Immobilienbranche hofft auf Rekordjahr: Wird Wohnen in Österreich jemals wieder leistbarer?

Shownotes

Von Klemens Patek. Eine Branche, die mit einem guten Jahr 2026 rechnet, ist die Immobilienbranche. 2026 könnte es einen Verkaufsrekord geben und die Preise würden wieder steigen, schätzen Immobilien-Experten. Die Preise für Wohneigentum sind den Daten der Nationalbank zufolge schon im dritten Quartal 2025 um 1,3 Prozent gestiegen. Aber: Was ist mit jenen Menschen, die vielleicht in diesem Jahr eine Wohnung oder ein Haus kaufen wollen? Gibt es auch Optimismus, was leistbaren Wohnraum betrifft? Und was bedeutet das für die Mieten?

Madlen Stottmeyer aus dem Economist-Ressort der „Presse“ erklärt, warum es trotz Ende der sogenannten KIM-Verordnung (Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungs-Maßnahmen) schwierig ist, einen Kauf zu finanzieren, und warum der positive Ausblick der Immobilienbranche nicht bedeutet, dass es leichter oder gar leistbarer wird, eine Wohnung zu kaufen.

Gast: Madlen Stottmeyer, Economist-Ressort, „Die Presse“ Host: Klemens Patek Schnitt: Audiofunnel/Georg Gfrerer

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00:00:05: Die Presse.

00:00:10: Herzlich willkommen bei Was Wichtig Ist.

00:00:12: Mein Name ist Clemens Patek.

00:00:14: Ich hoffe, Sie sind gut, im neuen Jahr angekommen.

00:00:18: Und eine Branche, die mit einem ganz besonders guten Jahr rechnet, ist die Immobilienbranche.

00:00:23: Die Preise für Wohneigentum sind den Daten der Nationalbank zufolge im dritten Quartal um eins Komma drei Prozent gestiegen.

00:00:31: Zwei tausend sechsundzwanzig könnte es einen Verkaufsrekord geben.

00:00:34: Und die Preise würden weiter steigen, das schätzen Immobilien-Experten.

00:00:39: Aber was ist mit jenen Menschen, die vielleicht dieses Jahr eine Wohnung oder ein Haus kaufen wollen?

00:00:45: Gibt es auch Optimismus, was leistbaren Wohnraum betrifft?

00:00:49: Madeleine Stottmeier aus dem Economistressort erklärt, warum es trotz Ende der sogenannten Kim-Verordnung schwierig ist, einen Kauf zu finanzieren und welche Faktoren dafür sorgen, dass die Immobranche optimistisch ist.

00:01:02: Und warum das eben nicht bedeutet.

00:01:04: dass es leichter und leistbarer wird, eine Wohnung zu kaufen.

00:01:12: Hallo Motleyen, herzlich willkommen im Studio.

00:01:14: Hallo.

00:01:15: Wir reden heute über Immobilien.

00:01:18: Da haben wir in der Presse berichtet, du hast recherchiert und mit vielen Experten gesprochen.

00:01:23: Immobilien stehen vor einem Verkaufsrekord und auch die Preise steigen wieder.

00:01:27: Das ist für die Branche vielleicht eine gute Nachricht oder auch für alle die Immobilien besitzen vielleicht oder damit handeln.

00:01:32: Wer eine Immobilie erwerben will, steht aber immer noch vor einem Finanzierungsproblem.

00:01:37: Vielleicht kannst du uns mal erklären, was bedeutet das, wenn die Immobilie im Branche sagt, es gibt vielleicht im Jahr- und Jahr- und Jahrzehnte wieder Preissteigerungen.

00:01:45: Ich glaube, wir waren selten an so einem spannenden Punkt im Immobilienmarkt, wie jetzt.

00:01:51: Er hat eine turbulente Zeit hinter sich.

00:01:53: Wir haben ja riesige ... Preissteigerungen gesehen, dann kam alles wieder zurück, ein bisschen aufgrund von Finanzierungsgegebenheiten.

00:02:00: Und jetzt sagt eben die Branche, jetzt stehen ganz viele Immobilien zum Verkauf.

00:02:05: Jetzt könnte man denken, hey, das ist eigentlich eine ganz gute Nachricht, aber auf der anderen Seite muss man ja auch überlegen, wenn so viel Angebot da ist, ist die Nachfrage auch da.

00:02:14: Und das ist etwas, was man so ein bisschen aus sich genauer anschauen muss.

00:02:19: Also wir haben viele Immobilien, die irgendwie angeboten werden, online oder auch in reellen Verkaufskanälen.

00:02:25: Aber das heißt nicht automatisch, dass das jetzt irgendwie die Branche belebt.

00:02:29: Also wenn das Angebot groß ist, dann muss ja irgendwie auch jemand diese Mobilien kaufen wollen.

00:02:35: Und da ist jetzt die Frage, dadurch dass die meisten, wenn sie eine Mobilie kaufen, eine Finanzierung brauchen.

00:02:41: Also die wenigsten Leute stemmen das direkt aus der Tasche.

00:02:45: Und da ist immer dieses Dreieck im Mobilienmarkt.

00:02:49: Also es gibt eben dieses genügend Mobilien, die jemand kauft und hat der Käufer gibt es praktisch die Nachfrage danach und gibt es die Finanzierungsgegebenheit.

00:03:00: Dieses Dreieck entsteht immer im Immobilienmarkt.

00:03:02: Und da gibt es so viele Unklarheiten, deswegen ist dieser Punkt gerade besonders spannend.

00:03:07: Und deswegen wird dieses Jahr auch besonders spannend.

00:03:09: Aber dennoch, wenn ich es richtig verstehe, ist die Branche optimistisch.

00:03:12: Woran liegt es denn jetzt?

00:03:13: An welchen Zeichen oder an welchen Faktoren?

00:03:16: Also die Branche ist optimistisch, weil sie jetzt einerseits sieht, dass die Preise leicht wieder hochgehen.

00:03:24: Also zum Beispiel schon im Herbst haben Daten gezeigt, dass die, also die Daten der Nationalbank haben gezeigt, dass die Preise wieder leicht hochgehen für Wohnimmobilien, für Eigentum, also an Haus oder eine Wohnung.

00:03:36: Und weil sie sind seit ungefähr Anfang zwanzig, zwanzig, also als Corona gerade kamen, sind die Preise dann eigentlich von ihrem Höhepunkt wieder runtergekommen.

00:03:46: Es hat vor allem was damit zu tun, dass die Leitsinzen von der EZB wieder gestiegen sind.

00:03:52: Zuvor war Geld einfach, also Geldlein war so günstig wie lange, lange, lange nicht.

00:03:58: Also man muss ja fast sagen, dass sich die Leute gar nicht mehr vorstellen konnten, überhaupt für den Kredit Geld zu zahlen.

00:04:05: So günstig war das Geld.

00:04:06: Also es hat teilweise wirklich nichts gekostet und das... verlockt natürlich sich Geld zu leihen und so eine große Anschaffung wie ein Immobilier zu stemmen.

00:04:15: Und das haben dann auch viele gemacht und es hat natürlich auch automatisch dann die Preise befeuert.

00:04:20: Und das war irgendwie so ein Cocktail.

00:04:23: Und jetzt haben wir mehrere Jahre gehabt, wo die Preise wieder etwas gedämpfter waren, die Stimmung auch gedämpfter war und gleichzeitig war auch das Angebot ein bisschen knapper oder wird jetzt ein bisschen knapper, weil einfach so wenig gebaut wurde, weil die Baukosten waren sehr hoch, Arbeitskosten durch die Inflationen.

00:04:40: Und die Anpassung der Arbeitskosten an die Inflationen waren sehr hoch und die Baumaterialien waren auch sehr teuer durch Lieferengpässe und so weiter.

00:04:48: Und sofort spielte auch alles mit rein.

00:04:51: Es ist eigentlich angesichts der... Das, was man dann dafür bekommt für die Immobilien, sich nicht mehr gelohnt hat, ein neues Haus zu bauen oder eine neue Immobilie zu bauen und die dann zu verkaufen oder zu vermieten.

00:05:02: Und das hat sich jetzt alles ein bisschen geändert.

00:05:04: Also die Preise sind eben... Die gehen anscheinend ein bisschen hoch und gleichzeitig ist auch die Nachfrage wieder mehr da, weil, und die Branche sagt eben, also die Markler und Immobilien-Experten sagen, na ja, die Finanzierung ist wieder leichter zu haben für eine Immobilie, weil zuvor hat eben die Aufsicht gesagt, dadurch, dass eben dieser toxische Cocktail da war, na ja, wir müssen das irgendwie ein bisschen reglementieren, weil viel zu viele Menschen verschulden sich.

00:05:35: über das, was sie sich verschulden sollten und haben strengere Kreditvergabekriterien eingeführt.

00:05:40: Worüber sich die Branche aufgeregt hat, die Banken haben sich aufgeregt, weil sie wollen natürlich Kredite vergeben.

00:05:46: Aber die Finanzmarktaufsicht hat ihm gesagt, so nah, wir wollen es ein bisschen eindämmen.

00:05:50: Gleichzeitig sind die Zinsen gestiegen und dann haben halt viele sich einfach in Kredit nicht mehr leisten können.

00:05:55: Jetzt sind dann die Zinsen wieder ein bisschen runtergekommen und das heißt, dass eben die Finanzierung zwar nicht so günstig ist wie damals zur Nullzinsphase, aber zumindest etwas günstiger.

00:06:05: Und die Kim-Verordnung ist auch gefallen, was es eigentlich einfacher machen sollte.

00:06:12: Und es teilweise auch macht, aber immerhin muss man trotzdem sagen, dass man die Banken sich immer noch beschweren, dass es trotzdem noch nicht ganz so einfach ist, weil sie die Kriterien trotzdem weiter einhalten müssen.

00:06:22: Wir reden vielleicht auch noch, was das für potenzielle Käufer auch bedeutet, aber einmal noch den Blickwinkel von der Branche.

00:06:29: Das heißt, wenn ich jetzt Immobilienunternehmer bin, ich habe die Hoffnung, dass sich mehr Leute Immobilien leisten können.

00:06:35: Und ich habe die Hoffnung, dass gleichzeitig auch neue Bauprojekte entstehen.

00:06:39: Oder wo ist dieser Optimismus?

00:06:41: Wo kommt er her?

00:06:42: Also

00:06:43: das Bauprojekt entstehen, das muss erst tatsächlich noch angeschoben werden, aber das Angebot ist halt so knapp, dass einfach die Preise hochgehen.

00:06:50: Und was vielleicht auch zu sagen ist, dass dieser Optimismus stärker im höher preisigen Segment ist als im unteren Preisegment.

00:06:59: Also für dich und für mich heißt das einfach mal gar nichts, weil wir können uns jetzt nicht irgendwie besser immobil hier leisten oder so.

00:07:07: Und da sieht man auch, da ist auch einfach der Spielraum so eng.

00:07:12: Die Leute werden nicht viel viel mehr bezahlen für eine Wohnung, die irgendwie günstig ist und vorher günstig war, weil einfach der Spielraum von den Leuten nicht so hoch ist.

00:07:23: Wir leben auch in einer Rezension, die Leute haben nicht so viel Geld, um jetzt für eine Immobilie zu sparen oder dann Geld dafür auszugeben.

00:07:31: Aber im höherpreisigen Segment, im Luxussegment, in diesen ganzen Ferienwohnungen und... Alles, was irgendwie ein bisschen teurer ist, da sind Preissprünge drin.

00:07:40: Und da kann die Branche auch etwas verdienen.

00:07:42: Und

00:07:42: da kann die Branche richtig was verdienen.

00:07:45: Wird Wohnen in Österreich jemals wieder leistbarer, muss man da einfach mehr bauen?

00:07:50: Oder liegt das an den Förderungen?

00:07:52: Oder wie siehst du das?

00:07:53: Du hast ein ganz wichtiges Wort gesagt, leistbar.

00:07:56: Weil, also dass es günstiger wird, also dass die Mieten zurückgehen, das wird wohl nie passieren.

00:08:01: Es wird immer wieder an die Inflation angepasst.

00:08:04: Und die letzten Regierungsmaßnahmen haben ja auch die Preissteigerungen gedeckelt.

00:08:10: Das heißt aber trotzdem, dass es immer etwas teurer wird und immer ein bisschen an die Inflation angepasst wird.

00:08:16: Aber leistbar bedeutet ja, wie viel von meinem Einkommen, von unserem Haushaltseinkommen können wir fürs Wohnen ausgeben.

00:08:26: Und das ist eine feine Balance.

00:08:28: Das heißt, wenn mein Gehalt natürlich nicht steigt, dann steigt der Anteil, den ich fürs Wohnen ausgebe, natürlich enorm.

00:08:35: Davon sind natürlich vor allem halt die unteren Einkommensschichten betroffen.

00:08:40: Und man muss schon sagen, das Angebot an diesen, sage ich mal, doch recht günstigen Mieten, also zum Beispiel von geförderten Wohnbau, sozialen Wohnbau, gemeinde Wohnungen, Außenschaftswohnungen, alles, das, was irgendwie ein bisschen eigentlich wohnengünstiger machen soll, ist jetzt nicht so ausgeweitet worden, auch wenn es ausgeweitet wurde.

00:09:04: Aber ich glaube, man hätte das schon, wenn man sieht, wie starke Wien in den letzten Jahren gewachsen ist, von der Bevölkerung her, damit man es sicherlich ein bisschen mehr ausbauen können, vor allem für Leute, die eben, ich meine, wer es betroffen von diesem Druck irgendwie viel fürs Wohnen auszugeben, obwohl er sich es nicht leisten kann.

00:09:23: junge Familien oder sind Leute, die frisch nach Wien kommen, weil sie eben gerade anfangen zu arbeiten oder gerade anfangen zu studieren oder weil sie eben vom Ausland her kommen und also all diese Menschen, die irgendwie in dieser Notsituation sind und frisch in Wien ankommen und nicht eben schon seit fünf Jahren hier leben und irgendwie sich registriert haben und dann dort auch das Anrecht haben auf bestimmte Förderungen.

00:09:47: Genau die betrifft das dann.

00:09:49: Und die haben natürlich dann eben auch Schwierigkeiten, tatsächlich eine günstige Wohnung zu finden.

00:09:54: Und allerdings, wenn man halt die Prognosen anschaut, ist das Bevölkerungswachstum jetzt nicht so stark, dass man sagt, oh mein Gott, es wird jetzt ein absoluter Kampf um Wohnung ausbrechen.

00:10:06: Aber man muss auch bedenken, nicht jede Wohnung, die existiert, ist auf dem Markt und nicht jede Wohnung, die existiert, wird auch vermietet.

00:10:13: Leerstehende Wohnungen wirken da aber ein bisschen wie eine Variable am Immobilienmarkt, die gar nicht eindeutig beziffert ist.

00:10:19: Es

00:10:19: steht genügend leer und das Problem ist, es wird nicht gescheit erhoben, der Leerstand.

00:10:25: Es ist auch schwer zu erheben.

00:10:27: Also ein Salzburg-Ups ja damals auch eine Riesendebatte um den Zweitwohnsitz, wo dann ja quasi fast aufgerufen wurde.

00:10:35: Nachbarschaftsbespitzen zu betreiben und, sag ich mal, anzuschwerzen.

00:10:39: Und das ist schon interessant.

00:10:42: Dann haben dann die Leute dann tatsächlich in diesen Luxusimmobilien oder in den Luxuszweidwohnsitz, haben sie dann natürlich dann jemanden angestellt, der dann für sie irgendwie was in die Mülltonne wirft oder den Müll rausbängt und licht.

00:10:58: so was halt an und ausschaltet.

00:10:59: Und ich meine, da wurde dann auch wirklich mit so Tricks gearbeitet, weil sie wussten, okay, wir dürfen uns jetzt hier das nicht nehmen lassen.

00:11:06: Also, er hat auch ein bisschen was groteskes.

00:11:10: Weil auf der einen Seite finde ich schon, dass natürlich, wenn man halt ein Zweitwohnsitz hat, soll man die natürlich auch genießen können.

00:11:16: Auf der anderen Seite muss man sich schon... überlegen, bieten wir in unseren Städten, wo wir möglichst viele Fachkräfte haben wollen, bieten wir denen eine gute Lebensgrundlage, hier auch arbeiten zu können für, sag ich mal, vielleicht nicht ganz so viel Gehalt.

00:11:32: Das ist eine gesamtwirtschaftliche Diskussion, wo man die gescheiten Anreize setzen muss.

00:11:37: Und Wien gilt ja eigentlich als Mieterparadies international.

00:11:43: Welche Rolle spielt denn da der Gemeindebauer in Wien?

00:11:46: Wir haben nicht nur den längsten Gemeindebau Europas, wir haben auch eine der besten ausgebautesten geförderten Mietermärkte.

00:11:55: Und trotzdem gibt es das Gefühl, dass wir da nicht alle servisieren, wie es sich gehört, was natürlich auch damit zu tun hat, wenn man schaut, viele Leute wohnen ja in Gemeinde, bauten schon ganz lang, die es vielleicht jetzt nicht mehr brauchen und davon auch profitieren.

00:12:12: Die können das vererben.

00:12:14: Also das ist dann fast wie eine eigene Anlage in sich selbst, wenn man bedenkt, dass wenn der Opa schon den günstigsten Gemeindebau im ersten Bezirk gewohnt hat, und man erbt dieses Anrecht darauf, dass unglaublich viel Geld von seinem Haushaltseinkommen erspart.

00:12:30: Und wenn ich das quasi schon so vererbt bekommen, dann ist das natürlich auch eine Art von Luxus, die mir da vererbt wird.

00:12:37: Und da kann man schon überlegen, ob das nicht alles mal aufgelöst werden sollte.

00:12:43: Ich bin jetzt dagegen, Leute aus ihren Wohnungen rauszuhauen, nur weil sie mehr verdienen, weil die Stadt Wien argumentiert zum Beispiel immer auch mit Diversifizierung.

00:12:53: Ich glaube, dass das wichtig ist.

00:12:55: Aber man muss zum Beispiel überlegen, ist die Diversifizierung nicht auch automatisch geschaffen, weil die Gemeindebauten eh in verschiedenen Bezirken stehen, in verschiedenen Stellen und die Diversifizierung eher in den Schulen und so dann vor Ort stattfindet.

00:13:09: Das sind alles Fragen, die insgesamt wirtschaftlich beantwortet gehören und die man sich genau anschauen muss.

00:13:20: Tatsache ist auch, die Kaufpreise gehen jetzt wieder nach oben, aber die Mieten steigen prozentuell mehr jetzt auf dem freien Mietmarkt.

00:13:27: Und das ist durchaus auch die Prognose, oder?

00:13:29: Naja, also die Regierung hat ja jetzt gesagt, dass wird das Deckel.

00:13:33: Also das große Geschäft wird beim Verkauf gesehen.

00:13:36: Also wenn ich halt Sachen verkaufe.

00:13:39: Und dass das irgendwie so schwierig war jetzt mit der Finanzierung, hat sich... diese ganze Kaufmarkt ein bisschen verlagert wieder auf dem Mietmarkt.

00:13:47: Das heißt, mehr Leute dann doch wieder gemietet, anstatt sich in eine Eigenwohnung zu kaufen, diese gerade so finanzieren können und dann dort zu investieren.

00:13:56: Was ja von vielen Analysten oder von vielen Finanzexperten ja auch als Klug gesehen wird, dass man sagt, hey, eine Miete ist einfach weg, die ich zahl.

00:14:05: Aber wenn ich es in meine eigene Wohnung investiere, dann ist es besser.

00:14:08: Aber wenn die Miete nicht mehr so frei mitsteigen darf, dann ist natürlich für den Vermieter das jetzt nicht so ein gutes Geschäft irgendwann mehr.

00:14:17: Weil natürlich hat vor allem bei den Neuvermietungen, ist da Reiz natürlich, dass ich das irgendwie alles freier gestalten kann und den freien Markt ein bisschen mehr nutzen kann.

00:14:27: Wenn das zu sehr beschränkt wird, ist es einfach nicht mehr attraktiv zu vermieten, vor allem nicht günstig zu vermieten, weil ich bestimmte Sachen mit einem planen muss, ja, wie Betriebskosten und so weiter.

00:14:37: Und dann versuche ich natürlich auch immer Verträge zu erneuern.

00:14:41: Die Befristungen sind zwar auch gekappt worden, aber ich glaube, da wird es viel Workaround geben.

00:14:49: Das wird alles noch knistern am Markt.

00:14:51: Am Markt, aber auch politisch, weil leistbaren Wohnraum zu schaffen, da viele Faktoren offensichtlich Inhalte, die das auch nicht so einfach machen.

00:14:58: Aber reden wir noch einmal über die Finanzierung über diese Kim-Verordnung, die ja seit dem Sommer nicht mehr gesetzlich vorgeschrieben ist, aber du hast gesagt, es ist trotzdem immer noch schwierig, einen Kredit zu bekommen.

00:15:08: Woran liegt das?

00:15:09: Ja, also die Kimpferordnung hat vorgesehen, dass Menschen sich nicht über vierzig Prozent ihres Haushaltseinkommens verschulden dürfen.

00:15:18: Und das gab dann so ein bisschen Ausnahmeregelung, wie zum Beispiel angenommen, du hast schon eine Immobilie und willst dir aber eine andere Immobilie kaufen und es dauert ein bisschen, bis du die Immobilie verkauft hast.

00:15:29: Lass dir dann vorher schon die Immobilie kaufen und einen Kredit aufnehmen, bla bla bla.

00:15:33: Ja, jedenfalls haben sich die Banken aufgeregt, dass es einfach unfair ist, wenn ich jetzt zum Beispiel jemanden, der gerade als Mediziner angefangen hat oder bei einer Unternehmensberatung und jetzt noch am Anfang steht, warum darf ich den nicht einen Kredit geben, wenn der sehr sparsam lebt, vielleicht sogar noch in der WG lebt und irgendwie halt sich hoch verschuldet.

00:15:53: Und da gab es eben ganz viele Ausnahmefälle, ganz viele Diskussionen darum, warum aber die Finanz... Marktaufsicht hat gesagt, sondern nein, wir müssen das eindämmen, es ist einfach zu prekär.

00:16:02: Und man muss auch sagen, dass im europäischen Vergleich die Quote der faulen Kredite recht hoch ist im Vergleich zu anderen europäischen Ländern.

00:16:12: Das muss man einfach sagen.

00:16:13: Es betrifft zwar überwiegend auch die Gewerbeimmobilien, aber auch bei den Privatkrediten ist das natürlich ein Thema.

00:16:20: So, und jetzt ist das gelockert worden, aber eigentlich müssen sich die Banken trotzdem dran halten.

00:16:26: Und wenn man ganz ehrlich ist, sie hätten sich auch vorher schon an diese Kriterien eigentlich halten sollen, es war bloß noch nicht in eine Verordnung gegossen.

00:16:34: Und es heißt, sie müssen sich eigentlich jetzt weiterhin dran halten, auch wenn es diese Verordnung nicht mehr gibt.

00:16:40: Und jetzt sind die Banken natürlich ein bisschen nervös, weil einfach die Finanzmarktaufsicht extrem drauf schaut auf dieses Thema.

00:16:48: ohne dass da jetzt hier das ganz genau eingehalten werden muss.

00:16:52: Aber es bleibt einfach ein riskantes Geschäft für die Banken, weil sie dann in den Fokus da auf sich drücken.

00:17:00: Wenn man zu viel Volumen in diesem Sektor hat, also wenn man zu viel an Privatpersonen gibt, dann... muss man halt schauen, dass die Gesicherheiten dafür da sind.

00:17:13: Und zum Beispiel für Gewerbeimmobilien müssen die Banken jetzt dreimal so viel finanziellen Puffer hinterlegen wie zuvor.

00:17:21: Also das größere Problem ist meiner Meinung nach eigentlich nicht der private Kreditnehmer, der sich für seine kleine Immobilien praktisch Geld leid, weil die versuchen eh das immer zu zahlen.

00:17:32: die leihen sich dann eher von der Oma oder vom Onkel irgendwas oder von Freunden, um den Kredit abzuzahlen.

00:17:38: Anstatt Gewerbeimmobilien, die dann halt mal schnell mal sich mit einer Insolvenz sanieren und sagen, ja, es hat pleite gegangen.

00:17:45: Und also für die Banken sind eigentlich die Gewerbeimmobilien das größere Risiko meiner Meinung nach.

00:17:51: Aber wenn ich jetzt plane, eine Wohnung in der Haus zu kaufen, bin ich trotzdem noch mit relativ strengen... Kriterien konfrontiert.

00:17:57: Ja, also wenn du mehr als vierzig Prozent deines Haushaltseinkommens dafür aufwenden musst, wirst du wahrscheinlich kein Kredit bekommen.

00:18:04: Oder du musst halt wirklich wirklich gute Sicherheiten vorweisen.

00:18:07: Also wenn du zum Beispiel schon ein Immobilier hast oder Goldklumpen oder irgendetwas, wo die Bank sagen kann, ja im Zweifelsfall können wir das nehmen.

00:18:16: dann wird der natürlich ein Kredit gewährt.

00:18:19: Aber eigentlich soll eigentlich niemand sich quasi über diesen Betrag verschulden.

00:18:23: Und man ist dann eben schnell da.

00:18:25: Wenn man sich die Immobilienpreise anschaut, man ist schnell dort.

00:18:30: Ich meine, eine kleine Wohnung, wo man irgendwie als Pärchen oder als junge Familien drin wohnen will.

00:18:35: Ich meine, was sagen wir so?

00:18:37: Sechzig, siebzig Quadratmeter.

00:18:39: Achtzig Quadratmeter.

00:18:40: Wenn man das kauft, man ist einfach in Höhen.

00:18:43: Da kommen wir mit unserem Gehalt nicht hin.

00:18:46: Es ist einfach so.

00:18:47: Also ich meine seitdem deine Kinder wollen halt deinen Kredit abzahlen.

00:18:51: Wer auch?

00:18:51: eine Lösung gibt es auch in vielen Ländern, aber das ist dann halt die Frage, ob deine Kinder dann deinen Wohngeschmack und dein Bezirk und deine Liebe für Wien teilen, ja.

00:19:01: Das ist eine gute Frage.

00:19:04: Dann sage ich vielen Dank für deine Einschätzungen.

00:19:06: Vielen Dank.

00:19:07: Gern.

00:19:10: Und die Kim-Verordnung hat natürlich nicht mit Nordkorea zu tun, sondern die drei Buchstaben K, I und M. stehen für Kreditinstitute Immobilienfinanzierungsmaßnahmen.

00:19:22: Angesichts der Buchstabenmenge, bin ich verwunderlich, dass ich hier die Abkürzung durchgesetzt habe.

00:19:27: Den jüngsten Text von Madeleine Stottmeier verlinke ich Ihnen in den Shownotes und auf diepresse.com slash Economist oder auch unter diepresse.com slash Immobilien finden Sie sicher weitere interessante Artikel zum Thema.

00:19:41: Vielen Dank fürs Zuhören, sagt Clemens Patek.

00:19:43: Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.

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