlich, dass jede institutionelle Opposition gewissermaßen ausgerottet hat mit Verboten, mit Inhaftierungen, zwangsweise Exil mit der Zerschlagung von vielen unabhängigen Medien.

00:15:12: massiven Vorgehen gegen NGOs, auch durch das Gesetz über Innoagente, über ausländische Agenten.

00:15:19: Und da fehlt der Bevölkerung jemand, zumindest jene im Teil der Bevölkerung, die diese offizielle Propaganda nicht mitträgt und nicht glaubt, jemand, der die Leute auf die Straße bringen kann, der Protest organisieren kann, der Widerstand organisieren kann.

00:15:37: Wüste des politischen Lebens, die Putin geschaffen hat, ist für eine gewisse Zeit noch eine Reservekraft für seinen Machtanspruch.

00:15:47: Aber die legitimatorischen Grundlagen werden eng und enger.

00:15:51: Weil Sie die Wirtschaft jetzt schon angeschlagen haben, thematisch bleiben wir drauf.

00:15:56: Das ist, glaube ich, ein essentieller Punkt, denn man hat auch gesehen hier, was die Fragen des Volkers sind.

00:16:02: Dass die am brisantesten sind, vermutlich, weil die Leute es ja doch inzwischen spüren.

00:16:07: Jetzt ist es so, dass das russische Wirtschaftsministerium geht noch davon aus, dass dieses Jahr, also, Wirtschaftswachstum von ein Prozent zu halten ist.

00:16:18: Das Institut für Wirtschaftliche Prognosen der russischen Akademie der Wissenschaften hingegen sagt, die Stagnation hat begonnen, die Wirtschaft hat aufgehört zu wachsen, was auch bestätigt wird von der Statistikbehörde.

00:16:33: Denn im ersten Quartal, im Jahr zweiundfünfundzwanzig, ging es um neun, null Komma sieben Prozent zurück.

00:16:40: Quartal zwei waren es dann ein Wachstum von Null, drei Prozent und im dritten Quartal Null, ein Prozent.

00:16:46: Also dann sind wir die Faktor drin.

00:16:48: Die Zahlen für das vierte Quartal wissen wir natürlich noch nicht.

00:16:52: Ja, Astrof, Russland hat ein Problem wirtschaftlich und Putin damit natürlich auch.

00:16:58: Absolut.

00:16:59: Absolut.

00:17:00: Und ob das Wachstum also für das Jahr als Ganzes, also für das Jahr von zwanzig als Ganzes dann bei ein Prozent liegt oder Null, fünf oder Null, drei?

00:17:09: Das macht auch nicht so viel Unterschied.

00:17:11: Also wir reden über eine Stagnation.

00:17:14: Also das ist wirklich eine Stagnation.

00:17:15: Das ist ein reisanter Bruch mit den zwei Jahren von einem Wirtschaftsboom.

00:17:20: Also, die Wirtschaft ist wirklich sehr schnell gewachsen.

00:17:26: Also wirklich, das waren wirklich fette Jahre für Russland.

00:17:30: Momentan reden wir über eine Stagnation.

00:17:32: Natürlich spüren die Leute das.

00:17:34: Man sieht zum Beispiel, die Kredite sind sehr teuer geworden.

00:17:37: Das erklärt auch zum Beispiel, warum die Nachfragen nach langlebigen Konsumgirten, vor allem Autos zum Beispiel massiv eingebrochen sind.

00:17:45: Auch die Immobilienkäufe sind eingebrochen.

00:17:49: Dabei muss man sagen, die real verfügbaren Einkommen, reale Einkommen der Bevölkerung und die Löhne steigen nach wie vor.

00:17:59: Ja, das heißt, am Arbeitsmarkt sieht man diese Stängnation noch nicht.

00:18:05: Natürlich ist es immer so, dass auf dem Arbeitsmarkt kommen die Effekte einer Wirtschaft, einer konjunkturellen Schwäche erst mit einer Verzögerung.

00:18:13: Das ist immer so.

00:18:15: Das ist auch in anderen Ländern so.

00:18:16: Das heißt, wahrscheinlich werden wir noch eine gewisse Verschlechterung auf dem Arbeitsmarkt sehen.

00:18:21: Aber momentan ist die Arbeitslosigkeit immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau.

00:18:25: Ich glaube, der letzte Wert, den ich gesehen habe, das war zwei Prozent.

00:18:29: Das ist natürlich sehr, sehr niedrig.

00:18:30: Das ist immer noch praktisch, das entspricht einer Vollbeschäftigung.

00:18:35: Und das stärkt natürlich immer noch die Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer.

00:18:40: Das erklärt, warum die Löhne und Gehälter real gesehen immer noch im positiven Bereich liegen.

00:18:47: Also das Wachstum, die Dynamik der Löhne und Gehälter immer noch im positiven Bereich liegt.

00:18:52: Und das ist auch etwas, was den privaten Konsum, also die privaten Konsumausgaben noch halbwegs so oberhalb der Wasserfläche sozusagen hält.

00:19:04: Das heißt, momentan kann man das alles zusammenfassen.

00:19:09: Es ist so, dass es eine Stagnation ist.

00:19:11: Es ist keine große Krise noch.

00:19:14: Und ich glaube, es wird auch keine wirklich brutale Krise kommen.

00:19:20: Aber es ist eine Stagnation.

00:19:21: Und natürlich, je länger diese Stagnation dauert, desto mehr Fragen werden auch auftauchen, auch politische Fragen in Bezug auf die Entwicklung des Landes, wohin führt das Ganze.

00:19:33: Also da glaube ich schon, dass es gewisses Potenzial für eine steigende Unzufriedenheit gibt.

00:19:39: Redet man mit Unternehmen, die in Russland tätig sind, so sagen sie, ist ein gewisser Moment der Wahrheit, wird kommen ökonomisch.

00:19:49: Man rechnet mit einem starken Geschäftseinbruch.

00:19:52: Man sagt sogar, es könnte das schwierigste Jahr in diesem Jahrhundert werden.

00:19:56: Jetzt ist es so, Herr Vladislav Inosemtsev, der war früher kurzzeitig mal Kremlberater, Wirtschaftsberater.

00:20:03: Er hat im Interview mit mir vor Kurzem mal gesagt, er sieht bereits das erste Jahr des nächsten Jahrzehnts der Stagnation angebrochen.

00:20:13: Und nämlich, die, Putin hat ja schon ein verlorenes Jahrzehnt produziert, das war zwischen zwei tausend fünf und sagen wir zwei tausend einund zwanzig, zwei tausend zwanzig, da war insgesamt das Wachstum vielleicht unterm Strich pro Jahr ein Prozent.

00:20:28: und er sagt, es könnte sein, dass überhaupt eine Epoche bis zu Putins Tod da ist, wo man nichts außer Stagnation hat.

00:20:36: Interessant ist, dass Das Einzige, was zum Wachstum im Moment noch beiträgt oder fast das Einzige, sind ja die Kriegsausgaben.

00:20:44: Jetzt hat der russische Verteidigungsminister dieser Tage bekannt gegeben, dass die Ausgaben für den Militärbedarf bzw.

00:20:56: kurz im Moment für den Krieg an sich, ja, sind fünf Komma eins Prozent der Wirtschaftsleistung, hundertsebzehn Milliarden Euro, umgerechnet in etwa.

00:21:05: Rechnet man zusammen die gesamte Ausgaben für das Verteidigungsministerium im sieben, drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

00:21:13: Jetzt besteht immer schon ein Streit, sind wir in einer Kriegswirtschaft oder nicht in einer Kriegswirtschaft, wenn wir das vergleichen mit Ausgaben, die die USA zwischenzeitlich hatten oder wenn wir die Sowjetunion hernehmen, so ist das wenig, wobei seine Stangegeld ist.

00:21:29: Jetzt stellt sich die Frage.

00:21:30: Ich komme nochmal auf den Ökonomienjosef zurück, der sagt, Russland ist auch nicht bereit, dass es noch mehr Geld in den Krieg reinwirft, sondern es hält das ganze so am Köcheln.

00:21:44: Was sagen Sie, Herr Astrof?

00:21:46: Gebe es Spielraum, dass man die Wirtschaft ankurbelt, indem man diesen Teil der Staatsausgaben nochmals erhöht?

00:21:54: Oder ist im Grunde genommen die Sache erschöpft?

00:21:56: Also ich glaube, das Spielraum, das Bezügliches weitgehend erschöpft.

00:22:02: Also es gibt Budgetdefizite.

00:22:07: Also jedes Jahr verzeichnet der russische Haushalt ein Budgetdefizit von zwei bis drei Prozent.

00:22:14: Wahrscheinlich heuer wird es wahrscheinlich im Bereich von drei Prozent das Bibel liegen.

00:22:19: Für russische Verhältnisse ist es relativ viel.

00:22:22: Das wird wahrscheinlich der höchste Wert seit der Corona-Pandemie sein, natürlich im Jahr Also wirklich am Höhepunkt der Corona-Pandemie war das Budgetdefizit besonders hoch, aber ansonsten war Russland eigentlich eher an ausgeglichenes Budget bzw.

00:22:41: Budgetüberschüsse gewöhnt.

00:22:44: Das heißt, diese Situation, wo wirklich jedes Jahr relativ stabil Budgetdefizite verzeichnet werden, das ist eine neue Situation für Russland.

00:22:54: Und ich glaube, die wirtschaftspolitischen Entscheidungsträge, denen ist es schon bewusst, dass, wenn es so langfristig, wenn diese Situation langfristig erhalten bleibt, dann könnte es auch durchaus unangenehmer folgen, auch natürlich für die öffentlichen Finanzen vor allem, haben.

00:23:12: Also ich glaube, dieser Trauma von einem Staatsbankgrat, von dem Jahr, heißt es, von dem Jahr, heißt es, von dem Jahr, heißt es, von dem Jahr, Die sitzt noch irgendwo in den Hinterköpfen.

00:23:22: Damals war das wirklich, das war die Situation, wo sehr hohe Budget-Difizite jahrelang verzeichnet wurden.

00:23:30: Und diese Budget-Difizite darüber hinaus, es war auch sehr teuer, diese Budget-Difizite zu finanzieren.

00:23:36: Also momentan ist die Lage zwar noch bei Weitem nicht so schlecht wie damals,

00:23:41: aber ...

00:23:42: Zum Beispiel auch diese Budget-Difizite, die es gibt, werden auch relativ die kommende Regierung relativ teuer, was natürlich auch damit zu tun hat, dass die Geldpolitik so restriktiv ist, weil die Zinsen so hoch sind.

00:23:53: Natürlich sind auch die Zinsen, also die Renditen der Staatsanleihen auch dementsprechend hoch.

00:23:58: Und natürlich selbst, wenn die öffentliche Verschuldung... im internationalen Vergleich sehr niedrig ist.

00:24:05: Die Tatsache, dass die Zinsen so hoch sind, die Renditen so hoch sind, kommt zu einer Situation, wo der Schuldendienst doch relativ hoch ist.

00:24:12: Und natürlich da, also zum Beispiel momentan ist es schon so, dass die Ausgaben für den Schuldendienst ... Die sind ca.

00:24:20: gleich groß wie die Ausgaben für Ausbildung und Gesundheitswesen zusammen.

00:24:25: Das ist natürlich nicht wenig.

00:24:27: Und ich glaube, so langfristig ist diese Situation nicht wirklich vertretbar, ist nicht wirklich tragbar.

00:24:34: Das heißt, das Motto wird laut und sparen.

00:24:38: Und ich glaube,

00:24:39: auch

00:24:39: im Verteidigungsbereich glaube ich auch, dass die Decke der Verteidigungsausgaben bereits erreicht.

00:24:47: Wurde beziehungsweise erreicht wird.

00:24:49: Und das ist das eine und das zweite.

00:24:52: Es kann auch sein, dass höhere Verteidigungsausgaben gar nicht notwendig sind.

00:24:57: Weil zum Beispiel ein Großteil der Investitionen in die Rüstungsproduktion wurde bereits getätigt.

00:25:04: Das heißt, jetzt geht es wirklich darum, die laufenden Kapazitäten, also die bereits vorhandenen Kapazitäten wirklich am laufenden zu halten.

00:25:14: Ich frage Sie, Herr Mangroth, weil ich jetzt schon anklingen habe, dass nur Putin hier Spielraum hat.

00:25:20: eine außenpolitische Situation wieder zuzuspitzen und hier auch Geld dafür zu mobilisieren.

00:25:26: Es wäre ja nicht zum ersten Mal, dass Brutin aufgrund innenpolitischer Schwierigkeiten auch mit außenpolitischen Aktionen hier ablenkt und ich glaube, hier die Aufmerksamkeit dort hinlenkt und damit vielleicht wieder reagieren kann.

00:25:42: Das hatten wir wiederholt gesehen.

00:25:44: Sehen Sie so eine Gefahr, dass er mehr oder weniger den Gang noch mal zu erhöher schalten könnte?

00:25:49: außenpolitisch um von Schwierigkeiten innenpolitisch abzulenken.

00:25:54: oder wie er es jetzt bei der Fragestunde gesagt hat, man habe ihn gebeten um gewisse Kompromisse in der Ukraine, die keine einfachen Entscheidungen werden, deutet das an, dass er doch auf einen Kompromiss zusteuert.

00:26:07: Ich habe offensichtlich sehr viel davon gehalten oder ebenfalls nur wenig davon gehalten, als Kollegen, Kolleginnen und Familie immer argumentiert haben.

00:26:17: Diese außenpolitischen Krisen, die Grimmannexion, die Kämpfe in der Ostukraine, und dann die Vollinvasion ab Jahrzehnte und zweiundzwanzig, wären dazu gedacht gewesen, innenpolitische Legitimationsprobleme zu lösen.

00:26:32: Das ist zwar nicht gänzlich von der Hand zu weisen, das ist natürlich ein Nebenprodukt, aber es waren strategische Interessen oder vermeintliche von Brut in jedem Fall so wahrgenommen, eine strategische Interessen des Landes, warum das Jahrzehnte und zweiundzwanzig.

00:26:46: passiert ist.

00:26:47: Also es ist schon noch so, dass außenpolitische Ziele ideologisiert, historisch verzehrt, die maßgeblichen Triebkräfte sind Militärverteidigung und außenpolitik des Landes und nicht so sehr ein innerer Druck, dem es aufzufangen, gilt durch eine aggressive Außenpolitik.

00:27:07: Ich denke, was Vasili Astrof auch gesagt hat, es wird ja, wenn mein Einnahmenseitig und Ausgabenseitung hier noch nachorigiert, genug Geld dafür da sein, das zu erreichen, was als der rituales Ziel für Russland in der Ukraine definiert ist.

00:27:23: Nämlich die vollständige Kontrolle zumindest über die zwei Regionen Donetsk und Lohansk und vielleicht, so wie das jedenfalls in Alaska im August angeklungen ist, eine Einführung, eine Einführung der Frontlinie in Personus Aboricha, dass das mit den zur Verfügung stehenden Mitteln schon zu erreichen ist.

00:27:39: Und ich glaube deswegen nicht, dass aus wirtschaftlichen oder aus finanziellen Gründen Putin tatsächlich ... gezwungen ist in diesen für ihn so entscheidenden Bereichen wie Territorialregelung, Sicherheitsgarantien für die Ukraine, eine rechtlich ausgeschlossenen, dauerhaft ausgeschlossenen Mitgliedschaft in der NATO, dass in solchen Fragen eher zu Kompromissen bereit sein wird.

00:28:02: Ich bin immer noch der Ansicht, Putin kann verhandeln, wenn er unter Verhandeln versteht, dass er den Großteil seiner Maximalforderungen durchsetzt, aber er muss nicht verhandeln.

00:28:12: Die Ukraine ist in einer anderen Position.

00:28:14: Die Ukraine muss verhandeln, weil sie militärisch in der Defensive ist und nicht nur deswegen, weil ein militärisches Gerät nicht mehr in dem Ausmaß geliefert wird, wie es notwendig wäre, dieser Perlmechanismus, wo Europa Waffen aus den USA ankauft und so an die Ukraine weitergibt, ist eigentlich chronisch unterfinanziert.

00:28:32: Viele Länder beteiligen sich überhaupt nicht daran wie Frankreich oder Italien, natürlich zwei Länder mit eigener Rüstungsindustrie.

00:28:40: Und dazu kommt dieses graziere Demandschaftsproblem in der ukrainischen Armee, nämlich zu wenige Soldaten zu haben, vor allem in der Infanterie und dieses Problem politisch nicht lösen zu können bzw.

00:28:51: zu wollen.

00:28:52: Mit noch so viel Geld, etwa mit den neunzig Milliarden Euro, die nächstes und übernächstes Jahr von der Europäischen Union in die Ukraine fließen sollen, kann man sich keine Soldaten kaufen, kann man nicht Soldaten produzieren.

00:29:04: Also die Ukraine ist sehr viel stärker unter Druck, eine Verhandlungslösung zu erreichen.

00:29:09: Nur, wie wir natürlich alle drei wissen, ist es so, dass es zwischen den ukrainischen Vorstellungen und den russischen Vorstellungen derzeit überhaupt keine Schnittmenge gibt.

00:29:19: Und daher ist aus meiner Sicht sehr wenig realistisch, dass wir zu einer Verhandlungslösung kommen.

00:29:26: Ich spreche explizit nicht von einer Friedenslösung.

00:29:29: Das ist jenseits dessen, was im optimistischsten Fall zu erreichen wäre, aber eine Verhandlungslösung zur Beendigung des Krieges.

00:29:37: ist, weil er sagt, dass nach Trotz dieser Konstellation, wo die Ukraine das eigentlich dringend braucht, nicht sehr wahrscheinlich, weil Russland von den Maximalforderungen nicht abgeht und Selensky einen begrenzten Innenpolitischen Manivrierraum hat, einen Handlungsspielraum hat und diesen... hartenforderungen Russlands nachzugeben.

00:29:54: Das könnte massive innere Instabilität auslösen bis zu einer Krise in den zivilmilitärischen Beziehungen mit Widerstand von bestimmten militärischen Verbänden.

00:30:03: Also es ist eine sehr schwierige Situation für die Ukraine, aber es ist für die Ukraine jedenfalls deutlich schwieriger als für Russland.

00:30:11: Also würden Sie nicht die Einschätzung vom finnischen Präsidenten Stubb teilen, der gesagt hat, wir waren noch nie so nah dem Frieden.

00:30:19: Es fehlen nur noch fünf Prozent, wobei diese fünf Prozent natürlich die schwierigsten sind.

00:30:24: Wir waren noch nie so nah am Frieden, weil sich niemand eigentlich kümmern hat, eine Strategie für ein Ende des Krieges auszuarbeiten.

00:30:29: Und da ist es schon immer für mich etwas... Eiter kann man nicht sagen, Erheiterung kann man nicht sagen, aber in diese Richtung geht es, wenn die Europäer sagen, wir müssen einen Platz am Tisch haben, jetzt unbedingt.

00:30:41: wir reklamieren uns hier hinein in die Gespräche, die die USA mit Russland und Ukraine führen.

00:30:46: Aber gleichzeitig hat diese selbe Europäische Union in den letzten fast vier Jahren des Krieges keine einzige eigene Verhandlungs- oder sogar Friedenstrategie entworfen.

00:30:56: Wir sind so weit wie noch nie, weil wir konkrete Papiere auf dem Tisch haben.

00:30:59: Aber diese fünf Prozent, die haben es in sich, wäre auch nicht bei fünf Prozent, sondern bei mindestens fünfzig.

00:31:05: Nämlich, dass man jetzt zu einem Konsens kommt, zu einer Schnittmenge kommt zwischen den beiden Kriegsparteien.

00:31:11: Diese Aussichten halte ich für sehr, sehr gering und ich bleibe daher pessimistisch und ich traue dem der Aussage des finnischen Präsidenten hier überhaupt nicht, ich glaube.

00:31:20: Er, der ja gute Beziehungen zu Donald Trump hat, hat das auch in gewisser Weise in Richtung Washington gesagt, aber es ist nicht unbedingt eine realistische Einschätzung seinerseits, wie weit wir, wie nah wir an einer Verhandlungslösung weggesinnen.

00:31:34: Es ist interessant, dass gestern, glaube ich, oder was heute, die Nachrichtenagentur Reuters mit Verweis auf Quellen aus den US-Geheimdiensten behauptet, dass die US-Geheimdienste auch es Für möglich halten das Putin hier seine Aktivitäten über die ganze Ukraine ausbreitet und sich die ganze Ukraine holen will und sogar wieder Länder der ehemaligen Sowjetunion, was hieße, das Baltikum.

00:31:59: Bisher war es doch so, dass die US-amerikanische Einschätzung hier... Klartivergierte mit den Europäern.

00:32:05: Die Europäern haben eher Angst gemacht und haben das als realistischer eingeschätzt und die Amerikaner haben gesagt, sie sehen weder Anzeichen vor, haben noch Potenzial in Russland das zu tun.

00:32:15: Gibt es hier eine Wende?

00:32:19: Ich glaube, diese Reuters-Meldung, das ist aktiv so gewollt oder nicht aktiv gewollt, ist eher eine Informations... Variante, eine Informationsoffensive zugunsten der Ukraine.

00:32:34: Wenn wir uns ansehen, was Tulsi Gabbati, Director of National Intelligence, gestern gesagt hat, hat sich das eigentlich nahezu zur Gänze dementiert.

00:32:42: Ich glaube daher, dass es in der Trump-Administration noch immer diese Überzeugung gibt, dass die europäischen Ängste vor einem Ausgreifen Russlands auf NATO-Staaten in Europa, dass diese Ängste nicht gerechtfertigt sind, jedenfalls mit größer Sicherheit.

00:32:57: nicht realisiert werden, wie größer Sicherheit Russland keine europäischen NATO-Staaten angreift.

00:33:03: Ich sage aber immer dazu, Sicherheitspolitik muss auf alle Eventualitäten vorbereitet sein.

00:33:08: Und das sage ich eben auch, um die Abcheckungs- und Verteidigungsfähigkeit gegenüber einem hochgrößerten Russland, einem möglicherweise weiterhin aggressiv revisionistischen Russland, zu verstärken, braucht es diese Rüstungsanstrengungen in den europäischen NATO-Staaten, die ermähen müssen, modernisiert müssen, gestärkt müssen.

00:33:26: schlagkräftiger werden.

00:33:28: Das ist jedenfalls unabdingt, unabhängig davon, ob man jetzt einen Ausgreifen Russlands auf den NATO-Rahmen für wahrscheinlich oder für unwahrscheinlich hält, notwendig und zumindest für den Eventualfall größer zu sein.

00:33:40: Dass Putin nach der gesamten Ukraine greift, territorial jetzt gesehen, glaube ich nicht, da gibt es auch durchaus Grenzen des militärischen Machbaren für ihn.

00:33:51: Aber was er unbedingt möchte, ist neben den Gebietsabtreten eine Ukraine mit beschränkter Souveränität.

00:33:56: Er kann mit einem eigenen Staat Ukraine leben, auch wenn er das zitiologisch immer wieder als historische Apparation, als historischen Irrtum bezeichnet.

00:34:06: Aber so lange es ihm gelingt, in Kiew eine Regierung und eine Regierungsmehrheit zu bekommen, die diese beschränkte Souveränität akzeptiert, nicht mit Freiheit der Bündniswahl, Status ... der militärischen Rüstung, Größe der Armee, Bewaffnung der Armee, wenn er innenpolitisch erreichen kann, dass die Ukraine wieder Dinge macht, die zugunsten der russischen und der ukrainischen Autodoxen Minderheit in der Ukraine sind, ist das ihnen genug?

00:34:37: Er braucht nicht eine territoriale Kontrolle des gesamten Staatsgebietes der Ukraine.

00:34:43: Im Dilemma ist Brutin trotzdem.

00:34:44: Ich komme nochmal auf die Wirtschaft zurück.

00:34:46: Wenn ich mir russische Kommentatoren anhöre dieser Tage, oder eh schon länger, so besteht doch eine gewisse Einhelligkeit, wie mir scheint, darüber, dass er Trump nicht verlieren will.

00:34:58: Er will Trump offenbar nicht so brüskieren, dass er sich gänzlich davon abwendet.

00:35:03: Man hat den Eindruck, er braucht ihn.

00:35:06: Interessanterweise wirkt sich das auch in der Haltung der Russen inzwischen so aus, was Umfragen belegen, dass die Europäer natürlich wahnsinnig verloren haben und die Amerikaner plötzlich weitaus Russenfreund als Russland freundlicher gelten, was ja traditionellerweise überhaupt nicht so weit, traditionellerweise war es doch immer umgekehrt.

00:35:26: Herr Astruf, braucht da Trump auch wirtschaftlich?

00:35:30: Ist er doch all along?

00:35:33: ohnehin schon bald davon abhängig, dass die Amerikaner wenigstens nach Vorbrechen und in Russland zu investieren beginnen.

00:35:39: Es gibt durchaus Kräfte in der russischen Elite.

00:35:42: Das ist vor allem dieser Liberale oder der sogenannte Liberale Flügel der russischen politischen Elite.

00:35:48: Die sind schon stark an einer Kooperation mit den Westen interessiert, vor allem einer wirtschaftlichen Kooperation.

00:35:54: Zum Beispiel der Sondergesandte von Präsident Putin, der immer wieder mit Steve Wittkopf, mit Jared Kushner verhandelt, Herr Dmitriev.

00:36:04: Der ist ein Vertreter... Also momentan wahrscheinlich so der prominenteste oder der auffälligste Vertreter dieser Fraktion.

00:36:14: Er setzt sich dafür ein, dass doch gewisse wirtschaftliche Projekte zwischen Russland und den USA zustande kommen.

00:36:22: Und es gibt durchaus Bereiche in Russland, in der russischen Wirtschaft, die wirklich sehr stark westliche oder speziell US-amerikanische Technologien und Gürtel angewiesen sind.

00:36:35: Zum Beispiel die Boeings, die Flugzeuge, die in Russland herumfliegen, die brauchen, die müssen gewartet werden, die brauchen Ersatzteile.

00:36:44: Das war in den letzten Jahren ein riesiges Problem, um ein Beispiel zu geben.

00:36:49: Ein anderes Beispiel, wir haben gesehen, also in den letzten Monaten, schon eigentlich schon sehr viele Monate, sind Verhandlungen zwischen den Russen und dem US-amerikanischen Energiekonzern Exxon gelaufen.

00:37:02: Und Exxon war früher ein sehr wichtiger Investor in der russischen Energiebranche.

00:37:07: Es gab zum Beispiel ein Produktionsteilungsabkommen auf Sahalin mit einer hohen Exxonbeteiligung.

00:37:14: Nachdem der Krieg angefangen hat und die Sanktionen, die westlichen Sanktionen eingeführt wurden, hat sich Exxon zurückgezogen.

00:37:20: Und momentan gibt es wieder Verhandlungen oder gab es offenbar Verhandlungen über einen möglichen, über eine mögliche Rückkehr von Exxon.

00:37:30: Wiederum, also es gibt natürlich Interessen auf der US-amerikanischen Seite, verständlicherweise, das sind Investitionsmöglichkeiten.

00:37:38: Aber es gibt auch Bedarf auf der russischen Seite, weil Energiesektor ist sehr wichtig für Russland.

00:37:43: Natürlich wird auch auf absehbare Zeit sehr wichtig bleiben.

00:37:47: Und um die Energieproduktion, um die Ölproduktion.

00:37:51: aufrecht zu erhalten bzw.

00:37:53: zu steigern, da muss man auch zunehmend in klimatisch und geografisch schwierige Gebiete zu investieren.

00:38:00: Dafür braucht man westliche Technologien, z.B.

00:38:03: auf dem Shelf, in der Arxis, im fernen Osten usw.

00:38:08: Das heißt, es gibt durchaus wirtschaftliche Motive.

00:38:11: Aber ich glaube, dem liberalen Flügel ist es auch durchaus bewusst, dass die wirtschaftliche Motive alleine nicht ausreichen.

00:38:19: würden, um den Präsidenten Putin wirklich zu überzeugen, zu einem Waffenstillstand abkommen oder zu einem Friedenslösung, wenn dieser Lösung nicht den Kerninteressen Russlands entspricht, so wie sie vom Präsidenten Putin verstanden werden.

00:38:38: Ja, das gibt auch durchaus rote Linien von Präsidenten Putin und die müssen unbedingt eingehalten werden.

00:38:44: Wir haben die wirtschaftlichen Schwierigkeiten relativ ausführlich abgehandelt.

00:38:48: Ich füge noch hinzu, dass es einfach in Russland inzwischen zu ganz vielen Diskomfort kommt.

00:38:53: Also das heißt ein Komfort, den man früher hat, rückläufig ist, das Internet wird oft abgeschaltet.

00:38:59: Die Leute im Straßenverkehr, das Navigationssystem fällt ständig aus.

00:39:04: Wenn man jetzt erzählt, dass die, wenn man ein Taxi bestellt, dass der Taxist den Kunden nicht findet, weil inzwischen das Navi wieder ausfällt, die Steuern.

00:39:13: werden erhöht.

00:39:14: Dennoch sind wir uns einig, dass natürlich ein, deswegen noch lange kein Straßenprotest ausbrechen wird.

00:39:21: Andererseits ist ja inzwischen Dmitri Kosak entlassen worden, der einer der Letzten war, der wirklich Putin ins Gesicht sagen konnte, dass er mit der Ukraine-Politik und mit anderen Maßnahmen des Kremlers nicht zufrieden ist.

00:39:37: Er war Vizestabchef im Kreml, das ist jetzt schon im September basiert.

00:39:41: Herr Mangott.

00:39:42: Damit ist eine der letzten Figuren weg, der ein langjähriger Weggefährte von ihm war und ihm ja eng verbunden war.

00:39:49: Man ließ ihn gehen, das ist ja mal schon nicht so wenig bedeutend, er konnte gehen, das ist nicht so selbstverständlich.

00:39:57: Trotzdem deutet für sie innerhalb der Elite irgendwas darauf hin, dass es früher oder später doch zu einer Palastrevolution in Russland kommen könnte oder ist das Wunsch denken.

00:40:09: Wenn Sie mir erlauben, bevor ich diese Frage beantworte, möchte ich noch etwas zu dem, was Vasili Astro von Sie angesprochen haben, sagen.

00:40:16: Es wird, wenn die Gespräche über eine Verhandlungslösung scheitern, sicherlich ganz zentral sein, wie das Playing-Game funktioniert.

00:40:23: Das heißt, wem wird die Schuld dafür zugeschoben?

00:40:27: Und bevor ich mich noch näher dazu äußere, will ich sagen, die russische Seite hat seit der Übernahme des Präsidentenamtes durch Trump immer versucht, diese beiden Dinge zu trennen, nämlich eine Verhandlungslösung für die Ukraine und eine Verbesserung, Vertiefung der wirtschaftlichen und finanziellen Zusammenarbeit mit den USA.

00:40:47: Die große Frage wird sein, ob diese Trennung, die bis jetzt von den USA nicht akzeptiert wurde, irgendwann sich manifestieren könnte und sozusagen Putin Trump bei der Stange hält, sozusagen mit dieser intensivierten wirtschaftlichen und finanziellen Zusammenarbeit und weniger mit den Verhandlungslösungen der Ukraine.

00:41:07: Denn ganz offen gesagt, Trump ist die Ukraine völlig egal.

00:41:11: Was dort passiert, ist ihm eigentlich wirklich gleichgültig.

00:41:14: Was er möchte, ist halt wieder mal ein Konflikt befrieden, so wie er diesen ... Waffenstillstand im Gasostreifen mit tausenden Toten, seitdem eben auch es dreht hat oder die Lösung des Problems zwischen Armenien und Aserbaidschan, die Lösung zwischen Thailand und Kambodscha.

00:41:29: Wir alle sehen, dass das nicht funktioniert.

00:41:31: Das möchte halt in der Ukraine auch schaffen.

00:41:33: Aber der Schicksal der Ukraine ist ihm eigentlich völlig gleichgültig.

00:41:37: Also die Frage ist, schafft es Russland, diese Strategie zum Erfolg zu bringen, diese beiden Dinge zu entkoppeln.

00:41:45: Aber zurück zu Ihrer Frage.

00:41:47: Ich stimme Vasili Astro von Ihnen völlig zu, dass es natürlich auch innerhalb der politischen Elite Flügel gibt, der technokratische, der liberale Flügel in der Regierung, in der Zentralbank, die mit der Entwicklung der letzten Jahre vor allem durch die Kriegsentscheidung überhaupt nicht einverstanden sind.

00:42:04: Ich glaube aber, dass dieser Flügel der rosischen Elite, wenn es darum geht, festzustellen, wie viel Einfluss hat zu den schwächsten Teilen der politischen Elite.

00:42:16: Das heißt, das sind Leute, die unzufrieden sind, die gerne alles anders machen würden.

00:42:21: Aber ihr Stellenwert im Gefüge der Machthierarchie in Russland ist eben zu schwach.

00:42:26: Da dominieren die bekannten anderen Akteure das Sicherheits- und Militärische, das Verteidigungsministerium, das Ermittlungskomitee, das Zentrale.

00:42:38: Das sind die wirklichen Entscheider und definierer dessen, wie der Weg weitergehen soll.

00:42:44: Und deswegen bin ich dann eher, nein, nicht nur sehr skeptisch, sondern ich schließe eine Palastrevolte in den nächsten ein, zwei Jahren vorbehaltlich irgendwelche völlig unerwartete Entwicklungen aus.

00:42:57: Aber interessanterweise der Geheimdienstbrut in der falsche informiert hat vor Beginn des Ukraine-Krieges, weil er gesagt hat, es wird hier keinen Widerstand geben, die werden dich mit offenen Armen empfangen.

00:43:08: Und gerade Kossak, den ich erwähnt habe, er hat ja gesagt, der Widerstand in Oak Rede wird stärker sein.

00:43:14: Also er hat als einziger die realistische Einschätzung und die auch Kund getan oder als einer der Wenigen vermutlich.

00:43:21: Aber das ist jetzt eine andere Frage.

00:43:23: Wir kommen zum Ende dieses Podcast.

00:43:25: Ich möchte mit einer Frage ans Sie beide schließen und zwar, wie ich eingangs erwähnt habe, wurde dieser Tage der Kredit für die Ukraine beschlossen.

00:43:36: Die EU nimmt einen Kredit für neunzig Milliarden Euro auf, für zwei Jahre zur Finanzierung der Ukraine und auch das Widerstand in der Ukraine gegen die Invasion.

00:43:46: Und jetzt ist es so, die Diskussion läuft ja Bereits.

00:43:51: wird die EU dieses Geld jemals wiedersehen.

00:43:54: Interessanterweise hat Clemens Füß, Präsident des Münchner IV-Instituts, hat gerade in einem Interview für die Welt gesagt, dass die Ukraine den Kredit später zurückzahlen kann, ist nicht anzunehmen.

00:44:08: Die Europäer müssten dafür an anderer Stelle Ausgabenkürzungen vornehmen.

00:44:12: Herr Astrof, wird die EU das Geld wiedersehen?

00:44:15: Nein, die EU wird das Geld nicht wiedersehen, weil es ist ja so.

00:44:20: Es ist vorgesehen, im Rahmen von diesem Kredit, von diesen neunzig Milliarden Euro, dass die Ukraine zahlt, das kredit nur dann zurück, wenn die Ukraine Reparationszahlungen von Russland bekommt.

00:44:34: Ich sehe die Wahrscheinlichkeit, dass es dazu kommt, dass Russland sich bereiterklärt, Reparationszahlungen an die Ukraine zu leisten bei null.

00:44:44: Also nur ein Land, das einen Krieg verliert, kann zu Reparationszahlungen gezwungen werden und momentan sind wir sehr weit davon entfernt, dass Russland diesen Krieg wirklich verliert.

00:44:58: Das bedeutet, das Kredit an die Ukraine wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht zurückgezahlt.

00:45:05: Und ich glaube, die Einschätzung vom Professor Fürst, vom IFO ist realistisch.

00:45:12: Es werden wieder die europäischen Steuerzahler zur Kasse gebeten, schon wieder.

00:45:20: Es ist leider so, dass es nicht gut für Europa ist, aber es ist wahrscheinlich immer noch besser als die Alternative.

00:45:31: auf die eingefrorenen russischen Währungsreserven zurückzugreifen, um sie als Besicherung für das Kredit an die Ukraine zu verwenden.

00:45:39: Dazu ist es bekanntlich nicht gekommen, zumindest vorerst, obwohl die Frage kann natürlich in der Zukunft irgendwann wieder auftauchen.

00:45:46: Aber ich glaube, diese Alternative wäre noch schlechter gewesen, weil damit wären nicht nur juristische Risiken verbunden.

00:45:52: Ja, was?

00:45:53: unter anderem auch zum Beispiel die Weigerung Belgians begründete, warum Belgians sich so stark gegen diese ... gegen diese Lösung war, aber auch die möglichen Vergeltungsmaßnahmen seitens Russlands nicht zu vergessen.

00:46:08: Es gibt ja jede Menge westliche europäische Investitionen in Russland.

00:46:13: und Russland hat ja praktisch offen gedroht mit einer Beschlagnahmung, mit einer Verstaatlichung der privaten Investitionen in Russland, wenn die Europäische Union wirklich sich dazu entschlossen hätte, die russischen Währungsreserven an die Ukraine zu geben.

00:46:27: Herr Mangott, neunzig Milliarden von der EU werden wir nicht mehr wiedersehen, oder?

00:46:33: Nein, die kommen ganz sicher nicht zurück, weil es wäre hier absurd für Russland sozusagen, Währungsressorten zurückzubekommen in die rechte Tasche und aus dieser Tasche dann in die linke Tasche Reparationen an die Ukraine zu bezahlen, also eine völlig abwegeige Idee.

00:46:46: Dieser europäische Rat war ein ziemlich absurdes Theater nach einer Entzauberung von Friedrich Merz, der ja in den letzten Monaten vor allem seit seiner Äußerung in der Financial Times im September eigentlich immer davon gesprochen hat, ohne diese Nutzung russischer Hardwarenungsreserven, können wir diesen Krieg nicht weiterführen im Sinne und Zukunft der Ukraine.

00:47:07: Es gibt keinen Plan B. und als man diesen Plan B dann finden musste, weil es keine Einigung gab für den Zugriff auf russisches Geld, hat März plötzlich entdeckt, ja es ist doch eine bessere Option sogar mit dem zu beginnen.

00:47:24: Zynisch ist es nur... Wie ich meine, wenn März und andere dann sagen, dieser Kredit, wenn er von der Ukraine nicht zurückbezahlt werden kann, was er ja nicht muss.

00:47:34: könnte dann eben dadurch besichert werden und der Kredit zurückgezahlt werden, indem man dann in Zukunft auf russisches Geld zurückgreift.

00:47:42: Aber wenn man sich jetzt schon nicht einigen konnte auf diesen Zugriff, warum sollte man sich in Zukunft darauf einigen können innerhalb der Europäischen Union?

00:47:50: Und der Marktkanzler Stocker zwar recht hat, wenn er sagt, dieser Kredit ist keine unmittelbare Belastung für den österreichischen Staatshaushalt, er hat sich nicht zugeäußert.

00:47:59: ob das mittelbar und mittelfristig eine Belastung für den österreichischen Staatshaushalt sein wird.

00:48:04: Und da muss man, denke Wasili Astro für zustimmen, schon sagen, das bezahlen österreichische und andere Steuerzahler in der Europäischen Union.

00:48:13: Und was mich daran stört, ist, dass überhaupt nicht darüber diskutiert wird von der politischen Elite.

00:48:17: Was ist eigentlich unsere Strategie mit dieser Ukraine?

00:48:21: ist es jetzt so, dass wir sagen, wir haben jetzt neunzig Milliarden, damit können wir das Kämpfen einigermaßen finanzieren.

00:48:26: Ich glaube, neunzig Milliarden sind sowohl für mir die der Hilfe als auch für die Haushaltshilfe an die Ukraine zu wenig.

00:48:33: Da wird man die zwei Jahre nicht finanzieren können.

00:48:36: Wir werden spätestens, denke ich, im Herbst des nächsten Jahres wieder die Diskussion haben, woher wir nutzende zusätzliche Milliarden Euro herbekommen.

00:48:44: Und dafür sollte es in den europäischen Staaten, die sich ja als Demokratie begreifen, schon eine ernste öffentliche Debatte geben, wie das weitergehen soll, wie die Strategie tatsächlich aussieht, wie erfolgreich die zu sein.

00:48:57: erfolgreich die sein kann und nicht die jetzige Herangehensweise, dass man versucht mit einem Angstnarrativ und da komme ich wieder zurück zu der Frage eines Angriffes Russlands auf einen europäischen Naterstaar.

00:49:09: die Akzeptanz in der Bevölkerung für solche Ausgaben hochzuhalten.

00:49:13: Wie gesagt, ich spreche nicht gegen die Rüstung, die notwendig ist auf europäischer Seite, aber ich glaube, das Angstnarrativ, das verwendet wird über einen bevorstehenden russischen Angriff, hat eben auch das Ziel, Akzeptanz in der Bevölkerung hochzuhalten oder zumindest deren Absinken nicht zu stark werden zu lassen.

00:49:31: Die nächste Generation wird dafür zahlen.

00:49:35: Meine Damen und Herren, wir sind damit am Ende dieser Podcast-Folge angelangt.

00:49:40: Sind Sie wieder dabei nach den Weihnachtsfeiertagen, wenn wir uns wieder in der nächsten Folge einem weiteren interessanten Thema in und um die russische Wirtschaft widmen werden.

00:49:51: Ihnen meine Herren, danke fürs Teilnehmen und bis zum nächsten Mal.

00:49:55: Schönen Tag.

00:49:56: Bitte gerne.

00:49:56: Gerne.

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