Die große Trockenheit: „Wir werden uns in Zukunft bei der Wasserversorgung einschränken müssen“
Shownotes
Von Christine Mayrhofer. Es ist trocken in Österreich, die trockenste März-April-Periode seit Messbeginn, wie Geosphere Austria vermeldet. Und die Trockenheit hat Folgen: Grundwasser- und Flusspegel sind niedrig, die Landwirtschaft fürchtet um Ernteerträge.
„Tatsächlich werden wir uns in Zukunft öfter mit solchen Themen herumschlagen müssen“, kommentiert Robert Neunteufel von der Boku Wien die aktuelle Trockenheit, „durch den Klimawandel werden trockene Phasen länger und intensiver.“
Neunteufel ist Experte für Wasserversorgung und Wasserbedarf und erklärt in dieser Folge von „Was wichtig ist“ was in längeren Trockenperioden mit dem Grundwasser passiert, wie gut Österreichs Wasserversorgung auch in Zukunft gedeckt ist, und wie trocken es im Wasserland Österreich noch werden könnte.
Gast: Roman Neunteufel, Boku Wien Moderation: Christine Mayrhofer Schnitt: Audiofunnel/Dominik Lanterdinger
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Transkript anzeigen
00:00:05:
00:00:09: Es ist trocken in Österreich sehr trocken.
00:00:12: Der heurige März und April waren laut Geos für Austria überhaupt die trockenste vergleichbare Periode seit Beginn der Messungen im Jahr eighteenhundert achtundfünfzig.
00:00:22: Eine Trockenheit, die Folgen hat.
00:00:24: Grundwasser- und Flusspegel sind niedrig Die Landwirtschaft fürchtet um Ernteerträge.
00:00:30: Das ist was wichtiges, der tägliche Nachrichten-Podcast der Presse.
00:00:34: Mein Name ist Christine Meyerhofer und ich bin eine der Huss dieses Podcasts.
00:00:39: In dieser Folge habe ich mit Roman Neuntäufel von der Bokowin über die aktuelle Trockenheit gesprochen.
00:00:44: Er ist Experte für Wasserversorgung und Wasserbedarf und hat mir erklärt, was in längeren Trockenperioden mit dem Grundwasser passiert – wie gut Österreichs Wasserversorgen auch in Zukunft gedeckt Und wie trocken es im Wasserland Österreich noch werden kann.
00:01:05: Hallo, Herr Neutäufel!
00:01:06: Einen wunderschönen guten Tag!
00:01:08: Herr Neu-Teufl, aktuell erleben wir eine große Trockenheit in Österreich so groß dass die Landwirtschaft aufschreit Ernteverluste sogar befürchtet.
00:01:16: In vielen Flüssen herrscht ein niedrigem Wasser.
00:01:19: Wie ernst ist denn die Lage aus Ihrer Sicht?
00:01:21: Also was wir hier sehen tatsächlich eh schon einmal vorgekommen.
00:01:25: Wir haben das im Jahr, auch in den Jahren des Jahrhunderts und Jahrhundzwanzig schon einmal gehabt eine sehr große Trockenheit.
00:01:31: da hat sich das auch über einige Zeit schon im Winter angekündigt dass wir relativ wenig Niederschläge oder ein großes Niederschlag Defizit haben Und genauso etwas passiert jetzt wieder.
00:01:42: Tatsächlich werden wir uns in Zukunft sehr viel öfter mit solchen Themen herumschlagen müssen weil einfach mit dem Klimawandel Auswirkungen Das kennt man schon, das war auch schon viel in den Medien.
00:01:53: Das ist genau das was passiert und die Trockenheiten werden länger und intensiver.
00:01:58: auf der anderen Seite wenn es dann einmal regnet regnens dafür auch stärker und intensiv.
00:02:02: Das haben wir gerade in Niederösterreich im Jahr zwanzig vierundzwanzig erst kennengelernt mit diesen großen Überschwemmungen.
00:02:08: also das ist leider gekommen um zu bleiben.
00:02:11: und ja jetzt gerade stehen wir wieder an Beginn einer sehr trockenen Phase die sich vielleicht im Sommer noch ganz stark zuspitzen kann.
00:02:20: Gibt es da Regionen in Österreich, die besonders betroffen sind?
00:02:24: Also generell ist der Osten das Flachland, Südenosten meistens deutlich stärker von der Trockenheit betroffen schon allein deswegen, weil dort die durchschnittlichen Niederschläge geringer sind.
00:02:37: In albinen Bereichen sind die Niederschläge meistens insgesamt höher.
00:02:42: Momentan ist es allerdings auch so, dass es auch innerhalb bin recht wenig Niederschlag gegeben hat.
00:02:47: Wenig Schnee schon gegeben hat und wenn ich gerade auf die aktuellen Grundwasserstände auf der Österreich-Karte draufschau, gibt's eigentlich kein Bundesland wo ich also nicht rote oder zumindest ein Arrange Messsonnen sehe.
00:02:59: und grün oder blau sprich mit hohen Grundwasserständen finde ich momentan auf der Landkarte so gut wie nichts oder nur sehr wenige Gebiete.
00:03:08: Die Landwirtschaft haben wir schon erwähnt, da ist gerade der Alarm besonders groß.
00:03:13: In welchem Ausmaß werden jetzt Niederschlag notwendig?
00:03:17: Um in da sozusagen das Ruder noch einmal herum zu reißen und um die aktuell befürchteten Ernteverluste noch einmal zu verhindern?
00:03:24: also würde sich das überhaupt ausgehen.
00:03:28: Zum Thema Landwirtschaft bin ich nicht genau der Experte.
00:03:30: Allerdings sieht man und hört natürlich, dass die Landwirten schon recht stark klagen.
00:03:36: gerade jetzt wo Aussaat begonnen hat wäre der Niederschlag wichtig also das die Saat auch aufgeht und wesentlich werden da auch ein regelmäßiger Niederschlag also immer wieder mal alle paar Wochen nicht bloß dann ein starkes Gewitterereignis diese Niedurschläge tatsächlich gar nicht sehr lange vorhalten.
00:03:58: Gleichmäßigere Niederschläge wären natürlich gerade im Frühjahr für die Landwirtschaft von großer Bedeutung, aber so viel ich jetzt die Wetterprognose der nächsten Tage und Wochen im Kopf habe ist da nicht großartig was zu erwarten.
00:04:10: Sie haben das auch schon erwähnt dass die Grundwasserpegel ebenfalls sehr niedrig sind.
00:04:15: welche Rolle spielt denn das Grundwasser bei unserer Wasserversorgung in Österreich?
00:04:20: Und wie dramatisch sind dann so niedrige Pegelstände?
00:04:24: Also zum einen die Grundwasserstände sind natürlich ganz wichtig für Sektoren, die Grundwasser aktiv entnehmen.
00:04:31: Ein voran ist das natürlich die Industrie der so hier Wasser entnimmt, es ist die Trinkwasserversorgung in der Bevölkerung und diese ist auch die Landwirtschaft.
00:04:40: allerdings die landwirtschaftliche Bewässerung beschränkt sich in Österreich auf einige Regionen wo das recht intensiv ist.
00:04:46: also das Machfeld ist ja sehr bekannt Für die Bevölkerung.
00:04:50: natürlich ist ganz wichtig, was tut sich mit der Trinkwasserversorgung und ist die Trinkwasserversorgung sicher.
00:04:56: Und dazu kann man sagen also die Trinke Wasserversorgungen sind mal generell besser abgesichert als die Landwirtschaft weil ein Wasserversorger hat üblicherweise tieferen Brunnen hat mehr als einen brunnen zur Verfügung um die Wasserversorge zu bewerkstelligen werden.
00:05:10: natürlich Landwirtinnen und Landwirte haben bei einem Acker nur einen Brunnen.
00:05:14: Und wenn der einmal trocken ist, dann gibt es keine Bewässerung mehr und dann ist hier nicht so möglich.
00:05:19: Insofern ist das natürlich sofort ein Problem in der
00:05:22: Landwirtschaft.".
00:05:23: Wenn jetzt solche Trockenperioden stattfinden wird dann quasi automatisch mehr aufs Grundwasser zurückgegriffen?
00:05:31: Entsteht dadurch noch ein größerer Druck auf die
00:05:34: Wassereserven?".
00:05:36: Genau das ist der Fall.
00:05:37: Also zum einen die Landwirtschaft versucht natürlich dort wo es möglich ist zu bewässern, also wo Bewässerungsinfrastruktur vorhanden ist wird das dann auch genutzt.
00:05:45: insofern werden die Grundwasserkörper dann noch dementsprechend stärker ausgenutzt und geraten stärker unter Druck.
00:05:53: im Bereich der Trinkwasserversorgung ist es so dass hier in etwa eine halbe-halbe Aufteilung ist Quellwässer und Grundwasserentnahmen ausbrunnen Und gerade in der Trockenzeit oder in solchen Trockenperioden mit wenig Niederschlag gehen dann schon langsam auch die Quellschüttungen zurück.
00:06:09: Das heißt, diese Rindwasserversorgung greift dann verstärkt auf ihre Brunnen zurück und entnimmt wieder aktiv aus den Grundwasserkörpern.
00:06:17: dementsprechend natürlich mehr Wasser wenn die Quellen durch geringere Niederschläge weniger schütten.
00:06:24: Sie haben das auch schon erwähnt.
00:06:26: Die Trockenheit wird wie andere Extremwetter auch vom Klimawandel verstärkt, er macht sie häufiger.
00:06:32: Wie entwickelt sich denn da der Langzeitbrennend?
00:06:34: Also auf was können wir uns dann im Punkto unserer Wasserversorgung einstellen?
00:06:39: Also die Wasserversorgen sichert sich einmal sehr gut ab.
00:06:42: Die Wasserversorge denkt nicht in Jahren sondern eher in Jahrzehnten voraus und ich sage immer, die Wasser Versorgung ist ein Sektor, der arbeitet mit Hosenträger und Gürtel.
00:06:53: Das heißt, hier gibt es gewisse Redundanzen die schon vorgehalten werden.
00:06:57: und eben gerade deswegen weil die Wasserversorgung so wahnsinnig wichtig für die Bevölkerung ist können wir uns nicht leisten dass da also große Ausfälle in näherer Zukunft zu erwarten sind.
00:07:09: Ausfällen heisst ein totales Ausfall bei einfach kein Wasserressort das mehr verfügbar ist.
00:07:12: was wir schon sehen werden bereits in der Vergangenheit gesehen haben und noch verstärkt auch in der Zukunft sehen werden, ist dass die Wasserversorgung einfach mit Einschränkungen belegt wird.
00:07:21: Das heißt es wird in manchen Gemeinden dann das Verbot rausgesprochen den Rasen zu gießen, die Puls zu füllen, die Autos zu waschen – das kennen wir aus der Verganganheit.
00:07:30: Es findet jetzt gerade schon wieder in einigen Gemeinden statt.
00:07:33: Das hatte ich selber auch nur von den Medien erfahren aber es hat mich nicht weiter gewundert, dass es schon wieder so weit ist Und das werden wir in Zukunft sicher häufiger erleben.
00:07:42: Österreich galt ja ganz lange als wasserreiches Land, wir sprechen auch immer vom Wasserschatz.
00:07:48: Österreich muss sich da am Selbstverständnis etwas verändern.
00:07:52: oder sollte sich da was verändern?
00:07:54: Wir sind tatsächlich nach wie vor ein wasserweiches Land.
00:07:56: Das darf man nicht außer Acht lassen oder das hat sich nicht verändert.
00:08:01: Es ist nur so... dass natürlich gerade die Grundwasserkörper eine sehr gleichmäßige Wasserqualität haben, üblicherweise ein sehr flächendeckendes Dargebot von Wasser zur Verfügung stellen und deswegen gerade die grundwasserkörper natürlich gerne als Wasserresurs genutzt werden.
00:08:17: Das bedeutet wir haben sehr viel Wasser aber vieles davon ist einfach Oberflächenwasser, fliesst in unseren Flüssen, ist in unseren Seen.
00:08:25: Und auf dieses Wasser wollen wir, solange es geht nicht unbedingt zurückgreifen weil das also qualitativ Einschränkungen hat.
00:08:32: Weil es ungleichmäßiges Tagebot hat, weil es zuerst aufbereitet werden muss währenddessen Grundwasser tatsächlich wenn es so wie es auch sein soll unbeeinflusst ist und sauber genug ist tatsächlich auch ohne Aufbereitung als Trinkwasser verwenden kann.
00:08:47: Also die Grundwasserkörper sind auf jeden Fall die beliebtere Wasseresource bei allen Steak Holdern Aber die sind eben nicht unendlich.
00:08:56: Und gerade das was der Klimawandel bringt, nämlich eine Verungleichmäßigung der Niederschläge und somit auch eine Ver Ungleichmäßigung der Nachlieferung von Grundwasser.
00:09:06: Damit kommen unsere Grundwasserkörper zumindest in einen Regionen an ihre Belastungsgrenzen.
00:09:12: Belastungskränzen heißt in dem Fall nicht dass sie nicht mehr nutzbar oder gänzlich austrocknen sondern dass wir die Grundwasserkörper natürlich auch aktiv schonen müssen, dass sie stehen auch immer mit Oberflächengewässern in Korrespondenz spricht.
00:09:25: Da wird Wasser sich gerade ein und sieht gerade aus den Grundwasserkörbern in die Oberflächengewässer.
00:09:30: damit unsere Flüsse in Trockenperioden nicht trocken fallen dürfen wir nicht einfach alles was an Grundwasser neu gebildet wird auch den Grundwasser-Körpern wieder entnehmen.
00:09:40: das ist die sogenannte ökologische Funktionsfähigkeit Und um die zu erhalten, müssen wir uns als Gesellschaft natürlich gewisse Regeln und Grenzen auferlegen.
00:09:49: Um hier nicht die Grundwasserkörper zu übernutzen.
00:09:53: Es gibt ein paar Regionen wo diese Übernutzung in näherer Zukunft ein mögliches Szenario ist.
00:10:00: wenn man über den Klimawandel sprechen, sprechen wir über Szenarien Und wenn es tatsächlich so ist, dass es vielleicht sogar ein bisschen trockener wird oder dass es eine ungünstige hydrologische Entwicklung gibt dann kann es passieren, dass wir in ein paar Regionen hier tatsächlich einen gewissen Paradigmenwechsel erleben werden.
00:10:18: Das heißt das geht nicht mehr grundsätzlich alles wie es in der Vergangenheit war sondern man muss ein wenig aufpassen wofür wir tatsächlich Grundwasser aus unseren Grundwasserkörpern noch aktiv entnehmen und da mehr oder minder klar auch gesetzlich geredet, dass der Wasserversorgung der Bevölkerung hier eine Vorrangstellung einzukäumen ist.
00:10:41: Um welche Regionen geht es denn da die besonders gefährdet sein könnten?
00:10:46: Ja tatsächlich sind wir da wieder im trockeren Osten des Landes das heißt so Bereiche Niederösterreich Nordburgenland Südsteiermark Das sind also typischerweise die Regionen wo man die Trockenheit durchaus kennt Und das sind auch die Regionen, wo natürlich die veranderten Grundwasserkörper dementsprechend stärker genutzt werden als im Rest von Österreich.
00:11:09: Und da sind ein paar Regionen ausgewiesen, wo man eben dementsprechend jetzt den Zukunft ein bisschen darauf aufpassen muss.
00:11:16: Jetzt haben Sie schon Regeln und Wassermenagement angesprochen –
00:11:20: wie
00:11:20: gut ist denn Österreich aus Ihrer Sicht auf so häufigere Trockenperiode vorbereitet?
00:11:26: Auf Höfe getrockneten Perioden kann man sich leider gar nicht vorbereiten.
00:11:29: Wir haben das
00:11:29: Glück,
00:11:30: dass wir noch genügend Wasser in unserem Land haben.
00:11:34: Es gibt aber natürlich ein Management von Wasser in Österreich und es hat auch damit zu tun, dass Entnahmemengen gewisserweise begrenzt sind.
00:11:43: Bislang aus der Vergangenheit kennenwürs, dass das nicht unbedingt nötig war, dass man hier sehr restriktiv vorgeht.
00:11:50: Das wird sich in Zukunft ein bisschen ändern, das heißt wir werden in Zukunft eher sehen dass Wasserrechte ja vielleicht kürzerfristig nur vergeben werden oder dass Wasserrecht nicht mehr im vollen Umfang vergeben werde bzw.
00:12:03: dass Wasserrächte vielleicht Auflagen erhalten werden, dass ab einem gewissen Grundwasserstand nicht mehr die volle Menge entnommen werden.
00:12:10: davon so weiter.
00:12:11: also da gibt es eine große Bandbreite von Möglichkeiten die also dann die Behörden umsetzen können um hier die Grundwassernutzung für alle auf einem möglichen Niveau zu halten, sodass der Gesellschaft halt bestmöglich gedient ist.
00:12:27: Es gibt ja immer wieder Kritik daran dass es in manchen Bereichen zu wenig Daten über Wasserentnahme gibt also man gar nicht so genau weiß welche Akteure jetzt genau waren wie viel Wasser verbrauchen.
00:12:39: Wie groß ist dieses Problem tatsächlich?
00:12:41: Dieses Problem ist bekannt und es auch in Österreich deutlich weniger Daten gibt, als man sich das vielleicht so durchschnittlich in der Bevölkerung vorstellen kann.
00:12:53: Das ist aber historisch gewachsen.
00:12:54: eben dadurch dass wir ein wasserreiches Land sind und dass es nicht unbedingt nötig war sehr genau darüber Bescheid zu wissen weil eh genug für alle da war haben wir eine relativ bescheidene Datengrundlage zum Teil was die realen Entnahmen angeht.
00:13:11: Das heißt, wir wissen sehr genau, was die einzelnen Betriebe entnehmen dürfen – das ist sogenannte Konsens-, aber wie viel dann pro Jahr oder pro Monat entnommen wird?
00:13:21: Das sind Daten, die wurden bislang in Österreich nicht erhoben, weil es einfach sehr viel Arbeit ist diese Daten zu erheben und weil es bislange einfach nicht nötig war, dass genau zu wissen.
00:13:31: Das ändert sich gerade, d. h., es ist jetzt eine Regelung im Gespräch der sogenannten Entnahmeregister wo also alle Wasserberechtigten ab einer gewissen Größe regelmäßig ihre realen Entnahmen einmelden müssen und das ermöglicht natürlich dann auch den Behörden, dementsprechend besser Entscheidungen zu treffen oder genauer Bescheid zu wissen.
00:13:52: Das ist etwas eine Entwicklung die ja tatsächlich auf Grundlage der sich jetzt abzeichnen Situation sprich wir werden Grundwasserkörper vielleicht mit eingeschränkten Verfügbarkeiten in Zukunft haben was sich eben gerade entwickelt.
00:14:07: Wir haben ja schon verschiedene Akteure angesprochen, die Wasser in Anspruch nehmen.
00:14:12: Die Landwirtschaft, die Industrie oder eben auch private Haushalte?
00:14:16: Wie ist denn da in etwa das Verhältnis von diesen verschiedenen Posten und wo gäbe es, sollte dazu kommen oder sollte es notwendig werden, das größte Einsparpotenzial?
00:14:29: Also ein Einspar Potenzial ist etwas schwierig.
00:14:31: wenn wir Wasser brauchen, brauchen wir Wasser.
00:14:34: Es kann nur passieren, dass es eben nicht mehr verfügbar ist.
00:14:36: Einen voran wird's vielleicht die landwirtschaftlichen Brunnen treffen, wenn der Brunnan trocken ist und kein Wasser mehr entnommen werden.
00:14:44: Ansonsten wie sieht die Verteilung der Wasserentnahme in Österreich aus?
00:14:48: Wenn wir nur auf die Grundwasserentnahmen schauen, ist sicherlich die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung der größte Grundwassernutzer.
00:14:56: danach kommen erst Industrie- und Landwirtschaft.
00:14:59: Wenn wir auf die gesamten Wasserentnahmen schauen, ist sicherlich der Industriesektor der größte Wasserentnehmer.
00:15:05: Aber die nehmen sehr viel Wasser aus Oberflächengewässern oder aus oberflächennahen Brunnen was also tatsächlich dann auch aus den Oberflichenwässern aus Flüssen das Wasser in des Grundwasser nachgeliefert werden würde und zwar für Kühlzwecke.
00:15:21: Also man muss ja immer sehr genau wissen, worüber man gerade spricht.
00:15:24: Sprechen wir nur über die Entnahmen aus Grundwasser oder sprechen wir über die entnahmen aus Oberflächenwasser?
00:15:30: Was gar nicht mittlerweile eingepreist ist zum Beispiel die Wassernutzung für die Wasserkraft.
00:15:35: aber die Wassercraftnutzung ist etwas das findet vor Ort am Wasserkraftwerk statt und da wird also dem Wasserkreislauf nicht direkt Wasser entnommen.
00:15:43: Also über diese Menge, das werden natürlich die allergrößten Mengen genutzt werden.
00:15:47: Aber über diese Mengen sprechen wir in der Statistik eigentlich nie weil dieses Wasser ja nicht wirklich dem Wasserkreislauf entzogen wird.
00:15:53: Anders ist es bei den Wassermengen, die wirklich aktiv aus den Grundwasserkörpern hervorgepumpt werden und dann Übernutzung sprich Verdunstung wie in der Landwirtschaft oder Nutzung im Haushalt, in Industrie, in gewisser Weise natürlich die Wässer verschmutzt werden und dann in die Flüsse abgegeben werden, nicht wieder in den gleichen Grundwasserkörper, wo es entnommen wurde zurückkommen.
00:16:19: Das ist eine echte Wasserentnahme aus dem Grundwasserkörper.
00:16:22: Und da wie gesagt ist die trinkwasserversorgende Bevölkerung sicherlich der größte Entnehmer und erst an Platz zwei kommt dann die Industrie, die natürlich auch Wasser aus den Grundwasserkörpern entnimmt.
00:16:34: Die Landwirtschaft ist tatsächlich am Platz
00:16:36: drei
00:16:37: weil das österreichweit eben sehr eingeschränkte Gebiete sind, wo die Landwirtschaft bewässert Im Machfeld.
00:16:43: natürlich ist die Landwirtschaft am Platz ein.
00:16:45: Da ist es der größte Wasserentnehmer aus dem Grundwasser, aber im Österreich-Durchschnitt spielt das dann tatsächlich eine etwas untergewordene Rolle.
00:16:53: Das heißt man muss alle Wasser entnahmen und mögliche Einsparpotenziale immer sehr regional auf den jeweiligen Grundwasserkörper betrachten.
00:17:02: Wenn jetzt über Wasser oder eine mögliche Wasserknappheit gesprochen wird, dann denkt der Otto Normalverbraucher da draußen an sich selber kürzere Duschen oder irgendwie an das kürzere Rasen sprengen, aber hat so ein privater Verbrauch eigentlich irgendeinen Einfluss?
00:17:21: Oder ist es eh nichts zu erwähnen.
00:17:24: Also einen privaten Verbraucher muss auf jeden Fall einen Einfluß haben, weil ansonsten würde es nicht Gemeinden geben die den Verbraucht zum Beispiel für Gartengießen oder für Pulfillen und Autowasche einschränken würden wo der private Verbrauche im Allgemeinen nicht eingeschränkt werden muss persönlichen Wohlbefinden beim Duschen, bei der Hygiene.
00:17:44: Diese Wassermengen stehen im allgemeinen wirklich gut abgesichert zur Verfügung.
00:17:49: Wo es schwieriger wird ist eben dann dieser Autorverbrauch sprich das was im Garten passiert.
00:17:54: da wird tatsächlich eine sehr große Wassermenge wenn's heiß wird natürlich dementsprechend in den Rasen vergossen beziehungsweise werden Puls gefüllt.
00:18:03: Das kann schon einmal zu einer Verdoppelung des Wasserverbrauchs in einem Gebiet führen.
00:18:07: das heißt wenn wir diesen Außen Bedarf einschränkt oder diesen Außenverbrauch einschrankt, dann hat das sehr wohl eine Auswirkung.
00:18:14: Dort wo es nötig ist melden sich natürlich dementsprechend die Gemeinden beziehungsweise gibt's dann Verordnungen von den Gemeinden wenn die jeweilige Gemeinde irgendwo noch nichts gesagt hat dann braucht sich Verbraucherinnen und Verbrauchern in Österreich vorläufig auch noch keine Sorgen machen.
00:18:30: Wichtig ist natürlich Wenn zwar ein Wassersparen ausgerufen wird Dann auch sich wirklich dran zu halten.
00:18:36: Jetzt, wenn wir in die Zukunft schauen.
00:18:38: Was sind jetzt aus Ihrer Sicht?
00:18:39: Die Maßnahmen, die in den nächsten Jahren – Sie haben gesagt beim Wasser rechnet man eher im Jahrzehnten, dann gerne auch in den Nächstenjahrzehnten getroffen werden müssen damit wir hier in Österreich auch langfristig in der Zukunft weiterhin eine stabile Wasserversorgung auf allen Ebenen haben werden?
00:18:57: Also zum einen ist es einmal sicherlich dass bessere Bescheidwissen über die Wasserentnahmemengen.
00:19:02: Das ist das, was mit dem Entnahmeragiste jetzt geplant ist und was auch passieren wird.
00:19:07: Zum anderen ist es sicherlich dass in manchen Regionen auf alternative Wasseresourcen also für manche Nutzungen zumindest auf alternative Wasserresourcen zurückgegriffen werden wird.
00:19:18: D.h.,
00:19:19: es gibt die Möglichkeiten.
00:19:20: zum Beispiel so wie man im Skigebieten zur Pistenbeschneiung Speicherteiche anlegt gibt es auch schon Projekte, die das für die Landwirtschaft tun.
00:19:30: Wo also Niederschläge gesammelt werden, die sonst ungenutzt in den Flüssen abrennen würden und dann für Belässerungen z.B.
00:19:37: herangezogen werden oder es wird aus größeren Flüßen eben Oberflächenwasser entnommen.
00:19:42: da gab's auch in der Vergangenheit schon Projkte.
00:19:45: Der Machfeldkanal ist so ein Projekt.
00:19:47: Da wird also Donauwasser abgezwagt und wird als Schwagrahmen dann in das Bächesystem des Machfels eingespeist um also den Grundwasserspiegel dort wieder etwas anzuheben.
00:19:57: Das ist jetzt auch nicht wahnsinnig nahe, dass es immer wieder Perioden gegeben hat wo der Grundwasserspiel schon mal stärker abgesunken ist.
00:20:04: Ja dadurch sind eben solche Projekte wie der Machfeldkanal damals entstanden.
00:20:09: Jetzt haben wir eine Zeit gehabt wo er nicht wirklich stark genutzt worden ist.
00:20:12: vielleicht kommen wir jetzt wieder in einer Periode wo wir sehr froh sind das wir derartige Infrastrukturen schon haben und vielleicht weitere derartigen Projekten noch entstehen können.
00:20:23: Vielzahl an Möglichkeiten.
00:20:25: Wesentlich wird es sein, dass man rechtzeitig damit beginnt und ja zum Glück diskutiert wir zumindest jetzt schon darüber beziehungsweise eben so Entwicklungen wie wir sie jetzt sehen.
00:20:35: die sind natürlich dann immer ein Anstoß intensiviert darüber zu diskutieren ob und wie eine Sicherung der Wasseresourcen besser durchgeführt werden könnte oder welche Maßnahmen nötig sind.
00:20:46: Dann hoffen wir das der Anstoße auch Zutaten führt.
00:20:49: Herr Neuntäufel vielen herzlichen Dank.
00:20:52: Ich danke.
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00:21:35: Danke fürs Zuhören!
00:21:36: Bis zum nächsten Mal.
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