Josef Grünwidl wird Wiener Erzbischof: Ist der deklarierte Seelsorger auch ein guter Manager?
Shownotes
Am Samstag wird Josef Grünwidl als neuer Wiener Erzbischof feierlich im Wiener Stephansdom in sein Amt eingeführt. Die Ernennung ist seit Oktober bekannt, Grünwidl ist außerdem seit dem altersbedingten Rücktritt von Kardinal Schönborn im Jänner 2025 Verwalter der Erzdiözese Wien. Und doch ist die Bischofsweihe am Samstag eine besondere Zeremonie voller Symbolik.
Darüber und welche Befugnisse der künftige Erzbischof hat, welche Erwartungen viele Menschen in der katholischen Kirche an Josef Grünwidl haben – zu diesen Fragen ist Regina Polak im „Presse“-Podcaststudio zu Gast, sie ist Professorin für praktische Theologie und interreligiösen Dialog an der Universität Wien und profunde Kirchenkennerin.
**Gast: **Regina Polak, Professorin für praktische Theologie und interreligiösen Dialog an der Universität Wien Host: Klemens Patek Schnitt: Audiofunnel/Dominik Lanterdinger
**Mehr zum Thema: ** Bischofsweihe: Gottes Melodie und Neues in der Liturgie
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Erzbischof Grünwidl: Ein Neustart in Wien voller Erwartungen, Wünschen und Hoffnungen
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00:00:02:
00:00:04: Die Presse.
00:00:09: Ein neuer Erzbischof für Wien.
00:00:12: Wissen Sie schon, sagen Sie, stimmt.
00:00:14: Die Nachricht über die Ernennung von Josef Grünwidl ist im Herbst offiziell geworden.
00:00:19: Aber am Samstag folgt jetzt die große Amtseinführung und Bischofsweihe im Stephansturm.
00:00:24: Und das ist kein alltägliches Fest.
00:00:26: Herzlich willkommen bei Was Wichtig Ist.
00:00:28: Mein Name ist Clemens Patek.
00:00:30: Die katholische Kirche liebt Rituale und Symbole und das Ganze auch wirklich gut und da ist kein Detail zufällig.
00:00:39: Was die Amtseinführung am Samstag so besonders macht und welche Befugnisse der künftige Erzbischof hat, wer Josef Grünwidl ist und welche Erwartungen viele in der Kirche an ihnen haben, darüber spreche ich heute mit Regina Pollack.
00:00:51: Sie ist Professorin für praktische Theologie und interreligiösen Dialog an der Universität Wien und profunde Kirchenkennerin.
00:01:01: Ich begrüße Frau Prof.
00:01:02: Pollock im Presse-Podcast Studio.
00:01:04: Schön, dass Sie da sind.
00:01:05: Danke
00:01:05: für die Einladung.
00:01:06: Damit sich unsere Hörerinnen und Hörer vielleicht auch ein Bild machen können, Sie sind Professorin für praktische Theologie und interreligiösen Dialog an der Universität Wien.
00:01:15: Beschäftigen Sie auch viel mit Migration?
00:01:18: Wie verorten Sie sich in der Kirche?
00:01:20: In der Kirche ist ich an der Universität eingestellt und als Professorin habe ich als Fach die Pastoraltheologie oder auch praktische Theologie genannt.
00:01:28: Da geht es um die Frage, wie sich Kirche ... die katholische Kirche und überhaupt Religionsgemeinschaften allgemein angesichts dessen, was wir Zeichen der Zeiten einen verändern kann, verändern muss, welche Aufgaben sie hat.
00:01:41: Und ich habe einen Schwerpunkt im interreligiösen Dialog aus einer praktischen Sicht und da speziell Dialog Judenkristin und Muslime.
00:01:50: Das ist sicher auch eine große Aufgabe und ein Spannungsfeld, mit dem sich auch der neue Bischof wahrscheinlich beschäftigen wird.
00:01:54: Ja, das sieht man ja jetzt schon bei der Bedeweie am Samstag, dass die Repräsentanten aller Religionsgemeinschaften, die in Österreich anerkannt sind, da sein werden.
00:02:02: Das ist schon ein Zeichen, weil das Zusammenleben in der Erzdürze Wien und eigentlich auch in ganz Österreich geht einfach nur mehr in einem inter-religiösen Zusammenhang um den religiöser Pluralität und auch wählternschaulicher Pluralität.
00:02:17: Ein eher Schwerpunkt ist auch Pastoraltheologie.
00:02:20: Das ist die Seelsorge, kann ich das mal so?
00:02:22: Na, das ist ein Bereich.
00:02:24: Es geht um die Seelsorge, aber Pastoral bedeutet seit dem zweiten vatikanischen Konzil jegliches Handeln der Kirche in der Welt.
00:02:32: Und da gehört dann natürlich das Seelsorgliche Handeln der Kirche dazu, aber auch der gesellschaftspolitische Einsatz, das Diakonale handeln, das Verkündigungshandeln, die missionarische Praxis, also quasi alles, was die Kirche tut.
00:02:45: Und ich reflektiere das quasi aus einer theologischen Perspektive und versuche mit meiner Forschung dazu beizutragen, dass das Handeln der Kirche in der Welt von heute einerseits der Gegenwart entspricht, also anschlussfähig ist, aber andererseits natürlich auch der Tradition verpflichtet ist.
00:03:02: Jetzt komme ich trotzdem nochmal auf den Seelsorgebegriff zurück, weil das ja auch ein Begriff ist den noch designierten Erzbischof Josef Grünwidl, der ihm auch wichtig ist, glaube ich, so ist mein Eindruck.
00:03:12: Er ist ja noch gar kein Bischof, das ist ja auch nicht etwas, was vielleicht alltäglich ist oder was noch allen vielleicht doch bewusst ist.
00:03:17: Wir leben am Samstag auch in einem Bischofsweihe.
00:03:20: Reden wir mal über die Zeremonie, was erwartet uns, was ist das für ein Fest?
00:03:23: Das wird ein ziemlich großes Fest, ein großer Fest Gottesdienst, ein Weihegottesdienst, bei dem dreitausend Menschen erwartet werden.
00:03:30: Wahrscheinlich könnte er den Ton noch mal so oft fühlen.
00:03:35: Er wird intronisiert als der ... Erzbischof von Wien.
00:03:40: und was ich so gehört habe, wie er die Liturgie anlegt, also da gibt es natürlich jetzt quasi auch vorgeschriebene Elemente, aber er setzt da schon ganz eigene Akzente.
00:03:50: Also wenn z.B.
00:03:52: die Urkunde, die er überreicht bekommt, wenn das diese NSC-Sorgerin aus dem Weinfiertel macht, wenn dort, ich glaube, hundertfünfzig Ministrantinnen und Ministrantinnen sind, die jetzt auch aus seinen eigenen... fahren kommen, wo er tätig war.
00:04:06: Wenn er überhaupt, ich glaube, er kommt mit sechzig Jugendlichen gemeinsam beim Einzug, wo er auch zeigt, dass er der nächsten Generation sehr verpflichtet ist.
00:04:15: Er war ja auch Jugendseelsorger.
00:04:17: Sein Hirtenstab, also der Bischofstab, den er haben wird, ist der Stab von Weihbischof Gretzel, also ein ganz einfacher Holzstab.
00:04:27: der ein bisschen adaptiert worden ist, auch da signalisiert er sein Verständnis, sein Selbstverständnis als Seelsorger.
00:04:33: Also es sind diese vielen kleinen symbolischen Details, liturgischen Details, die eingebettet sind natürlich in die katholische Tradition einer Bischofsweihe, aber gleichzeitig durchaus auch mit eigenen Akzenten versehen sind.
00:04:46: Eine Bischofsweihe, können wir das vielleicht noch ein bisschen einordnen?
00:04:49: Was bedeutet das im kirchlichen Kontext beziehungsweise für Josef Grünwidl?
00:04:53: Also er übernimmt ein Amt, das jetzt aus einer katholischen Perspektive nicht nur eine reine institutionelle Funktion ist, also quasi ein sekulares Phänomen, sondern aus einer katholischen Perspektive hängt das natürlich auch maßgeblich mit dem Willen und der Berufung Gottes zusammen, ist vom Segen Gottes abhängig, um das mal so zu formulieren.
00:05:18: und er wird damit auch in die Reihe der Lehrer und der Apostel und damit auch der Nachfolger Jesu gestellt, um zum Ausdruck zu bringen.
00:05:28: Wenn er da jetzt Bischof ist, dann steht er in der Kontinuität der katholischen Kirche und ihrer Tradition und gewährleistet damit, es ist eine seiner Aufgaben, dass die katholische Lehre und die katholische Tradition hier auch weitergeführt werden, darauf geachtet wird.
00:05:46: weiter tratiert werden und zugleich aber auch angesichts der Gegenwart weiterentwickelt werden.
00:05:54: Ein Bischof steht an der Schnittstelle zwischen den jeweiligen Ortskirchen und repräsentiert diese gegenüber der Universalkirche und umgekehrt repräsentiert er die Universalkirche, also den Papst, gegenüber dem Volk.
00:06:12: Also der ist quasi so ein doppelter Kommunikator.
00:06:15: Und das ist eine kirchliche Leitungsfunktion, die einen sacramentalen Charakter hat, also quasi auch von Gott mitgewirkt ist.
00:06:23: Also, wo Mensch und Gott auch zusammenwirken, aber das kann nur gut gehen, wenn Gott auch mittut.
00:06:29: Und davon geht man aus als Katholik.
00:06:31: Und das wird quasi in gewisser Weise auch sichtbar gemacht innerhalb der Liturgie.
00:06:36: Jetzt wird Josef Grünwidl ja nicht nur Bischof, sondern auch zum Erzbischof geweiht.
00:06:42: Was ist ein Erzbischof eigentlich?
00:06:44: Naja, es gibt ja neben den Diozösen auch sogenannte Kirchenprovinzen und Josef Grünwidl ist dann als Erzbischof, zugleich auch der Metropolit, der Kirchenprovinz, Wien und dazu gehören dann noch einmal die Diozöse Eisenstadt, die Diozöse Linz und die Diozöse St.
00:07:02: Bülten.
00:07:04: Also, da gibt es quasi nochmal eine übergeordnete regionale Leitungsfunktion.
00:07:08: Wir haben gesagt, es sind viele Gäste von Befreundeten Kirchen auch
00:07:13: zu gassen.
00:07:14: Das spielt
00:07:14: auch die Erste zu seiner wichtige Rolle.
00:07:16: Also was gerade jetzt auch in der Erztözösie, wie in Beziehungsweise auch in Österreich schon eine längere Tradition hat und da haben wir, glaube ich, kann durchaus sagen Europa weiter eine Vorbildrolle, dass bei uns der Dialog zwischen den Religionen wirklich gut ist auf dieser Ebene.
00:07:32: Aber trotzdem ist das jetzt im Vergleich oder Langzeitperspektive alles andere als eine lange Tradition.
00:07:39: Also der Dialog zwischen oder der interreligiöse Dialog ist eigentlich in der katholischen Kirche erst mit nineteen fünfundsechzig, also mit dem zweiten vatikanischen Konzil auch eine eine theologische Aufgabe und Verpflichtung geworden.
00:07:53: Davor war das eher nicht so, da hat man sich sogar zwischen den christlichen Kirchen schwer getan, um das charmant auszudrücken.
00:08:00: Aber Da gibt es gerade jetzt auch und da spielt der Vorgänger vom zukünftigen Erzbischof Grünwildl.
00:08:08: Also der Kardinal Schönborn schon eine Schlüsselrolle, weil dem das ein wirklich ganz wichtiges Anliegen war, das quasi auch zu stärken.
00:08:15: Das ist ihm gut gelungen.
00:08:17: und quasi der Beginn ist eigentlich Kardinal König, der Ja, am Konzil selbst auch dabei war, sich auch als Religionswissenschaftler in gewisser Weise auseinandergesetzt hat mit der Vielfalt der Religionen und der sich für den Dialog in Österreich stark gemacht hat.
00:08:32: Also insofern ist es schon für Österreich und die Ärztöse wie eine lange Tradition, aber quasi Katholiken denken ja immer in Jahrhunderten, ist das dann doch etwas... in gewisser Weise was Neues und etwas, was noch durchaus Luft nach oben ist, jetzt gerade auch auf der Ebene der Bevölkerung.
00:08:54: Jetzt haben wir ein bisschen ausgeholt und ein bisschen über die Zeremonie am Samstag gesprochen.
00:08:57: Reden wir über die Person, Josef Grünwidl.
00:09:00: Wie haben Sie den künftigen Erzbischof kennengelernt?
00:09:03: Was ist das für ein Mensch?
00:09:04: Ich kenne ihn aus meiner Zeit als religionspädagogische Referentin am Stephansplatz bei der katholischen Jungscher.
00:09:13: Da war er zeitgleich Jugendseelsorger.
00:09:16: Also wir waren quasi, ich war für die Kinder, für die Kinderarbeit der katholischen Kirchen wie in Zuständig und er für die Jugendarbeit und ich als Lein und er als Priester, so habe ich ihn kennengelernt.
00:09:26: Und dann habe ich ihn im Laufe der Jahre quasi, das war dann schon, das war eher aus der Ferne irgendwie mitverfolgt, wie er da seinen Weg geht, Sekretär von Kardinal Schönborn, dann Pfarrer in Niederösterreich, Administrator, also die unterschiedliche Stationen, der da hat.
00:09:43: Und ich habe ihn da auch manchmal besucht, da hat er mich zu Vorträgen eingeladen und ich habe einfach quasi wahrgenommen, also sowohl direkt als auch über Personen, die mit das erzählt haben, dass er da ganz ein exzellenter Seelsorger ist und so versteht er sich ja auch jetzt.
00:09:57: Also jemand, der sehr nahe am konkreten ... Alltag und lebender Menschen sein möchte und auch ist und sich da als Begleiter versteht.
00:10:06: Und Seelsorge ist ja jetzt aus einer christlich-theologischen Perspektive nicht nur die Sorge, also erstens um die... Nur um die Seele, sondern eigentlich geht es um den ganzen Menschen, also mit Leib und Seele.
00:10:19: Und es geht auch nicht nur um die religiöse Dimension, sondern es geht wirklich auch um Alltagsorgen, Alltagsprobleme.
00:10:26: Also es geht wirklich um das ganze Leben eines einzelnen Menschen oder auch von Gemeinschaften, die er da begleitet hat.
00:10:32: Und das hat er immer sehr gut gemacht.
00:10:35: Also junge Leute mögen ihn gern und das ist für mich schon auch ein Indikator, dass er da was Gutes tut.
00:10:41: Er wollte ja selbst nicht zuerst Erzbischof werden, hat er betont zumindest, dass er das Amt nicht anstrebt, dann ist er auf der Liste gestanden und hat auch selber bei der Pressekonferenz im Mittwoch gesagt oder hat Augustinus zitiert, wenn das, was ich für euch bin, mich erschreckt, gibt mir das, was ich mit euch bin, Zuversicht und für euch bin ich Bischof, mit euch bin ich Christ.
00:10:59: Das ist so dieser Spirit, auch den er ausstrahlt, mit den Menschen.
00:11:04: Aber... Mit seinem Amt kommt natürlich auch eine Managementfunktion, würde ich das mal nennen, mit.
00:11:09: Aber da hat er sich auch eingearbeitet als Administrator.
00:11:12: Das ist ja jetzt schon seit dem Rücktritt von Bischof Schönborn.
00:11:15: Was ist denn da von ihm zu warten, beziehungsweise welche Ausmaße hat denn dieser Job?
00:11:19: Also,
00:11:20: wenn er da Augustinus zitiert, kann ich das gut verstehen, nämlich vor allem den Blick auf das Erschritten.
00:11:25: Die Ärztürzösie Willen zu leiten heißt Verantwortung zu haben für über eine Million Katholikinnen.
00:11:31: für sechshundert Paaren, für achthundert Priester, für, ich glaube, vierundsebzig, fünfundsebzig Tausend Leih, ehrenamtliche Leihen, für Personen, die in Sozial- und Bildungseinrichtungen und Krankenhäusern arbeiten, also allein die Caritas hat fünftausend Mitarbeiterinnen.
00:11:51: Und da könnte ich jetzt noch viel dazu aufzählen.
00:11:53: Es ist ja auch nicht nur die Stadt Wien, es gehört ja auch das östliche Niederösterreich dazu, also mit zwei Vikariaten.
00:12:00: Dann sitzt er, ist er den Vorsitz oder das Protektorat für, ich weiß nicht, wie viele Stiftungen für die er da auch Verantwortung hat.
00:12:09: Das ist quasi nur der innerdötze, seine Teil.
00:12:11: Da kommen ja dann auch noch die Verantwortlichkeiten hinzu, die er als Erzbischof von Wien im Wartekan wahrnehmen muss und wird.
00:12:20: Also da kann man schon erschrecken.
00:12:22: Und das kann also gerade für ihn persönlich natürlich schon eine enorme Spannung sein, gerade so wie er das anlegen möchte, also als Brückenbauer, als Seelsorger und als Teamplayer, so wie er es beschrieben hat.
00:12:34: Wenn man das ernst nimmt, kostet das einfach sehr viel Zeit.
00:12:38: Also autoritäres Leiden ist einfach geschwinder.
00:12:41: Und in schwierigen Zeiten neigt man dann auch eher zu autoritärem Leiden, wenn er das wirklich machen will und das weiß.
00:12:46: Also ich habe das erlebt, das tut er auch.
00:12:48: Also er weiß schon sehr klar, was er möchte.
00:12:53: Er übernimmt auch die Verantwortung, die mit Leitung verbunden ist.
00:12:56: Er delegiert das dann nicht an sein Team oder so.
00:13:00: Aber es ist jemand, der wirklich zuhört, abwegt, sich beraten lässt und wenn er das wirklich machen wird und will.
00:13:06: und gleichzeitig auch noch den Menschen nahe sein will und dann auch noch Brücken bauen will.
00:13:10: Und was so harmlos klingt, ist auch nicht so einfach, weil es natürlich auch innerhalb der Ärztöße Wien und in der Weltkirche Spannung gibt, dann wird das schon eine ganz schöne Herausforderung.
00:13:20: Ich traue ihm das zu, weil ich ihn wahrnehme als jemanden, der eine sehr, sehr klare innere Orientierung und einen klaren inneren Kompass, einen tiefen Glauben auch hat und auch darauf achtet, dass er als Person da nicht untergeht.
00:13:36: Aber einfach stelle ich mir das nicht vor.
00:13:38: Und was halt zu erwarten ist, also das Schöne an solchen kirchlichen Ämtern ist, dass die quasi natürlich eine Rollenbeschreibung haben und auch Verantwortlichkeiten mit sich bringen.
00:13:48: Aber dass es doch erwünscht und gefragt ist, das mit der eigenen Person zu füllen.
00:13:54: Also insofern wird Josef Grünwidl dass mit seinen eigenen Begabungen, seinen eigenen Kompetenzen Fähigkeiten ausfüllen und dass wir ein anderes Pontikfikat werden als das von Kardinal Schönborn und von Kardinal König und Kardinal Grohr.
00:14:12: Also was er plant, ist, dass das sehr nahe an den Menschen ist.
00:14:16: Also er ist niemand, wie ich ihn einschätzt, niemand, der sehr gern da immer im, wie soll ich sagen, sich mit Bürokratie beschäftigt und dann permanent am Steffans Platz ist.
00:14:25: Da werden gewisse Spannungen sein.
00:14:28: Aber ich denke mir, wenn das so wird, wie er das glaube ich vorhat, dann wird das ein recht sichtbarer Volksnaher Erzbischof sein.
00:14:39: Der auch gleichzeitig, ich meine er übernimmt ja die Ärztehösöse auch in einer wirklich schwierigen Zeit, die Katholiken entzahlen.
00:14:46: gehen zurück, einerseits Kirchenkrise, aber natürlich auch die demografische Entwicklung.
00:14:51: Das hat auch ökonomische Auswirkungen.
00:14:53: Es geht um Fahrschließungen.
00:14:55: Die Stimmung ist jetzt in der Järztürzösie nicht immer so rosig, weil man einfach merkt, man geht in schwierige Zeiten sowohl kirchlich-gesellschaftspolitisch sowieso.
00:15:04: Also da wird eine ganz wichtige Aufgabe sein und das traue ich mir auch zu hoffen, eine begründete Hoffnung zu vermitteln.
00:15:11: Aber trotzdem wird es natürlich auch Spannungen geben, Konflikte geben.
00:15:16: Da wird es tatsächlich viel seelsorgliche Bekleidung auch brauchen.
00:15:19: Um seine Priester muss er sich kümmern.
00:15:22: Quasi das Schlüsselpersonal kann schon recht spannend werden.
00:15:25: Es sind eben Entscheidungen zu treffen und das wollte ich Sie eh fragen, Sie haben es schon angesprochen.
00:15:29: Gibt es Entscheidungen, die jetzt wirklich dringend anstehen und welche Bereiche muss man sich dazu erst kümmern?
00:15:33: Oder ist das eh die finanzielle Lage?
00:15:35: Also ich glaube, dass er da nicht gleich Ja sagen würde.
00:15:40: Und ich eigentlich auch nicht.
00:15:41: Also das, was das dringendste und das Wichtigste ist schon die Also für Christen und Christinnen zuerst einmal die Frage nach der geistlichen Vertiefung.
00:15:53: Was meine ich damit, Menschen dabei zu begleiten, dass sie ihren Glauben spirituell vertiefen, inhaltlich weiterentwickeln können?
00:16:03: weil quasi der Glaube und damit verbunden dann im nächsten Schritt Hoffnung und Liebe die Quelle sind aus der Christen und Christinnen leben.
00:16:10: Das hilft dann nämlich auch alle anderen Probleme anders zu betrachten.
00:16:15: Also das sagt da ja auch regelmäßig, dass ihm diese Frage, dass ihm die Gottesfrage sehr zentral ist.
00:16:21: Das ist ja auch sein Wahlspruch, nicht?
00:16:22: Also lasst die Melodie Gottes in euer Herz.
00:16:28: Also das ist für ihn, glaube ich, wirklich das allerzentralste.
00:16:31: Nur ist das eben keine abstrakte Geschichte.
00:16:33: Das zeigt sich dann in all den konkreten Herausforderungen, wie man die bearbeitet.
00:16:37: Und da gehört dann natürlich die Finanzfrage schon auch an erster Stelle.
00:16:42: Aber man kann auch mit Geld geistvoll und geistlos umgehen.
00:16:46: Und deswegen ist das andere ein Stück weit wichtiger.
00:16:48: Aber natürlich wird es darum gehen, was macht man mit den vielen Räumen, die es in der Jetztözösie wie in Gibt und die zum Teil leer stehen, was macht man mit den Kirchen, was macht man mit Fahrzusammenlegungen, was geschieht angesichts dann auch des Personalmangels, den es gibt.
00:17:04: Also das hat ja schon längst begonnen, aber das wird in den nächsten Jahren weiterhin ein Thema sein und das ist für alle Beteiligten kein schönes.
00:17:13: Aber trotzdem, also was ich ihm dazu traue ist, Nämlich weil er ein Christ ist und was Christen eigentlich können ist, schwierige Situationen und Krisen wahrzunehmen, beim Namen zu nennen und trotzdem zu schauen, was kann ich jetzt aus dieser Situation, kann ich nicht vielleicht doch irgendwas Gutes draus machen.
00:17:31: Also kann man zum Beispiel eine Pfarrzusammenlegung so gestalten, dass da was Neues, dass da neue Ideen dabei entstehen.
00:17:41: Was übrigens auch schon passiert ist, also wir haben bereits Seelsorgeräume.
00:17:45: Wo dann tatsächlich ein neues pastorales Profil entstanden ist, ich denke da jetzt an eine große Gemeinde im zehnten Bezirk.
00:17:52: Ich denke an die Pfarrer Hildegard Bure an dem fünftzehnten Bezirk, da schicke ich meine Studierenden immer hin, weil die einfach wirklich ein Vorzeigebeispiel ist, wie was, was man ... was geschehen kann und was man entwickeln kann.
00:18:05: Wenn man sagt, okay, wir müssen da jetzt kooperieren, hat auch eine ökonomische Dimension, aber wir machen was gescheites draus.
00:18:11: Wer Bischof oder Erzbischof wird, wird natürlich auch von Journalistinnen immer gefragt, wie derjenige zu Priesterweihe oder Diakoninnenweihe von Frauen steht oder zum Zölibat.
00:18:21: Das hat Josef Grünwidl auch schon immer wieder beantwortet, dass er sich das vorstellen kann, Zölibat, Wahlfreiheit.
00:18:27: Welche Rolle spielt ein Erzbischof in diesen großen, theologischen Debatten?
00:18:31: Ja, natürlich kann er der Einfluss nehmen.
00:18:33: Also das ist ja auch quasi die Aufgabe der Kirchenleitung, also von Bischofsversammlungen oder eben jetzt auch im Rahmen dieses synodalen Prozesses, den wir in der katholischen Kirche hatten und immer noch haben, sich diesen Fragen zu stellen, wie sich Kirche, wie sich Strukturen weiterentwickeln müssen.
00:18:51: Ich persönlich glaube nicht, dass das Frauendiakonata jetzt ja bald kommen wird, weil das Weltkirchlich für mich überhaupt nicht danach ausschaut, was der neue Erzbischof sicherlich kann.
00:19:02: ist, dass er seine Sichtweise auf eine Art und Weise einbringt, die auch für andere Bischöfe und Kardinele, die das überhaupt gar nicht wollen und ablehnen, dass die zumindest mal zuhören, weil der Erzbischof über die Gabe verfügt, also der zukünftige Erzbischof über die Gabe verfügt, auch schwierige Dinge so anzusprechen und direkt anzusprechen.
00:19:27: dass der Andere sich nicht angegriffen fühlt, sondern dass da irgendwie ein Raum aufgeht, in dem man dann auch über wirklich schwierige Themen und Konflikte sprechen kann.
00:19:36: Das ist etwas, das können nicht so viele Menschen.
00:19:39: Das kann er, das habe ich selbst schon beobachtet.
00:19:42: Und deswegen kann ich mir gut vorstellen, dass er hier in meiner ASTheologis dem zweiten wartikanischen Konzil verpflichtet, das ist... Die katholische Kirche auch, auch wenn es da manchmal Gegner gibt, und das ist auch das synodale Prozess.
00:19:55: Und ich kann mir da gut vorstellen, dass er da auf seine freundliche, aber doch gleichzeitig sehr klare Art seine Überlegungen, seine Vorstellungen mit guten, theologischen Gründen einbringt, weil die gibt es für beides, also sowohl für das Frauendiagonat, als auch für die Aufhebung oder die Freistellung des Züllebarts, für Weltbrister.
00:20:17: Und das ist ja wichtig, also das muss man ja quasi mit der Tradition auch begründen.
00:20:22: Nicht nur in der katholischen Kirche gilt für alle Religionsgemeinschaften.
00:20:25: Und da kann ich mir vorstellen, dass er das nachhaltig, freundlich immer wieder thematisiert.
00:20:31: Und wenn er da gute Kontakte knüpft, weil das ja auch eine Frage der Beziehungen ist, kann er da schon einen Einfluss nehmen.
00:20:39: Das glaube ich schon.
00:20:40: Ich meine, das ist halt ein Thema, Also diese Vernetzung im Vatikan und in den Vatikan, das steht sicher noch an und er kann nicht italienisch.
00:20:49: Ich glaube, dass er das lernen könnte.
00:20:51: Also da gibt es quasi ein Entwicklungsraum, aber er ist ja noch jung für ein Bischof.
00:20:57: Ja, italienisch kann man lernen, das ist sicher nicht das Problem.
00:21:00: Genau.
00:21:00: Welche Rolle spielt denn der Erzbischof von Wien eigentlich in der Bischofskonferenz?
00:21:03: Sie ist ja nicht automatisch Vorsitzender, das ist ja im Moment auch der Erzbischof von Salzburg.
00:21:08: Wie kann man sich da die Zusammenarbeit vorstellen?
00:21:10: Ich
00:21:10: nehme an, dass werden die Bischöfe bei der nächsten Bischofskonferenz besprechen.
00:21:15: Ob das Erzbischof Lackner weiterleitet, ob das der Erzbischof von Wien weiterleitet, also das weiß ich einfach nicht.
00:21:21: Da kann ich nicht hineinschauen.
00:21:23: Und
00:21:23: noch eine beliebte Journalistenfrage und noch eine Glaskugelfrage ist die nach der Kardinalswürde, die natürlich für den alltagenden Ärzteswürde eigentlich, würde ich fast sagen, keine Rolle spielen, vielleicht widersprechen Sie mir, Kardinalswürde für Wien, glauben Sie, dass das wieder passieren wird, dass Josef Grünwild Kardinal
00:21:38: wird?
00:21:38: Also ja, wie Sie sagen, es ist eine Glaskugelfrage, das weiß ich nicht, von den Bischöfen, die es bis jetzt... Bischöfe und Erzbischöfe, die es bis jetzt in Wien gegeben hat, war schon die überwältigende Mehrheit dann auch Kardinal.
00:21:50: Die Frage wird sein, ob der neue Papst quasi die Politik von Papst Franziskus weiterführt.
00:21:58: Also quasi jetzt eher eine Vorliebe hat, dafür Bischöfe zu Kardinellen zu ernennen, die an der sogenannten Peripherie leben.
00:22:09: Ich weiß ja nicht, was die Peripherie der Welt ist.
00:22:13: Also eben nicht so die klassischen Bischofssitze, sondern eben Mongolei oder irgendwie ein kleines afrikanisches Land.
00:22:20: Also das war die Franziskus-Politik, um eben quasi auch sichtbar zu machen, dass die katholische Kirche im globalen Süden und gerade im Bereich der eben, der Peripherie, wo viele arme Menschen leben, sehr präsent ist.
00:22:33: Oder ob Papst Leo eben da wieder eher traditioneller wird.
00:22:38: Ich kann mir letztes Vorstellen.
00:22:40: Weil der Erzbischof von Wien natürlich jetzt gerade auch innerhalb von Europa eine sehr wichtige Rolle hat.
00:22:46: Also ich mein, Wien ist dann schon noch mal im Mitblick auf Verbindung Ost und Westeuropa oder überhaupt als Brücke in die katholische Kirche im osteuropäischen Raum schon ein Schlüsselort, also die ganze mittel-europäische katholische Kirchenfrage.
00:23:01: Also von dem Hintergrund könnte ich mir schon vorstellen, dass er zum Kardinal ernannt wird.
00:23:07: Aber wie gesagt, Klasskugel.
00:23:09: Klaus Kugel, Sie haben mir erzählt, Sie sind am Samstag bei der Zeremonie dabei.
00:23:13: Was erwarten Sie sich?
00:23:14: Was wird das für einen Tag für Sie?
00:23:16: Also ich weiß, dass ich sehr früh dort sein muss, wenn ich einen Platz bekommen
00:23:20: will.
00:23:20: Es ist ja eine strenge Einlasskontrolle.
00:23:21: Es
00:23:21: ist ganz naja, kann man sich vorstellen.
00:23:23: Also das ist einfach gleichzeitig, muss man leider nüfteln, sagen natürlich auch immer ein riskant, wenn so viele Menschen auf einem Platz im Dom sind.
00:23:31: Das ist leider so.
00:23:32: Wann muss man da da sein in der Früh?
00:23:34: Nein, da früher muss man noch nicht da sein,
00:23:37: obwohl
00:23:37: ich mir das ernsthaft schon überlegt habe, weil ich eigentlich nicht so lange stehen möchte und kann.
00:23:42: Also ich werde sicher schon um halb eins, glaube ich, aufbrechen, weil man sonst ja auch dann gar nicht mehr reinkommt.
00:23:51: und dann bin ich einfach schon auf dieses auf diese Zeremonie gespannt, auf die Akzente, die ersetzt, ja, den Schwerpunkt auf die Taufe zum Beispiel.
00:23:59: Und aus Symbolik her hat er sich auf Feuer zungen des heiligen Geistes fokussiert.
00:24:05: Ich freue mich auf den Bischofstab, wenn ich den sehe.
00:24:08: Und da gibt es sicher noch ganz viele Kleinigkeiten, weil sie ja wahrscheinlich wissen, also die katholische Kirche liebt Rituale und Symbole und das kann sie auch wirklich gut.
00:24:18: Und da ist kein Detail zufällig.
00:24:21: und da dann zu schauen und das zu interpretieren vor dem Hintergrund der jeweiligen Tradition und Geschichte und was er jetzt quasi mit was mit einem bestimmten Symbol oder einer bestimmten Handlung eigentlich ausgedrückt werden will und wenn was anders ist als das was man erwartet was bedeutet das und wie kann man das interpretieren?
00:24:40: so was mache ich schon gern.
00:24:43: Also das ist etwas das kann die katholische Kirche sehr gut und also das ist eine Feier.
00:24:48: Aber also katholische oder überhaupt christliche Gottesdienste, weifeste, überhaupt christliche Liturgie hat ja immer auch einen Inhalt und die die Riten sprechen und erzählen etwas und sind natürlich auch deutungsbedürftig.
00:25:06: Also da wird immer auch eine Botschaft, eine inhaltliche Botschaft vermittelt und die zu lesen, das ist schon sehr spannend.
00:25:13: Also katholische Liturgie Die evangelische auch und auch die Autotoxin natürlich ist immer was für die Seele und fürs Hirn und für den Leib, wenn ich das so pathetisch sagen darf.
00:25:26: Ja, dann sind wir gespannt.
00:25:27: Wir werden es natürlich beobachten, Sie vor Ort.
00:25:29: Vielen Dank, dass Sie bei uns vorbeigeschaut haben.
00:25:31: Vielen Dank.
00:25:31: Danke für die Einladung.
00:25:35: Die Amtseinführung von Josef Grünwidl als Erzbischof von Wien können Sie auch im Fernsehen oder Radio mitverfolgen.
00:25:41: Los geht's um vierzehn Uhr auf UF-II beziehungsweise auf Radio-Klassik Stefansdom.
00:25:46: Meine Kollegin Elisabeth Hofer war Mittwoch bei der Pressekonferenz und hat sich im Stefansdom alle Schauplätze der Weihe schon angesehen.
00:25:53: Ihren Text verlinke ich in den Show-Notes.
00:25:55: Und dort finden Sie auch ein spannendes Interview mit Regina Pollock aus der Presse am Sonntag vom August, in dem Sie auch über Ihren persönlichen Glauben spricht.
00:26:04: Ich bedanke mich bei Ihnen fürs Zuhören und wünsche Ihnen ein wunderschönes Wochenende.
00:26:07: Wir hören uns!
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