Iran nach Khameneis Tod: Was wir wissen und warum Wien die nächsten Tage wichtig wird

Shownotes

Einen Tag nach dem Start der Operation „Epic Fury“ (zu Deutsch: „Epischer Zorn“) ist die Lage in und um Iran immer noch sehr unsicher. Nach dem gemeinsamen Angriff der USA und Israels auf Ziele im Iran und der Bestätigung aus Teheran, dass der oberste Religionsführer Ayatollah Ali Khamenei am Samstag getötet wurde, folgt eine Welle von Vergeltungsschlägen in der Golfregion.

In dieser Spezialfolge unseres Nachrichtenpodcasts erklärt Duygu Özkan, Redakteurin im Außenpolitikressort, warum Khameneis Tod die Mullahs zwar fürs Erste ins Chaos stürzt, aber nicht automatisch das Ende der Islamischen Republik bedeutet. „Khamenei hat seine Nachfolge nicht geregelt. Sie brauchen dringend einen neuen Ayatollah“, sagt Özkan. Trotzdem sind viele Menschen, sie schätzt ca neun Prozent der Bevölkerung abhängig von den Revolutionsgarden.

Der entscheidende zusätzliche Schauplatz liegt dieser Tage ausgerechnet in Wien: Duygu Özkan ist morgen, Montag, bei der Internationalen Atombehörde (IAEA) in der UNO-City. Dort beginnt die reguläre Sitzung des IAEA-Gouverneursrats und Generaldirektor Rafael Grossi hat für Montag eine Pressekonferenz angekündigt. Eigentlich sollten die Gespräche, die zuletzt in Genf geführt wurden, diese Woche in Wien weitergehen. Nach der Eskalation steht aber offen, ob es überhaupt zu Verhandlungen kommt und welche Rolle die IAEA jetzt spielen kann, wenn es um Kontrolle, Transparenz und das iranische Atomprogramm geht.

Die Lage entwickelt sich stündlich. Alle Updates finden Sie laufend auf DiePresse.com und in der Presse-App.

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Transkript anzeigen

00:00:02:

00:00:08: Nun ist passiert, womit viele seit Tagen gerechnet haben.

00:00:12: Die USA und Israel haben den Iran am Samstag angegriffen – bei der Operation Epic Fury oder epischer Zorn soll auch die oberste Führung der islamischen Republik getroffen worden sein.

00:00:23: Der Iran schlägt seitdem massiv zurück!

00:00:26: Das ist was Wichtiges, der Nachrichten-Podcast der Presse mit einer Spezialfolge in diesem Sonntag.

00:00:31: Mein Name ist Anna Weiner und bei mir im Studio ist jetzt meine Kollegin Durgo Özkan aus dem Außenpolitikressort.

00:00:37: Sie hat als Schwerpunkt die Themen Türkei und UNO unter anderem – und ich freue mich, dass ihr heute da ist!

00:00:43: Hallo Anna!

00:00:59: bestätigt abgesehen von dieser Todesnachricht und wo sollten wir noch vorsichtig sein?

00:01:04: Bestätigt ist im Prinzip nur der Tod von Ali Khamenei, also dem obersten Religionsführer des Iran.

00:01:11: Und sehr viele Details rund um seinen Tod sind soweit ich das Überblicke nicht bekannt, also wo genau er getötet wurde.

00:01:20: Also wie dieser Anschlag von Statten gegangen ist.

00:01:23: Angeblich sind bei diesem Anschlag auch getötete worden eine Tochter von ihm und weitere Familienmitglieder und angeblich hat der Angriff stattgefunden in der Nähe seines Büros sozusagen.

00:01:41: Aber das wissen wir nicht gesichert, wir wissen im Prinzip nur dass er nicht mehr lebt weil dass die iranischen Staatsmedien am Sonntag also heute früh auch bestätigt haben.

00:01:52: Es gibt ja viele größere und kleinere Gerüchte, eines ist zum Beispiel das, angeblich der CIA den Standort von Khamenei verraten haben soll.

00:02:00: Aber genau das sind so Dinge die man wahrscheinlich jetzt noch nicht verifizieren kann?

00:02:05: Ja also viel wissen wir nicht.

00:02:08: es gibt im Iran den sehr viel bemühten Satz der immer wieder gesagt wird vor allem in Krisensituationen Im Bezug auf den Bunker von Ali Khamenei, der hat ja in den untiefen Tehran seinen Bunkern wo er sich immer versteckt und dieser Spruch gezot.

00:02:25: die einzigen die wissen was ich Khamener aufhält oder aufgehalten habe ist dass es sein engster Kreis unter Moss hat.

00:02:33: Und das wird wohl stimmen.

00:02:36: Die vergangenen Kriege und Konfrontation an Auseinandersetzungen haben mir gezeigt also der israelische Geheimdienst Sehr gut informiert ist über die Vorgänge im Iran.

00:02:46: Das haben wir ja auch vergangenen Jahr gesehen, immer im Juni bei den letzten Militärschlägen gegen den Iran.

00:02:53: Geh mal ganz kurz zu den USA!

00:02:55: Es ist wie gesagt nicht sehr überraschend dass das jetzt passiert ist.

00:02:58: Wir haben alle die letzten Tage hier vor allem in der Außenpolitik faktisch darauf gewartet.

00:03:03: Welches Ziel hatten denn die USA gemeinsam mit Israel, mit dieser Aktion oder mit dieser Operation epischer Zorn?

00:03:10: Ging es da um das Nuklearprogramm primär und um die militärische Infrastruktur zu zerstören.

00:03:15: Oder wirklich die Regiemspitze zu eliminieren muss man ja sagen.

00:03:21: Da ist von US-Präsident Donald Trump immer wieder widersprüchliche Aussagen gekommen in den vergangenen Monaten.

00:03:29: Oft hat er gesagt, es geht ihm darum einen neuen Deal zu erwirken mit dem Iran.

00:03:34: Da ging es um das Nuklearprogramm.

00:03:37: der Iran soll jedenfalls aufhören, Uran anzureichern bzw sein Atomprogramm voranzutreiben.

00:03:44: Dann wiederum hat er durch Blicken lassen beziehungsweise auch konkret gesagt ein Regimewechsel im Iran wäre eigentlich das Ziel.

00:03:55: Und dann wiederum ist er zurückgerudert und hat gesagt, nein es geht ihm wirklich nur darum einen neuen Deal.

00:04:02: Er redete immer von einem Wiel und einer neuen Deal zu erwirken.

00:04:06: Er hat bestimmt gezögert bis zuletzt diesen Krieg zu starten weil wie wir wissen finden die Primaris-Start in Amerika in diesem Jahr.

00:04:16: Und er ist ja unter anderem auch deswegen Präsident geworden, weil er gesagt hat, er will die militärische Involvierung Amerikas im Nahen Osten endlich beenden und keine neuen Kriege mehr beginnen.

00:04:28: Das heißt es war alles diese ganze Gemengelage von seiner Warte aus, was er widersprüchlich.

00:04:34: Aber das hat er ernst meint?

00:04:37: dass es zu einer militärischen Konfrontation kommen kann, war eigentlich auch klar.

00:04:41: Sonst hätte er niemals dieser riesigen Kriegsschiffe in die Region geschickt und er hätte diesen Druck nicht aufgebaut.

00:04:49: Also es war irgendwie klar so richtig plöffend, plöffen tut der jetzt auch nicht und ich denke das er jedenfalls Druck aufbauen wollte auf den Iran um seine Ziele beziehungsweise das was er vom Iran wollte erwirken zu können.

00:05:06: Und es gab hier diese Gespräche in Genf und die sind recht ergebnislos auseinandergegangen vergangener Woche.

00:05:14: Und das hat aber auch den Eindruck gemacht, dass Donald Trump bei den Worten an seine eigene Bevölkerung oder an die Welt am Samstag kurz nach dem Start dieser Militärschläge gegen den Iran bewusst ist... dass das nicht eine Kleinigkeit ist, die da losgetreten wurde.

00:05:29: Weil er hat ja sogar selbst gesagt es werden vielleicht auch amerikanische Staatsbürger bei dieser Operation ums Leben kommen.

00:05:36: Das war für ihn schon ungewöhnlich deutlich.

00:05:42: Die Iraner können in diesem Krieg nicht so viel wie die Amerikaner ausdrüstungsmäßig aber was sie sehr wohlkönnen.

00:05:50: Sie haben ja dieses Raketenprogramm Kutschstreckenraketen, Mittelstreckenraketen.

00:05:56: Und mit diesem können Sie – das ist allen Beteiligten klar –

00:06:01: die

00:06:02: US-Militärbasen in der Region treffen?

00:06:05: Und das ist natürlich auch ihm bewusst.

00:06:10: Aber bleiben wir mal beim Schlag der Amerikaner und der Israelis, was wissen wir denn sonst noch?

00:06:15: Du hast vorher schon erwähnt dass es nicht nur den obersten Religionsführer getroffen hat.

00:06:20: Was wissen wir dann wer bei diesem Militärschlag sonst noch getötet wurde?

00:06:24: Es gibt mittlerweile Standhäuter also Sonntagnachmittag auch vom Iran bestätigte Toda darunter Vor allem die Person Ali Shamranis, er war früher Verteidigungsminister und war Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates.

00:06:44: Und ist einer der treuen Gefolgsmänner Haminiz gewesen.

00:06:52: Auch eine Art graue Eminence in der iranischen Staats- und Sicherheitsstruktur.

00:06:57: Er war auch Ziel von Anschlägen im vergangenen Jahr bei diesem sogenannten Zwölftagekrieg und da ist er verletzt worden.

00:07:06: Und man musste ihm einen Bein amputieren damals schon, also er hat es überlebt und jetzt dieser Angriffe hat er offenbar nicht überlebet.

00:07:13: Getötet worden ist auch Mohammed Pakpur.

00:07:17: Er war der Befehlshaber der Revolutionskarten und das war er seit circa einem Jahr oder nicht ganz einem Jahr weil er diese Funktion erst ab dem Zeitpunkt angetreten hat, als bei dem Zwölftagekrieg im vergangenen Jahr der andere Befehlshaber getötet worden ist.

00:07:38: Und das eine interessante Entwicklung von heute ist, dass die Stelle sozusagen... Also da es schon einen neuen Befehlshaber der Revolutionsgaden gibt.

00:07:49: also da haben sie offenbar schnell reagiert oder mussten schnell reagieren und haben den Vize von Pakpour, also dem jetzt getöteten Befehlshaber ernannt.

00:08:00: Und das ist ein Mann namens Ahmad Wahedi der ebenfalls in eine bekannte Figur ist innerhalb der Revolutionsgarden.

00:08:10: Das heißt da mussten sie schnell reagieren quasi über Nacht?

00:08:13: Bleiben wir bei dem Zweifelsohne bekannt, dass den Kopf bei Al-Khamenei... Er hatte diesen Staat fast vier Jahrzehnte geprägt, ich habe siebenundrassig Jahre war er im Amt.

00:08:24: Sechs und achtzig Jahre ist er geworden bekannt für sein hartes Regier nach innen und seinen Zugang dazu das Land eigentlich in eine Isolation zu treiben gerade in den vergangenen Jahren.

00:08:39: Wir erinnern uns an die vergangen Wochen wo die Proteste der Bevölkerung brutalst niedergeschlagen wurden.

00:08:47: Ziegtausende Menschen wurden getötet.

00:08:49: Was ich viele jetzt fragen, bedeutet der Tod von Al-Kahamenei auch das Ende der islamischen Republik oder ist es nur der Anfang einer großen Eskalation in der ganzen Region?

00:09:03: Oder ist das zu früh das zu sagen?

00:09:04: Ist die Trittvariante?

00:09:05: Wenn wir in die Glaskugel schauen könnten was wir definitiv sagen können zu diesem Zeitpunkt ist dass die das die islamische Republik in der Bevölkerung enorm verhasst ist, auch die Figur Chaminés.

00:09:23: Es gibt Umfragen, Schätzungen und Beobachtungen sozusagen auf die wir uns stützen können und die sagen uns aus dass nicht einmal zehn Prozent der Bevölkerungs sich mit den Idealen der islamischen Republik identifizieren können Personen, die auf irgendeine Art und Weise von der islamischen Republik profitieren.

00:09:50: Also Angehörige der Revolutionsgaden oder Kleriker usw.

00:09:54: Das heißt wir können sagen dass so die Strukturen der islamischen Republik so wie sie waren von der Bevölkerung nicht mitgetragen werden Und das Ende hat sich ja schon seit längerer Zeit abgezeichnet.

00:10:09: Wir können es daran messen dass die Protester die Protest wählen gegen die islamische Republik in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr geworden sind.

00:10:20: Immer größer geworden sind und auch immer mutiger geworden sind im Sinne von, die Menschen haben einfach nichts mehr zu verlieren.

00:10:29: sie übervölkern jetzt die Straßen des Iran Und so richtig gezeigt hat es dann die große Protestwelle Und da hat sich gezeigt, es gibt auf beiden Seiten kein Halten mehr.

00:10:46: Auf der einen Seite was die Gewaltanwendung betrifft gegenüber der Bevölkerung und auf der anderen Seite die Wut und die Hoffnungslosigkeit der Menschen im Iran.

00:10:57: Und dass sie ihre Angst im Prinzip abgelegt haben vor den Armen der islamischen Republik.

00:11:03: Das heißt das ist schon ein Zeichen gewesen, dass die islamische Republik so wie sie ist einfach nicht mehr... akzeptiert wird von der Bevölkerung, auch in dem Sinne nicht mehr dass die Menschen einfach auf die Straße gegangen sind und gesagt haben wir machen das nicht mehr mit.

00:11:22: Es wird also spannend sein wie sie jetzt, wie die Bevölkerung jetzt reagieren wird in den kommenden Tagen?

00:11:26: Und wie dann da so quasi der Rest oder sich neu findende Führung der Revolutionskarten darauf reagieren?

00:11:34: Wobei man sagen muss, der Präsident Iran ist ja am Leben.

00:11:39: Massoud Pesestian hat sich auch schon Sonntag vor einem Tag gemeldet und die Tötung von Khamenei als großes Verbrechen bezeichnet Und man merkte eben, wir haben es schon erwähnt.

00:11:49: Seit Samstag schlägt ja der Iran mit seinem Raketen ab dem Programm massiv zurück.

00:11:54: Zwar nicht nur gegen Israel sondern gegen mehrere Ziele in der Golfregion stark etwa anscheinend in Dubai aber auch in Bahrein.

00:12:02: Was sagt uns das?

00:12:03: Ist das Regime so nicht gewillt aufzugeben offenbar?

00:12:07: Das Regime ist nicht gewilled aufzugegen und will nicht sang- und klanglos abdanken sozusagen.

00:12:14: Und was wir jetzt sehen, ist eine Performance der Revolutionsgarten.

00:12:20: Im Sinne von sie es ist vor allem in ihrem Interesse die islamische Republik oder zumindest die Strukturen des Staates so wie es jetzt ist aufrecht zu erhalten.

00:12:32: Jetzt ist Hamine nicht mehr im Leben und er hat das verabseumt sowie wir das von außen beobachten können einen dezidierten Nachfolger zu ernennen.

00:12:44: Also dadurch, dass er das religiöse Oberhaupt war, braucht es um das weiterbestehende islamischen Republik ein weiteres religiöses Oberhaupt mit seinem Standing sozusagen.

00:12:55: Wer soll dieser Person sein?

00:12:57: Wir wissen es nicht und er hat auch nicht wirklich einen Nachfolger aufgebaut der dann von der Breiten Mehrheit der Sicherheitsstruktur des Staates akzeptiert werden könnte.

00:13:10: Das heißt, hier gibt es eine Lücke.

00:13:11: wie wird das dem Staat gelingen diese Lücke zu füllen?

00:13:15: Sie brauchen in anderen Worten unser Lob gesagt einen ganz dringend einen neuen Eier toller!

00:13:21: Das kann gelingen oder nicht gelingen aber was es noch gibt ist die Sicherheit struktur.

00:13:29: wir haben ja immer gesagt dass der Iran ab dann nicht mehr überlebensfähig sein wird Wenn die vielen, vielen Sicherheitsarme in dem Staat, also Revolutionskarn, die reguläre Armee und Polizei usw.

00:13:46: sich dem obersten Religionsführer nicht mehr beugen oder sich den Befehlen nicht mehr beibeugen – ob das jetzt passiert oder nicht?

00:13:54: Es ist alles noch im Fluss und wir werden sehen!

00:13:56: Aber die Revolutionsskarten haben auch vor allem deswegen eine Interesse am weiterbestehenden Staates weil Sie, der Staat irgendwie auch sind.

00:14:05: Sie sind nicht nur eine Armee sondern auch ein Unternehmen.

00:14:08: Das ist ja gar

00:14:09: nicht viele Menschen, das sind ja...

00:14:11: Also ungefähr sieben, acht, neun Prozent der Bevölkerung ist irgendwie abhängig vom weiterbestehenden Revolutionsgarten.

00:14:20: Sie haben wahnsinnig viel Geld!

00:14:22: Sie haben Beteiligungen in Unternehmen, sie bauen und so eine Art soziales Gefüge.

00:14:31: Die Revolutionsgaden haben sich genau vorbereitet auf so ein Szenario.

00:14:36: Was wird passieren, wenn es keinen Eier Toller gibt?

00:14:39: Und sie haben sich sehr wohl vorbereitet auch eine Art von Junter zum Beispiel.

00:14:43: also vielleicht steht uns oder uns ähnlicht aber den Menschen im Iran eine Art Militärdiktatur bevor.

00:14:50: ich höre immer wieder von so einer napoleonischen Lösung.

00:14:52: Also du musst dir vorstellen kommt ein Napoleon und übernimmt das bestehende Gefüge und lässt das religiöse Element aber weg.

00:15:01: Und es kommt dann auf die Bevölkerung eine Jung dazu, was wir

00:15:06: machen können.

00:15:07: Die Frage ist natürlich, wer sich da am ersten durchsetzt?

00:15:10: Eine Figur, die wir immer wieder hören, ist der Sohn Schaas, der Reza Pachlavi, der in den USA lebt im Exil.

00:15:18: Der wäre für manche so ein ... Symbol für einen neuen Anfang, aber längst nicht für alle, wie wir ja immer wieder auch berichtet haben.

00:15:26: Könnte der jetzt in diesem Moment wirklich da profitieren oder ist selbst so das für unwahrscheinlich?

00:15:32: Auch da traue ich mich nicht eine... also eine allumfassende Aussage zu tätigen.

00:15:38: Also was wir definitiv wissen ist dass Reza Pachler wie einer umstrittene Figur ist und was ich beobachte besonders gehypte Figur der Diaspora ist.

00:15:53: Die Menschen im Iran, vor allem diejenigen, die die Schadzeit miterlebt haben sind keine Monarchisten und sie wollen auf gar keinen Fall das die Monarchy in den Iran zurückkehrt.

00:16:04: Das sind vor allem auch Angehörige der Minderheiten, der es sehr viele gibt im Iran.

00:16:10: Reza Pahlawi ist ja seit vielen, vielen Jahren in Amerika vor allem aber im Exil sozusagen aktiv, sich als Oppositionsfigur schrägstrich zukünftiger Schaar zu positionieren.

00:16:27: Und das ist etwas was er systematisch betrieben hat.

00:16:30: Es ist nicht so überraschend dass er jetzt wieder aufgetaucht ist sozusagen aber dann doch wieder schon, dass er es geschafft hat, sich also eine einheitliche Opposationsfigur zu positionen denn das gab es bisher nicht wirklich eine Figur, auf die sich doch einige oder viele Oppositionsfiguren als gemeinsamen Nenner akzeptieren konnten.

00:16:57: Aber man muss da wirklich vorsichtig sein, denn er ist längst nicht diese integrative Figur

00:17:06: vorzugeben."

00:17:08: Den alle mit den offenen Armen empfangen.

00:17:10: Genau,

00:17:11: genau.

00:17:11: und vor allem darf man zwei Sachen nicht vergessen wenn du mich fragst.

00:17:14: erstens diese Rufe nach dem Schaar im Iran bei der letzten Protestwelle da sind sich viele Beobachter einig das war die reine Lust an der Provokation von den Menschen die nach dem schaar gerufen haben nicht weil sie ihn zurück wollen oder nicht weil Sie eine Monarchie zurückwollt sondern weil der Ruf also nach dem Das Ausrufen des Namens für das Regime, die maximale Provokation ist.

00:17:44: Und zweitens habe ich mir angesehen vergangene Woche, dass Programm ... Ich sage jetzt auch schon Schaden, dass Reza Pahlawi vorgelegt hat als Idee für die Zeit nach dem Fall der islamischen Republik und Paper, das kursiert im Internet.

00:18:06: Das kann man sich anschauen und da sind viele Schlagwörter drin die gut sind, die interessant klingen, Partizipation, demokratische Strukturen

00:18:18: usw.,

00:18:18: aber es ist auch sehr ersichtlich welche problematischen Punkte dieser Plan

00:18:23: hat.".

00:18:24: Zum Beispiel, dass sein Name explizit erwähnt wird als der Führer des neu zu gründenden nationalen Rates.

00:18:34: Und das explizite erwähnend wird, dass er die Person ist, die alle anderen Figuren des neuen gegründeten Staates wie du sagst auswählt, er nennt und er is im Prinzip ohne Limit wie soll ich sagen, wählbar und er will die Bevölkerung abstimmen lassen.

00:19:00: Ob sie eine Demokratie wollen?

00:19:03: Also so wie ich das verstanden habe – eine Demokratien nach westlichen Standardsprinzipien oder ob die Rana zurückgehen sollen auf eine parlamentarische Monarchie.

00:19:13: Okay interessant!

00:19:15: Jetzt hast du mehrfach schon die Menschen im Iran erwähnt.

00:19:18: Ich finde ja genau das auch gerade sehr spannend ein Land, das unter solchen Repressionen lebt seit vielen, vielen Jahren fast Jahrzehnten.

00:19:25: Das Internet wurde ja immer wieder gedrosselt – auch zuletzt Anfang Jänner für eine längere Zeit rund um diese großen Proteste aus der Bevölkerung jetzt wieder.

00:19:34: Das heißt wir sehen im Verhältnis zu vielleicht anderen Ländern wenig Reaktionen.

00:19:39: vor Ort kriegen wir so quasi ins Internet gespielt.

00:19:41: Es gibt vereinzelte, man hat eine tanzende Frau gesehen gestern schon auf den Straßen von Teheran.

00:19:47: es gibt auch ein Video habe ich gesehen von Menschen die jubeln oder irgendwie jauchzen freudeschreien in den abendsstunden als bekannt wurde oder zumindest erst mal Donald Trump gesagt hat dass Khamenei getötet wurde.

00:20:02: aber jetzt frage ich dich Wie ist denn da wirklich ... Du hast gerade erwähnt, der Prozentsatz wie groß dieser Revolutionsgarten in der Bevölkerung welche Rolle das ist spielen.

00:20:12: Wie reagieren die Menschen jetzt?

00:20:14: Wirklich mir ran!

00:20:16: Ich kann es auch nur vermuten aber ich glaube es ist eine Mischung aus Schock dass Romini plötzlich nicht meinem Leben ist und das erste zweite Figur quasi die islamische Republik so geprägt hat nicht mehr ist.

00:20:32: Ich glaube, da herrscht irgendwie ein kollektiver Schockzustand der mal weder positiv noch negativ ist.

00:20:39: und dann ist es glaube ich so eine Mischung aus Wut und Hoffnung und vor allem aber auch Angst weil man zum jetzigen Zeitpunkt natürlich nichts sagen kann was die Menschen im Iran erwartet.

00:20:49: wird der Krieg weitergehen?

00:20:50: Donald Trump hat gesagt die Region soll sich mindestens auf eine weitere Woche von Anschlägen einstellen

00:20:59: Und das sind ja auch schon Zivilisten ums Leben gekommen oder an einer Mädchenschule,

00:21:03: wo

00:21:03: einige Kinder getötet wurden?

00:21:06: Genau.

00:21:06: Also es ist eine Angst... Ich glaube wir können das gar nicht nachvollziehen wie sich die Menschen im Iran fühlen nach so vielen Jahrzehnten von enormem Druck und

00:21:21: Kontrolle

00:21:22: einfach.

00:21:24: Genau.

00:21:24: Und was das für sie bedeutet, dass jetzt eben diese Person der Alterspersonifiziert nicht mehr im Leben ist und gleichzeitig also gepaart mit dieser Unsicherheit – was erwartet sie?

00:21:35: Niemand!

00:21:35: Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die breite Mehrheit freut, dass ein Krieg auf sich zurollt.

00:21:44: Videos habe ich auch gesehen und auch diese Videos von Menschen, die sich freuen.

00:21:49: Ich kann mir vorstellen dass sie authentisch sind.

00:21:51: es kommen obwohl das Internet jetzt wieder mal gedrosselt wurde beziehungsweise stockt über Starlink schon noch ein paar Videos heraus.

00:22:01: also ich kann mir gut vorstellen dass es tatsächlich so ist.

00:22:03: da sind heran.

00:22:04: die menschen auf der Straße jubeln.

00:22:06: ich denke es ist auch genauso war letzte Rest der Anhänger von Charmini sich ebenfalls auf die Straße begeben hat, um ihn zu betrauen.

00:22:17: Machen Sie sie immer sortieren

00:22:18: oder zu betrauen?

00:22:20: Bringen wir diesen ganzen Konflikt mal noch einmal zum Schluss ein bisschen zu uns.

00:22:24: Du hast schon erwähnt das Absurde ist ja es gibt in diesem globalen Konflik eine Wien-Tangente.

00:22:31: du hast das schon erwänt.

00:22:32: Du wirst morgen den Tag bei der Atombehörde in der UNO City in Wien verbringen.

00:22:37: hast du mir erzählt was erwartest du da morgen?

00:22:40: Das Interessante ist, dass für morgen sowieso geplant war ein Board of Governors Meeting und Ende vergangener Woche kamen einen zusätzlichen Aspekt dazu.

00:22:52: Dass nämlich nach den Gesprächen in Genf die ebenfalls vergangene Woche stattgefunden haben man so verblieben ist also die Amerikaner mit dem Vermittler Oman das es zu technischen Gesprächen kommen soll nächste Woche und diese technischen Gespräche in Wiel stattfinden sollen.

00:23:14: Wir vermuten, dass die Atombehörde diese technische Gespräche entweder leitet oder auf irgendeine Art und Weise auch involviert ist.

00:23:24: Die Atombehörde hat sich sehr vorsichtig gezeigt bei Anfragen – was sind das für Gespräche?

00:23:29: Was wird da genau passieren nächste Woche?

00:23:32: Und hat uns Journalisten und Journalistinnen darauf verwiesen ... dass wir uns an dasumanische Ausministerium wenden sollen.

00:23:39: erstens und zweitens, dass Generaldirektor der Atomenergiebehörde Rafael Crossi eine Pressekonferenz geben wird am Montag.

00:23:48: In der Zwischenzeit haben sich die Ereignisse überschlagen und die Russen haben einen zusätzlichen Tagesordnungspunkt vorgebracht jetzt am Wochenende, das über den Iran gesprochen werden soll am Montag.

00:24:03: Das heißt, es wird eine für die Teilnehmenden eine lange Sitzung glaube ich und ich glaube das wird ein Statement von Krossi auch dazu geben.

00:24:12: also Ich bin selbst gespannt ob diese Gespräche überhaupt stattfinden werden dieser technischen Gespräche Die von denen.

00:24:20: es ist vergangener Woche dass sie diese Woche in Wien stattfinden werde.

00:24:24: Ja das ist natürlich die spannendste Frage was es jetzt bedeutet.

00:24:27: Genau das Interessant ist ja der Iran Oder das, was von der islamischen Republik noch übrig ist.

00:24:38: Da hat ja wenig in der Hand als Faust Pfand momentan.

00:24:41: Das Land ist ja massiv geschwächt also außenpolitisch geschwäch.

00:24:44: Dieser Achse des Widerstandes ist zerfallen.

00:24:47: Also die Verbündeten im Syrien, Bashar al-Assad das gefallen Die Hisbollah sind geschwächt, die Hamas sind geschwecht.

00:24:59: Also diese Achse des Widerstandes ist zerfallen.

00:25:01: also außenpolitisch ist der Iran geschweckt, innenpolitisch is der Iran massiv geschweigt.

00:25:06: Die Wirtschaft liegt am Boden eine Protestwelle nach den anderen überrollt das Regime.

00:25:14: Die Menschen üben sich im zivilen Ungewahrsam Frauen tragen einfach kein Kopftuch mehr.

00:25:20: Zusammengefasst all dieser Schwächen Dank all dieser Schwächen hat US-Präsident Trump auch überhaupt angegriffen.

00:25:29: Aber einige wenige Dinge haben sie trotzdem noch in der Hand, das sind erstens die Raketen.

00:25:37: Das Raketenprogramm ist bei dem Zwölftagekrieg wenig beschädigt worden und Sie haben noch tausende Raketen diese einsetzen können.

00:25:45: Und Sie haben das auch forciert – die Forschung in den vergangenen Jahren vor allem aber im letzten Jahr!

00:25:51: Dann haben sie ein bisschen Macht über die Straße von Hormuz.

00:25:56: Die können sich schließen oder zumindest der Störaktionen eben durchführen und das wäre sehr problematisch für den Ölhandel, Und jetzt komme ich wieder auf Wien zurück.

00:26:07: Sie besitzen noch über vierhundert Kilo hoch angereichertes Uran dass es Oran auf sechzig Prozent angereich hat.

00:26:16: Um es waffenfähig zu machen, musst du es auf neunzig Prozent anreichern.

00:26:21: aber das ist ein, wenn ich das richtig verstehe, ein sehr kleiner technischer Schritt und mit dem bestehenden Zentrifugen könnten sie das noch machen.

00:26:32: Und allein die Tatsache, dass diese vierhundert Kilogramm irgendwo in den Untiefen der iranischen Anlagen befinden gibt ihnen einen Faust-Fant sozusagen.

00:26:47: Und da kommt eben die Atombehörde ins Spiel, weil sie sich da einbringt bei den Verhandlungen und der Grossi vor allem um den Iranern zu sagen wie können wir diese vierhundert Kühler außer Landes schaffen?

00:26:59: zum Beispiel das wollte der Donald Trump aber die Iraner wollten das Partur nicht d. h. neben den Raketen und diesen Vierhundertkilo Uran haben Sie nicht mehr sehr viel Faust fand.

00:27:09: Aber was ich damit sagen will, ist dass die Wiener Behörde da in den vergangenen Monaten sehr involviert war in der Gespräche.

00:27:17: Und das wohl auch weiterhin sein wird.

00:27:19: jetzt?

00:27:20: Genau!

00:27:21: Egal.

00:27:21: also auch der Konflikt jetzt wird daran nicht viel geändert haben, dass man das natürlich weiter versuchen wird.

00:27:26: Es genau diese Vierhundert Kilo gibt es.

00:27:28: sie sind irgendwo.

00:27:30: Ist verharren offenbar

00:27:31: Durga, das hast du jetzt zum Schluss sehr gut zusammengefasst.

00:27:34: In welcher Lage sich da eben auch der Iran befindet?

00:27:36: Auf der einen Seite geschwächt auf so vielen Ebenen und aber auf der anderen Seite immer noch drei gewichtige Punkte, die Ihnen da wie du es nennst Pause fand oder vor allem meine Macht immer noch geben.

00:27:45: Ich danke dir sehr für diese erste Einschätzung an diesem sehr außenpolitisch-aufregenden Wochenende!

00:27:49: Danke ebenfalls.

00:27:52: Ja liebe Zuhörerinnen und Zuhöre, das war unsere Spezialfolie zu den Entwicklungen im Iran seit Samstag früh.

00:27:59: Morgen sind wir wieder für Sie da mit den neuesten Updates und Antworten zu den vielen weiteren Fragen die der Krieg nun ausgelöst hat!

00:28:06: Bis dahin finden sie alles Aktuelle auf diepresse.com und in der Presse-App – natürlich auch in unserer gedruckten Zeitung.

00:28:13: Durga Özkan und ich sagen Danke fürs Zuhören.

00:28:15: bleiben Sie dran.

00:28:16: Auf bald.

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