Hörprobe "East Side Stories": Wie Kiews Clubszene den Krieg übersteht
Shownotes
Wenn wir an den Krieg in der Ukraine denken, denken wir an Drohnen, Front und Diplomatie – aber nicht an Clubs. Die ukrainische DJ Katia Curie über Kiews Underground-Szene als Ort des Widerstands, der Community und der Freiheit. Dazu: eine Sprachnachricht aus Sofia zu Bulgariens neuem starken Mann Rumen Radev – und der Frage, ob er der nächste Viktor Orbán wird.
Wie tanzt es sich im vierten Kriegsjahr? Wie sehen die Tage in Kiew aus, wenn die nächtliche Ausgangssperre Partys nur untertags möglich macht? Und was bedeuten Clubs wie das K41 – das „Berghain von Kiew“ – für junge Menschen, die zwischen Luftalarm und kollektivem Trauma einen Funken Normalität, Freiheit und europäischer Identität verteidigen?
In dieser Folge spricht Thomas Seifert mit der ukrainischen DJ Katia Curie. In Kiew geboren, lebt sie heute in Wien und legt regelmäßig in ihrer Heimatstadt auf – zuletzt im K41 und bei einem Festival im Club Closer in Kiew. Sie erzählt von der Müdigkeit nach einem harten Winter und trotzdem ungebrochener Energie, von Safer Spaces für queere Menschen und Geflüchtete aus den besetzten Gebieten, von freiem Eintritt für Soldaten und von den „Fundraiser Jars“ – jenen digitalen Spendenboxen, über die Clubgänger direkt die ukrainische Armee unterstützen. Kultur, so wird in dem Gespräch deutlich, ist im Krieg kein Luxus. Sie ist Teil dessen, wofür dieser Krieg geführt wird.
Und eine Sprachnachricht aus Sofia: Angel Petrov, außenpolitischer Redakteur der bulgarischen Tageszeitung Dnevnik.bg, analysiert die jüngste Parlamentswahl in Bulgarien – die achte in nur fünf Jahren. Erstmals seit Langem gibt es wieder eine absolute Mehrheit: Ex-Präsident Rumen Radev und sein Bündnis „Progressives Bulgarien“ haben gewonnen. Doch Radev gilt als russlandfreundlich und euroskeptisch. Petrov sieht Parallelen zu Robert Fico in der Slowakei und warnt vor neuen Risiken für die Demokratie – auch wenn Radev umsichtiger agieren dürfte als sein Vorbild Viktor Orbán.
East Side Stories - der Podcast zu Politik und Wirtschaft in Osteuropa vom Team der "European Voices". Einmal im Monat sprechen Martyna Czarnowska und Thomas Seifert über die drängendsten Themen und Debatten in Mittel-, Ost- und Südosteuropa. Dazu laden sie sich vielseitige Gäste zum Gespräch ein und bekommen jeweils eine Voice Message aus einer Stadt der Region.
Seifert und Czarnowska leiten das englischsprachige Magazin "European Voices", das "Die Presse" seit 2024 gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Außenpolitik und die Vereinten Nationen herausbringt. Mehr Infos unter: europeanvoices.eu Dieser Podcast wird unterstützt von Erste Group und Vienna Insurance Group
Hosts: Martyna Czarnowska, Thomas Seifert Redaktion: Anna Wallner, Christine Mayrhofer Produktion: Georg Gferer/audio-funnel.com Grafik: "Die Presse"/Hanseli Foto: Jana Madzigon
Transkript anzeigen
00:00:00: Hallo und herzlich willkommen bei Was Wichtig Ist, dem täglichen Nachrichten-Podcast der Presse.
00:00:06: Mein Name ist Christine Meyerhofer und ich bin eine der Hosts dieses Podcasts.
00:00:11: Am heutigen Feiertag habe ich aber keine tagesaktuelle Folge für Sie parat sondern die Hörprobe eines anderen Podcasts der Pressem.
00:00:19: In Eastside Stories blicken Martina Czernowska und Thomas Seifert nun bereits seit einem Jahr immer am letzten Donnerstag im Monat nach Osterupper.
00:00:29: Sie diskutieren, wie es in Ungarn nach den Wahlen weitergehen kann.
00:00:33: Sie betrachten die geopolitischen Herausforderungen, die sich in der Region stellen und die wirtschaftlichen Chancen, die dort bieten.
00:00:41: In der aktuellen Folge haben sie beiden mit der ukrainischen DJ Nkadya Kyri darüber gesprochen, warum trotz des Krieges immer noch in den Kierverklubs getanzt wird.
00:00:52: East Side Stories gibt es überall dort, wo es Podcasts zum Hören gibt.
00:00:56: Eine aktuelle Folge von Was Wichtig Ist hören Sie dann hier wieder am Montag.
00:01:00: Viel Spaß mit dieser Kostprobe!
00:01:23: Schön, dass Sie auch dabei sind.
00:01:25: Seit unserer letzten Folge haben zwei Parlamentswahlen stattgefunden, deren Konsequenzen uns noch längere Zeit beschäftigen werden.
00:01:33: Am zwölften April wurde ein Ungarn gewählt Was mit besonderem Interesse beobachtet wurde
00:01:38: Und
00:01:39: eine Woche später wurde in Bulgarien abgestimmt.
00:01:43: Dort hin schauen wir jetzt
00:01:44: Genau!
00:01:45: In Bulgarien wurde nämlich zum achten Mal binnen fünf Jahren neues Parlament gewählt und das ist ein weiteres Zeichen der anhalten politischen Instabilität im Land, politische Dauerkrise, Regierungsinstabilität eine wachsende Ermüllung der Wählerinnen und Wähler gegenüber dem demokratischem Prozess.
00:02:02: Und das alles in einer geopolitisch hoch sensiblen Region – an der Schwarzmerküste, an der EU-Außengrenze und mit direkter Nachbarschaft zur Türkei, zu Rumänien ist ja nicht weit vom Krieg in die Ukraine entfernt!
00:02:15: Aber weil du die Ermüdung der Wähler angesprochen hast, es ist zwar nur etwas mehr als die Hälfte der Stimmberechtigten zu den Urnen gegangen.
00:02:23: Ja.
00:02:24: Aber bei der vorigen Wahl waren es nicht einmal vierzig Prozent.
00:02:27: und diese Mobilisierung jetzt ist wohl v.a.
00:02:30: einem Kandidaten gelungen Rumenradev, der als Präsident zurückgetreten ist um Prämie zu werden Und das ist ihm auch gelungen.
00:02:39: Noch dazu hat sein Wahlbündnis progressives Bulgarien jetzt der absolute Mehrheit im Parlament.
00:02:44: Das heißt Es ist nicht auf eine Koalition angewiesen, die schon bald hätte wieder zerbrechen können.
00:02:49: Ja und gerade steht vor riesigen Herausforderungen hat dem Wahlkampf ja versprochen gegen Korruptionen und die Oligarchen vorzugehen.
00:02:58: auch das Justizsystem gehört reformiert aber dafür braucht es einen Zweidrittel mehr in den Parlament
00:03:03: Und Unterstützung von der Europäischen Union wäre auch nicht schlecht.
00:03:07: überhaupt sollte sich Brüssel dafür interessieren was in software passiert.
00:03:11: Radev gilt als alles andere, als Russland feindlich und euroskeptisch ausser der sich auch.
00:03:17: Obwohl die Euro-Einfährung in Bulgarien die heuer stattgefunden hat laut Experten ganz gut gelaufen ist?
00:03:23: Ja
00:03:23: aber das ist es so als hätte in Russland sozusagen eine verbündet gingen anderen ausgetauscht.
00:03:28: Aber an weg radev her ist es So?
00:03:30: ja dass werden wir noch kurz besprechen beziehungsweise dazu werden wir etwas hören.
00:03:36: allerdings Glaube ich nicht, dass Bulgarien jetzt genauso auf Konfrontationskurs geht gegenüber der EU so wie es Ungarn in den letzten Jahren immer wieder getan hat.
00:03:46: Aber umso wichtiger ist es mit Radef europäische Bündnisse zu schmieden.
00:03:50: Ja, Radef hat zum Beispiel schon gesagt, dass sich Bulgarien an der Ukraine Hilfe nicht finanziell beteiligen wollte aber das wäre doch die EU dabei nicht hindern.
00:03:59: Du erwähnst du Ukraine auch deswegen weil unser Hauptgespräch dort hin führt oder?
00:04:03: Ja genauer und Das ist vielleicht ganz originell in die ukrainische Klubszene.
00:04:09: Bevor wir uns aber dorthin bewegen, bleiben wir noch kurz im Bulgarien.
00:04:13: Aus Sofia kommt unsere heutige Sprachnachricht – Geschiktationsangel Petrov.
00:04:18: Er isst außenpolitischer Redakteur bei der bulgarischen Tageszeitung Nevnik und hat für uns die aktuelle Situation in seinem Land analysiert.
00:04:27: Und auch er geht der Frage nach ob Rumenrade der neue Viktor Orban
00:04:35: wird!
00:04:35: Zdravite asemange Petrofotsofia.
00:04:37: und verändern Bulgaria's Retterik auf Ukraine, was die EU mit Russland sein sollte.
00:04:56: Übrigens ist seine individuelle Mehrheit den Risken zu tragen, dass Bulgarian-Bekleidungen weiter weg von Demokratie.
00:05:15: Aber es ist schwer zu glauben, dass er von Robert Fizzo aus Slovakia oder stark anders als Peter Maliar aus Hungary differen wird.
00:05:23: Auf der europäischen Stelle hat er gezeigt, dass man bereit für kompromissiert werden kann.
00:05:27: Der EU-Deal mit Nordmessodonien might have not existed without a caretaker government he appointed.
00:05:46: Das war Angel
00:06:00: Petroff aus Sofia.
00:06:01: Er hat auch Nordmazedonien erwähnt, dass noch immer darauf wartet, dass die Verhandlungen über einen EU-Beitritt Fahrt aufnehmen.
00:06:08: Doch das benachbarte Bulgarien hat Einwände und seine eigenen Ansichten über Minderheiten und die Geschichte.
00:06:16: Das Thema ist allerdings ein weites Feld und es werden wir sicher in einer der nächsten Folgen wieder aufnehmen.
00:06:22: Aber nun kommen wir zu etwas ganz anderem Thomas, zu einer Gesprächspartnerin.
00:06:27: hatten wir noch nicht.
00:06:28: Nein!
00:06:29: Hatten wir noch nie...
00:06:30: Sie ist keine Politikerin, keine Politologin, kein Forscherin?
00:06:35: Nein.
00:06:35: Nein.
00:06:36: Sie ist DJ Und ich habe für diese Folge eben mit der DJ Katja Kuri gesprochen.
00:06:41: Sie ist in Kiev geboren, lebt aber schon lange in Wien und sie pendelt heute nicht nur zwischen Wien- und Ukraine sondern sie ist dann.
00:06:48: zuletzt, glaube ich war sie auf einem Festival in Portgorica, sie ist in Croatia, sie is in Albanien, sie legt dort auf wo... Party gefeiert wird, vor allem im Sommer natürlich bei den Festivals.
00:06:59: Und sie kommt gerade aus Kiew ihrer Heimatstadt zurück wo sie beim experimentellen Festival OPIC sagt man im Club Closer.
00:07:07: das ist einer der bekannten Clubs in Kiew gespielt hat und sie erzählt da ganz frisch wie sich das anfühlt dem vierten Kriegsjahr in Kiel für Raver dort Platten aufzulegen Wie sich das Publikum verändert hat und was diese Orte für die Community in der Ukraine heute bedeuten.
00:07:24: Dieses
00:07:25: Thema Underground Kultur als Form des Widerstands hast du ja gerade erst in deiner Lecture IWM, Institut für die Wissenschaften vom Menschen behandelt.
00:07:32: Ja und zwar habe ich mich dort unter dem Titel Dance Floors of Democracy underground cultural resistance in Europe Frontline Cities mit dem Thema auseinandergesetzt.
00:07:41: da ging es mir darum welche Rolle Clubs besetzte Häuser oder Raves für die demokratische Resilienz in Städten unter Druck spielen.
00:07:50: Als Blaupause dient natürlich das Berlin nach dem Fall der Mauer und der Wende, wie sich diese beiden Stadtteile eben auf den Dancefloors gefunden haben.
00:08:01: Und da diese freie Zone sozusagen besetzt haben.
00:08:04: Heute ist es so dass in Frontland Cities des Ostens man sich wiederum für Berlin interessiert und sieht, was man da für Inspiration draus ziehen kann.
00:08:13: Und das sind Kierfelsentiblissi, Georgian oder Impelgrad in Serbien der Fall.
00:08:18: Katja war dem Abend übrigens auch dabei und wir haben am Ende auf den Podium über die Kierfer Szene gesprochen.
00:08:25: Ich muss gestehen dass ich mich in der Klubszene wenig auskenne egal in welcher Stadt.
00:08:30: Was ich aber interessant finde ist, dass es eine auch in Kriegszeiten gibt.
00:08:35: Denn wenn wir von Kampf und Widerstand in der Ukraine sprechen, dann denken wir meist an die Front, an Drohnen, an die Politik, an Diplomatie.
00:08:44: Aber ja, wie leben junge Menschen im Krieg?
00:08:47: Wie sind die Nächte in Kiew?
00:08:48: oder besser die Tage, weil es ja nächtliche Ausgangssperren gibt?
00:08:51: Was passiert in den Clubs?
00:08:53: Ja ein ganz interessanter Aspekt nämlich sind in Kieforte wie das K-Forty One also das K'Ai-Nundvierzig oder eben dieses schon erwähnte Closer Nicht einfach nur Partylocations.
00:09:04: Das sind Räume, wo junge Menschen auch das kollektive Trauma verarbeiten können in denen die Community zusammenfindet, in denen trotz Ausgangssperre, trotz Luftalarm und trotz Krieg ein Stück Normalität und ein Stück Freiheit ja und auch ein Stück europäischer Identität verteidigt wird.
00:09:22: Und das ist eben kein rein ukrainisches Phänomen wobei dort hat mal jemand gesagt naja We dance here and put in grave.
00:09:30: Das ist natürlich Wunschdenken der Menschen dort, aber es ist glaube ich wirklich ein Widerstandsakt.
00:09:36: irgendwie die Menschen sehen das okay ihr könnt bombardieren so viel ihr wollt.
00:09:39: Leute wir feiern hier trotz Bomben uns kriegt ja nicht klein Und das finde ich schon ganz interessant.
00:09:46: Ähnliches sehen wir uns auch in, wenn auch nicht unter so dramatischen Bedingungen, klarerweise in Tbilisi und Georgien wo die Technoszene rund um den Club Bassiani zum Brennpunkt der projopeischen Konteste geworden ist.
00:09:57: Aber
00:09:57: von Tiflis gehen wir jetzt wieder zurück nach Kiew und niemand kann über dieses Phänomen dass du jetzt auch angesprochen hast besser berichten als eine die Teil dieser Szene ist.
00:10:08: Genau, eine Kategorie ist eben in Kiev aufgewachsen.
00:10:11: Sie lebt eben wie gesagt heute in Wien und legt auch auf den Festivals auf.
00:10:14: Und gerade erst war sie eben in diesem K-Aus.
00:10:18: Und hat dann auch Zeit gefunden mit ihrer Familie neben einem Freund ein Zeit zu verbringen.
00:10:23: Ich habe sie gefragt, wie die Szene der Kriegsheller lebt?
00:10:26: Wie sich das Publikum verändert hat?
00:10:28: Wie Fundraising heute funktioniert und warum Clubs wieder als k-Au.
00:10:31: Das Klosterweiten mehr sind als nur Orte zum Feiern.
00:10:34: Hören wir uns das an!
00:10:36: Katja, du kommst ja gerade erst zurück aus Kiew.
00:10:40: Was hast Du dort erlebt?
00:10:41: Also ich bin eher gekommen da ich ihn um aufzulegen im K-Fruity One.
00:10:47: Das war das erste Grund aber auch um einen ganzen Wochen sich verbrümmern mit meiner Familie und Freunden was immer sehr bereichernd ist.
00:10:57: Ich habe Zielzeit eben verbracht in einem Kontext.
00:11:02: Ich wollte es mal in Kloser.
00:11:04: Ich hatte genug, weil es auf einem Wurschen- und Festival über zwei Fadelschien war.
00:11:11: Das heißt OPIEC!
00:11:13: Und das Festival ist sehr experimentell.
00:11:16: Es gibt Live-Konzerte, es gibt DJs, es gab auch Tanzprogrammen mit Performances... Also was auch gelöstet, ein junges System, was ich selbst will schauen.
00:11:32: dass ich tatsächlich auch immer schön fand, an das hier in den Kiel ist.
00:11:37: Das ist ein Mikrofon-Dunkel, wo die im Kiel gehen, die eigentlich nach dem Leben von der ganzen Szene sind und die dann das Ganze ankurbeln.
00:11:47: Aber gleichzeitig gibt es ja auch dort so viele Leute, die ein bisschen älter sind, schon lange dabei sind und quasi deren ... Beitrag immer noch leisten.
00:11:59: Und ich glaube, dann kommt man auch so ein geiles und wertvolles Ergebnis, der dann einen Mehrberg gibt.
00:12:12: Vielleicht komme ich jetzt in eine andere Richtung, aber was habe ich eben dort erlebt?
00:12:18: Diese Menge einer tollen Gespräche mit den Leuten über den Krieg ... Nicht nur bei den Krieg.
00:12:27: Darüber, wie es in allem jetzt viel, darüber, wie schwierig der Winter war und sehr sich selbst auf dem Sommer freu.
00:12:37: Es ist zwar alles schwierig, es gibt auf jeden Fall... Man stöhlt auf jeden fall die Müdigkeit nach dem Winter aber gleichzeitig Es sieht man, dass die Leute trotzdem Energie haben was zu machen und das die Leute immer noch motiviert sind.
00:12:57: Und es gibt quasi nichts, was dann am Weg steht.
00:13:01: Egal wie schwierig das Ganze wird... Es gibt so eine Sprichwort.
00:13:07: aber was ich so einer sage, was man jetzt sagt, egal was passiert ist dort, es wird irgendwie.
00:13:14: Irgendwie wird's!
00:13:17: Und das ist quasi deren... Ja, dass die Gedanken, womit man quasi dann weitergerät in die Sachen macht.
00:13:25: Egal wie es wird, es wird irgendwie und das ist fast so quasi.
00:13:30: Weil sonst wenn man anfängt über die ganzen Behörden und über alles zu reden, wie es eigentlich ist, dann verliert man selbst noch Glauben an sich, an die Welt.
00:13:44: Das machen sie eben nicht und ich bin sehr stolz, dass es weiterhin besteht.
00:13:48: Und weiterhin so ist...
00:13:51: Und ich kann mich erinnern du hast den Vergangenheit auch immer wieder Geld gesammelt für verschiedene Zwecke um eben auch die Menschen zu unterstützen.
00:14:00: wenn ich richtig mich erinnere ist das nicht auch oder war nicht auch dein Papa in der Armee tätig?
00:14:06: Und du hast doch für ihn Geld gesamelt stimmt das?
00:14:10: Das stimmt nämlich nicht, das war ein Papa von einer Freundin von mir.
00:14:16: Ja,
00:14:17: ich
00:14:17: hab Glück, dass keiner von meinen kleinen Familienmitgliedern viel ist.
00:14:25: Der Onkel von meinem Freund ist tatsächlich im Krieg und er wurde noch am Anfang des Krieges sehr krass verletzt und bleibt für das ganze Leben im Rollstuhl sitzen, aber von meiner eigenen Familienseite.
00:14:42: Gott sei Dank ist alles okay soweit.
00:14:46: Genau!
00:14:47: Aber du hast immer wieder auch die Ukraine unterstützt mit Benefitskonzerten und wo du auch deine Fans und Deine Follower aufgefordert hast zu spenden
00:14:57: usw.,
00:14:57: ne?
00:14:58: Ja, das sowieso.
00:14:59: Und es gibt einige Initiativen und das sind eigentlich die Art-und-weise wie das ganze Fundraising... Die eigentliche Hilfe ist für die Armee bei uns gerade abläuft.
00:15:12: Das läuft jetzt nicht über so Riesenfonds, über so rotes Kreuz und so weiter und sofort!
00:15:19: Es läuft über die normale Leute.
00:15:21: Es ist alle keinem jemanden der direkt im Krieg ist der jetzt direkt was irgendwas braucht.
00:15:29: Sei es ein Auto, sei es Reparatur von irgendwelchen Geräten, sei ist irgendwelche Geräte wie die Sicherheit oder sei es Drohnen.
00:15:41: und es ist die Art und Weise, wie das jetzt funktioniert, dass man gründet solche sogenannten JARs also so Fundraiser JARS quasi Ja, Box quasi so eine digitale Fundraiser-Box.
00:15:59: Und es gibt eine Hauptfundraiserbox mit dem Mainziel wie viel man Geld eigentlich sammeln möchte als Gruppe und man hat dann die Option als einzelner Mensch da auch beizutragen und eine eigene kleine Fundraise-Box zu eröffnen und damit das ganze Geld an die große Fundraisabox zu... Und das machen alle meine Freunde.
00:16:25: Mehrweise pro Monat machen die mehrere solche Darius, also diejenigen, die jetzt nicht direkt im Krieg sind aber diejenigen noch in der Stadt leben und mehr oder weniger normales Leben machen sowas.
00:16:38: Es ist sehr wichtig und es ist eigentlich das was uns hier am meisten hilft und das was am meisten Sinn macht dann wenn man sich fragt ok wo soll ich denn hinspenden Solche Initiativen ist das Richtigste.
00:16:52: Und Katja, wie ist es für dich?
00:16:54: Wenn du in K-Forty One ... Das ist so wie das Bergheim von Kiew, wenn du dort spielst.
00:17:01: Du spielest ja auf vielen Festivals und in allen möglichen Orten.
00:17:05: Ist das für dich etwas Besonderes, dann in Kiew zu spielen oder noch dazu in diesem besonderen Club?
00:17:12: Ja, es ist auf jeden Fall sehr besonderes!
00:17:15: immer noch, obwohl trotz des Krieges und trotzdem dass die Partys dort ja nur untertags laufen wegen der Ausgangssperre in der Nacht.
00:17:26: Das ganze Team von diesem Ort ist so einzigartig.
00:17:29: Alle Leute wissen auf jeden Fall was sie da machen und leisten deren Beitrag.
00:17:35: Es wird ein sehr großes Wert auf die Musik gelegt Die Leute, die dort arbeiten, die schützen Werte, die uns allen wichtig sind wie die Freiheit von Leuten, die sich queer äußern.
00:17:53: Die Freiheit von Leute egal von welcher Nationalität oder wie du aussiehst und welche Identität du hast.
00:18:02: California One leistet so einen wichtigen Beitrag insofern dass sie einen Safer Space für diese Leute bietet weil die Szene gab es schon länger hier.
00:18:15: Aber genau was die Orte für diese Minderheiten angeht, das gab es bei uns noch nicht so wirklich.
00:18:23: Und mit dem Entstehen von diesem Club ist ein erster größerer offiziellere Ort für diese Menschen entstanden der dann auch vielen anderen eine sehr krasse Erlebnis von der Party.
00:18:43: oder allgemein von einer Veranstaltung anbieten kann.
00:18:48: Und ich habe das so erlebt in Ukraine, dass es gibt eben zwei Positionen auch im Land und vor allem zur Partyszene in Kiev speziell aber auch zum Teil in Odessa.
00:18:58: die einen sagen okay wenn wir Party machen dann zeigen wir Vladimir Putin den Stinkefinger.
00:19:06: also wie Ich habe einmal zu mir, ich spreche ja kein ukrainisch auf Englisch, dann gesagt Ja we dance on Putin's grave here.
00:19:14: Das ist dieser Widerstandsgeist.
00:19:15: und auf der anderen Seite hab' ich immer wieder kritische Stimme gehört vor allem auch von Leuten die halt im Osten Dienst tun, die sagen okay das ist eigentlich unfair.
00:19:23: hier in Kramatorsk gibt es ja ganz strikte Ausgangssperre, es gibt Alkoholverbote
00:19:27: etc.,
00:19:28: etc.. Und in Kiev tanzen sie und wir finden das nicht fair.
00:19:32: Hast du wahrscheinlich auch beide Seiten gehört?
00:19:36: Ja, und ich kann es auf jeden Fall nachvollziehen.
00:19:40: Und es ist schwierig uns wirklich vorzustellen.
00:19:44: also du warst zum Beispiel im Osten Ich war's.
00:19:48: seit am Anfang des Full Scale Wars war ich kein einziges Mal im Oßen aber Du hast ja mit den Leuten gesprochen und der Ausmaß an Schmerz denn sie wo ich gehe, dass sie erleben ist einfach so immens.
00:20:06: Ich glaube für die natürlich gibt es keine Erklärung und es gibt einfach nichts was das erklären kann, dass die Leute in Kiew noch normales Leben leben.
00:20:19: genauso wie wenn man es kommt alles darauf an von welchem Ausgangspunkt du stehst dir anschaust, weil wenn wir dann gleichzeitig vergleichenden Punkt von dem man hier in Europa sich das alles anschaut.
00:20:36: Dann steht man auch wiederum ganz woanders.
00:20:39: und wie kann denn Europa weiterhin Spaß haben?
00:20:42: Wenn es so nahe tausend Kilometer entfernt die Leute sterben weißt du Und ich finde das sehr dass die Leute es auf jeden Fall brauchen.
00:20:53: und diese Spaces Closer, aber auch zum Beispiel so ein Ort wie Abo der Records Tour.
00:21:02: Es ist ein wirklicher Community Space.
00:21:04: die Leute kommen dahin nicht um sich anzusaufen oder die andere Leute anzumachen oder etwas auf die Art.
00:21:12: Die Leute kommen dorthin wirklich um Teil von dieser Community zu sein, um miteinander zu reden und vielleicht ein bisschen zu lauten, sich abzulenken.
00:21:21: Und ich glaube das ist das Wichtigste an dem Ganzen, dass die Menschen weiterhin auch Menschen bleiben und nicht einfach nur in diesem Überlebensmodus bleiben weil Gott sei Dank ist es noch möglich in Kiew aber auch nicht nur in Kief, in Halkief zum Beispiel gibt's ja auch Ich war zum Beispiel noch nicht, aber ich weiß viele Freunde von mir fahren dann hier nach Krakiv.
00:21:47: Und es ist ja wieviel Kilometer entfernt von Rufland?
00:21:51: Ja, im Mondreißig oder vierzehn Kilometer.
00:21:54: Es ist so nah an die Grenze und dort sind die ganzen Attakten noch viel stärker und es ist viel gefährlicher weil es nicht zu viel abge... Der Himmel kann nicht so gut geschützt werden.
00:22:13: Ich glaube, es gibt keinen richtig und falsch.
00:22:15: Ich kann auf jeden Fall den Punkt von den Menschen, die vor allem direkt im Krieg sind oder im Osten leben ... ich kann's auf jeden fall nachvollziehen aber gleichzeitig ... Ich kenn so viele Menschen,
00:22:29: z.B.,
00:22:30: einerseits, die betreiben solche Orte wie Klubs oder eben solche Community Spaces.
00:22:41: Und es ist jetzt deren Hobbyding geworden, eigentlich den Fulltime Job, dass die in einer Fabrik sitzen und Drohnen bauen ja?
00:22:51: Die verbinden zwei Sachen jetzt und solche Orte sammeln.
00:22:56: auch weil zum Beispiel das hast du glaube ich jetzt noch nicht erwähnt aber diese ganzen Events sowohl K-Forty One als der Records-Tor, den ich erwähnt habe.
00:23:09: Wenn sie das Geld einsammeln als Eintritt, die spenden ja auch dann ein größter Teil an die Armee.
00:23:16: und wenn ihr anschaut, die Zahlen, die jetzt in vier Jahren all die Orte gesammelt haben... Die Zahlen sind richtig krass!
00:23:25: Und es sind echte Leute, die dann echten Leuten helfen.
00:23:33: Das Geld wird für die guten Zwecke verwendet und ich glaube, das ist auch ein wichtiger Punkt.
00:23:39: Und ich glaube du hast es auch erwähnt und vielleicht sollt mir auch das nochmal ansprechen dass hier die Menschen diesen ja wie sagt man auf Englisch sagt wir emotional release also diese mit den Emotionen umgehen müssen weil das ist ja nicht so wie in Wien.
00:23:52: jeder Mensch hat Sorgen hat Angst ums eigene Leben um das leben von Freunden von Verwandten hat vielleicht auch schon Freund und Verwandte in diesem Krieg verloren oder Eigentum.
00:24:02: Oder musste Flüchten vom Geburtsort oder dem Ort, wo man aufgewachsen oder gelebt hat?
00:24:08: Und da habe ich schon immer wieder auch gehört das und vielleicht erzählst du ob du es auch gespürt hast wenn du dort auflegst.
00:24:13: dass ist einfach.
00:24:14: wie soll ich sagen die Emotionen sind näher sind roh Die Leute sind auch.
00:24:18: man sieht auch immer wieder Menschen die dann einfach weinen und sich mal fallen lassen können Ob das jetzt im Theater ist oder in einem Club.
00:24:24: Ich hab das schon gesehen.
00:24:26: Ich frag mich, hast du das?
00:24:27: Erlebst du das, wenn du dort auflegst ... dass die Emotionen der Menschen und die Stimmung der Weiber anderer ist als vielleicht jetzt ... weiß ich nicht, auf einem Festival irgendwo in Kroatien oder auf einem festival in Montenegro oder so etwas?
00:24:41: Ja!
00:24:44: Das Ding ist, dass ich finde, dass die Leute an sich, diejenigen für die, die dann solche Orte als ... als Club, die dann die Auswählen um da hinzugehen und dort Zeit zu verbringen.
00:24:57: An sich in Kiel das Ganze ist halt so eine große, fast wie Religion für die Menschen ja und ist schon immer gewesen.
00:25:06: Und für mich ist es jetzt schwierig zu sagen inwiefern er sich geändert hat seit am Anfang des Krieges.
00:25:11: ich habe hier zum Beispiel nicht lieb was mir so eingefallen hätte auf dem Floor außer dass die Leute an sich einfach Die nehmen die Musik anders wahr auf die Allemweise, wenn ich das sagen darf.
00:25:27: Sie sind feger, die Musik wahrzunehmen und sie nicht einfach Volte de Flor geht und sie einfach einen Kick drum und Bass hat und irgendeinen Kort und das war es schon.
00:25:42: Die Leute dort, die sind fähig eben... viel schichtigere und intellektuellere Musik wahrzunehmen.
00:25:50: Und das kommt mir vor, war es schon immer aber auch so.
00:25:53: Und jetzt ist zum Beispiel auch der Fall dass die da eintritt für die Leute aus Militär bei allen diesen Veranstaltungen ist gratis und sie werden sehr willkommen und es wird sehr viel darauf geachtet, dass sich die Leute dort wohlfühlen usw.
00:26:15: Das war unser Gespräch mit Kathia Curie.
00:26:18: Wir haben gehört, wie sich die Kiewa-Club-Szene ihre Lebendigkeit auch unter extremsten Bedingungen bewahrt.
00:26:24: Partys finden nur tagsüber statt wegen der nächtlichen Ausgangssperrneben.
00:26:28: Angehörige des Militärs haben freien Eintritt und ein beträchtlicher Teil der Einnahmen fließt direkt an die ukrainische Armee über diese sogenannten Fundraiser Jazz, die Kathia beschrieben hat.
00:26:40: Und diese Orte sind Community Spaces, sind Safer Spaces für queere Menschen.
00:26:44: Für Menschen die aus den besetzten oder zerstörten Gebieten geflohen sind.
00:26:48: Oder auch für Soldaten auf Fronturlaub.
00:26:51: Katja hat das sehr eindrücklich formuliert Die Menschen kommen nicht nur dorthin um sich anzusaufen oder jemanden anzubaggern.
00:26:57: Sie kommen als Teil einer Community zu sein und Mensch zu sein.
00:27:03: Und eben nicht bloß immer nur im Überlebensmodus zu existieren.
00:27:06: Kultur, auch in diesem erweiterten Sinn ist also kein Luxus den man sich im Krieg nicht leisten kann.
00:27:13: Kultur ist Teil dessen wofür dieser Krieg geführt wird.
00:27:16: für die Menschen der an solchen Orten zusammenkommen geht es auch um das Zelebrieren von Freiheit.
00:27:21: trotz allem
00:27:22: Ja und Link zum Gespräch.
00:27:23: mit Kategorie finden Sie einen Show-Notes ebenso wie Informationen zu IBM Lecture Dance Floors of Democracy
00:27:30: Und selbstverständlich auch Informationen zur aktuellen Ausgabe der European
00:27:44: Voices.
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