Die neue Macht in der WKO: Wie Martha Schultz alte Netzwerke kappt | Hanna Kordik
Shownotes
Martha Schultz hat nach Harald Mahrers Abgang von Wirtschaftskammer und Wirtschaftsbund beide Institutionen übernommen und seither kräftig umgerührt. Wir ziehen sechs sechs Monate nach der größten Krise in der Geschichte der WKO Bilanz. Was ist seither passiert? Sind die Sparmaßnahmen, Personalentscheidungen und ersten Ankündigungen glaubwürdig oder nur kosmetischer Natur? Macht Martha Schultz einen guten Job? Wer sind ihre Feinde und Freunde? Ist die WKO-Struktur reformierbar?
Gast: Hanna Kordik, Kolumnistin, Wirtschaftsjournalistin
Moderation: Anna Wallner, Head of New Media
Schnitt: Audiofunnel/Georg Gfrerer
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Transkript anzeigen
00:00:02: Die Presse.
00:00:07: Ich glaube, sie liebt diese Aufgabe.
00:00:08: Also ich habe überhaupt nicht den Eindruck gehabt, dass sie sich gedacht, boah was für ein Tschoch!
00:00:13: Das ist so wahnsinnig anstrengend.
00:00:15: Also richtig Energie geladen und ich hab sie gefragt wie es ihr denn so geht eigentlich in dieser doch Männerdominierten Wirtschaftskammerwelt?
00:00:27: Und dann hat sie nur gelacht und hat gemeint in Terol komme ich auch aus einer Männerwelt.
00:00:32: Also das ist für mich überhaupt nichts
00:00:33: Neues.".
00:00:34: Sie hat eigentlich die Vizepräsidentin dort abgelöst, fünf an der Zahl und wird jetzt mit zwei in das Auslangen finden.
00:00:41: Das sind auch Vertraute von ihr.
00:00:44: Sie hat vorher den Wirtschaftspunktgeneralsekretär Kurt Egger abgelösst, hat die Tanja Graf jetzt dort hinein auch eine Vertraut von ihr und hat jetzt aber nach der Wahl dem Peter McDonald als stellvertretender Generalsekretäre auch verabschiedet ihres Vertrauens in reiner Rösselhuber, der im Übrigen auch von Peter Haubner geholt wurde.
00:01:04: Also da merkt man einfach das dieses Puzzle sich dann schön
00:01:08: zusammenfügt.".
00:01:11: Das ist meine Kollegin Hannah Kordig und die Frau über die sie da spricht – ist Marta Schulz.
00:01:17: Seit einigen Monaten ist sie Präsidentin der Wirtschaftskammer UND des Wirtschaftsbundes.
00:01:21: Ins Amt gekommen ist die heute zweiundsechzigjährige Schulz sehr plötzlich nämlich nachdem ihr Vorgänger Harald Marra wegen wochenlang anhaltender Kritik an einer Erhöhung der Funktionärsgehälter in der Kammer und einigen anderen Punkten schließlich am threizenden November, als Wirtschaftskammerchef zurückgetreten ist.
00:01:42: Das ist nun exakt ein halbes Jahr her – und Marta Schulz rührt kräftig um!
00:01:48: Deshalb habe ich Hannah Kordig zu mir ins Studio geladen, weil sie für ihre wöchentliche Samstagskolumne Cord Economy immer wieder zu diesem Themenfeld recherchiert.
00:01:57: Wir wollen sechs Monate nach der größten Krise in der die Wirtschaftskammer je gesteckt ist, Bilanz ziehen!
00:02:03: Was ist seither sowohl den Kammer wie auch im Wirtschaftsbund passiert?
00:02:07: Sind die Sparmaßnahmen, Personalentscheidungen und ersten großen Ankündigungen von Marta Schulz glaubwürdig oder nur kosmetischer Natur?
00:02:15: Macht Schulz einen guten
00:02:16: Job?!
00:02:17: Wer sind ihre Freunde und wer sind ihre Feinde?
00:02:20: Das ist, was wichtig ist.
00:02:22: Ich bin Anna Wallner, Head of New Media in der Presse und eine der Gastgeberinnen dieses Nachrichten Podcasts.
00:02:28: Ich freue mich, dass Sie da sind!
00:02:35: Liebe Hannah, hallo schön, dass du da bist.
00:02:37: Hallo
00:02:37: Anna.
00:02:39: Wir haben uns zusammengesetzt weil sich in wenigen Tagen übermorgen nämlich der Rücktritt von Harald Mara als Wirtschaftskammerpräsident Zum ersten Mal, also ist es genau ein halbes Jahr her.
00:02:51: Ein paar Tage später ist er dann auch von anderen Funktionen nämlich vom Wirtschaftspunktpräsident und Nationalbankpräsident zurückgetreten.
00:02:58: Welche oder wie groß war denn der Einschnitt Harald Marra zu verlieren für diese drei Institutionen?
00:03:06: Ich würde das jetzt nicht so sehr an der Person des Harald-Marra aufhängen.
00:03:11: ich glaube es war insgesamt schon ein großer Einschnitt weil das einfach beispiellos war also einen Kammerchef, der zurücktritt.
00:03:20: Der so dermaßen unter Druck gerät wie Harald Marra – das hat es noch nicht gegeben und insofern war's ein großer Einschnitt!
00:03:29: Und ich musste nur ganz kurz was korrigieren.
00:03:31: Harald marra hat ja sich mit Händen und Füsten dagegen gewährt und hat ja alle Opfergaben nenn' ich das jetzt einmal gemacht und dann war nämlich zuerst die Nationalbank bevor die Nationalbank, dass sie die Funktion des Präsidenten zurückgelegt hat.
00:03:49: Hat er sich noch in Interviews entschuldigt für diese Gagenerhöhung der Spitzenfunktionärinnen in der Wirtschaftskammer?
00:03:56: Also er hat sich entschuligt und das Nationalbank den Posten in eine Nationalbank zurückgelegt und dachte wohl okay jetzt hat er irgendwie sich reu gezeigt es ist alles in Ordnung und es ist aber trotzdem dann der Druck da gewesen.
00:04:08: und dann hat er schlussendlich... Abfolge von wenigen Tagen gewesen hat er dann, dass seine Funktion als Wirtschaftskammerpräsident zurückgelegt und das hat es einfach noch nie gegeben.
00:04:20: Wir wollen uns jetzt ansehen was in diesem halben Jahr passiert ist.
00:04:22: bevor wir aber über die Person Martha Schulz also die Nachfolgerin von Harald Mara sprechen frage ich dich aus jemand der wie wahrscheinlich die meisten deiner Leserinnen und Lesern Fans auch wissen dass du viele recherchierst viel nicht auch umhörst hast du das Gefühl dass die Wirtschaftskamer dieses halbe Jahr danach immer noch Unruhig ist, oder hat sich dort auch intern die Ruhe gelegt?
00:04:43: Die Aufregung um Harald Marr hat sich sicher gelegt.
00:04:46: Aber ich würde sagen es ist schon sehr unruhigt weil ein Materschulz enorm umtriebig ist und sie setzt immer wieder Maßnahmen.
00:04:56: das sind dann im Endeffekt jetzt nicht die großen Würfe.
00:04:58: aber man merkt einfach Sie will einfach Signale setzen sie will dass da was weitergeht.
00:05:07: Es haben auch Leute ihre Jobs verloren, durchaus prominente Leute und ich denke mir ja es ist wahrscheinlich gibt lustigere Dinge als gerade in der Wirtschaftskammer zu arbeiten.
00:05:18: Ja vor allem interessant
00:05:19: ist ja dass man glaube ich gedacht hat zuerst war ja klar das sie mal zuerst intremistische Wirtschaftskamerpräsidentin wird und ich hatte den Eindruck Viele haben sie da eher so als Übergangsfigur gesehen.
00:05:30: Das macht ihr halt jetzt eine Weile, bis Sie dann selbst über den Jahreswechsel sich entschieden hat.
00:05:35: Sie möchte wirklich voll Präsidentin bleiben und wurde auch solche bestellt.
00:05:42: Jetzt hat man also den Eindruck aus der Übergangsfigur ist plötzlich eine Aufräumerin geworden?
00:05:47: Wie kam das?
00:05:48: Ja ich habe das an sich auch sehr interessant gefunden.
00:05:51: Sie war zunächst als Interimslösung gesehen Sie hat das auch selber immer wieder betont, dass sie das nur intremistisch machen möchte.
00:05:59: Weil sie ein großes Unternehmen in Tirol hat, Hotel, Seilbahnen
00:06:03: etc.,
00:06:04: ein Unternehmen, das sie mit ihrem Bruder gemeinsam führt und sie gemeint hat, es hat da eh alle Hände voll zu tun.
00:06:11: Und ich habe Anfang des Jahres wie immer so ein bisschen recherchiert welche Jobs heuer zu vergeben sein werden wo sich was tun wird.
00:06:20: Ich fange immer das Jahr so an und da hat mir dann jemand gesagt Marta Schulz scheint gefallen an dem Job gefunden, sondern ich habe das zuerst überhaupt nicht glauben können und das war aber tatsächlich so.
00:06:32: Sie hat – so ist mir das erzählt worden – gemerkt es lässt sich sehr gut vereinbaren mit ihrem Job im Brotberuf in Tirol und offenbar gefällt ihr das?
00:06:43: Ist sie der Typ auch dazu, der gerne den Ton angibt die Ärmel aufkrempelt?
00:06:48: Und mir ist auch gesagt worden, dass Peter Hauptmehr, das war der frühere Wirtschaftsbund Generalsekretär.
00:06:53: Der gilt als einer ihrer Vertrauten, er da auch sehr zugeredet hat und sagt, sie kann das!
00:06:58: Sie schafft es!
00:06:59: Ja, jetzt haben wir's.
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00:07:51: Gut, und jetzt schauen wir uns an was sie bis jetzt gemacht hat.
00:07:57: Du hast schon prominente Namen erwähnt also das oft ja als am ersten Schritt auffällig ist.
00:08:02: es sind natürlich Personalveränderungen.
00:08:04: Es sind wie du gesagt hast durchaus prominente Namen die noch Harald Marra teilweise geholt hat oder sogar schon länger.
00:08:10: dabei sind Ein paar zum Beispiel Peter L. Eppinger glaube ich für Kommunikation Justus Reichel.
00:08:16: Also überreden jetzt mal nur von der Wirtschaftskammer.
00:08:19: Es sind das Signale gewesen an die Öffentlichkeit nach dieser Aufregung über Posten, Schacher und so weiter oder nicht Schacher.
00:08:26: Aber in dem Fall auch Positionen schaffen, die es vielleicht in der Form gar nicht unbedingt braucht, die sehr kostenintensiv sind?
00:08:33: Oder hat sie da eine Strategie dahinter, dass Sie verschlanken möchte?
00:08:37: Wahrscheinlich ist es ein bisschen von allem... Ich würde sagen, Sie macht an sich jetzt vieles richtig!
00:08:44: Sie setzt in regelmäßigen Abständen Signale.
00:08:48: Peter L. Eppinger ist jetzt nicht die große Person in der Wirtschaftskammer, aber immerhin um das jetzt genau zu sagen er war Kreativdirektor der Strategieabteilung, ist von Harald Marra geholt worden und man hat schon das Gefühl dass wenn solche Jobs geschaffen wurden unter Marra ist halt damals offenbar Geld abgeschafft gewesen.
00:09:11: also man hat halt einfach Petal Epping hat ja für Sebastian Kurz gearbeitet und so weiter.
00:09:16: Und man hat halt offenbar in den guten Postenfällen gesucht, und da war halt die Wirtschaftskammer super dafür.
00:09:23: Also um auf Mater Schulz zurückzukommen... Sie macht das schon vieles richtig finde ich weil sie immer in so, ich nenn's mal Appetitheppchen alle paar Wochen mit seinem Paukenschlag kommt der jetzt nicht finanziell so wahnsinnig ins Gewicht fällt.
00:09:39: aber man nimmt ihr ab dass sie dort, wo es nicht unbedingt notwendig ist.
00:09:44: Dass man große Ausgaben hat und sich das einfach reduziert.
00:09:47: Und Petal Eppinger steht da halt für solche Sachen personeller Natur.
00:09:52: aber sie hat auch diese Opernballloge gecancelt beim Februar für den Opernbalb.
00:09:59: Das fehlt jetzt auch finanziell nicht so wahnsinnig ins Gewicht Aber es hat halt Symbolcharakteren.
00:10:03: Es ist halt nicht so dieses was kostet die Welt sondern wir sparen.
00:10:07: Und so gesehen macht sie da vieles richtig.
00:10:10: Sie hat eben auch dieses Ökologie-Institut, das Mara geschaffen hat, Ökolution mit immerhin einem Jahresbudget von neunhunderttausend Euro.
00:10:19: Das wird mit Jahresende eingestellt.
00:10:21: also sie setzt immer wieder solche Signale und zeigt so wie man es vielleicht auch privat machen würde.
00:10:27: okay wo kann man mal jetzt Abstriche machen?
00:10:30: Das wird jetzt mal eingespart ja!
00:10:32: Es wird in ihrem eigenen Haus.
00:10:34: Sie hat Finanzierungen für Veranstaltungen gekanzelt.
00:10:39: Es ist in ihrem eigenen Haus, wird es keine neue Einstellungen mehr geben dort wo Leute gehen wird's keine Nachbesetzungen geben.
00:10:46: also eigentlich so dieses kleine einmal eins des Rotstifts würde ich mal sagen und das macht sie schon ganz gut weil die Leute auch verstehen.
00:10:54: Aber bei der Ökolution zum Beispiel, um da mal kurz einzuhaken... Da ist natürlich schon die Frage geblieben.
00:10:58: Es ist eine Klimainitiative, die es ein paar Jahre jetzt gab.
00:11:01: Warum entscheidet man sich so etwas einzustellen?
00:11:04: Ist das auch eine inhaltliche Entscheidung gewesen zu sagen, dass braucht man jetzt nicht?
00:11:08: Also ich würde vorsichtig sein mit dem Wort Klimainitiativen.
00:11:11: Worum es Harald Mara damals ging war einen Kontrapunkt zu setzen zu den Umweltbewegungen damals auch zu den Klima-Klebern etc.
00:11:22: Es ist halt damals sehr eskaliert auf der Seite und er wollte halt diesen unter Anführungszeichen vernünftigen, diese vernünftigige Gegenstimme zu den Klimaaktivisten bringen.
00:11:36: Geleitet hat das die heutige Staatssekretärin Elisabeth Zeehettener?
00:11:39: Richtig!
00:11:40: Und es ging einfach darum ich würde sagen ein bisschen unter dem Deckmantel der Klimapolitik einfach Eine Stimme zu haben, das sollte ja ein Think-Tank sein oder ist ein Think Tank.
00:11:54: Dass man einfach zeigt, wir nehmen das Thema Klimawandel sehr ernst aber...
00:11:59: Gut, aber das ist ja trotzdem, also die Initiative von mir gesagt war sehr verkürzt, aber dass es ja trotzdem die Frage warum braucht?
00:12:06: Ist man der Meinung, dass man das jetzt nicht mehr braucht?
00:12:08: Einfach weil die Diskussion nicht mehr schlaut.
00:12:13: Du hast es schon richtig gesagt, also was auffallend war es heute spätestens jener Februar waren immer wieder alle paar Wochen so Appetit-Häppchen.
00:12:20: Ein Häppchen war dann doch ein bisschen größer wo es denn in die andere Richtung gegangen ist nämlich dass die WKO jetzt gemeint hat sie oder versprochen hat Unternehmen bis zum Jahr zwanzig neunundzwanzig oder zwanzich dreißig Geld zurückzugeben, nämlich hundert Millionen Euro.
00:12:33: und da hat sich aber natürlich schon die Frage gestellt Ist das eine Mogelpackung?
00:12:37: Was genau ist dahinter?
00:12:39: Da geht's in Wahrheit nur um meine Kammerumlage.
00:12:42: Also da gab es ja schon auch bei uns in der Presse, aber auch auf Unternehmerseite auch Nase rümpfen.
00:12:47: Dass das jetzt ein bisschen so hingeworfen wird also ob man auf der einen Seite Opernball loschen spart und auf der anderen Seite wieder Geld hat um hundert Minuten Auer an die Unternehmen zurück zu schicken.
00:12:57: Ja dann muss ich jetzt ein bischen ausholen.
00:12:59: Diese Sachen mit dem Opernbahl, mit dem Peterl Epping
00:13:03: usw.,
00:13:04: die sagen diese Appetit-Häppchen betreffen das eigene Haus.
00:13:08: Das große Problem der Marta Schulz ist, dass sie kein Durchgriffsrecht hat.
00:13:12: Sie kann diesen riesigen Organisationen-Wirtschaftskammer – wir können ihn danach auch noch ein bisschen über die Struktur plaudern – nicht sagen, wir machen das jetzt einfach so.
00:13:22: Sie muss die alle ins Boot holen!
00:13:24: D.h.,
00:13:24: diese Appetitheppchen, die sich da vergeben hat, das ist ein bisschen Symbolpolitik und damit will ich es ja auch ein bisschen in Vorbild geben und zeigen, schaut's Leute?
00:13:34: Ich spare hier in der Zentrale ihr müsst das auch
00:13:36: machen.".
00:13:38: Diese Kammerumlagegeschichte ist meines Erachtens noch ein bisschen diffus, ich möchte jetzt nicht ungerecht sein.
00:13:49: Ein bisschen Schlagzeilenpolitik weil man weiß noch sehr wenig.
00:13:52: Sie hat auch nur verlautbart dass es mit den Länderkammern abgesprochen koordiniert ist.
00:13:58: aber wie das jetzt genau ausschauen soll das muss noch erarbeitet werden.
00:14:03: Es soll bis zwanzig dreißig sein.
00:14:05: also bis dahin ist noch ein bissl.
00:14:07: Und ich glaube, dass sie auch so ein bisschen den Druck hat.
00:14:14: Dass sie auch einmal nicht nur eben diese Appetithebchen servieren darf sondern Sie muss jetzt mal etwas ans Eingemachte gehen weil die Unternehmen, die ja Pflichtmitglieder sind und vielen von ihnen geht es gerade in dieser wirtschaftlich rauen Zeit nicht besonders gut denen Reichtshalt nicht, wenn der Herr Eppinger seinen Job verliert.
00:14:35: Die wollen halt auch mal weniger zahlen und von meinem Gefühl her hat sie das jetzt einmal ... Obwohl es noch nicht so richtig ausgegoren ist, einfach mal verlautbar
00:14:49: die
00:14:49: Lage ein bisschen unter Kontrolle zu
00:14:51: haben.
00:14:51: Es gibt ja sehr prominente Kritiker wie Stefan Zöchling Remus-Geschäftsführer, der ja mit einer Unterschrifteninitiative rausgegangen ist und mittlerweile ein Podcast hat.
00:15:00: Und ich weiß nicht was ... Der vor allem die Pflichtmitgliedschaft ganz, ganz massive angegriffen hatte in der Kammer.
00:15:07: Die ist natürlich nach wie vor Tabu.
00:15:08: Die greift niemand an!
00:15:09: Dies
00:15:09: ist tabua.
00:15:10: also Matas Schulz hat diesen Reformprozess jetzt einmal gestartet.
00:15:15: Ich finde da hat sie auch einiges richtig gemacht.
00:15:17: Sie hat alle Fraktionen eingeladen Da finden jetzt schon regelmäßig Gespräche statt.
00:15:23: Also es sind alle eingebunden, sie hat das Beratungsunternehmen KBMG beauftragt um mal die Lage zu analysieren.
00:15:31: Das ist schon einmal ganz richtig und gut.
00:15:34: aber sie hat die Fraktionen, die sie eingeladen hat auch gleich gesagt ein Thema wird hier nicht beim Reformdialog besprochen und das ist die Pflichtmitgliedschaft.
00:15:44: Da hat die Eisenbahn drüber, tut sie auch weil das Ganze im Verfassungsrang ist.
00:15:50: also da kann man nichts machen.
00:15:53: Okay, da werden wir jetzt keine Zeit verschwenden.
00:15:54: Das ist kein Thema!
00:15:56: Wir können über sonstige Strukturreformen reden, aber nicht über die Pflichtmittelschaft.
00:16:00: Okay!
00:16:01: Dann tun wir das hier vielleicht auch gleich ab.
00:16:04: Weil ja die Frage ist wo kann Materschutz wirklich durchgreifen?
00:16:07: Wirklich entscheidend aus.
00:16:08: vorher gesagt.
00:16:08: Vielleicht redet man noch über die Struktur der Kammer.
00:16:11: Das machen wir hiermit also... Die Kammer ist ja aufgebaut in neuen Länderkammern und eine Dachkammer.
00:16:18: Also die wird das Kammer Österreich darüber.
00:16:21: Es gibt unzählige Fachgruppen und Fraktionen.
00:16:25: Das aufzulösen ist extrem tricky, würde ich jetzt mal sagen.
00:16:29: Aber Anna lass mich mal kurz ein paar Zahlen dazu nennen weil du sagst umzählige.
00:16:32: das ist doch tatsächlich man kann sie aber zählen aber man will nicht.
00:16:36: okay wir machen es jetzt.
00:16:38: die Wirtschaftskammer ist extrem so total föderal strukturiert.
00:16:42: Es gibt neun Landeskammern und die Bundeskammer das heißt zehn Stück.
00:16:46: Es gibt dreiundneinzig Fachorganisationen und sieben Sparten.
00:16:51: Und dass alles dann mal zehn.
00:16:53: noch einmal Eine Fraktion hat einmal vorgerechnet, es gibt drei Tausend Obmänner und dann Stellvertreter und vierundfünfzig Präsidenten und Vizepräsidenten.
00:17:04: Und das ist das was ich meine – Entschuldigung, ich habe noch vergessen – rund tausend Kamerinterne Gremien.
00:17:12: Diese Zahlen muss man sich natürlich vor Augen halten.
00:17:14: Das ist das, was halt viele Unternehmen die Umlagen bezahlen.
00:17:18: Ich bin schon länger aber schön langsam wirklich grantig machen Und da hilft es halt nicht, wenn man nicht zum Opernball geht.
00:17:27: Das ist zwar nett aber das wird das Kraut jetzt nicht fett machen.
00:17:31: Also dann muss man schon mal in die Strukturen hinein und das kann sie nicht alleine machen.
00:17:35: also da muss sie halt alle ins Boot holen und mit ihnen reden, eine gute Gesprächsbasis haben.
00:17:42: Und dann kann das allenfalls funktionieren.
00:17:44: Schauen wir mal – ich traue mich da keine Prognosen zu machen!
00:17:47: Insofern kann man natürlich auch sehr kritisch sagen okay, dass bis jetzt passiert ist es eh schön aber das ist wie Nägelschneiden.
00:17:53: Das war das Mindeste, dass sie eben spart im eigenen Haus sich von gewissen Personen trennt.
00:18:00: Diese eigentlichen Kernfragen sind bis jetzt natürlich, ist auch muss man zugeben am halben Jahr schwer aber noch nicht angegangen worden.
00:18:07: Ja da wird es doch angegangen insofern als das jetzt mal drüber geredet wird immerhin und sie sagt dass im Sommer schonmal erste Ergebnisse vorliegen sollen also im Juni angeblich nächsten Monat.
00:18:20: schauen wir mal diese Kammerumlagengeschichte die du zuerst angesprochen hast diese hundert Millionen Die sind schon mal nicht so sonderlich gut angekommen.
00:18:29: Es haben auch die anderen Fraktionen kritisiert, dass es ein Witz ist angesichts der Gesamteinnahmen.
00:18:35: also da wird sie schon liefern müssen.
00:18:37: Weil ich den Stefan Zöchling erwähnt habe wer sind denn ihre größten Feinde an Kritiker und wer sind Ihre engsten Verbündeten?
00:18:44: Einen verbündeten hast du schon
00:18:45: genannt?
00:18:45: Den Peter Haubner.
00:18:46: ja das ist gar nicht so einfach zu sagen.
00:18:49: Also ich meine der Stefan Zörchling ist sehr ausbogen und tritt öffentlich auf.
00:18:53: Ich würde sagen Im Moment sind es sehr viele Unternehmen, die ihre Feinde sind.
00:18:58: Die Feinde ist jetzt ein hartes Wort aber das sind die, die auch mal Ergebnisse sehen wollen Ich würde sagen die Länderchefs, die natürlich alt eingesessen sind, sind jetzt nicht unbedingt ihre Freunde.
00:19:15: Also ich wage mal jetzt... Das ist ja nicht einmal so ein Wagen, sondern sicher deutlich mehr Feinde als dass sie Freunde hat einen kleinen eingeschworenen Kreis an Menschen, denen sie vertraut.
00:19:31: Aber ja ist das wahrscheinlich ein ziemlich einsamer harte Job?
00:19:35: Ich glaube auch zum Beispiel, weil du vorher gesagt hast, es werden keine Nachbesetzungen in der Wirtschaftskammer
00:19:39: usw.,
00:19:40: da merkt man in der Stadt Wien schon auch, es wurden Stellen die befristet waren nicht verlängert und so weiter.
00:19:46: Es gibt Menschen, die gar keine Funktionäre sind und weiter unten sind, die das natürlich auch eher mit einem Nase-Rümpfen wahrnehmen oder selbst betroffen sind.
00:19:55: Wir haben das eh auch eingangs besprochen.
00:19:57: Ich glaube, die Stimmung ist nicht gut.
00:20:00: Und ich glaube es steht jetzt mal vieles auf dem Prüfstand und das ist eine unsichere Zeit.
00:20:06: Interessant ist dass Matta Schulz einen Paarlauf nachgemacht hat im Harald Mara nämlich auch Wirtschaftsbundpräsidentin wurde in diesem Wechsel.
00:20:15: Von außen hat er den Eindruck Beim Wirtschaftsbund, jetzt in dem halben Jahr fast noch mehr oder sogar schon härter durchgegriffen hat das in der Wirtschaftskammer.
00:20:23: Wieso ist denn der Wirtschafts-Bund leichter umzubauen?
00:20:28: Weil da die anderen nicht so mitreden und ich finde ja ganz witzig in dem Zusammenhang dass er zum Beginn wirklich ernsthaft diskutiert wurde, dass man diese Funktionen trennt.
00:20:38: Es gab diverse Szenarien.
00:20:40: Man hat dann davon abgesehen und ich muss sagen,
00:20:44: das
00:20:44: ist
00:20:45: halt
00:20:46: der Wirtschaftspunkt.
00:20:46: Das ist die stärkste Fraktion in der Wirtschaftskammer.
00:20:48: Und die stellten...
00:20:49: Das
00:20:49: ist so wie es immer in der Innenpolitik bei Parteien, wenn da die Funktionen getrennt wird.
00:20:53: Es ist nicht unbedingt das große Erfolgsmodell.
00:20:57: Dann hat man sich wohl gedacht okay sie ist die Spitzenfrau im Wirtschaftspunt, stärksten Fraktion, Wirtschaftskamer und also dann Wirtschaftskamarpräsidentin.
00:21:09: Da hat sie aber halt viel Durchgriffsmöglichkeiten und ich finde es interessant, dass überlegt wurde.
00:21:13: Das ging auch von ihr aus diese Überlegung nämlich nicht ein Wirtschaftsbund Präsidentin zu sein.
00:21:19: Aber dort hat sich halt wirklich die größten Erfolgserlebnisse gerade.
00:21:22: Und Sie fährt da eigentlich mit der Kettensäge durch?
00:21:28: Vielleicht machen wir zuerst noch einen chronologischen Einschub, weil du sagst, Sie fährt damit eine Kettenseige durch!
00:21:33: Das erste war mal, dass sie die Wahl... die Wirtschaftsbundpräsidentin Wahl vorgezogen hat schon in April und dort ein ziemlich gutes Ergebnis erreicht
00:21:42: hat.
00:21:42: Sie war Geschäftsführende Präsidentin des Wirtschafts-Bundes, das hätte auch so sein können und es war an sich vorgesehen, dass nächstes Jahr die Generalversammlung stattfindet und sie jetzt am einen Jahr vorverlegen lassen weil sie meinte oder es ihr auch wichtig war, dass sie ein gutes Wahlergebnis bekommt und damit auch die Rückendeckung hat Maßnahmen zu setzen und dass ihr dann niemand hineinpfuscht.
00:22:07: Und was ich aber sehr interessant finde ist, dass sie eigentlich viele Maßnahmen noch vor dieser Wahl umgesetzt hat nämlich zum Thema Reinfuschen reinreden.
00:22:19: also sie hat eigentlich die Vizepräsidentinnen dort abgelöst fünf an der Zahl und wird jetzt mit zwei in das Auslangen finden das sind auch Vertraute von ihr Vorher den Wirtschaftspunktgeneralsekretär Kurt Egger abgelöst hat, die Tanja Graf jetzt dort hinein auch eine Vertraute von ihr und hat jetzt aber nach der Wahl dem Peter McDonald als stellvertretender Generalsekretäre auch verabschiedet.
00:22:45: Und hat dort auch jetzt jemand ihres Vertrauens in Rainer Rösselhuber, der im Übrigen auch vom Peter Haubner geholt wurde.
00:22:51: also Da merkt es einfach, dass dieses Puzzle sich dann schön zusammenfühlt.
00:22:56: Das heißt ums mit mal festzuhalten die fünf Vizepräsidenten bisher Walter Ruck, Josef Herk, Peter Buchmüller-Wolfgang Ecker und Doris Homer sind Geschichte?
00:23:05: Genau!
00:23:06: Und bei den Generalsekretären gab's auch einen Wechsel und das ist jetzt Tanja Graf von Treiner Rösselhuber.
00:23:11: Ich möchte nur noch betonen nämlich, dass Josef Herrg und Walter Rück eigentlich zu ihren größten Kritikern gehört haben.
00:23:18: also sie hat das jetzt eigentlich recht elegant Hat sie sich, hat sie denen eine Antwort gegeben und hat sich eigentlich auch gestärkt dort im Wirtschaftsbund.
00:23:29: Und hat ihre Kritiker einfach dort entfernt als Vizepräsidenten?
00:23:34: Was ich interessant finde ist dass es ohne großes Muren passiert ist noch dazu eben vor ihrer Wahl und dann hat sie dieses doch fulminante fast nordkoreanische Wahlergebnis von neunundneinzig Komma vier Prozent bekommen also eine Bestätigung Ihrer bisherigen Arbeit.
00:23:49: Ich frag mich jetzt weil Sie unbedingt diese Legitimation haben wollte durch die Wahl und die Rückendeckung, was da jetzt noch kommt.
00:23:56: Das wird spannend!
00:23:58: Aber bei Walter Ruck muss man natürlich auch sagen der war schon auch sehr angeschlagen.
00:24:01: durch Wochenlanges, Monate langes Berichten über familiäre Postenschacherei innerhalb... Er
00:24:07: empfindet sich überhaupt nicht als angeschlagt.
00:24:09: also das ist mit einem Selbstverständnis erregiert er dort weiter und unter WKO hat er dann verlautet dass dass man das anschaut, sich anschaut und prüfen lässt.
00:24:22: Da ist bisher einfach kein Ergebnis da.
00:24:24: Er hat ja dann irgendwie Antworten lassen und die sollen prüften.
00:24:26: Die haben überhaupt keine Handhabe gegen ihn.
00:24:29: Und da fühlt er sich natürlich schön sicher so wie übrigens alle Landeskammerpräsidenten.
00:24:35: nur im Wirtschaftsbund hat sie halt jetzt mal eine Antwort gegeben also mit mir nicht.
00:24:41: Was würdest du sagen?
00:24:43: Wir haben jetzt schon wirklich viele Details gemacht aber du hast gesagt was sie gut macht, also wo sie gute erste Schritte macht.
00:24:51: Aber wo siehst du ihre größte Schwäche?
00:24:55: Das kann ich noch gar nicht sagen.
00:24:57: Ich glaube das wird man erst sagen können wenn man irgendwelche Ergebnisse mal tatsächlich jetzt vorgelegt werden.
00:25:03: Ich glaub sehr, wie gesagt, gut gemacht dass sie alle einbezieht.
00:25:07: Man wird sehen.
00:25:09: Manche legen es als schwächer aus, dass sie eben diese unter Anfangszeiten Schlagzeilen Politik betreibt Und manche finden das ein wenig kopflos und effekthandelnd.
00:25:23: Weiß ich nicht, wie würde ich Sie beraten?
00:25:25: Würde ich auch sagen ... Nicht jetzt ein halbes Jahr in der Ruhe arbeiten, sondern wir müssen immer wieder mal Messages aussenden.
00:25:34: Ich halt's für richtig, wie sie es macht!
00:25:36: Aber wie gesagt, da sind Ihre Kritiker bis jetzt noch nichts erfüllen.
00:25:41: tatsächlich nachhaltiges gekommen ist.
00:25:43: Lustigerweise die Kritiker wollen das ja auch gar nicht, aber we'll see.
00:25:46: Das stimmt!
00:25:47: Wie sehr es die Materschutzern macht?
00:25:49: Menschen in der Machtpolitikerin?
00:25:51: Ja also das finde ich interessant... Ich kannte sie schon, aber seitdem sie in ihrer Funktion ist habe ich sie mal einen Termin miteinander ein bisschen geplaudert weil ich einfach mal ein Feeling für sie bekommen wollte.
00:26:09: Total, ich glaub sie liebt diese Aufgabe.
00:26:12: Ich hab überhaupt nicht den Eindruck gehabt dass es sich gedacht, boah was für ein Tschoch das ist so wahnsinnig anstrengend!
00:26:18: Also richtig Energie geladen und ich habe sie gefragt wie's ihr denn so geht eigentlich in dieser doch Männerdominierten Wirtschaftskammerwelt?
00:26:30: Und dann hat sie nur gelacht und gemeint in Tirol komme ich auch aus einer Männerwelt.
00:26:35: also das ist für mich überhaupt nichts Neues.
00:26:38: Mein Eindruck war, aber das ist natürlich jetzt ein sehr oberflächlicher Eindruck.
00:26:42: Aber mein Eindruck wäre sehr energiegeladen, sehr handlungsbereit und so richtig neugierig auf diese Aufgabe.
00:26:55: Dann frage ich die zum Schluss noch.
00:26:57: Wir haben mit Herr Altmacher gestartet mit seinem Rücktritt vom Kammerbosten am thirteenth November genau vor einem halben Jahr.
00:27:04: weiß man eigentlich was er heute macht und wie es ihm geht?
00:27:08: Ob man es weiß, weiß ich nicht.
00:27:09: Ich weiß es nicht.
00:27:12: Meine Kontaktversuche sind viel geschlagen.
00:27:17: Ich glaube er ist jetzt mal ein bisschen untergetaucht und legt seine Wunden.
00:27:24: Also ich hatte noch die Möglichkeit... mit ihm zu reden.
00:27:29: Weil
00:27:29: er fühlt sich natürlich schon als jemand, der da sozusagen gestolpert ist über etwas, wofür er nicht allein verantwortlich ist und sieht da vermutlich wenig Einsicht.
00:27:38: Genau was eben Lustig ist, weil wir haben sie auch eingangs besprochen also diese Entschuldigungsinterviews die er gegeben hat.
00:27:45: ich habe mir auch schon damals gedacht das klingt nicht extrem aufrichtig Ich glaube erst gekränkt würde ich mal sagen Er fühlt es sich wahrscheinlich ungerecht behandelt.
00:27:56: Ja, wahrscheinlich ist es gar nicht so falsch sich dann mal einfach zurückzuziehen und ein bisschen zu reflektieren.
00:28:01: Und einmal Kraft zusammen für irgendwelche Aufgaben die da eins kommen werden.
00:28:06: Ich glaube nicht dass sie in der Politik sein werden.
00:28:10: Lieber Hannah!
00:28:11: Danke
00:28:12: dir auch!
00:28:13: Und das war was Wichtiges am Montag.
00:28:18: Mein Gast war heute Hannah Kordig, unsere langjährige Wirtschaftsexpertin und Kolumnistin – eine Auswahl ihrer jüngsten Artikel- und Analysen zur Wirtschaftskammer und Wirtschaftsbund finden Sie in den Shownotz!
00:28:29: Und wie gesagt schauen sie doch einmal auf unserer neue Webseite und in unseren neuen App.
00:28:33: wir haben sie komplett neu gestaltet.
00:28:35: Danke fürs Zuhören sagt heute Anna Wallner.
00:28:37: Machen Sie es gut und auf Wahl!
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