Waffenruhe im Iran: Wann spüren wir sie an den Tankstellen?
Shownotes
Kaum ausgehandelt ist die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran durch einen Großangriff Israels auf den Libanon schon wieder brüchig. Was bedeutet das Hin und Her für unsere Energiesicherheit? Kann eine sichere Durchfahrt der Straße von Hormus für Tankerschiffe garantiert werden?
Die politischen Ereignisse der letzten Tage sind nicht ohne Auswirkungen auf Ölpreise und Börsenkurse geblieben. Beate Lammer und Matthias Auer aus dem Wirtschaftsressort der „Presse“ geben in dieser Folge Auskunft darüber, wie rasch eine Preisentspannung an heimischen Tankstellen ankommt, wieso politische Instabilität die Börsen oft unbeeindruckt lässt, und wie es in der Energiepolitik nach dem Schock der vergangenen Wochen weitergehen kann.
Gast: Beate Lammer und Matthias Auer, „Die Presse“ Host: Christine Mayrhofer Schnitt: Audiofunnel/Dominik Lanterdinger
**Mehr zum Thema: *** Neue Prognose: Iran-Krieg hängt als Damoklesschwert über Österreichs Konjunktur Wann kommt der Ölpreissturz an der Tankstelle an? Waffenruhe im Iran: Diese Aktien brechen nun nach oben aus
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Transkript anzeigen
00:00:05: Kaum ausverhandelt ist die Wassenruhe zwischen den USA und dem Iran durch einen Großangriff Israels auf den Libanon schon wieder brüchig.
00:00:17: Was bedeutet das hin-und her für unsere Energiesicherheit und unsere Wirtschaft?
00:00:22: Ab wann kann eine sichere Durchfahrt der Straße von Hormuz für Tankerschiffe garantiert werden?
00:00:28: Das ist was wichtig, mein Name ist Christine Meyerhofer und ich bin eine der Hosts dieses Podcast.
00:00:34: Die politischen Ereignisse der letzten Tage sind nicht ohne Auswirkungen auf Ölpreise- und Börsenkurse geblieben.
00:00:41: Ich habe in dieser Folge mit Beate Lammer und Matthias Auer darüber gesprochen welche Hoffnungen sich die Wirtschaft auf eine Stabilisierung der Lage macht und wie es an den Börsten und in der Energiepolitik nach dem Schock weitergehen kann!
00:00:58: Hallo Mathias
00:00:59: Hallo.
00:01:00: Matthias, wir haben geopolitisch sehr spannende Tage hinter uns.
00:01:04: es konnte nach Drohungen und Eskalationsandrohungen erst ein vorläufiges Abkommen zwischen den USA und dem Iran gefunden werden eine Waffenruhe die nach nur einem Tag schon wieder am Bröckling ist.
00:01:17: Und als Reaktion auf schwere Angriffe des Israel auf den Libanon ist die Straße von Hamus nach einer anfänglichen Öffnung scheinbar wieder geschlossen.
00:01:26: Was ist in dieser relativ kurzen Zeit in Sachen Ölpreise und Energiemärkte passiert?
00:01:31: Du sagst es so, verrückt wie's der geopolitisch auf- und abhund hin und her geht.
00:01:37: Genau das spiegelt sich auch auf den Märkten wieder.
00:01:40: Die Nachricht dass es eine zweiwäsche Gefeuerpause geben wird hat ein Mittwoch für einen sehr deutlichen Preis Sturz gesorgt bei Öl und bei Gas.
00:01:49: also da ging so um über fünfzehn Prozent nach unten.
00:01:52: Beachtlich, jetzt ist die Straße von Homus doch nicht geöffnet oder zumindest noch nicht geöffnet.
00:01:58: So genau weiß das ja niemand und entsprechend sind auch die Ölpreise wieder hinaufgegangen allerdings nur sehr leicht.
00:02:04: also wir reden davon zwei vielleicht drei Prozent.
00:02:07: Das heißt sie sind immer noch um mehr als ein Zehntel günstiger als Sie es am Dienstag noch waren.
00:02:13: Und auch wenn man sich die Vorwärtskontakte also die Futures ansieht sieht man dass die meisten Markteilnehmer damit rechnen, das ist zumindest im Laufe des Aprils oder idealerweise im Laufer des April zu einer Öffnung dieser Transportroute kommen sollte wo ja ein Fünftel des globalen Öl- und LNG Handels abgebickelt wird.
00:02:34: Was bedeutet dieses?
00:02:36: hin und her jetzt konkret für die Menschen hier in Österreich, vor allem für die Preise, die sie an der Tankstelle bezahlen müssen?
00:02:43: Dass auf und ab an den Rohölmärkten – vor allem auch der Preissturz, den wir doch immer noch gesehen haben ist natürlich ein Indikator dafür, dass sich das auch rasch an den Tankstellen abzeichnen sollte.
00:02:56: Es ist zwar so, der Mineralkonzerne an der Zapfsäule sich an anderen Märkten orientiert, nämlich an den Rotterdamen Produktenbörse.
00:03:08: Da werden Diesel- und Benzin- und andere raffinierte Produkte gehandelt.
00:03:14: aber auch dort sollte es zu einem Preisabfall kommen und er sollte an sich am Freitag schon spürbar sein.
00:03:22: also die E-Kontrolle hat ja Regierung heute diese Spritpreisbremse eingeführt.
00:03:27: Jetzt ist sie natürlich in den ersten Momenten gleich mal verpufft, aber auch mit der Einführung des Spritpreisbremse wurde ja die Kontrolle die Regulierungsbehörde beauftragt ein Auge darauf zu werfen, ob die Mineralölkonzerne jetzt die Spritbreisbrennse befolgen und vor allem auch ob sich die Marktentwicklungen entsprechend rasch weitergeben.
00:03:47: da habe ich gestern mit dem Chefökonom gesprochen.
00:03:50: Der hat gesagt er rechnet damit dass es einen zwei Tage dauern wird bei den großen Markentankstellen, die eben sehr häufig frische Produkte nachkaufen auch schon zu spürbaren Preissenkungen gekommen sind.
00:04:05: Klar ist das man nicht die Preise erreichen wird, die wir vor dem Krieg hatten.
00:04:09: also erstens weil die Versorgung eben weiterhin höchst um unsicher ist und daran wird auch eine rasche Öffnung der Straße von Hormuz nichts ändern.
00:04:18: selbst wenn Rohöl wieder aus der Region Fließen sollte, bleibt Europa das Dieselversorgungsproblem.
00:04:25: Sowohl die EU als auch Österreich im Speziellen ist es sehr stark von Dieselimporten abhängig.
00:04:31: Viele dieser Lieferungen kamen aus Raffinerien im Nahen Osten.
00:04:36: Das sind jetzt erstens die Lieferwege weg und zweitens sind viele dieser Raffinarien beschädigt.
00:04:41: Das heißt, in dem Bereich werden wir und auch bei Kerosin also bei Flugbenzin werden wir noch zumindest bis Jahresende eine gewisse Mangelage haben die sich eben beim Preis ausdrückt.
00:04:53: Gehen wir einmal von einer solchen raschen Öffnung der Straße von Hormus aus?
00:04:58: Vom Diesel hast du schon gesprochen auch vom Kerosinen.
00:05:01: was kommt bei Öl- und Gas auf uns zu?
00:05:03: Also angenommen es ist tatsächlich so man einigt sich für eine Eröffnung der Strasse von Homoes Das Erste, was passieren wird ist dass einmal diese rund achthundert Tanker die jetzt dort gestrandet sind so schnell wie möglich rausfahren.
00:05:16: So schnell sie dürfen weil niemand das gerne im Kriegsgebiet und keine Rederei möchte.
00:05:22: die Schiffe dort haben in Wahrheit.
00:05:25: Zirka die Hälfte der Schiffe hat Ölprodukte oder Flüssiggas geladen d. h. da reden wir in etwa von einem Hundertdreißig Millionen Fass Erdöl.
00:05:37: Das kommt mal sehr rasch auf den Markt, das wird vor allem in Asien für Erleichterung sorgen weil die asiatischen Länder ja die Hauptimporteure der Produkteur aus der Region sind und auch muss man sagen den größten Energienotstand haben.
00:05:53: aber die Frage ist was passiert danach?
00:05:55: Also was passiert wenn diese Schiffe dann einmal herausgefahren sind?
00:05:58: Und dann gibt es zwei Grundfragen.
00:06:00: Erstens sind die Redereien und die Versicherungen sicher genug, dass diese Waffenruhe erhält so das sie die Schiffe auch wieder zurückschicken und sagen holts bitte neues Öl- und Gas Das ist einmal Unsicherheit Nummer eins um.
00:06:14: die zweite Frage ist wie lang dauerts bis die Produktion von Öl und Gas auch wieder ein Level erreicht?
00:06:21: Also im Moment produzieren die Golfstaaten in etwa die Hälfte dessen was sie vor Kriegsausbruch produziert haben.
00:06:30: Und daran wird sich auch nicht so viel ändern, solange sie erstens nicht wissen, also solang sie ihre beschädigten Anlagen nicht repariert haben und zweitens solange Sie nicht sicher sein können dass die Tanker kommen denen die Ware dann abnehmen.
00:06:43: Wie lange könnte denn das dauern bis solche Schäden wie wir sie jetzt gesehen haben repariert sind?
00:06:49: Das ist sehr unterschiedlich, je nachdem von welchen Schäden wir sprechen.
00:06:52: Es ist ja sehr viel Energieinfrastruktur zerstört worden in diesem Krieg auch weil sie ganz gezielt attackiert wurde.
00:06:59: von allen Seiten muss man sagen also sind über Achtzig LNG-Hefen Raffinerien Pipelines Ölfelder beschädigt.
00:07:08: bei vielen wissen wir die konkreten Schadensausmaße nicht.
00:07:13: Also ganz oft wissen das auch die betroffenen Unternehmen noch nicht.
00:07:17: auch sie auf eine Feuerpause, wie die jetzt angedachte gewartet haben um mal genau zu schauen was da eigentlich alles kaputt gegangen ist.
00:07:25: Bei ein paar großen Anlagen wie zum Beispiel der weltgrößten Flüssig-Gas Produktionsstätte in Katar gab es schon Aussagen der Verantwortlichen, die gemeint haben naja bis das alles wieder repariert ist kanns auch zwanzig-einunddreißig werden und selbst bei kleineren Schäden sprechen wir da schneller Mal von Monaten oder möglicherweise auch Jahren bis alles wieder behoben ist.
00:07:49: Bis die Infrastruktur repariert ist, kann es also noch eine ordentliche Zeit lang dauern?
00:07:55: Wie schaut das hingegen mit der Lage an den Börsen aus, meine Kollegin Bertel Ammer?
00:08:00: Die Märkte haben sich jetzt sehr stark erholt und sind schon wieder fast dort was vor Kriegsausbruch waren.
00:08:07: Sie sind nicht ganz auf Rekord hoch aber fast schon wieder.
00:08:10: Eigentlich könnte man meinen, dass es gar nicht so viel passiert.
00:08:14: Wie lange das anhält, ist freulich fraglich.
00:08:15: Es kann natürlich jede weitere Zuspitzung der Lage wieder zur Kursrückgänge führen aber vorerst ist es einmal das War Premiums.
00:08:24: heißt also dieser Risikoaufschlag aus Kriegsgründen weg.
00:08:29: Aber
00:08:29: d.h.,
00:08:30: es lässt sich noch nicht sagen ob's jetzt eine kurzfristige Erleichterung oder schon eine längerfristige Träntwende beginnt?
00:08:37: Das hängt von der weiteren politischen Entwicklung ab, die schwer verheersebar ist.
00:08:43: Es zeigt sich noch auch bei anderen Konflikten das dann irgendwann ein Gewöhnungseffekt einsetzt.
00:08:48: also der Kriegsausbruch ist eine große Schock und alle weiteren Entwicklungen führen immer nur zu kleineren Shocks.
00:08:55: Vieles hängt aber auch davon ab wie es mit dem Ölpreis weitergeht.
00:08:58: Also wenn das wirklich einen monat oder jahrelanger Konflikt werden sollte dass was derzeit nicht eingepreist ist Dann kannst du natürlich nochmal tief nach unten gehen.
00:09:08: welche Branchen oder vielleicht auch konkrete Aktien haben jetzt von dieser letzten Entwicklung besonders profitiert, oder vielleicht besonders verloren?
00:09:17: Also eigentlich haben alle profitiert mit der Ausnahme der Ölaktien die halt vorher so stark profitierten und halt jetzt wieder runtergehen.
00:09:24: Weil auch alle Branchen irgendwie also kurzfristig vom hohen Ölpreis sind halt betroffen.
00:09:30: Also Industrie, Chemie, Auto, Zulieferer, Transport... die alle aber langfristig sind.
00:09:36: Wenn der Ölbriss länger hoch bleibt, dann steigt ja auch die Inflation und dann kommen es zu zweitrunden Effekten.
00:09:44: Dann gibt's Lohnerhöhungen und dann steigen auch die Dienstleistungspreise und dann sind auch andere Branchen betroffen und dann erhöhen womöglich die Notenbanken, die Zinsen als Reaktion auf die Ininflation und das ist dann wieder für alle Branchen
00:09:57: dämpfend.".
00:09:58: Also sollte der Ölpreis wirklich länger hoch bleiben und dass er bei manchen befürchtet, dann trifft es alle Branchen.
00:10:04: Diese zweitrunden Effekte, du hast auch schon die Inflation genannt, Zinsen, erklär uns einmal genau wie das funktioniert?
00:10:11: Wenn der Ölspreis hoch ist, hat das zunächst wenig Auswirkungen auf die Kerninflation.
00:10:16: Die Kerninflation ist Inflations ohne Nahrungsmittel oder Energie.
00:10:21: Das ist das, worauf die Notenbanken schauen wäre Zinspolitik.
00:10:25: Wenn aber der Ölespreis länger oben bleibt verteuert sich halt alles Mögliche, was auch Einfluss hat auf den Verbraucherpreisindex und dann irgendwann auch auf die Kerninflation überschwappt.
00:10:35: Und dann sehen Sie ihm die Notenbanken gezwungen... Also zum Beispiel, Deuerung ist hoch, dann steigen auch die Mieten, dann Steigen die Löhne und dann verteuen sie eben die Kosten für alle Branchen.
00:10:45: Dann sehen Sie sich die notenbangen Gezwungen, die Zinsen zu erhöhen und das wirkt dem dämpfend auf die ganze Konjunktur.
00:10:53: Jetzt warnen viele Experten und Beobachter trotz dieser jüngsten positiven Entwicklungen, was sind denn aktuell noch die größten Risiken?
00:11:01: Und wie wahrscheinlich ist das jetzt, dass sich diese positive Entwicklung das die anhält.
00:11:06: Es gibt immer viele Risiken.
00:11:07: also die Aktienbewertungen sagen wir so waren schon hoch vor allem mit Technologiesektor.
00:11:13: es hat schon bevor der Krieg ausgebrochen ist einige Umschichtungen gegeben.
00:11:17: Es hat die Sorge gegeben, dass diese großen Unternehmen zu hohe KI-Ausgaben tätigen, die sich nicht rechnen.
00:11:25: Dann gibt es auch die Sage, dass die KI die Aufgaben von Softwarefirmen übernehmen könnte und dann die Kurse von Software Firmen gelitten.
00:11:34: Also alle diese Probleme gibt's ja weiterhin.
00:11:36: Und das weiß eigentlich keiner so ganz genau.
00:11:39: Alle erkennen schon KI Also künstliche Intelligenz wird die Welt verändern.
00:11:43: Man weiß aber nicht, wer die Profiteure sein werden und da gibt es eine Verunsicherung.
00:11:48: Und jetzt sind halt die hohen Bewertungen der Technologie-Aktien ein bisschen zurückgekommen und das könnte weiter anhalten.
00:11:55: also diese Probleme hat sie ihm schon gegeben.
00:11:57: dann sind auch die Staaten insbesondere die USA hoch verschuldet ist.
00:12:01: alle diese Probleme haben nichts im Krieg zu tun und die gibt's ja weiterhin.
00:12:05: Jetzt ist die politische Situation weiterhin extrem instabil, kann sich jederzeit in die eine oder andere Richtung verändern.
00:12:12: Können sich Märkte in so einer Situation überhaupt verlässlich beruhigen?
00:12:18: Oder sollten da auch Anleger weiterhin mit einem Auf und Ab rechnen?
00:12:23: Mit einem Auf-und-Ab muss man es nicht immer so rechen.
00:12:25: Es heißt doch, politische Börsen haben kurze Beine.
00:12:28: Also gerade politische Ereignisse haben meistens keine... nachhandigen Effekte auf die Börsen.
00:12:34: Es sei denn, es ist wirklich irgendwas langanhaltendes so in den Siebzigerjahren diese Ölpreis-Schocks, ob sowas wiederkommt.
00:12:41: Weiß man noch nicht?
00:12:42: Noch?
00:12:42: Schaut sie nicht danach aus!
00:12:43: Aber ansonsten reagieren die Bösen ziemlich gelassen auf so politische Dinge und was wir jetzt als Anleger tun soll wird das gleiche wie immer also gelassen bleiben.
00:12:53: und halt wenn es unterschiedlich möglich wäre, wenn mir jetzt aussteigt dass der Wischberg ja nie so jetzt ist sowieso schon sind die Kurze sowieso schon unterm Rekord hoch und wo das Deepis weiß man auch nicht.
00:13:02: Und wenn es wirklich ganz schlimm kommt, wer weiss ob muss ich dann wieder einsteigen?
00:13:06: Traut also dieses Market-Diming, das gelingt nur den wenigsten!
00:13:11: Also kein Empfehlung deiner Seite dafür...
00:13:13: Und es gibt halt auch den Rat was es ist.
00:13:15: Man kann auch Zertifikate kaufen und sich da irgendwie absichern.
00:13:18: Ich finde halt, dass muss jeder anschauen Wie hoch soll meine Aktienquote sein, was heil dich aus ist?
00:13:24: Wenn man bei dem Gedanken, dass die Aktien um zwanzig Prozent feiern könnten schon ganz lang zumuten wird.
00:13:30: Dann habe ich vielleicht zu viele Aktionen.
00:13:32: und ansonsten wenn man sich die Finanzkrise anschaut da ist so ein Fünfzig Prozent runtergegangen Und das hat dann Jahre dauert bis es sich wiederholt Um die Kurse aber langfristig erholen sie sich eh wieder.
00:13:42: Also besser ist es investiert zu bleiben und investiert Zu sein als dann wenn's rauf geht nicht drinnen zu sein.
00:13:49: Vorsichtige Gelassenheit also an den Börsen.
00:13:52: bleibt die Frage, was mitnehmen aus der Krise der vergangenen Wochen beispielsweise wenn es um die Energieversorgung geht.
00:13:58: Ich habe bei Matthias Auer nachgefragt.
00:14:02: Jetzt hat er die gesamte Situation, aber gerade auch die Brüchigkeit dieser aktuellen Waffen vorzeigt ja einmal mehr wie unattraktiv es ist bei der Energieversorgung von so vielen unkontrollierbaren Faktoren abhängig zu sein.
00:14:14: Wie hast du denn das jetzt beobachtet?
00:14:16: Während des Verlaufs dieser Krise hat man sich da schon ausreichend bemüht nicht nur akut zu reagieren sondern vielleicht auch schon weichen zu stellen dass das in Zukunft eben nicht mehr eine so große Abhängigkeit ist.
00:14:28: Also wenn wir auf europa schauen dass ja einer der Kontinente ist, die besonders stark von fossilen Energieimporten abhängig sind.
00:14:38: Dann sage ich mal in der politischen Retorik ist das angekommen?
00:14:41: also sowohl die EU-Kommissionspräsidentin hat immer wieder davon gesprochen, dass Europa unabhängiger werden muss und einen Ausbau aller möglichen Energiequellen also von den Erneuerbaren über Geothermie, Atomkraft, eigene Gasquellen.
00:14:59: Also alles was möglich ist in irgendeiner Form anzuzapfen.
00:15:02: In Österreich ist das ganz ähnlich.
00:15:04: auch da ist die Message der Regierung mittlerweile ganz klar.
00:15:10: wenn wir unsere Energie sicher, Souveränität selbst in der Hand haben wollen dann muss man weg von Öl und Gas vor allem von Ölon Gas dass man importieren muss und wir müssen eben fast das gesamte Ölon-Gas importieren.
00:15:24: Die Message ist das eine, wie schaut es mit den Realitäten aus?
00:15:31: Es ist nicht sonderlich viel passiert.
00:15:33: Also gerade in Österreich gibt's ein paar Anläufe.
00:15:37: da gibt jetzt das eine oder andere Gesetz dass ohne dies auf dem Weg gewesen wäre das jetzt halt ein bisschen Rückenwind bekommen hat wie zum Beispiel das erneuerbaren Ausbaubeschleunigungsgesetz die das leichter machen sollen energiewende Projekte rascher voranzubringen.
00:15:52: also das is schon Etwas ist jetzt nicht der gigantische große Wurf, es ist auch die Frage ob das in so kurzer Zeit wirklich möglich ist oder nicht.
00:16:02: Andere Varianten wie man reagieren kann.
00:16:05: also man könnte sich natürlich auch die frage stellen also wenn man halt einzelner auf die Produkte hinschaut ob's vielleicht strategisch sinnvoll wäre die vorhandenen Raffinerien in Europa ein wenig zu stärken damit wir zum Beispiel so spezifische Abhängigkeiten wie beim Diesel oder beim Flugbenzin lindern kann.
00:16:25: Es gibt auch Stimmen, die meinen man sollte manche Sanktionen, EU-Sanktionen gegen Russland wieder lockern.
00:16:32: also da geht es jetzt auch darum zum Beispiel Diesel aus Indien das halt mit russischem Rohöl produziert wurde möglicherweise wieder in die EU zu lassen.
00:16:42: Wie gesagt das sind alles eher kurzfristige Maßnahmen.
00:16:45: langfristig glaube ich die Grundidee und das Ziel ist klar Man muss die Energie selbst produzieren, wie auch immer es funktioniert und an der Geschwindigkeit arbeiten oder arbeiten wir eben nicht eh schon sehr lange.
00:16:59: Jetzt war immer wieder die Rede von der größten Energiekrise seit den neunzehnten siebziger Jahren.
00:17:03: Wie ordnest du jetzt die Größe eigentlich dieser Krise ein, die wir in den vergangenen Wochen haben?
00:17:09: Gehst du da mit, mit dieser Einordnung?
00:17:11: Also die Einordnung kommt ja nicht von irgendwem, sondern vom Fatih Birol.
00:17:16: Dem Chef der internationalen Energieagentur werde ich mich nicht dagegen stemmen sag' ich mal Wir haben wenn man sich die Mengen ansieht haben wir zumindest die Krise aus zweiundzwanzig schon locker überholt also überhohlt.
00:17:30: Das klingt jetzt als wär's was Gutes aber das Ausmaß ist deutlich größer.
00:17:35: Man muss auch dazusagen.
00:17:37: viele seiner Aussagen beziehen sich auch darauf.
00:17:39: es sind auch so.
00:17:40: was wäre wenn der gesamte April noch ohne Lösung in dem Konflikt bleibt.
00:17:47: Und dann glaube ich hat er mit Sicherheit gerade auch im Hinblick auf das, was wir besprochen haben wie lange es dauern wird die alten Versorgungsketten und Lieversicherheiten wieder herzustellen dass wir das in Europa jetzt nicht so dramatisch spüren.
00:18:03: Also weil, auch jetzt kann man reden über Spritpreisbremse und zwei Euro zwanzig für Diesel.
00:18:08: Wenn man das alles inflationsbereinigt anschaut ist es ja nichts was uns sonderlich umhauen sollte sag ich mal so dass gab's vor zehn Jahren ohne großen Aufschrei genauso oder vor fünfzehn Das ist der eine Punkt hat glaube ich auch damit zu tun dass Europa mittlerweile doch schon anders aufgestellt ist bei der Energieversorgung als auch als vor fünf Jahren.
00:18:29: aber gerade wenn man nach Asien schaut zum Beispiel sieht man doch wie Wie schwerwiegend die Folgen sein können.
00:18:35: Also Pakistan, die Philippinen ganz viele Länder in der Weltregion mussten Energienotstand ausrufen, mussten Energie rationieren, haben Industrien geschlossen, Fabriken geschlossen
00:18:48: etc.,
00:18:49: von dem her ja es ist eine sehr große Energiekrise auf Platz eins und zwei.
00:18:55: Weiß ich nicht das lasse ich.
00:18:56: Fatih Pirol entstanden da gehe ich einfach mit.
00:18:58: Du hast es schon gesagt, wir haben ja schon in den Jahr- und Zweiundzwanzig eine Krise von doch erheblichem Ausmaß gesehen und erlebt.
00:19:05: Jetzt ein paar Jahre später stehen wir wieder in einer ähnlichen Situation da.
00:19:10: was für Schritte könnten denn jetzt gesetzt werden dass wir eben nicht vielleicht zwei Jahren oder in zweieinhalb Jahren erneut in einer solche Situation geraten?
00:19:19: Naja die Antwort ist ganz ähnlich wie auf die vorletzte Frage.
00:19:22: dann halt diversifizieren schauen das mal eigene Energiequellen findet da es entsprechend voranzutreiben, das sind die augenscheinlichen Dinge.
00:19:31: Es ist jetzt aus meiner Sicht auch keine zusätzliche Energiebevorratung oder so notwendig.
00:19:37: also weil es gibt jetzt keine ernsthaft physischen Engpässe in Europa bis dato.
00:19:43: ein Punkt den man vielleicht ein bisschen deutlicher kommunizieren könnte oder einen Hebel dem wir wahrscheinlich noch sehr weniger angegriffen hat ist natürlich das Thema Energieverbrauch.
00:19:55: Weil wenn immer Energie knapp und teuer ist, wäre es logisch weniger zu verbrauchen.
00:20:01: Wir kennen alle diese Rechenbeispiele.
00:20:04: Wenn ich langsamer Auto fahre, dann spare ich mir einen Viertel Sprit.
00:20:08: Wenn meine Raumtemperatur um ein Grad reduziere oder kälter dusche, spare ich mich auch entsprechende Energiekosten.
00:20:18: Das ist ein riesiger Hebel der so lange Energie billig ist einfach ... die Menschen nicht sonderlich interessiert.
00:20:26: Also, solange das auch so lange so viel kostet wie jetzt...
00:20:30: Und auch politisch sehr unattraktiv scheint?
00:20:33: Du sprichst an auch die Förderung dass man Verboten vielleicht erlassen könnte oder so Tempo hundert.
00:20:40: Ja es ist politisch unattraktif.
00:20:42: ich verstehe es auch.
00:20:43: ehrlich gesagt da kann man schon auf die Mündigkeit der Bürger pochen.
00:20:48: Wie gesagt man könnt's vielleicht lauter kommunizieren weil soweit rechnen glaube ich können dann alle, die in ein Auto steigen oder die dann mal ihre Gasrechnung bezahlen müssen.
00:20:58: Und vor allem sollte man halt verhindern dass man Schritte setzt, die das wichtigste Signal nämlich den hohen Preis dämpfen.
00:21:06: also sowas wie die Spritpressbremse ist unter dem Gesichtspunkt natürlich ziemlich unzündig.
00:21:11: Matthias vielen Dank!
00:21:13: Danke dir
00:21:14: und alles rund um die aktuellen Ereignisse finden sie natürlich wie immer auf diepresse.com.
00:21:19: danke fürs zuhören und ein angenehmes Wochenende.
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