Wie gelingt der gesunde Umgang mit Social Media?
Shownotes
von Christine Mayrhofer. Social Media ist schnell, bunt und lustig, es beschert Dopamin und es macht süchtig: Das richtige Maß ist schon für Erwachsene schwer zu finden, Kinder und Jugendliche tun sich dabei nochmals schwerer. Nicht zuletzt deswegen sorgt Social Media in privaten wie in politischen Kreisen für Diskussionen.
Petra Trautwein, Coaching-Expertin und Autorin des Buches „Handyfrei. Wie Eltern ihren Kindern einen gesunden Umgang mit Handy & Medien beibringen“ spricht in dieser Folge über die „Smartphone-Epidemie“ unter Kindern und Jugendlichen, darüber wie Erwachsene einen selbstbestimmten Umgang mit Social Media vorleben können und darüber, was ein Verbot von Social Media für Familien bringen könnte.
Gast: Petra Trautwein, Autorin und Coaching-Expertin Host: Christine Mayrhofer Schnitt: Audiofunnel/Dominik Lanterdinger ** Mehr zum Thema:** >>> Aufwachsen im Algorithmus: Ist man mit 13 zu jung für Social Media? >>> Zum Buch "Handyfrei"
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00:00:05:
00:00:09: Social Media ist schnell, bunt und lustig.
00:00:12: Es beschert Dopamin – und es macht züchtig!
00:00:15: Deswegen ist das richtige Maß oft schwer zu finden und so sorgt Social Media nicht nur auf politischer Ebene sondern auch im privaten Kontext für Diskussionen.
00:00:25: Mein Name ist Christine Meyerhofer.
00:00:27: Sie hören was wichtig ist den täglichen Nachrichten Podcast der Presse Und in dieser Folge habe ich mit Coaching-Expertin Petra Trautwein über die, wie sie sagt, Smartphone-Epidemie unter Kindern und Jugendlichen gesprochen.
00:00:39: Darüber, wie Erwachsene einen selbstbestimmten Umgang mit Social Media vorleben können – und darüber, wie Familien von einem Verbot von Social Media profitieren können!
00:00:53: Hallo Frau Trautvein!
00:00:54: Hallo!
00:00:55: Frau Trauhtwein Sie sind Coachexpertin, Speakerin, Autorin und Sie beschäftigen sich seit Jahren mit der Frage wie Kinder und auch Erwachsene in einer digitalen Welt gesund leben können.
00:01:07: Und was passiert, wenn Smartphones zum ständigen Begleiter werden?
00:01:11: Schön dass Sie da sind!
00:01:12: Danke für die Einladung.
00:01:13: ich habe mich sehr gefreut.
00:01:14: Vertrautwein – Wie hoch ist eigentlich Ihre
00:01:17: Bildschirmzeit?!
00:01:18: Das ist lustig.
00:01:19: das ist immer die erste Frage.
00:01:20: Ich arbeite natürlich online viel und am Rechner viel deswegen meine Bildschirmszeit sind schon so vier bis fünf Stunden am Tag wenn ich arbeite Aber ich achte sehr bewusst darauf, dass ich eben arbeite und produktiv bin wie man so schön sagt.
00:01:35: Und nicht zu viel datle wenn auch oft auf Facebook oder Instagram natürlich gucke was die Posts machen und wie viele Likes es gibt.
00:01:42: da bin ich gegen auch nicht gefeilt los.
00:01:45: Mir geht's doch ganz genau so!
00:01:46: Ich hab extra geschaut.
00:01:48: mein Tagesschnitt vorgangene Woche war zwei Stunden und zweieinfünfzig Minuten jetzt nur am Handy.
00:01:54: ist das gut oder schlecht?
00:01:55: Nein, das ist für einen Erwachsenen der arbeitet glaube ich ganz gut.
00:01:59: Wobei die Zeit selber gar nicht es entscheidende ist sondern die Frage ist wie ist insgesamtes Leben?
00:02:04: Gibt's eben nur ein Online-Leben oder gibt auch noch Offline-Lebens?
00:02:09: und bei guten zwei Stunden gibt´s bestimmt auch noch viel Offlineleben.
00:02:13: Hoffentlich!
00:02:14: Sie sprechen von einer regelrechten Smartphone Epidemie unter Kindern und Jugendlichen.
00:02:21: Das klingt... sehr drastisch, ist das nicht ein bisschen eine zu dramatische Formulierung?
00:02:26: Also gerade die letzten Tage und Wochen merken wir eigentlich dass es nicht drastig genug ist.
00:02:33: Deutsche und wahrscheinlich auch österreichische Kinder im Schnitt so über sieben Stunden am Tag online.
00:02:38: Sie und ich viel weniger, und die gehen auch noch in die Schule und sind Kinder.
00:02:42: Dann habe ich gestern gehört – ich weiß es nicht mehr genau – die Zahl als sechzig Prozent mehr Depressionen, wenn die Kinder länger online sind.
00:02:48: Und, und, und!
00:02:49: Ja?
00:02:49: Sie sehen, Kinder zwischen zwei und sieben sind schon auf TikTok, obwohl das erst ab dreizehn erlaubte.
00:02:56: Sie sehen pornographische Bilder, sie chatten mit Vermeintlich gleich alterigen, die in Wahrheit sechzig plus sind und an was ganz anderem interessiert sind als die Kinder.
00:03:05: Und und und gequälte Katzengegrillte, Hundebabys – all so Zeug!
00:03:11: Das braucht die Welt wirklich nicht?
00:03:12: Ja aktuelles Buch das heißt Handy frei.
00:03:16: Also ist das jetzt dann die Lösung?
00:03:18: ein Leben ganz ohne Handy?
00:03:20: Ist das überhaupt ein realistisches Ziel?
00:03:21: Nein, Handy frei bedeutet nicht dass das Handy gar nicht mehr Teil des Lebens ist aber dass wir frei sind Und unser Handy oder unser Smartphone, das Handy wäre jetzt gar nicht das Problem.
00:03:33: Aber das Smartphone eben nicht unser Leben direkt agiert und vor allem nicht das Familienleben wenn wir noch Kinder haben weil das ist einfach ganz dramatisch.
00:03:41: Jetzt wird gerade nicht nur in Österreich sondern auch in vielen Ländern über einen Social Media-Verbot für unter sechzehnjährige debattiert... Ist das eingedacht?
00:03:52: Das wird noch über die Umsetzbarkeit gesprochen.
00:03:54: Ist das ein richtiger Schritt aus Ihrer Sicht?
00:03:56: Ja, ich finde es total richtig!
00:03:58: Es hat natürlich zwei Komponenten.
00:04:00: Erstens muss sich's wirklich überwachen dass ich nicht einfach nur Geburtstag eintrage und mich fünf Jahre älter mache und das System sagt gut Und das zweite ist aber und das finde ich eben ganz, ganz wichtig.
00:04:10: Das ganze Thema Medien- und Handys ist ja ganz schwierig als Familie alleine zu stemmen weil dann immer dies kommt Aber alle dürfen doch und alles sind dort und dort alle nicht dürfen, dann tut man sich sehr viel leichter das als Familie einfach durchzusetzen.
00:04:27: Ich habe ganz viele Kundinnen die mir erzählen ich möchte es so gerne aber mein Kind ist völlig isoliert wenn ich das da rausnehme.
00:04:33: Mein Kind kann keine Hausaufgaben mehr machen weil die Schule das erwartet.
00:04:36: Mein kind hat keinen Anschluss mehr.
00:04:38: Dann die Jungs spielen sehr viel online Das sind sie ausgeschlossen und und und Gut, Spiele sind natürlich kein Social Media.
00:04:45: Aber wenn man das reglementieren würde, dann ist es sehr viel einfacher, dass auch für sich selber durchzusetzen und dann habe ich wieder die Entscheidungskraft was ich mit meinem Kind mache und was nicht.
00:04:55: Ist es jetzt in der aktuellen Situation nicht eigentlich viel zu schwierig, sich alleine gegen so ein suchtauslösendes Material durchzusetzten?
00:05:04: Jetzt als Familie oder vielleicht auch als Einzelperson um da dagegen anzukämpfen?
00:05:09: Ja, das ist tatsächlich die Herausforderung und es scheint wirklich unüberwindbar zu sein.
00:05:14: Ich möchte aber den Familien da wirklich ihre Handlungsmacht zurückgeben.
00:05:17: ich möchte befähigen dass sie das angehen und dafür braucht's gar nicht viel ein bisschen wissen was im Gehirn der Kinder passiert mit den Dopaminkicks dass die einfach ihre Regulierung noch nicht ausgereift ist und sie deswegen weder ihr Emotionen noch dass sichs Handy außerhand legen können so gut regulieren können wenn nicht das weiß dass mein Kind nicht will sondern nicht kann, mit dem Aufhören nämlich.
00:05:41: Dann kann ich da ganz anders draufschauen und dann kann ich sagen okay du schaffst es jetzt gerade nicht!
00:05:45: Du brauchst meine Unterstützung.
00:05:46: wir machen das zusammen weil wir Eltern sind ja für die Gesundheit unserer Kinder verantwortlich und wenn sie jetzt drogensüchtig wären oder sonst irgendeinen Zuchtmitteln würden wir das auch tun.
00:05:56: und ich möchte dass man das beim Handy genauso sieht.
00:05:59: aber zuerst dieser Perspektivwechsel kein Erziehungsthema sondern das ist ein System Medien Thema und nicht das Kind will nicht oder die Eltern können nicht gut erziehen.
00:06:09: Und dann muss man eben gucken, es ist auf der einen Seite das was es im Gehirn macht, auf der anderen Seite dieses System Medien das ganz bewusst darauf angelegt ist uns üftig zu machen Eltern wie Kinder.
00:06:20: und dann kommt eben noch mal des Gehirns Spiel dass die Kinder das nicht so gut regulieren können und deswegen aber ganz klar unsere Hilfe brauchen.
00:06:27: ich habe auch gemerkt wenn wir den Kindern das sagt dann finden sie das gar nicht so cool Facebook, ein Instagram ein.
00:06:34: Was weiß ich?
00:06:35: Bestimmen soll wie lange Sie am Handy sind.
00:06:38: Weil Kinder wollen eigentlich schon auch selber entscheiden was sie tun und was sie nicht tun.
00:06:42: Und wenn die Kinder sagen meine ich natürlich immer Jugendliche mit dazu so bis sechzehn-sebzehn muss man dieses Thema mit seiner Familie geregelt haben und hoffentlich einen gesunden Umgang haben weil dann sind sie ja natürlich groß und man kann gar nichts mehr machen und dann müssen sie einfach selber in der Lage sein damit gut umzugehen.
00:07:01: Bleibt man noch ganz kurz bei diesem Mediensystem, wie Sie sagen?
00:07:04: Wie müsste das denn aufgesetzt sein um quasi gute Voraussetzungen zu schaffen dann als Familie im System zu agieren.
00:07:12: Na ja, man müsst also diesen Zugang tatsächlich begrenzen weil dann wären ja alle Freundinnen und Freunde auch nicht auf Social Media Und dann wäre der ganze Druck weg sich nach Likes und nach schönen Bildern und schöner Schein und was weiß ich was alles dazu machen.
00:07:26: und dann ist natürlich die Frage, wie gehen wir insgesamt als Familie damit um?
00:07:30: Und ich finde schon man kann zum Beispiel mit seinen Kindern ein Film abend machen.
00:07:33: Man kann mit seinen Kindern aber eben auch spielen.
00:07:36: Man hat Chatten mit der Oma Video Telefonie machen oder was auch immer Aber das begleitet und immer ihnen klarmachen auf der einen Seite Was ist es für Informationen, die ich da kriege?
00:07:47: weil Ich glaube ja dass alle was auch Immer tun.
00:07:50: wenn ich in meinem Vieh zählte Das Katzenvideos Inseln glaube ich das ganze Welt Katzenmark.
00:07:55: Es ist ja aber nicht so, ne?
00:07:57: Also dass die Kinder und Jugendlichen merken was ist der Unterschied zwischen einem Feed und zum Beispiel der Berichterstattung in einer Presse?
00:08:03: dann muss man natürlich auch lernen mit KI umzugehen und als Eltern einfach zu sagen du mir fällt es auch schwer aufzuhören und ich muss mich maßregeln und lass uns das zusammen machen.
00:08:14: Wir sprechen gerne darüber wie viel Zeit Kinder und Jugendliche auf Social Media verbringen Aber wir Erwachsene machen das ja alle auch so.
00:08:22: gerade so eine hohe Bildschirmzeit, das Kleben am Smartphone.
00:08:25: Ist es nicht viel eher ein Erwachsenen-Problem?
00:08:29: Beides!
00:08:29: Also die Erwachsenden gehen voran weil Kinder lernen nicht von dem was wir ihnen sagen sondern von dem, was wir Ihnen vorleben.
00:08:35: also wenn Mama und Papa die ganze Zeit auf den Bildschirms starren dann ist es halt normal und dann ist natürlich die Botschaft des Handy super wichtig.
00:08:42: dagegen können wir überhaupt nichts tun.
00:08:44: Deswegen erst mal anfangen und zu sagen, ich arbeite gerade.
00:08:48: Und deswegen bin ich am Handy oder ich suche den Weg von A nach B oder ich buche grad ein Urlaub oder was auch immer man tut.
00:08:55: trotzdem haben sie natürlich total recht.
00:08:56: also meine Kundinnen erzählen mir auch immer im Medien Coaching machen wir am Anfang immer wie ist denn die Situation?
00:09:02: Was machen die Eltern?
00:09:04: Ui!
00:09:04: Ich bin doch viel länger online als ich dachte und ich denke ich schau an die nächste S-Bahn fährt.
00:09:09: dann schaue ich noch kurz bei Instagram vorbei und schon sind zwanzig Minuten vorbein.
00:09:13: Also unsere Haltung ist natürlich super wichtig.
00:09:17: Und das zweite ist auch die Verbindung zu unseren Kindern, weil wenn unsere Haltungen stimmt und unsere Verbindung zu den Kindern gut sind dann gehen sie mit und nehmen dieses Vorbild was wir ihnen vorleben eben an.
00:09:29: Wie können denn Erwachsener jetzt selbstbestimmt mit Social Media umgehen Medienkompetenz auch als Vorbildgut leben?
00:09:37: Na ja schon auf die Bildschirmpzeiten zu achten auf jeden Fall.
00:09:40: Und wenn man Familie hat, dass man einfach guckt das die Kinder wichtig sind, dass wir es präsent sind in der Familie und nicht gemeinsam einsam, dass jeder vom Bildschirm sitzt sondern wirklich Zeiten beim... Also meine Lieblingsregel ist immer beim Essen gibt's kein Handy und im Schlafzimmer gibt's keinen Handy.
00:09:56: Das sind schon mal zwei Dinge die weiterhelfen.
00:09:58: dann kann man sich so bildschirmfreie Zeiten einrichten entweder jeden Sonntag nachmittags oder jeden Abend von sechs bis sieben und da wird geredet gespielt irgendwas anderes gemacht vielleicht auch zusammen im Wohnzimmer auf der Couch und Film geguckt, aber eben nicht jeder am Handy sondern alle gemeinsam am großen Bildschirm.
00:10:16: Und essen Popcorn und Pizza dazu oder so.
00:10:19: was also Erlebnisse.
00:10:20: jetzt ist ganz ganz wichtig weniger über Bildschirm, Begrenzungen als über Offline Gelegenheiten zu leben.
00:10:28: Wirklich zu reden.
00:10:29: und wie präsent bin ich in meiner Familie?
00:10:32: Weil wenn wir mal schauen die Kinder kommen von der Schule Und ich war eine ganze Zeit auch nicht anders muss mich selber auch an der Nase fassen.
00:10:38: Mal guck kurz auf und fragt wie war es in der Schule hört dieses okay und schon ist man wieder partief Und das mir sagt, nein.
00:10:45: Das mache ich nicht!
00:10:45: Wenn meine Kinder aus der Schule kommen dann bin ich eine Viertelstunde für sie da bevor wir essen oder ich bin am Abend für sie dort.
00:10:52: es sind gar nicht so lange und große Dinge.
00:10:55: aber wenn ich mir vornehme jeden Tag fünf Minuten präsent sein und das heißt ich höre meinem Kind zu Ich habe keine Ratschläge, ich hab keine Tipps sondern ich höhe einfach mal hin und ich frage am besten auch nicht wie war's in der Schule?
00:11:07: weil die Frage ist total blöd.
00:11:09: Sondern was war schön heute?
00:11:11: Hast du dich gut mit deiner Freundin vertragen.
00:11:14: Was habt ihr in der Pause gemacht?
00:11:15: Solche Fragen und dann hinhören, was da kommt.
00:11:19: Gibt es so besonders häufige Fehler die sie in ihrer Arbeit beobachten?
00:11:25: Also ja!
00:11:26: Es ist tatsächlich dass die Eltern zu lange wegschauen und dann auch denken Sie können nichts mehr machen und man kann immer etwas machen.
00:11:33: also ich habe Tatsächlich jetzt auch im Coaching ein paar Eltern gehabt, deren Kinder nach deren Angaben wirklich richtig, richtig mediensüchtig waren und die aber trotzdem als Eltern lernen wollten wie sie das begleiten.
00:11:44: Kinder, die so sind müssen natürlich in der psychologischen Behandlung oder zum Kinderarzt oder wo auch immerhin.
00:11:49: Aber die Eltern müssen ja auch begleitet werden.
00:11:52: dass Sie wissen wenn ich da jetzt konsequent bin will ich das Richtige für mein Kind weil es ist gut dass sie Eltern lernen, in die Führung zu gehen.
00:12:01: Dass die Eltern lernen klar zu sein.
00:12:03: Weil ganz oft ist es halt so, dass die Eltern auch denken, das sollte anders sein?
00:12:08: Aber innerlich sind Sie nicht klar, da Sie das wirklich wollen und spüren Kinder!
00:12:11: Und dann wird's nix.
00:12:13: Wir hatten das jetzt innerhalb von drei Wochen bei drei Familien komplett gedreht.
00:12:18: Darauf bin ich mega stolz.
00:12:19: aber das ist nur wenn ich als Mensch entscheide, was dann schaffe ich das auch.
00:12:25: Jetzt ist ganz, ganz viel von unserer Lebensrealität mittlerweile digital.
00:12:29: Da müssen wir noch gar nicht auf Social Media schauen und da geht es nur darum wie erledige ich Amtswege?
00:12:34: Wie kann ich überhaupt meinen Job
00:12:35: machen?".
00:12:36: Und es ist vielleicht schon ein Argument zu sagen man soll sich... als junger Mensch auch in dieser digitalen Welt gut zurechtfinden.
00:12:44: Ist das kein Argument?
00:12:45: Nein!
00:12:46: Unsere Kinder brauchen keine Medienkompetenz im Sinne, wie gehe ich mit den Geräten um?
00:12:50: Die brauchen Kompetenz, wie geh' ich mit Fake News unähnlichem um?
00:12:53: Wie geh' Ich mit KI-Um und solche sozialen Themen?
00:12:57: aber nicht die technische Kompetenz.
00:12:59: Die haben die innerhalb von zehn Minuten und dies höher als unsere.
00:13:02: Da braucht man uns überhaupt nix vormachen.
00:13:05: Was ist denn so ein Signal?
00:13:07: wo Sie sagen da soll sollte man hinschauen.
00:13:10: A, das ist vielleicht ein Alarmsignal bei den eigenen Kindern?
00:13:14: Also da gibt es mehrere.
00:13:15: Das eine ist die Schule läuft nicht mehr ganz banal.
00:13:17: also Medien sind auch Ursache Nummer eins für jede Schulthematik, für jede Verhaltensauffälligkeit.
00:13:23: ob ich jetzt sage mein Kind ist emotional aufbrausen und hat sich nicht im Griff wie man das ja dann gerne formuliert in Wahrheit ist es ein bisschen anders.
00:13:31: oder hat ADHS oder hat irgendein sonst eine Diagnose?
00:13:35: Dann natürlich mein Kind is einsam hat keine Freunde geht nicht mehr zum Sport, aber auch ganz banal wird immer dicker und bewegt sich nicht mehr.
00:13:44: Weil es eben nur noch im Kinderzimmer vor dem Bildschirm sitzt.
00:13:47: Das sind alles Alarmsignale!
00:13:49: Aber das allerwichtigste ist für mich führe ich noch Gespräche mit meinem Kind und habe ich eine Beziehung mit meinem kind?
00:13:56: Da hat mich dann letzte Woche jemand gefragt ja um was ist wenn ich keine Verbindung zu mir selber hab?
00:14:00: damit geht's natürlich dann auch los.
00:14:01: Wenn ich keine verbindungen zu mir selbst habe kann ich die auch nicht zu meinem Kind aufbauen.
00:14:07: Jetzt ist es hier ein sehr pädagogischer Ansatz, also wie kann ich über die Erziehung das gestalten?
00:14:11: Aber ist es nicht viel eher ein großes gesundheitliches Thema.
00:14:15: Sie haben mir das auch gerade angesprochen und es hat ja totale Auswirkungen auf die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen wie auch von Erwachsenen.
00:14:21: Also wie passen diese Bereiche zusammen?
00:14:24: Naja, wenn ich weiß was es für gesundheitliche Auswirkungen habe dann nutze ich die Pädagogik um bedürfnisorientiert und liebevoll.
00:14:31: Aber klar!
00:14:32: Und in der Führung mit meinem Kind so umzugehen dass eben der gesunde Umgang da ist weil wie Sie sagen wir wollen ja nicht wieder unsere Beweisungen zur Bank tragen oder irgendwie mit dem Stadtplan durch Wien gehen das muss ja gar nicht sein und es wird auch immer unterschieden.
00:14:47: Was ist passive Nutzung?
00:14:49: Und was ist produktive Nutzungen?
00:14:50: Wo lasse ich mich berieseln Kick ausgeliefert und werde süchtig?
00:14:55: Oder wo mache ich aktiv was, also wenn Kinder YouTube Kanäle selber machen und füttern und pflegen und großmachen das ist absolut kreativ und großartig.
00:15:05: Da muss man schon einfach immer hingucken.
00:15:07: aber schwierig ist Dopamin Also diese schnellen Belohnungslikes und nächste Level in den Spielen, wo ich immer denke oh ja super!
00:15:15: Und dann will ich noch mehr davon.
00:15:18: Wichtig ist auch die Reizüberflutung anzuschauen weil die Kinder das eben auch von der Hirnenentwicklung noch nicht regulieren können.
00:15:24: Das können sie übrigens erst mit Mitte zwanzig.
00:15:27: Ja?
00:15:28: Wenn wir jetzt gucken... Wir sind über Mitte Zwanzig und können es auch schon nicht so richtig gut regulieren.
00:15:32: Dann kann man sich vorstellen wie das ist wenn das Gehirn noch nicht ausgereift ist sehr schwer für die Kinder.
00:15:38: brauchen unsere Hilfe, die brauchen unsere älterliche Führung und dafür müssen Eltern einfach Bescheid wissen über diese Zusammenhänge.
00:15:46: Wenn man wirklich weiß dass ein Gehirn eines Medien süchtigen genauso aussieht wie das Gehirne eines Erruinabhängigen dann kommt man schon ins Nachdenken.
00:15:54: Stichwort Digitale Bildung.
00:15:56: so hat noch vielleicht bisschen in den letzten Jahren dazu gesagt In Österreich wird über ein eigenes Schulfach KI diskutiert.
00:16:02: Wie sehen Sie das?
00:16:03: Also welchen Raum braucht jetzt digitale Bildungen in der Schule um eben solche Kompetenzen zu erlernen.
00:16:10: Wie könnte das gut aufgesetzt sein?
00:16:12: Also in Fach KI finde ich super, dass man wirklich lernt auch mit diesen Tools umzugehen weil man weiß ja auch, dass KI sehr viel Blödsinn erzählt und also ich kann KI eigentlich nur nutzen wenn nicht besser Bescheid weiß als die KI.
00:16:25: Dass ich weiß wenn der einen Fehler macht.
00:16:27: Das zweite ist natürlich Ich finde schon auch mal könnt den Biounterricht mal über das Gehirn sprechen genau in dem Zusammenhang.
00:16:33: Was macht es mit uns wenn wir so lang online sind und warum ist es nicht gut?
00:16:37: Genauso über soziale Kompetenzen, die man in der Pubertät eben lernt.
00:16:42: Und die eben nicht ausgebildet werden wie eine Empathiefähigkeit zum Beispiel.
00:16:46: Wie hängt das alles mit den Medien zusammen?
00:16:48: kann man auch ganz viel im Bio machen?
00:16:50: ja also ich finde schon man könnte aktiv im deutsche Unterricht auch gucken wie kann ich da was mit recherchieren für einen guten Aufsatz?
00:16:58: aber wo ist die Grenze und wo höre ich halt auf damit?
00:17:04: oder ist so ein ganz strenges Handyverbot mit, ich gebe das Handy in der Früh ab und wenn ich die Schule verlasse zum Mittag- oder am Nachmittag dann bekomme ich es zurück.
00:17:13: Gut!
00:17:13: Am liebsten hätte ich so, ja ab vierzehn oder sogar sechzehn würde ich das sogar machen.
00:17:18: Also bis solange ohne Smartphone in der Schule weil... Die Lehrer müssen sonst kontrollieren.
00:17:23: wer hat jetzt gerade unter der Bank sein Handy an?
00:17:26: Wer guckt jetzt grad irgendwelche YouTube-Videos statt aufzupassen?
00:17:29: und die erziehen ja nicht unsere Kinder.
00:17:31: Das ist ja nicht ihre Aufgabe Und deswegen macht es natürlich sehr anstrengend.
00:17:35: also ein Lehrer soll sich eigentlich auf seinen Unterricht konzentrieren um die Kinder zu begeistern.
00:17:39: Es macht einfach den Schulalltag Leerkräfte auch einfacher, genau wie im Social Media-Verbot für Familien einfacher ist.
00:17:47: Ist es für die Lehrkräfte einfacher wenn die Händis gar nicht erst in die Schule kommen und wir brauchen sie ja auch nicht.
00:17:53: Vielleicht dürfen Eltern sich auch mal dran gewöhnen dass ein Kind zwanzig Minuten zu spät kommt weil's einen Bus verpasst hat ohne das es eine Nachricht schreibt.
00:18:00: wo ist das Problem?
00:18:02: Jetzt
00:18:02: haben Sie viele negative Beispiele gebracht.
00:18:04: Es gibt aber auch ganze Lebensrealitäten die sich vielleicht online eröffnen also Interessen mit denen man sich auseinandersetzt alle Kontakte, die online entstehen oder einfach auch online geführt und gepflegt werden.
00:18:17: Also ganz viel Leben von Jugendlichen passiert online.
00:18:20: Was empfehlen Sie Erwachsenen?
00:18:22: Wie sie sich mit diesem Leben auseinandersetzen sollen?
00:18:25: Das sind
00:18:26: wir wieder beim Thema Verbindung und Beziehung und ich möchte als Eltern eines Jugendlichen und vor allem wenn ich jetzt darauf komme was das alles so mache dann möchte ich wissen, was tut denn der da online?
00:18:36: Mit wem chattet er wirklich.
00:18:38: Da soll keiner sagen kann hey kennst du den eigentlich?
00:18:40: weiß so dass der auch sechzehn ist und nicht in Wahrheit sechzig is?
00:18:44: oder welche Filme guckt er oder sie?
00:18:46: welche Spiele spielen Sie da wirklich an Teil nehmen auch mal zusammenspielen Und ja die Kinder finden das nicht cool.
00:18:52: wenn ich jetzt sage als Mama Ich möchte mit ihr mitspielen aber nach ein paar Mal werden sie eben merken Ui!
00:18:59: Die interessiert sich für mich und die ist ja da für mich.
00:19:01: Und dann sind wir wieder am Punkt.
00:19:03: wenn es dann einen gewissen Anteil vom Tag ausmacht, ist das dann total in Ordnung.
00:19:08: Aber ich wette halt nie Freunde... online finden, wirkliche Freunde.
00:19:13: Da braucht es den Blickkontakt, da braucht sie Spiegelneuronen, dass ich Reaktionen kriege im Gesicht des anderen und da braucht's auch Körperkontakte.
00:19:22: Mir müssen auch mal die Hand auflegen wenn man gerade mit jemandem befreundet ist, die Freundin in den Arm nehmen oder die Drösten oder sowas.
00:19:28: das geht nicht online.
00:19:30: Es isst ein Online nicht möglich soziale Kompetenzen zu lernen oder Freundschaften zu pflegen.
00:19:36: Wenn ich die Menschen dann danach hin echt sehe also wenn ich mich verbinde über irgendeine Plattform und die dann in echt sehe oder mit denen dann was mache.
00:19:43: Und machen heißt nicht chatten, sondern irgendwas kreatives zum Beispiel ein YouTube-Kanal wieder aufzubauen um bei dem Beispiel zu bleiben.
00:19:51: Dann eröffnen sich Möglichkeiten aber ansonsten eröffnet sich eben keine Möglichkeiten.
00:19:57: Was ist jetzt, wenn eine Familie zu Ihnen kommt?
00:19:59: Die sagt bei uns läuft das nicht so gut.
00:20:02: Wir glauben wir haben ein Problem.
00:20:03: was wäre der erste Schritt den Sie empfehlen?
00:20:06: Wir machen immer zuerst mal ne Bestandsaufnahme.
00:20:09: wie ist die Situation eigentlich?
00:20:10: weil eigentlich glauben Kunden immer sie wissen das aber sie wissen es nie und es kommt in diesem ersten Schritt immer schon mal Erstaunliches raus.
00:20:17: also ich da gehörte zu wann is denn mein Kind online hat dann Hunger ist es gestresst ist ihm langweilig?
00:20:24: Wann gebe ich meinem Kind ein Handy?
00:20:26: Weil ich eine Meeting habe und keine Zeit hab, mich zu kümmern?
00:20:29: oder einfach so weil ich meine Ruhe will.
00:20:30: Ja also einfach mal zu gucken wann sind wir online wie sind wir Online und was tun wir überhaupt?
00:20:35: und natürlich auch wie lange?
00:20:37: Und im zweiten Schritt gucken wir noch mal die Haltung der Eltern an.
00:20:40: Also wie machen die das?
00:20:42: Sind sie ein gutes Vorbild, haben Sie Klarheit, haben sie eine Haltung zu dem Thema, die bei den Kindern ankommt und die Kinder spüren?
00:20:50: Sonst kann ich keine Grenzen setzen, sonst kann nicht keine Konsequenzen irgendwie... ansetzen, wenn ich das nicht habe.
00:20:56: Dann kommt so ein Schritt, dass wir mal einen Medienvertrag machen.
00:20:59: In dem geht es in Wahrheit aber am wenigsten um die Zeiten, sondern wie wollen wir als Familie miteinander leben?
00:21:05: Was ist uns wichtig?
00:21:06: Vertrauen!
00:21:07: Dass wir uns aufeinander verlassen können zum Beispiel.
00:21:10: Wollen wir eben gerade im Mittwoch nachmittag ohne Handy machen oder im Sonntag wollen wir an den Mahlzeiten keine Handys haben, wollen wir jeden Abend zusammen spielen solche Dinge hören mit rein Schule Haushaltspflichten, was ist damit?
00:21:25: Die Kinder weiter zum Sport gehen.
00:21:27: All das gehört in einen Medienvertrag mit rein.
00:21:29: und dann kommen die großen Themen älterliche Führung und wie es sich wirklich gut grenzt ohne zu kämpfen oder autoritär zu sein.
00:21:38: Das sind so die Themen, die wir nach und nach durchgehen und dies für jede Familie Auch individuell braucht.
00:21:44: und im Buch habe ich natürlich ganz viele Impulse gegeben, wo man sich da was rauspicken kann.
00:21:49: Aber ganz individuell für jede Familie muss da einfach noch mal nachdenken, was für sie wichtig ist.
00:21:54: Für den einen sind eine Stunde zu viel und für den anderen sind zwei Stunden in Ordnung.
00:21:59: Wer jetzt quasi anfängt, sich um ein besseres Verhalten zu bemühen?
00:22:04: Wie lange dauert es bis man so etwas etabliert hat?
00:22:08: Also wir haben tatsächlich nach drei Wochen schon ganz tolle Erfolge und eine Frau hat mir auch jetzt in der Rezension geschrieben, sie findet es so großartig dass man mit so ganz kleinen Schritten losgehen kann.
00:22:19: Und dann merkt er plötzlich das wir schon einen großen Schritt gegangen ist.
00:22:22: also Es ist nicht dieser große Berg wie Eltern sich immer vorstellen diese unüberwindliche Sondern es sind kleine Schritte mit denen mal losgeht und die dann ganz viel ausmachen.
00:22:31: und Wir hatten jetzt schon nach drei wochen Familien wo die Kinder Am Anfang anscheinend mediensüchtig waren und nach drei Wochen beim Medienvertrag vereinbart wurde, die Kinder ohne Widerstand eine Kürzung der Zeit akzeptiert und umgesetzt haben.
00:22:46: Also wenn die Eltern diese Klarheit finden dann geht es ganz schnell!
00:22:50: Frau Trautbein vielen lieben Dank für den Besuch!
00:22:53: Sehr gerne!
00:22:55: Weitere Berichterstattung zum Thema finden Sie wie immer via Link in den Show Notes.
00:23:00: das Buch von Petra Trautwein Handifrei ist im Maltenverlag erschienen.
00:23:04: Danke fürs Zuhören und dranbleiben Bis zum nächsten Mal.
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