Ein Jahr Trump: Wie sehr haben sich die USA verändert?

Shownotes

Von Christine Mayrhofer. Im ersten Jahr seiner zweiten Amtszeit hat Donald Trump die Regeln der alten Welt auf den Kopf gestellt: Er pfeift auf internationale Hilfe und kommt Wladimir Putin entgegen, er brüskiert das Nato-Bündnis und setzt wieder auf fossile Energie, er überflutet sein Land mit Dekreten und schickt die Nationalgarde aus, wenn gegen ihn demonstriert wird.

Martin Weiss, ehemaliger österreichischer Botschafter in den USA und heute Leiter des Thinktanks Salzburg Global und „Presse“-Kolumnist, erklärt in dieser Folge, was sich in den USA alles verändert hat, was das für Europa bedeutet und was die nächsten Jahre von Trumps Präsidentschaft bringen könnten. gesprochen. ** Gast: **Martin Weiss, *Host:* Christine Mayrhofer Schnitt: Audiofunnel/Dominik Lanterdinger

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00:00:05:

00:00:09: Im ersten Jahr seiner zweiten Amtszeit hat Donald Trump die globale Handels- und Weltordnung über den Haufen geworfen.

00:00:16: Er hat innenpolitisch neue Maßstabe gesetzt, pfeift auf internationale Hilfe und kommt Vladimir Putin entgegen.

00:00:23: Risikiert das NATO-Bündnis, setzt wieder auf fossile Energien, überflutet das Land mit Dekreten und schickt die Nationalgarde aus, wenn gegen ihn demonstriert wird.

00:00:33: Mein Name ist Christine Meyerhofer und das ist, was wichtig ist, der tägliche Nachrichten-Podcast der Presse.

00:00:40: Am zwanzigsten Jänner jährt sich Trumps zweite Amtsantritt zum ersten Mal.

00:00:45: Aus diesem Anlass habe ich mit Martin Weiß, dem ehemaligen österreichischen Botschafter in den USA gesprochen.

00:00:51: Er hat mir erklärt, was sich in den USA alles verändert hat.

00:00:55: Was das für Europa und den Rest der Welt bedeutet und was die nächsten Jahre von Trumps Präsidentschaft noch bringen könnten.

00:01:03: Doch blicken wir zu Beginn einmal in die Vergangenheit, denn da haben einige Dinge sogar Martin Weiß überrascht.

00:01:13: Na ja, das sind jetzt ein paar Dinge, glaube ich, passiert, die man sich so kaum hätte vorstellen können.

00:01:19: Also ganz sicher mal das Sturm auf das Kapitol, das ist etwas, was man sich wirklich gedacht hat, das kommt aus einem schlechten Hollywood-Film und das dann doch passiert.

00:01:29: Und jetzt auch diese zweite Präsidentschaft von Donald Trump, das war schon ein Jahr voll mit Überraschungen und das sind jetzt unterschiedliche Dinge, die schon überraschend sind.

00:01:42: die Art und Weise zum Beispiel wie Donald Trump derzeit versucht mit seinem Chef der Notenbank umzuspringen, diese Drohungen, die wir gesehen haben, um Grönland, auch Dinge, dass Donald Trump sich ein Flugzeug von Qatar schenken lässt für hunderte Millionen von Dollar und so weiter.

00:02:02: Also das sind alle möglichen Dinge, die man sich so glaube ich eigentlich kaum gedacht hätte, dass das möglich ist und sie sind es aber doch.

00:02:10: Schauen wir uns mal an, was sich im innenpolitischen Gefüge so getan hat.

00:02:15: Also ganz oft hat man das Gefühl bei Entscheidungen Trumps, das sind jetzt nicht klassische Policy-Gewichtungen, sondern da wird wirklich ein bisschen so die Grenze ausgereizt.

00:02:25: Wie hat sich denn das amerikanische System, also die Justiz, die Verwaltung, Ihrer Einschätzung nach damit getan?

00:02:33: In Amerika spricht immer von diesem System der checks and balances.

00:02:37: Aber in der Verfassung muss man auch sagen, Ist der Präsident eine Funktion, die sehr stark ist?

00:02:44: Der hat sehr viele Möglichkeiten.

00:02:47: Und wie Sie richtig sagen, Donald Trump reizt es jetzt alles ziemlich bis zur Grenze aus.

00:02:54: Und da tut sich das System natürlich schwer, weil viele der Entscheidungen, auch die Donald Trump jetzt trifft, können dann bei Gericht angefochten werden.

00:03:03: Aber das dauert.

00:03:04: Zum Beispiel die Zölle, die er am April letzten Jahres eingefühlt hat.

00:03:09: Es gibt jetzt einen Fall vor dem Supreme Court, bis heute aber keine Entscheidung.

00:03:12: Das heißt, Donald Trump hat sehr schnell verstanden, dass er große Möglichkeiten hat.

00:03:18: Und wenn seine Kontrolle gibt, dann greift die auch durchaus erst später.

00:03:24: Und das nützt er jetzt.

00:03:25: Er regiert mittels Decret.

00:03:28: Da braucht er den Kongress nicht dazu.

00:03:30: Da können Dinge angefochten werden.

00:03:31: Das dauert aber.

00:03:32: Und in dieser Zeit regiert er fast als Alleinherrscher.

00:03:36: Und das hat kaum ein Präsident vor ihm je so ausgenützt.

00:03:41: Und er spielt bis an die Grenzen und teilweise vielleicht sogar über die Grenzen.

00:03:46: Und Kontrolle wird dann irgendwann einmal vielleicht greifen, aber das dauert.

00:03:51: Trump hat ja seiner Wählerschaft.

00:03:53: Einiges versprochen.

00:03:54: Also nicht zuletzt günstigere Preise, dass die amerikanische Wirtschaft wieder anzieht, eine harte Linie in Sachen Migration.

00:04:01: Wo steht er denn da, was das Einlösen dieser Versprechen angeht?

00:04:06: Also das kann man, glaube ich, Donald Trump, wenn man so will, anrechnen.

00:04:10: Er sagt Dinge, die er auch so meint und die setzt er dann auch um.

00:04:14: Migration ist ganz klar.

00:04:16: Er hat gesagt, ich will die Grenze schließen.

00:04:19: Ich will Migranten, die illegal in den USA sind, massenweise ausweisen.

00:04:24: Drill Baby Drill, das Öl, das Gas, das ist mir ganz wichtig.

00:04:29: Ich interessiere mich nicht für Umweltgesetze, ich werde aus dem Pariser Klimaabkommen selbstverständlich wieder austreten.

00:04:35: Und, und, und, also das sind alle möglichen Dinge, die versprochen werden und dann auch durchgesetzt werden.

00:04:41: Das natürlich, was zum Beispiel er bei der Wirtschaft versprochen hat, nicht wirklich greift oder bis jetzt noch nicht greift.

00:04:48: Da rätet er sich dann so drüber, dass er sagt, das braucht halt noch ein bisschen, aber das kommt schon noch, sozusagen das gute Ende kommt schon noch.

00:04:55: Aber ich glaube, da muss man sagen, Donald Trump versucht jetzt sehr präzise die Dinge, die er versprochen hat, umzusetzen.

00:05:04: Und was ganz lustig vielleicht ist, wenn man das lustig finden will, wenn er seinen Wählern versprochen hat, ich werde diese illegalen Immigranten aus dem Land schmeißen.

00:05:16: Dann wussten alle Experten schon damals, wir reden davon ungefähr zwölf Millionen Menschen.

00:05:22: Viele davon brauchen die USA, denn wer bringt denn jedes Jahr die Ernte ein?

00:05:27: Das sind viele illegale Arbeiter, die das machen und und und.

00:05:31: Wenn man die rausschmeißen will, dann wird das grauslich.

00:05:34: Und das haben die Wähler damals vielleicht teilweise nicht mitbedacht.

00:05:37: Das haben eine große Menge von Latinowählern, haben Donald Trump die Stimme gegeben und da hat vielleicht ein bisschen mitgeschwungen.

00:05:44: Naja, ich will jetzt nicht unbedingt für meinen Arbeitsplatz das der neue Konkurrenz.

00:05:49: als Migranten kommen, die mir vielleicht meinen Job wegnemen.

00:05:52: Da waren wir mit dabei.

00:05:54: Dass jetzt aber plötzlich Freunde, Verwandte und alle zusammengefasst werden, rausgeschmissen werden, Familien getrennt werden und so weiter, dann sagen jetzt viele in der Hauptbahn, das wollte ich ja gar nicht.

00:06:04: Und man sieht auch, dass plötzlich die Zustimmung bei den Latino-Wählern sinkt.

00:06:09: Also, manchmal sind Dinge, die angekündigt werden, klingen cool, wenn die dann umgesetzt werden, dann wird es teilweise sehr hässlich.

00:06:16: Lässt sich ein Vergleich ziehen zu Donald Trumps erster Amtszeit?

00:06:20: Also es hat ja geheißen am Beginn, er ist jetzt viel besser vorbereitet.

00:06:24: Er wird das alles bestimmter noch energischer angehen.

00:06:27: Haben Sie das so beobachtet?

00:06:29: Ja, also da ist sicher viel bessere Organisationen da auf Donald Trumps Seite.

00:06:36: Wenn Sie sich erinnern bei seiner ersten Präsidentschaft, das sind ja relativ schnell die Köpfe gerollt.

00:06:42: Also der Außenminister Tillersen, der am Anfang der Tollste aller Außenminister war, war dann sehr schnell, also damals er Rock und wurde ausgetauscht, Sicherheitsberater wurden ausgetauscht und und und, also da hat es einiges an aufruhen Kabinett gegeben.

00:06:57: Dieses Jahr war das Kabinett sehr, sehr stabil.

00:07:00: Dieses Jahr ist sein nationales Sicherheitsberater zurückgetreten, der ist inzwischen Unobotschafter.

00:07:05: Der Außenminister hat seinen Job auch übernommen, aber man hat das Gefühl, das weiße Haus funktioniert, sein Team funktioniert.

00:07:13: Und die Themen werden da schon recht präzise abgearbeitet.

00:07:17: Also das ist für mich ein großer Unterschied in der Präzision der Vorgangsweise.

00:07:23: Und natürlich hat Donald Trump in den ersten vier Jahren schon auch gelernt.

00:07:27: wie diese Washington-Maschine funktioniert.

00:07:29: Und das ist ihm da wieder was beim Anfang gesagt, er merkt verstanden, dass er, wenn er schnell genug ist, sehr freie Hand hat und sehr viel umsetzen kann.

00:07:38: Und da hilft es natürlich, ein hundert Prozent loyales Team zu haben und das hat er offenbar.

00:07:43: In Europa, da beobachtet man das alles sehr gebannt.

00:07:46: Die verlässliche Partnerschaft, die man über Jahrzehnte lang mit den USA hatte, die scheint zumindest vom Tisch zu sein.

00:07:54: Aber hat Trump jetzt wirklich gar kein Interesse mehr an Europa als Handelspartner, als militärischer Verbündeter?

00:08:01: Oder lässt er sich diese Partnerschaft vielleicht nur sehr teuer abkaufen?

00:08:07: Also er hat sicher nach wie vor Interesse an Europa.

00:08:11: Amerikanische Firmen verdienen viel Geld in Europa.

00:08:15: Europäer sind nach wie vor ... Treue verbündete der USA.

00:08:20: Die USA haben in Europa extrem wichtige Stützpunkte, die sie auch bei den Militäroperationen, die wir gesehen haben in den letzten Zeit, immer wieder sehr intensiv verwenden.

00:08:30: Also Rammstein ist eine riesenamerikanische Basis, Flughafen, großes Militärspital und und und.

00:08:37: Würde Donald Trump Heute sagen, also ich brauche die NATO nicht mehr, trete aus, viel Spaß auch ohne mich und er würde dann all das verlieren, wäre es eine massive Schwächung auch der USA.

00:08:48: Also er spielt da oft mit diesen Dingen, baut Druck auf.

00:08:53: setzt auch Dinge um.

00:08:55: Wir haben es gesehen in der NATO, wo in der NATO bislang war die Verpflichtung jedes NATO-Staats.

00:09:01: Er muss zwei Prozent seines Protonationalproduktes für die Rüstung ausgeben.

00:09:06: Inzwischen sind es fünf Prozent geworden.

00:09:08: Also das ist schon eine massive Erhöhung.

00:09:10: Da hat Donald Trump sich durchgesetzt.

00:09:12: Er tut dann immer so, als würde Europa diese fünf Prozent bei den USA einzahlen, was natürlich ein völliger Unsinn ist.

00:09:20: Das investiert jeder in seine eigene Rüstung, Infrastruktur usw.

00:09:24: Aber das sind Dinge, die er verkaufen kann.

00:09:26: Also ich glaube, was wirklich durchklingt bei ihm und bei seinem Kabinett, man schaut auf Europa herab.

00:09:34: Man sagt, das sind Trittbrettfahrer, die bringen ihre Dinge nicht zusammen, die sind schwach.

00:09:41: Und man kann auf die Druck ausüben, aber in vielerlei Hinsicht braucht man sie trotzdem.

00:09:47: Und man sieht ja auch bei der Ukraine, Donald Trump wird versprochen, in einem Tag wieder dort Frieden schaffen mit zwischen seinen Jahren.

00:09:54: Das ist kein Frieden.

00:09:55: Es ist auch nicht so, dass Donald Trump alles umsetzt, was er verspricht.

00:09:58: Und er sieht dort auch, ohne die Europäer geht es auch nicht.

00:10:03: Und die Europäer können zumindest sagen, na hallo, da ziehen wir nicht mit.

00:10:07: Also das spürt er dann schon auch.

00:10:08: Da gibt es europäische Positionen, die nicht so leicht verrückbar sind.

00:10:12: Also da ist die Rhetorik oft ein bisschen höher angetragen als die Wirklichkeit.

00:10:17: Wie verändert denn das auch das europäische Selbstbild?

00:10:20: Also ist man da gefestigter geworden, hat man sich nur aufgestellt oder ist man da noch unsicher?

00:10:26: Also ich glaube Europa versteht jetzt schon, dass es nicht mehr diese gemütliche amerikanische Hängematte ist, die Amerikaner bezahlen für unsere Sicherheit, wir investieren in Schulen und in Kindergärten und wenn es hart auf hart kommt, dann machen die Amerikaner die Drecksarbeit.

00:10:43: Also es wird jetzt nicht mehr sein, das versteht Europa jetzt, aber Europa ist halt Europa, da geht vieles nur mit Einstehmlichkeit, da geht vieles langsam und solche Kurskorrekturen brauchen Zeit, aber ich glaube, Wer sich jetzt noch nicht verstanden hat, der wird es nie verstehen.

00:11:00: Also Donald Trump bringt die Dinge auf den Punkt und ich glaube viele europäische Staaten haben jetzt verstanden, okay, die Welt, in der wir leben, ist jetzt eine andere geworden.

00:11:11: Die Devise America First, die haben wir auch gesehen, wenn es um internationale Hilfsleistungen geht.

00:11:16: Also da haben sich die USA aus vielen Bereichen sehr zurückgezogen.

00:11:21: Welches Kalkül steht da dahinter?

00:11:24: Ja, America First.

00:11:25: Erstens einmal kann man sagen, eigentlich logisch, das wird ja jeder Politiker machen.

00:11:30: Ich meine, ein Österreicher wird auch von seinen Politikerinnen und Politikern fordern, bitte aus to a First.

00:11:35: Das ist mir das Wichtigste.

00:11:37: Da ist meine Arbeitsplätze, die so ungesichert werden und und und.

00:11:40: Also America First per se kann man sagen, ja, nur natürlich, wenn man sagt, America First heißt, z.B.

00:11:46: ich trete aus allen möglichen Unorganisationen aus, ich trete aus dem Klimapakt aus und und und.

00:11:53: dann wird es halt sehr schnell America alone und man verliert dann auch an Kraft und an Einflussmöglichkeiten.

00:12:00: Klingt auf dem ersten Blick gut.

00:12:01: Natürlich, ich kann mich lustig machen und kann sagen, die UNO hat lauter Blödsinnorganisationen und da gibt es irgendein sinnloses Nahrungsprogramm.

00:12:08: Warum soll ich da als Amerika bezahlen?

00:12:10: Aber das sind ja alles Einflussmöglichkeiten.

00:12:13: Und die Natur verabschiedet das Vakuum.

00:12:16: Wenn die Amerikaner nicht mehr dort sind, wird jemand anderer dort sein.

00:12:19: Und man sieht auch ziemlich offensichtlich, wie China spürt, dass sich da plötzlich Türen aufgemacht werden.

00:12:25: Und China kommt jetzt in viele internationalen Organisationen und sagt, naja, wenn ihr einen verlässlichen internationalen Partner sucht, wir würden uns da anbieten.

00:12:34: Andere, die steigen ein, die steigen aus, da weiß man nicht.

00:12:37: Bei uns weiß man, wir sind verlässlich.

00:12:39: Also, ja.

00:12:40: Kann man alles machen?

00:12:41: Einmal hü, einmal hot.

00:12:42: Donald Trump tritt aus.

00:12:44: Joe Biden tritt ein.

00:12:45: Donald Trump tritt wieder aus.

00:12:46: Der nächste tritt wieder ein.

00:12:48: Stärken tut das die USA nicht.

00:12:51: Es lebt ja auch das internationale Völkerrecht davon, dass dieses eben von möglichst vielen Akteuren als verbindlich akzeptiert wird.

00:12:58: Wie hat jetzt dieses erste Jahr Trump dieses Fundament vielleicht schon ausgehöhlt?

00:13:04: Das Völkerrecht ist insofern wichtig.

00:13:07: Es gibt ein bisschen eine Richtschnur.

00:13:09: was Recht ist und was Unrecht ist.

00:13:12: Das Völkerrecht kann aber sehr oft nicht umgesetzt werden.

00:13:15: Wir haben das in den letzten Jahrzehnten gesehen.

00:13:17: Immer wieder, wenn es Verletzungen des Weltfriedens gegeben hat, konnte der Sicherheitsrat nicht reagieren, weil halt einer der permanenten Mitglieder immer ein Veto in der Interesse hatte.

00:13:26: Da hat halt entweder Russland ein Veto eingelegt oder die USA oder China und damit hat es dann nie die Konsequenzen gegeben, die eigentlich in der UNO-Karte vorgesehen sind.

00:13:35: Und das ist nichts Neues.

00:13:36: Das Völkerrecht ist tausendfach verletzt.

00:13:39: wurden.

00:13:39: Und natürlich auch eines ist klar, für den kleinen Staat ist das völkgerecht viel wichtiger als für den großen Staat.

00:13:46: Der große Staat, might is right, macht, macht recht, der kann sich die Welt, so im Pipi Langstumpfprinzip, ich mache mir die Welt, wie die Vise, wie sie mir gefällt, der kann das machen, es kann der kleine Staat nicht.

00:13:59: Also Österreich trägt immer auf die Einhaltung des völkgerechts und Donald Trump sagt das halt jetzt auch sehr Brutal, das interessiert mich nicht.

00:14:07: Ich brauche das nicht.

00:14:08: Die einzige Richtschnur, die ich habe, ist meine eigene Moral.

00:14:11: Das muss ich auch genügen.

00:14:13: Das erschüttert natürlich die Weltordnung, aber wie gesagt, ganz so neu ist das nicht.

00:14:19: Auch vor Donald Trump haben amerikanische Präsidenten und viele andere Präsidenten der Welt das Völkerrecht gebrochen.

00:14:25: Also das heißt nicht, dass das Völkerrecht völlig egal ist, aber wie gesagt, das ist ein oft ziemlich zahnloses Recht und das wissen wir.

00:14:33: Trump stilisiert sich ja sehr gern als Friedensstifter und greift auch mit aufsinneregenten Verhandlungsmethoden beispielsweise rund um den Ukrainekrieg in Verhandlungen ein.

00:14:43: Aus ihrer Sicht als Diplomat,

00:14:45: wie passt denn

00:14:45: so ein

00:14:46: offensives Vorgehen

00:14:48: zur herkömmlichen Diplomatie?

00:14:50: Donald Trump macht es eben sehr unverholen.

00:14:53: Das ist vielleicht der wirklich große Unterschied.

00:14:56: Dieses Gespräch mit Vladimir Zelensky, das die ganze Welt verfolgen konnte, wo der im weißen Off-Haus gemaßregelt wird, eigentlich beleidigt wird.

00:15:09: Das hätte früher vielleicht auch stattgefunden, aber dann halt hinter geschlossenen Türen.

00:15:13: Bei Donald Trump findet es vor laufender Kamerastatt.

00:15:16: Die ganze Welt kann sich das anschauen.

00:15:18: Und das ist so ungewöhnlich, dass man da überhaupt kein Ingenierer hat, das auf offener Bühne auszutragen.

00:15:23: Und Donald Trump freut sich sogar über solche Momente, weil er nachher sagt, well, this is gonna be great TV.

00:15:28: Und das ist auch sein Denken irgendwie.

00:15:30: Er ist über diese Fernsehschiene groß geworden.

00:15:33: Und für alles, was großartige Unterhaltung ist, Konflikt ist auch großartige Unterhaltung.

00:15:37: Also mit dem kann er leben.

00:15:40: Wie gesagt, so die Grundprinzipien, dass die USA eben die Supermacht ist, die in vielerlei Hinsicht den Ton angibt.

00:15:48: Das hat sich nicht so sehr geändert.

00:15:50: Aber da die Art und Weise, das Stil, früher hätte man solche Dinge kaschiert und das... Donald Trump fühlt sich an solche Üssensen nicht gebunden.

00:16:01: Er macht genau das, was er will.

00:16:03: Jeden Tag lässt sich durch nichts stoppen.

00:16:06: Und ich glaube, das ist eigentlich der, der ist ja wirklich ganz große Unterströcke.

00:16:09: Sie können argumentieren, als George Bush in den Irak gegangen ist mit diesem, was wir nachträglich wissen, Vorwand, dass es dort Massenvernichtungswaffen gibt.

00:16:21: Auch ein glatter Völkerrechtsbruch.

00:16:24: Hat ihn auch das Völkerrecht überhaupt nicht gestoppt.

00:16:26: Und und und.

00:16:27: Aber das ist einfach eine völlig andere Art und Weise noch gewesen, als das heute Donald Trumps macht.

00:16:33: Das ist schon one of a kind.

00:16:35: Mit diesem ersten Jahr von Trumps Amtszeit im Rücken, wir blicken sie jetzt auf den Rest der Amtszeit und lässt sich überhaupt einschätzen, wie sich das entwickeln wird.

00:16:47: Also, ich glaube es, im Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr hat es schon sehr spannend begonnen.

00:16:52: Das wird ein extrem spannendes Jahr.

00:16:56: Einmal, weil es für Donald Trump natürlich mit den Midterms im November, sagt, das kann eine große Zäsur sein.

00:17:04: Wenn man sich heute die Situation anschaut, Donald Trump hat katastrophale Umfragewerte.

00:17:10: Die wirtschaftliche Situation ist nicht großartig in den USA.

00:17:13: Würde er heute bei den Midterms antreten, wäre es eine Katastrophe für die Republikaner.

00:17:21: Jetzt kann auch viel passieren in diesem Jahr.

00:17:23: Es kann sich die Wirtschaft die Situation verändern.

00:17:25: Vielleicht gibt es Frieden in der Ukraine.

00:17:27: Das würde der Weltwirtschaft auch helfen.

00:17:29: Also da ist natürlich vieles möglich.

00:17:31: Aber tendenziell wird Donald Trump mit jedem Tag der vergeht mehr und mehr zu einer lahmen Ente.

00:17:39: Ist einfach so.

00:17:40: Weil Donald Trump wird nie wieder gewählt werden.

00:17:43: Der Name Donald Trump wird nie wieder auf einem Waldzettel stehen.

00:17:47: Und früher oder später beginnen sich die Abgeordneten und beginnt sich die Politik umzuorientieren.

00:17:52: Und die haben sich schon gesehen, im Kongress hat es ein paar Abstimmungen gegeben zuletzt, wo sich Republikaner gegen Donald Trump gestellt haben.

00:18:00: Das war im ersten Jahr kaum passiert, passiert jetzt immer wieder, immer wieder und wird tendenziell immer öfter passieren.

00:18:08: Und deswegen ist es in dem politischen Extrem spannendes Jahr.

00:18:12: und außenpolitisch Auch, wir sehen jetzt gerade die Krise in Iran, wo immer sich das jetzt hindreht, das könnte den ganzen Nahen Osten massiv verändern.

00:18:25: Das Ukraine-Thema ist noch nicht zu einem Abschluss gebracht und das ist auch etwas, was die Welt verändern wird, denn wenn Vladimir Putin für seine Aggression belohnt wird.

00:18:37: Er beginnt einen aggressiven Krieg gegen seine Nachbarn.

00:18:41: Der ganze Westen stellt sich gegen ihn mit Waffen für die Ukraine, mit Wirtschaftsmaßnahmen und am Ende des Tages siegt Vladimir Putin und nimmt sich die Früchte seines Krieges.

00:18:51: Dann ist es eine katastrophale Nachricht für ganz Europa, weil dann haben wir plötzlich eine Imperiale Macht, die eigentlich sagt, liebe Freunde, ich kann genau machen, was ich will.

00:19:00: Ihr werdet es mich nicht aufhalten und die USA sowieso nicht.

00:19:04: Und solche Dinge, also ich glaube, da wird sich einiges in diesem Jahr sortieren.

00:19:09: Wir werden auch schauen, wie geht es mit dem Verhältnis USA-Kina weiter.

00:19:12: Das scheint derzeit im Los zu sein.

00:19:16: Eigentlich ein bisschen überraschend.

00:19:17: Die USA haben ein schlechteres Verhältnis mit Indien als mit China.

00:19:21: Wer hätte das gedacht?

00:19:23: Aber da ist dieses große, diese große Taiwan-Frage, hekt er über uns allen, was, wenn dort etwas passiert.

00:19:31: Also ich glaube, einige große Fragen für Donald Trump, der jetzt so übermächtig immer wieder ausschaut aus europäischer Sicht, gibt schon auch einige Schwächezeichen, einige Risse in seiner Rüstung.

00:19:44: Und ich glaube, die werden eben eher tiefer als, dass die sich schließen.

00:19:48: Herr Weiß, vielen herzlichen Dank.

00:19:50: Ich sage danke sehr.

00:19:53: Und Martin Weiß, den können Sie in der Presse auch lesen.

00:19:56: Alle vierzehn Tage ordnet der da politische Ereignisse aus den USA ein.

00:20:01: Den Link dazu finden Sie in den Shownutz.

00:20:03: Danke fürs Zuhören

00:20:04: und dranbleiben.

00:20:05: Bis

00:20:05: zum nächsten Mal.

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