Trump gegen Iran: Wie nah sind wir am Angriff?

Shownotes

Zu Gast ist Andreas Grassl (@worldpolitics.daily, er kommentiert Geopolitik auf Social Media und arbeitet als Sportkommentator bei CANAL+.

Was lässt sich über den Iran überhaupt noch verlässlich sagen, wenn das Internet dicht ist – und warum bedeutet ein möglicher US-Luftschlag nicht automatisch „Regimewechsel“? Andreas Grassl (@worldpolitics.daily ordnet die Lage zwischen Teheran und Washington ein, spricht über Informationsquellen im Blackout und darüber, woran man echte Eskalationssignale erkennt. Wir reden auch über seine Arbeit und wie man Trolle erkennt. Und zum Schluss geht es auch um Sport: WM 2026 in den USA, Boykottaufrufe und die Frage, wie politisch Fußball inzwischen geworden ist.

Es geht auch um: Berichte über sehr hohe Opferzahlen im Iran – und wie man mit nicht unabhängig verifizierten Zahlen umgeht Internet-Sperre im Iran: Welche Quellen bleiben, welche Bias-Risiken gibt es? Iran in einer „kritischen Phase“: Legitimitätsverlust, Brutalität, Stabilität des Regimes USA vs. Iran: Was wäre ein Hinweis, dass Drohungen „echt“ werden – und was ist bloß Abschreckung? Warum Iran für die USA strategisch wichtig ist (u.a. Israel/China/Öl) „Verteidigen wie nie zuvor“: Rhetorik vs. militärische Realität WM 2026: Boykott-Debatte, Einreise/ESTA, Social-Media-Checks an der Grenze Sportjournalismus: Unterhaltung, Detailtiefe, Leidenschaft

Hinweis: Bei strittigen Angaben (z.B. Opferzahlen, Sicherheitsmaßnahmen) sprechen wir ausdrücklich über Berichte und über Informationen, die nicht unabhängig verifiziert sind. Credits: Grassl-Video.

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Transkript anzeigen

00:00:02:

00:00:04: Die Presse.

00:00:09: Kommt der amerikanische Angriff auf den Iran oder kommt er nicht?

00:00:12: Wir schreiben den Dreiundzwanzigsten Jenner und das ist eine Analyse.

00:00:15: Über das kommende Wochenende wird der US-Flugzeugträger USS Abraham Lincoln vor der iranischen Küste mit Bekleidflotte eintreffen und dadurch gäbe es zumindest die infrastrukturellen Voraussetzungen für den amerikanischen Angriff auf den Iran.

00:00:27: So hört sich Andreas Grassel in seiner natürlichen Umgebung an, denn das war ein Ausschnitt aus einem seiner Erklärvideos, die er seit ungefähr drei Jahren in sozialen Medien wie TikTok oder Instagram regelmäßig an seine Followerinnen ausspielt.

00:00:42: Er ist nicht nur Internet-Kommentator, sondern parallel dazu, bei Kanal Plus, Sportmoderator.

00:00:47: Und heute ist Andreas Grassel bei uns zu Gast im Podcast, was wichtig ist, Mein Name ist Anna Weiner und wir beide reden jetzt über die aktuellen Entwicklungen im Iran.

00:00:57: Eine Region, mit der er sich sehr gut auskennt.

00:01:00: Wir werden auch über die USA und den Aufruf zum Boykott des Landes bei der Fußball-Weltmeisterschaft diesen Sommer sprechen.

00:01:06: Und ich will vor allem auch von Andreas Krassel wissen, wie es überhaupt dazu gekommen ist, dass er auf Social Media Geopolitik erklärt.

00:01:18: Hallo Andreas Krassel.

00:01:19: Servus.

00:01:21: Ich würde gerne das Gespräch mit deiner Zahl beginnen.

00:01:23: Das Time-Magazin geht davon aus, dass bis zu dreißigtausend Menschen an nur zwei Tagen bei den Protesten im Iran getötet worden sind.

00:01:31: Das ist aber eine Zahl, die nicht unabhängig verifiziert ist.

00:01:34: Jetzt würde ich von dir gerne wissen, wie du mit so einer Zahl bei deiner Uhrarbeit umgehst.

00:01:40: Ich habe die Zahl nicht verwendet.

00:01:41: Ich habe die Zahl von The Times, der britischen Zeitung verwendet, und die meinte sechzehntausendfünfhundert.

00:01:47: Es ist schwierig, weil die stützen sich wiederum auf... Doktoren, die das in Krankenhäusern mitbekommen hätten.

00:01:54: Und es ist schwierig, weil das iranische Regime, und auch das hat man mitbekommen, den Zugang zu den Toten verwehrt.

00:02:01: Es sei denn, die Familie bestätigt mit einem Schrieb, dass diese Totenmitglieder der Basitsch oder der Revolutionsgarten sind, um eben vorweisen zu können, seht mal, wie viele Menschen aus unserem Sicherheitsapparat gestorben sind.

00:02:15: Die Proteste waren nicht friedlich, sie waren gewaltsam und zwar gegen uns.

00:02:20: Das heißt, die Zahlen sind immer verfälscht und man muss vorsichtig sein und speziell, wenn man so wenig Verifikation hat, weil das Internet gesperrt ist.

00:02:27: Aber ich glaube sagen zu können, dass bei dem, was wir wissen, unabhängig der Zahlen, also dass mit Schrotmonitionen einfach wild auf Menschen geschossen wurde mit Tötungsabsicht, dass Krankenhäuser und Totengräber von zighunderten Tausenden berichten, da muss ich dann... die Zahlen nicht unbedingt absolut verifiziert haben, um zu wissen, dass schlimme Dinge passiert sind.

00:02:53: Du hast gerade selbst gesagt, es ist seit acht Jahren eine Internetsperre im Iran nach wie vor aufrecht.

00:03:01: Wie informierst du dich für deine Arbeit und wie informiert man sich da derzeit am besten, wenn nichts aus dem Land rauskommt?

00:03:08: und umgekehrt.

00:03:08: was fast noch schlimmer ist, im Iran ist schwer, seine Informationen zu kommen derzeit von außen.

00:03:14: Das Schwierige ist natürlich, Was grundsätzlich die Tugend ist, in meinem Fall, oder die ich immer als Tugend sehe, nämlich so nah wie möglich zur Quelle zu kommen.

00:03:23: Und das ist im Iran aufgrund der Umstände jetzt nicht möglich.

00:03:26: Das zweitbeste meiner Meinung nach im jetzigen Moment ist, über exil-iranische Medien heranzukommen.

00:03:32: Also Medien, die sich einzig und allein dem Iran widmen, aber nicht im Iran ansässig sind, da muss man natürlich auch aufpassen, dass die womöglich politische Schlagseiten haben.

00:03:42: Das ist klar, weil Exil-Iraner sind meistens Exil-Iran aus Gründen.

00:03:45: Die haben das Land nicht freiwillig verlassen.

00:03:48: Und aus diesem Grund muss man das dann sicher mit der einen oder anderen genaueren Betrachtung dann auch lesen.

00:03:56: Aber ich denke, das ist die zweitbeste Möglichkeit im Moment an Informationen zu kommen.

00:04:01: Der Iran ist spätestens seit dem vergangenen Frühjahr oder Frühsommer seit dem Konflikt zwischen USA und Iran das erste Mal wieder aufgepoppt ist.

00:04:10: So was wird ein Steckenpferd, also eines deiner Spezialgebiete, würde ich sagen.

00:04:14: Wie würdest du denn heute, nach auch dieser Entwicklung oder der Beobachtung der letzten Monate, die Lage im Iran mit einem Satz jemanden beschreiben, der sich damit noch kaum beschäftigt hat?

00:04:26: Einsatz ist schwierig, ich werde mir drei erlauben.

00:04:29: Also der Iran ist im Moment in einer kritischen Phase seiner politischen Entwicklung.

00:04:34: Aufgrund des Umstands, dass das Regime eigentlich mit einer solchen Brutalität und Illegitimität und auch Bad Governance, also einfach schlecht regiertes Land, sich so viel seiner eigenen Legitimität genommen hat, dass es eigentlich ohne Brutalität nicht mehr überleben kann.

00:04:50: Und jetzt kämpft es um sein Überleben und versucht seine Mitstreiter wie Russland oder China, speziell China im jetzigen Moment, dafür in Gefolgschaft zu bringen, weil sie sich davon von ihnen, weil es ja um ein größeres geopolitisches Gambit geht, da geht es jetzt nicht nur um den Iran selbst, sondern da geht es in Wahrheit um Öl in erster Linie und um Chinas Zugang zu Öl.

00:05:14: Und den wollen die Amerikaner auch bzw.

00:05:16: verhindern.

00:05:18: Und das ist der Umstand, in dem wir uns da gerade so befinden.

00:05:22: Ich denke, dass der Iran Definitiv das größte Puzzlestück in dieser neuen Nahost-Strategie sein kann.

00:05:30: Speziell aus israelischer Sicht.

00:05:32: Das war immer der König, wenn wir schon im Schachtemminus bleiben wollen.

00:05:37: Also ich referenziere immer gerne zurück auf das, was was im Kongress gesagt wurde.

00:05:44: Nine Eleven war gerade sehr frisch.

00:05:46: Benjamin Netanyahu kommt in den US-Kongress und spricht davon, wie man innerhalb von Jahren die relevanten Regimen der Regionen sozusagen flippen könnte, also einen Regimewechsel durchführen könnte.

00:05:58: und genannt wurden zum damaligen Zeitpunkt Libyen, das ist einiger Jahre später passiert, Irak, das ist relativ bald danach passiert, Afghanistan und der Iran.

00:06:08: Und Iran ist der Letzte, der offen ist und das ist mehr oder weniger ein ausgesprochenes Geheimnis, dass es im Endeffekt darum geht, dieses Letzte, dieses auch Größte und dieses vermeintlich mit Atomwaffen ausgestattete, aber tatsächlich wahrscheinlich nicht ausgestattete Regime, um seine Macht zu bringen.

00:06:26: Jetzt hat man aber die Hoffnung fast gehabt, Anfang des Jahres, dass das von Ihnen passiert, dieser Macht umsturzt.

00:06:34: Und wir wurden dann Zeugen alle miteinander, dass das nicht gelungen ist und dass das Regime sich wieder einmal durchgesetzt hat, mit den unter anderem auch eben von uns schon erwähnten brutalen Gegenschlägen, den gesamten Protest eigentlich wieder verstummen hat lassen.

00:06:48: Wie geschwächt oder gestärkt ist denn dieses Regime derzeit überhaupt noch jetzt mal von Ihnen betrachtet?

00:06:55: Innen und Außen, das ist immer so ein bisschen schwierig, weil uns in den großen Rahmen zu setzen.

00:07:03: Zurückreferenzierend auf die Neunzigerjahre.

00:07:05: Es gab viele in Russland, die der Meinung waren, wir hätten damals, nineteeninundneunzig als die Sowjetunion in ihrer Auflösung stand und als es Versuche gab, der revisionistischen Kräfte noch einmal dieses Ende zu verhindern mit Gorbatschow, wir hätten auf die Demonstranten schießen sollen.

00:07:21: So wie es die Chinesen am Tieren-Mennplatz neunzehnundachtzig gemacht haben, weil... Siehe da, über dreißig Jahre später ist die chinesische kommunistische Partei noch immer an der Macht und der, der auf die Demonstranten hat schießen lassen, Denk-Schau-Ping, wurde danach als Reformer gefeiert, sogar im Westen.

00:07:37: Deswegen ist, glaube ich, speziell im Iran, im politischen System, die eine hellige Meinung, wir können unsere Macht nicht in Frage stellen lassen und wir können auch nicht wirklich Reformen in einen Moment einleiten, in dem wir Stärke zeigen müssen.

00:07:53: Und deswegen werden die mit brutaler Hand durchgreifen.

00:07:57: und es ist wahrscheinlich, gemäß dessen, wie groß der Staatsapparat im Iran ist und auch wie er bewaffnet ist und wie ideologisch er an die Sache glaubt, einfach auch gar nicht ohne äußere Hilfe möglich, dieses Regime zu stürzen.

00:08:10: Also wir haben da ja wirklich... sozusagen im mittelalterlichen Menschen mit Mistgabeln und auf der anderen Seite die ersten Soldaten mit Vorderladern.

00:08:20: Das ist einfach ein unfaire Vergleich, selbst wenn keine Legitimität mehr seitens der Bevölkerung dem Regime gegenüberherrscht und das Regime sich nur noch auf eine ganz geringe Machtbasis stürzt, sind sie einfach die Inhaber des Gewaltmonopols.

00:08:35: Und das verstehen wir vielleicht in Österreich nicht, weil wir in solchen Realitäten nicht leben, aber Ein erfolgreicher Putsch oder eine erfolgreiche Revolution geht sehr selten von den Menschen auf der Straße aus.

00:08:47: Es braucht eigentlich einen bruchte Elite.

00:08:49: Es braucht eigentlich jemanden im Staatsapparat, der sagt, ich werde nicht mehr auf unsere eigenen Leute schießen.

00:08:54: Oder ich stelle mich gegen die Armee.

00:08:56: Oder die Polizei stellt sich dann gegen, weiß Gott, wenn die Revolutionsgarten in dem Fall vermutlich die da ideologisch am stärksten dran glauben.

00:09:04: Das heißt, in Wahrheit braucht es... So etwas wie äußere Hilfe zum Bruch der Elite.

00:09:11: Und das ist ja das, was dieser Luftschlag, den wir erwarten und der vermutlich auch zu einem Zeitpunkt X kommen wird.

00:09:18: Wofür der dann sorgen soll?

00:09:19: Aber wo dieser Luftschlag, den wir erwarten, es dürfte ja auch offenbar so sein, dass Kaminei selbst ihn erwartet.

00:09:25: Es gab jetzt Meldungen, dass er sich schon in einen Bunker gezogen hat.

00:09:29: Hältst du das belegbar oder ist das nur sozusagen auch ein bisschen ein Nebel, der da ist?

00:09:37: gemacht wird.

00:09:38: Verifizieren können wir es nicht.

00:09:40: Aber es ist definitiv glaubwürdig.

00:09:43: Also was würde ich machen, wenn ich einen Luftschlag erwarte, dann würde ich wahrscheinlich auch nicht am Fenster sitzen mit einem Kaffee und darauf warten, dass ich die Flugzeuge sehe.

00:09:52: Ja, die Machtbasis oder sagen wir so die Möglichkeit von Kaminet zu regieren und er ist ja eigentlich nur geistlicher Führer, er ist ja nicht Präsident.

00:10:05: Die ist sowieso durch sein Alter beschränkt.

00:10:07: Also selbst wenn sie ihn angenommen nicht erwischen, dann ist es irgendwann mal durch Alterschwäche bedingt, dass da jemand kommen muss.

00:10:14: Deswegen auch immer wieder diese Gerüchte rund um Nachfolgepläne und wer danach kommt.

00:10:19: Die hat die erste

00:10:19: Signale, dass sie auch manche ja in der Regierung sagen, ja, wir müssen also auch Signale aussenden an die Bevölkerung.

00:10:26: Wir müssen uns verändern, halt im kleinen Rahmen, weil ja die Proteste jetzt eigentlich auch vor allem aus ökonomischen Gründen so groß geworden sind.

00:10:34: Ja, natürlich die hohe Inflation, die Wasserkrise, die Unbewohnbarkeit der Hauptstadt, dass es eigentlich das zugrunde liegende, natürlich ideologische Sachen ebenfalls, aber da besteht eigentlich Das Grund über dieses System, ich glaube, dass zu viel Blut zwischen der Bevölkerung und dem Regime liegt.

00:10:54: Es ist nicht mehr berichtigbar, auch nicht durch Reformen.

00:10:59: Die USA, das ist ja jetzt eigentlich das spannende Sinn, nachdem sie ja viele verschiedene Schaubplätze derzeit bearbeiten müssen, jetzt wieder ausgerückt, also nämlich US-Präsident Donald Trump, und hat dem Iran wieder gedroht, dass sie verhandeln sollen über das Automprogramm, dass man wieder miteinander verhandeln soll.

00:11:16: Und wenn das nicht passiert, hat er eben wieder mit einem Militärschlag gedroht.

00:11:21: Was wäre denn das klasse Zeichen, dass... dass diesmal wirklich ernst gemeint ist.

00:11:27: Also ich meine, man geht davon aus, dass die USA das plant.

00:11:30: Aber wir wissen halt auch nicht, schon vor zwei, drei Wochen dachte man, okay, möglicherweise gibt es jetzt beide mal einen Anschlag.

00:11:36: Woran würde man jetzt erkennen, die Amerikaner meinen, dass diesmal wirklich ernst?

00:11:41: Es wäre militärisch strategisch schlecht, wenn wir das erkennen könnten.

00:11:46: Das ist richtig.

00:11:47: Und der Anschein war ja schon vor knappen zwei Wochen so, dass relevante Assets aus Katar abgezogen wurden, also die nächstgrößte wirklich wichtige Luftwaffenbasis Al-Udaid, die die Amerikaner auch definitiv im Falle eines Angriffs auf den Iran nutzen würden.

00:12:05: Und dann hat sich der iranische Luftraum gelehrt und der israelische auch und Design Wing war unterwegs nach Kreta.

00:12:13: Und das sind eigentlich alle Zeichen und deswegen war ich damals auch schon mit einem Video dabei, dass es in dieser Nacht passieren könnte.

00:12:19: Und im Nachhinein wurden dann Geschichten gesponnen.

00:12:23: Ach, die Amerikaner wollten ja nur schauen, was die Iraner im Falle eines Angriffs machen würden, wohin ziehen sich die relevanten politischen Akteure zurück.

00:12:30: Was können wir herausfinden über die Pläne, die sie für den Krisenfall haben?

00:12:36: Also, der Iran muss gewissermaßen in ungewissen Gehalten werden und die Bedrohungslage muss hergestellt werden, um überhaupt einen solchen Deal wie Donald Trump will erpressen zu können.

00:12:46: weil wenn du nicht glaubwürdig bist, warum sollten die an den Verhandlungstisch kommen?

00:12:49: Ich glaube generell, dass es schwierig ist, schwierig sein wird, an den Verhandlungstisch zu kommen, weil dann nimmt man sich dann das Quäntchen an Legitimität, dass der iranische Staat noch hat, nämlich dass er ideologische Feinde hat.

00:13:01: Es geht uns tatsächlich um den Tod Israels und der große Satan sind die USA.

00:13:06: Ja, wenn ich mich mit dem großen Satan an den Verhandlungstisch setze und mir einen Diktats... Deal aufzwingen lasse, dann kann ich irgendwie schwer behaupten, noch irgendwie Legitimität zu haben.

00:13:18: Und deswegen glaube ich auch, dass der ran in der momentanen Lage nur sehr schweren Herzens und sehr unwahrscheinlich überhaupt auf amerikanische Deals eingehen kann.

00:13:27: Aber

00:13:27: was ist das größte Druckmittel der USA?

00:13:30: Wahrscheinlich ein ähnliches wie jenes, das man gegenüber den Taliban hatte.

00:13:35: Es gibt ja diese legendäre Geschichte, wo Donald Trump erzählt, dass er dem Taliban führe.

00:13:40: ein Bild von seinem Haus geschickt hat und gesagt hat, dass es dein Haus, ich weiß es, und ich werde es bombardieren.

00:13:48: Und dann hat er das so ein bisschen dramatisierend gemeint.

00:13:50: Der Taliban-Führer sagt den No Way, and I said, Way.

00:13:56: So, man kann halt Entscheidungsträger persönlich bedrohen.

00:13:59: Das kann man.

00:14:00: Von außen betrachtet hat man ja, dazu muss man wieder sagen, vor allem Menschen, die sich nicht so genau mit dem gesamten Themenfeld Iran beschäftigen.

00:14:08: Das Gefühl, die Amerikaner sind, Der hat es gut abgelenkt, Stichwort Grönland, Stichwort Ukraine, Stichwort Gaza, Venezuela.

00:14:16: Es gab jetzt viele verschiedene Schauplätze.

00:14:18: Was macht uns so sicher, dass eigentlich die Amerikaner gerade sehr genau auf den Iran schauen und sich sozusagen trotz der vielen Schauplätze natürlich dort ganz stark eine Konzentration drauflegen?

00:14:32: Ich glaube, es gibt drei gute Gründe.

00:14:34: Der erste Grund ist Israel.

00:14:36: Also, wir wissen, die israelische Lobby ist wahrscheinlich die stärkste Auslandslobby innerhalb der USA.

00:14:42: Und die bekommen ihre Interessen in der Regel auch früher oder später umgesetzt.

00:14:47: Und man will ja Israel aktiv, seitens der Trump-Regierung, schon der ersten Trump-Regierung durch die Abraham-Accords helfen.

00:14:54: Die Abraham-Accords sind ja nicht eine Spaßveranstaltung, damit man schöne Unterschriften an schönen Orten machen kann, sondern da geht es ja in langer Sicht darum

00:15:03: ein

00:15:03: regionales Bündnis für Israel.

00:15:06: durch US-Gutheißung entstehen zu lassen, das mittlerweile bis nach Kasachstan reicht in die eine Richtung und auf der anderen Seite bis in die feinigen arabischen Emirate.

00:15:15: Also das nimmt ihr Gestalt an.

00:15:17: Das zweite ist, dass es tatsächlich eben um China geht, viel stärker als um was anderes, also als die USA Maduro entführten und Donald Trump sehr unter Anführungszeichen.

00:15:31: Ehrlich über den Umstand war, dass es ums Öl ging.

00:15:35: hat China seinen sechstgrößten Erdöl-Lieferanten verloren.

00:15:37: Der Iran ist der größte.

00:15:38: Neunzig Prozent des iranischen Öls gehen nach China.

00:15:42: Und speziell in Hinsicht auf Taiwan kann das sehr relevant sein, weil man eben weiß, China hat selbst nicht wirklich die Möglichkeit, Erdöl zu gewinnen.

00:15:51: Braucht aber Vorräte im Falle dessen, dass die Straße vom Malaka blockiert wird, was die Amerikaner definitiv machen könnten.

00:15:57: Das heißt, wenn man sicher sein will, dass man eine Taiwan-Blockade durchsetzen kann oder sogar einen militärischen Angriff und man erwartet eine amerikanische Reaktion, die mit ihrerseits Blockade antworten will, dann braucht man einfach Erdölvorräte, um das durchzustehen.

00:16:12: Und die jetzige Annahme ist, fünfzig bis sechzig Tage Erdölvorrat in China und dann ist es aber.

00:16:20: Das heißt, ja, Erdöl-Lieferanten den Chinesen wegzunehmen, ist von allerhöchsten amerikanischen Interesse.

00:16:26: Und das Dritte ist, Ich glaube tatsächlich, dass die Auslandsirana auch ... sehr, sehr stark globieren im Moment dafür.

00:16:36: Also der Schaar ist ja jeden Tag irgendwo anders in einem großen amerikanischen Medium.

00:16:40: Die Europäische Union will die Revolutionsgarten zur Terrororganisation erklären.

00:16:44: Also da werden auch schon politische Fundamente geschaffen.

00:16:47: Ja, aber gerade der Schaar ist auch eine interessante Figur.

00:16:50: Da gibt es immer wieder Berichte darüber, dass man ihn auch aufgrund der Geschichte seines Vaters, der Rolle, die der hatte, dass da innerhalb, also nicht die Exileraner, sondern ihm Iran auch viele gar nicht so ein großes Interesse daran hätten, dass der jetzt kommt.

00:17:04: Und dass man sich auch vor allem nicht von den Amerikanern jemandem neuen hinsetzen lassen will.

00:17:10: Also das heißt so klar ist das ja gar nicht, ob das die Figur wäre, die vielleicht hier zu einer, die Revolution befördern oder beschleudigen könnte.

00:17:19: Ich kann das schwer sagen, weil Aussage gegen Aussage steht und ich kein Persisch spreche und mir immer wieder gesagt wurde von Exileranen, die den Schatz sehr gut finden, dass auch bei den Videos, die man aus dem Iran gesehen hat, dass dort die Menschen den Namen des Schaars schreien.

00:17:36: Also es gibt irgendwie einen Protest-Logen und der involviert ihn.

00:17:40: Und der Schaar wird gar nicht so sehr im Sinne seines Vaters, der letzte regierende Schaar war, als absolutistischer Herrscher gesehen, sondern eher als eine Art Gallionsfigur in einer Art konstitutioneller Monarchie zu beginnen, der eine Art demokratischem Wandel einleiten soll.

00:17:59: Und man fokussiert sich da auf ihn, weil er der bekannteste ist und weil man ihm gewissermaßen vertraut, ob das nur unter Exileran und so ist oder auch im Land und zu welchem Grad.

00:18:09: Das kann man wahrscheinlich schwer abschätzen, weil ich denke, solche Umfragen werden dort nicht durchgeführt.

00:18:15: Es hat auf jeden Fall der Iran offiziell reagiert auf die Drohungen der USA vor wenigen Tagen und sie haben gesagt, sie werden sich im Ernstfall so verteidigen wie nie zuvor.

00:18:24: Die Frage ist ja, können Sie das?

00:18:27: Also ich finde solche Nachrichten muss man dann immer mit oder lese ich mit Schmunzeln.

00:18:32: Da werden die roten Flaggen auf die Dächer der Moscheen gehoben und dann wird der heilige Krieg ausgerufen und generell also dieses ideologische bla bla in Regierungsaussendungen des Iran, dass man bis in alle Ewigkeit Krieg gegen die Ungläubigen führen wird und so.

00:18:49: Also es ist einfach mit den realen Reaktionen der Iraner absolut nicht abzugleichen.

00:18:56: Das eine ist die Rhetorik und das muss man wahrscheinlich als Theokratie, eine solche Ist der Iran nun mal, auch irgendwie machen, um das eigene ideologische Fundament zu bedienen und nicht zu vergessen, wo man selbst auch herkommt.

00:19:11: Aber auf der anderen Seite sind iranische Reaktionen, zum Beispiel im letzten Jahr, zwölf Tage Krieg gegen Israel mit amerikanischer Mitwirkung, sind ja großteils ausgeblieben, weil man auch gar nicht konnte.

00:19:22: Also die Israelis konnten nach Belieben in den iranischen Luftraum rein und rausfliegen und haben nicht einen einzigen Chat verloren.

00:19:30: Inwiefern kann man jetzt realistischerweise beim Iran sagen, ja, das wird aber wirklich ein Krieg bis zur letzten Patrone.

00:19:37: Es ist ja auch nicht so zu verstehen, als gäbe es dann irgendwie ein Aufeinandertreffen in der syrischen Wüste oder so.

00:19:43: Israel und der Iran und Israel und die USA schon gar nicht, sind ja keine Nachbarstaaten.

00:19:48: Das ist ja nicht so, als würde man sich jetzt an der Grenze treffen und dann schauen, wie das stärker ist, sondern ein Krieg zwischen diesen Staaten ist immer ein Luftkrieg und der Iran hat in der Luft keine Kapazitäten, die auch nur annähernd an die von Israel und den USA hinkommen, also eigentlich eine absolut verlorene Angelegenheit.

00:20:07: Was erwartest du derzeit mit Blick auf dieses Konfliktfeld?

00:20:12: Also wir haben schon gesagt, wir rechnen mit einem Angriff der Amerikaner.

00:20:17: Könnte sich das auch noch ändern?

00:20:19: Könnte sich immer ändern.

00:20:21: Nix ist so fix wie das Donald Trump am morgigen Tag.

00:20:26: andere Ideen haben wir als am heutigen.

00:20:28: Aber ich meine, bei der momentanen Position des Iranes, und das haben wir ja auch im letzten Jahr im Zuge dieses Zwölf-Tage-Kriegs gesehen, der Zwölf-Tage-Krieg hat mit dem amerikanischen Bombard-Mau geendet.

00:20:41: Das heißt, das Bombard-Mau muss nicht unbedingt ein Mittel zum Regimewechsel sein.

00:20:46: oder zur blanken Zerstörung, sondern kann auch ein Vehikel zur Erpressung eines Deals sein.

00:20:53: Entweder sind die Iraner jetzt gefügig oder man bombardiert sie und sie sind danach gefügig oder sie sind danach noch immer nicht gefügig, dann bombardiert man halt noch einmal.

00:21:01: Aber conventional wisdom, also so was man landläufig unter Analysten sagt, ist das ein Regimewechsel im Iran und die Proteste sind ja eigentlich verstummt über die letzten Tage, die sind ja im Moment gar nichts.

00:21:15: wirklich existent, dass sowas ein wochenlanges Bombardement erfordern würde.

00:21:21: Und dazu sehe ich die Amerikaner im Moment auch nicht bereit.

00:21:24: Also es wird irgendwo dazwischen auf dieser breiten Skale von gar kein Bombardement und wochenlanges Bombardement irgendwo dazwischen werden wir uns einführen.

00:21:32: Wenn wir schon ein paar Mal erwähnt, wir können das nicht ganz genau verifizieren.

00:21:35: Wir haben Zahlen erwähnt, dass die zweite oder andere Ebene ist die Bilderebene, die man gerade, wenn man auch an den aktuelle Konflikte der Amerikaner Stichwort Venezuela schaut, beobachtet man auch aufgrund natürlich der Zunahme von KI-Tools, dass es immer schwieriger wird, sehr auf Anhieb zu verifizieren, ob ein Bild, das uns zugespielt wird, das wir auf Social Media sehen, echt ist oder nicht.

00:21:59: Wie gehst denn du damit um, wenn dir Bilder, oder auch zum Beispiel ganz konkret dieses Foto von Maduro, wo er dann da mit Togginghose und Kopphörern offenbar in einem Flugzeug gesessen ist, wo wir bis heute nicht genau wissen, ob es echt ist oder nicht.

00:22:15: Die New York Times sagt, glaube ich, es ist zu dreienfünfzig Prozent wahrscheinlich, dass es sich um ein KI-Bild handelt.

00:22:20: Aber Donald Trump hat das gepostet.

00:22:22: Wie gehst du mit solchen Bildern um?

00:22:26: Ich glaube, man muss zwei Dinge unterscheiden.

00:22:28: Erstens.

00:22:29: Ist es jetzt für uns ein Fall in der konkreten Anwendung Maduro im Nike Tech Fleece mit Brille und Wasserflasche?

00:22:37: Ist es für uns relevant, ob das tatsächlich so ausgesehen hat, als er im Flieger nach New York überstellt wurde oder nicht?

00:22:45: Oder ist es praktisch ein Symbolbild, das uns eine Idee davon gibt, wie es ausgesehen haben könnte?

00:22:50: Er ändert es groß, was am politischen Sachverhalt, dass der Mensch sein Leben lang in einem US-Gefängnis sitzen wird, ich denke nicht.

00:22:57: Und es ist praktisch zum Zwecke der Erzählung der Geschichte dramatisiert, womöglich in dem Fall.

00:23:07: wenn es sich tatsächlich um Fake News handelt.

00:23:10: Oder um in falschen Kontext gebrachte, tatsächliche Dinge.

00:23:13: Sowas begegnet mir bei weitem öfter.

00:23:15: Also es ist nicht immer die KI, sondern es ist zum Beispiel...

00:23:18: Auch alte Bilder, ne?

00:23:19: Ja, also... Worauf ich zuletzt

00:23:22: reingefallen bin, war, dass jemand ein Video gepostet hat von, ach, die Regierungstrauen Iraner veranstalten jetzt sozusagen eine Gegendemonstration und da waren hunderttausende Menschen in Tehran zu sehen.

00:23:36: Aber die Bilder waren drei Jahre alt.

00:23:38: Was ich sehr oft sehe, ist Eisagents, also das eine ist eindeutig Slapstick, die irgendwie auf glatten Eis ausrutschen, so Meme-Videos oder aber auch vermeintlicher Protest, also sozusagen ziviler Ungehorsam auf offener Straße gegen Eismänner, wo eindeutig ist, auch wenn man dann nachschaut, dass es KI-generierte Videos sind.

00:23:59: Also ich habe eines gesehen, wo eine Restaurantbesitzerin von einem Restaurant steht und so quasi... die alle anschreiten und die lassen sich dann sozusagen lassen von ihr.

00:24:08: Das lasse ich mal schnell verifizieren.

00:24:10: Schwieriger finde ich auch so, wenn alte Bilder ausgekrampt werden und die für was dargestellt werden in der Realität und der Aktualität was nicht mehr stimmt.

00:24:19: Ja, es ist natürlich schwierig

00:24:21: und

00:24:22: fällt mir genauso schwer wie die glaube ich allen anderen auch.

00:24:28: Jetzt machen wir nach den ersten fünfundzwanzig Minuten dieses Gesprächs einen harten Cut und wechseln das Thema.

00:24:34: Andreas Krassel ist, wie gesagt, ein bekanntes österreichisches Gesicht auf TikTok und Instagram.

00:24:40: Ich wollte von ihm wissen, für wen er seine Erklärvideos eigentlich macht, wie er mit Trollen umgeht und wieso ihn der klassische Journalismus, den er organisierten Journalismus nennt, nie interessiert hat.

00:24:53: Und warum er denkt, dass es immer wichtiger wird, dass auch klassische Medien individuelle Gesichter aufbauen, die einen Spezialgebiet und eine Community haben.

00:25:03: Du hast eine beachtliche Followerzahl auf den diversen Social-Plattformen, die du bespielst.

00:25:08: Welche Zielgruppe folgt dir denn da eigentlich?

00:25:10: Also, wie viel weißt du über deine Follower?

00:25:13: Ich weiß sehr viel.

00:25:14: Ich sehe alles sehr transparent.

00:25:16: Ich muss aber dazu sagen, dass das alles nicht so intendiert ist.

00:25:18: Also, wenn mich dann jemand fragt, welche Zielgruppe willst du ansprechen, sage ich immer.

00:25:23: Ich mache die Videos so, dass sie mir selber gefallen und dann hoffe ich, dass es genug Menschen wie mich gibt.

00:25:28: Und das war die Ursprungsidee und von der möchte ich auch gar nicht weggehen.

00:25:33: Also es sind eigentlich Videos für mich selber.

00:25:35: Wenn ich das Video mir danach anschaue und sage, das habe ich mir jetzt wirklich gern bis zum Ende angeschaut, dann war es gut.

00:25:41: Und wenn nicht, dann nicht.

00:25:42: Und das ist dann auch unerheblich, wie viel Aufrufe das kriegt.

00:25:46: Das ist mein Gradmesser.

00:25:48: Wenn ich erreiche, sind so... kommt auf die Plattform an, aber auf eighty-fünf bis ninety Prozent Männer, jungen Alters, größte Gruppe zwischen fünfundzwanzig und vierundreißig.

00:26:00: Alles unter achtzehn wird nicht erhoben, deswegen wahrscheinlich ein bisschen verfälscht.

00:26:04: Aber eben die eher jüngeren, wobei für Social Media dann eigentlich schon wieder tendenziell älter.

00:26:10: Also gemessen mit,

00:26:12: oder

00:26:13: verglichen, genau verglichen mit dem, was sich auf Social Media herumtreibt, vermutlich älter mit dem, was sich in traditionellen Kreisen herumtreibt, natürlich noch immer sehr jung.

00:26:23: Und Leute, die definitiv mehr Ahnung haben, als man ihnen gemeinhin unterstellen würde.

00:26:28: Also ich glaube, viele speziellen traditionellen Medien wären positiv erstaunt darüber, welcher Grad an Information in dieser Nische herrscht.

00:26:39: Das sind natürlich nicht alle.

00:26:41: Aber ich bekomme teilweise von achtzehn, neunzehnjährigen Fragen wie, exemplarisch gab es wirklich, was bedeutet das Aufbegehren der Iraner in Bezug auf die aserbetschanische Minderheit und das israelisch aserbetschanische Verhältnis?

00:26:59: Man möge mir eine Panel-Diskussion in Wien zeigen, wo jemand so eine Frage stellt.

00:27:03: Ich hätte die Frage auch nicht vorbereitet an dich jetzt.

00:27:06: Aber ist das dann eine englisch gestellte Frage oder Deutsch?

00:27:11: Du hast ja mal gesagt in einem Interview, dass du mittlerweile sehr gut Trolle erkennen kannst und auch erkennen kannst, wer eben Ahnung und Wissen hat.

00:27:19: Worauf genau achtest du da?

00:27:20: Woran erkennst du das?

00:27:22: Trolle abhängig davon, woher sie kommen oder wie sie programmiert sind.

00:27:26: Ich gehe davon aus, dass es nicht immer tatsächliche Menschen sind.

00:27:29: Arbeiten mit sehr unterschiedlichen Aufträgen, also chinesische Propaganda ist zum Beispiel total schlecht.

00:27:35: Die ist immer plakativ und du bekommst dann Dinge zu sehen, die sind absurd.

00:27:41: Beispielsweise habe ich jüngst ein Video aus Singchang eingespielt bekommen, also dort wo die Minderheit der Uriguren lebt, mit den Omerziehungslagern.

00:27:50: und da fährt jemand mit einem Auto durch und alle bleiben stehen und salutieren.

00:27:54: Und dann bleibt ein Fahrer stehen und sagt, warum salutiert ihr alle?

00:27:57: Und die sagen, ja, weil du hast ja eine chinesische Flagge am Dachten des Autos und wir müssen Respekt unserer Flagge gegenüber zeigen.

00:28:04: So.

00:28:04: Und wenn die dann kommentieren, selbige Accounts, dann ist das immer so, ja, in China alles viel besser und so weiter.

00:28:10: Das ist offensichtlich.

00:28:11: Im russischen Accounts oder solche, die halt pro russische Narrative spielen, geben sich mit viel geringeren Erfolgen zufrieden.

00:28:19: Also die würden jetzt nicht sagen, Russland ist das allerbeste, sondern... In Europa ist es halt auch nicht besser.

00:28:25: Schaut euch mal eure corrupte Regierung an.

00:28:29: Eure Ministerin kriegt ihr nicht mal einen geraden Satz raus.

00:28:32: Also die wissen genau, wo existieren Zweifel oder Trennlinien bereits existieren und gehen genau dort rein, um sie weiter aufzureißen.

00:28:42: Und sie sind damit ja auch sehr erfolgreich.

00:28:44: Es ist immer ein bisschen... im Nachweis schwierig als ein bisschen Henne-Eil-Problem.

00:28:48: Aber es gibt ja diese Leaks aus der Internet-Research-Agency, also das ist die Trollfabrik von Yevgeny Bregoshi.

00:28:55: Und da wurde in internen Strategie probiert davon gesprochen, sie wollen AfD bei mindestens zwanzig Prozent in Deutschland.

00:29:01: Sie wollen Zukunftsangst bei mindestens vierzig Prozent der Deutschen.

00:29:06: Ob sie natürlich jetzt dafür verantwortlich sind oder nicht, das ist schwierig nachzuweisen.

00:29:10: Aber ich stelle fest, dass diese Dinge in Deutschland bereits eingetreten sind.

00:29:15: Darum geht's.

00:29:17: Welcher Größe deiner Social Media-Konsistik hast du gemerkt, dass die auf dich aufmerksam werden?

00:29:22: Sehr früh, sehr früh.

00:29:24: Also mein erstes virales Video war im April, warum die EU-Sanktionen gegen Russland nicht funktionieren.

00:29:35: Zu einer Zeit, als alle noch glaubten, sie würden funktionieren.

00:29:38: Und so wurden mir dann... eine Audience eingespielt, die halt in großem Grad dieser Meinung war, aus politischen Gründen und nicht aus realistischen.

00:29:50: Also die wollten praktisch beweisen, ja Russland wird absolut über diesen Sanktionen stehende, können sonst gar nichts etc.

00:29:58: Das heißt, die waren eigentlich alle schon sehr früh da, mussten dann irgendwann schweren Herzens feststellen, ich bin keiner von ihnen, aber die tummeln sich nach wie vor.

00:30:08: Und das wird auch teilweise persönlich, also irgendwann versuchen die dich auch atominem halt zu diskreditieren.

00:30:16: Und

00:30:16: was ist dein bisheriges Sukus, wie man da am besten damit umgeht?

00:30:19: Ignorieren ganz konkret auch löschen, wenn Postings unter deinem Content platziert wird?

00:30:29: Kommt, glaube ich, darauf an, wie viele es sehen und ... Einen Glauben habe ich bis heute, nämlich den, dass man seine eigene Kommentarspalte schon regieren muss.

00:30:39: Also ich lösche ungern.

00:30:42: Manchmal, also wenn es wirklich bedrohungen sind oder so, dann mache ich das schon.

00:30:46: Ansonsten habe ich einen unfair Vorteil, die Menschen kennen mich und den einzelnen Kampfposter in der Regel in meinen Kommentaren nicht.

00:30:53: Das heißt, wenn ich den rasieren will, rhetorisch, dann schaffe ich das in der Regel auch.

00:30:57: Gewinne in den Augen der Menschen dort, weil die stehen natürlich irgendwie auf meiner Seite.

00:31:01: Das heißt, manchmal kann man die auch engagieren und ein bisschen bloßstellen.

00:31:05: Oder ja, man muss die halt dann entfernen, sperren.

00:31:08: Weil am Ende des Tages soll das ja jetzt auch nicht irgendwie ein Zuchtort für alles Mögliche sein, was politisch eigentlich destruktiv ist.

00:31:17: Und das muss ich selber auch lernen.

00:31:19: Das ist vielleicht eine der wichtigsten Lektionen meiner letzten drei Jahre.

00:31:22: Dass

00:31:24: nicht alles unter der freien Meinungsäußerung gedeckt ist.

00:31:29: Ich glaube, um wirklich eine positive Gesellschaft zu haben, müssen wir eine Grenze dort ziehen, wo die positive Intention endet.

00:31:38: Ich kann die Politik kritisieren, ich kann Politiker kritisieren, ich kann das mit scharfen Worten tun, solange ich eine Intention zur Verbesserung der hiesigen Umstände habe.

00:31:46: Wenn ich nur auf Zerstörung aus bin, dann bin ich eigentlich fünfter Kolone.

00:31:50: Und da ist aus.

00:31:51: Gut, das ist aber schwierig, da den Marsch der Band zu setzen im Alltag, würde ich sagen.

00:32:00: Was würde das in der Konsequenz bedeuten im Umgang mit solchen Postern, die nicht mehr konstruktiv sind?

00:32:06: Naja, wenn ich in das Profil des geneigten Kampfposters reinschaue und ich sehe Videos von Vladimir Putin, Die Mitterin mit Viedev darunter stelle ich, dass der Mensch keine positive Intention für diesen Ort hat, weil der eigentlich ein anderes Regime abfeiert, das blöderweise Krieg gegen die unsrigen oder gegen die gegen unsere Werte führt.

00:32:30: Und ich glaube da da kann man dann schon zumindest in diesem einen konkreten Fall sagen, das ist kein Mensch mit positiven Intentionen und den muss man dann vielleicht auch in dieser Form nichts dieselben... recht eingestehen.

00:32:42: Erkennst du auch in welchem, auf welchem Netzwerk du, auf welchem Netzwerk mehr von diesen Trellen sich bewegen?

00:32:48: Tiktok.

00:32:49: Ja, das habe ich mir gedacht.

00:32:51: Du hast auch einmal in einem Interview gesagt, dass du eine Ablehnung gegenüber organisierten Journalismus hast.

00:32:56: Erklär mir wieso.

00:32:59: Das ist aus dieser Branchenkorpsgeist, der mir irgendwie sehr fremd ist.

00:33:06: Also es gibt glaube ich keine Branche, die sich wichtiger nimmt als der Journalismus.

00:33:11: Selbst das Branchenmagazin der Instellateure würde nicht in solch hohen Tönen von Instellateuren sprechen wie Journalisten über sich selbst.

00:33:20: Das hat mich immer sehr frustriert, dass eigentlich die Grundfunktion, also wir haben ja irgendwo eine Dienstleistung an der Gesellschaft zu erbringen, so sehe ich das.

00:33:27: Ich bin jemand, der Informationen Menschen zur Verfügung stellt und die fangen hoffentlich im demokratiepolitischen Sinne etwas damit an.

00:33:36: ist aber jetzt nicht meine Aufgabe, das ihnen so vorzukauen, dass sie nur noch zu einem Ausgang kommen können, was dann der moralisch richtige ist.

00:33:44: So interpretieren auch sehr viele journalistisches Wirken, ich nicht.

00:33:47: Aber ich meine, dass all dieses Gejaule von Viertegewalt im Staat und so weiter, also erstens trifft es in Österreich beim Zustand unseres Journalismus sowieso nicht wirklich so, weil sehr viele sind Erfüllungsgehilfen für Akteure, die... mit unter Geld dafür bezahlen oder halt über Umwege in Sarate.

00:34:07: Wir kennen die Geschichten.

00:34:09: Und auf der anderen Seite finde ich, dass da völlig die Grundidee des Journalismus abhandengekommen ist und dass es zu einem Selbstzweck verkommen ist.

00:34:17: Und ich habe auch leidenschaftlich etwas gegen... Es gibt auch gute Gründe dafür, aber in meinem Fall eher negative Erfahrungen, was redaktionelle Prozesse angeht.

00:34:27: Also, zwanzig Feedback schleifen später, ist es meistens schlechter als vor der ersten.

00:34:32: ist meine Erfahrung.

00:34:35: Und am Ende des Tages habe ich keine Lust darauf, mich irgendwie beweisen zu müssen vor einem total kleinen Kreis an Menschen, die eh dasselbe machen wie ich, sondern ich bin meiner Öffentlichkeit, meinen Zuschauern, mein Wirken schuldig.

00:34:52: Und wenn die zufrieden sind, dann bin ich zufrieden und wenn die nicht zufrieden sind, dann bin ich nicht zufrieden.

00:34:57: Und darum geht es und nicht um irgendwelche Ego-Konteste, die in einem sehr kleinen Rahmen stattfinden.

00:35:03: Das heißt, du kritisierst das eigentlich den inneren Betrieb des Journalismus oder auch das Produkt, das Ergebnis.

00:35:09: Also anders gefragt, du bist heute bei uns zu Gast in einem klassischen Legacy-Medium, das hier versucht, auch neue Wege zu gehen oder ganz gegenwärtige Kanäle zu finden.

00:35:20: Warum sagst du dazu?

00:35:22: Es ist ja nicht persönlich.

00:35:25: Also es ist ja viel eher, dass wie und nicht das wär.

00:35:29: Am Ende des Tages muss man das, glaube ich, auch trennen, dass nicht der einzelne Mensch, der das jetzt tut, wir sind ja auch alle irgendwie getriebene.

00:35:36: Also wir sind, glaube ich, die meisten von uns aus noblen Motiven Journalisten geworden.

00:35:43: So hoffe ich, zumindest.

00:35:45: Und dann verliert man halt häufig den Blick für das, was wirklich zählt.

00:35:49: Aber das soll ja nicht heißen.

00:35:51: Und ich sage es ehrlich, ich bin ja auch aus völlig opportunistischen Gründen da, weil sagen zu können, ich war mir bei der Presse und ich war hier und da und ich war im OF.

00:35:59: Das ist natürlich in unserer Gesellschaft noch immer... Ja, es ist ein total großes Renommee und ich kann ein Lied davon singen, wie mir vor zwei Jahren begegnet wurde, so als Aussetziger hatte ich auch wirklich kein Problem damit, weil ich mir dachte, ich will ja von euch eh nichts.

00:36:13: Dann bist du einmal im Ziebzeug beim ORF und jeder schaut dich komplett anders an und will dich überall hin einladen.

00:36:20: Es ist noch immer ein riesengroßer Türöffner.

00:36:22: Die Oma ist stolz, wenn du im ORF bist, dass ich tagtäglich wahrscheinlich eine ähnlich große Öffentlichkeit erreiche.

00:36:30: Das ist ihr aber völlig egal.

00:36:31: oder versteht sie nicht, weil da stehen halt nicht die selten drei Buchstaben rechts oben in der Ecke.

00:36:36: Es ist noch immer mit etwas verbunden und ganz kann man sich davon nicht los sagen.

00:36:42: Und wie gesagt, das ist nicht persönlich.

00:36:44: Ich komme mir trotzdem und begegne jedem einzelnen Menschen mit Respekt.

00:36:48: Das, was du machst, ist ein sehr spezialisierter Arzt, sich auf ein, zwei Themenfelder stark zu fokussieren.

00:36:54: Man sieht, das hat Erfolg, weil man eben dann sich an Expertise aufbaut, die einem dann auch ein Publikum, wenn immer größer werden, das Publikum abnehmt.

00:37:01: Du hast auch einmal schon gesagt, dass du glaubst der Nullacht, fünfzehn Journalismus, quasi dieser Nachrichtensjournalismus, wo man an einem Tag Klima macht, am anderen Trump, am dritten irgendwas aus der Innenpolitik.

00:37:12: hat keine Zukunft wird irgendwie zu Ende gehen und irgendwann vorbei sein.

00:37:15: Ich moderiere eine Nachrichtensendung.

00:37:17: Also ich bin genau die Person, die du damit ansprichst.

00:37:19: Das würdest du mir dann raten, was soll ich anders machen?

00:37:22: Menschen mögen Menschen.

00:37:24: Und man muss, glaube ich, für etwas stehen.

00:37:29: Menschen müssen irgendwas dir gegenüber empfinden.

00:37:32: Ob dich mögen, hassen, dich arrogant finden, ganz egal.

00:37:36: Solange sie was empfinden, ist das richtig gemacht worden.

00:37:39: Und... Wir haben halt über lange Sicht durch diese Netzwerkeffekte, die wir brauchten, um irgendwie senden zu können.

00:37:48: Also es war in den neunzehn dreißigern einfach nicht möglich als einzelne Privatpersonen.

00:37:54: Piratenfunker zu sein.

00:37:56: Das war schwierig, weil man hatte einfach die technischen Begebenheiten nicht und man hatte keine Lizenz vom Staat.

00:38:01: und so, haben sich halt irgendwie Medienkonklamerate gegründet.

00:38:04: Und die sind immer größer geworden.

00:38:06: Und die haben halt eine Unternehmenseigene Logik.

00:38:08: Die wollen eigentlich nicht den einzelnen Journalisten zum Blöck gesagt Star werden lassen.

00:38:13: Aber es ist eigentlich wieder der menschlichen Natur, weil wir entwickeln keine Gefühle zu drei Buchstaben, sondern wir entwickeln Gefühle zu Menschen.

00:38:21: Bis der Gurde oder bis K-Gurde, dann soll es man evoher oder nicht.

00:38:24: Ja, Vertreuter oder Vertreuter nicht.

00:38:26: Und eigentlich haben wir seit fünfzehn Jahren keine Notwendigkeit mehr, uns hinter Medienmarken zu verstecken, aber aus der Gewohnheit und aus gesicherten Geldern, die wir da beziehen und irgendwie weil es gelernt ist, machen wir das trotzdem noch immer.

00:38:38: Aber wir sehen ja, dass die meisten Medien eigentlich eine ziemlich schwierige Zeit haben im Moment.

00:38:42: Und den einen Vorteil, den ich habe, ist, Ich kann gleichzeitig Mensch sein, weil wer soll es mir verbieten.

00:38:50: Also ich mache meine Videos, da lasse ich die Meinung so gut wie möglich draußen, da mache ich meine Livestreams und da kann man mich alles fragen.

00:38:57: Und da werde ich auch wirklich viele Dinge gefragt.

00:39:01: Und das ermöglicht mir einfach ein anderes Verhältnis zu meinen Leuten aufzubauen.

00:39:06: Es ist nicht ein klassisches Produzenten-Rezipienten-Denken, sondern wir sind eine Community.

00:39:12: Weil, so denke ich es mir auch für den Idealfall, eigentlich sollten wir alle Journalisten sein.

00:39:18: In irgendeiner Kapazität, weil jeder Mensch hat irgendeine Expertise, kennt sich mit irgendwas aus, jeder Mensch hat Zugang zu Öffentlichkeiten über Social Media, publiziert mir was, manche werden es besser machen, manche werden es schlechter machen.

00:39:29: Aber Ende können wir alle irgendwie davon profitieren und es sollte eigentlich so ein Gesamtbegriff

00:39:35: der redaktionellen Gesellschaft

00:39:36: sein.

00:39:38: Die redaktionale Gesellschaft ist ja eigentlich auch schon Realität.

00:39:40: Das hat nur halt vielleicht nicht jeder die Lust und Kapazität neben seinem Alltagsleben, Familie, Beruf und so weiter.

00:39:48: Und auch nicht die Verpflichtung, sich hinzustellen und der Welt zu erklären, was er denkt oder weiß.

00:39:53: Aber noch mal zurückkommen.

00:39:55: Gibt es irgendetwas, was dem klassischen Legislationalismus trotzdem, also offenbar noch nicht, du sagst selbst, er ist in einer Krise, das ist natürlich kein Geheimnis und das ist evident, aber er ist noch nicht tot und er versucht sich noch... zu erfinden und hat natürlich schon Vorteile zu einer individuellen Person, die sich zum Beispiel nur um einen Themenfeld kümmern kann, wenn überhaupt.

00:40:17: Ich glaube, dass es in die Richtung gehen wird am Ende des Tages, dass du einen Kollektiv an Menschen hast, die alle spezifische Meinungen oder spezifische Themenfelder abbilden und einfach aus der ja doch vorteilhaften Position die Redaktionen haben.

00:40:35: nämlich dass sie einen gewissen Schutz bieten können, dass sie gewisse Möglichkeiten bieten können, die ich alleine nicht habe.

00:40:40: Also ich habe auch schon von manchen Geschichten abgesehen, weil ich mir dachte, ich möchte mich speziell im innenpolitischen Kontext einfach nicht exponieren.

00:40:47: Das ist mir ein bisschen zu heiß.

00:40:49: Da sind Akteure in dem Highfish-Becken und ich bin ein Goldfisch, das ist schwierig.

00:40:55: Aber ich denke, dass es in loser Form sowas wie Redaktionen weiterhin geben wird.

00:41:03: Aber dass jeder in dieser Redaktion oder die meisten davon für irgendwas stehen werden, in ihrem betreffenden Feld Experten sein werden und die man auch namentlich kennt.

00:41:12: Das heißt ein Tipp ist, such dir ein Spezialgebiet, mach dich zur Marke, dass dich da draußen jemand kennt und löst dich ein bisschen von der Medienmarke für die du arbeitest.

00:41:22: Ja, weil ich glaube... Solange

00:41:23: dich das deine Medienmarke machen lässt.

00:41:25: Sie werden nie dazu gezwungen sein, es zu tun.

00:41:27: Weil, wenn es nicht so ist, es ist ein starker Nachteil für den einzelnen Journalisten, man ist halt total austauschbar.

00:41:34: Einmal noch haben wir einen Themenwechsel gemacht und sind aber zurückgekehrt in die USA.

00:41:39: Diesmal geht's um den Sport, das zweite Themenfeld, auf das sich Andreas Grastl spezialisiert hat.

00:41:45: Derzeit mehren sich ja die Aufrufe an Fans, die Fußball-Weltmeisterschaft im Juni in den USA zu boykottieren.

00:41:51: Sogar Ex-Viva-Präsident Josef Blatter hat Fußball-Fans von einer Reise zur WM in die USA abgeraten.

00:42:01: Ist das eigentlich für Andreas Grastl ein realistisches Szenario, dass hier ein Boykott ankommt und eine größere Breite erreicht, oder ist das alles nur ein moralisches Theater?

00:42:11: Das habe ich Ihnen

00:42:12: gefragt.

00:42:27: Aber das wird uns noch lange begleiten.

00:42:30: Danach kommt eine FußballwM, die gestreckt wurde auf drei Kontinente, damit man danach die FußballwM wieder nach Asien vergeben kann.

00:42:35: Und sie wird in Saudi-Arabien stattfinden.

00:42:38: Und das hat ganz sicher keine monetären Gründe.

00:42:41: Also nein.

00:42:44: Am Ende des Tages hoffe ich, dass Donald Trump ... den Sport Sport sein lässt und das nicht für persönliche Propaganda Zwecke verwenden wird.

00:42:53: Ich glaube, die Hoffnung ist vergebens.

00:42:54: Er wird es tun.

00:42:55: Auch

00:42:56: umgekehrt, die FIFA hat schon einiges dafür getan, dass sie es politisch gemacht hat, indem sie eben gleich einmal einen Preis verliehen hat.

00:43:02: Ich

00:43:02: bin der Meinung, man kann das wegignorieren hoffentlich und sich dann auf die Dinge freuen.

00:43:09: die ja trotzdem irgendwie Spaß machen sollten.

00:43:11: Wir sind seit nineteen acht und neunzig erstmals wieder qualifiziert.

00:43:14: Wir spielen gegen den amtierenden Weltmeister.

00:43:16: Da spielt Lionel Messi seine letzte Fußballweltmeisterschaft wahrscheinlich oder bei der nächsten wäre dann schon über vierzig.

00:43:22: Also ich freue mich drauf.

00:43:24: Dennoch.

00:43:25: Du freust dich darauf.

00:43:25: aber ganz pragmatisch gefragt, ist ja schon auch für viele Fans, wie groß sind die Hürden, also wenn man überhaupt schon ein Dicket hat, das sind wirklich wieder eine andere Geschichte, oder einfach nur hinfahren will, um den Wipe oder Spirit mitzuerleben.

00:43:37: Wie groß werden denn die Hürden der Einreise sein?

00:43:40: Weil das ist ja schon etwas, wo sich auch viele Fans Gedanken darüber machen, dass es unangenehm wird bei der Einreise oder was auch immer.

00:43:47: Na jetzt wurden über Sechzig starten.

00:43:50: unter denen noch einen Gewähmteilnehmer sind auf eine Liste gesetzt, wo es definitiv nicht mehr möglich ist, Long-Term-Visors zu beantragen.

00:43:58: Die wären aber auch nicht notwendig.

00:44:00: Für uns gibt es noch immer Äster.

00:44:02: Das Blöde, und da sind die Amerikaner jetzt wirklich um keinen Deut besser als die Chinesen und die Russen.

00:44:07: Man muss eine Social-Media-Kanäle mittlerweile bei der Einreise angeben.

00:44:12: Die können auch als Grund gelten, warum man dich nicht einreisen lässt.

00:44:17: Habe es jetzt in meinem Fall noch nicht ausprobiert, zu welchen Konsequenzen das bei mir führen würde.

00:44:22: Aber ja, das finde ich im Sinne dessen, dass die Amerikaner sich immer gerühmt haben für die Beschützer der freien Welt eigentlich sehr, sehr kritisch.

00:44:32: Genau, aber deswegen ist auch die Frage, wie soll man sich als treuer Fan eines Landes als Fußball interessierter verhalten, wenn man auf der anderen Seite das Gefühl hat, man unterstützt hier eine Denke und eine Demontage demokratischer Strukturen, wenn man dort hinfährt.

00:44:46: Aber tut man das?

00:44:47: Also, ich kann mich gut daran erinnern, dass das legendäre Spiel von Cordoba stattgefunden hat, während in Argentinien einen Militär unterregiert hat.

00:44:59: stellt sich heute auch keiner mehr die Frage, ob Hans Kranke dort eigentlich hätte spielen dürfen gegen Deutschland in Korobar, weil eigentlich hätte man das brokortieren müssen.

00:45:09: Also ich glaube, wir können uns speziellen Zeiten wie unseren halt einfach nicht mehr den Luxus leisten zu sagen, ja wenn die nicht so demokratisch sind wie wir, dann machen wir nicht mit.

00:45:19: Also dann können wir maximal in den fünf und dreißig Staaten der Welt reisen.

00:45:22: Und du bei uns in Ingenburg hören schon mal nicht dazu.

00:45:25: Also es ist...

00:45:26: Man muss Dinge trennen.

00:45:27: Man muss Dinge

00:45:27: trennen.

00:45:28: Man

00:45:28: muss Dinge trennen.

00:45:29: Man muss Dinge trennen.

00:45:35: Man muss Dinge trennen.

00:45:37: Man muss Dinge trennen.

00:45:38: Man muss Dinge trennen.

00:45:41: Hat der Ansage von dir gefunden in einem Interview, dass du dir irgendwie gedacht hast, also so quasi der österreichische Sportjournalismus, das so kann man es nicht machen, es geht besser.

00:45:50: Ganz konkret, dass du gesagt hast, dass der Rainer Paris für dich ein Sehenbild war.

00:45:55: Da würde ich jetzt nur nachfragen, wie ist dein Zugang zu Sportjournalismus und ist beim ORF immer noch so, dass du das Gefühl hast?

00:46:02: Die haben sich nicht weiterentwickelt.

00:46:03: Ich meine, dazu kommt, dass sich auch für den ORF gerade Stichwort große Ereignisse einiges geändert hat.

00:46:09: Das war lange ein Monopol, lange war klar.

00:46:11: Im ORF bekomme ich alle Spiele und alles zu sehen.

00:46:14: Das ist längst nicht mehr so.

00:46:16: Es gibt also da einen Wettbewerb.

00:46:17: Hat das nicht auch schon viel verändert?

00:46:20: Hat schon viel verändert, hat auch Innovationen in den ORF gebracht.

00:46:24: Dadurch, dass wir bei Kanal Plus auch geteilte Sendungen haben mit dem ORF, kriege ich ein bisschen was mit.

00:46:30: und sehe auch die Leute, die dort arbeiten und die Jungen sind definitiv genauso ambitioniert wie Leute bei Sky, die ich gesehen habe und so.

00:46:37: Aber ja, ich fand zum damaligen Zeitpunkt es so, als ob da Menschen arbeiten, die nicht wirklich den Sport lieben, sondern die das als berufliche Verpflichtung sehen und die fällt ihnen halt jetzt zu und wir machen das schon seit zwanzig Jahren so und warum sollten wir irgendwas ändern?

00:46:54: Ich glaube auch, dass man den Alpinen-Ski-Sport Und Skispringen und weiß Gott, was es da alles noch an Wintersportdaten gibt, einfach auch ein bisschen schöner präsentieren könnte.

00:47:05: Es ist ja doch irgendwie immer das Serbe.

00:47:07: Und ich mag die Akteure im Winter sogar mehr.

00:47:10: Also ich höre Hans-Knaus total gerne zu und macht Spaß und selbst Oliver Polzer, der jetzt nicht jedermannssache ist.

00:47:16: Aber ja, also ich mich beschleicht weiterhin das Gefühl, ganz so stark wie früher, dass da einfach ein bisschen zu wenig Liebe zum Detail und zu den Akteuren und zur Sache ist.

00:47:29: Also es geht ja auch darum, dass man hier Spezialist ist, sich gut informiert und so ein bisschen eine Heinz Brüllerart, die Dinge sehr genau zu wissen und sogar fast schon so viel Detail zu erzählen, dass vielleicht nicht alle Zuschauer und Zuschauer empfangen

00:47:42: können.

00:47:42: Nicht nur das, sondern ich muss ja irgendwie völlig anders als jetzt im Nachrichtenjournalismus.

00:47:48: Ich muss ja auch unterhalten.

00:47:50: Also Sportjournalismus finde ich dann immer fast so ein Oxymoron.

00:47:54: Es ist nicht so sehr Journalismus, wie es eigentlich Unterhaltung ist.

00:47:57: Und ich muss Spaß haben, dabei zuzuschauen.

00:47:59: Ich glaube, das ist das Lebensgefühl, das ich vermitteln muss.

00:48:03: Und wenn mir da jemand eigentlich sozusagen ein Bericht darüber erzählt, über drei Minuten, wie dieses Spiel gelaufen ist und dabei kommt nicht ein Jubelschrei heraus.

00:48:13: Da finde ich, ist es eigentlich umsonst.

00:48:16: Wann und wie hast du entschieden, dass du neben dem Sport dich eben auch für Geopolitik interessierst und diese zwei beiden Schienen parallel bespielst?

00:48:24: Ursprünglich irgendwie mit fünf Jahren.

00:48:27: Mit fünf?

00:48:28: Na ja.

00:48:28: Honestlich?

00:48:31: Ich habe mit fünf zum Fußballspiel angefangen und habe zur selben Zeit die Hauptstädte der Welt auswendig gelernt und konnte sie auch.

00:48:38: Also irgendwo hat dieser beiden Faszinationen immer gegeben.

00:48:41: Aber die Politik war, ich komme aus keiner besonders politisierten und schon gar keiner besonders gebildeten Familie.

00:48:48: Insofern war der Schritt in die Politik immer immens weit und unrealistisch.

00:48:53: Und deswegen hätte ich mir das einfach auch selbst gar nicht getraut, diesen Traum auszusprechen.

00:48:59: Beim Sport war es ein bisschen einfacher.

00:49:01: Sport kommt ja doch nicht aus der politischen Oberschicht oder so, sondern da hat man relativ leichten Zugang.

00:49:07: habe ich mich zunächst dem gewidmet und dann bin ich irgendwann draufgekommen.

00:49:10: Na ja, irgendwie neunzig Minuten und so.

00:49:13: Zwei Mannschaften eigentlich vom Setting her immer das Server und macht Spaß.

00:49:18: Aber am nächsten Tag kann man es auch wieder vergessen, weil es so wichtig eigentlich nicht ist.

00:49:23: Und irgendwie will man ja auf der Welt oder ich will etwas hinterlassen.

00:49:28: Im Sinne von, da muss auch irgendwas geschehen, was von Menschen von Relevanz ist.

00:49:33: Und so habe ich mich dann der Politik zugetan und das einfach mal probiert und dann hat es funktioniert und deswegen existiert das jetzt parallel.

00:49:41: Das eine macht Spaß und das andere ist wichtig und das ist ein guter Ausgleich.

00:49:45: Lieber Andreas, danke fürs Kommen.

00:49:47: Dankeschön.

00:49:49: Und das war's für heute mit einer Folge von Was Wichtig ist am Freitag.

00:49:53: Mein Gast Andreas Grastl und ich an der Wallner verabschieden uns.

00:49:56: Wir wünschen ein gutes Wochenende und allen, die es betrifft, auch einen wunderbaren Semesterferienstart.

00:50:02: Sie wissen es, wir freuen uns immer über Feedback, über Fragen oder Anregungen.

00:50:06: Schreiben Sie uns an podcastatdepresse.com.

00:50:09: Danke fürs Zuhören, machen Sie es gut und auf bald.

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