Wie Islamismus und Hass Frauen zum Schweigen bringen sollen | Düzen Tekkal
Shownotes
Düzen Tekkal ist Journalistin, Menschenrechtsaktivistin und eine von elf Geschwistern. In dieser Folge von „Was wichtig ist“ spricht sie über ihr Buch „Wut und Wärme“, ihr Aufwachsen in einer Familie mit elf Geschwistern, über Schwesternschaft als politische Kraft, über den Genozid an den Jesidinnen und Jesiden 2014, digitale Gewalt und den Krieg im Iran.
Gast: Düzen Tekkal., Journalistin, Menschenrechtsaktivistin,, Buchautorin Moderation: Anna Wallner, Head of New Media Schnitt: Audiofunnel/Dominik Lanterdinger Zum Buch der Tekkal-Schwestern "Wut & Wärme - Wie wir mit Schwesternschaft Deutschland verändern" im Brandstätter Verlag: https://www.brandstaetterverlag.com/buch/wut-und-waerme/ Mehr zum Thema:
Alle Presse-Podcasts gibt es jetzt gebündelt auf [YouTube] /(https://www.youtube.com/@DiePressePodcasts)) Abonnieren Sie uns dort.
Wenn Sie noch mehr von uns hören wollen, hier finden Sie alle unsere Podcasts [www.diepresse.com/player] (https://www.diepresse.com/player/?utmsource=podigee&utmmedium=podcastshownotes))
Transkript anzeigen
00:00:02: Alles was wir heute sind, ist eigentlich eine Umarsch.
00:00:08: Eine Liebeserklärung an unser Deutschland in dem wir einst aufwachsen durften aber vor allem auch an unsere Eltern.
00:00:15: Ich möchte in einer Gesellschaft leben wo es kein Berufsrisiko ist wenn ich sage was ich denke Wo ich nicht reduziert würde Auf mein Geschlecht beispielsweise oder meine Haltung.
00:00:24: Aber Krise ist immer und am Sorry.
00:00:26: trotzdem geht das Leben weiter.
00:00:27: Wir sind noch nicht tot.
00:00:29: Wenn fünf Schwestern gemeinsam ein Buch schreiben, dann klingt das zuerst einmal nach einer ganz normalen Familiengeschichte.
00:00:36: Bei Düsentekkal und ihren Schwesten ist dabei aber etwas anderes herausgekommen.
00:00:41: In ihrem gemeinsamen Buch Wut und Wärme – dass soeben beim Wiener Brandstädterverlag erschienen ist – geht es viel mehr um Herkunft- und Rebellion, um eine Schwesterschaft die sich auch in die Gesellschaft übertragen lässt.
00:00:54: Es geht um den Genozid an Jesidinnen und Jesiden, und um politische Haltung in einer durchwegs angespannten Zeit.
00:01:02: Düsentekkerl ist deutsche Journalistin, Menschenrechtsaktivistin und Teil einer sehr großen jesidischen Familie – sie ist die Dritte von insgesamt elf Geschwistern.
00:01:11: Ihr Vater ist im Zuge der Gastarbeiterbewegung aus dem Süden der Türkei nach Deutschland gekommen, später hat er dann seine Frau und die ersten Kinder nach Hannover nachgeholt.
00:01:21: Zu Hause wurde bei den Teckers Kurdes gesprochen, allerdings draußen mit Freunden und in der Schule natürlich Deutsch.
00:01:28: Diesen Teckerl ist heute zu Gast hier im Podcast was wichtig ist und spricht mit mir über diesen Wechsel zwischen Journalisten und Aktivisten da sein.
00:01:38: Sie spricht über die Verpflichtung, die Geschichte ihrer Volksgruppe zu erzählen, die sie spürt und über das Aufwachsen in Deutschland, über das Laut- und Unbequemsein und auch darüber warum es so wichtig ist bei aktuellen politischen Konflikten in der Welt nicht zu schweigen.
00:01:53: Ich bin Anna Weiner seit zwanzig Jahren Journalistin bei der Presse und einer der Gastgeberinnen dieses Nachrichten Podcasts.
00:02:03: Bevor es gleich losgeht noch ein Satz in eigener Sache.
00:02:06: Wir wollen gerne mehr von Ihnen wissen, gefällt Ihnen unsere Arbeit?
00:02:10: Haben Sie Fragen an uns oder die Redaktion der Presse und haben Sie Wünsche welche Gäste wir hier in Zukunft öfter einladen sollen?
00:02:17: Wenn ja dann schreiben sie uns.
00:02:18: am Ende der Folge verrate ich Ihnen auch unserer E-Mail Adresse oder Sie hinterlassen ganz einfach einen Kommentar auf dem Podcastcatcher Ihrer Wahl!
00:02:27: So aber nun zu Düsentekkal, die wir ja schon ganz zu Beginn dieser Folge kurz hören konnten.
00:02:32: Sie ist bei mir im Studio und ich frage sie zuerst einmal was denn das Buch über das wir hier auch reden wollen für sie ist.
00:02:38: eine Familiengeschichte oder ein politisches Manifest?
00:02:44: Alles was privat ist bei uns auch politisch ist.
00:02:46: und letztlich ist genau so diese Idee für dieses Buch entstanden nämlich ein Gesellschaftskonzept, was alternativlos war aufgrund unserer Identität.
00:02:54: Unser Herkunft und unseres Geschlechts die Tatsache dass wir aus einer Großfamilie kommen also auch Kollektivismus lernen mussten aber eben auch uns durchzusetzen.
00:03:02: Und insofern ist das ein Buch was auf jeden Fall über die Kernschwestern schafft hinausgeht und letztlich auch einen Versuch sozusagen Die letzten Jahrzehnte in der wir diese Menschenrechtsarbeit ja schon umsetzen Teilbar zu machen unsere Schatzkiste zu öffnen und viele dabei mitzunehmen.
00:03:17: Okay, jetzt haben Sie gerade schon gesagt Großfamilie.
00:03:19: Wie groß?
00:03:20: Wissen wahrscheinlich nicht alle!
00:03:21: Es sind eigentlich elf Geschwister insgesamt.
00:03:23: Ja.
00:03:24: Sie sind die dritte, glaube ich gewesen.
00:03:25: Genau,
00:03:25: die dritten von oben.
00:03:26: Wir sind Zahlen also ab fünf war klar wir haben keine Namen mehr.
00:03:29: Nummer drei und da frage ich mich was man überhaupt mal ganz generell in so einer großen Familie lernt über den eigenen Platz und über Lautstärke und über Durchsetzungsvermögen.
00:03:39: Also ich glaube alles was man an Universitäten niemals erlernen könnte das ist Herzensbildung und Ich bin meinen Eltern sehr dankbar dass sie uns diese soziale und emotionale Intelligenz vorgelebt haben, hands on.
00:03:52: Weil Sie uns mitgenommen haben weil wir nie sag ich mal verwöhnt worden sind aber trotzdem gesehen wurden und das ist ja gar nicht so einfach.
00:04:01: d.h.
00:04:01: diese kollektivistische Denken, ich würde sagen davon haben wir bis heute profitiert.
00:04:05: du lernst dich durchzusetzen, du larnst dich unterzuordnen, du nernst rücksicht zu nehmen Du lernst schnell zu reden, du lernest schnell zu essen.
00:04:11: Manchmal beides parallel zu machen und manchmal habe ich das Gefühl es ist wie so ein Konzert bei uns im Kopf weil wir auch als wir heranwachsend waren immer schon mehrere Sachen parallel berücksichtigen mussten.
00:04:20: Und wenn ich mir jetzt manchmal die Art und Weise angucke wie wir mittlerweile zusammen arbeiten Auch als Sozialunternehmerin und Gründerin einer Menschenrechtsorganisation und Bildungsbewegung muss ich manchmal schmunzeln Weil ich immer denke dass kommen wir doch alles sehr bekannt vor.
00:04:34: Sie sagen auch an einer Stelle oder schreiben an einer stelle nämlich ganz konkret sie, dass sie gelernt haben sehr früh sich aufzulehnen.
00:04:42: Wogegen mussten sie sich denn da am ersten Auflehnen?
00:04:45: gegen Regeln der Gesellschaft?
00:04:47: Gegen Erwartungen in der Familie oder gegen Rollenbilder die sich ja zwischen ihrer herkunfts- also dem Herkunftsland ihrer Eltern und dem deutschen Land indem sie dann ihre Heimat ist wo es natürlich auch unterschiedliche Gaben und Brüche gab
00:05:02: im Grunde genommen von allem etwas.
00:05:04: Also das waren genau diese Auslandungsprozesse, die bei Julia und Nina selbstverständlich waren.
00:05:08: Und wo ich immer festgestellt habe, ich stoße an Grenzen – und das wollte ich nicht!
00:05:12: Insofern würde ich schon sagen dass meine erste Rebellion und der Widerstandsgeist sich formiert haben in der religiös-, kulturell-, familiär.
00:05:21: Obwohl ich aus einer liberalen Familie komme, andererseits bin ich Angehöriger einer Religionsgemeinschaft, die verfolgt wird seitdem es sie gibt.
00:05:29: Wie geht man mit diesem Traum mal um?
00:05:31: Also auch Jahrhunderte langer Verfolgung.
00:05:33: Die Angst davor, auch die meiner Eltern, die ganz tief saß – nämlich die der Entwurzelung in einem fremden Land.
00:05:39: Mein Vater war es vor über sechzig Jahren im Zuge der Gastarbeiteranwerbung nach Deutschland gekommen aber diese Angst hat sie nie losgelassen und in meinen Teenagerjahren hat mich das genervt.
00:05:47: ich wollte frei sein, ich wollte leben Ich wollte mit Kultur und unseren Familienregeln ehrlich gesagt nichts zu tun haben Ganz weit weg gewesen.
00:05:55: Und der Völkermord-Zweißen an unserer Religionsgemeinschaft begangen durch den IS, der im Grunde genommen die erste Generation, die nicht von Genusie betroffen war.
00:06:05: Nämlich uns wieder daran erinnert hat was es bedeutet heutzutage eine Frau zu sein, Kurden zu sein Jesiden zu sein?
00:06:12: Hat mir schlagartig bewusst gemacht warum meine Eltern diese Uhrangst in sich getragen haben.
00:06:16: und ja das hat im Grund genommen alles zurecht gerückt würde ich fast sagen.
00:06:22: und andererseits hatte schon immer so das Gefühl dass klar war, wo der Weg auch hingeht.
00:06:26: Aber ich hatte so Parallelwünsche.
00:06:28: Einerseits wollte ich dieses deutsche Leben haben und es ist immer noch so... Ich habe manchmal das Gefühl wir leben in einer Twilight Zone und ich dachte immer meine Schwestern und ich dachten immer Wir sind zu alleine dabei weil einerseits sind wir deutsch andererseits sind kurdisch Und dann hab' ich meine iranischen Freundinnen kennengelernt und den geht's genauso.
00:06:43: Es ist total witzig wie wir uns manchmal durch den Alltag tragen Weil man schon auch manchmal Situationen hat wo man an seine Grenzen kommt gerade vor dem Hintergrund dessen, was politisch passiert.
00:06:53: Und das kann ja sehr kalt sein, was wir grade weltweit erleben.
00:06:56: und das Thema Verrat spielt zum Beispiel auch eine sehr große Rolle sowohl bei Kurden als auch bei Menschen aus dem Iran die sich verraten fühlen von der Weltgemeinschaft weil die islamische Republik ihre Menschen seit über siebenvierzig Jahren unterdrückt.
00:07:07: und jetzt geht es eigentlich nur um Benzinpreise die verhandelt werden und dann wird's plötzlich wieder relevant was im Iran los ist.
00:07:14: und insofern will ich nur sagen dass diese Kämpfe uns eigentlich begleitet haben Gedenken seit erinnern und ja, die waren vor allem in der Familie.
00:07:22: Ich finde auch ganz spannend dass sie das so gut beschreiben, dass es zwischen Freiheit- und Freiheitskampf ist.
00:07:28: Dass Sie es sehr wohl auch selber ja beschreiben dass Ihre Familie jetzt nicht zotraditionalistisch ist wie andere, dass sie auch Fälle kennen wo dann tot unglücklich junge Frauen verheiratet wurden
00:07:37: usw.,
00:07:38: dass sie dort überhaupt nichts zu Hause sind sozusagen.
00:07:40: Das ist nicht ihre Realität.
00:07:42: Das heißt dass sie dann nochmal eine Sonderrolle einnehmen zwischen diesen beiden Welten oder?
00:07:48: Nein, weil ich habe trotzdem sehr viel traurige Breute gesehen.
00:07:52: Die zwangsverheiratet worden sind und die waren nicht so weit weg aus meinem Umfeld wie man glaubt Und das fand ich auch wichtig zu thematisieren.
00:07:58: Auch in dem Buch ist es kein gefälliges Buch Es ist auch ein buch was konfrontativ ist.
00:08:03: also wir gehen mit uns hart ins gericht aber auch in unserer umwelt und wer unsere arbeit heute verfolgt der sagt oft dass Das mutig findet was wir tun weil wir eine verteidigungslinie geworden sind gegen der religiösen Extremismus, Rassismus, Antisemitismus.
00:08:17: Aber um das zu verstehen muss man verstehen woher wir kommen und es gab bei uns die Zeit in unserem Leben wo zur Debatte stand Familie oder Freiheit?
00:08:25: Und es war nicht so einfach wie viele oft geglaubt haben im Außen und dass wir das geschafft haben beides mitzunehmen unsere Eltern auch mit zunehmen stückweit und unsere Kultur dafür nicht hinter uns lassen mussten.
00:08:35: ich glaube das ist eine so Kraft, die wir dadurch entfacht haben wo sich sehr viele Menschen mit identifizieren können.
00:08:40: Also nicht nur kodische Biografien sondern auch migrantisierte generell ob arabisch oder türkisch und übrigens auch hohe tonteutsche Familien weil das kennt glaube ich auch jedes Kind dass es die wünsche der Eltern gibt und die eigenen.
00:08:52: und dann geht es eben darum wie geht man damit um im Leben?
00:08:56: Sie haben jetzt gerade schon den Genozid an den Jesiden-Masen-Morden durch die IS-Truppen beschrieben.
00:09:02: Sie sagen ja auch immer wieder, dass schon vorher ab den zwei Zehnerjahren generell dieser IS-Massenmorde sie und ihre Schwestern nochmal neu politisiert haben und zu Aktivistinnen gemacht.
00:09:16: Wie genau ist denn das damals dann passiert?
00:09:18: Also nehmen Sie uns da mal mit, weil das ist ja auch ungefähr die Zeit wo danach ihre Organisationen nach und nach entstanden sind.
00:09:25: Ganz genau!
00:09:25: Das war aus dem Jahr zwei Tausend vierzehn und das war auf jeden Fall lebensverändert für mich, weil da kam es zum Volkermord an meiner Religionsgemeinschaft.
00:09:32: ich habe damals als Redakteurin in Journalistin gearbeitet und meine Kollegen riefen mich an mein Redaktionsleiter und haben gesagt hast du schon gehört?
00:09:39: und es war so bitter Weil ich habe immer nur gedacht, wie oft hab' ich gesagt, dass sich gerne was machen würde genau darüber.
00:09:45: Aber es hat niemanden interessiert und das ist sozusagen die ironie des Schicksals Das Geschichten erst erzählbar werden müssen und die werden oft erst erzählbar durch schreckliche Goldharten Und das ausgerechnet dieser Völkermord dann dafür gesorgt hat, dass plötzlich die Aufmerksamkeit da war für meine Volksgemeinschaft Die ich mir aber immer gewünscht habe auch zu Zeiten des Friedens.
00:10:03: Das war Makaba und gleichzeitig ist daraus daraus der Auftrag entstanden.
00:10:08: Diese Bilder gingen um die Welt.
00:10:10: Das war zu der Zeit, als James Foley enthauptet worden ist auch ein Kriegsbericht und Kriegsfotograf erstattt da Und der IS hat ja damals eine neue Masche von Terror bedient nämlich dass sie das auch ihre Gräueltaten vor der Kamera sozusagen auch ins Internet gestellt haben und damit noch mehr Angst und Schrecken verbreitet haben.
00:10:28: und ich kann mich daran erinnern Dass sehr viele Leute dachten oh Gott was passiert denn da grausam ist?
00:10:33: Ist das fiktional?
00:10:35: Ist es irrational?
00:10:36: Passiert das wirklich?
00:10:37: Aber es war die Lebenswirklichkeit meiner Leute.
00:10:40: D.h.,
00:10:40: während andere sagen konnten, ach du Scheiße, Hauptsache ich nicht!
00:10:43: Das ist ja ganz weit weg, habe ich gesehen dass das Menschen waren, die sahen aus wie ich und dass das menschenwahn, die umgebracht wurden sind weil sie dieselbe Religion hatten... ...wie ich.
00:10:53: Und die tatsache, dass sich niemand weltweit zu dem Zeitpunkt dafür interessiert hat, hat mich wahnsinnig wütend gemacht.
00:10:59: und diese Wut war größer als meine Angst zu dem Zeitpunkt, weil es war gefährlich dort runterzufahren.
00:11:05: Ich wurde gewarnt die Flüge wurden eingestellt von Lufthansa, von Ostien Airlines und türkisch Airlines waren die einzigen die noch hingeflogen sind und ich habe dann den Entschluss gefasst ich muss da runter komme was wolle?
00:11:17: Ich musste es dokumentieren, weil all das was ich geworden war auch als Journalistin Er war der Tatsache geschuldet, dass ich eines Tages auch die Geschichte meiner Gemeinschaft erzählen wollte.
00:11:28: Und wann, wenn nicht jetzt für meine eigenen Leute da sein?
00:11:31: und ja wir sind dann im August zwei tausend vierzehn.
00:11:34: am dritten achten vom zweiten auf den Dritten ist es zum Völkermord gekommen in den Schengalgebirgen.
00:11:39: ums zu konkretisieren viele ältere Männer wurden in Massengräbern übereinander gelegt und umgebracht Und unsere Frauen wurden auf Pickups verladen, wurden entführt, wurden anschließend fast klaftverkauft und vergewaltigt auch auf Slavenmärkten.
00:11:54: Unsere Kinder wurden als Kindersoldaten zwangsrekrutiert und hinterher auch als Selbstmodattentäter in die Luft gejagt und sollten dabei mehrere Menschen mitnehmen.
00:12:03: All das ist von den Augen der Weltöffentlichkeit passiert und ich wollte unter uns schreien.
00:12:09: Ich konnte nicht fassen!
00:12:10: Und ich konnte auch die Stille nicht fassend parallel.
00:12:13: Dann habe ich den Entschluss gefasst runterzufahren.
00:12:16: Und der Einzige, der das verstand hat war mein eigener Vater weil er auch politisch war und damals den ersten Menschenrechtsverein gegründet hat.
00:12:22: und dann habe ich einen Sender gesucht.
00:12:24: und es war gar nicht so einfach weil das ja auch eine Frage war Nicht nur der Risiko Abschätzung sondern auch der Finanzen Weil da sowas ist teuer wenn man das versichern muss.
00:12:33: und dann hab' Ich mit SternTV habe ich dann ein Sender gefunden die EU damals die gesagt haben wir machen das mit ihr und Dann bin ich dort runtergefahren.
00:12:42: Ja, stand jetzt Jahrzehnte später eigentlich nie wieder in mein altes Leben zurückgekehrt.
00:12:46: Weil diese fünf Tage im August zwei Tausend vierzehn mein ganzes Leben... Ich würde nicht sagen auf den Kopf gestellt haben sondern klargestellt haben weil ich gesehen habe was Menschen mit Menschen machen weil sie der vermeintlich falschen Religion angehören.
00:13:00: und ich hab auch meinen Auftrag begriffen Und mir war klar in dem Moment als ich dort ankam du bist ab heute nicht nur mehr Journalistin Du bist jetzt Aktivistin.
00:13:11: Du musst jetzt für deinen Volk da sein.
00:13:13: Du musst alles all in, du musst alles reingehen und das gebe ich auch zu.
00:13:18: Ich war nicht mehr neutral.
00:13:19: Für mich gab es keine Neutralität.
00:13:21: angesichts des Völkermords gegen die IS-Mörderbanden und den jesidischen Opfern
00:13:27: Kann man dann sagen, dass sie in ihrer Arbeit als Journalistin wenn es um dieses Themen-Spektrum geht eigentlich Aktivisten sind?
00:13:33: Aber
00:13:33: trotzdem Journalistinnen geblieben sind.
00:13:34: Genau
00:13:35: also mit einem großen journalistischen Herzen und mir ist bis heute klar, das wenn ich das Thema anfasse muss es besonders gut sein weil ich mich sozusagen nicht dem Vorwurf aussetzen darf, dass sich gebeißt bin oder einseitig.
00:13:47: Aber da möchte ich noch mal die Frage der Neutralität in den Raum gestellt haben, weil ich halte das ja für einen großen Irrtum.
00:13:52: Weil ich glaube gar nichts ist neutral sondern es geht darum so transparent wie möglich mit den Tatsachen umzugehen.
00:13:58: und ich habe ein Dokumentarfilm gedreht meine Reise in den Genozid.
00:14:00: und es gibt eine Stelle im Film wo ich in die Kamera gucke und sage Ich bin keine Journalistin mehr und in dem Moment habe ich den Drehprozess auch offengelegt.
00:14:08: Und insofern stimmt das.
00:14:10: aber mir ist sozusagen auch die transparente Berichterstattung und der Journalismus generell gerade in einer Zeit von Desinformationsflut, natürlich wahnsinnig wichtig.
00:14:20: Und ich glaube auch die Tatsache dass wir mittlerweile wirklich hunderttausende Follower das wir Millionen Menschen haben, die sich auch mit uns identifizieren, die uns vertrauen.
00:14:29: also Vertrauen ist zu einer wichtigen Währung geworden im Journalismus und das hätten wir nicht oder auch im Aktivismus wenn die Leute das Gefühl hätten wir werden einseitig sondern Wir zwingen auch uns selber immer wieder genauer hinzugucken.
00:14:40: und Das mag jetzt erstmal macabre klingen aber als sogar die Angehörigen von IS-Kämpfern sich bei uns gemeldet haben und gesagt haben, wir brauchen Hilfe.
00:14:49: Weil das waren auch ganz viele Deutsche dabei.
00:14:52: Da habe ich verstanden, dass wir uns zumindest so viel Vertrauen erarbeitet haben, dass jeder auch das Gefühl hat, dass er sich mit uns melden kann.
00:14:58: Jetzt ist es, dass im Jahr zwölfzehnt passiert in der Zwischenzeit.
00:15:00: Wir brauchen gar nicht aufziehen.
00:15:01: Wir wissen alle was da draußen in der Welt los ist.
00:15:04: Wir reden dann auch noch bitte gerne über den Iran aber Ich würde jetzt nur allgemein fragen wie ist denn jetzt ihre Wahrnehmung?
00:15:10: Wie groß ist das Interesse an der jussidischen Bevölkerung, an nach wie vor existierenden Terror- oder IAS-Tropen, die sich zwar verlagert hat und vielleicht etwas weniger eben im Vordergrund steht.
00:15:23: Ja also es sind zwölf Jahre vergangen.
00:15:25: was ist in diesen zwölfen Jahren?
00:15:26: Was dieses Themenfeld anbelangt passiert?
00:15:29: Es gibt kein Interesse und das ist das wo ich herkomme dass wir eigentlich immer die Geschichte erzählen für die sich niemand interessiert müssen wir erzählbar machen.
00:15:38: Das heißt, mich interessiert nicht ob es die Leute interessiert sondern meine Aufgabe ist dafür zu sorgen dass es die Menschen interessiert und die traurige Bilanz ist das wir die Jesiden bitter im Stich gelassen haben.
00:15:51: also der Völkermord an der Religionsgemeinschaft der Jesiden wurde international anerkannt und zwanzig drei in zwanzich auch von der deutschen Bundesregierung was feierlich begangen worden ist und ich hätte mir nicht in den Träumen ausmalen können dass ausgerechnet diese vulnerablen Menschengruppe die größten Opfer von Islamisten abgeschoben werden.
00:16:10: Und genau das passiert, wir schieben in Deutschland Jesiden ab im Genozidgebiet und glauben damit unsere Gesellschaft sicherer zu machen also was ja wirklich unverständlich ist.
00:16:19: Also das kannst du ja den konservativsten Knochen, kannst du das nicht erklären?
00:16:23: Das zeigt finde ich schon auch an diesem Beispiel wird deutlich wie viel bei uns in Schieflage geraten.
00:16:27: es Weil es hat mit Humanismus nichts mehr zu tun, wenn wir nur noch nach Zahlen abschieben.
00:16:31: Und die Tatsache, dass hier sie denn zufällig gelistet sind unter irakische Staatsbürger sorgt genau für diesen Irrsinn der natürlich Menschenleben fordert.
00:16:40: Das heißt, diejenigen, die die Abschiebebescheide in den Briefkästen haben verstecken sich im Wald.
00:16:45: Die haben Selbstmordgedanken.
00:16:47: Die sind getriggert und werden retraumatisiert.
00:16:50: Was auch wichtig ist, das sind Menschen, die sind integriert.
00:16:54: Sie sind in Lohnenbrot.
00:16:55: Die verstecken sich nicht.
00:16:59: Und dass man das Gute bestraft und das Böse sozusagen belohnt, das ist ja so ein Zustand gegenwärtig wo wir generell auffassen müssen.
00:17:09: Sie haben sich eben auch an die Fahnen gehäftet abseits der journalistischen Arbeit etwas zu tun?
00:17:13: Ja!
00:17:14: Sie haben vorher gesagt, der Einzige, der mich wirklich verstand hat war mein Vater aber es kommen ja da auch ihre Schwestern ins Spiel.
00:17:19: Genau.
00:17:20: Die ich jetzt nochmal kurz hier erwähnen will.
00:17:22: also sie haben mit Thylien, Tuckba, Thuna Ich habe dieses Buch geschrieben, weil sie fünf auch seit dieser Zeit ungefähr sich gemeinsam engagieren in verschiedenen Initiativen.
00:17:35: Wann sind denn da die Schwestern mit an Bord gekommen?
00:17:38: Eigentlich waren die die ganze Zeit da aber die waren nicht sichtbar und hörbar.
00:17:41: und das ist auch wieder Prinzip Großfamilie ein Organismus.
00:17:44: jeder übernimmt dass was zu tun ist.
00:17:47: wir schließen Lücken Und
00:17:50: was macht, welches Schweiß du machst?
00:17:52: T-San
00:17:52: macht wirklich die Geschäftsführung.
00:17:54: Also sie ist der Grund, dass es uns noch gibt als Organisationen.
00:17:57: Das eine ist das, was man anschiebt aber den Erhalt.
00:17:59: Das sind ja die Königsdisziplinen, das ist die Kernerarbeit.
00:18:03: Deswegen ist der Spitzname auch Deutsche Eiche weil die geht auch ins Kleinklein.
00:18:07: und Tuber leitet bei uns die Sportprojekte.
00:18:09: Die macht das Projekt Scoringoids unter anderem in Syrien im Irak, in Köln, in München und in Berlin.
00:18:16: Das ist schon wegen ihrer eigenen... Biografie,
00:18:18: weil sie selber Profifußballerin war und auch was zurückgeben wollte.
00:18:21: Also jeder das was er kann.
00:18:23: Tuna kümmert sich ums Personalwesen und hat Bürokaufrau gelernt und das hat sich sozusagen dann so etabliert dass sie da auch reingewachsen ist.
00:18:31: Und Thylian macht bei uns Partnership & German Dream also für die Bildungsbewegung.
00:18:35: Und der Wunsch, warum dieses Buch auch entstanden ist war, dass auch ich persönlich das Gefühl hatte es wird höchste Zeit, dass die auch mal gesehen werden.
00:18:42: und Ich weiß, dass viele daraus immer dachten Düsen und ihre Schwestern aber jetzt wird klar Düsen, Täschern, Tuba, Thuna und Thüli und dass keine weniger stark ist nur weil die andere sichtbarer ist und Das ist auch so ein Prinzip was wir sozusagen erlebbar machen weil wir einfach zeigen Dass wir uns tragen wie wir sind.
00:19:03: Und auch wenn das pathetisch klingt, geht es uns auch darum die Menschen daran zu ändern wer sie sein können.
00:19:07: Wenn Sie ihre Ängste überwinden und damit sind wir zu einem Sehnsuchtsort geworden.
00:19:11: aber natürlich haben wir auf der anderen Seite auch wahnsinnige Kämpfe die überhaupt nichts mit Sehensüchten zu tun haben wo's wirklich um Existenzfragen geht ums Planke Überleben geht wo leider leider auch wir von Morddrohungen betroffen sind auch in Europa auch in Deutschland und wo immer dieses Damokless Schwert auch über uns schwebt.
00:19:29: Aber leider kennen wir das nicht anders, weder als Frauen noch als Jesidinnen und Kodinnen.
00:19:33: Und das war uns auch wichtig und erwähnenswert zu beschreiben, weil wir oft gefragt werden wie macht ihr das?
00:19:39: Woher nehmt ihr die Kraft, woher neemt ihr den Mut, wo her nimmt ihr die Wut aber auch die Wärme?
00:19:43: So ist ja der Titel zustande gekommen!
00:19:45: Das haben wir versucht im Grunde genommen um zu beschreiten und die Antworten liegen in unserer sozialen Prägung und der Kindheit.
00:19:51: Ich bin mir jetzt nicht sicher, ich habe es richtig auf Tülin, die auf Instagram auch immer wieder ihre Mutter filmt und das finde ich sehr berührend.
00:20:00: Ich habe mir das ein bisschen angeschaut so quasi auch die Frau zu sehen, die hinter euch Schwestern auch steht von der er kommt.
00:20:07: Wie ist das entstanden?
00:20:09: Da muss man dazusagen, eure Mutter kann nur Bruch auf Deutsch.
00:20:12: Versteht aber natürlich euch immer und es ist ganz witzig wie ihr dann auch dieses Buch mit den Eltern mit beiden inszeniert oder eben in so kleinen Videos, wie wir das halt auf Instagram heutzutage machten.
00:20:23: Man sieht da einen großen Stolz, aber auch ein bisschen so habe ich das Gefühl, dass sind zwei Eltern die ... denen ist auch ein bißchen egal ob da ein Buch entstehen soll nicht weil ihr seid einfach die Kinder und so ganz, also diesen Stolz den man jetzt vielleicht selber hat.
00:20:38: Den gibt es dann nicht.
00:20:39: Ist das richtig?
00:20:40: Ja, das stimmt!
00:20:41: Meine Mutter ist wahnsinnig unbeeindruckt vom Leben.
00:20:44: Und irgendwie liebe
00:20:46: ich das weil... Ich weiß gar nicht was wir noch alles machen müssen bis die mal sagt oder mal anfängt zu klatschen oder sagt Es reicht jetzt.
00:20:52: aber irgendwie lieb ich's auch an ihr Weil sie legt Wert auf ganz einfache Tugenden nämlich Demut Bescheidenheit Bodenständigkeit.
00:21:01: Sie sagt Macht euch nicht abhängig seit finanziell unabhängig, damit ihr euch nicht blamiert.
00:21:06: Damit Leute nicht mit dem Finger auf euch zeigen.
00:21:08: Das sind so ganz traditionelle einfache Werte die wahrscheinlich viele kennen.
00:21:13: Der, der ein paar Zentimeter über den Boden schwebt ist mein Vater!
00:21:15: Okay... Der
00:21:16: wollte immer mehr vom Leben.
00:21:17: Der hat sich nie mit dem Ist-Zustand zufrieden gegeben.
00:21:19: Das fing schon damit an als er in Deutschland angekommen ist das ja nicht am Fließband stehen wollte und seine Brüder haben zu ihm gesagt bist du irre?
00:21:25: Bist du verrückt?
00:21:26: Das ist dein Job und das musst du machen.
00:21:27: Mein Vater hat gesagt ich werde verrückt.
00:21:28: hier ist er los und hat einen neuen Job gefunden als Fliesenleger.
00:21:32: Das heißt, mein Vater ist der, der immer mehr wollte.
00:21:35: Meine Mutter ist auch die, die hält und die sozusagen alles zusammenhält auch ja?
00:21:41: Und das was Sie gerade beschrieben haben ist etwas, was mich bis heute berührt und besorgt.
00:21:47: ich gebe es ganz offen und ehrlich zu und Ich weiß dass ich meine Schwester Tülin da auch sehr viele Konflikte ausgetragen habe weil ich immer dachte mein Gott das ist doch ein bisschen zu viel ist doch Ein bisschen zu intim.
00:21:57: Und da musste ich auch an einer Ahren denken.
00:21:59: An diesem Satz, das Wagnis der Öffentlichkeit und was es mit einem macht.
00:22:03: Wenn du die Familie sozusagen sichtbar und hörbar machst in einer Zeit wo wir von Rassismus, Marginalisierung, Känzelkälscher Feindmarkierung von allen Seiten betroffen sind gehst du auch ein Risiko ein.
00:22:14: aber irgendwann war.
00:22:15: die Sehnsucht danach ist zu zeigen größer als die Angst davor.
00:22:19: also auch wieder so einen Moment.
00:22:20: Warum sollen wir eigentlich darauf verzichten eine Geschichte zu erzählen?
00:22:24: die untererzählt ist.
00:22:25: Und zwar in der Geschichte einer ganzen Generation, also Erinnerungsgedächtniskultur bedeutet auch an diese Gastarbeitergeneration zu erinnern.
00:22:32: und alles was wir heute sind es eigentlich nur umarsch eine Liebeserklärung an unser Deutschland indem wir einst aufwachsen durften aber vor allem auch in unsere Eltern dessen Geschichten unerzählten und dessen Träume unerfüllt geblieben sind.
00:22:45: und meine Mutter hat ja bis heute nicht lesen und schreiben gelernt.
00:22:48: natürlich weiß ich das.
00:22:49: dann Leute von außen sagen Ja dann solltest halt lernen Aber so einfach ist es nicht.
00:22:53: Und sie hat elf Kinder auf die Welt gebracht, auf den Weg gebracht.
00:22:57: Ich glaube für Tülin ist das auch wichtig was einzulösen weil Sie beschreibt ja immer dass es eine Phase in Ihrem Leben gab wo sie sich geschämt hat für meine Mama.
00:23:04: und heute schämt sie sich dafür dass er sich für Mama geschämte.
00:23:07: und warum hat sie sich damals geschämten?
00:23:09: Weil sie dem Druck nicht standhalten konnte, weil sie dazugehören wollte, weil so Deutsch wie möglich sein wollte.
00:23:14: Was wir heute versuchen ist eigentlich zu zeigen Ja wir sind ziemlich deutsch aber Wir sind auch ziemlich kurdisch.
00:23:21: Und das ist ein Teil der hiesigen Gesellschaft, auch dass es ein europäisches Konzept sei.
00:23:25: Das kennt man in Österreich und wir kennen's ja auch in Deutschland.
00:23:28: Die Tatsache, dass jeder vierte Zuvernachtsgeschichte hat immer nur als Opfer verhandelt werden oder als Teil des Problems – das waren uns einfach zu wenig!
00:23:37: Wie viele Geschichten gibt's von weißen Zismenern?
00:23:39: Also warum nicht auch mal eine Geschichte über coole starke
00:23:41: Frauen?!
00:23:42: Dann kann man sich gerne darin reiben, kein Problem.
00:23:44: Aber noch einmal….
00:23:46: Warum soll ich's denn lassen?
00:23:48: Und das ist auch noch mal die Wut, sag ich jetzt mal.
00:23:50: Die dann da hochkommt weil ich dann oft denke ne es gibt keinen Grund und so schonmal gar nicht.
00:23:56: Deswegen glaube ich ja ist es wichtig Angebote zu machen denn der Grund warum man's lässt also häufig bei Frauen ist ja die Angst davor bewertet zu werden und falsch verstanden zu werden oder gekänzelt zu werden.
00:24:10: Ich finde es muss uns einfach noch egaler werden was andere über uns denken.
00:24:14: Jetzt will ich ein einziges Mal an der Stelle auch Männer reinholen.
00:24:17: Einfach weil es mich interessiert nach der Elektriere des Buches, wenn ich so richtig zähle, sechs Brüder?
00:24:23: Vier!
00:24:23: Also vier.
00:24:24: Genau, sieben
00:24:24: Mädchen, vier
00:24:25: Brüdern.
00:24:26: Okay, die vier Bruder was machen denn die in eurer Familie?
00:24:29: Was haben denn die für eine Rolle eingenommen, wenn hier so viele starke Frauen als Schwestern sind?
00:24:34: und wie sehen die dieses
00:24:35: Buchs?
00:24:36: Erstens sind wir gar nicht alle stark, wir sind nicht immer stark.
00:24:38: Wir sind nicht perfekt!
00:24:40: Wir sind eine ganz normale Familie mit all den Brüchen und Widersprüchen und Herausforderungen und trotzdem glaube ich einer großen Portion Liebe und Zusammenhalt.
00:24:47: aber ich möchte nicht so tun als wenn mir die Superfamilie werden, sind wir nicht?
00:24:51: Und meine Brüder gliedern sich da ein.
00:24:54: also meine Bruder sind wahnsinnig spannend.
00:24:56: zwei meiner Brüdern haben zu der deutschen Nationalmannschaft gespielt Die anderen beiden sind auch selbstständig im Gastronomie gewerbelt.
00:25:03: Die haben die Dean und David Ketten in Niedersachsen, haben sie mehrere Läden.
00:25:06: sehr fleißig, sind sehr treue Söhne auf der Seite meiner Eltern kümmern sich auch quasi um ihre Altersvorsorge Und für diese sind wir die Verrückten.
00:25:16: ja so ein bisschen also und ich habe dann manchmal auch solche Sätze gehört was denn noch alles?
00:25:22: Und das sind die sind auch realistischer würde ich sagen und natürlich normaler.
00:25:29: Ich bin ganz stolz auf die und auch auf uns, weil das sicherlich nicht einfach ist.
00:25:33: Auch für Brüder nicht so starke Schwestern zu haben.
00:25:35: aber andererseits hatten sie keine andere Wahl.
00:25:37: Weil die hatten schon eine wahnsinnig starke Mutter nämlich unsere Mutter Und die sind mit starken Frauenfiguren aufgewachsen und daran sind sie gewachsen.
00:25:44: Das merke ich auch an den Frauen die sich ausgesucht haben.
00:25:47: Das sind nämlich auch richtige Powerfrauen Und das zeigt eben, dass diese stere Typen nur bedingtgreifen.
00:25:53: Also zum Beispiel auch als meine Schwester Fußballerin werden wollte, da hat meine Mutter eher die Nase gerümpft und es waren meine Brüder, die meine Mutter überzeugt haben oder so getan haben, als wenn die dreckige Fußballwäsche von ihnen wäre.
00:26:03: Wir haben uns immer gegenseitig gedeckt ne?
00:26:06: Und dafür bin ich wahnsinnig dankbar!
00:26:08: Und trotzdem möchte ich auch nicht so tun wie wenn das Bullerbühle wäre weil manchmal machen sie sich natürlich auch Sorgen, wenn Sie mitbekommen, dass ich wieder Morddrohungen kriege, wie beispielsweise bei dem Besuch von Alshara, den Interimpräsidenten aus Syrien der so in Deutschland empfangen worden ist.
00:26:25: Von den Bundeskanzler ich habe eine Regierungskonferenz teilgenommen hab das kritisch eingeordnet bin dann beschimpft worden und es geht ja an denen nicht vorbei.
00:26:32: Und manchmal werden die Sachen nicht ausgesprochen und irgendwann bricht's dann aber aus nach dem Motto Ja aber das ist doch viel zu gefährlich und wie lange willst du noch machen?
00:26:41: Du musst auch mal ein sichereres Leben und stabileres leben Was man dann halt so hört, wenn man Aktivistin ist.
00:26:49: Diese Morddrohungen und diese auch Hassrede die ihnen da begegnet.
00:26:53: können sie uns da ein bisschen mitnehmen wie sich das verändert hat in den vergangenen Jahren?
00:26:58: Es ist jetzt wohl wieder etwas mehr geworden aufgrund dieser Regierungssitzung.
00:27:03: Aber was genau bekommen Sie?
00:27:05: Wie regelmäßig ist das und wo haben sie Angst aufzutreten, wo nicht?
00:27:10: Brauchen Sie einen Personenschutz?
00:27:12: Also
00:27:12: bei öffentlichen Veranstaltungen werde ich tatsächlich mittlerweile begleitet.
00:27:15: Das geht einfach nicht mehr anders weil es auch schon zu Übergriffen kam auf Veranstaltung Und ich habe immer versucht, dem keinen Raum zu geben weil wir genug zu tun haben und diese Angriffe sind der vor allem Eins Ablenkung.
00:27:25: Sie sollen uns ablenken, müde machen, mürbe machen und dieses Spiel dürfen wir selber nicht mitmachen.
00:27:29: Warum ich es trotzdem teilbar mache ist, weil wenn selbstverständlich kein Einzelfall sind das ist strukturell und weil unsere Heilewelt immer von allen Seiten bedroht worden ist dadurch dass wir auch keinem Lager angehören und das ist dann natürlich besonders herausfordernd an einer Zeit von Lagerdenk und Bekenntniszwang.
00:27:46: Und die Themen, mit denen wir uns beschäftigen, da stecken viele auch gerne in den Kopf in den Sand.
00:27:51: Wir konfrontieren diese Themen natürlich und das macht die Menschen wütend weil wir mittlerweile gehört und gesehen werden.
00:27:56: Wenn es eine Leistung gibt dann ist es die dass wir nicht mehr ignoriert werden können.
00:27:59: Das heißt wenn wir die leutischen Aufregen haben wir schon was erreicht!
00:28:01: Und das ist auch etwas was ich versuche vorzuleben und das möchte ich vor allem auch den Frauen unter uns sagen... ...dass meine Lebenserfahrung in meinen jungen Jahren bis jetzt ist.. ..das immer dann wenn's relevant wird kommt der meiste Hass kommt der meiste Widerstand, wenn es um Narrative geht und wenn wir es wagen den Extremisten, Islamisten, Rassisten, dem Patriarchat was entgegenzusetzen.
00:28:20: Was erlauben sich diese Frauen?
00:28:22: Wie können die
00:28:23: nur?!
00:28:23: Wie können sie es
00:28:24: wahren?!
00:28:25: Und da bin ich mittlerweile sehr sensibilisiert!
00:28:27: Ich lass mir von Angst machen keine Angst machen ja und wenn das im letzter Konsequenz bedeutet ist mir etwas passiert dann habe ich wenigstens bis dahin aufrecht gestanden und gelebt.
00:28:35: und dass tief in mir drin.
00:28:36: Ich glaube auch der heilige Zorn meiner Vorfahren weil wir hätten bis heute nicht überlebt wenn wir eingeknickt werden oder schlapp gemacht hätten.
00:28:44: Und wenn meine Großmutter es geschafft hat, zwei Generationen vor mir an der türkisch-syrischen Grenze ihre Frau zu stehen als Hebamme, als Medizinerin aufrechtzugehen und genauso wie meine Mutter als marginalisierte Frau die tätowiert war im Gesicht, dadurch dass sie diese jesidischen Ornamente im Gesicht hatte, die ein Kopfduch hatte ,die Fatma heißt gebrochen Deutsch spricht immer noch nicht lesen und schreiben kann Wenn dies geschafft hat dann schaffen wir das auch!
00:29:09: weil ich dann so denke, aber es ist eine gesunde Wut.
00:29:10: Es ist eher so eine Angstlustgrenze.
00:29:13: Dass ich auch denke ja gut das kann jetzt ein bisschen krasser werden, aber das gebe ich den Leuten nicht.
00:29:19: oder dem nicht oder der nicht dass sie sich damit durchsetzen und da sage ich dann geben wir uns leider vielleicht einfach hin.
00:29:26: also auch ungeschont und roh Aber ehrlich!
00:29:29: Aber was Sie gerade beschreiben diese zwei Generationen vor Ihnen Es stimmt, dass jede Generation und jede Frau hier ihre eigene Realität hatte mit der sie zurechtkommen musste.
00:29:38: Und sich offenbar stark dem gestellt hat.
00:29:42: in eurer Generation ist es aber halt jetzt vor allem zum Beispiel diese digitale Welt indem wir uns alle bewegen und auch gerne frei bewegen wollen und wo ja nicht wo Frauen aus verschiedensten Gründen mehr noch als Männer aber übrigens auch Männer merken da gibt's Grenzen weil man eben heute über das Digitale so stark Druck ausüben kann Und das muss man schon auch mal sagen, dass das halt einfach etwas ist.
00:30:03: Dass sich extrem verändert hat gerade auch in den vergangenen, sagen wir zehn Jahren, dass man hier so stark Anfeindungen ausgesetzt ist.
00:30:11: und ich finde es bewundenswert wenn man das so sagen kann wie sie jetzt gerade quasi meine Vorfahren in das geschafft haben.
00:30:18: dann werde ich das auch schaffen.
00:30:19: aber in der Realität interessiert mich trotzdem auch wie man das macht.
00:30:21: also liest mir dann die ganzen Kommentare nicht mehr.
00:30:24: hat man jemanden der einem die E-Mails vorsortiert?
00:30:27: Wie kann man da wirklich versuchen?
00:30:29: Auch diese Angst nichts aufkommen zu lassen und sich eben nicht ein Schüchtern zu lassen.
00:30:33: Übrigens
00:30:34: gibt es ja auch solche und solche Tage, machen wir jetzt die
00:30:36: zwei.
00:30:37: Es gibt wahrscheinlich auch Lafe
00:30:38: und Prays.
00:30:39: Manchmal kommt ein Kommentar und wenn du nicht gut drauf bist kannst dich wirklich zerreißen Und dann beschäftigst du dich damit und dann ärgerst Du Dich darüber, weil die dann plötzlich in deinem Kopf sind was sie gar nicht verdient haben.
00:30:50: Das heißt ich habe gelernt damit umzugehen Weil nochmal da geht es ja auch um Ablenkung und alles was justiziabel ist wird zur Anzeige gebracht.
00:30:58: ganz einfach also.
00:30:58: Ich glaube das Gefühl der Machtlosigkeit und die Ohnmachtsgefühle dass Es das was uns Frauen aufregt und es regt uns so sehr auf Dass wir jetzt Ja auch eine Initiative gemeinsam mit Ricarda lang und Christina Lunds Indiziert Haben an Die Bundesregierung Mit ganz vielen großartigen Frauen, wo wir eben sagen nur weil wir jetzt zum Beispiel Resilienzmuskel haben heißt das nicht dass wir damit Strukturen auskompensieren können.
00:31:20: Ich wünsche den anderen Menschen diese Resilience gar nicht die wir entwickeln mussten.
00:31:23: Wir sind ja in diesem Trainingslager groß geworden.
00:31:25: ich möchte an der Gesellschaft leben wo es kein Berufsrisiko ist wenn ich sage was ich denke Wo ich nicht reduziert würde auf mein Geschlecht beispielsweise oder meine Haltung.
00:31:34: Wir sind dann weltangekommen gerade digital das Patriarchat und sagen will, was wir zu sagen haben.
00:31:40: Und man uns den Mund verbieten will?
00:31:42: Ja so empfinde ich das!
00:31:43: Wie kannst du nur oder äußer dich nicht dazu?
00:31:46: Das hier ist Männersache und zu Krieg und Frieden schon mal gar nicht.
00:31:48: Da meine ich mit.
00:31:49: Das habe ich mir zu Hause nicht verbieten lassen auch nicht in meinem Kulturkreis.
00:31:52: Da hab' ich mich auch an die Männer-Tische gesetzt obwohl die nicht für mich vorgesehen waren.
00:31:55: Ich habe mich an die Männertische gesetzt und damit geredet und es mache ich digital genauso.
00:31:59: aber... Diese Gesetzeslücken, die müssen von der Bundesregierung in dem Fall angegangen werden.
00:32:06: Sonst fällt man uns in den Rücken und es gibt einen festen Teil internalisierter von internalisierten Misogenie- und Frauenhass wo wir Gesetzesinitiativen brauchen, die auf den Weg gebracht werden müssen – und wir sind ja kein Einzelfall!
00:32:19: Es betrifft ja jeden, jede bekannte Frau übrigens und du kannst noch so wirkungskräftig sein oder angeblich machtvoll.
00:32:26: Du bist hoffnungslos ausgeliefert.
00:32:28: was haben wir alles zur Anzeige gebracht?
00:32:30: Und was wurde alles eingestellt?
00:32:32: Dieses Gefühl der Unmacht das ich einstelle ist es gefährlich!
00:32:36: Und das sind auch Situationen wo Demokratie gefährdet wird weil die Leute fangen irgendwann an auszusteigern nichts mehr zu sagen und dann wundern wir uns warum die Stimme der Mitte plötzlich nicht mehr gehört führt weil wir den Radikalinskis das Zepter überlassen haben.
00:32:49: Die Algorithmus-Dynamiken sind ja nicht von Bimmel gefallen.
00:32:51: Sie sind Männer gemacht, die kommen aus den Staaten.
00:32:54: Das sind die Tech-Unternehmen, die eine Mitverantwortung haben und da muss es Regularien gehen.
00:32:59: und eh mehr Konzentration auf Europa.
00:33:02: Ich meine, die USA zeigen uns gerade wie gefährlich das ist wenn wir uns abhängig machen.
00:33:06: zur Wahrheit gehört aber auch dass wir nicht unabhängig sind.
00:33:09: Apropos unabhängig sie betonen gerne Keiner Partei kann im System angehören, nur für die Sache kämpfen.
00:33:15: Gab's da eigentlich schon mal Anfragen von Parteien?
00:33:19: Als haben wir es gerade erwähnt, Riccardo Lang... ...die grüne Politikerinnen mit der sie gemeinsam eine Initiative machen.
00:33:24: Gabs das schon so quasi wer zum Beispiel?
00:33:27: Also
00:33:28: zum Beispiel war ich ja auch einmal in einem Schattenkabinett für die CDU und bin damals auch für Integration und Frauen gehandelt worden.
00:33:34: dann bin ich auf Bundesebene Angela Merkel mal angefragt worden für ein Integrationsamt, was da nicht geklappt hat.
00:33:41: Aber ich habe mich trotzdem gefreut dass ich dafür eine Frage gekommen bin.
00:33:44: Hätte halt eine Fahrradkette!
00:33:46: Insofern, wenn man wirklich etwas verändern will muss man an der Politik dran sein.
00:33:51: aber du musst nicht drin sein und ich genieße meine Rolle sehr weil sie macht mich unabhängig.
00:33:56: Sie ist außen parlamentarisch.
00:33:57: wir können Druck ausüben.
00:33:58: und die Frage am Ende des Tages ist dann wirklich bei Machtpolitik?
00:34:01: Und da im Austausch zu sein mit verschiedenen politischen Entscheidungsträgern die wir respektieren und die gute Arbeit machen.
00:34:07: Das ist für mich parteiübergreifend, also das ist ja dieses schwarz-weiß Denken oder die Parteiensysteme sind ja komplett überholt.
00:34:12: deswegen greifen sie auch nicht mehr richtig und werden ja ersetzt sozusagen durch vieles andere.
00:34:17: Und da habe ich schon das Gefühl dass wir sehr viel Wirkungskraft entwickelt haben Auch durch unsere Glaubwürdigkeit durch unsere Zähigkeit, die Langenfristigkeit.
00:34:25: Also ich glaube elf Jahre Menschenrechtsarbeit sprechen auch für sich.
00:34:28: wir sind keine Eintagsliegen.
00:34:30: Wir sind keine sozusagen Instagram-Zitatkachelaktivisten sondern unsere Projekte finden underground statt.
00:34:36: Wir hatten Frauenhäuser in Afghanistan und haben Frauenhäusern und Archivzentren in Syrien oder in Irak, oder irakisch Kurdistan.
00:34:43: Und ich glaube da bekommen Menschen Respekt und Wertschätzung weil am Ende des Tages interessiert mich auch bei anderen was machst du eigentlich?
00:34:49: Was machst du wirklich also nicht wie verkaufst du dich?
00:34:52: Ich kann ja auch nur über das reden was ich mache und trotzdem haben wir natürlich also Kampagnen hinter uns.
00:34:58: Das kann man nicht anders bezeichnen.
00:34:59: Also wo Leute wirklich versucht haben uns zu vernichten Auch über Informationsfreiheitsgesetz Anfragen Über Falschbehauptungen über Fake News Seiten, die generiert wurden sind, die allein über den Hass auf mich persönlich eine Follower- schaft aufgebaut haben.
00:35:15: Die, die mir wirklich Sorgen gemacht hat.
00:35:17: und wenn der Hass belohnt wird und das ist die Zeit in der wir leben Dann haben Frauen auch ein geringes Mindesthaltbarkeitsdatum.
00:35:24: Und da gibt es ja verschiedene Studien zu, wie viel Kraft und Macht man Frauen zugesteht bis man Lust hat sie wieder zu zerstören.
00:35:31: Und das sind Dinge sage ich mal mit denen müssen wir jetzt auseinandersetzen also gerade auch dahingehend in was von der Gesellschaft von mir künftig leben wird.
00:35:37: nicht falsch verstehen Das mache ich jetzt nicht in Abgrenzung zu Männern.
00:35:41: Ich liebe Männer Sondern wir brauchen die guten Männer im Kampf gegen das Patriarchat.
00:35:46: Also ich würde eher sagen, die neue Welt gegen die alte Welt und das ist ein gemeinsamer Kampf Und das ist etwas was mir mein Vater und meine Brüder ja auch beigebracht haben und trotzdem habe Ich beide Seiten natürlich kennengelernt.
00:36:00: Apropos Patriarchat ist ein gutes Bindewort.
00:36:02: zum nächsten Thema Iran.
00:36:04: Sie und ihre Schwestern haben sich ja auch früh schon immer wieder in der Bewegung Frau Leben frei hat, ab dem Jahr zwanzig geäußert und auch Auftritte gehabt – wie sehenden sie jetzt die jüngsten Entwicklungen rund um den Iran?
00:36:17: Ja ich glaube das muss man vor allem die Iraner fragen und die fühlen sich verraten und verkauft und zwar seit über sieben Vierzig Jahren!
00:36:24: Und die Tatsache dass wir erst wieder anfangen über den Iran zu reden, wenn wir an der Tankstelle merken dass die Benzinpreise gestiegen sind zeigt ja wie eiskalt diese Politik gestaltet wird.
00:36:35: und alle Reden von Menschenrechten und Zivilgesellschaften aber für niemanden sind sie relevant.
00:36:40: Wobei ich einschränke möchte.
00:36:41: es haben Sie nämlich vorher schon mal gesagt Ich finde ja das vor dem Angriff Israels und der USA auf den Iran am XXIII.
00:36:47: Februar in diesen Wochen rund um den Jahreswechsel wo diese Proteste wieder so laut wurden im Iran schon sehr stark der Fokus war auf die Bevölkerung und wie es denen geht.
00:36:56: Und die Hoffnung, dass sie irgendwann von diesem Regime befreit werden.
00:36:59: Dann kam zu diesem Angriff.
00:37:01: und dann ist tatsächlich passiert was Sie jetzt beschreiben das plötzlich alle wieder mehr von der Wirtschaft und von den Folgen für uns alle sprechen.
00:37:09: Und jetzt hat man überhaupt das Gefühl, es ist ein Monat ein bisschen mehr sogar schon ins Land gezogen fast sechs Wochen.
00:37:14: Es ist ein absolutes Chaos oder wenn wir auch amerikanisch sagen würde Shit Show und kaum jemand spricht über die Bevölkerung Iran und über die Zerstörung, die dort jetzt jeden Tag auf der Tagesordnung steht.
00:37:27: Ich habe das ja sehr begleitet weil ich ja auch Anfang des Jahres eigentlich von Anfang an als diese Proteste auf den Straßen losgingen und es war eine Zäsur also es gab einen Moment davor und einen danach Und in Folge dessen Jahr über dreißigtausend Tote.
00:37:42: Es hat nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die sich die Menschen dort gewünscht haben und es hatte natürlich auch damit zu tun dass das Internet abgeschaltet worden ist.
00:37:49: Das ist das was die islamische Republik immer macht wenn es blutig wird und das zeigt sozusagen auch die Herausforderungen die wir als liberaler Westen haben.
00:37:57: wie bekämpft man ein System?
00:38:00: Was sozusagen über diesen Kampf überlebt und was sich davon nähert.
00:38:05: Und das haben die USA komplett unterschätzt, würde ich sagen.
00:38:08: Und jetzt bedingen sie sich gegenseitig!
00:38:10: Und trotzdem ist es wichtig auch während des Kriegs zwischen dem Iran Israel in den USA immer wieder darauf hinzuweisen dass sozusagen der Krieg durch die islamische Republik gegen eine Zivilbevölkerung parallel immer noch stattfindet und die Menschen sich dort nicht zurückziehen können sondern quasi roh und hilflos ausgeliefert sind.
00:38:28: Und das verzeihen die Menschen eben auch nicht, dass so viele Tote sie sozusagen auch zu Grabe getragen haben.
00:38:35: Diejenigen, die jetzt sehr laut sind waren da sehr leise.
00:38:38: Das ist selektiv geworden.
00:38:40: Es geht wirklich darum wo stehe ich wie bin ich positioniert?
00:38:43: Und das ist der Unterschied zwischen Betroffenheit und Meinung.
00:38:46: Da gibt es einen riesen Unterschied!
00:38:48: Und wenn ich jetzt mit meinen iranischen Freundinnen darüber rede, das sind schlaflose Nächte.
00:38:53: Da müssen wir nicht drüber reden.
00:38:54: Denn eigentlich ist sozusagen dieser Wunsch seit siebenvierzig Jahren da und hat immer das Gefühl, jetzt könnte es so weit sein aber vor ein paar Wochen oder Monaten hatte man wirklich das Gefühl Jetzt könnte es soweit sein!
00:39:05: Und dass es wieder nicht geklappt hat... Das ist eine bittere Pille die auch die Frauen in meinem Alter schlucken mussten weil sie an ihre Väter gedacht haben wiederum, die das nicht mehr erleben werden.
00:39:14: Und das zeigt natürlich diese Gesamtsituation, weil auch dieser ganze Krieg Wirtschaftskrieg um die Straße von Hormus und auch die Expertise, die ich dann zur Rate gezogen würde, die das alles immer beschreiben hat wenig mit der Lebenswürdigkeit der Menschen.
00:39:29: vor Ort zu tun.
00:39:31: Und ich glaube, dass es darum geht, zu erkennen das wir uns nicht erpressbar machen lassen dürfen von so einem Gangsterregime auf das man sich nicht verlassen kann was die eigene Zivilbevölkerung seit sieben Vierzig Jahren in der Nase durch die Manege zieht und jetzt eben auch die Weltgemeinschaft und jetzt Eben auch Trump und von dem Satz das sozusagen den Trump ja dann auch geäußert hat ne?
00:39:51: Dass man auf den Weg ist zu helfen bis hin zu, wir werden eure Zivilisation zerstören.
00:39:56: Also da ist eine Menge passiert und das hat natürlich sehr viel Vertrauen gekostet.
00:40:00: und die bittere Wahrheit für die Menschen ist er niemand ist an diesem Regime sturz interessiert sondern es geht um andere Machtinteressen Und wie man damit umgeht Auch in Zukunft, das wird sich noch zeigen.
00:40:13: Aber wie eng es miteinander zusammenhängt.
00:40:15: und zu glauben dass man dann den Islamabad in zwölf Stunden, siebenvierzig Jahre Unterdrückungsapparat einfach so aushebeln kann als wenn das alles nur ein Spiel wäre Das zeigt natürlich wie verrückt diese Welt mittlerweile auch geworden ist Und das hat Konsequenzen.
00:40:28: also die Menschen die wir zurücklassen.
00:40:31: Und es ist jetzt nicht nur so, dass Europa beobachtender Akteur ist.
00:40:34: Sondern wir sind mitbeteiligt!
00:40:35: Also wir tragen auch Mitverantwortung.
00:40:37: die USA sowieso und die Frage wird sein stichwortig spultes Geld ist.
00:40:42: wie für Jahrzehnte haben auch die Demokraten in den USA die Kinder der islamen Schergen gewähren lassen auch in den eigenen Staaten und Ländern und das kommt ja jetzt erst alles raus.
00:40:52: Die Wahrheit kommt er jetzt erst ans Licht und ich sehe dort schon Parallelen.
00:40:55: also auch die Epismenpolitik Die uns böse vor die Füße gefallen ist, weil man immer gesagt hat ja, die Atomverhandlungen müssen weitergehen.
00:41:03: Und die Menschen aus dem Iran haben immer gesagt, die besten Atom- verhandler gehen gerade auf die Straße.
00:41:07: Das sind die, auf die ihr euch verlassen könnt.
00:41:09: und die USA stand jetzt diesen Krieg nicht gewonnen.
00:41:13: Weil die Ziele nicht erreicht worden sind und jetzt versucht sich jeder sozusagen als Sieger zu repräsentieren.
00:41:17: aber eigentlich haben alle verloren.
00:41:19: Und dieser Vertrauensbruch der hat Auswirkungen und zwar nicht nur für die Region sondern vor allem für die Gesellschaften, in denen wir hier gegenwärtig leben.
00:41:28: Und deswegen glaube ich auch ist findet diese Fragmentierung statt, findet die Radikalisierung statt weil man ja auch sieht dass sich die Sachen verändert haben und eigentlich sind wir ja mittendrin auch in diesem Konflikt zwischen Russland China und den USA.
00:41:43: aber im Iran wird es eben ausgetragen und deswegen glaube Ich jetzt diese Geschichte mit mit Orban Ungang erst hat auch so wichtig weil er natürlich jemand war der sehr gefährlich war und der auch Europa mitgefährdet hat, stellvertretend ist er nicht als Einzelperson sondern es zeigt eben wo's hingehen muss.
00:41:59: Und Europa muss zum Mittelpunkt gemacht werden damit habe ich ja vorhin angefangen und das möchte ich nochmal betonen dass es darum geht auch klar zu machen dass dieses europa bewahrt und beschützt wird muss als Ort des Friedens oder der Freiheit wie es eins mal gedacht war nämlich nicht nur als Staatengemeinschaft sondern auch als Wertegemeinschaft.
00:42:20: und wo das nicht mehr passiert Da wird es auch gefährlich, da schützen wir und immunisieren uns nicht.
00:42:25: Und die Epismenpolitik, die wir uns rausgenommen haben im Bezug auf den Iran... Wir denken immer das ist alles so weit weg.
00:42:31: aber diese Leute, die in Pakistan verhandelt worden sind, die haben Blut an den Händen kleben.
00:42:35: Das waren teilweise Leute, der für Morde in Wien verantwortlich war beispielsweise an kolischen Oppositionellen.
00:42:41: Die hier auch verhaftet wurden.
00:42:43: D.h.,
00:42:43: der Arm der islamischen Republik geht über den Iran hinaus und das seit Jahrzehnten.
00:42:48: was parallel passiert, das sehen wir ja auch sehenden Auges.
00:42:51: und dass wir dieselben Fehler jetzt machen in Syrien.
00:42:55: Dass wir dort ein Interimspräsidenten legitimieren der sich an die Macht geputscht hat mit Hilfe von Islamisten.
00:43:01: Dass so jemand den roten Teppich ausgeholt bekommt, dass so jemand von unserem Bundespräsident empfangen wird.
00:43:07: Das ist so ein Fahrrad!
00:43:08: Es ist so gefährlich, es ist so naiv Ja?
00:43:12: Also wir werden damit ja auch den Islamisten zum Fraß vorgeworfen.
00:43:15: Und dieser Terror sozusagen territorial, der ist dezentral organisiert.
00:43:21: Und auch da belohnen wir dann wieder das Radikale, weil die IS-Kämpfer, die sich an die Macht geputscht haben gemeinsam mit Alshara sind Teil dieser Struktur.
00:43:32: Das sind Menschen, die auch teilweise an den Morden unserer Frauen und des Völkermords beteiligt waren – und die sind straflos davon gekommen!
00:43:40: Auch das Allholcamp, was sich aufgelöst hat… ja wo sind denn jetzt die ganzen Kämpferinnen?
00:43:45: Das hat Auswirkungen.
00:43:46: Diese Menschen sind ja jetzt sozusagen freigekommen.
00:43:49: und was ist denn der IS?
00:43:50: Es ist eine Ideologie!
00:43:52: Und die bedingt sich übrigens auch, das nenne ich ja die Bösenzwillinge.
00:43:56: also wenn wir das auch als Mittel der Gesellschaft nicht adressieren, nicht benennen weiter den Kopf in Sand stecken dann profitieren am Ende die Rechtsextremen und Rassisten weil sie nähern sich gegenseitig.
00:44:05: Die brauchen sich gegeseitig.
00:44:06: dass ein Brüder im Geiste Was wir versuchen, ist genau da immer wieder zwischenzugehen und zu stören.
00:44:12: Und dass das verheerende Folgen hat, muss ich Ihnen ja nicht sagen.
00:44:15: Aber jetzt haben Sie auch gesagt es kann zu einer Fragmentierung führen und zu all den Entwicklungen die Sie gesagt haben.
00:44:20: mich interessiert auch noch wie aus Ihrem Blickwinkel als Journalistin aber auch natürlich Aktivistin.
00:44:26: Es ist ja schon wirklich unfassbar, was jetzt in den vergangenen drei, vier Jahren an neuen Konflikten, die zwar vielleicht immer geschwählt haben.
00:44:33: Aber die jetzt ausgebrochen sind mit Russland und Ukraine Israel-Gaserstreifen Afghanistan, Syrien sind eigentlich auch konfliktherde, die nur so an der Oberfläche als gelöst aussehen.
00:44:44: Und jetzt auch dieser neue Konflikt mit dem Iran.
00:44:47: Die Frage, die ich mir schon noch stelle ist.
00:44:49: Es gibt Menschen, die sich damit beschäftigen, weil sie es beruflich müssen so wie wir mit die Politik oder auch Menschen, aufgrund ihrer Herkunft sich dafür interessieren und da irgendwie eine Meinung haben.
00:44:58: Aber es gibt doch eine große Gruppe von Menschen, der irgendwann sagen, das ist mir alles zu viel, das will ich nicht mehr, kann das nicht machen?
00:45:05: Was kann man machen um dieses Gefühl der Machtlosigkeit und des Interesses nicht aufkommen zu lassen?
00:45:13: Diese Überforderungslehmung ist ja teilweise sogar nachvollziehbar!
00:45:17: Also die beobachten man ja sogar manchmal an sich selber und dies auch nicht so ungesund wie man denkt, weil manchmal muss man ja auch aussteigen um wieder Kraft zu tanken.
00:45:24: Aber zu sagen ich halte mich raus oder ich bin nicht politisch ist ein Privileg.
00:45:29: Ja das
00:45:29: kann ich nur dann machen wenn nicht meine Familie dort...
00:45:31: Wenn
00:45:32: man nicht betroffen ist oder stirbt und
00:45:35: deswegen ist es einen riesen Unterschied glaube ich ob man betroffen isst?
00:45:38: Dann ist es alternativlos wie in unserem Fall.
00:45:40: wenn es um Existenzfragen geht müssen wir immer wieder da rein, aber wir kämpfen eben nicht nur für uns.
00:45:46: Wir kämpfen ja auch für Deutschland, für Europa und die Bewahrung dieser Werte und für die Glaubwürdigkeit.
00:45:52: Und wir können nur mit Überzeugungskraft dafür sorgen.
00:45:55: Solidarität lässt sich nicht erzwingen!
00:45:59: uns nicht infizieren lassen, auch wenn das jetzt pathetisch klingt von dem Hass.
00:46:03: Und es ist gar nicht so einfach, wenn man dieses Nietzsche-Zitat, ne?
00:46:06: Wenn man von diesen Monstern umgeben ist dass man nicht selber einer wird muss man aufpassen.
00:46:10: also die... Das Buch heißt Wut und Wärme und ich muss immer wieder mich an die Wärmung erinnern weil das geht ganz schnell!
00:46:15: Und dann kippt es natürlich auch.
00:46:17: und wir müssen Auch wenn das komisch klingelt aber die besseren Angebote machen.
00:46:21: und wenn die Gefährlichen plötzlich cool werden Dann wird's gefährlich für uns müssen wir aufpassen.
00:46:27: Da müssen wir gegenhalten und da müssen wir auch gerade als Journalistin Geschichten erzählen, hörbar machen, sichtbar machen.
00:46:34: Agenda-Settings Storytelling Auch eine gute Geschichte ist ne Geschichte Und sie haben das beschrieben dass meine die Geschichte meiner Mutter sie berührt hat.
00:46:41: auch Das is ne Form von Interaktionspolitik Die wird er machen.
00:46:44: Es hat also einen ganz tiefen ideellen Wert und Wir Machen Angebote und Wir Haben gemerkt dass die Menschen mitgehen.
00:46:50: das heißt diese Schwestern schaft die wir Beschreiben Die Hat sich schon längst Verselbstständigt und wir müssen mobilisieren.
00:46:57: Wir müssen auch besser mobilisierend als die anderen, wir müssen Möglichkeiten räumisch schaffen.
00:47:01: Wir Müssen Die Tür zu Liebe öffnen Und das schaffen wir indem wir uns wieder in die Augen sehen und es digitale ist genauso wichtig.
00:47:09: dass möchte ich jetzt hier nicht abstreiten.
00:47:11: die parallelität muss sozusagen auch gewahrt werden aber Es Muss auch Wieder was wert sein der Wert Der Werte.
00:47:18: Ich Muss Nicht Selber Teil sozusagen des Problems werden, um stattzufinden.
00:47:22: Und da haben wir glaube ich alle eine Verantwortung und wir wissen alle wie es funktioniert.
00:47:27: Ich wüsste genau was ich machen müsste populistisch damit es funktioniert.
00:47:30: aber wenn man die Verantwortung und wenn überhaupt Populismus dann für Menschenrechte, dann für Demokratie.
00:47:35: und da auch ein bisschen mutiger also nicht immer dieses überkorekte ÖA nie Aber ich weiß ja nicht.
00:47:39: und wenn dann das und hier mach einfach Ja und in diesem Machen liegt wahnsinnig viel Kraft.
00:47:46: und das ist, glaube ich auch etwas was wir in dem Buch beschreiben wie es geht einfach zu machen weil das besondere am kollektiv ist ja oder an einem echten wir nicht im gelogenen dass selbst wenn du mal kraftlos bist du kannst liegen bleiben und die anderen stehen für dich auf.
00:47:59: Und dann fängt's ja anspannen zu werden!
00:48:01: Das ist das was sozusagen auch radikalisierte Gruppen uns voraus haben nämlich diese Identitätsstiftung.
00:48:07: und Homogenität kann in so einer Zeit von Überforderungslehmungen wahnsinnigt attraktiv sein.
00:48:13: Teil von etwas zu sein entledigt dich auch und nimmt dir das Denken ab.
00:48:19: Hustekuchen, ne?
00:48:20: Weil so fängt alles an!
00:48:22: Und deswegen müssen wir weiter unbequem bleiben und die Solidarität über die eigene Betroffenheit hinaus.
00:48:31: Am Ende des Buches haben sie dann auch, was Sie sagen machen.
00:48:33: Auch eine manifester Schwesternschaft formuliert mit sieben konkreten Forderungen.
00:48:38: Darunter zum Beispiel das eben, weil wir es gerade angesprochen haben digitale Bühne nicht zum rechtsfreien Raum werden sollen oder dass sie eine Gesellschaft fordern in der diejenigen eine Bühnen bekommen, die wirklich etwas zu sagen haben.
00:48:49: Ich habe mich gefragt ob ich sie persönlich fragen kann welche der sieben Forderung?
00:48:52: Ich möchte das nicht alle einzeln aufziehen, weil dazu sollen die Menschen das Buch geben Aber welcher ihnen persönlich am wichtigsten ist und wo dieses Machen am stärksten zu spüren ist, weil es ist natürlich jetzt pardon mir einfach zu sagen wir fordern das.
00:49:06: Aber was kann denn wirklich
00:49:08: daraus passieren?
00:49:10: dieses Manifest hören, diese Forderungen hören.
00:49:13: Und wer kann sie dann auch umsetzen?
00:49:14: Also in erster Linie eine Zivilgesellschaft und auch politische Entscheidungsträger sind ja Teil einer Zivil-Gesellschaft.
00:49:18: Die haben ja auch ne persönliche Meinung die haben auch Kinder, die stellen sich auch die Frage wie Sie künftig leben wollen.
00:49:23: und ich glaube schon dass dieses Thema digitale Gewalt im Netz ist für mich jetzt gerade ein Kernthema weil sich daran sehr viel entlang verhandelt.
00:49:30: und die Tatsache das wir Frauen jeden Morgen mit Ängsten wach werden müssen ob wir den nächsten Sinti gekänzelt werden attackiert werden genimmt uns auch unsere Greatness übrigens Und wir möchten auch in der nächsten Generation unseren Kindern und Enkelkindern und Nichten und Neffen vorleben.
00:49:45: Es lohnt sich, was zu tun und was zu wollen vor allem!
00:49:49: Also wann ist das passiert?
00:49:51: Dass uns sozusagen auch dieser Bezug stattzufinden.
00:49:55: Auch in einer ersten Reihe sitzen zu wollen.
00:49:57: Was zu wollen, kann nicht falsch sein.
00:50:00: Das darf niemals von geschlechterabhängig sein.
00:50:03: Da stecken wir gerade neben den Projekten die wir sowieso umsetzen sehr viel Überzeugungskraft und Arbeit rein, weil hier geht es ja auch um uns alle.
00:50:13: Und das finde ich auch toll!
00:50:14: Ich will nicht so tun als wenn wir Frauen das bessere Geschlecht werden, da habe ich auch schon andere Erfahrungen gemacht.
00:50:18: Was ich aber toll finde gerade ist dass sehr viele Frauen Begriffene haben, dass wir uns nicht mehr gegeneinander aufrechnen und aufwiegeln lassen sondern jeder hat eine Geschichte.
00:50:27: Und es ist bei mir wirklich erfahrungsgemäß so, dass wenn ich zum Beispiel ein Foto gepostet habe mit einer tollen Frau, kommt drei Sekunden später irgendein Kommentar.
00:50:34: Ja die ist aber so und so.
00:50:36: Du bist ja ganz toll!
00:50:37: Aber die... So auf solche komischen billigen Tricks dürfen wir nicht mehr reinfallen.
00:50:42: Also diese Pikmi-Mentalität kann gar nichts mit anfangen.
00:50:44: Und übrigens auch generell los geht's vom Geschlecht.
00:50:46: Wenn man einen gewissen Status erreicht hat dann ist deine Aufgabe Platz zu machen, Schalt zu verstärken und auch zu begreifen dass du für viele Menschen sprichst.
00:50:54: Also wenn du dann auf einmal anfängst, Teil des Systems zu werden nicht mehr zu hinterfragen, nicht mehr konfrontieren, dann bringt das alles nix.
00:51:01: und da glaube ich eben auch, dass dieses Thema oder anders gefragt was könnte das von der Welt sein?
00:51:06: Wenn wir das Gefühl hätten Wir können uns voll entfalten also zum Beispiel meine Schwestern und ich haben noch gar nicht angefangen Und warum wir?
00:51:13: die wichtigere Frage lautet Warum schreibt ihr jetzt erstes Buch?
00:51:17: Und meine Antwort ist Die Angst war größer als die Überzeugung und der Wunsch.
00:51:23: Und das hat sich jetzt geändert.
00:51:25: Aber ihr habt eben auch einander, das ist schon wichtig zu betonen.
00:51:29: Ich habe mich gefragt, dass jemand, der... Jetzt bin ich sehr ehrlich, er ist Einzelkind.
00:51:34: Was kann denn diese Blutsverwandtschaft von so vielen Geschwistern und vor allem von so viele Schwestern?
00:51:39: Was könnt ihr mitgeben, jemanden wie mir, die keine Geschwisters hat?
00:51:42: So wie wir aufgewachsen
00:51:43: sind!
00:51:43: Genau also wie kann ich sozusagen das auch ohne leibliche Geschwester in mein Leben
00:51:48: integrieren?
00:51:49: durch Gegenüberschaften?
00:51:51: Also durch Selbstverständungsprozesse, indem wir uns begegnen in den Austausch gehen und feststellen du musst ja gar kein Tackle sein um diese Wärme zu spüren.
00:52:00: Das ist das was ich meine dass die Schwestern schafft über die Kernidentität hinausgeht sondern es ist eine spirituelle Frage dessen an welchen Platz ich sein will.
00:52:09: Und wir sind zum Beispiel so groß geworden Wir hatten sehr viele Freunde die Einzelkinder waren.
00:52:13: Die sind alle bei uns gelandet Manchmal auch sehr Scheidungskinder.
00:52:17: Bei uns war's immer so die goldene Regel wurden keine Fragen gestellt, sondern die wohnen dann mit an den Tisch gesetzt.
00:52:22: Meine Mutter hat alle versorgt und dann wurden die Aufgaben
00:52:25: verteilt.".
00:52:25: Das heißt, alle waren auch nützlich – alle mussten mit anpacken!
00:52:29: Und jeder von uns da draußen, auch Einzelkinder haben die Möglichkeit ihr Leben zu gestalten und auch Teil von Kollektiven zu sein, die sie wichtig finden.
00:52:38: Ich glaube was umgekehrt gefährlicher ist, ist die emotionale kollektive Aneignung und dadurch auch eine Radikalisierung, die damit einhergeht weil man dann plötzlich dieses Gefühl spüren will.
00:52:49: Also auch da, bei Sinn und Verstand zu bleiben finde ich auch wichtig.
00:52:53: Und dann habe ich schon das Gefühl dass da ein Raum aufgeht und dass wir den aber auch bedienen müssen.
00:52:59: der ist eben nicht selbstverständlich.
00:53:00: Aber diese Singen sagen Untergangsstimmung die nervt mich wenn ich ehrlich sage... Siegssageuntergangsstimmung
00:53:05: ist schön gesagt!
00:53:06: Ja weil wenn wir immer noch das Gefühl haben Wir haben genug zur Jammern sind ja immer noch privilegiert Weil da wo ich sonst unterwegs bin kann man sich das nicht erlauben und da ist man froh über alles, was man haben kann.
00:53:18: Und das ist auch so etwas, was ich mir immer bewahren will wenn ich morgens nicht mehr aufstehe und dankbar bin für meinen Kaffee oder meine Freiheit oder dieses kurze Gefühl Ich kann machen was ich will?
00:53:28: Achso ja stimmt es hat zwar Konsequenzen!
00:53:30: Ich kann machem was ich Will heißt dann auch meinetwegen attakiert zu werden, uneingenehme Gespräche zu führen Nicht gut gefunden zu werden.
00:53:37: Das gehört auch dem zum Leben dazu.
00:53:39: aber ich entscheide dasselbe Und das finde ich wahnsinnig wertvoll.
00:53:43: Und deswegen nochmal, wann ist es passiert dass wir insbesondere in den liberalen Ländern das Gefühl dieses Selbsthasses entwickelt haben auf unsere Kultur die eigene?
00:53:53: Die Absage von Freiheit also eine Freiwilligkeit von Unfreiheit.
00:53:57: was ist denn los mit uns?
00:53:59: und das ist etwas wo ich sagen die Leute Also das konfrontiere ich dann auch gerne weil dieser Duft der Freiheit der war für uns auch nicht selbstverständlich den mussten wir uns erkämpfen und Das machen wir gerne teilbauen das machen wir nicht nur mit dem Buch, sondern eben auch mit unseren Organisationen.
00:54:14: Und wenn ich jetzt zum Beispiel daran denke was wir gestern oder ich gestern erleben durfte auch in Wien in der Volksbühne unter der Überschrift von Wien nach Rojava das war eine Solidaritätsveranstaltung und da waren junge Menschen alte Menschen verschiedene Menschen und es war auch echt und das war lebendig und es War Solidarität.
00:54:33: und dass gibt einem was.
00:54:34: das heißt Wir müssen um uns zu kümmern und dafür sorgen, dass wir auch alle Holz nachlegen.
00:54:40: Das heißt jetzt nicht das wir da draußen keinen Krieg haben oder Krise aber Krise ist immer!
00:54:44: Und am sorry trotzdem geht das Leben weiter.
00:54:46: Wir sind noch nicht tot.
00:54:47: Schön gesagt danke für den Besuch und alles Gute
00:54:50: Dankeschön.
00:54:51: Das war was Wichtiges am Freitag mit Dysen Teckal.
00:54:55: Das komplette Interview gibt's auch auf YouTube, den Link finden Sie in Enshonots.
00:54:59: Ebenso weiterführende Links zum Buch Wut und Wärme aus dem Brandstädter Verlag!
00:55:04: Und wenn Ihnen diese Folge gefallen hat, abonnieren sie doch gleich unseren Podcast auf der Plattform Ihrer Wahl.
00:55:09: Feedback freut uns immer, schreiben Sie unseren Podcast at diepresse.com.
00:55:14: Danke fürs Zuhören, haben Sie ein wunderbares Wochenende, machen Sie es gut und bis bald!
Neuer Kommentar