SPÖ-Obmannfrage: Bablers Woche der Wahrheit

Shownotes

Gast: Oliver Pink, innenpolitikchef der "Presse" Moderation: Anna Wallner, Head of New Media Schnitt: Audiofunnel

Es dürfte eine spannende Woche für die SPÖ und ihren Parteichef Andreas Babler werden. Am Donnerstag wird der Vizekanzler den Opernball besuchen, am Morgen danach könnte es für ihn politisch richtig ernst werden: Denn am Freitag tagt das SPÖ-Präsidium und der Parteivorstand – und dort entscheidet sich, ob Babler am Parteitag Anfang März einen Gegenkandidaten namens Christian Kern bekommt. Der war schon einmal Bundeskanzler Österreichs, von Mai 2016 bis Dezember 2017. Wir fragen uns in dieser Podcastfolge, was ist dran an der erneuten Obmann-Debatte und wie wird sie am Freitag ausgehen. Zu Gast ist Oliver Pink, Innenpolitikchef der „Presse“.

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00:00:05: Die Presse.

00:00:09: Es dürfte eine wirklich spannende Woche für die SPÖ und ihren Parteichef Andreas Babler werden.

00:00:15: Am Donnerstag wird der Vizekanzler den Opernwahl besuchen, zumindest hat er das angekündigt.

00:00:20: Am Morgen danach könnte es dann für ihn politisch richtig ernst werden.

00:00:25: Denn am Freitag tagt das SPÖ-Präsidium und der Parteivorstand und dort soll sich entscheiden, ob Babler am Parteitag Anfang März einen Gegenkandidaten namens Christian Kern bekommt.

00:00:37: Der war schon einmal Bundeskanzler Österreichs, wir erinnern uns, von Mai, Jahrzehnte bis Dezember, Jahrzehnte.

00:00:43: Heute fragen wir uns, was ist dran an der erneuten Obmann-Debatte?

00:00:47: Und dazu habe ich mir meinen Gast Oliver Pink eingeladen, er ist Innenpolitikchef unserer Zeitung.

00:00:52: Mein Name ist Anna Wallner und das ist, was wichtig ist, der Nachrichten-Podcast der Presse.

00:01:00: Hallo Oliver, schön, dass du da bist.

00:01:01: Hallo Anna.

00:01:02: Oliver, lass uns mal mit der Faktenlage heute am Dienstag anfangen, damit wir nicht nur in die Glaskugel rutschen.

00:01:08: Welche Termine sind denn diese Woche entscheidend und was kann da am Freitag, den dreizehnten Februar, in der SPÖ passieren?

00:01:17: Für die SPÖ gibt es einen wichtigen Termin, das ist eben der Freitag.

00:01:20: Da gibt es zuerst Partei Brasilium und dann Partei Vorstand.

00:01:24: Unterweit möglicherweise, das Schicksal des Andreas Babler besiegelt.

00:01:29: Okay, das heißt, diese Woche sind interne Gremien, die müssen sich treffen vor dem Parteitag am siebten März,

00:01:37: um noch einen Gegenkandidateninstellung zu bringen.

00:01:41: Andreas Barblas.

00:01:42: Du hast jetzt in einem Text beschrieben, der am Montag erschienen ist, dass es eine Woche wird, die für Andreas Barblas, den antierenden SPÖ-Chef ziemlich symbolisch beginnt, mit dem Ski-WM-Auftrag,

00:01:54: wo er

00:01:54: am Wochenende war, mit dem Opernball am kommenden Donnerstag und dann eben mit dem Freitag mit diesen Parteigeremien.

00:02:01: Und du hast geschrieben, dass jemand innerhalb der Partei gesagt hat, die Stimmung in der SPÖ steht spitz auf Knopf.

00:02:07: Was ist denn da gerade anders als bei früheren Abmanden?

00:02:10: die es ja schon unzählige Male gab auch in der SPÖ?

00:02:13: Ne, es gab so eine Open-Debatte, gab es ja schon, damals quasi.

00:02:16: Werner Feinmann war auch angezählt und hat sich immer geheißen, irgendwann kommt Christian Kern und dann haben sich Landespartei-Vorsitzende aus den Ländern.

00:02:24: Abseits der Wiener SPÖ zusammengetan, zusammengerät, eine Mehrheit für Christian Kern gezimmert und Werner Feiermann musste dann zur Kenntnis nehmen, dass es keine Mehrheit mehr für ihn gibt, sondern für Kern und hat dann von sich aus aufgegeben, Christian Kern wurde dann SPÖ vorsichtig.

00:02:40: Da

00:02:40: reden wir vom Jahr

00:02:41: hat, es scheint so, als würde das noch einmal versucht werden zu wiederholen.

00:02:48: Die Pläne sind leider aus Sicht der Rebellenpublik geworden vorab.

00:02:52: Jetzt liegen sie halt einmal da und jetzt versucht man noch in Gesprächen diese Woche eine Mehrheit im Parteipräsidium Strickstrich Parteiverstand zustande zu bringen, um dann dort hergehen zu können und zu sagen, so, wir haben eine Mehrheit gegen Andreas Babler und für Christian Kern.

00:03:07: Dem Vernehmen nach, dass erzählen zumindest die Rebellen in der SPÖ hätte, Christian Kern signalisiert hier mitmachen zu wollen, Gab auch schon Gespräche mit dem Biener Bürgermeister, den man offensichtlich umstimmen wollte oder will.

00:03:21: Ja, wie gesagt, das Ganze ist im Laufen.

00:03:23: Wie das ausgeht, weiß man nicht.

00:03:25: Aber es gibt Leute in der SBÖ, die würden das mit Fünfzig, Fünfzig beziffern.

00:03:29: Also

00:03:29: mit Spitz auch knapp.

00:03:31: Genau.

00:03:32: Okay, jetzt ist ja das so, dass es nicht die große Neuigkeit ist, dass Christian Kern überlegt und vielleicht wieder wollen würde.

00:03:37: Das Spielchen oder das Thema haben wir jetzt, würde ich sagen, seit Spätherbst auf dem Tapé.

00:03:44: Spannend dabei ist, innerhalb der SPÖ gibt es da so eine richtige Machtgeografie zwischen Wien und den Ländern.

00:03:50: Wie ist das?

00:03:51: Wer ist für Christian Kern, wer dagegen?

00:03:54: Also tendenziell für Christian Kern sind... Bundesländer wie Niederösterreich ganz stark, wo ein Resbabler herkommt, also es gibt das Pomon in der SPÖ, wenn man in der SPÖ in den Ländern fragt, wie ist das mit dem Babler so?

00:04:07: Sagen Sie ein, fragen Sie doch die Niederösterreicher, die kennen ihn wirklich, das ist natürlich mit einem süffesanten zynischen Unterdung gemeint, also die kennen ihn wirklich nämlich gut, in dem Fall eher schlecht.

00:04:17: Also, Resbabler als Niederösterreicher, die wirklich keine Hausmacht haben in der nächsten FPÖ, wenn wir es erinnern, als der vormalige Landesregierung Schnabel die Wahl verloren hat, gesetzt wurde, wurde über Nachts, wenn Herr Gowich zum Parteichef gemacht, damit das ja nicht Andreas Babler, der damalige Bürgermeister, wird.

00:04:35: Das könnte man sagen, die SPÖ hätte sich etwas erspart, hätten sie den Andreas Babler gleich zum Landespartei-Chef gemacht, wäre nicht Bundespartei-Chef geworden, aber das ist jetzt hinfällig.

00:04:44: Aber ja, Niederösterreich ist ganz stark gegen den Babler.

00:04:48: Natürlich die Burngländer, wobei die jetzt eine amivalente Rolle spielen, der Hans-Peter Doscuzil hat jetzt mehr oder weniger die Lösung ausgegeben.

00:04:56: Barbara soll mal bleiben, soll ruhig in die Partei einkehren, eher selber Doscuzil will für keinen Wirbelsorgen, also soll Barbara mal bleiben, es gibt jetzt eh nichts zu gewinnen in der Regierung.

00:05:05: Aber es gibt Länder, die neue Parteischiffs haben, die bald wählen, also Kärnten, Steiermark, Salzburg, die ... leiden nach eigenen Angaben unter einem Parteischiff Babler, weil der eben dafür sorgt, dass die Partei sowohl im Bund als auch in den Ländern immer mehr ins Hintertreffen gerät, die SPÖ auch in Kärnten in der Landesordnung verlieren könnte, in der Steuermark gar nicht rankommt, überhaupt eine Möglichkeit in der Landesordnung zu stellen.

00:05:33: Also die geben Andreas Babler schon die Schuld daran für die schlechte Performance der SPÖ.

00:05:38: Und ein Alarmsignal für viele war St.

00:05:40: Burton.

00:05:40: St.

00:05:41: Burton jahrzehntelang eine dominierte Landeshauptstadt mit einem... beliebten Bürgermeister gegen den wenig einzuwenden ist und sogar der verliert das nicht.

00:05:50: Also hat man das schon stark Andreas Babel angelastet, der die SPÖ zu verengt führt, zu weit nach links führt.

00:05:56: Jetzt kann man sagen, hat der Babel als Vizekanzler in der Regierung eigentlich schon einen pragmatischen Weg gegangen, aber für diese Landesfunktionäre ist es noch zu wenig weit, weil die sind jeden Tag konfrontiert mit den Alltagsorgen der Menschen, sei es jetzt Inflation, sei es jetzt schon zurückgegangen, sei es Migration, also da ist der Babel.

00:06:15: aber offensichtlich kein geeigneter Bundespartei-Chef, um das irgendwie abzufedern.

00:06:20: Tatsache ist auch Andreas Babler ist jetzt seit einigen Jahren in dieser Position, seit zwanzig, dreiundzwanzig.

00:06:25: Und all die Kritiker, die du gerade aufgeführt hast, hat er in dieser Zeit offenbar nicht geschafft, an sein, auf seine Seite zu ziehen.

00:06:32: Das führt mich zu der Frage, wie agiert der Babler-SPE intern?

00:06:37: Gibt es da gar keine Kommunikation zwischen einem Dossgerzitter oder einem Hergerwich?

00:06:41: Es ist in Dorschkuzil und in dem Hergowich schon, aber zwischen Dorschkuzil und Babler gibt es keine Kommunikation.

00:06:48: zwischen Hergowich und Babler gibt es auch keine Kommunikation.

00:06:50: Also Hergowich geht jetzt aus dem Parteipräsidium raus freiwillig, um da nicht mehr Teil des Ganzen zu sein.

00:06:56: Also dieses Niederösterreich Beispiel ist, glaube ich, ein ganz gutes Jahr.

00:06:59: Andreas Babler kommt aus Niederösterreich.

00:07:01: Andreas Babler ist Bürgermeister in Niederösterreich.

00:07:04: Andreas Babler ist überhaupt nicht verankert in der Niederösterreichischen SPÖ, weil Andreas Babler vom Typ hier immer doch ein eher urbaner, wienerischer Typ war, obwohl der Bürgermeister einer kleinen Stadtgemeinde war.

00:07:16: Also der passt dort überhaupt nicht hin.

00:07:18: Und auch die SPÖ-Absetz von Wien ist natürlich anders aufgestellt, sozialisiert, als die Wiener SPÖ.

00:07:26: Die Landes-SPÖ sind pragmatischer, hemmtärmeliger, man könnte auch sagen rechter.

00:07:32: Gerade in der Migrationspolitik hat sich das immer gezeigt, dass es gibt eine große Diskrepanz zwischen der Wiener SPÖ und den SPÖs in den anderen Bundesländern.

00:07:40: Das sind schon zwei Welten und da muss man sich fragen, ob das Allerland überhaupt eine Zukunft hat, dieses SPÖ-Modell.

00:07:47: Es ging jahrzehntelang gut.

00:07:48: Jahrzehntelang gab es eine Klammer, die mehr oder weniger den linken Flügel und den rechten Flügel dieser Partei zusammengehalten hat, also den, sagen wir mal, sozialdemokratisch, sozialistisch-konservativen Flügel und den progressiven Flügel.

00:08:03: vom Künstler Bis zum Arbeiter hat hier alles Platz gefunden in der SPÖ.

00:08:07: Dieses Bündnis ist zerbrochen und es ist nicht sichtbar, wie das jemals wieder gekiddet werden kann.

00:08:14: Ein Hauptthema war sicher die Migration.

00:08:17: Da ist jetzt auch der linke Flügel unter Andreas Babler soweit einzusehen, dass man den Menschen eben nicht mehr zumuten kann, als man ihn zumuten kann.

00:08:24: Da ist durchaus auch in dieser Regierung unter dem Eindruck Stärke der FPÖ, aber auch unter der Dominanz der ÖVP in diesen Themen Sicherheit und Migration hat sich da auch was bewegt in der SPÖ.

00:08:36: Das muss man Andreas Babler zugutehalten, aber es ist offensichtlich noch zu wenig für die eigene Partei.

00:08:43: die Bundesländer, Sozialdemokraten, denen als Fremdkörper wahrnehmen.

00:08:47: Vor allem ein großes Thema, das ja seit Bablers Antritt oder seit Babler an der Spitze steht, immer gekommen ist, ist die Frage der Wirtschaftspartei, also wie viel Signale sende ich mit dem Chef in die Wirtschaft?

00:08:59: Genau, das ist halt mit Babler relativ null.

00:09:02: Und obwohl es gab auch Treffen von Babler mit Unternehmern, die sind dann, du hast eh ganz angetan, dass derjenige zu schlimm ist, wie erwartet, singe mir so sehr, macht das eh ganz passabel für seine Fälteste, könnte man sagen, aber Christian Kern natürlich ein ganz anderes Signal, also an die Wirtschaft, der war selber Manager, ist es noch, jetzt kann man sagen, von Staatsnamen betrieben, vorher vom Verbund, beziehungsweise von der ÖBB, jetzt hat das so eine eigene Lokomotiven, Leasing, Gesellschaft, Geschäftsführer ist.

00:09:36: Gut, aber jetzt muss ich mich unterbrechen.

00:09:37: Christian Kern, weil mein Tadekritiker fragt, sagt mir immer, er hat es eh damals probiert, von zwei Sechzehn bis zur Wahl.

00:09:43: dann ist er relativ bald, nachdem es bei der Wahl nicht gereicht hat und er gegen Sebastian Kurz unterlegen ist, hat er sich wieder verdünnisiert und zurück in die private Wirtschaft bewegt.

00:09:53: Also es gibt auch Kritiker, die sagen, was wollte er wieder mit dem, der hat es schon einmal nicht gekonnt.

00:09:58: Christian Kern muss man sagen, hatte auch das Pech des Sebastian Kurz.

00:10:01: Also Sebastian Kurz war schon für die ÖVP eine Jahrhunderterscheinung zu hochgegriffen, aber eine Jahrzehnte Erscheinung.

00:10:07: Also so einen Votgitter hatte die ÖVP in der Geschichte nie.

00:10:11: Nicht mal Wolfgang Schüssel war das.

00:10:12: Also Sebastian Kurz konnte, jetzt kann man über die politischen Maßnahmen diskutieren, aber der Mann war ein Votkäter.

00:10:18: Der Mann konnte Wahlen gewinnen, der Mann hat Wahlen gewonnen, und zwar im Bund und auch die Länder haben mit ihm Wahlen gewonnen.

00:10:24: und auf so einen Typen trifft, trifft ein Christian Kern.

00:10:27: Das ist sicher auch der stärkste Kandidat.

00:10:28: Der SPÖ war seit Jahrzehnten, aber da sind zwei politische Alphatiere in einander gekrachten.

00:10:33: Der Kurz war halt der Schnellere, der Schlauere, hatte auch die geeintere Partei hinter sich.

00:10:39: Man darf nicht vergessen, Christian Kern hat natürlich verbrannte Erde hinterlassen mit der Demontage des Werner-Feinmann.

00:10:45: Die haben zum Teil nicht mitgezogen, haben zum Teil auch seinen Kurs desserviert.

00:10:52: Der Kern hatte es in den Kurz nicht gleich.

00:10:54: Ja, was machen wir?

00:10:56: Was macht Christian Kern, wenn er jetzt sich entstand?

00:10:59: Das

00:10:59: wäre ja wie die Pointe.

00:11:00: Das

00:11:00: wäre natürlich

00:11:01: die

00:11:02: Pointe der Pointen.

00:11:04: Aber

00:11:04: bevor wir noch die Szenarien zu Ende durchdenken, will ich noch ganz kurz einmal bei Babler bleiben.

00:11:09: Wer sind denn Bablers aller Ängste verbündete?

00:11:12: Also wer wird ihm für immer die Stange halten?

00:11:15: für immer ist relativ.

00:11:16: Also es ist ja nicht so, dass das quasi Kerngegner jetzt im aktuellen Konflikt automatisch Babler-Fans sind, sondern die sind das pragmatisch.

00:11:24: Also die Wiener SBO sieht das einfach pragmatisch, die haben den Babler nicht erfunden, die haben ja halt zwangsläufig unterstützt, weil der DOS-Kozil noch schlimmer gewesen wäre und so ist das auch jetzt.

00:11:35: Die Wiener SBO will keinen Wirbel, die Wiener SBO will, dass diese Bundesregierung in Ruhe weiter regiert.

00:11:42: Die finden auch den Stock her ganz gut und über die ganze Regierung und die NEO sind in der Landesregierung mit der SPÖ und in der Bundesregierung auch mit der SPÖ und der ÖVP.

00:11:52: Und die Stadt Wien profitiert mutmaßlich auch von dieser Bundesregierung.

00:11:55: Also, die Wiener SPÖ will Friede und Ruhe haben und diesen garantiert Andreas Babler.

00:12:01: Also, somit unterstützen Sie die.

00:12:03: Weil jede weitere Aufwahlung, jeder weitere Wechsel würde wieder unruhe in die SPÖ bringen.

00:12:08: Es würde wieder einen Flügel geben, der unzufrieden ist.

00:12:10: Dann wird der linke Flügel das ganze dort bedienen.

00:12:13: Okay, jetzt muss ich unter Bernd Hosterberg gesagt.

00:12:15: Christian Kern hat sich auch getroffen mit dem Wiener Bürgermeister.

00:12:18: Es gab einen Versuch, ihn sozusagen umzutrehen oder zu überreden.

00:12:21: Das heißt aber, wenn ich dir jetzt zuhörte, heißt nicht gelungen.

00:12:23: Es ist, Wien bleibt eher auf der

00:12:25: Linie

00:12:26: nur keine Wörne.

00:12:27: Wien

00:12:27: bleibt natürlich nur keine Wörne.

00:12:28: Wien sagt auch, der Kern hat es eine Chance.

00:12:31: Das offizielle Statement aus Wien ist auch, der Herr Bügermeister spricht mit allen Ehemaligen Parteichefs immer wieder, um sich auszutauschen und so weiter und so fort.

00:12:40: Ja, aber es gab sicher den Versuch, von Kern, ob vom Kern, wie persönlich das war, weiß ich nicht, war nicht dabei, aber natürlich gab es auch viele, die stellvertretend für den Kern zum Innenbürgermeister durchaus gegangen sind und ihm das nahegelegt haben, dass das vernünftig wäre, Kern statt Babler.

00:12:56: Aber ja, so wirkliche Fans bei der Establishment hat Andreas Babelitz nicht.

00:13:02: Seine Stärke war die Basis, die ihn auch gewählt hat bei der Mitgliederbefragung dann auch unter den Delegierten.

00:13:09: Aber das Momentum, bei denen er noch hat, weiß man auch nicht, aber er hatte das mal.

00:13:12: Also das ist ein Mann der Basis und quasi der eher linkssozialisierte... kleine Funktionär der SPÖ oder Menschen, die wegen Barbara das eingetreten sind in die SPÖ, haben ihm das ermöglicht, Parteichef zu werden.

00:13:28: Gut, kommen wir nochmal zum Freitag.

00:13:29: Du skizzierst zwei Szenarien, oder es gibt zwei Szenarien, was passieren kann.

00:13:33: Erstens, es passiert nix, weil die Rebellen zurückziehen oder vertagen.

00:13:37: Oder zweitens, der Bubler wird schon, es wird ihm klargemacht, dass es eine Mehrheit gegen ihn gibt und man Christian Kerner es gegen Kandidaten aufstellt.

00:13:45: Ich will dich jetzt gar nicht zu einem Wergewind verleiten, sondern ich möchte nur von dir wissen auch, aus der Sicht des Innenpolitikjournalisten, der diese Woche jetzt bestreiten muss, woran erkennt man bis Freitagvormittag überprüfbar, welches Szenario wahrscheinlich wird.

00:13:59: Na ja, die Ausgangslage ist jetzt einmal diese Woche, werden noch Gespräche geführt.

00:14:03: Also es wird versucht, Menschen, die im Präsidium schrickstrich Parteiverstand sitzen zu überzeugen.

00:14:10: Also jetzt fahren wir mal von Rebellen Seite, wenn man das so nennen will, den Kern noch bei der Stange zu halten, zu vermitteln, quasi das geht sich aus.

00:14:17: Also es geht darum, eine Mehrheitverhältnisse zu schaffen.

00:14:21: Hat man eine Mehrheit, kann man mit dieser Mehrheit reingehen in den Parteiverstand, das riskieren.

00:14:27: Hat man die Mehrheit nicht oder zieht.

00:14:29: einer der Beteiligten zurück, dann wird das einfach abgeblasen werden.

00:14:34: Und es ist noch immer der Parteitag ausständig.

00:14:36: Also man kann jetzt im Parteivorstand sagen, wir hätten einen Gegenkandidaten, der tritt an und dann gibt entweder der Babel auf, so wie wir ihn kennen, gibt er hier nicht auf und dann wird es halt eine Kampfabstimmung am Parteitag geben.

00:14:47: Das wollen natürlich verschiedene Kräfte, wie die wir in der SPÖ auch verhindern, die werden jetzt diese Woche natürlich auch noch mitreden.

00:14:53: Gut, gibt es eine Kampfabstimmung am Parteitag?

00:14:57: gibt es auch wieder zwei Szenarien.

00:14:59: Das eine Szenario ist, dass sagen eben die die Kernanhänge, dass der Kern bald eine sichere Mehrheit hätte, weil der einfach nach wie vor beliebt ist und Auch im Gegensatz zum DOS-Kurzil sich nie mit den Gewerkschaften verschärzt hat.

00:15:12: Der DOS-Kurzil hatte auf diesem Parteitag, wo er nicht gewählt wurde, nicht nur die Wiener gegen sich, sondern auch die Gewerkschaft gegen sich massiv, weil er sich immer wieder mit denen angelegt hat, das wäre bekerrlich der Fall.

00:15:21: Also die Gewerkschafter würden den Kern natürlich schon unterstützen.

00:15:27: Vielleicht sogar eher als den Babler, weil die Gewerkschafter natürlich bei allen Gewerkschafters da sind, natürlich schon auch ein Verständnis haben für wirtschaftlich Belangen, das hat der Kern auch.

00:15:36: Wie es beim Gewerkschaftschef Katzien ist, der gilt jedoch als Wablerunterstützer, weiß man nicht, aber viele sonstige Gewerkschaftsfunktionäre, auch Gewerkschaftsführer würden schon Christian Kern unterstützen, könnte man annehmen.

00:15:50: Und dann gibt es aber wiederum so Skeptiker in den Bundesländern sagen, na ja, die Delegierten, muss man es immer genau anschauen, weil natürlich die Bundespartei schon die Möglichkeit hat, an Schrauben zu drehen oder hatte, dass dort Delegiertes Sitzen, die eher zum Barblatendieren.

00:16:07: Aber in dritten Kandidaten gibt es nicht, der jetzt noch aus der Deckung geht, oder?

00:16:10: Gute

00:16:10: Frage.

00:16:11: An sich wissen wir das nicht, aber beim letzten Mal auch so.

00:16:14: Beim letzten Mal war auch das große Duell Rendi-Wagener gegen Hans-Peter Doscuzil über Monate vorbereitet.

00:16:19: Dann hat endlich die Parteiführung sich erweichen lassen, dieser Mitgliederbefragung zuzustimmen.

00:16:24: Da war eigentlich davon auszugehen, es ist Rendi-Wagen gegen Doscuzil.

00:16:28: Plötzlich hat der Kern auch noch aufgezeigt.

00:16:30: Und plötzlich hat der Babler Babler aufgezeigt und plötzlich war Andreas Babler voll im Rennen.

00:16:37: Also man weiß es nicht.

00:16:39: Zum Schluss will ich Dich jetzt noch was anderes fragen, weil es dazu passt, thematisch auch SPÖ.

00:16:43: parallel zu dieser Obmann-Debatte ist in der vergangenen Woche eine schräge andere Debatte, ist es vielleicht nicht, aber eine schräge andere Geschichte aufgedaucht.

00:16:50: Das hat nämlich ein ehemaliger SPÖ-Landeshauptmann, nämlich der von Burgenland Hans Nissel, sich als möglichen Bundespräsidenten für zwanzig, achtundzwanzig ein Spiel gebracht und das aber auch ohne es mit der Parteispitze, also Andreas Babler, abzusprechen.

00:17:04: Warum macht er das jetzt?

00:17:06: Was für ein Signal ist das?

00:17:07: Ich habe keine Ahnung.

00:17:09: Also das war natürlich überraschend wie schräg.

00:17:12: Also erstens, wieso macht er das?

00:17:14: Zweitens, wieso macht er das gerade jetzt?

00:17:16: Also man kann es ja machen, aber wieso macht man das jetzt?

00:17:18: Also das ist tatsächlich ihm irgendwie passiert oder ich weiß es nicht.

00:17:24: Das ist wirklich seltsam.

00:17:26: Würde das wirklich machen wollen, sollte er noch zuwarten.

00:17:30: Und man, es gibt natürlich Gerüchte schon in allen möglichen Gerüchte, am Herzen gibt es Gerüchte, dass Danisla mal vorgeprescht ist und in Wahrheit dann jemand wie Christian Kern, Bundespräsident.

00:17:39: Also man könnte dem Kern das noch irgendwie unter Anführungszeichen abkaufen, verzicht es jetzt auf die Kandidatur und wir stellen hier das Bundespräsidenten.

00:17:47: Okay,

00:17:47: das ist aber sehr schräg.

00:17:48: Das

00:17:49: wäre schräg, geistert auch herum, gebe ich nur wieder.

00:17:52: Ohne Gewehr würde natürlich wieder Komplikationen.

00:17:57: auf der anderen Seite, weil natürlich Doris Bures immer gilt als SPÖ-Kandidatin, das glaube ich auch ganz gerne machen würde.

00:18:03: Wenn man jetzt den Kern vor die Nase setzt, mit dem es schon einmal keine Freude hat, nämlich, wie er damals Parteichef worden ist, wird das auch wieder zu Irritationen, Komplikationen führen.

00:18:14: Also diese Bundespräsidenten-Geschicht ist, glaube ich, Cafesuit, Leserei.

00:18:20: Den Herrn Wiesel, die eigene Partei aufstellt, ist mehr als fraglich, ob er sich von sich aus alleine aufstellt oder von der burglinischen SPÖ aufgestellt werden würde.

00:18:29: Man weiß nicht, es ist jedenfalls zu früh.

00:18:33: Abschlussfrage, egal wie das am Freitag ausgeht, auch wenn doch der Spruch nur kann bewahrheitet werden und das bleibt alles, wie es ist, ist die Partei dennoch beschädigt?

00:18:43: Das

00:18:43: ist ja verständlich.

00:18:44: Natürlich ist das... Wenn die Rebellen das jetzt nicht durchkriegen, wird das weiter an ihnen nagen und sie werden es für den nächsten Mal wieder versuchen.

00:18:52: Andreas Babler wird sich das auch alles merken.

00:18:55: Der kriegt ja auch mit der List Zeitungen und der hört natürlich auch in die Partei rein, der merkt natürlich, dass es da Leute gibt in seiner eigenen Partei, die haben seinem Sessel segen.

00:19:04: Ob das jetzt gelingt oder nicht, sei dahin gestellt.

00:19:06: Aber allein, dass es dieses Anziehenen gibt und den Versuch gibt, zeigt ihm ja, dass da irgendwas nicht steht.

00:19:11: Diese Misstrauen innerhalb der Partei wird nicht nur bleiben, sondern hat sich jetzt natürlich wieder vergrößert.

00:19:17: Da gibt es zwei Flügel, die mehr oder weniger gegeneinander kämpfen, taktäglich.

00:19:22: Also das wird sich nicht auflösen lassen.

00:19:25: Oliver, wo bist du am siebten März?

00:19:28: Am siebten März ist der Takt des SP Partei-Tags, also vermutlich am SP Partei-Tag.

00:19:34: Alles Liebe, danke für heute mal.

00:19:35: Bitte.

00:19:38: Das war's auch schon wieder mit was wichtig ist, dem Nachrichten-Podcast der Presse.

00:19:42: Den jüngsten Text von meinem Gast Oliver Pink über die SPÖ-Oppmann-Debatte, den wir auch ein paar Mal in unserem Gespräch erwähnt haben, stelle ich Ihnen wie gewohnt in die Show-Notes dieser Folge oder auch einfach in die Artikelbeschreibung dieser Podcast-Ausgabe.

00:19:56: Wir freuen uns, das wissen Sie immer über Feedback, Kritik und Anregungen.

00:20:01: Schreiben Sie uns also gerne an podcastatdiepresse.com oder hinterlassen Sie uns zum Beispiel bei Spotify einen Kommentar.

00:20:08: Danke fürs Zuhören, machen Sie es gut und auf bald!

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