Inflation und hohe Preise: Helfen niedrige Steuern auf Nahrungsmittel?

Shownotes

Die Bundesregierung möchte Inflation und hohen Lebensmittelpreisen etwas entgegensetzen und plant, die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel zu senken. Doch wie viel von so einer Senkung kommt am Ende bei Konsumenten an? Und wie soll das eigentlich finanziert werden?

Jakob Zirm, Wirtschaftsressortleiter der „Presse“, erklärt in dieser Folge, wie treffsicher eine Senkung der Mehrwertsteuer von Grundnahrungsmitteln auf fünf Prozent ist, und was sie für Österreichs Budget und die Inflationsrate bedeutet.

Gast: Jakob Zirm, „Die Presse“ Host: Christine Mayrhofer Schnitt: Audiofunnel/Georg Gfrerer

**Mehr zum Thema: ** Konsum, Inflation, Budget: Was die Senkung der Mehrwertsteuer für Grundnahrungsmittel bedeutet >>> Koalition: Jahresauftakt mit Strom, Scharia und Spar-Menü

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Transkript anzeigen

00:00:06:

00:00:12: Die Bundesregierung möchte Inflation und hohen Lebensmittelpreisen etwas entgegensetzen und plant, die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel zu senken.

00:00:21: Aber kommt eine solche Senkung bei den Endkonsumentinnen überhaupt an?

00:00:26: Und wie soll das Ganze finanziert werden?

00:00:29: Mein Name ist Christine Meyerhofer und das ist, was wichtig ist, der tägliche Nachrichten-Podcast der

00:00:35: Presse.

00:00:35: In dieser Folge habe ich mir gemeinsam mit Jakob Zirm dem Wirtschaftsressorleiter der Presse angeschaut, wie teilsicher diese Senkung der Mehrwertsteuer ist und was sie für Österreichs Budget und Österreichs Inflationsrate

00:00:49: bedeutet.

00:00:57: Hallo Jakob.

00:00:58: Hallo Christina.

00:00:59: Jakob, ab Jahresmitte, so der heute vorgestellte Plan der Regierung, da soll die Mehrwertsteuer auf manche Leuelsmittel gesägt werden.

00:01:07: Und diese soll somit günstiger sein.

00:01:09: Konkret geht es um manche Grundlavungsmittel, so die Formulierung.

00:01:13: Welche denn?

00:01:14: Das ist noch nicht ganz klar.

00:01:16: Heute bei der Präsentation der Maßnahmen hat die Regierung spitze gesagt, hat jetzt mal eine politische Einigung gefunden, der konkrete Warenkorb muss erst erstellt werden in den nächsten Tagen.

00:01:26: Aber es gibt dann bei Indizien, wo man so ein bisschen herleiten kann, was könnte das werden.

00:01:31: Die ÖMB hat im Herbst bereits berechnet, dass die Senkung der Mehrwertstörfe alle Grundnahrungsmittel von zehn auf fünf Prozent circa Ein bis eineinhalb Milliarden Euro kosten würde.

00:01:43: Und heute, der Bundeskanzler Stocker, gesagt, dass die Maßnahmen in Summe circa vierhundert Millionen Euro sein wird.

00:01:48: Das heißt, es dürfte circa ein Viertel oder ein Drittel eigentlich all jener Produkte umfasst sind, die derzeit sozusagen von diesen zehn Prozent umfasst sind.

00:01:57: Es ist anzunehmen, dass wir hier wirklich so einen echten Grundnahrungsmittel reden, Milch, Eier.

00:02:03: Mehl, Brot, also wirklich sehr enger gefasst und nicht, derzeit sind ja auch um Fassprodukte wie Fleisch, Fisch, jegliches Obst, Gemüse, da ist eigentlich sehr viel drin.

00:02:12: und derzeit bei den zehn Prozent, ich nehme an, dass das deutlich eingeschränkt sein wird.

00:02:16: Jetzt hat Österreich ja eigentlich gerade gar kein verfügbares Budget für Steuersenkungen.

00:02:21: Als Gegensinanzierung ist eine Adgabe aus nicht-recyclables Plastik und eine Paketadgabe für Drittstaatpakete, also Sendungen, die aus nichtigen Ländern zu uns kommen, geplant.

00:02:32: Wie funktioniert das?

00:02:33: Und wichtig auch geht sich das aus.

00:02:36: Das ist die Gretchenfrage, die du hier stellst natürlich.

00:02:39: Und ja, das werden wir sehen.

00:02:41: Also ich hoffe, dass man sich das gut durchgerechnet hat.

00:02:43: Gehen wir jetzt kurz in Detail an.

00:02:45: Die Abgabe auf das nicht recycelbare Plastik.

00:02:47: Das ist eigentlich eine Abgabe, die auf EU-Ebene bereits eingeführt wurde im Jahr zwanzig-einundzwanzig.

00:02:53: Und manche Länder haben das auch schon an die Kunden weitergegeben und sozusagen für alle umgesetzt.

00:02:59: Österreich hat sich derzeit noch dazu entschlossen, es nicht umzusetzen, sondern wir zahlen derzeit aus dem Budget an.

00:03:05: die EU diese Abgabe, aber die Kunden müssen es nicht zahlen.

00:03:08: Das derzeit im Volumen von knapp zwei Hundert Millionen Euro.

00:03:11: Das würde jetzt umgesetzt werden.

00:03:12: In anderen Ländern ist das schon.

00:03:13: Wovon reden wir da?

00:03:14: Nicht recycelbares Plastik.

00:03:15: an sich sollte jegliches Plastik inzwischen recycelbar sein, aber es gibt nach wie vor Probleme.

00:03:20: Zum Beispiel, das sind Folien, die aus zwei verschiedenen Plastikmaterialien zusammenlaminiert sind, die kann man dann schwer trennen.

00:03:26: Ein Beispiel sind zum Beispiel diese.

00:03:27: die Rennblätter, die wir von der Wurstdecke kennen, die zwischen die Wurst reingeschoben wird.

00:03:31: Das wird de facto auch verunreinigt mit Lebensmitteln.

00:03:34: Das wird weggeschmissen, etc.

00:03:35: Das ist das eine.

00:03:36: Und das Zweite sind diese Pakete aus Drittstaaten.

00:03:40: Der Bundeskanzler hat heute schon gesagt, man kann sich ausrechnen, auf wen das abzielt.

00:03:44: Er hat die Namen nicht genannt, aber ich kann sie hier hinein.

00:03:46: Das ist natürlich Themen und Schäien.

00:03:47: Es geht um die chinesischen Händler, die natürlich hier oft ohne Zoll und unter auch mit zu niedrig deklarierten Warenwerten, etc.

00:03:57: hier weitgehend ohne Abgaben sehr günstig waren nach Europa reinbringen, die möchte man jetzt zusätzlich besteuern, wie das aber funktionieren soll im Detail, wie man möglich wird das schon sein, aber wie das funktionieren soll im Detail, ist noch unklar.

00:04:11: und ob das dann auch diese verbliebenen zwei Hundert Millionen Euro bringt.

00:04:16: steht für mich jetzt nicht ganz nachvollziehbar.

00:04:18: Also ich hoffe, dass der hier der Bundeskantler war, dass sich das sehr sicher und hat gesagt, man muss sich da einiges anschauen, das wird sich aber alles ausgehen.

00:04:25: Lärden wir auf jeden Fall noch schauen, dann, wenn es so weit ist.

00:04:28: Jetzt sind ja die hohen Lebenswinkelpreise, die beschäftigen uns in Österreich ja schon viele, viele Monate und ganz oft war da vom sogenannten Österreich Aufschlag die Rede.

00:04:36: Also dadurch, dass territorialen Lieferbeschränkungen und eine sehr hohe Supermarktdichte, sehr wenige Ketten diesen bis der Reich auf Schlazugssachen produziert.

00:04:47: Wird der jetzt ausgeglichen, weil die eigentlichen Ursachen, wenn ich jetzt keine Falschen aufgezählt habe, die werden ja gar nicht adressiert.

00:04:54: Genau, der Österreich-Aufstieg ist natürlich kompliziert.

00:04:57: Das kann man nicht hundertprozent genau definieren.

00:05:00: Man sagt halt, dass es das, was wir in Österreich mehr zahlen gegenüber Vergleich beim Produkt in Deutschland, da gibt es einige Gründe, die aber durchaus auch marktwirtschaftlich nachvollziehbar sind.

00:05:09: Wir haben zum Beispiel eine deutlich höhere Supermarktdichte in Österreich.

00:05:13: Österreich hat sicher die Die Hälfte der Bevölkerungstichte und trotzdem doppelt so viele Supermärkte pro Kopf.

00:05:19: also in Summe meine vier Fall.

00:05:20: Viermal so hohe Supermarktdichte und das Verursacht natürlich kosten, weil ein deutscher Supermarkt einfach von vielen mehr Menschen frequentiert wird als ein österreichischer.

00:05:28: Dann gibt es aber auch natürlich diese derritoralen Lieferbeschränkungen, die du eh gerade angesprochen hast.

00:05:32: Das ist so, dass eben Warn und darum geht es, das wird auf europäischer Ebene diskutiert, dass man quasi da nicht mehr höhere Preise verlangen dürfte.

00:05:40: Also wir können auch unsere großen Handelsketten, obwohl die jetzt für österreichische Verhältnisse groß sind, im Internationalen Vergleich aber klein gegenüber deutschen Handelsketten und kriegen dadurch auch schlechtere Preise bei diesen internationalen Händlern und sie dürfen quasi oft nicht bei anderen zwischen Großhändlern kaufen.

00:05:57: Das ist das, das ist auf EU-Ebene.

00:05:59: Soll das adressiert werden, wird man sehen, ob sich da was tut, aber es Das hat jetzt per se die Mehrwertsteuersenkung damit, per se jetzt direkt nicht zu tun.

00:06:06: Es geht halt aufs gleiche Produkt.

00:06:08: Man versucht die Lebensmittel günstiger zu machen.

00:06:10: Ob das jetzt in dem Ausmaß ausgeglichen wird, ist jetzt schwer zu sagen.

00:06:20: Wir wissen, dass hohe Lebensmittelkosten insbesondere Menschen mit niedrigeren Einkommen treffen, weil die verhältnismäßig mehr von ihrem Geld eben für Lebensmittel ausgegeben.

00:06:30: Ohne jetzt noch zu wissen, welche Nahrungsmittel genau günstiger werden sollen, ist die Maßnahme also sozialpolitisch-streffsicher.

00:06:38: Du kommst auf die Definition von Solar-sozialpolitisch-streffsicher natürlich an, aber grundsätzlich ist es eine Maßnahme, die Vordergründig, Menschen, die weniger Einkommen haben, wie du richtig sagst, geben Tendenzellort, geben einen größeren Anteil ihres Einkommens für Grundnahrungsmittel aus grundsätzlich.

00:06:55: Dadurch habe ich einerseits eine wahrscheinlich stärkere Entlastungswirkung dort.

00:06:58: Gleichzeitig ist es absolut, natürlich ist es schon eine Gießkarnenmaßnahme.

00:07:02: Also es ist schon, wenn natürlich egal, unabhängig vom Einkommen jeder entlastet wird.

00:07:07: habe ich so, dass zum Beispiel die Mehrwertsteuer Wirkung, das hat uns da wie vor Ökonom Baumgart noch durchgerechnet, dass die in höheren Einkommensschichten in absoluten Zahlen höher ist, weil grundsätzlich teurere Lebensmittel konsumiert werden.

00:07:19: Jetzt hängt es wieder von ab, was ist in diesem Bahnkorb drinnen, es ist von dem ein bisschen schwierig zu sagen.

00:07:25: Es ist so, dass In Summe natürlich, wenn man Geld, wenn man eine Steuersenkung macht, ich bin immer für Steuersenkungen, aber natürlich auf der Konsumbesteuerung, es ist grundsätzlich ökonomisch sinnvoller, die hohe Abgaben auf Arbeit zu sehen.

00:07:41: Das muss man sagen.

00:07:42: Welche

00:07:42: Auswirkungen könnte diese Maßnahme jetzt auf die Inflationsorte haben?

00:07:46: Wir wissen ja, die berechnet sich unter anderem durch die Preisveränderung gewisser wahr.

00:07:50: Lässt sich das jetzt schon abschätzen, wenn wir noch gar nicht wissen, welche Produkte genau betroffen sein werden?

00:07:55: Genau, wir können es dem auch nur annähern.

00:07:57: Heute hat die Regierung dazu noch keine Zahlen genannt, aber wie gesagt, die ÖMB hat sich eben durchgerechnet diese Null, fünf Prozent Punkte Senkung der Infationsrate auf Lebensmittel.

00:08:08: Allerdings dort ist man auch davon ausgegangen, dass jegliche Nahrungsmittel die derzeit.

00:08:14: die von mit den zehn Prozent besteuert werden, wenn auf die fünf Prozent reduziert werden.

00:08:17: Aber das ist wie vorhin schon gesagt ungefähr das Dreifache des Volumens dessen, was jetzt die Bundesregierung heute genannt hat.

00:08:23: Das heißt, wenn ich da ein Drittel davon nehme, bin ich bei diesem Nullkommar.

00:08:27: Fünfzehn Prozentpunkten circa.

00:08:29: Schauen wir uns mal an.

00:08:29: Im Dezember war die Influenzreiter bei drei Prozent.

00:08:32: Null Prozentpunkte davon entfiel auf die Lebensmittel.

00:08:35: Das heißt, wir sehen, es ist jetzt nicht der maskeibliche Treiber ehrlicherweise, aber es ist durchaus ein relevanter Faktor und es gab auch in den letzten Monaten wieder ein bisschen angestiegen.

00:08:43: Das stimmt.

00:08:44: Die großen Treiber werden nach wie vor die Dienstleistung mit zwei Prozentpunkten, also die erste Hälfte entfällt dorthin.

00:08:50: Das ist circa der Bereich, in dem wir uns bewegen.

00:08:52: Das heißt, wir sehen eine Reduktion.

00:08:55: Derzeit waren wir bei drei Prozentpunkten.

00:08:57: Es ist anzunehmen, dass das jetzt im Jänner sinkt, weil wir hier diesen Basis-Effekt haben.

00:09:01: Das heißt, die Strompreise wird jetzt mal kompliziert.

00:09:04: Aber die Strompreisbremse ist im Dezember zwanzig vierundzwanzig ausgelaufen.

00:09:09: Das heißt, wir hatten im ganzen Jahr zwanzig immer Strompreise ohne Strompreisbremse, die wir mit Strompreisen mit Strompreisbremsen aus dem Jahr zwanzig vierundzwanzig verglichen haben.

00:09:18: Deswegen ist die Infektion so stark angestiegen im Feuer.

00:09:21: Und heuer mehr als zwanzig sechsundzwanzig im Jahr ist der erste Mord.

00:09:23: Wir werden die Ergebnisse Anfang Februar haben, die Schnellschätzung.

00:09:27: Dann vergleichen wir erstmalig dann Strompreise ohne Strompreisbremsen mit Strompreisen ohne Strompreisbremse.

00:09:32: Und dadurch wird die Infektionsrate auf ca.

00:09:34: zwei Komma sieben, zwei Komma acht Prozent geschätzt sinken.

00:09:37: Das ist so die Erwartungshaltung der Ökonomik.

00:09:39: Und da könnte das dann noch einmal eine Reduktion von null Komma fünf.

00:09:42: im Prozeltpunkt bringen.

00:09:43: Sind wir aber, wenn ich jetzt richtig folgen habe, können immer noch nicht bei dem von der Regierung vorgegebenen Ziel der Zwei-Prozent?

00:09:49: Nein, die Zwei-Prozent, da werden wir, das sind natürlich eine Nachhüfe, eine Annäherung dran.

00:09:54: Wir werden sehen, auf europäischer Ebene sind wir bei den Zwei-Prozent derzeit.

00:09:58: Österreich hat traditionell immer eine etwas höhere Infektionsrate, langjährige Durchschnitt, wo das immer zwischen zero, drei und zero, fünf Prozentpunkten.

00:10:06: Mich das jetzt wundern, wenn das jetzt plötzlich weg wäre, also ich halte das Ziel, die Zwei-Prozent für Österreich, wird man sehen, ob wir das erreichen.

00:10:12: können, weil wenn wir im gesamten Euro Raum die zwei Prozent haben, sind wir meistens drüber.

00:10:17: Was ist da der Grund dafür?

00:10:18: Das ist eine Übergewichtung des Sektors Tourismus und Gastronomie in unserem Wagenkopf.

00:10:24: Das hängt schlussendlich stark auch mit dem Tourismus zusammen.

00:10:27: Das heißt, bei uns wird einfach mehr Tourismusleistungen konsumiert.

00:10:31: sind sie stärker im Warenkopf drinnen.

00:10:32: Und den Tourismusleistungen sind die Preissteigungen einfach grundsätzlich stärker.

00:10:36: Da gibt es verschiedene Gründe.

00:10:37: Da gibt es eine Fachkräfte mangel im Tourismus.

00:10:39: Zum Beispiel während Corona sind viele Osteuropäer nicht mehr zurück.

00:10:42: Also er wird in ihre Heimatländer gegangen und dort Jobs gefunden, kommen jetzt nicht mehr zurück, merken allgemein, es ist nicht so wahnsinnig attraktiv.

00:10:48: Und da haben wir dann eher wieder die Dienstleistungen, die stark dort die Preise treiben.

00:10:51: Das ist der Grund, warum auch wir wissen sie alle in Restaurants.

00:10:53: Das ist die Inflation auch deutlich höher als in anderen Sektoren.

00:10:57: Das ist aber prima.

00:10:58: nicht, weil das Fleisch vom Schnitzel so viel wenn es bei der Kellner einfach höhere Löhne bekommt.

00:11:04: Das ist einfach der Treiber, der maßgebliche.

00:11:06: Wir

00:11:07: haben dir auch schon gesagt, in Österreich gibt es einige wenige große Lebensmittelhändler, die sich den Markt teilen.

00:11:14: Werden die jetzt dieser Steuersenkung überhaupt an die Endkonsumentinnen und Endkonsumenten weiterleben?

00:11:19: Gibt es da Möglichkeiten, das zu garantieren?

00:11:22: Garantieren ist eine gute, wie schwierig, aber natürlich, das ist auch die zweite ganz wichtige Frage, die du hier stellst.

00:11:29: Wie sehr wird das weitergegeben?

00:11:30: Da ist vorher viel diskutiert worden.

00:11:32: Wie vor Chef Felbermeier hatte im Herbst auch diese Maßnahme vorgeschlagen.

00:11:37: Bei ihm ging es aber prima.

00:11:38: Er wollte das psychologische Moment sozusagen, dass am Point of Sale die Preise ein bisschen sinken und er hatte vorgeschlagen, dass der Normalsteuersatz im Gegensatz erhöht wird von zwanzig auf einundzwanzig Prozent.

00:11:48: Also, dass wir gar keine Infektionswirkung haben, sondern nur, dass halt Grundnahungsmittel günstiger werden, dass wir den psychologischen Effekt haben.

00:11:55: Er hat damals, wo er auch natürlich diskutiert, wie sehr wird das weitergegeben?

00:11:58: Und er hat dann immer auf eine Studie des Münchner IFO-Institutes aus Deutschland verwiesen.

00:12:03: In Deutschland hat seine temporäre Mehrwertsteuersenkung im Jahr zwanzig zwanzig gegeben und die wurde sehr genau vom IFO untersucht.

00:12:08: Und da ist rausgekommen, dass die eigentlich weitgehend weitergegeben wurde.

00:12:12: Nur spannend, ich habe mir das Papier angeschaut.

00:12:14: Da schreiben die Autoren selber, dass es überraschend ist, weil das eigentlich anders ist als bei historischen Früeren.

00:12:21: Steuersenkungen, das zu einem Teil, das schon hängen geblieben ist.

00:12:24: Der Handelsverband hat sich schon geäußert und gesagt, natürlich werden wir es weitergeben.

00:12:27: Auch die Handelsketten sagen, sie werden es natürlich weitergeben.

00:12:30: Die Regierungsspitze sagt, sie werden die BWB, die Bundeswettbewerbsbehörde beauftragen, genau darauf zu schauen, dass das auch weitergegeben wird.

00:12:37: Ja, aber... Mal sehen, ob dem dann wirklich so ist.

00:12:42: Wir wissen, alle Preise verändern sich, gerade im Supermarkt.

00:12:45: Das hängt natürlich auch mit saisonalen Veränderungen.

00:12:47: Wir wissen alles, gerade Obst und Gemüse, wenn das da drinnen ist.

00:12:52: Es gibt Weltmarktpreis, das verändern sich.

00:12:53: Und natürlich ist die Verlockung sicher groß, hier vielleicht ein bisschen einen Mitnahmeeffekt zu erzielen, ohne dass ich da jetzt irgendjemandes unterstellen möchte.

00:13:03: Der Handelsverband hat sich jedenfalls... sehr gefreut über diese Maßnahme.

00:13:07: Ich habe mich gefragt, warum eigentlich ist.

00:13:09: Also niedrige Besteuerung erhöht den Absatz, kann man vielleicht sagen, aber gerade bei Grund da muss man da nicht zwingend davon sein.

00:13:17: Ja, das ist einerseits natürlich, dass man hofft, dass grundsätzlich ein besseres Konsum, eine bessere Konsumstimmung entsteht.

00:13:22: Das ist einfach so, wir müssen bedenken.

00:13:24: Inflation ist wahnsinnig viel Psychologie.

00:13:26: Die hatten in den vergangenen Jahren viele dieser Jahre, da trotz der hohen Inflation hatten wir eigentlich Real-Lohn-Gewinne, weil die Löhne noch einmal stärker gestiegen sind.

00:13:34: Trotzdem haben die Menschen das Gefühl, weniger Geld in Börsel zu haben.

00:13:36: Warum ist das so?

00:13:38: Den Lohn-Zettel bekomme ich genau einmal im Monat, schaue ich vielleicht einmal auf myKonto und im Supermarkt kaufe ich täglich ein.

00:13:44: Und wenn ich dort das Gefühl habe, dass so Preise, wenn so Preiscrenzen überschritten werden, was zeitweise vier Euro jetzt ist ihr wieder gefallen oder auch andere Preise bei der Milch finden das an zwei Euro, die Liter gekratzt wird, dann sind das so Signalpreis und darauf reagieren die Menschen einfach.

00:14:00: Dann sinkt auch die Konsumstimmung.

00:14:02: Wenn ich es fühle, das Leben ist so teuer, dann gehe ich mir auch weniger Klamotten kaufen oder weniger Elektronik oder sonst was.

00:14:07: Und das ist die Hoffnung, dass ich hier einen Effekt habe, hier eine positive psychologische Grundstimmung.

00:14:13: Und der zweite Fakt ist natürlich, dass der österreichische Handelsverband natürlich ein massives Problem mit der chinesischen Konkurrenz von Timo und Shane hat, zum Teil auch berechtigterweise und die natürlich froh sind, wenn hier sozusagen ihre Konkurrenten jetzt stärker belastet werden.

00:14:25: Das ist auch natürlich klar.

00:14:27: Kommen wir noch zu einem anderen Thema, das heute auch angeschnitten worden ist.

00:14:31: Nämlich soll es ab dem Jahr für den Industriestrompreis in Österreich nach deutschem Vorbild einen Industriestrompreis geben.

00:14:39: Wie genau soll der funktionieren und was soll der bringen?

00:14:42: Genau, also hier gibt es auch einen Grundsatzbeschluss, dass er kommen soll und zwar das ist, dass es einen vergünstigten Strompreis im Ausmaß von fünf Cent je Kilowattstunde, fünfzig Euro je Megawattstunde.

00:14:55: Pro für Industrie, da geht es immer noch nicht ganz klar, wie ist es die volle Produktion, wie erst davon betroffen.

00:15:01: Prima geht es um energieintensive Betriebe, das sind in der Regelbetriebe, die einen Energiekostenanteil, einen gewissen Anteil an den Gesamtkosten überschreitet, in der Regel sind es bei drei oder fünf Prozent.

00:15:12: Und die Frage ist, ob jetzt die gesamten Stromkosten unter diesem Preis unterfallen oder wie in Deutschland dort, das ist die Hälfte der Stromkosten, wird dann quasi mit diesem verkünstigten Strompreis bezogen.

00:15:24: Das heißt, der Rest wird vom Staat kompensiert.

00:15:26: Und diese Maßnahme ist grundsätzlich sehr sinnvoll.

00:15:29: Es ist natürlich auch nicht so, warum kriegt jetzt die Industrie so einen günstigen Strombriss und wir als Haushaltskunden nicht.

00:15:34: Das Problem ist halt einfach, dass unsere energieintensive Industrie in einem globalen Wettbewerb ist.

00:15:40: Und da haben wir in Europa sowieso schon massive Probleme, weil zum Beispiel in den USA der Strompreis bei einem Drittel des Europas liegt, auch in China deutlich niedriger.

00:15:48: Das sind unterschiedliche Gründe.

00:15:49: In den USA ist es halt sehr viel günstiges Gas, was dort durch Flacking erzeugt wird, auch in China haben sie sehr viel Votodale.

00:15:56: Kohle-Strom, was wir natürlich aus Klimaschutzgründen nicht mehr wollen und bei uns sind auch die Klimakosten natürlich drauf, was natürlich sinnvoll und wichtig ist, aber es verdauert halt den Strom für die Industrie.

00:16:07: Und so haben wir die europäischen Länder jetzt angefangen hier Kompensationsmechanismen zu machen und Österreich war bisher Einzeländer, wo es das in dem Ausmaß nicht gab.

00:16:14: Das heißt, wir hatten hier der große Gefahr, dass wir noch dazu nicht nur gegenüber die internationalen Konkurrenz zurückfallen, sondern auch gegenüber den europäischen Konkurrenten.

00:16:21: Und da haben wir eh schon auch durch die hohen Lohnsteigerung und die hohen Lohnstückkosten einen massiven Nachteil.

00:16:25: Und das hat mir jetzt sozusagen heute den Grundsatzbeschluss gemacht, dass der das behoben wird.

00:16:30: Das halte ich für eine sehr sinnvolle Maßnahme.

00:16:33: Aber auch hier ist wieder die Gegenfinanzierung die große Frage, weil es steht bis hier nur drin, es soll durch zusätzliche Abgaben auf die Energiewirtschaft erfolgen.

00:16:41: Und auch bei der Präsnation hat der Bundeskanzler auch mehrfach gesagt, ja, da gibt es einige rechtliche Themen, die noch geprüft werden müssen.

00:16:49: Es gibt verschiedene Varianten, man möchte eine möglichst faire Verteilung haben.

00:16:53: Er geht davon aus, dass das alles sich gut ausgeht und dass man eine gute Lösung finden wird.

00:16:57: Aber natürlich ist die Frage, weil irgendwo wird, wenn diese Kosten aufschlagen?

00:17:01: Also es ist jetzt nicht so, dass ein Teil wird sicher.

00:17:03: Die Energiewirtschaft hat ja in einem vergangenen Jahr ein Windfall Profit so genannt, also dadurch, dass sie halt zum Teil erneuerbare Produktionen in Österreich haben.

00:17:10: über zu höheren Preisen verkaufen konnten, also die erneuerbare Produktion ist ja oft sehr günstig aus abgeschriebenen Wasserkraftwerken sowieso, aber auch durchaus aus Windkraftanlagen ist, was sich das durchaus schon auszahlen kann.

00:17:21: Und jetzt ist halt die Frage, wo werden diese zusätzlichen Kosten aufschlagen?

00:17:24: Auf wen werden die dann nachher entfallen?

00:17:26: Wird das dann auf die restlichen Stromkunden, wenn sozusagen wird es für alle ein bisschen teurer, damit man das quer finanzieren kann?

00:17:32: Das ist quasi die Frage, die sich für mich noch stellt.

00:17:35: Bis für den Jahrkabel.

00:17:39: Bitte gerne.

00:17:43: Und ausführliche Analyse zum Nachlesen finden Sie wie immer auch in den Shownotes.

00:17:48: Danke fürs Zuhören und dranbleiben.

00:17:50: Bis zum nächsten Mal.

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