Kneissls Kniefall: Wie der Ex-Außenministerin dank Putin ein neues Leben in Russland gelingt

Shownotes

Von Christine Mayrhofer. Karin Kneissl war früher österreichische Außenministerin auf FPÖ-Ticket, heute lebt sie mit ihren Tieren in Russland, leitet dort ein eigenes Institut und ist gern gesehener Gast in russischen Medien, nicht zuletzt weil sie dort fleißig russische Propaganda von sich gibt. Wie kommt es zu einer solchen Biografie und durch wessen Hilfe und Protektion wird ein solches Leben möglich?

Die Journalisten Elisalex Henckel-Donnersmarck, Paul Koren und Thomas Winkelmüller vom Magazin "Datum" gehen Kneissls Geschichte in dem sechsteiligen Recherche-Podcast „Kniefall - die Radikalisierung der Karin Kneissl“ genau auf den Grund. Sie haben mit Geheimdiensten, Ministerialbeamten und Wegbegleitern gesprochen und noch einmal nachrecherchiert, wie es zu dem berühmt-berüchtigten Hochzeitswalzer von Kneissl mit Wladimir Putin gekommen ist. Als Gast in dieser Folge von „Was wichtig ist“ erzählt Henckel-Donnersmarck, wieso sie vermutet, dass Kneissl die Protektion von Wladimir Putin höchst persönlich genießt; sie erklärt, wie ausgerechnet Kneissls Tierliebe dieser zum Verhängnis geworden ist, und warum Österreich einen Russland-Untersuchungsausschuss braucht.

Gast: Elisalex Henckel-Donnersmarck Host: Christine Mayrhofer Schnitt: Audiofunnel/Dominik Lanterdinger

>>> Zur Podcast-Reihe „Kniefall - Die Radikalisierung der Karin Kneissl“

Transkript anzeigen

00:00:05:

00:00:09: Karin Kneisl war österreichische Außenministerin auf einem FPÖ-Ticket.

00:00:14: Sie hat auf ihrer Hochzeit mit Vladimir Putin getanzt und sie lebt heute – mit all ihren Tieren in Russland, wo sie bei Medien auftreten und Diskussionen fleißig russische Propaganda von sich gibt!

00:00:26: Wie ist es dazu gekommen?

00:00:28: Und vor allem mit wessen

00:00:29: Hilfe?!

00:00:31: Das ist was wichtig ist.

00:00:32: Der tägliche Nachrichten-Podcast der Presse, mein Name ist Christine Meyerhofer und ich bin eine der Hosts dieses Podcasts.

00:00:39: Die Journalisten Elisabeth Enkel Donnersmark, Paul Koren und Thomas Winkelmüller haben in einer Recherche für das Magazin Datum die Geschichte von Karin Kneisel noch einmal nachgezeichnet – mit Wegbegleitern, Kollegen und Geheimdiensten gesprochen!

00:00:54: In dem sechsteiligen Podcast Kniefall, die Radikalisierung der Karin Kneißl berichten sie darüber wie es dazu gekommen ist dass eine österreichische Ministerin auf ihrer Hochzeit mit dem russischen Staatsoberhaupt tanzt.

00:01:08: Wieso Sie vermuten das Kneißel heute Protektion von Vladimir Putin höchstpersönlich genießt und wieso ausgerechnet ihre Tierliebe Karin Neißl zum Verhängnis geworden ist?

00:01:23: Und bei mir zu Gast im Studio ist eine der Journalistinnen, die dafür verantwortlich zeichnet.

00:01:27: Elisabeth Henkel-Donnersmar Carlos, schön, dass du da bist!

00:01:29: Danke für die Einladung.

00:01:31: Elisa Lex Karin Kneisel – das mutmaß ich jetzt einmal so.

00:01:34: Die kennen viele als ehemalige Außenministerin auf FPÖ-Ticket und von dir wissen viele sie lebt heute in Russland.

00:01:41: Sie ist dort auch entsprechend etabliert und macht eigentlich regelmäßig auch Propaganda für den russischen Staat.

00:01:48: Du und zwei Kollegen, ihr habt euch intensiv damit beschäftigt wie dieser Weg vom einen zum anderen überhaupt möglich war.

00:01:55: Und ich mag ganz hinten beginnen was wissen wir denn überhaupt heute über dieses Leben das Karin Kneisl da in Russland führt?

00:02:03: Wie leicht ist es überhaupt darüber etwas herauszufinden?

00:02:07: Also vielleicht beginne ich bei dem, was wir wissen.

00:02:09: Sie lebt jetzt in Russland und sie lebt nicht etwa in St.

00:02:12: Petersburg wo sie ein Institut an der dortigen Universität hat sondern die lebt in einem Dorf, dreihundert-achtzig Kilometer südöstlich von Moskau In der kompletten Pampa sozusagen.

00:02:21: In einem grün angestrichenen Holzhaus im wirklich kleinen Dorf.

00:02:25: Und dort verbringt sie viel Zeit, weil sie hat ihre Tiere.

00:02:29: Die spielen eine sehr große Rolle in ihrer Geschichte auch wie sie in Russland gelandet ist und dort hat sie Platz für die Tiere und sie hat nette Nachbarn.

00:02:37: Einer hat es eine KGB-Vergangenheit – das weiß sie auch, denn darüber spricht sie in ihrem jüngsten Buch, dass nur auf Russisch erschienen ist – und das ist sozusagen ihre Base.

00:02:45: Von dort aus reist sie in ganz Russland herum, einerseits geht sie zu ihrem Institut und macht Veranstaltungen, andererseits treibt sie bei Konferenzen ganz vielen verschiedenen russischen Medien.

00:02:57: Und das steht auch nicht ganz in dem Verhältnis zu ihrer Rolle als sozusagen politischer Influencerin, weil auf ihren Social-Media Kanälen hat sie gar nicht so viele Follower.

00:03:07: aber man merkt dass sie von allen wichtigen russischen Medien, die ganze Zeit um Interviews, Statements und so weiter gebeten wird.

00:03:15: Und sie tritt dabei extrem prominenten Leuten auf sowie Vladimir Solovyov zum Beispiel – das ist einer der aggressivsten Propagandisten des Kremls.

00:03:22: Der hat eine Sendung, die heißt entweder Samstag oder Sonntagabend mit Solovyof und das ist ein Mensch, der erst im Herbst vergangenen Jahres gesagt hat wir sollten Berlin, Warschau und Paris besetzen und Wien wieder befreien.

00:03:36: also da ist es richtig krass.

00:03:38: Und Gneisel war wenige Monate oder wenige Wochen später bei ihm und hat ihm dann ganz ruhig erklärt, dass die eigentlichen Kriegstreiber – also diesen Kriegstreiber hat sie dann erzählt.

00:03:48: Die eigentlichigen Kriegtreiber sind die Politiker in Brüssel!

00:03:52: Und es gäbe in Europa eine tiefe Sehnsucht danach Russland zu zerquetschen.

00:03:57: Also so redet sich dann mit Leuten, die eh schon extrem krass sind und wertet durch ihre Präsenz als eine ehemalige... europäische Spitzenpolitikerin, als die sie auch immer angekündigt wird – obwohl sie selber wenn sie mit uns kommuniziert darauf hinweist dass das nur achtzehn Monate war.

00:04:12: Also als diese ehemalige Spitzenpolitik wertet sich quasi die Propagande des russischen Regimes auf.

00:04:19: Wie habt ihr euch da getan?

00:04:21: dieses Bild, das du da jetzt zeichnest in dieser Bandbreite herauszufinden.

00:04:24: Also ist es eh leicht verfügbar wenn man einfach Zugang zu russischen Medien hat durch da getan?

00:04:30: Es war schon ein langer Prozess.

00:04:31: wir haben da jetzt Monate recherchiert und wir haben uns erst alles angeschaut was es schon gibt über sie.

00:04:35: dann haben wir mit ganz vielen Leuten gesprochen.

00:04:38: einige hört man im Podcast andere nicht weil viele davon sind Diplomaten oder Nachrichtendienstler.

00:04:43: die reden bekanntlich nicht so gerne auf Band weil sie von Diskussionen leben uns wirklich monatelang damit beschäftigt, was sie selber von sich gibt auf Telegram zum Beispiel und wie sie in russischen Medien auch spricht.

00:04:56: Und dann haben wir ganz am Ende, wir haben wirklich sehr weit ausgeholt auch mit unseren Anfragen und haben auch verschiedene Nachrichtendienste in Europa angeschrieben.

00:05:03: Weil wir bei manchen Sachen einfach mit journalistischen Methoden nicht weiterkommen.

00:05:08: Da braucht es andere Methoden.

00:05:10: Und einer von diesen westlichen Diensten hat sich auch bereit erklärt, mit uns zu reden und uns dann ziemlich spannende Sachen noch erzählt die sozusagen um die Lücken gefüllt haben, die wir selbst nicht schließen konnten.

00:05:22: Ich frage jetzt einmal ganz naiv für, wie ist das überhaupt?

00:05:24: Also stehen Russlands Türen quasi jedermann jeder Frau einfach so offen vorausgesetzt.

00:05:30: Man erklärt sich bereit da dann brav politische Propaganda zu machen.

00:05:35: oder muss man da auch quasi schon jemand sein was

00:05:38: jetzt andere Leute aus dem Westen angeht die da gibt es ganz viele die nach Russland gehen und von dort auch mitmachen, die Propaganda.

00:05:48: Aber wir haben niemanden gefunden aus einem westlichen Land der so eine hohe Position hatte wie Karin Kneisle.

00:05:54: Also es gibt noch andere Dorts, Viktor Janukovic zum Beispiel ehemaliger Präsident der Ukraine, Bashar al-Assad soll in Moskau sein oder im Umgebung Edward Snowden

00:06:03: usw.,

00:06:03: also es gibt bekannte Leute dort.

00:06:05: aber wir haben auch mit einem Experten für russische Geheimdienste, der heißt Andres Soldatov gesprochen anders behandelt als sie.

00:06:14: Das Besondere an ihr ist, dass das Regime ihr zu Vertrauen scheint... bewegt sich ganz frei und sehr viel in Russland.

00:06:22: Und sie gibt die ganze Zeit Interviews, bei den ganzen anderen wird es nur sehr ausgewählt und extrem kontrolliert gemacht.

00:06:27: Also die Handel jemanden, denen Sie voll einsetzen und dem Sie auch ganz viele Privilegien geben.

00:06:34: also sie ist zum Beispiel die Botschafterin für den sibirischen Armurtiger.

00:06:39: das klingt jetzt immer so lustig und irgendwie man witzelt darüber.

00:06:42: Auch in österreichischen Medien wurde das ja schon erwähnt.

00:06:45: Aber dieser Soldator, also der Geheimdienstexperte, der hat mir erklärt.

00:06:48: Das ist jetzt nicht so ein unskuriles Detail sondern das ist extrem wichtig weil diese Armut Tiger da gibt es eine ganze Organisation dafür zum Schutz dieses Tigers und die ist direkt der Präsidialverwaltung unterstellt.

00:06:58: Also das ist quasi so ein Herzensprojekt von Vladimir Putin und dass er sie da als Botschafterin persönlich anannt hat.

00:07:04: Es ist eine Auszeichnung einer Art Orden dir ihr verleiht um zu sagen, dass es jemand für den ich stehe

00:07:11: Diese Tigerpartnerschaft, man muss wirklich selber nachdenken.

00:07:14: Wenn man davon anschickt... Bei

00:07:16: ganz vielen Sachen so und man hat so Sachen über die man total lacht und wir haben uns selber tot gelacht zu dem Teil Und dann bordet man ein bisschen nach und dahinter versteckt sich so einen ziemlich harter Kern.

00:07:26: Die ist

00:07:27: eines der Anzeichen, die ihr herausgearbeitet habt, die

00:07:32: schließen

00:07:32: lassen das Kneißel jetzt eben einfach nicht nur so ein ein bisschen in Russland lebt und halt dort arbeitet.

00:07:39: Und macht was man dann da so macht, sondern... Protektion von ganz oben genießt, von Vladimir Putin höchstpersönlich.

00:07:48: Was hat euch zu dieser Schlussfolgerung kommen lassen?

00:07:50: Also wir haben es schon eben mit russischen Experten gesprochen der Andre Soldatova, der eine die Andres Ekaterina Schulmann eine Politikwissenschaftlerin und diese sind beide.

00:07:58: und dann hatten wir auch mit einem Journalistenkollegen zu tun der inzwischen auch im Exil ist.

00:08:02: also es sind alle Leute die Russland verlassen mussten weil sie kritisch gegenüber dem Regime sind wenn sich den Fall Kleisel anschauen kommen die sofort auf das Muss von Putin selbst gemacht sein, weil da eben verschiedene Behörden, verschiedene Ministerien und verschiedene Bereiche im Spiel sind.

00:08:17: Und die einzige Person, die da oben drüber sitzt muss Putin sein!

00:08:21: Der Tiger ist eine Sache.

00:08:23: Die Universität St.

00:08:24: Petersburg, Putin kommt ja selbst aus St.Petersburg und die Uni dort liegt ihm besonders am Herzen der Rektor es ganz nah an Putin dran.

00:08:30: also das sind alles so.

00:08:32: der KGB-Mann ihr Nachbar in ihrem kleinen Ort oder der ex KGB Mann, der ist selber als auch Ortsvorsteher oder Gemeindevorstehr und sitzt in einem Rat für die ländliche Entwicklung heißt dass er es auch direkt dem Präsidenten unterstellt.

00:08:46: Also es gibt ganz viele Sachen die schon von außen konnte man sehen sehr nah an Putin dran ist.

00:08:52: Und dann waren wir eben noch bei einem westlichen Dienst und die haben uns ein kleines Dossier vorbereitet, wie gesagt auf unsere Anfrage hin.

00:09:00: also wir haben da angeklopft und sie haben gesagt okay Sie läuft uns manchmal ins Radar hinein.

00:09:05: ja so sie sagen Wir schauen nicht auf Europäerinnen aber wir beobachten die Russen oder wesentliche Russen und da hat sie mit vielen Leuten Kontakt und durch diese Kontakte lauft sie quasi immer wieder in die Kamera hinein Und die haben uns das gesammelt und zusammengeschrieben, dann übergeben.

00:09:21: Sie haben uns noch ein Papier übergeben!

00:09:23: Dieses Papier ist ein Dankesbrief, den Karin Kneisel unterzeichnet hat – also nicht mit Unterschrift aber mit ihrem Namen – und sie hat ihn geschrieben an einen Menschen der heißt Botschafter Anton Weynow.

00:09:33: Ich wusste es oft nicht sofort wer Anton Weyno ist.

00:09:37: Die Nachrichtendienstler haben uns erzählt was wir natürlich auch nachgegugelt haben Anton Weiner ist seit zehn Jahren Putins Stabchef, der Chef der Präsidialverwaltung.

00:09:47: Also das ist einer der mächtigsten Männer von Putin quasi seine rechte Hand.

00:09:51: und dieser Anton Weineau.

00:09:53: an denen schreibt sie einen Brief!

00:09:54: Und in diesem Brief bedankt sie sich für die discrete Organisation des Ihres Umzugs – Sie Sie ist aus Österreich weg, ist danach Frankreich und dann in den Libanon.

00:10:07: Und vom Libanonn ist sie nach Russland.

00:10:09: Das Problem war, dass sie eben diese ganzen Tiere hat unter anderem zwei Zwergponys so.

00:10:14: Russland steht unter Sanktionen, ist sozusagen politisch total isoliert wirtschaftlich auch deshalb ist es nicht so einfach, Tiere nach Russländen hinzutransportieren.

00:10:23: was macht Karin Kneißel?

00:10:24: Sie hat offenbar die russische Präsidialverwaltung dazu gekriegt Tiere nach Russland transportiert.

00:10:32: Und zwar sind die mit einem Lastwagen vom Libanon nach Syrien gefahren worden, dort gibt es einen russischen Luftwaffenstützpunkt.

00:10:40: von diesem russischem Luftwappenstützspunkt wurden sie in eine Militärtransportmaschine also so ein Riesenteil was normalerweise Panzer und Soldaten transportiert.

00:10:49: und dieses Flugzeug hat dann die Ponys nach in die Nähe von St.

00:10:53: Petersburg auf einen Flughafen gefunden, dort stand schon die Tierärzte von der Veterinärbehörde Leningrad heißt es noch bereit und haben die Tiere in Quarantäne genommen untersucht usw.

00:11:04: Und ein Foto davon gemacht witzigerweise.

00:11:06: So und da sind jetzt so viele Leute involviert eben Diplomaten in Beruht Soldaten in Syrien Veterinär, so Tierärzte in der Region Leningrad.

00:11:17: und irgendjemand muss ja denen gesagt haben hört es mal zu da kommt jetzt jemand und das müsst ihr für die machen.

00:11:22: Und wir haben schon geahnt dass muss irgendjem jemand ganz oben gewesen sein.

00:11:25: aber wir wussten nicht wer.

00:11:27: und dieser Brief gibt uns eine Antwort darauf wer das war und das war offenbar Anton Weynor also die rechte Hand von Putin und sie dankt ihm und sie tut das in diesem typischen Kneißelduktus.

00:11:37: Sie sagt ich danke ihnen dass meine Tiere empfangen wurden wie enge Verwandte.

00:11:44: Und dieser ganze Brief ist voll von Details, wer da alle mit geholfen hat an welchem Datum das passiert ist.

00:11:50: Sie empfiehlt dann auch noch zwei Leute für einen Orden.

00:11:53: also so gönnerhaft.

00:11:53: am Ende sagt sie und diese zwei waren super mehr beim Transport den könnten sehr in Ordnung geben.

00:11:58: Also man hört aus jedem Buchstaben dass sie da selbst spricht.

00:12:01: aber wir haben natürlich jedes Detail überprüft abgeglichen mit den unendlichen Informationen die wir den letzten Monaten über sie gesammelt haben und der passt alles.

00:12:11: Und dieser Pony-Transporter wieder so ein Detail ist, was oft so weggewitzelt wurde oder einfach so Axel Zuckern hervorgerufen hat.

00:12:18: Der zeigt eben dass da die Präsidialverwaltung selber also Putin selber die Hand über ihr hält und alle Hindernisse auf dem Weg räumt, die es gegeben hat auf den Weg nach Russland.

00:12:27: Das waren ganz viele Und deshalb ist er für uns so ein wichtiges Puzzleschein gewesen, der eben zeigt dass sie nicht bei einer Uni, bei einem Medienunternehmen oder möglicherweise auch das haben wir in Betracht gezogen bei einem Nachrichtendienst angedockt und geführt wird von dem.

00:12:43: Sondern dass es ganz offenbar in der Präsidialverwaltung direkt passiert.

00:12:47: dafür spricht dieser Brief und deshalb war ja für uns eine AHA-Erlebnis

00:12:52: Also eine ehemalige österreichische Politikerin die hohe Gunst der russischen Staatsspitze genießt.

00:13:00: Da fragt man sich schon, wie kann es dazu kommen?

00:13:04: Und ihr habt in eurer Recherche den Lebensweg von Gneisel im Detail nachgezeichnet.

00:13:09: und was mich besonders überrascht hat ist dass das eben von früher Ausbildung- und Berufseinstieg an eigentlich immer wieder so Berührungspunkte gegeben hat mit Russland, mit entsprechenden Diensten... Wie hat sich das angebahnt?

00:13:23: Und wie hat sich das dann auch im Laufe von Kneißels Karriere entwickelt?

00:13:28: Ja, also ich glaube, dass ist etwas was uns ganz oft bei der Recherche aufgefallen ist.

00:13:31: Wir haben gesucht nach entweder oder nach der einen Person oder so und was wir dann gesehen haben – oder was unser Eindruck ist nach allem, was wir jetzt wissen – ist, dass es ebenso ein inkrementales Hinwachsen quasi ist.

00:13:43: Es beginnt damit, dass sie quasi politisch geprägt wird im Nahen Osten.

00:13:47: da ist sie mal als Kind und sie kommt dann wieder weil sie Arabistik studiert als junge Frau und diese Region hat ihren Blick auf die Welt geprägt.

00:13:54: Und das hat dazu geführt, also die Aufstände Kriegerevolutionen dort, die haben dazugeführt – das ist jedenfalls unser Eindruck -, dass sie sehr früh einen großen Respekt vor den Russen, damals den Sowjets entwickelt hat.

00:14:08: Weil die offenbar sehr gut ausgebildete Diplomaten hatten und irgendwie da offenbar... Ja das hat ja imponiert wie gute die Sprache sprechen usw.

00:14:17: Gleichzeitig hat sie ein extreme Skepsis gegenüber den Amerikanern entwickelt.

00:14:21: ihr habt da mal jemals erklärt We don't play chess we play baseball hit and run.

00:14:26: Und dieses Bild von den Amerikamen hat sich durchgezogen durch ihre... Also da sind quasi die Grundlagen entstanden, der Blick mit dem sie auf die Welt schaut.

00:14:36: Und dann war sie ja kurz im Außenministerium als Diplomatin – das hatte irgendwie nicht getaugt zu viele Männer, sie wurde da nicht gewertschätzt und so weiter.

00:14:44: Dann hat sich sie selbstständig gemacht und hat als freie Journalistin und dann als Dozentin und Vortragende so als Freie Expertin quasi gearbeitet Und da gibt es auch immer wieder so Anknüpfungspunkte.

00:14:57: Wir haben z.B.

00:14:57: herausgefunden, dass sie schon in den Jahr- und Jahrzehntag im Jahr- oder Jahrzehr-Jährige von Putin zum ersten Mal getroffen hat – und sie sagt, sie hat auch persönlich mit ihm einen Austausch gehört!

00:15:06: Jetzt wissen wir, das können wir nicht nachprüfen, ob das stimmt und ob es diesen persönlichen Austauscht gegeben hat.

00:15:10: Wenn das so wäre ist das extrem ungewöhnlich, weil wir alle wissen, wenn man so ein Staatsbesuch covered – das war einer mit George W. Bush – dann ist es jetzt nicht normal, dass man irgendwie persönlich mit Putin spricht oder mit irgendeinem Präsidenten der Welt.

00:15:24: macht.

00:15:25: Und sie selber hat das aber zählt und hat es dann auch als Grund genannt, warum sie glaubt dass Putin dann siebzehn Jahre später die Einladung zu ihrer berühmten Hochzeit angenommen hat?

00:15:35: Dann war sie mehrere Male in Moskau bevor sie Ministerin geworden ist.

00:15:38: also wir wissen von zwei tausend vierzehnt und dann anscheinend noch zweimal hat der Insider jetzt aufgedeckt zwei sechzehn und zwei siebzen.

00:15:46: Zwei vierzehn ist besonders interessant weil da wurde gerade die Krim anektiert Angeblich hier Lustreise oder halt Vergnügungsreise nach Moskau gemacht und hat dazu mitgenommen einen Freund, der der Tierarzt ihrer Tiere war.

00:15:59: Und den sie schon ganz lange kennt.

00:16:01: Und diese beiden, der heißt Leopold Pfeil kommt auch in unserem Podcast vor.

00:16:05: die haben Magod Klesti Löffler besucht das ist die ehemalige First Lady Österreichs und die war damals Botschafterin in Moskow Und die haben dort auch irgendwelche Abende mit der diplomatischen Akademie, also Austausch mit Funktionären gehabt.

00:16:18: Wir wissen nicht was da genau passiert ist.

00:16:20: Aber was feststeht, ist dass sie mehrfach Kontakte hatte mit Russen, die viel länger zurückgehen als wir das bisher auf dem Radar haben und dazu kommen andere Sachen.

00:16:31: Also es gibt ja im Geheimdienst Jergon so eine Abkürzung, die heißt Mais.

00:16:35: ich weiß nicht ob ihr das schon mal gehört, das heißt... Das steht für Money Ideology Coercion Ego?

00:16:42: Und das sind sozusagen die häufigsten Motive, warum man für ein anderes Land oder für andere Seite arbeitet.

00:16:48: Also Geld, Ideologie, Coercion also Zwang und Ego.

00:16:54: Für Zwang haben wir jetzt keine Hinweise gefunden aber alles andere findet man in ihrem Lebenslauf.

00:17:00: Jetzt unterstelle ich hier damit keine Spionage weil die russischen Dienste oder das russische Resüm macht im Ausland noch ganz andere Dinge.

00:17:08: Zum Teil wichtiger sind das Spionage, nämlich Einfluss-Operationen.

00:17:12: Aber dafür sind eben westliche Politiker auch ganz wichtig um die Propaganda des Regimes zu verkörpern und an die Leute zu bringen sozusagen.

00:17:21: Du hast jetzt schon ein paar Motive angesprochen.

00:17:24: im Nachhinein ist es natürlich immer leicht dann Schlüsse zu ziehen aber dass es im Laufe von Kneißers Karriere so viele verschiedene auch Berührungspunkte gegeben hat.

00:17:33: worauf lässt er schließen?

00:17:35: Russland beispielsweise auch in Form seiner Geheimdienste sehr hartnäckig ist und sehr einschlägig einfach seine Ziele verfolgt.

00:17:44: Oder eben auch das Kneistel vielleicht ein besonders geeignetes oder anfälliges Profil hatte, kann man da überhaupt jetzt im Nachhinein quasi so rückschließen ziehen?

00:17:53: Also ich glaube es sind drei Dinge.

00:17:54: Es sind einerseits die Russen, das hat mir ein österreichischer Ex-Nachrichtendienst gesagt, sind Weltmeister im Führen von Menschen und sie haben eine unglaubliche strategische Geduld.

00:18:02: also sie denken extrem langfristig.

00:18:04: Das heißt die sehen ihre Saat ganz breit und schauen dann was sie ernten können.

00:18:10: Und das ist auch was Besonderes in Russland, diese große Kontinuität und dieses langfristige Denken.

00:18:16: Das hat die Dienste heute übernommen und weitergeführt.

00:18:19: von den sowjetischen Diensten – also In-Geheimdienstkreisen sind sie dafür berühmt!

00:18:24: haben ja auch ganz viele Gesprächspartner erzählt, sowohl die, die sie aus dem Außenministerium kennen als auch eben die Russen, die das quasi von außen beobachten.

00:18:32: Es gibt einfach Leute, die dafür geeignet sind von ihrer Persönlichkeitsstruktur als andere.

00:18:37: Bei Kneisel kommt dazu, dass sie Bücher schreibt und in diesen Büchern extrem explizit darüber redet wie sie tickt was sie frustriert, was sie wütend macht, was Sie stolz macht

00:18:46: usw.,

00:18:47: also das liest ich manchmal fast wie eine Anleitung, wie man sie ansprechen kann.

00:18:51: Aber die russische Expertin, also die Politikwissenschaftlerin Ekaterina Schulmann hat mehrfach gesagt und immer wieder betont.

00:18:59: Man darf nicht glauben dass die Leute dumm sind wenn sie auf sowas anspringen weil man muss sich vorstellen das ist eine staatliche Behörde viel Geld viel Training viel Fokus die nur darauf abzielt was sind deine Verletzlichkeiten wo sind die Möglichkeiten wo man andocken kann?

00:19:15: Und sie hat gesagt, es kann eigentlich jedem passieren.

00:19:18: Wir können alle heil froh sein wenn wir nicht ins Visier geraten und sozusagen mit aller Kraft versucht wird uns für etwas zu gewinnen, wovon wir vielleicht noch nicht wissen das wir's wollen oder was problematisch ist sagen wir mal so.

00:19:29: Und ich glaube das dritte – und da hat die Recherche zunächst auch richtig schwierig gemacht – war ein bisschen wie die Nadel im Heuhaufen suchen weil Österreich einfach in dieser Zeit in den letzten zehn, fünfzehn Jahren also zumindest bis zum Beginn der Vollinversion der Ukraine einfach extrem nah an Russland dran war.

00:19:46: Also es war wirklich so, dass wir sozusagen zuerst wochenlang, monatelang nach den Punkten... in ihrer österreichischen Geschichte gesucht haben, die nach Russland führen.

00:19:56: Und es waren einfach so viele ... Also ich meine sie ist auf einem Ticket der FPÖ da rein, die FPÖ hatte diesen Freundschaftsvertrag dann war sie, waren diese ganzen Staatsbesucher.

00:20:04: Es war einfach so viel mögliche Punkte, die Sachen in ihrer Vergangenheit.

00:20:08: also das war so unendlich dass wir irgendwann gesagt haben okay wir müssen das Ganze umdrehen und wir schauen uns von der anderen Seite an und handeln.

00:20:14: geschaut was an ihrem Leben in Russland deutet nach Österreich zurück.

00:20:19: Und da sind wir auf zwei interessante Herren gestoßen.

00:20:23: Den einen hat sie kennengelernt über ein Dialogprogramm, das sich als Ministerin aufgesetzt hat zusammen mit Lavrov.

00:20:29: Der heißt André Fursencos, ein ganz langjähriger Putin-Freund und Berater und der andere ist ein vermeintlicher oder Pseudo-Oppositionspolitiker und er heißt Leonid Slutsky.

00:20:40: Das sind so zwei verschiedene Arten von Russen.

00:20:44: Der eine ist eher so ein feiner Typ und der andre ist ein sehr grobschlechtiger Typ Und das waren so unsere, wir wussten nicht genau geht es über die eine Schiene oder über die andere Schiene.

00:20:54: Ja genau dann sind wir draufgekommen dass wahrscheinlich die Person die wirklich dafür gesagt hat dass das alles für sie sich so positiv entwickelt hat in Russland noch eine Etage höher setzt mindestens ein Eternal.

00:21:05: Du hast ja schon erwähnt quasi das SQL-Ticket auf dem Karin Kneistl als Ministerin gesessen ist.

00:21:11: Sie war ja davor quasi als Expertin tätig also Journalistin auch.

00:21:14: Wie ist es eigentlich dazu gekommen, also waren diese Zuneigung vielleicht oder die besondere Draht zu Russland?

00:21:20: Das waren jetzt aber nicht die Bande, die dann zur FPÖ geführt haben.

00:21:23: Könnte man ja annehmen!

00:21:25: Nein das war anders.

00:21:26: Also das war auch ein Punkt der irgendwie ein bisschen symptomatisch für unsere gesellschaftliche Entwicklung war dass sie sich quasi radikalisiert hat und ein Teil dieser Radikalisierung passiert ist über die Flüchtlingskrise.

00:21:37: Es sind damals einfach sehr viele Menschen nach Österreich gekommen Und sie hat mit ihrer Erfahrung im Nahen Osten, da hat sich auch ein großes Skepsis gegenüber dem politischen Islam entwickelt.

00:21:46: Gegenüber jeglicher Politisierung von Religion.

00:21:50: in Wahrheit und das hat ihr große Angst gemacht dass da viele junge Männer nach Österreich gekommen sind aus dem Nahen Ostern Und sie hat darüber sogar ein ganzes Buch geschrieben, das heißt Testosteron macht Politik.

00:22:03: Da waren Sie eben davon – es ist so ein bisschen ein vereinfachendes biologistisches These schon eher problematisch, dass der Testosterone-Level in der Gesellschaft so ansteigt und das dann zwangsläufig zu Ärger führt, zu richtigen Problemen.

00:22:19: Und das wurde aufgegriffen, wie dann die ganzen Flüchtlinge nach Österreich gekommen ist.

00:22:23: Da hat sie einen Gastkommentar in der Presse geschrieben und dieser Gastcommentar hieß irgendwie Der lange Marsch der jungen Männer oder sowas... ...und da hat ein einzelner Presseleser sich dann beschwert beim Presserat und er hat gesagt es ist irgendwie verhetzend oder so was.

00:22:37: Und der Presserat hat eigentlich sehr schnell reagiert und hat dann in einer Erklärung festgehalten, dass diese Art von Gastkommentar möglich sein muss in einer Demokratie.

00:22:47: Und das wir als offene Gesellschaft bei so einem wichtigen Thema dieser Art von Konter oder Kritik auch aushalten müssen.

00:22:53: Also er hat sich quasi ganz klar dafür ausgesprochen, dass sie in der Lage sein muss, das sagen zu dürfen – schon gar als Gastcommentar!

00:23:01: Sie hat es trotzdem aber immer als irrsinnige... Beleidigung oder Verletzung aufgefasst.

00:23:05: und sie sagt bis heute stellt sich das da als Teil der politischen Verfolgung, die sie angeblich in Österreich erlebt hat.

00:23:12: Und das war der Moment, wo sie natürlich sehr starkes Lied gesungen hat.

00:23:16: Was auch die FPÖ gerne singt und gehört hat.

00:23:19: Für die FPE war das ein Riesenglücksfall weil die waren ja schon sozusagen am Weg in die Regierung und da war schon klar dass nicht alle Politiker, die die FPö vielleicht nominiert für Ministerämter vom Präsidenten auch abgenickt werden.

00:23:31: Deshalb ist es wichtig, dass man sozusagen respektabel anmutende Persönlichkeiten finden, die auch wichtige Ämter übernehmen können Und man hat sie zuerst versucht, zu überreden, dass sie als Präsidentschaftskandidatin kandidiert.

00:23:42: Das hat sich aber abgelehnt und dann hat Strache sie gefragt ob sie nicht Außenministerin werden will.

00:23:48: Sie hat gesagt... Ja, wenn ich parteilos bleiben kann und er hat gesagt okay geht's.

00:23:52: Und dann hat sie es angenommen und das war natürlich ein Riesentrium für Sie weil die ist im Streit mehr oder weniger aus dem Außenministerium ausgeschieden.

00:23:59: Weil sie sich da irgendwie schwer getan hat sich zu dazu integrieren, weil das wahrscheinlich auch stimmt dass sie damit seiner Männerige zu tun hatte.

00:24:07: Sie hat sich nicht genug gewürdig gefühlt obwohl meine Recherchen eigentlich ergeben haben oder unsere Recherche ergaben haben dass sie sehr wohl gefördert wurde.

00:24:14: aber jedenfalls war das für sie so einen Moment quasi als Ministerin zurück zu kommen in das Amt, dass sie im Streit verlassen hat.

00:24:20: Also er hat sie angenommen und ist dann im Dezember zwei Tausendsehne als Ministerin angekommen.

00:24:26: Und in dieser Zeit im Außenministerium da hat ja eigentlich war das gar nicht so vorhersehbar weil Sie Ihre Expertise waren ja der Nahe Osten eigentlich ursprünglich aber in dieserzeit im Außeministerium da hatte schon Russland auch die österreichischen Beziehungen zur Russland immer mehr eine gewichtige Rolle eingenommen.

00:24:43: Wie ist das passiert?

00:24:44: und wie schätzt du das heute auch

00:25:02: ein?

00:25:11: Oben dreien noch eine Frau in ihr Kabinett geholt, die sie schon kannte von einem Besuch im Moskau.

00:25:16: Nämlich die ehemalige österreichische Botschafterin im Mosker und die ehemeilige österische First Lady Margot Klesti-Löfler.

00:25:22: Und Margot Klesdi Löfler hatte ein extremes Naheverhältnis zu Russland.

00:25:28: also man muss sich vorstellen wie hat man dem Außenministerium?

00:25:30: oder Diplomaten haben mir erzählt dass sie ganz viele Jahre lang als die einzige Person gegolten hat im Außenmisterium Die in der Lage ist eine direkte Rutsche zur Vladimir Putin zu legen Und dafür wurde sie auch sehr geschätzt, das war viel wert.

00:25:44: Diese Frau die schon als First Lady eine enge Beziehung zu Putin vor allem seiner damaligen Frau aufgebaut hat, die wurde ihre Ängste Beraterin in Sachen Russland und die hat unserem Eindruck nach oder dem was wir von unseren Gesprächspartnern gehört haben dafür gesorgt dass da ein extrem enger Kurs mit Russland gefahren wurde.

00:26:02: Noch eine Person, die wir heute aus anderen Kontexten kennen, taucht in eurer Recherche auf.

00:26:08: Wenn es um diese Zeit im Außenministerium geht – Johannes Peterlich!

00:26:12: Also was für eine Rolle hatte der bei dieser ganzen Sache?

00:26:15: Also Johannes Peterlig war Ihre Generalsekretär und man muss sich vorstellen sie kam ins AußenMinisterium.

00:26:20: da war jemand Generalsekreter den Sie schon aus Ihrer Anfangszeit als junge Frau kennengelernt hat in Syrien und mit dem sie ein bisschen einen Beef hatte.

00:26:29: oder von Leben war sie enttäuscht.

00:26:31: Da ging es dann darum, ob seine Bestellung verlängert wird und die wurde nicht verlängern.

00:26:35: Und sie hat sich jemanden neu geholt als Generalsekretär – das war eben Johannes Peterlich, das war anscheinend auch schon von vorhin ein klarer, dass der der neue Generalsekreter war, der vom Habitus den Hof hatte, also er war bei Benito Ferrero-Waldner, also eine früheren Außenministerin Presse-Sprecher, also kommt eher rüber sein Konservativer aber hatte schon mit dem Freiheitlichen angewandelt.

00:26:55: Also das hat irgendwie politisch ganz gut gepasst Und dieser Johannes Peterlich hat eben alle möglichen Dinge gemacht, von denen Teile jetzt schon die Bustiz beschäftigen und andere Dinge.

00:27:05: Also da geht es um diesen Novichok-Bericht den er angefordert hat einen geheimen Bericht für den er eigentlich keine Freigabe gehabt haben soll.

00:27:13: und wie soll ich das sagen?

00:27:13: Jetzt muss man sehr vorsichtig formulieren.

00:27:15: also eine Version dieses Berichts oder Aufnahmen davon sind bei zwei Leuten gelandet nämlich Egisto-Ort und Bayern Maselec.

00:27:25: Man weiß jetzt nicht ganz genau, aber die Staatsanwaltschaft wirft ihm das vor, dass es von der Kopie sind, die Johannes Peterlig angefordert hat.

00:27:36: Aber es gab neben diesem mutmaßlichen Geheimnisverrat noch eine andere Sache im Außenministerium nämlich Pläne rund um den Johannes Peterleg und Egistoort – die Sicherheitsabteilung dem Außen Ministerium zu einem eigenen kleinen Mini-Geheimdienst oder Schattengeheimdienste auszubauen.

00:27:53: Und das sehen Ermittler, wenn man mit denen auf der Record spricht als Teil der Benühungen eben von dieser Runde rund um Peterlig und Gistoort aber auch von Leuten im Innenministerium unter Herbert Kickel sozusagen die Nachrichtendienstarchitektur in Österreich neu aufzusetzen Und da wird nach wie vor ermittelt.

00:28:14: Also das ist noch nicht ganz klar, wer da was genau und inwieweit das Verstöße gegen den Strafrecht sind.

00:28:20: aber da laufen nach wie vorher die Ermittlungen.

00:28:23: Wir haben uns auch angeschaut, was Karin Kneisel als politisch verantwortliche Gewusst hat, weil sie involviert.

00:28:30: war und wir haben mehrere Hinweise darauf gefunden in den Akten zum Teil Dinge die noch nicht bekannt sind, dass sie dann mehr davon gewusst haben könnte als bisher bekannt.

00:28:41: Also auch eine ganz spannende Komponente, die vielleicht dann quasi woanders nochmal auftauchen wird?

00:28:47: Genau!

00:28:48: Also da sind wir echt gespannt, was auch diese Ermittlungen ergeben und was auch sozusagen einen Ur-Ausschuss ergeben würde wenn es den jemals gibt.

00:28:55: Es gibt ja seit Beginn der Vollinvasion Diskussionen über einen Russland-Uhrausschuss und ich glaube das wäre wirklich ein Thema für einen Uhrauschuss und das wäre unglaublich spannend weil dann natürlich viele Sachen rauskommen würden zu denen wir jetzt keinen Zugang gehabt haben.

00:29:09: aber wir wissen auf jeden Fall... es gibt echt viel zu untersuchen rund um diesen ganz komplex.

00:29:16: Jetzt haben wir uns gut in Erinnerung gerufen, was so da alles passiert ist.

00:29:21: In dieser Anstalt etwa und dann kommt noch dazu dass eben diese berühmt-berüchtigte Hochzeit stattgefunden hat.

00:29:29: eigentlich nur ein Eindruck, einen Moment Einzigartiges Ereignis, das aber sinnbildlich für die ganze Sache steht.

00:29:37: Und es gibt unterschiedliche Versionen wie es zu dieser Einladung, angenommenen Einladungen dann gekommen ist auf Russische Initiative hin aus einer Laune Kneistels heraus.

00:29:47: Was hältst denn du?

00:29:48: Für die plausibelste Erklärung?

00:29:50: Also sie sagt und auch ihr Kabinettschef mit dem wir sehr ausführlich geredet haben Ihr damaliger Kabinettchef Walter Gehr erzählen das eben als so eine spontane Aktion.

00:30:00: Also quasi aus dem Überschwangen heraus, dass sie jetzt heiraten wird – es kamen die Einladungen gerade aus der Druckerei hätte sie putt ihm eine quasi in die Hand gedrückt!

00:30:09: Wir haben aber auch mit jemandem gesprochen an diesem Tag... Man muss sich vorstellen, es geht um diese Zeit.

00:30:14: Da war die berühmte Goldene Gashochzeit.

00:30:17: Also es wurde gefeiert das Jubiläum eines Gasliefervertrags zwischen OMV und Gasbaum bzw.

00:30:24: deren Vorläufern und der Verlängerung dieses Vertrags ohne dass das übrigens nötig war.

00:30:29: Und dazu war Putin in Wien und da gab es eine ganze Menge Feierlichkeiten, und bekannt ist eben diese Geschichte, dass sie die Einladungen übergeben hat – das soll passiert sein bei einem Empfang im Kunsthistorischen Museum.

00:30:40: Aber uns hat ein Berater von Heinz-Christian Strache, der ist Pferdein und Stürk und war ein ganz enger Berater gerade in außenpolitischem Sachen, aber auch einen Coach sozusagen vor Fernsehinterviews, eine Episode, die davor vor diesem Empfang im Kurs des Historischen passiert ist.

00:30:55: Und zwar gab es ein Gespräch zwischen Kanzler-Witzekanzler, also Strache und Kurz, und Putin – und die Außenministerinnen, also Lavrov und Kneisel standen quasi am Gang Und dabei waren eben die Berater oder zumindest Ferdinand Stürck.

00:31:15: Da haben sie halt so gequatscht, sagt Stürk und er hat erzählt dass sie heiraten wird und dann hat der Lavrov gesagt das ist ja total nett da würde vielleicht sogar der Pudding kommen wären sie reingegangen und hätte der Lavrov das dem Putin erzählt, und dann gesagt er kommt sicherlich.

00:31:32: Und es war so ein sozusagen aus dem Smalltalk heraus.

00:31:35: aber daraus ergibt sich dass dieser zu einer Art Anregung durchaus von Russland gekommen sein könnte bzw.

00:31:44: offenbar möglicherweise Lavrov da geschlitten, also Lavrov ist ein wirklich erfahrene Außenminister der macht das seit hunderttausend Jahren einen extrem schlauer Mann und es klingt mir nicht um plausibel dass er geschalten hat und gecheckt hat, dass das vielleicht eine riesen Chance in einer Zeit wo Russland politisch relativ isoliert war und dass das sozusagen ein PR cool werden könnte.

00:32:05: Und dass er das so gepflanzt hat und ihr damit überhaupt erst die Ideen im Kopf gesetzt hat, und ihr auch den Mut gegeben habt – weil ich meine wer geht zu einem russischen Präsidenten dem man dreimal vorher getroffen hat?

00:32:15: Und steckt ihm einfach eine Einladung hin?

00:32:17: also, dass der sie quasi ermutigt hat.

00:32:19: aber ich muss festhalten wir wissen nicht ganz genau wie es abgelaufen ist, aber das erscheint mir die plausibelste Version.

00:32:25: Es mutet trotzdem etwas makaber an.

00:32:28: jetzt Wie soll ich sagen, aus psychologischer Perspektive die eigene Hochzeit.

00:32:33: Das ist ja vielleicht doch etwas was man sehr wichtig nimmt da zur Bühne zu machen für politische Angelegenheiten auch wenn sie vielleicht damals auch im Sinne der gesamten Regierung oder so nicht so verwerflich ausgeschaut haben.

00:32:45: aber es ist doch etwas sehr eigenes oder?

00:32:47: Also ich muss jetzt aufpassen sich nicht irgendwie küchenpsychologisch da.

00:32:51: Ich kann natürlich nicht in ihren Kopf reinschauen Aber wenn man sich diese Videos von der Hochzeit damals anschaut dann merkt man eine unglaubliche Begeisterung.

00:33:00: Sie ist einfach so happy und stolz darüber, das taugt hier richtig, dass er da ist oder so wirkt es auf mich.

00:33:06: also sie hat eine... Es ist irgendwie so ein Überschwang und dann kommt der Präsident und er hält noch eine Rede auf dieser Hochzeit, auf sie und dieses Wichtigsein.

00:33:16: nach allem was man sieht genießt sie die Bühne Und sie hat sich auch vermisst, dass sie sie nicht hatte und das ist wahrscheinlich auch mit einer Erklärung dafür.

00:33:23: Dass sie die Chance ergriffen hat sie wieder zu haben und jetzt hat sie sie wieder.

00:33:28: Diese Bühne bricht nämlich aus dem Nichts quasi weg als die FPÖ aus der Regierung ausscheidet.

00:33:34: Wie ist es dann für Karin Knessel weitergegangen?

00:33:36: Ja, das war eine extrem bittere Zeit für sie.

00:33:39: Also man muss sich vor Augen führen... Es gab mit der FPÖ schon mehrere Auseinandersetzungen und das Verhältnis war da nicht mehr so gut.

00:33:46: Die FPÖ wollte dass sie stärker betont ihre Rolle als Integrationsministerin bzw.

00:33:50: als sozusagen zuständige fürs Ausländer-Thema.

00:33:53: Das hat ihr nicht zugitaugt!

00:33:54: Sie mag lieber das internationale Völkerverständige irgendwie in diesem kosmopolitischen Dings Das liegt ja eigentlich mehr.

00:34:02: Aber dann, glaube ich den Ausschlag gegeben hat, Sebastian Kurz hat ja dafür.

00:34:05: nach dem Rücktritt von Strache, hat Sebastian Kurz dafür gesorgt, dass auch Herbert Kickel entlassen wird und alle FPÖ-Ministerinnen und Minister sind mit ihm in Solidarität zurückgetreten – alle außer eine!

00:34:16: Karin Kneisler hatte keine Lust auf Rücktritt und sie hat darauf gepocht, dass sie quasi kein Parteimitglied ist.

00:34:22: Und als parteilose da rein und hat sich versucht noch zu halten in dieser Regierung.

00:34:25: es ist ja allerdings nur zwei Wochen gelungen weil dann diese.

00:34:29: also dann gab's noch so eine erste provisorische Regierung und dann kam die berühmte beamten Regierung und da hatte sie dann keinen Platz mehr.

00:34:35: Also man hat so ein bisschen das Gefühl, dass sie das versucht hat ihre Fühler Richtung ÖVP auszustrecken.

00:34:41: Aber da war natürlich nicht nur kurz sondern auch Alexander Schallenberg.

00:34:44: also da hat man sie nicht gebraucht.

00:34:46: Da hat man keine Außenministerin gebrauchen.

00:34:47: die haben genug Leute die sowas können und das heißt jetzt sich mit den Medien angelegt in ihrer Zeit als Ministerin.

00:34:53: Sie ist extrem nah an Putin dran gewesen.

00:34:56: ich habe getanzt mit ihm.

00:34:57: sie war quasi markiert als die Frau die mit Putin getanzt hat Und sie hatte keinen Rückhalt in der Partei mehr, für die sie in die Regierung gegangen ist.

00:35:04: Und dann war sie ziemlich allein da gestanden nachdem sie aus dem Amt geflogen ist.

00:35:08: und man merkt das Sie versucht an ersten zuerst über ihr Spezialgebiet den Nahen Osten irgendwie wieder Fuß zu fassen.

00:35:14: und es ist auch so dass das Anlauf sozusagen.

00:35:17: sie ist auf mehreren Konferenzen und reißt herum.

00:35:19: sie macht eine Doku für den ORF alle mögliche Sachen aber man spürt doch eine gewisse Verzweiflung in ihren Social Media Posts, dass sie postet dann immer wieder so typisch alte Fotos und gratuliert sich irgendjemanden, den sie vor einem Jahr getroffen hat und sie versucht zur Kontakte aufzuwärmen.

00:35:33: Sie fahrt sogar zu ihren Patentieren in zwei Zoos – einem Flughund und einem Wolf!

00:35:38: Bitte, also sie war wirklich auf der Suche nach Leuten die sie irgendwie unterstützen und einen neuen Betätigungsfeld.

00:35:44: Und dann kamen immer mehr Angebote sozusagen aus Richtung Russland.

00:35:48: Das hat angefangen mit dem Vortrag bei der österreich-russischen Freundschaftsgesellschaft auch eine wichtige Institution in diesem Feld.

00:35:55: Und im Juli war die Regierung.

00:35:58: am Ende oder im Juni und im Dezember war sie schon für sechs Tage in Moskau und dieses Sochi Büro Und das russische Büro für diese Austauschplattformen, die sie selber etabliert hat.

00:36:09: Das hat dafür gesorgt und auch finanziert dass ein fünf Jahre altes Kinderbuch was sie über Prinz Eugen geschrieben hat ins Russische übersetzt wird und das dann mit Riesenpomp dort im Pushkin Museum vorgestellt wurde.

00:36:19: Sie war sechs Tage dort.

00:36:20: Die haben wirklich...

00:36:21: das hat alle

00:36:22: Stückchen gespielt.

00:36:23: Sie hat einen riesensheizigen Programm abgeholt am Flughafen mit Blumen, Straus, Riesentamtam um sie herum.

00:36:30: Er hat sich einfach ständig Einladungen, dann auch Lehraufträge bekommen.

00:36:35: Dann wurde sie Kolumnistin bei RT, also dem Propagandasender der inzwischen verboten ist und der schon damals echt problematisch wurde.

00:36:42: Und dann kamen sozusagen die größeren Procken.

00:36:44: Das war das Aufsichtsratsmandat Bausnevz.

00:36:47: Also wir haben recherchiert da wurde ihr ungefähr eine halbe Million US-Dollar pro Jahr zugesagt plus Spesen und irgendeine Möglichkeit mehr zu verdienen.

00:36:55: Und das wurde dann immer enger und immer lokalter für Sie.

00:36:59: Und irgendwann Anfang zwanzig, dreieinzwanzig kam dann dieses Angebot an der Uni St.

00:37:03: Petersburg ein Institut zu eröffnen und für das ist sie auch dort hingezogen.

00:37:09: Der springende Punkt dafür war, dass mit dem Angriff – also eine Weile, glaube ich, hat sie gedacht, Sie können sozusagen Geld verdienen in Russland und dort große Rolle spielen und gleichzeitig in Europa leben.

00:37:19: Sie hat irgendwie Österreich schon aufgegeben gehabt aber sie hatte die Hoffnung gehabt, dass es in Frankreich geht.

00:37:23: Also muss ich vorstellen sehr, das ist ein extrem franko vieler Mensch.

00:37:26: Also Frankreich war für sie immer ... ein wichtiges Land, wo sich wohlgefühlt hat.

00:37:32: Sie spricht gut Französisch und das war eigentlich so ein Land für sie was hier viel bedeutet.

00:37:37: Und mit der Vollinversion ist das aber alles viel schwieriger geworden.

00:37:40: Also zum einen wegen der Sanktionen konnte sie nicht mehr auf das Geld von Rosinev zugreifen, darüber hat sich jedenfalls geklagt.

00:37:47: und zum anderen gab es so einem Bericht vom EU-Parlament dass Sanktsionen gegen sie persönlich gefordert haben weil Sie darauf hingewiesen haben dass autoritäre Staaten eben westliche Politiker wie zb Schröder und Kneißel dafür nutzt um einen Hybridenkrieg gegen den Westen zu führen, also Gräben zu vertiefen, Propaganda zu verbreiten, Misstrauen in Regierungen zu sehen.

00:38:08: Da wollte man ihr irgendwie Einhalt gebieten... Und sie sagt in Frankreich sind dann Leute vom Innenministerium, also von französischen Innenministeriums oder Geheimdienst aufgetaucht und haben ihren Vermietern gesagt, die sollen sich vor die Tür setzen.

00:38:21: Und die hätten das auch getan und sie hätte quasi wäre gezwungen gewesen, Frankreich zu verlassen oder Europa zu verlangen.

00:38:28: Wir dachten immer Sie ist als nächstes liebstes Land in den Libanon gegangen weil sie es auch sehr liebt.

00:38:33: Aber jetzt wissen wir, dass sie das gemacht hat.

00:38:36: Sie wollte damals eigentlich schon nach Russland aber sie hat festgestellt, dass trotz der Hilfe von Leuten vom RT zum Beispiel... sie nicht ihre Tiere nach Russland direkt transportieren kann, also dass die eine Zwischenstation braucht von wo aus.

00:38:48: Also das sie die Tiere von Europa raus und dann erst nach Russlands rein transportieren können.

00:38:53: Uns hat gesagt ohne meine Tiere gehe ich nirgends wohin?

00:38:55: Also musste sie in der Zwischenstation im Liban machen und erst von dort konnte sie eben mit besagter Militärmaschine nach Russlandsamt Kleintier Zoo einreisen.

00:39:05: diese Tiere, die dann bei diesem finalen Umzug auch so eine prominente Rolle gespielt haben.

00:39:10: Die kommen ja auch bei euch in der Recherche immer wieder punktuell vor.

00:39:14: also ich glaube... Also ich habe es so verstanden.

00:39:16: Es war auch von ihr etwas ein persönliches Aushängenschild das sie auch gerne hergezeigt hat.

00:39:21: Ich glaube, es war hier einfach wahnsinnig wüstig.

00:39:23: Also man muss verstehen sie war mit ihrer eigenen... Sie hat dann getrennt von ihrem Mann.

00:39:29: also in der Pandemie ist auch ihre Ehe kaputtgegen.

00:39:31: Auch noch eine eigene Geschichte.

00:39:33: aber ich glaube das Wichtige ist dass Ihre Konstante waren immer diese Tiere und diese Tiere.

00:39:38: Es gab glaube ich keinen einzigen Gesprächspartner, es ist völlig egal ob wir mit Diplomaten geredet haben.

00:39:43: Mit ihren früheren Studenten und Geheimdienstlern, die nicht diese Tiere irgendeine Geschichte zu diesen Tieren hatten.

00:39:48: Also die Tiere haben dafür gesorgt dass sie immer Geld sorgen hatte also das sie immer weil sie braucht Leute die betreuen Tierarzt Futter all das ist teuer.

00:39:57: Tiere sind irgendwie ihre Schwachstelle.

00:39:59: also die westlichen nachtlichen Dienster haben uns als erstes gesagt Das ist der Hebel, mit dem man sie manipulieren kann.

00:40:06: Und die Russen nutzen ihn ganz gezielt.

00:40:08: und in jedem Gespräch fangen Sie mit den Tieren an und sagen Gott sei Dank hat sich der Hund gut von der Operation erholt.

00:40:14: oder Pony X Y ist ja so süß.

00:40:17: Also das ist einfach... Ihre große Achillesverse, anders kann man es nicht nennen und sie spielen auch in allem was sie tut.

00:40:24: Also wenn man ihren Telegram-Kanal jetzt anschauen ist jedes zweite oder dritte Posting ist irgendwas mit ihren Tieren.

00:40:30: und eben selbst in dem Brief an den Start von Putin sagt sie danke das meine Tiere und ich, wie nahe Verwandte fangen wurden.

00:40:38: Und ich mein sie feiert den Geburtstag von diesen Viechern.

00:40:41: Sie zeichnet deren Schnachen auf die Spielen einfach.

00:40:44: das ist das wichtigste für sie in ihrem Leben und deshalb war glaube ich ein Knackpunkt für sie im Zuge ihres Ehe Streits mit ihrem Mann oder nunmehrigen Ex-Mann.

00:40:54: Das war eine wirklich grauselige Sache.

00:40:56: es gab da Vorwürfe wegen häuslicher Gewalt von denen er dann freigesprochen wurde und alle möglichen anderen Streite die auch in den Medien berichtet wurden.

00:41:04: Und eine Sache war, dass man ihr vorgeworfen hat.

00:41:07: Dass hier ein Hund quasi bei ihr gestorben ist in ihrer Obhut und der Hund auch exhumiert wurde und dann auch festgestellt wurde das sie keine Schuld am Tod des Hundes hat.

00:41:17: aber es scheint sie so getroffen zu sein und es gibt kein Interview indem Sie über ihre Angebliche Vertreibung aus Österreich spricht, indem sie nicht sagt, dass ihr vorgeworfen wurde.

00:41:28: Dass sie einen Hund mit Novichok vergiftet hat?

00:41:31: Das stimmt natürlich nicht!

00:41:32: Es hat irgendein User in einem Standardforum mal so lapidar gesagt, hat Onkel Vladimir das Novichock bereitgestellt?

00:41:38: aber es ist wahr, dass man den Frage gestellt hat ob sich gut mit diesem Hund umgegangen ist und das scheint sie extrem tief getroffen zu haben.

00:41:45: Also Tierliebe die... einen Vulnerabel macht eigentlich.

00:41:50: Man kennt das von Kindern vielleicht, aber manche Leute haben es auch mit Tieren.

00:41:54: Karin Kneistl sie wollte mit euch nicht sprechen.

00:41:57: Sie gibt generell keinen österreichischen Medieninterviews und du hast richtig gesagt man kann den Leuten natürlich nicht in den Kopf schauen.

00:42:05: ich muss trotzdem fragen weil was mich an solchen Geschichten immer fasziniert ist ob die leute dann in solche Situationen geraten ob das dann in der Kategorie läuft oder da muss man die Grothalt schlucken weil man glaubt sonst keine Wahl mehr zu haben oder ob sie von der Richtigkeit dessen, was Sie tun überzeugt sind.

00:42:23: Oder gibt es da irgendwo auch einen dazwischen?

00:42:26: Also das ist die Frage, die ich mir die ganze Zeit gestellt habe.

00:42:29: Spielt sie das oder glaubt sie dass?

00:42:31: Es ist echt schwer zu beantworten.

00:42:33: also was wir wissen aus dem...was wir recherchiert haben und was man öffentlich von ihr sieht.

00:42:37: Also es gibt Teile über diese bewusstes.

00:42:39: Es wirkt so als würde sich alles online stellen.

00:42:41: tut sie nicht!

00:42:41: Es gibt Sachen mit den Namen Andernwein und zum Beispiel fällt kein einziges Mal in ihrer öffentlichen Kommunikation.

00:42:46: Es gibt Dinge, Auftritte in russischen Fernsehsendungen die sie auch nicht postet.

00:42:51: Also zum Beispiel dieses Die waren Kriegstreiber sind Politiker im Brüssel.

00:42:55: das hat sich auch nicht gepostet.

00:42:56: also es gibt Sachen wo Sie schon offenbar eine Auswahl trifft.

00:42:59: was sage ich jetzt?

00:43:00: welchem Publikum?

00:43:02: Ich glaube schon dass da viel Verdrängungsenergie...also ich kann's mir fast nicht vorstellen sozusagen, dass sie das alles durchzieht und ich meine es ist ständig unterwegs.

00:43:12: Sie ist stendig online.

00:43:14: Sie tritt in den... Es gibt eine Szene wo sie bei so einer lokalen Geburtsregistrierungsteremonie auftritt obwohl sie ein fettes blaues Auge hatte.

00:43:23: man denkt sich echt oh Gott!

00:43:24: Wieso macht sie das?

00:43:26: Also ich glaube sie ist schon von ihrem... Sie ist persönlich so schwer getroffen Und das hilft dir dabei dieser Schmerz und diese Wut und diese Enttäuschung hilft dir die Widersprüche die sie da ja selbst verkörpert auszublenden.

00:43:41: Ich habe das Gefühl, in Österreich wird diese ganze Geschichte da irgendwo im politischen Skurrilitätenkabinett sich hingesetzt und man schaut sich das irgendwie gerne belustigend an neben Ibiza-Skandal oder Irgendwie Inseratenaffäre oder so.

00:43:55: Wie siehst du das jetzt nach dieser ganzen Recherche?

00:43:58: Wo ihr ja auch gezeigt habt dass es da schon auch Strukturen im Hintergrund gibt, dass es einen Kontext, ein Umfeld gibt der durchaus interessant ist.

00:44:05: Schaut man dazu wenig darauf Welche Strukturen, größere Kontexte hinter solchen Einzelfällen stehen?

00:44:12: Ja also ich kann das ganz klar mit ihr beantworten.

00:44:15: Also wir haben in dieser Zeit unsere Mainstream-Politik und es wird jetzt oft vergessen... Es ist nicht nur die FPÖ sondern es waren die ÖVB, die SPÖ selbst.

00:44:23: van der Bellen als ehemaliger Grüner war dabei bei all diesen Staatsbesuchen.

00:44:27: Also es gab da einfach ein Extrem große Nähe und aus meiner Sicht problematische Nähe zu Russland in diesen Jahren bis zur Vollinversion, dann hat man das ja irgendwie zähneknirschend versucht zumindest zu reduzieren.

00:44:40: Aber nie wirklich aufgearbeitet oder hinterfragt wer da alle profitiert hat, wer das wie eingesackelt hat und wie genau dass alles abgelaufen sind.

00:44:49: also es sind so... Und eben Kneißel ist ja nur die Spitze des Eisbergs dieser gesellschaftlichen Entwicklung oder dieser politischen Tendenz, die wir da hatten.

00:44:59: Auch dieses sich immer in die Mitte stellen und sagen wie sind die Brückenbauer zwischen Ost- und West- und so weiter?

00:45:04: Und das war ja in einer Zeit – es kann man glaube ich nicht oft genug sein!

00:45:07: Da hat der Russland schon die Krim anecktiert, Völkerrechtswidrigs, sie hatten schon ihre grünen Männchen in die Ostukraine geschickt auch das kommt in unserem Podcast zwar.

00:45:14: Sie hatten auf europäischen Boden Dissidenten oder Überläufer umgebracht, also Serges Repal und seine Tochter haben sie versucht umzubringen.

00:45:23: Es war schon versuchte Anschlag auf Navalny usw.

00:45:25: Also wir sind einem Bereich wo schon echt krasse Sachen passiert sind und wenn man sich das heute anschaut in welcher Breite das und in welchen sozusagen Kritiklosigkeit das passiert ist dann fragt man sich da schon und ich glaube nach wie vor der aus meiner Sicht wichtigste U-Ausschussdienst bräuchte es einer zum russischen Einfluss in Österreich.

00:45:45: Das Thema wird uns also vielleicht noch länger begleiten.

00:45:48: Elisabeth, vielen herzlichen Dank dir!

00:45:49: Danke dir für die Einladung

00:45:52: Und wenn sie jetzt neugierig geworden sind, dann können Sie die gesamte Recherche von Elisabeth Henkel-Donnersmark, Paul Koren und Thomas Winkelmüller nicht nur in der aktuellen Ausgabe des Datum nachlesen sondern vor allem auch nachhören.

00:46:06: Den Podcast kniefallt.

00:46:08: die Radikalisierung von Karen Kneisel vom Datum & Happy House Media finden Sie überall wo es Podcast gibt!

00:46:15: Von meiner Seite eine ausdrückliche Empfehlung.

00:46:17: einen Link finden Sie wie immer in den Show notes.

00:46:20: Danke fürs Zuhören und dranbleiben Bis zum nächsten Mal!

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