Warum die Börse trotz Weltchaos ruhig bleibt

Shownotes

Gast: Finanzanalystin Monika Rosen, Moderation: Anna Wallner Schnitt: Audiofunnel/Georg Gfrerer Mehr zum Thema:

Die Nachrichtenlage fühlt sich derzeit alles andere als stabil an. Geopolitische Spannungen, Machtspiele um Rohstoffe, Unsicherheiten rund um die Rolle der USA – vieles deutet auf eine fragile Weltordnung hin. Und doch zeigen die Börsen ein ganz anderes Bild: Der deutsche DAX hat die Marke von 25.000 Punkten überschritten, der ATX notiert auf Rekordniveau, auch an der Wall Street jagt ein Höchststand den nächsten.

Warum lassen sich die Börsen davon kaum beirren? Welche Risiken werden ausgeblendet – und welche nüchtern eingepreist?

In dieser Folge von „Was wichtig ist“ spricht Anna Wallner mit der Finanzanalystin Monika Rosen über die Logik der Märkte in unruhigen Zeiten: über KI als Kurstreiber, überraschende Gewinner wie Silber, Europas neue Rolle an den Börsen – und über die Frage, wie Anlegerinnen und Anleger mit Rekordständen umgehen sollten.

Rosen erklärt, warum geopolitische Spannungen erst dann wirklich gefährlich werden, wenn sie Konsum, Gewinne und Konjunktur treffen – und warum 2026 eher eine Konsolidierung auf hohem Niveau als ein weiterer Höhenflug bevorstehen könnte.

Und was bedeutet all das für Privatanlegerinnen und Privatanleger? Gerade in Rekordphasen stellt sich die Frage, ob man jetzt noch einsteigen soll – oder ob man zu spät dran ist. Monika Rosen rät zu Nüchternheit: nicht der perfekte Zeitpunkt entscheidet, sondern eine langfristige, disziplinierte Strategie. Wer unsicher ist, kann gestaffelt investieren – sollte sich aber weder von Euphorie noch von Angst leiten lassen.

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Transkript anzeigen

00:00:05:

00:00:09: Hallo und willkommen bei Was Wichtig ist, dem Nachrichten-Podcast der Presse am Freitag, dem neunten Jänner.

00:00:16: Mein Name ist Anna Wallner, ich begrüße Sie diesmal das erste Mal im neuen Jahr hier und ich hoffe, Sie kommen gut durch diese dichten Schnitttage.

00:00:24: Bei uns geht es heute um die durchaus erfreulichen Entwicklungen am internationalen Börsenmarkt und das ja schon seit einiger Zeit.

00:00:31: Egal wohin man derzeit blickt, Ob zum deutschen DAX oder zum österreichischen ATX, auf die Märkte in Asien oder in den USA, auf die Entwicklung von Gold und Silber, so gut wie überall, geht es bergauf, jagt ein Rekord den anderen.

00:00:47: Ich habe mir deshalb Monika Rosen ins Studio eingeladen.

00:00:50: Die Finanzanalystin war jahrzehntelang für die Bank Austraite tätig, ist heute selbstständig und auch so dem Vizepräsidentin der österreichisch-amerikanischen Gesellschaft.

00:00:58: Das heißt, ihr Blick auf die USA, der ist ein durchaus intensiver und geübter.

00:01:04: Sie war gerade erst auch im Ö-Eins Mittagsschurnal zu Gast.

00:01:07: Wir haben uns aber ein wenig mehr Zeit genommen und sprechen mit ihr über die Gründe für das Börsenhoch trotz unruhiger geopolitischer Zeiten, über den Ölpreis, den jüngsten Zuwachs bei Silber.

00:01:18: Außerdem frage ich Monika Rosen, wie ihre Erwartungen für den AI-Markt im Jahr

00:01:25: Und

00:01:26: Stichwort Grönland, auch das streifen wir, wer eigentlich aller in der Arktik Geld verdienen will.

00:01:37: Frau Rosen, schön, dass Sie da sind.

00:01:39: Vielen herzlichen Dank für die Einladung, freue mich sehr.

00:01:42: Frau Rosen, die Welt ist geopolitisch ja mehr denn jenen im Chaos, kann man so sagen.

00:01:47: Trotzdem rasen die Börsen von einem hoch zum anderen und das schon seit einiger Zeit.

00:01:52: Wie passt denn das zusammen?

00:01:54: Ja, man muss schon grundsätzlich sagen, dass die Börse gelernt hat, ob zu Recht oder zu Unrecht darüber kann man diskutieren, diese geopolitischen Risken ein bisschen links liegen zu lassen.

00:02:08: Sie werden eigentlich zum Großteil ignoriert.

00:02:12: Man muss auch sagen, dass viele dieser militärischen Handlungen, die da gesetzt werden, jetzt Venezuela, im Vorjahr dieser Konflikt Israel-Iran, ganz explizit so angelegt sind, dass sie wirtschaftliche Interessen möglichst schonern.

00:02:30: Also die Ölförderanlagen werden nicht angegriffen.

00:02:34: Das scheint schon irgendwo auch ein explizites Gebot der Stunde zu sein und von daher sagt die Börse, solange das nicht wirklich Auswirkungen auf die Konjunktur auf das Wirtschaftsgeschehen hat.

00:02:50: Geht's uns nichts an?

00:02:53: Lass mich

00:02:53: das nicht beirren, sagen wir mal.

00:02:55: So ist menschlich natürlich katastrophal, brauchen wir auch nicht reden.

00:02:58: Aber rein von der Börsenlogik jetzt her, muss ich sagen, durchaus so verständlich.

00:03:03: Ist das ein Zeichen von Stärke oder von Nervosität?

00:03:07: Dass das ignoriert wird, meinen Sie?

00:03:09: Überhaupt der ganze Szenario.

00:03:11: Also die Börse konzentriert sich und fokussiert sich langfristig schon immer wieder auf Fundamentaldaten.

00:03:18: Das heißt ja nicht, um sonst politische Börsen haben kurze Beine.

00:03:22: Also das sind Verunsicherungsphasen, wenn es jetzt nicht ganz katastrophal ist, die dann aber immer wieder ausoszilieren.

00:03:30: Und dann geht es um die Fundamentaldaten.

00:03:33: Das habe ich vorhin gemeint, so wie diese Operationen... ausgeführt werden sollen diese Fundamentaldaten nicht beeinträchtigt werden.

00:03:41: Was jetzt das Stimmungsbild betrifft und vielleicht ist das eher Ihre Frage, solange der Konsument nicht unruhigt wird und weiter sozusagen in Kauflaune bleibt, das ist ja bei diesen großen politischen Ereignissen im Hintergrund eher oft die Frage, solange Wie gesagt, hat das auch auf das Konjunkturgeschehen wirklich nur punktuell Einfluss, Stichwort Ölpreis oder Rüstungsaktien, aber im Großen und Ganzen ist das Konjunkturgeschehen davon jetzt nicht wirklich beeinträchtigt und das ist das, was die Börse ... abbildet.

00:04:21: Wenn die Konsumenten beginnen, sich da so Sorgen zu machen, dass sie zum Beispiel eben dann Kaufzurückhaltung üben oder so, das wäre dann eher der Moment, wo die Börse verstärkt vielleicht dann beginnt, dorthin zu schauen.

00:04:36: Okay, bevor wir nach Amerika schauen, bleiben wir noch ein bisschen in Europa, also dorthin, wo wir uns sozusagen ein bisschen bleiben in unserem Vorgarten, nämlich beim deutschen DAX.

00:04:45: Der ist besonders spannend, weil der hat jetzt vor einigen Tagen die Marke von twenty-fünfundzwanzig tausend geknackt und das ist ein Hoch in seiner achtunddreißigjährigen Geschichte.

00:04:58: Da fragt man sich, wer was ist für dieses Hoch des Dachs verantwortlich?

00:05:03: Gut, auf der einen Seite wahrscheinlich, ich meine, das ist jetzt vielleicht auch ein bisschen diese magische Zahl, die da die Fantasie anregt.

00:05:11: Auf der einen Seite natürlich die Hoffnung auf das deutsche Infrastrukturenkonjunkturpaket, die sicherlich einen wirtschaftlichen Schub, einen Wachstumsschub geben soll, übrigens auch für Österreich.

00:05:23: Also das ist sicherlich etwas, was hier begünstigend wirkt.

00:05:28: Dazu kommt die sehr, sehr gute Entwicklung der Finanzdienstleister, die auch im stark vertreten sind im RTX sowieso.

00:05:37: Die beiden Top-Branchen in Europa im Vorjahr waren im einerseits Rüstung noch nah und auf der anderen Seite eben die Finanzdienstleister für die verschiedene Dinge auch sehr positiv zusammen gespielt haben.

00:05:50: Also das ist sicherlich etwas was insgesamt den europäischen Börsen aber gerade auch dem DAX im Moment offenbar hilft.

00:05:58: Und wenn wir jetzt vom deutschen Markt oder dem europäischen Markt wegsehen, dann sehen wir ja auch, dass bei den OS-Börsen fast täglich ein Rekord hoch zu verzeichnen ist.

00:06:05: Und das schon nach einem nicht gerade Rekordarmenjahr, im Jahr twenty-fünfundzwanzig.

00:06:09: Auch da ist jetzt natürlich die Frage, wer ist da die großen Treiber am OS-Markt?

00:06:14: Sind das nur die so oft erwähnten KI-Unternehmen oder spielen da auch noch andere Dinge eine Rolle?

00:06:20: Es geht natürlich sehr stark auf Konto der der Technologie und da stichwort Thema KI, also das hat schon eine sehr starke Rolle gespielt.

00:06:30: Es wird aber immer wieder darauf hingewiesen, dass die Rally schon beginnt sich ein bisschen zu verbreitern, dass auch andere Sektoren hier beginnen sozusagen mitzumachen, ja auch in den USA sind die Finanzdienstleister und so weiter.

00:06:46: Punktuell teilweise eben auch Gesundheitswerte und so weiter gut gelaufen.

00:06:50: Also da gibt es auch andere Sektoren, die da durchaus aufzeigen konnten.

00:06:55: Aber durch ihre enorm hohe Gewichtung hat die Technologie und eben diese Magnificent Seven, diese speziellen großen Tech-Aktien, die da federführend sind, haben hier entsprechend den Markt nach oben gezogen.

00:07:09: Und das ist vielleicht jetzt die große Debatte für das heurige Jahr.

00:07:14: bleibt das so, können die ihre Führungsrolle hier behaupten?

00:07:19: Oder gibt es andere Themen, die ihnen das streitig machen könnten?

00:07:26: Die Frage bei der KI-Branche zu bleiben, war ja auch jetzt monatelang, ist das eine Blase?

00:07:31: Platz die, wann Platz die?

00:07:33: Nachdem, so schaut es jetzt derzeit nicht mehr aus, man hat das Gefühl, dass es gerade ein bisschen, diese Sorge ist kleiner geworden.

00:07:39: Wie schätzen Sie das ein?

00:07:43: Treiben dieser KI-Unternehmen wie Nvidia zum Beispiel.

00:07:47: Ist das nachhaltig oder kann da bald einmal ein böses Erwachen auf uns zukommen?

00:07:52: Naja, vor einem Jahr gab es diesen kurzen Wackel, sag ich, mit DeepSeek aus China.

00:08:01: Da hat sie schon gezeigt, wenn das Gipsys hereinkommt, kann das den Markt schon erschüttern.

00:08:08: Also, um es sozusagen das Pferd von hinten aufzuzahlern und das zuerst zu sagen, Das wäre eine meiner Ideen für einen möglichen Korrekturauslöser, sag ich, wenn in dieser KI-Thematik eine Unsicherheit reinkommt, wenn hier ein paar Anleger beginnen Kasse zu machen, dass sich das auf den Gesamtmarkt dann ausbreitet.

00:08:33: Also das würde ich nicht für ganz unwahrscheinlich halten, wenn das eintritt, noch einmal.

00:08:41: Unsicherheiten kommen, wenn hier Skepsis aufkommt, dann könnte das schon ein bisschen auch auf die anderen Branchen irgendwo übergreifen.

00:08:48: Einfach geschuldet, der Tatsache, dass wir drei sensationelle Jahre an Suite jetzt hinter uns haben und irgendwann einmal ein bisschen ein Gewinn mit Name nicht ganz ausgeschlossen ist, um das einmal so zu formulieren.

00:09:02: Was jetzt die Frage der KI-Blase oder Nicht-Blase betrifft, geht es vor allem auch darum, inwieweit diese gigantischen Investitionen eben gerechtfertigt sind.

00:09:13: Die großen Tech-Unternehmen, die hier diese Milliardenbeträge hineinpumpen, haben natürlich diese Mittel, es zu tun, nur zunehmend werden dann die Anleger irgendwann einmal die Frage stellen, rentiert sich das ganze kommerziell.

00:09:28: Das war ja auch die

00:09:29: Frage.

00:09:29: Gibt es genug Menschen, die dafür zahlen wollen?

00:09:31: Richtig, das war ja auch die Frage beim Internet, die sich ja eigentlich bis heute stellt.

00:09:36: Ich glaube, es brauche ich in einem Medienunternehmer nicht zu betonen.

00:09:39: Diese immer wieder zitierte Zahl geschätzte drei bis vier Prozent.

00:09:43: der Nutzer von ChatGBT zahlen dafür.

00:09:47: Also mehr als ninety-fünf Prozent zahlen nix.

00:09:51: So, und das ist jetzt die Frage, wie, wie bring ich das sozusagen hier kommerziell dann auf die Straße?

00:09:57: und diese Frage wird zunehmend gestellt.

00:10:00: Auch vor dem Hintergrund, dass zuletzt die Tech-Unternehmen, Oracle wäre dazu nennen, vermehrt begonnen haben, den Anlei-Markt anzuzapfen, eben nicht ihre Cash-Reserven für diese KI-Investitionen anzugreifen, sondern Anleihen zu emittieren.

00:10:20: Damit sind dort schon einmal die Randiten gestiegen, weil die Anleger doch etwas mehr sozusagen für das Risiko verlangen.

00:10:26: Also diese Dinge, Lassen das Ganze jetzt schon vielleicht einmal oder setzen es mehr auf die Agenda, mehr auf den Prüfstand, es wird genauer hingeschaut.

00:10:38: Und das könnte eventuell auch das Thema ... für sechsundzwanzig sein.

00:10:43: Bis jetzt war das quasi ein Selbstläufer.

00:10:46: Aber irgendwann mal wollen die Anleger jetzt hier auch dafür was sehen.

00:10:50: Und das ist für mich noch nicht ganz erkennbar, wo wir da landen, wo wir da hingehen.

00:10:55: Und ob das sich einfach ganz natürlich auflöst oder halt einfach ein Level erreicht, dass das wieder ein bisschen weniger in den Höhen schwebt oder ob es dann wirklich gleich am Platzen ist.

00:11:06: Das ist ja nicht immer, der bedeutet dann nicht immer gleich, Nur weil sich was im Markt verändert, ist dann irgendwie gleich eine Blase geplatzt.

00:11:12: Auch das ist vollkommen richtig.

00:11:14: Es kann ja natürlich auch vielleicht einmal ein bisschen ein Enthusiasmus einfach herausgenommen werden.

00:11:20: Und was schon auch ein Szenario ist, das mir nicht unwahrscheinlich erscheint, auch ähnlich wie das Internet.

00:11:29: Die Gewinner der ersten Stunde waren nicht unbedingt die langfristigen Profiteure.

00:11:34: Vielleicht ist das bei der KI auch so.

00:11:36: Am Ende des Tages werden, nehme ich wohl mal an, ganz viele Unternehmen diese KI einsetzen und sie wird ihnen Produktivitätsfortschritte bringen und die Wirtschaft insgesamt profitiert.

00:11:49: Aber ob die Investoren oder die Unternehmen, die da am Anfang ... hier aufgeblüht sind in diesem KI-Thema, ob die am Ende auch die ganz großen Profiteure sind.

00:12:05: Das ist vielleicht noch ein bisschen offen.

00:12:07: Beim Internet war das ja letztlich auch so.

00:12:10: Gehen wir mal von der KI weg und zurück zur aktuellen geopolitischen Lage.

00:12:14: Wir haben sie ja am Anfang gestriffen.

00:12:16: Die Märkte reagieren erstaunlicherweise wenig, obwohl wir die Kommentatoren und die Welt doch recht in Aufregung ist.

00:12:22: Aber wenn wir uns gerade die beiden starten oder die beiden Knackpunkte und dies ... vor allem geht, genauer ansehen, würde ich gerne da Details auf nachfragen, wenn wir uns ansehen Venezuela zuerst.

00:12:36: Sie haben zwar erwähnt vorher, also man wird, man versucht hier alles was irgendwie die Öl-Aufbereitungsanlagen und so weiter nicht anzugreifen, dennoch stellt sich natürlich die Frage, wann ist es zu spüren, wann reagieren die Märkte darauf, dass hier immerhin ein Machtwechsel, ich meine jetzt doch ein nicht so großer Machtwechsel wie zuerst angenommen, weil nur die Stellvertreterin von Maduro übernommen hat, aber dennoch auch mit all den Ansagen von Trump hier mehr hinein zu gehen, hier mehr, das hat das ja genannt, wir kontrollieren jetzt ab sofort das Öl.

00:13:08: Glauben Sie, was das für Auswirkungen haben wird?

00:13:10: Also zunächst einmal ... Das ist ein verzweigtes Thema.

00:13:16: Zunächst einmal zu sagen, prinzipiell, wenn die Amerikaner hier eine stärkere Rolle übernehmen, auch wenn das länger dauert und Milliardeninvestitionen erfordert, so ist sicherlich die Perspektive, dass da mehr Öl aus dem Boden geholt wird.

00:13:32: Wir leben ohne dies bereits in einem Marktüberschuss.

00:13:39: Der Ölpreis ist durchaus als Moderat zu bezeichnen, im Vorjahr minus zwanzig Prozent, das schwächste Jahr für den Ölpreis seit Corona.

00:13:50: Die Tendenz ist eigentlich für den Ölpreis dadurch eher nach Untenden, denn das Angebot wird nicht geringer werden.

00:13:59: Das wäre einmal die eine Sache, die andere Sache ist natürlich, dass diese amerikanischen Ölunternehmer, die hier jetzt investieren sollen, verständlicherweise, nachdem sie im Zuge der Verstaatlichung de facto weichen mussten.

00:14:15: Das sind eigentlich alle gegangen bis auf Chevron.

00:14:18: Chevron ist geblieben unter ungünstigen Voraussetzungen, ist aber jetzt die einzige.

00:14:25: große Ölunternehmen, die schon vor Ort sind und dadurch jetzt natürlich einen irrsinnigen Startvorteil haben.

00:14:32: Aber noch einmal zurück zu meinem ursprünglichen Gedanken, die großen amerikanischen Ölunternehmen verlangen von Trump jetzt bis zu einem gewissen Grad etwas, was er ihnen eigentlich auch nicht geben kann, nämlich Rechtssicherheit über seine Amtszeit weit hinaus.

00:14:49: Weil die Vorlaufzeit um hier diese Ölindustrie hier auf Trap zu bringen in Venezuela.

00:14:58: Nach allem, was ich höre, jedenfalls drei, vier, fünf Jahre.

00:15:03: So, da wird Trump wahrscheinlich nicht mehr im weißen Haus sein.

00:15:07: Und diese Unternehmen verlangen hier jetzt natürlich Zusagen und sind teilweise durchaus jetzt nicht unbedingt so bereit, da gleich einmal Wollee hineinzuspringen.

00:15:19: Wir

00:15:19: wollen die politische Lage ja doch noch unsicher ist, weil wir nicht wissen, wie weit das mit Repressionen weitergeht und ob jetzt da wirklich so eine Kooperation mit den USA so offen und frei möchtig passiert, wie das sich der Donald Trump vorstellt?

00:15:36: Das ist wahrscheinlich richtig, wobei, so wie ich das wahrnehme, eher die Unsicherheiten von der amerikanischen Seite, denn von der venezolanischen Seite kommen.

00:15:45: Das meine

00:15:46: ich ja, also deswegen von den Investoren, also von

00:15:48: den Ölfirmen, also

00:15:49: die nicht sicher sein können, wenn ich da jetzt hingehe in den Markt, bin ich dann nicht danach am Ende der Gelagmeite, wenn dann dort noch ein Bürgerkrieg ausbricht, die pro Amerikaner gegen die

00:15:59: Gegner oder so.

00:15:59: Zum Beispiel das, aber eben auch, wie viel Sicherheit bekommt ich vor meinem eigenen Land.

00:16:05: Denn wenn Trump dann nicht mehr im Amt ist und die Demokraten zum Beispiel zurückkommen, ist das dann so noch gewollt und wie sicher kann ich eigentlich auch unabhängiges von Bürgerkrieg bezüglich des Supports meines eigenen Heimatlandes sein.

00:16:22: Und das ist offenbar eine Überlegung, die diese amerikanischen Unternehmen sehr wohl anstellen.

00:16:27: Und damit geht man eigentlich davon aus, dass es ganz so schnell hier mit den Investitionen vielleicht dann nicht bei der Hand sein wird, wie Trump sich das jetzt denkt.

00:16:40: Ja, das zweite große Thema, die zweite große Region, auf die man schaut, ist natürlich Grönland.

00:16:45: Warum ist Grönland so interessant?

00:16:47: Und vor allem, Sie haben es vorher schon im Vorgespräch so gut formuliert, wer will denn in der Arktik Geld verdienen?

00:16:52: Also für wen hat das auch alles eine große, spielt das eine große Rolle, was da jetzt gerade passiert?

00:16:57: Also das große Thema ist auf der einen Seite Klimawandel, damit schreitet die Erwärmung gerade in der Arctic voran überall, aber gerade dort, wenn ich das richtig lese, schneller als in anderen Weltregionen, damit werden Schifffahrtswege potenziell offen, die das bis jetzt nicht waren.

00:17:21: Es gibt acht Staaten innerhalb des Polarkreises.

00:17:26: fünf

00:17:27: Anreiner-Staaten unmittelbar am arktischen Meer.

00:17:32: Die USA haben Zugang über Alaska, Russland natürlich hier sozusagen der Platz hier.

00:17:39: Wenn man das so sagen will, über fünfzig Prozent der Küstenlinie entfallen auf Russland, der ganz große globale Player auch in Grönland, der mitmischen will, aber kein Anreiner ist es China.

00:17:53: Also die haben keinen direkten Zugang, wollen aber hier über Grönland natürlich auch mitmischen und sind dort scheinbar auch vor Ort, wobei sie teilweise eben auch dort Projekte gestartet haben, die dann nicht immer kommerziell so durchführbar waren oder teilweise dann aufgegeben wurden.

00:18:12: Aber jedenfalls ist jetzt hier ein Wettrennen und diese Assets losgegangen oder ist eh schon länger, länger unterwegs.

00:18:22: Einerseits soll es auf Grönland eben seltene Erden geben.

00:18:26: Das ist ein ganz begehrtes Asset.

00:18:29: Derzeit natürlich im Zuge von KI, Technologie, Chip Produktion

00:18:34: etc.,

00:18:35: wo ja China eben sehr stark dominiert.

00:18:38: Also insofern ist ja ganz klar, dass die USA hier Zugriff haben wollen.

00:18:44: Zink, andere, andere Metalle sind ja offenbar auch vorhanden.

00:18:49: Und dazu kommt eben diese geostrategische Lage hier als Anreiner der Arctic, die entsprechend attraktiv eben ist für die USA.

00:19:04: Weil diese Transportwege, und um das jetzt zu sagen, wer würde hier verdienen wollen, diese Transportwege teilweise über die Arctic einen entsprechenden Abschneider, wenn ich das so sagen darf, hier darstellen würden.

00:19:19: bei der Logistik Unternehmen, die hier mitmischen, da wäre eine MERSC zu nennen, die Transportwege Asien-Europa könnten halbiert werden, wie sie wieder rute über dem SUS-Kanal oder fast halbiert.

00:19:36: Dann natürlich alle Orten von Rohstoffunternehmern.

00:19:40: Eine Shell wird da zum Beispiel immer wieder genannt.

00:19:44: Fischerei ist selbstverständlich ein Thema.

00:19:47: Und was auch ein Thema ist, das ist natürlich ein militärisches und ein Kommunikationsthema.

00:19:53: Also hier würde Musk mit SpaceX eventuell auch eine Rolle spielen, weil der Satellitenempfang in der Arctic natürlich jetzt nicht überragend ist.

00:20:05: entsprechende Abdeckung brauchen, um hier Kommunikationssysteme entsprechend zu haben.

00:20:10: Also es ist ein strategisches, militärisches und wirtschaftliches Gebot hier mitzumischen.

00:20:20: Alle großen Weltmächte wollen das tun und das macht Grönland eben auch so so attraktiv.

00:20:27: Trotzdem bleibt natürlich spannend, wie man es politisch aufdröselt und auflöst, weil die Frage ist trotzdem, ob dieser Druckerlisse einer militärischen Intervention ernst gemeint ist oder ob das eben wirklich nur eine Drohung sein soll oder bleibt, um Dänemark und Grödlern zu sagen, ich müsste für uns hier mehr tun, weil wir haben da eben Interessen.

00:20:47: Und das ist die Frage.

00:20:48: Das ist richtig, das ist eine politische Frage.

00:20:51: Dazu möchte ich jetzt gar nicht sehr viel sagen, dass handfeste wirtschaftliche Unteressen im Spiel sind, glaube ich, liegt auf der Hand.

00:21:01: Wollen wir ganz grundsätzlich hoffen, dass es so wenig militärische Konflikte gibt wie irgend möglich und dass man die befrieden, die wir haben.

00:21:09: Sagen wir mal so.

00:21:20: Gut.

00:21:21: Machen wir auch mal einen ganz argen Schwenk zurück nach Österreich zum ATX.

00:21:25: Dem geht es auch nicht so schlecht.

00:21:27: In den vergangenen Monaten hat auch Rekordhöhen erlebt.

00:21:31: Welche Entwicklungen sehen Sie denn beim ATX für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für

00:21:34: den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für den Jahr für.

00:21:52: Die Finanzdienstleister sind im ATX schwer gewichtet und die hatten ein sensationelles, fünfundzwanziger Jahr in Europa insgesamt.

00:21:55: Wir haben eigentlich eine Konjunktur, die zwar jetzt nicht brüllend ist, aber in manchen Teilen besser als erwartet.

00:22:03: Auch die Auswirkungen der Zollpolitik waren weniger Schlimmes befürchtet.

00:22:07: Insofern sind die Kreditausfälle der Banken in Europa nicht so hoch, wie man das vielleicht hätte befürchten müssen.

00:22:17: Dazu kommt, dass die Zinsen zwar gesenkt wurden.

00:22:20: immer noch deutlich über dem Niveau vor der Pandemie, also in dieser Nullzinsphase sind.

00:22:27: Also dort wurden sie nicht hingesenkt.

00:22:30: Vor diesem Hintergrund haben die Banken hier auch ganz gute Zinsmarschen auch weiterhin.

00:22:36: Der starke Euro, schwächere Dollar, hat Investitionsströme aus dem Dollar-Raum angezogen.

00:22:43: Auch das hat insgesamt den europäischen Börsen gut getan.

00:22:49: Positive Wachstumsprognosen in Mittel- und Osteuropa, teilweise Positivere Wachstumsraten als in Westeuropa für Heuer.

00:22:57: Auch das ist gut für die österreichischen Unternehmen, die dort engagiert sind.

00:23:02: Es hat schon Themen gegeben, die hier die Wiener Börse begünstigt haben.

00:23:07: Es sollte auch Heuer durchaus weiter Chancen bestehen, aber wie gesagt nach den starken Anstiegen.

00:23:14: muss man damit rechnen, dass vielleicht jetzt schon ein Teil des Weges beschritten wurde und zusätzliche Kursgewinne da nicht mehr ganz so einfach zu haben sein werden.

00:23:27: Okay, ein anderer wichtige Bereich ist gerade in Krisenzeiten das Gold.

00:23:32: Und das ist ja wohl nichts Neues für kaum jemanden, das eben Gold meistens sehr steigt, wenn eine Krise, vor allem wenn eine politische Krise auftaucht.

00:23:41: Interessant ist, dass seit einiger Zeit auch das Silber sich so positiv entwickelt hat.

00:23:45: Das ist mir als nicht so börsenerfahrene Person wie sie nicht ganz so geläufig gewesen und ist auch nicht immer der Fall, woran liegt es, dass das Silber auch gerade so gut performt.

00:23:55: Also Silber hat lange eigentlich ein bisschen einen Schatten da sein geführt und ist aber im Vorjahr dann so richtig angesprungen, hat eine industrielle Komponente zum Unterschied von Gold, wird eben teilweise gebraucht für die Infrastruktur in Datencentern, auch bei der KI, dann bei erneuerbaren Energien.

00:24:20: Auch da kommt Silber durchaus zum Einsatz.

00:24:24: Nachfrageimpulse haben hier den Kurs zusätzlich angeschoben.

00:24:30: Dazu kommt natürlich ebenso wie Gold.

00:24:32: Irgendwo auch dieser Gedanke der Krisenwährung richtig.

00:24:38: Also eine Absicherung in Krisenzeiten.

00:24:41: Also all das hat Silber begünstigt und insofern war der relative Anstieg noch stärker als beim Gold.

00:24:52: Die Achtzig haben wir zumindest phasenweise schon übersprungen.

00:24:56: Also lange ist ja Silber da irgendwo bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei bei

00:25:13: bei bei.

00:25:14: Jetzt gehen wir ja auch schon in die konkreten Fragen, die sich vielleicht Menschen stellen, die jetzt noch nicht mit am Board waren bei diesen Höhenflügen.

00:25:22: Und die Frage der Fragen, wir haben sie auch erst vor kurzem in einem Artikel in der Preise gestellt, ist natürlich, soll man jetzt einsteigen?

00:25:27: Ist es ein guter Zeitpunkt, wenn alle Aktien hoch sind, alle Kurse hoch sind, einzusteigen?

00:25:33: Ich glaube, dass es, ich meine, die Frage wird immer wieder gestellt.

00:25:37: Im Laufe eines nicht ganz kurzen Lebens habe ich sie sehr oft gehört.

00:25:40: Letztlich ist sie führt sie in die Irre.

00:25:44: Man soll eine langfristige Strategie sich zulegen, diese dann möglichst diszipliniert verfolgen.

00:25:51: Ich spreche hier ein großes Wort gelassen aus.

00:25:53: Es ist nicht immer ganz einfach, diese Disziplin einzuhalten, gerade dann, wenn vielleicht eine Unsicherheitsphase oder was immer auftritt.

00:26:02: Wenn man sich diesbezüglich jetzt sorgen macht, natürlich sind das jetzt nicht gerade Ausverkaufskurse, das weiß ich schon, dass man hier vielleicht gestaffelt einsteigt, um sozusagen hier im Fall einer Korrektur dann auch bei tieferen Kursen hier noch einmal zugreifen zu können, dass das sehr wohl, aber im Prinzip sollte man sich eigentlich von seiner Strategie und von seinem Commitment zu den Märkten diesbezüglich jetzt einmal nicht irritieren lassen, weil die Land ... der langfristige Investmentgedanke, glaube ich, wichtiger ist.

00:26:39: Aber ich verstehe die Besorgung natürlich und die Überlegung natürlich.

00:26:44: Und insofern, wie gesagt, vielleicht ist ein gestaffeltes Einsteigen dann hier das Mittel der Wahl, um dem ein bisschen zu begegnen.

00:26:52: Wobei

00:26:52: wir ja oft darüber reden, was mache ich, wenn die Krise zuschlägt und wenn alle Kurse runtergehen.

00:26:56: Und dann gibt es immer die, das ist ja fast schon ein Stehsatz, der in jeder Börsenberichterstattung nicht fehlen darf.

00:27:01: behalten sie hohe, kühlen Kopf, keine Übersprungshandlungen und warten sie ab.

00:27:09: Jetzt geht es ja ums Gegenteil.

00:27:10: Jetzt geht es ja darum, dass die hohen Kurse viele anziehen.

00:27:13: und jetzt die ganz banale Frage, was sagt man jemandem, der sein Geld immer noch am Sparbuch hat oder möglicherweise nur auf einem Shirokonto, der sich jetzt wahnsinnig ärgert, weil er kriegt mit, weiß ich nicht, von seinen Freunden oder seinen Arbeitskollegen.

00:27:26: Du, da geht es gerade recht rasant zu.

00:27:30: Das ist ja jetzt ein bisschen eine andere Sichtweise auf die...

00:27:33: Ja, aber die Antwort ist aber dieselbe.

00:27:37: Sich eine grundsätzliche Strategie zu überlegen, das Beratungsgespräch zu suchen, sich zu überlegen, was will ich erreichen, welchen Zeithorizont, welche Risikotoleranz habe ich und dann eine langfristige Strategie entwickeln.

00:27:52: An dem führt trotz allem, auch wenn es eher ein bisschen altmodisch klingt, meiner Meinung nach kein Weg vorbei.

00:28:00: Und das würde ich auch wirklich sagen, diesen Weg würde ich auch wirklich beschreiten.

00:28:06: Ich verstehe schon, es ist jetzt, was ich vielleicht zu Ihrer vorigen Frage oder Ihrem vorigen Gedanken noch anfügen möchte, in den letzten Jahren.

00:28:17: hatten wir keine wirklich prolongierte Korrektur, eben genau weil die Anleger das gemacht haben, was sie da irgendwo jetzt angedeutet haben, nämlich wenn es runtergeht, wird eigentlich sofort wieder gekauft.

00:28:30: Und zwar durchaus von den Einzelanlegern und Anlegerinnen.

00:28:34: Also der Ritalanleger greift eigentlich und hat gelernt, dass er das auch soll und kann.

00:28:41: Er greift in der Korrektur zu.

00:28:43: Das war auch schon in Corona zum Beispiel so.

00:28:46: Und was wir schon lange nicht mehr hatten, bin versucht zu sagen, über zwanzig Jahre nicht mehr hatten, war eine über mehrere Jahre gehende Korrektur, wo sie ein, zwei Jahre per Saldo fallende Kurse haben.

00:29:05: Und das hatten wir schon sehr, sehr lange.

00:29:08: nicht.

00:29:09: Nicht einmal in der Finanzkrise.

00:29:11: Lehman ist im September pleitegegangen, im folgenden März war das Tief im S&P, halbes Jahr.

00:29:18: Und das ist jetzt ein Szenario.

00:29:22: Jetzt sitzen in den Handelsräumen der diversen internationalen Häuser, sitzt eine Generation von Händlern, die sich an das natürlich nicht mehr erinnern können, weil sie zu jung sind.

00:29:32: Das ist aber auch immer ein Faktor.

00:29:34: Dann haben sie immer einen Personalstock, der so was noch nie erlebt hat.

00:29:39: Aber wenn wir jetzt wirklich über einen längeren Zeitraum, und ich spreche von mindestens einem Jahr oder mehr fallende Kurse haben, dann sehe ich ein, dass dann der Anleger sich eine Frage stellen muss, was mache ich jetzt, wie gehe ich mit dem um?

00:29:56: Aber in den letzten Jahren war das ja eigentlich nie der Fall, eben auch Dank der Rital Investoren.

00:30:02: die bei Korrekturen eigentlich immer zugegriffen haben.

00:30:06: Aber wenn wir jetzt ein düsteres Szenario noch zum Schluss auspacken, was natürlich in all diesen geopolitischen Fragen, die wir da so an Passant diskutieren, mitschwingt ist, wir können uns auf die USA immer weniger verlassen.

00:30:18: Was machen wir, wenn das alles immer weitergeht und jetzt hier all die Drohungen wagen und sich die USA hier einigelt und auf Europa und den Rest der Welt verzichtet?

00:30:29: Welchen Einfluss hat denn dann auch das alles auf die Börsen?

00:30:33: Sprich, umgekehrt gesagt, wie abhängig ist der globale Börsenmarkt von den USA?

00:30:40: Sehr.

00:30:43: In der Spitze um die siebzig Prozent der Weltmarktkapitalisierung sind auf die USA entfallen.

00:30:51: Das war ja paradoxerweise jetzt irgendwo die Auswirkung von Trump II.

00:30:58: dass es von siebzig dann nicht auf achtzig gegangen ist, Prozent nämlich, sondern zurück eher in Richtung sechzig.

00:31:06: Im Vorjahr, Europa hat gut performt, es haben die Schwellenbörsen, allen voran China.

00:31:13: besser performt als die USA.

00:31:16: Für den europäischen Anleger sowieso, durch den schwachen Dollar wurden da die Kursgewinne in den USA eher aufgezehrt.

00:31:24: Also vom daher war eigentlich eine Verbreiterung des Geschehens über die USA hinaus.

00:31:32: In der Welt ein Thema, wie Sie es gerade gesagt haben, aber eben auch an der Börse.

00:31:37: Nichtsdestotrotz, gerade mit KI, mit Tech und so weiter, gibt die USA hier natürlich weiter den Ton an.

00:31:44: Ich sehe, dass auch nicht wirklich sich ändern.

00:31:48: Bei der Gelegenheit darf ich anfügen.

00:31:49: Also wir haben ein großes Jubiläumsjahr natürlich vor uns.

00:31:53: Zwei Hundertfünfzig Jahre USA, die wir heuer feiern.

00:32:00: Es gibt schon auch Gründe, hier positiv auf dieses Land zu blicken bei all der Skepsis.

00:32:05: Aber die Dominanz der USA hier, was die Börse betrifft, ist sicher weiterhin gegeben.

00:32:13: Auch da beginnt sich diese Basis etwas zu verbreiten.

00:32:17: Jetzt ist halt die Frage, welche Rolle können wir hier in Europa einnehmen?

00:32:22: Inwieweit können wir unsere Kapitalmärkte vielleicht auch vereinigen und poolen und dorthin bringen, dass sie hier eine verstärkte auch gemeinsame Rolle spielen können, um hier auch eben mehr eigene Kapitalaufbringung für die Aufgaben zu haben?

00:32:41: die wir da ja lösen müssen, Stichwort Unabhängigkeit und Sicherheit und all diese Themen, auch Pensionen natürlich.

00:32:49: Also das ist sicherlich hier ein Gebot der Stunde, aber noch einmal eine Verbreiterung der Basis hat paradoxerweise gerade mit dem zweiten Amtsantritt von Trump eigentlich begonnen.

00:33:05: Wenn Sie jetzt jemanden haben, der einsteigt und der möchte von Anfang an, sagen Sie sich, möglichst nicht von Amerika abhängig machen, was raten Sie dem?

00:33:13: Wie kann er das machen?

00:33:15: An der Böse.

00:33:17: Oder ist das eigentlich ein Denkunmögliche?

00:33:19: Also eine ganz

00:33:20: unmögliche.

00:33:21: Der Unmögliche ist gar nix, aber ich würde das versuchen zu hinterfragen.

00:33:27: Und letztlich, wenn Sie mich das ganz ehrlich fragen, würde ich versuchen, es ihm auszureden.

00:33:33: Weil es an und für sich trotzdem ja nicht sinnvoll ist.

00:33:38: Immer noch die Mutter aller Kapitalmärkte ist die Wall Street.

00:33:42: Und von daher wird ein gewisses Standbein dort sicherlich sinnvoll sein.

00:33:49: Und wenn Sie mich das jetzt so fragen, dann gebe ich Ihnen diese Antwort.

00:33:53: Es gibt jede Menge Kundinnen und Kunden mit Großen.

00:33:58: Politischen und inneren Überzeugungen natürlich, aber so groß ist die Überzeugung nie, dass man Aufwandtid und Gewinn verzichten möchte.

00:34:09: Den Kunden habe ich in über dreißig Jahren noch nicht getroffen.

00:34:14: Fast ein gutes Schlusswort, aber ich frage noch zum Schluss einen Satz.

00:34:17: Und zwar, wenn ich sie frage, ich weiß, Glaskugel ist immer problematisch, aber was das Jahr twenty-sechs und zwanzig für den Kapitalmarkt bringt, was würden Sie sagen, was für ein Schlagwort fällt Ihnen als Erster sein?

00:34:29: Konsolidierung auf hohem Niveau, würde ich sagen.

00:34:32: Wir haben drei Jahre hinter uns, in denen die US-Börse jeweils zweistellig zugelegt hat, zweimal über zwanzig Prozent im Vorjahr, also über fünfzehn Prozent.

00:34:45: Das sind sensationelle Zuwächse.

00:34:48: Ich könnte mir vorstellen, dass wir auf diesem hohen Niveau vielleicht jetzt einmal eine leichte Seitwärtsbewegung haben.

00:34:55: Also das wäre jetzt

00:34:56: ...

00:34:57: Wenn Sie ein Wort verlangen, vielleicht eine Seitwärtsbewegung und hoffentlich, dass die geopolitischen Themen, das sage ich jetzt als Bürgerin, so im Rahmen bleiben, dass die Börse auch in diesem Jubiläumsjahr für die USA eine positive Performance letztlich abliefern kann.

00:35:19: Das

00:35:20: war

00:35:26: was wichtig ist am Freitag.

00:35:27: Unser Nachrichten-Podcast neigt sich hin mit dem Ende zu.

00:35:30: Wir danken ganz herzlich fürs Zuhören.

00:35:32: Und hier kommt auch noch mal der Hinweis, wenn Sie mehr zum Thema lesen wollen und sich noch mehr im Detail informieren wollen, dann stelle ich Ihnen wie gewohnt einige Artikel, die dazu passen, aus unserem Presse-Portfolio in die Show-Notes dieser Folge.

00:35:47: Sonst bleibt mir noch mehr, Ihnen ein wunderbares Wochenende zu wünschen.

00:35:51: Schön, dass Sie da waren und hören Sie uns auch wieder ab kommenden Montag.

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