Social-Media-Verbot für Jüngere – aber wie? „Medienkompetenz 20 Jahre lang verschlafen“
Shownotes
Von Klemens Patek. Wie viel Zeit verbringen Sie jeden Tag in sozialen Medien wie Instagram, Snapchat, Youtube, Facebook, Tiktok? Es sind ja nicht nur die Jungen, die viel Zeit auf ihrem Handy verbringen. Für jüngere Menschen unter 14 Jahren plant die Regierung bis zum Herbst 2026 den Zugang zu sozialen Medien zu verbieten, bzw. zu verunmöglichen. Dabei ist die Frage des „Wie?“ noch längst nicht geklärt. Die Anbieter zur Kontrolle zu verpflichten, wie in Australien, würde den ohnehin schon mächtigen Konzernen weitere Daten an die Hand geben, etwa beim Hochladen von Ausweisfotos. Technische Lösungen mit einem Zwischenschritt, etwa mithilfe der ID Austria, sind noch nicht ausgereift, erklärt „Presse“-Technik-Expertin Barbara Steinbrenner im „Presse“-Podcast. Und wo bleibt eigentlich eine EU-weite Lösung?
Zuvor erklären Flora Fuchs und Marie Füreder, die bei der „Presse“ derzeit ihre berufspraktischen Tage absolvieren, wie sie als junge Generation soziale Medien und die geplante Einschränkung sehen. Das Problembewusstsein der oftmals zu langen Handyzeit ist beiden mehr als bewusst, sie betonen aber auch die positiven Seiten der sozialen Medien, die in der Debatte häufig zu kurz kommen.
Gäste: Barbara Steinbrenner, Tech-Journalistin der „Presse“, sowie Flora Fuchs und Marie Füreder, die ihre berufspraktischen Tage bei der „Presse“ absolvieren Host: Klemens Patek Schnitt: Audiofunnel/Dominik Lanterdinger
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00:00:02:
00:00:09: Hallo und herzlich willkommen bei Was Wichtiges.
00:00:11: Mein Name ist Flora Fuchs
00:00:12: und mein Name ist Marie Föeder.
00:00:13: Schön, dass Sie zuhören.
00:00:15: Ja, Sie hören es, wir haben Gäste heute bei unserem Studio und zwar die Flora und die Marie, die eine Woche lang bei uns in der Presse ein bisschen vorbeischauen, uns... über die Schulter schauen und ein bisschen schauen, was Journalismus ist.
00:00:24: Ich hoffe, ihr habt eine schöne Zeit bei uns, jetzt könnt ihr nichts Falsches sagen.
00:00:28: Auf jeden Fall.
00:00:28: Danke, auf jeden Fall.
00:00:29: Schön, dass ihr da seid.
00:00:30: Wir haben nämlich heute das Thema Social Media.
00:00:32: Die Regierung redet über ein Social Media-Verbot für unter vierzehnjährige.
00:00:36: Und da wir Oldies da vielleicht gar nicht mehr so mitreden können, haben wir uns gedacht, wir fragen da heute auch ein bisschen Jüngere, nämlich unsere Praktikantinnen.
00:00:44: Mein Name ist Clemens Patek.
00:00:45: Schön, dass Sie uns zuhören.
00:00:48: Später werden wir mit unserer Digital-Expertin Babsi Steinbrenner noch über die Möglichkeiten sprechen, die die Regierung technisch für ein Verbot überhaupt hat, bzw.
00:00:56: die Gefahren dabei, wer speichert welche Daten und warum nicht einfach die ID-Ausdreffer wenden.
00:01:01: Aber zuerst interessiert mich euer Blick auf das Thema.
00:01:08: Welche Social Media-Plattformen nutzt ihr eigentlich so im Alltag?
00:01:11: Also ich nutze vor allem WhatsApp, Snapchat, YouTube und Instagram.
00:01:16: Ich habe gerade eine kleine Social Media Pause.
00:01:18: Also ich habe immer noch WhatsApp, Snapchat und YouTube.
00:01:22: Aber ich versuche gerade Instagram so wenig wie möglich zu benutzen.
00:01:26: Marie, du bist noch dreizehn Jahre alt.
00:01:28: Ja.
00:01:29: Wenn es ein Verbot geben würde, wie würdest du dir damit gehen?
00:01:32: Ist das etwas, was du sagst, ja okay, dann werde ich eh bald vierzehn und dann?
00:01:34: Oder ist das etwas, was dir abgehen würde?
00:01:36: Also ich glaube, es wäre für mich nicht so schlimm, weil ich werde eh bald vierzehn und tatsächlich brauche ich es gerade nicht so dringend.
00:01:43: Aber für viele Klassenkollegen wäre es, glaube ich, schon schwieriger.
00:01:48: Und du hast doch gesagt, du schaust selber auf deiner Screen-Tam, ich nehme an, das gilt auch für dich, Flora.
00:01:51: Ja, voll.
00:01:52: Das ist schon ein Thema, das euch beschäftigt.
00:01:54: Hast du schon mal eine Social Media-Auszeit in Angriff genommen oder dringend
00:01:57: nachgedacht?
00:01:57: Eine Auszeit nicht wirklich, aber ich seit diesem Jahr verwende ich eine App, die Instagram für mich so ein bisschen sperrt.
00:02:02: Ich habe nur zehn Minuten jeweils und das sechsmal am Tag, wo ich Instagram nutzen darf.
00:02:08: Und das funktioniert ganz gut für mich.
00:02:10: Also ich schaffe es wirklich, durch andere Dinge zu machen.
00:02:13: Das habe ich meiner Freundin empfohlen bekommen und es hilft auf jeden Fall wirklich.
00:02:17: Wie ist das bei dir, Marie?
00:02:18: Wie schaust du auf deine Screentime?
00:02:20: Also jetzt tatsächlich habe ich Instagram gar nicht.
00:02:24: Gelöscht.
00:02:24: Hab ich gelöscht, weil ich habe es probiert mit einem Limit, aber ich kann einfach... klicken, noch fünfzehn Minuten Pause und dann mache ich weiter.
00:02:31: Deswegen probiere ich es gerade gar nicht zu benutzen, genau.
00:02:33: Wie bespricht ihr mit euren Eltern eure Social Media Nutzung?
00:02:36: Ist das ein Thema bei euch zu Hause?
00:02:37: Ja, nicht wirklich tatsächlich.
00:02:39: Also früher schon, früher hatte ich sozusagen eine Handyzeit, aber meine Eltern wissen, dass ich gut draufschau.
00:02:45: Deswegen kann ich mir das selber einteilen.
00:02:47: Ja voll, bei mir ist es eigentlich ziemlich ähnlich.
00:02:49: Also meine Eltern vertrauen mir da voll.
00:02:51: Und ich muss sogar sagen, dass mein Vater eher das Problem kennt ist.
00:02:54: Also der ist eher auf YouTube am Videos schauen.
00:02:58: Und da müssen wir ihm sagen, ja gibt das Handy jetzt weg.
00:03:00: Während meine Schwester nicht eigentlich die meiste Zeit unser Handy nur im Zimmer nutzen jetzt nicht beim Ess-Tisch oder so.
00:03:06: Ja, es ist ja so, dass die Erwachsenen ja das selbe Thema haben eigentlich.
00:03:11: Was mich noch interessieren wird, ist... Wie nutzt ihr Social Media?
00:03:13: Social Media ist auch so ein Sammelbegriff.
00:03:15: Ist es eine bewusste Entscheidung?
00:03:16: jetzt für euch kurz Videos?
00:03:17: Und jetzt jette ich mit Freunden oder schicke lustige Bilder hin und her.
00:03:21: Wie ist das bei euch?
00:03:22: Also ja, WhatsApp ist für mich einfach hauptsächlich Kommunikation.
00:03:26: Snapchat auch Kommunikation, aber eher ein bisschen unnötiger.
00:03:29: Also wir schicken uns irgendwelche Videos von was wir machen.
00:03:31: Also ich bin selbst nicht der größte Snapchat-Fan.
00:03:33: Ich will es mir vielleicht dieses Jahr versuchen abzugewöhnen.
00:03:36: Und Instagram ist eigentlich hauptsächlich sich irgendwie so bespaßen lassen.
00:03:40: Ich mache es immer, ja, ich entspann mich, ich scrolls ein bisschen auf Instagram, aber im Endeffekt, es entspannt mich nicht wirklich.
00:03:46: Ich muss sagen, es gibt schon auch gute Seiten, also zum Beispiel Inspiration irgendwie auf Instagram mit Rezepten und so, aber eigentlich die meiste Zeit ist einfach nur irgendwas tun, damit ich nicht nichts tue.
00:03:56: Und
00:03:57: wie ist das bei dir?
00:03:58: Also ich benutze WhatsApp und Snapchat auch hauptsächlich zu Kommunikation und das mit den Flammen bei Snapchat ist eher so ein Nebeneffekt.
00:04:05: Also das schicke ich auch manchmal irgendwie nur ein... schwarzes Bild, damit ich meine Flammen aufrechterhalte.
00:04:12: Ja, genau.
00:04:12: Und Instagram habe ich gerade nicht.
00:04:13: Und
00:04:13: ich glaube, das mit den Flammen musst du uns trotzdem noch kurz erklären, uns und mir und unseren Eltern zu lernen.
00:04:18: Genau.
00:04:18: Also, man kann auf Snapchat Flammen aufbauen.
00:04:21: Also, man kann seinen Freunden, kann man Snaps schicken.
00:04:24: Das sind kleine Fotos oder Videos.
00:04:26: Und dadurch entstehen Flammen.
00:04:27: Und wenn man das eine gewisse Tagesanzahl macht, bekommt man immer mehr Flammen dazu.
00:04:32: Wenn man dann einen Tag mal nicht schickt, dann verliert man die Flammen.
00:04:35: Das heißt, es ist auch eine Art Mechanismus, jeden Tag dort hinzugehen.
00:04:38: Was verstehen Erwachsene oder die Politik oder die Eltern nicht, wenn sie von Social Media oder einem Verbot drehen?
00:04:44: Gibt es da irgendwas, was sich immer nervt?
00:04:46: Ich glaube, viele verstehen nicht, wie wichtig Social Media für die Jugend eigentlich ist, weil es ist einfach ein Teil vom Leben.
00:04:52: Von wegen, ja, hast du dieses Real schon gesehen?
00:04:54: Kennst du dieses Meme?
00:04:56: Und ich glaube, es ist einfach nicht etwas, was man einfach verbieten kann, weil es eben sehr wichtig für unsere Generation ist, auch wenn es schlechte Seiten gibt.
00:05:03: Aber es ist eben, ich meine, ältere Generationen verstehen es einfach nicht so.
00:05:06: Und deshalb ist es schwierig, darüber dann zu urteilen, finde ich.
00:05:09: Ich denke, es werden auch oft von den Eltern und Leuten nur die negativen Seiten gesehen, weil sie es auch selber oft gar nicht haben und gar nicht wissen, wozu wir es eigentlich benutzen und dann immer nur denken, nein, das gibt es eigentlich irgendwelche Videos, die ihr nicht sehen dürft.
00:05:19: Aber man kann es natürlich auch einfach zur Kommunikation benutzen und zur Inspiration.
00:05:22: Und das hat nicht nur schlechte Seiten.
00:05:25: Ich danke euch tatsächlich für eure offenen Worte und auch ich finde, macht es super vor den Mikrofonen.
00:05:29: Vielen Dank.
00:05:30: Und wir reden jetzt mit unserer Digitalexpertin Barbara Steinbrenner über die Möglichkeiten, die die Regierung technisch für ein Verbot hat, bzw.
00:05:37: die Gefahren, die es dabei gibt.
00:05:43: Liebe Babsi, schön, dass du bei uns im Studio vorbei schaust.
00:05:45: Hallo.
00:05:46: Hallo Clemens, danke für die Anladung.
00:05:48: Wir haben jetzt das Thema.
00:05:49: auch im Ministerrat oder in der Regierung wird darüber diskutiert, Social Media für alle unter vierzehn Jahren, Fragezeichen alt, da sie auch noch nicht festgelegt zu verbieten.
00:05:59: Da gibt es ganz viele Fragen, die ich dir da gerne stellen möchte.
00:06:02: Aber ich denke auf ein Verbot läuft es politisch hinaus und mich würde es interessieren, Wie?
00:06:07: Wie könnte die Regierung das angehen?
00:06:08: Was siehst du da für Möglichkeiten, dass man das einmal technisch überhaupt umsetzt?
00:06:12: Das ist eine sehr gute Frage und es gibt viele Möglichkeiten.
00:06:17: Einerseits hieß es ja, dass man sich Beispiel Australien orientieren möchte.
00:06:22: Hier nur kurz zur Einordnung.
00:06:24: Das ist jetzt seit knapp einem Monat in Kraft das Gesetz.
00:06:28: Und Australien hat entschieden.
00:06:31: die gesamte Verantwortung der Überprüfung, der Feststellung des Alters und der Erfüllung des Gesetzes wurde in die Hände der Social Media Plattformen gegeben.
00:06:42: Sprich, die Altersverifikation findet dort statt.
00:06:45: Das bedeutet aber auch, dass Facebook, Instagram, TikTok, alle diese Daten kriegen, weil sie brauchen sie ja, um festzustellen, ob derjenige diejenige, die sich anmeldet, auch wirklich dieses Alter hat.
00:06:58: Griechenland zum Beispiel wird in dieser Debatte ein wenig übersehen.
00:07:04: Die haben das auch.
00:07:06: Die haben etwas ähnliches fortgeschritteneres, technisch neu aufgesetztes wie die ID Austria, mit der es vergleichbar ist und macht darüber die Altersverifikation.
00:07:18: Man muss sich über die App anmelden, Gesicht hinhalten und dann reden diese zwei Plattformen, die App mit der Social Media Plattform im übertragenen Sinne miteinander.
00:07:29: Und dann gibt es ein grünes Häkchen oder ein, und der digitale Türsteher im übertragenen Sinne sagt, nein, zu jung, geht nicht.
00:07:37: Und das wäre, wenn wir über Datenschutz und Privatsphäre reden, ein zu präferierender Weg.
00:07:44: Weil ist es vom Datenschutz ja dann besser?
00:07:46: Ja.
00:07:47: weil die Daten nicht den Social Media-Plattformen gefüttert werden.
00:07:51: Worüber wir ja reden, dass die eh schon zu viele Daten haben, wir schon zu viel Preis gegeben haben.
00:07:58: Und dann kriegen sie noch Ausweis, Kopienadresse und was weiß ich nicht noch alles.
00:08:03: Also da noch obendrauf die richtig prekären Daten.
00:08:07: Gibt es in Österreich hier schon Wortmeldungen, in welche Richtung das gehen könnte?
00:08:11: Man nennt ja eher immer Australien als Vorbild.
00:08:13: Insofern ist es ja spannend, dass diese Ankündigung Anfang der Woche durch die Politik nichts Neues gebracht hat.
00:08:22: Wir sind auf dem gleichen Stand, wie es war, als diese Diskussion überhaupt aufkam im Zusammenhang mit dem Attentat in Graz.
00:08:32: mit einem Amoklauf.
00:08:34: Da wurde es tatsächlich dann handfester und spruchreif.
00:08:39: Und seitdem hat sich nicht viel getan.
00:08:42: Wir wissen, die ID Austria ist technisch nicht ausgereift dafür, müsste komplett um die EU-Richtlinien zu erfüllen und den Datenschutz zu erfüllen neu aufgesetzt werden.
00:08:53: Ebenfalls nicht neu sind die Positionen der verschiedenen Parteien, auch der Regierungskoalition.
00:08:59: Die Neos sehen sehr kritisch.
00:09:01: Die SPÖ spricht sich dafür aus und auch die ÖVP sprechen sich dafür aus.
00:09:06: Wir sind noch nicht in die Phase gekommen mit, wie soll das Ganze aufgesetzt werden, wer soll das Ganze technisch umsetzen und wie finden wir politisch einen Konsens?
00:09:16: Also es ist nicht weiter als bis vor einigen Monaten, außer dass der Zeitplan ein Straferer ist, der aber in die Ferne rückt, wenn hier nicht tatsächlich mal handfest das auf dem Tisch landet.
00:09:29: Deine Einschätzung ist, dieser Zeitrahmen ist auch sehr eng gesteckt bis zum nächsten Schulanfang im Herbst.
00:09:34: Ja,
00:09:34: definitiv.
00:09:36: Du hast gesagt, die IT Austria ist nicht vollständig ausgebaut für diesen Einsatz.
00:09:41: Was meinst du damit?
00:09:42: Woran scheitert's da?
00:09:43: Woran mangelt es?
00:09:44: Hier geht es einmal mehr um die Sicherheitsrichtlinien.
00:09:47: Welche Daten werden weitergegeben?
00:09:49: Wie kann diese Überprüfung stattfinden?
00:09:51: Wir sind auch erst in einem Ausbau der ID Austria.
00:09:55: Wir sind noch lange nicht dort, was die Nutzerzahlen betrifft.
00:09:59: Wir haben noch einige Kinderkrankheiten dabei.
00:10:02: und Apropos Kinder.
00:10:04: Wenn wir diese App brauchen und wollen für eine Altersverifikation.
00:10:08: Dann muss die auch verständlich nutzbar sein.
00:10:12: Dann muss die auch leicht zur Hand haben sein.
00:10:14: Das ist aktuell, glaube ich, noch einer der obersten Aufgaben.
00:10:18: Und sie muss sicher sein.
00:10:19: Sie muss sicher sein.
00:10:21: Und das ist aktuell auch noch nicht der Fall.
00:10:24: Theoretisch gibt es so einen Alterslimit für Social Media.
00:10:28: Also ist es auf jeder Plattform anders TikTok, es glaube ich, dreizehn Jahre, darunter eigentlich nicht erlaubt.
00:10:34: Wie wird das kontrolliert?
00:10:35: Wird es kontrolliert?
00:10:37: Nein.
00:10:38: Nein, ich muss sagen, ich bin über dreizehn und let's go.
00:10:40: Also der ganz harsche Vergleich und das geht ja nicht nur um Social Media Plattformen.
00:10:45: Alles was im Internet verfügbar ist und eigentlich all das Grenzen hat.
00:10:49: Früher in den Zeiten, als es noch Videotheken gab, aber es diesen abgesperrt Bereich mit Perlenvorhängen, da wurde darauf geachtet, dass unter achtzehn keiner zu diesen Videos geht.
00:11:01: Im Internet ist es so... Du kriegst einen Knopf voll mit, ich bin älter als achtzehn.
00:11:07: Und schon bist du drin.
00:11:08: Und schon steht dir diese ganze Welt offen.
00:11:13: Und das ist bei sexuellen und sexualisierten Inhalten genauso der Fall wie bei Social Media Plattformen, worüber sie ja auch dann dorthin kommen.
00:11:21: nochmal dazu.
00:11:22: Also es ist im Internet kann jeder lügen und sein, was er möchte auch alt genug.
00:11:27: Es wundert mich, dass diese Debatte jetzt nicht gleich mitgeführt wird.
00:11:30: In Großbritannien gibt es ja schon einen Altersnachweis für Pornoseiten.
00:11:35: Das geht zum Teil, wenn ich das richtig gelesen habe, über auch Konto-Daten oder in der E-Mail-Adresse.
00:11:40: Was ist das für eine Variante von Altersnachweis?
00:11:43: Ich
00:11:44: glaube, es ist eine Übergangslösung, was durchaus möglich wäre, dass man eben seinen Ausweis hinterlegt, der dann nochmal per Videokamera, weil jedes ... moderne Handy, Laptop, iPad, Tablet unterstützt das.
00:11:57: Und dann nochmal diese Verifikation durchzuführen.
00:11:59: Ich bin wirklich die Person, die auf dem Ausweis abgebildet ist.
00:12:04: Jetzt haben wir Griechenland, das ein System umgesetzt hat, Australien.
00:12:08: nicht in der EU, aber auch die EU selbst diskutiert die etwas.
00:12:12: Stelle ich mir auch die Frage, warum prescht Österreich davor oder möchte Österreich der Vorreiter sein, bzw.
00:12:17: wie weit gedient sind da Pläne, die EU-weit kommen könnten?
00:12:20: Das frage ich mich ehrlich gesagt auch, warum Österreich jetzt da nicht jegliche Ressource und Kraft hineinsteckt, dass dieses EU-weite Programm auf die Beine kommt.
00:12:31: Auch Frankreich will jetzt auch vorpreschen und hat wieder ein anderes Alter im Sinne.
00:12:37: Ganz ehrlich dazu fehlt mir die technische Entwicklungsexpertise, um zu sagen, wäre es so schwierig, dann zu sagen, wir bauen dieses Grund geröst und dann kann Frankreich sagen, wir hätten es gerne ab fünfzehn, wir können sagen, gerne ab sechzehn, dort kann man ab vierzehn.
00:12:51: Das wäre doch irgendwie ideal, wenn man wirklich eine Plattform bauen könnte, die alle angeht und nicht die Social Media Plattformen, die in den letzten zwei Jahrzehnten einfach an Facebook demonstriert hat und immer wieder gezeigt hat, dass ihnen ihre eigenen IGB egal sind und dass ihnen gesetzliche Vorgaben geschweige den moralisch-ethische Fragen im Sinne der Gewinnmaximierung egal sind.
00:13:16: Und das ist eines der spannenden Komponenten, aber was derzeit dann noch dazu parallel jetzt in Los Angeles passiert, wo eine neunzehnjährige klagt gegen.
00:13:27: YouTube, gegen Facebook, gegen Instagram, gegen TikTok, dass diese Plattformen absichtlich süchtig machen.
00:13:34: Und das könnte richtungsweisend auch sein und könnte in Kombination mit dieser Altersverifikation nochmal wirklich spannend werden.
00:13:43: Du bist unsere Technikexpertin in der Presse.
00:13:45: Du beschäftigst dich viel mit Social Media, deswegen frage ich dich schon auch nach deiner Meinung.
00:13:49: Wie siehst du dieses Verbot?
00:13:50: Ist das umsetzbar?
00:13:51: Ist das richtig?
00:13:53: Es ist eine sehr, sehr schwierige Frage, weil so viel, so viel mit rein spielt.
00:14:00: Ich bin grundsätzlich ein Mensch, der sich gegen Verbote ausspricht und auch das TikTok-Verbot, das diskutierte in den USA und dann auch Europa, was jetzt eh wieder hinfällig geworden ist, sehr kritisch gesehen hat, weil es nur zur Zahlen erreicht hat, mit der man vielleicht nur mehr mit einem Verbot beikommt.
00:14:22: Es ist halt auch ein Armutszeugnis darüber, dass wir zwanzig Jahre Medienkompetenz in allen Bereichen verschlafen haben.
00:14:33: Und dann ist die Frage, was wäre eine bessere Lösung?
00:14:37: Ich glaube, dass eine Altersbeschränkung ein erster Schritt ist.
00:14:40: Es ist kein Verbot.
00:14:42: Es ist ja nicht mit, es darf niemand mehr jemals auf Insta, Facebook oder TikTok unterwegs sein.
00:14:50: Aber genauso wie es ein Alter für einen Führerschein gibt, gibt es dann halt auch ein Alter für Social Media.
00:14:57: Aber das muss in Verbindung passieren, dass wir unsere Kinder, unsere nächsten Generationen, darauf vorbereiten, wie sie sich auch kritisch und vernünftig und gesund damit auseinandersetzen.
00:15:11: Und allen voran müssen wir Erwachsene das auch lernen.
00:15:14: Großen Geschichtsverlauf ist es ja dann vielleicht doch noch ein neues Thema und es tut sich auch sehr viel auch in der Wahrnehmung, glaube ich.
00:15:20: Auch bei den jungen Menschen, liebe Babsi, danke, dass du über uns vorbeigeschaut hast.
00:15:27: Im Namen des gesamten Audiotheems der Presse bedanke ich mich bei Ihnen fürs Zuhören.
00:15:31: Die Standpunkte und Vorschläge in der aktuellen Debatte über ein Social-Media-Verbot für Jugendliche lesen Sie auch in viel spannenden Presseartikel, von denen ich einige in den Shownotes verlinke.
00:15:41: Zum Beispiel auch den Leitartikel von Klaus Knittelfelder mit dem Titel, das Social-Media-Verbot der Regierung ist ein Armutszeugnis.
00:15:49: Das war's von meiner Seite.
00:15:51: Mein Name ist Clemens Patek.
00:15:52: Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Tag.
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