Haben wir ein Problem mit Islamismus? I Lisa Fellhofer

Shownotes

Unser Gast ist Lisa Fellhofer, Direktorin Dokumentationsstelle für den Politischen Islam. Sie sagt: „Mehr Muslime aus der Mitte müssen sagen: So nicht.“ Wir reden über den steigenden Anteil muslimischer Schüler:innen an Wiener Schulen, Religion im Klassenzimmer, Zwangsehen, Jihad-Terrorfälle, Tiktok-Radikalisierung und eine Reihe neuer Studien und Erhebungen.

Moderation: Anna Wallner, Head of New Media Schnitt: Audiofunnel/Georg Gfrerer

Mehr zum Thema: >>> Wiener Schulen: „Dann konvertieren die nicht-muslimischen Kinder zum Islam“ >>> Neue Zahlen aus Wien: Muslime in Mittelschule, Christen in Privatschule >>> Österreichs geraubte Töchter: Zwangsverheiratet und vom Rechtsstaat isoliert >>> Jugend in Wien: Muslime werden religiöser und sind häufiger autoritär

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Transkript anzeigen

00:00:02: Die Presse.

00:00:08: Gleich drei Studien und Erhebungen haben in den vergangenen Wochen in Österreich für Debatten, und mancher Ort sogar für einen Aufschrei gesorgt.

00:00:16: Im Zusammenhang mit der Frage von Integration muslimischer Bürgerinnen und Bürgern Anfang Mai hatte die Bildungsdirektion Wien die aktuellen Daten zu den Religionsbekenntnissen der Wiener SchülerInnen veröffentlicht – und die zeigen einmal mehr dass der Anteil katholischer Schüler weiter zurückgeht während die Zahl muslimischer Schüler ihnen steigt.

00:00:35: Kurz darauf hat eine andere Studie zu Einstellungen von jungen Österreicherinnen und Migranten im Auftrag des Wiener Stadtratbüros Höher Bildung und Integration und unter Leitung der Soziologen- und Integrationsexperten Kenan Güngör gezeigt, wo sich kulturelle Unterschiede besonders bemerkbar machen.

00:00:52: Und schließlich hält sich die Zahl von bis zu zweihundert Zwangsverheiratungen pro Jahr in Österreich konstant – eine alarmierende Zahl!

00:01:00: Überall das und die Schlüsse, die man daraus ziehen sollte sowie die wichtige Unterscheidung zwischen Islam- und Islamismus über ungerechtfertigte Polarisierung auf der einen Seite und zu wenig Aufmerksamkeit auf ganz konkrete Problemstellungen auf der anderen.

00:01:15: Spreche ich heute mit meinem Gast Lisa Fellhofer.

00:01:18: Sie ist Direktorin der ZWG-gegründeten Dokumentationsstelle für politischen Islam – kurz DPI – und hat viel Expertise vor allem mit religiös extremistischen Ideologien und gesellschaftlicher Polarisierung rund um diese Themen.

00:01:33: Ja, das ist was wichtigst vor dem Wochenende!

00:01:36: Ich bin Anna Wallner seit zwanzig Jahren Journalistin und einer der Gastgeberinnen dieses Nachrichten-Podcasts.

00:01:42: Schön dass sie da sind!

00:01:47: Ein steigernder Anteil an muslimischen SchülerInnen in Wien eine nicht geringe Anzahl an Zwangsverheiratungen auch in Österreich Eine rückständige Denkweise Radikalisierung im Namen des Jihad die ja auch teilweise jetzt im Prozessen verhandelt wird.

00:02:02: Würden Sie sagen, haben wir aktuell ein besonderes Problem mit dem Islam?

00:02:08: Ich würde jetzt nicht sagen dass wir aktuell einen besonderen Problem haben.

00:02:12: Mit Islamismus.

00:02:13: Ich würde auch nichts sagen das wir mit dem islamen Problem haben sind wie wir haben mit einer extremistischen Auslegung des islamenen Problems.

00:02:20: aber es ist ein Problem der schon länger existiert und dass jetzt mehr und mehr in den letzten Jahren in das Bewusstsein der Öffentlichkeit getrunken ist.

00:02:31: Es war zum Teil in den vorherigen Jahren überlagert durch andere Krisen, die wir hatten.

00:02:38: Corona-Pandemie, der Ukrainekrieg, Energieversorgung etc.

00:02:44: Und im Zuge dieser Krisen konnten sich dann die Probleme, die sie im Bereich Islamismus gegeben hat ein bisschen breit machen weil der Fokus auf anderen Themengebieten lag.

00:02:55: und jetzt ist es wieder mehr im Vordergrund und man spürt auch mehr wegen der globalen Weltlage dass das hier Probleme gibt in Österreich auch.

00:03:02: Jetzt haben Sie schon sehr wichtig den Unterschied zwischen Islam und Islamismus angesprochen, meine Frage war natürlich durchaus provokant.

00:03:09: wenn ich jetzt frage haben wir ein Problem mit dem islam werden viele aufschreien uns sagen was Islam ist nicht gleich Islamismus.

00:03:15: und gerade die erste der ersten Themenbereich.

00:03:18: wenn so muslimische Schülerinnen in Wien gibt wo der Anteil so gestiegen ist Muss man sagen, muslimische Schülerinnen in Schulen bedeutet nicht gleich, dass hier Islamismus geholft auftritt.

00:03:28: Deswegen habe ich das absichtlich jetzt auch so geframed.

00:03:30: Wieso spüren wir das gerade jetzt?

00:03:32: In diesen drei verschiedenen Bereichen die teilweise miteinander verwandt sind und dann teilweise gar nicht so besonders?

00:03:38: Ich denke es hängt damit zusammen, dass wir... Dass jetzt Entwicklungen sichtbar werden, die vor längerer Zeit begonnen haben, die es zum Teil schon längere Zeit gibt Und die einfach jetzt vielleicht auch zufällig Das

00:03:53: kann man

00:03:54: sehen, wie man möchte, verstärkt im Fokus der Öffentlichkeit sind.

00:03:58: Beispielsweise das erste Thema die Zunahme des Anteils von muslimischen Schüler und Schülerinnen in Wiener Schulen.

00:04:06: Das hat auch mit der Migration zu tun, die vor allem in den Jahren zwei Jahrzehnten und seither.

00:04:12: Aber vor allem diesen beiden Jahren passierte das ein großer Teil an Muslime gekommen aus Syrien vor allem aber auch aus zum Beispiel Afghanistan.

00:04:21: Und wir hatten damals gesehen in den Asylstatistiken und dann auch in den ersten Statistiken zum Anteil von Migrantinnen und Migranten in Österreich dass die Gruppe oder Syrer und Afghanen andere quasi klassischere Gruppen im Migrationsbereich angefangen haben zu überholen im Ranking.

00:04:40: Und das hat jetzt, zehn, elf Jahre später spürt man es dann auch im Schulbereich dementsprechend.

00:04:47: Wir haben hier Kinder und Jugendliche dieser Personen, dieser Familien die in die Schule gehen, die Bildungspflicht haben und dadurch dann auch dieser Anteil größer ist.

00:04:58: Bevor wir in die einzelnen Themenfälle gehen, würde mich interessieren was Sie sagen.

00:05:01: Wo sehen sie derzeit die größte Herausforderung durch einen steigenden Anteil muslimischer Mitbürgerinnen und mit Bürgern Österreich?

00:05:10: Die größte Erausforderung besteht sicher im Zusammenleben das heißt ganz konkret im Alltag von jedem Einzelnen weil einfach mehr Potenzial für Polarisierung vorhanden ist aber auch mehr Potential für Konflikte.

00:05:25: es geht hier auch um religiöse Gefühle.

00:05:28: Es geht um eine Religion, die jetzt nicht jeder kennt, die manchen Menschen fremd ist... und die auch von extremistischen Akteuren missbraucht werden.

00:05:35: Und das zu dieses Potenzial zu polarisieren, aber auch zur segrekativen Tendenzen zu führen.

00:05:42: Bleiben wir jetzt bei den drei Themen.

00:05:44: Das Erste ist wie schon mehr vorhin gesprochen – die Schulen!

00:05:47: Da würde mich interessieren, wie orten Sie den Trend ein?

00:05:50: Also nur zum noch mal erinnernden Anteil muslimischer Schülerinnen in Wien nimmt zu.

00:05:55: Das ist auch im Jahr Schuljahr, dem Jahr twenty-sechsundzwanzig zu spüren.

00:05:58: An den öffentlichen Pflichtschulen beträgt im heurigen Schuljahr sogar ca.

00:06:02: forty-fünf Prozent.

00:06:04: Die Daten basieren auf den Angaben von Erziehungsberechtigten, muss man dazusagen und erfasst wurden hier die Zahlen für die öffentlichen und die privaten Volksmittel und Sonderschulen sowie Polytechnische Schulen.

00:06:16: Es gibt keine Zahlen zu den höheren Schulen in der Gymnasie.

00:06:19: Insgesamt wurden hundertzwanzigtausend Schülerinnen hier erfasst.

00:06:22: Haben Sie, hat sie diese oder wie ordnen Sie diesen Trend ein?

00:06:25: Mit dem was Sie jetzt schon gesagt haben wahrscheinlich ist es keine große Überraschung und das ist ja auch eben so.

00:06:30: jedes Jahr merkt man diese Erhöhung.

00:06:32: Aber wie sehen Sie dieser Veränderungen auch im Zusammenhang mit der Frage dass ungekehrt katholische Religionszugehörigkeit abnimmt?

00:06:42: Wie Sie schon gesagt hatten Keine Überraschung gewesen diese Zahlen.

00:06:46: Es ist doch keine Überraschnung, dass die Anzahl der katholischen Schüler und Schülerinnen abnimmt.

00:06:51: Und es gibt eine Studie aus dem Jahr zweiisendsechzehn glaube ich, von dem Demografien-Institut der ÖAW, die damals schon errechnet hat wie sich der Anteil der Bevölkerung, also der Religionsgruppen in Wien aber auch in Österreich entwickeln wird.

00:07:09: gut berechnet, also vorher gesagt, daher keine Überraschung.

00:07:14: Die Frage und das ist glaube ich auch ein Thema in der öffentlichen Debatte die Frage ist welche Form des Islam?

00:07:21: Und welches Religionsverständnis insgesamt herrscht dann in den Familien aber dann auch quasi bei den Schülerinnen und Schülern vor?

00:07:29: Ist es ein Verständnis der Religion dass rechtsstaatlich und liberaldemokratisch vereinbar ist?

00:07:36: Oder ist das ein Religionsverständnis, dass die Religion über alles stellt auch den Rechtsstaat.

00:07:41: Dass er konservativ bis hin zu fundamentalistisch eigentlich ist, fundamentalistische extremistisch Und dann natürlich für Probleme sorgen kann.

00:07:51: Aber wenn man sich die Zahlen genau ansieht Dann ist die Steigerungsrate von Jahr zu Jahr gar nicht so hoch.

00:07:57: Ist der Aufschrei denn es jetzt bisweilen hier zu hören gab vielleicht auch ein bisschen zu laut?

00:08:04: Natürlich, man muss immer ein bisschen differenzieren.

00:08:06: Es gibt die, die das natürlich auch für sich politisch nutzen um hier für Empörung und Aufregung zu sorgen.

00:08:12: aber es ist durchaus auch eine berechtigte Sorge dabei eben wie schon vorhin gesagt welches Religionsverständnis herrscht dann mehrheitlich vor.

00:08:24: Welche Version des Islam wird denn wirklich gelebt?

00:08:28: Und wenn da seine Version Zum Beispiel die Rolle von Frauen nicht so sieht, wie es in unserer Gesellschaft selbstverständlich ist im Sinne der Gleichberechtigung.

00:08:39: Die andere Minderheiten abwertet die zum Beispiel auch für Probleme dann sorgt ihm Unterricht wenn es darum geht gewisse Themen anzusprechen beispielsweise im Kunstunterricht oder Evolutionstheorie oder auch Österreichs Geschichte im Nationalsozialismus.

00:08:56: das ist ja auch ein Thema quasi in die Gegenwart hinein spielt mit Israel-Palästina.

00:09:02: Wenn es hier dann schwierig wird, auch für Lehrerinnen und Lehrer einfach nur den Unterricht durchzuführen und wenn es zu alltäglichen kleinen Konflikten kommt, die einfach gelöst werden müssen, die ja auch den Schulalltag erschweren – dann ist das durchaus berechtigt, dass man sich das Thema

00:09:16: ansieht.".

00:09:17: Trotzdem entsteht der Eindruck schon länger?

00:09:20: Und auch jetzt gerade wieder, dass das Thema dann aufpoppt.

00:09:22: Dass es einen Aufschreie gibt, dass Experten zu Interviews antreten sowie auch sie heute bei uns dankenswerterweise aber das keine Konsequenzen oder kaum etwas passiert.

00:09:31: Das werden natürlich manche sagen nein stimmt ja nicht Kopftuchverbot und so.

00:09:34: Es gibt genügend Dinge die an denen gearbeitet wird Aber vielen geht das zu langsam.

00:09:39: Wie sehen denn Sie das?

00:09:41: Ziehen wir die richtigen Schlüsse und tun wir das Richtige?

00:09:44: Ach, das ist schwierig weil ja sehr viele der Maßnahmen auch entweder gerade erst beginnen wirklich zu wirken oder erst im Umsetzen sind, oder erst kommen wie das Kopftuchverbot.

00:09:57: Und da ist es dann immer schwierig zu sagen was hat das jetzt schon für eine Wirkung?

00:10:00: Hat das die Wirkung, die man sich wünscht oder hat es eine unerwartete negative Wirkung die man nicht mit bedacht hat oder die man in Kauf nimmt weil man weiß dass kann passieren.

00:10:12: aber In der täglichen Arbeit, wenn man sich tagtäglich mit dem Thema beschäftigt das mit den Themen Islamismus und Extremismus dann wird schon sehr viel gemacht in Österreich.

00:10:24: Da wird wirklich viel getan dass nicht immer so in der Öffentlichkeit fährlich bewusst ist.

00:10:30: Und auch im Bereich Integration passiert ja sehr viel laufend.

00:10:33: Es gibt sehr viele Maßnahmen und Initiativen.

00:10:36: Das Problem ist immer die Langfristigkeit Dass man eben auch sieht es hat eine Wirkung und hier braucht er einen langen Atem.

00:10:43: Ein Beispiel, das immer wieder kommt gerade in den letzten, würde ich sagen, ja wirklich ein, zwei, drei Jahren an Schulen ist das Thema des islamischen Fastenmonats Ramadan.

00:10:53: Weil natürlich auch durch die höhere Anzahl an glaubigerzogenen muslimischen Kindern und Schülerinnen in der Klasse das Thema dann irgendwie auch größer und wichtiger wird oder ein Faktor wird.

00:11:03: Was?

00:11:04: Oder wie sollen Schulen denn mit dem Ramadan umgehen?

00:11:10: Auch in der Vergangenheit gab es auch Initiativen zum Beispiel, in Wien darauf hinzuweisen.

00:11:17: Das ist auch korrekt so.

00:11:18: Kinder müssen ja nicht fasten.

00:11:20: Die unterliegen das auf Pflicht nicht.

00:11:22: Es ist für Erwachsene dann später und für die Entwicklung des Kindes kann es ja auch sinnvoller sein eben nicht zu fasten und regelmäßig zu trinken und zu essen Und da dann auch mit den Eltern in Kontakt zu treten und zu sagen... ...das ist eigentlich nicht nötig beziehungsweise es beeinrichtigt auch den Schulunterricht und auch zum Beispiel an gemeinsam, sofern das möglich ist mit der islamischen Glaubensgemeinschaft hier aufklärend zu wirken.

00:11:46: Dass es eben für Kinder und Jugendliche, also vor allem für Kinder nicht verpflichtend ist.

00:12:00: Ein Themenfeld, der vermutlich ein sehr starkes in die Arbeit von Ihnen fällt, ist das Thema dass es in manchen Schulen sagt zumindest Kenan Günger in einem Interview mit der Presse sehr wohl spürbar ist, dass man von einer muslimischen Konvertitenwelle sogar sprechen muss.

00:12:16: Also das es wirklich hier gezielt immer mehr Menschen gibt die sogar gar nicht religiös erzogen wurden und aus keiner religiösen Familie kommen aber irgendwo in Berührung kommen damit.

00:12:28: klarerweise wissen wir vor allem Internet und TikTok usw.

00:12:31: Sehen Sie das auch?

00:12:32: Und was kann man da eigentlich am besten tun?

00:12:35: Auch als zum Beispiel Lehrer oder Schule?

00:12:38: Ja, wir sehen das auch.

00:12:39: Wir sehen es vor allem weil wir uns gewisse Social Media Akteure näher ansehen die das zum Geschäftsmodell ein wenig entwickelt haben.

00:12:47: Da gibt es zum Beispiel eine deutsche Akteurin Hannah Hansen, die da sehr bekannt ist.

00:12:51: Selber konvertiert und geht jetzt auch junge Mädchen quasi zum Konvertieren begleitet oder aufruft.

00:12:58: Und sogar das Macht über das Telefon.

00:13:00: Genau.

00:13:00: Es gibt ganz viele Videos wo man sie sehen kann im Kreise von anderen muslimischen Frauen, wo jemand am Telefon ist eine Frau und dann wird ihr quasi übers Telefon eigentlich mit der Religion übertritt oder eintritt in den Islam abgenommen

00:13:15: Genau, und also da gibt es Akteure die das bewusst auch verbreiten.

00:13:18: Dann ist es bei den Jugendlichen oft auch ein Faktor von Identitätssuche.

00:13:23: man lebt in einer unsicheren Zeit, man bekommt das ja auch mit.

00:13:27: überall hat man das Gefühl die Welt bricht dann wenig zusammen und ist nicht mehr so wie sie war.

00:13:32: und gerade extremistischere Akteuren im Bereich sind sehr gut darin, ein schwarz-weiß Denkchen zu vermitteln und in sehr klare Handlungsanleitungen.

00:13:43: Mit dem Versprechen wenn du alle diese Punkte und Schritte erfüllst dann wird es dir besser gehen und dann wirst doch dein Seelenheil finden.

00:13:51: Und wenn ich eine klare handlungsanleihtung bekomme mit Ich habe das zu tun eins zwei drei vier und dann ist für mich alles gut Versus.

00:14:00: Ich muss mich anstrengen muss immer darüber nachdenken repfe ich eine richtige Entscheidung ich muss mich orientieren etc.. Dann nehmen sehr viele, gerade in unsicheren Zeiten die klare Handlungsanleitung im Schwarz-Weiß-Denking.

00:14:11: Und das ist auch eine Entwicklung, die wir beobachten dass es hier mehr Konvertierungen gibt aber auch Akteure bewusst, dass forcieren diese Konvertierung.

00:14:22: Ja und Akteuren, die kaum Mittel und Mühen scheuen... Stichwort Social Media mit sehr, sehr gut gemachten fast schon Hollywood Liken Videos hier einfach auch ein ganz klarer Verstanden haben wie sie eine gewisse Zielgruppe ansprechen und offenbar auch finanziert werden von Gewissenkreisen.

00:14:41: Genau, genau so definitiv!

00:14:44: Und Sie haben das vorher eben in die Frage mitgepackt.

00:14:47: was kann man dagegen tun?

00:14:49: Mehrere Ansätze, aber ein ganz wichtiger Ansatz ist eigentlich die religiöse Bildung.

00:14:53: So wie wir sie ja auch haben im Religionsumtrich beispielsweise.

00:14:58: Es ist leichter mich zu... also dass ich nicht anfällig werde für gewisse extremistische Ideen wenn ich informiert bin über meine Religion und meinen Glauben Wenn ich auch einen Fakten wissen habe auf irgendeinen Tiktok-Brediger hineinfallen.

00:15:17: Das heißt, eine grundsolide religiöse Wissensbasis

00:15:22: die

00:15:23: auch von einer zuständigen Glaubensgemeinschaft mitgegeben und transportiert wird das heißt eigentlich die Rolle dann auch von Religionslehrern und Lehrerinnen ist hier ein sehr wichtiger weil ja auch im Unterricht eigentlich Aktivanz des Rechtsstaats und Hoteller des Zusammenlebens auch in Religionsunterrichter mitverhandelt werden sollten genauso wie interreligiöser Dialog Und das ist einer der wichtigsten Punkte.

00:15:47: Ist vielleicht jetzt nicht immer ein attraktives erstes Mittel, wenn man Maßnahmen ergreifen möchte?

00:15:55: Aber es kann eine solide Grundbasis dienen.

00:15:57: Kann das bedeuten im Umkehrschluss dass eigentlich die anfälligere Gruppe für radikalen Islamismus und ja Islamismus im Namen des Jihad junge Menschen sind die nicht religiös aufgewachsen sind.

00:16:11: Wir sehen das zum Beispiel ganz konkret an dem Fall des jungen kurdischen Syres, der ein Filach mehrere Menschen mit einem Messer attackiert hat und auch eine Person getötet hat, der jetzt gegen den ja jetzt der Prozess in Filach gelaufen ist, der zu lebenslangerhaft verurteilt wurde und der ja aus einer nicht-religiösen Familie kamen und extrem schnell übers Internet radikalisiert wurden.

00:16:30: ich glaube nur drei Monaten und heute immer noch sagt er hätte gerne mehr um Menschen getötete wäre gerne selber gestorben und würde es wieder tun?

00:16:39: Die Schlussfolgerung wäre einfach und die Fälle gibt es tatsächlich.

00:16:45: Es ist ein wenig zu einfach, also es gibt auch Fälle von islamistischer Radikalisierung, die aus sehr religiösen Umfeldern kommen.

00:16:53: Es sind ja nicht nur die Ideologie, die religiösere Idealgieausschlag geben, die ist auch wichtig.

00:16:59: aber es spielen dann andere Faktoren auch hinein in Radikalisieren beispielsweise psychische Faktorien, soziökonomische Faktoen.

00:17:08: Es ist eine Gemengelage, die dann dazu führen und entscheiden ob jemand sich radikalisiert oder nicht.

00:17:15: Aber ja es kann ein Punkt sein wenn ich von Religion sehr wenig weiß

00:17:24: Bin ich

00:17:25: leichter beeinflussbar.

00:17:27: Kommen wir zum zweiten Themenfeld, die Zwangsheirat?

00:17:30: Auch da gab es eine neue Erhebung, die zu einem Aufschrei geführt hat.

00:17:34: Die Erhebung war vom Frauenzentrum des Integrationsfonds, die gezeigt hat dass auch in Österreich bis zu zweihundert Kinder pro Jahr Opfer einer arrangierten Ehe sind.

00:17:43: also das heißt Es geht hier um meist minderjährige Mädchen, die mit einem oft nicht immer aber deutlich älteren Mann verheiret werden.

00:17:51: Das passiert auch auf den Sommerferien.

00:17:54: Die Zwangsee ist in Österreich klar verboten, warum gibt es dann dennoch solche Fälle?

00:17:59: und wir tun uns so schwer was dagegen zu tun?

00:18:02: Auch hier wieder.

00:18:03: Es spielen mehrere Faktoren mit aber man muss wissen also das Thema Zwangseirat ist schon länger auch diese Zahl von zweihundert auch wieder nicht überraschend wenn man im Integrationsbereich sich länger beschäftigt waren sich damit auseinandersetzt.

00:18:19: dann ist da die Zahl die Experten und Expertinnen immer genannt haben als davon ist auszugehen und es gibt wahrscheinlich auch noch Dunkelziffern, die höher sind.

00:18:28: Interessanterweise sind manchmal auch Männer betroffen wenn zum Beispiel junge Burschen gezwungen werden.

00:18:35: aber die Hauptgruppe sind jungen Mädchen und Frauen.

00:18:39: und es stimmt das gibt einen Straftatbestand Zwangsverheiratung der die formale Eheschließung vor allem betrifft

00:18:47: d.h.,

00:18:49: es eine gesetzlich gültige Ehe ist.

00:18:52: Wenn das eine religiöse Zeremonie ist, nur in der Moschee oder sonstigen Einrichtung ohne einen behördlichen Schein dann wird das schwieriger strafrechtlich zu verfolgen.

00:19:06: Und auch wenn es nicht in Österreich geschlossen wurde, deswegen ja auch das Problem mit den Sommerferien.

00:19:13: Also die Familien fahren dann in ihre Heimatländer und dort passiert die Zeremonie und dann kommen beide oder oft nur mal zu erster Mann der dann die Frau nachholt und dagegen kann man schwer etwas

00:19:25: tun?

00:19:26: Es ist schwierig, aber es gibt durchaus auch hier im Strafrecht eben eine Vorfeldstraftatbestand wo beispielsweise Es angezeigt wird, dass jemand versucht hat eine solche Eheschließung im Ausland anzubahnen.

00:19:41: Dass dann leichter auch strafrechtlich verfolgbar ist.

00:19:45: Aber Zwangsheirat und arrangierte Ehen sind ein Thema das wir doch nicht weggehen und man muss sich damit auseinandersetzen.

00:19:53: Das eine ist der Strafrecht also wirklich auch zu gewährleisten dass es Konsequenzen gibt wenn jemand gegen das Gesetz verstößt.

00:20:02: aber das alleine reicht nicht.

00:20:03: Also so im Strafrechte alleine Das ist immer so die Ultima Ratio eigentlich.

00:20:08: Wichtiger, es viel mehr für ein Bewusstsein zu schaffen vor allem bei den jungen Frauen und Mädchen aber auch bei ihren Familien dass das nicht in Österreich legal ist und dass es auch hier das Prinzip gibt jeder entscheidet für sich frei und Freiwilligkeit in der Partnerwahl oder in der Ehe Schließung ist eines der Grundprinzipien Und das dann auch zu vermitteln und dafür zu sorgen, dass diese eherkulturellen Vorstellungen aufgebrochen werden.

00:20:35: Das muss ergänzend verstärkt vorgenommen werden.

00:20:38: Aber jetzt haben

00:20:38: Sie gerade gesagt es wird nicht weggehen.

00:20:40: Es klingt ja so als ob man nichts dagegen tun kann?

00:20:43: Es wird auf lange Zeit ein Thema sein.

00:20:46: aber das heißt nicht, dass man nicht dagegen

00:20:48: vorgehen sollte!

00:20:50: weil sich sehr sonst immer wieder perpetuiert von Generation zu Generation.

00:20:54: Und es gibt ja durchaus Mädchen und junge Frauen, die dann ausbrechen aus dieser Situation, die entweder es schaffen noch vor der Ehe Schließung auszubrechen oder im schlimmsten Fall danach erst manchmal erst nach Jahren- oder Jahrzehnten.

00:21:08: diese Fälle gibt das auch wo Frauen in ihren Vierzigern zum Teil dann drauf kommen dass sie eigentlich zwangsverheiratet wurden und dass sie nie eine Wahl hatten eben irgendwie dazu kommen, sich aus dieser Situation zu befreien.

00:21:27: Also da gibt es alle möglichen Varianten.

00:21:30: Wir haben da vor einiger Zeit das zu meiner Kollegin Jule Wenzler eine Geschichte gehabt über eine sechsundzwanzigjährige junge Dame, die sich von ihrem Ehemann erscheiden lassen möchte.

00:21:38: Die eben auch so zwangsfrei hatte wurde.

00:21:40: den Link dazu stelle ich in die Show Notes dieser Folge und komme damit zum dritten Thema dass auch noch frisch ist und eben wie ich vorher gesagt habe es war alles recht nah beieinander.

00:21:49: Auch hier gibt's eine neue Studie, die die Einstellungen von jungen Österreicherinnen und Migrantinen befragt hat und untersucht hat Und zwar war der Auftrittgeber des wiener Stadtratsbüro für Bild und Integration.

00:22:00: Auch hier war wieder der schon erwähnte Soziologin und Integrationsexperte Kenan Güngür beteiligt, da ist das Sample deutlich weniger als bei den Schülern die ich vorher erwähnt habe nämlich tausend.

00:22:10: zweihundert Teilnehmer zwischen vierzehn-undvierundzwanzig Jahren wurden online befragt und zwar aus unterschiedlichsten Kulturgruppen zu fragen wie sind sie religiöser geworden im vergangenen Jahr oder nicht?

00:22:21: können Sie mit ihren Eltern offen reden usw.

00:22:24: Wie interpretieren denn Sie dieses Ergebnis?

00:22:27: zwei Punkte dazu.

00:22:29: Eines der Ergebnisse zeigt, dass Social Media sowohl eine positive als auch negative Funktionen haben können.

00:22:37: Das heißt es ist vielleicht in der Debatte, wenn man über Radikalisierung spricht, eine gute Erkenntnis.

00:22:42: Es ist jetzt nicht unbedingt Social Media an und für sich die für die Radikalisierung alleine verantwortlich sind sondern auch das Umfeld und wie man damit umgeht und für was als auch genutzt wird.

00:22:54: Also das war eines der Ergebnisse, dass Jugendliche die ein heterogenes oder pluralistischeres Freundesnetzwerk haben, die ein gutes familiäres Netzwerk haben ja irgendwie sozial ein soziales Gefüge haben und Social Media vor allem nutzen um sich auszutauschen und Kontakt zu halten weniger anfällig sind für diese abwerteten Haltungen während Jugendliche die diesen Erzwerken nicht haben, die diesen Rückhalt auch nicht haben und diesen Austausch.

00:23:25: Und die auch Social Media Plattformen nutzen um sich beispielsweise religiös zu informieren, die dann eher Gefahr laufen dass sie in dieser Radikalisierung Schiene hinein rutschen.

00:23:36: Das finde ich auch aus Sicht unserer Stelle sehr interessant weil eben diese Debatte der online Islamistischen Online Influencer eine sehr wütendliche ist.

00:23:47: Andererseits weil es auch interessant zu beobachten, mit der Präsentation der Ergebnisse der Studie wie auch hier wieder eine polarisierte Debatte begonnen hat.

00:23:59: Während die Studie selber ja klare Fakten und sehr differenziert aufzeigt wo es Probleme gibt aber auch wo es positive Punkte gibt Und das war so dieses Es wird sofort eine sehr polarisierter Debatte über den Islam eigentlich muslimische Jugendliche überhaupt zu diesen Themen befragen oder nicht.

00:24:20: Und hier ist das interessante Kenan Günger und sein Team für die Studie haben ja jugendliche Unterschiede unterschiedlicher Herkünfte nach unterschiedlichen Religionen befragt, also es wäre nicht nur eine Studie über muslimischer Jugendliche sondern auch christlich, katholisch, orthodox- und protestantisch waren dabei als auch eben verschiedene Ethnien und zum Beispiel Polnische und Rumänische Jugendliche, die mitbefragen haben.

00:24:46: Und dadurch hat eine gewisse Bandbreite.

00:24:53: Es hängt sich dann nicht alles am Thema der muslimischen Jugendlichen auf, sondern es zeigt auch Gemeinsamkeiten quer durch die Gruppenabwachunterschiede und das ist super spannend.

00:25:01: Wenn man mal reinlässt in die Studie... Ich

00:25:02: wollte sagen, es ist eine Studie, die nicht so leicht auf einen Nenner oder mit einem Schlagwort, einem Satz zusammenfassbar ist, was sie nicht an manche doch tun.

00:25:10: Wo waren denn die Gemeinsamenkeiten über alle Befragten zu erkennen?

00:25:16: Die Gemeinsamkeit, wenn ich jetzt richtig rekonstruiere vor allem wie Jugendliche auch umgehen beispielsweise mit Themen wie Demokratie und Abwertung beziehungsweise auch Social Media.

00:25:29: Das ist das was bei mir am meisten hängen geblieben ist.

00:25:32: interessant dann auch wie beispielsweise Einstellungen unter zum Beispiel rumänischen und österreichischen jugendlichen im politischen Bereich sich unterscheiden.

00:25:45: Die österreichischen Jugendlichen haben ein wenig mehr die Neigung zum Autoritären, während die romänischen Jugendlich viel, viel mehr auf Demokratie gesetzt haben.

00:25:55: Also auch hier spannende Unterschiede.

00:25:58: Ein Satz der allerdings doch sehr viel zitiert wurde war das thirty-seitig Prozent der muslimischen Befragten nochmal zur Erinnerung von tausend zweihundert.

00:26:07: einen Teil war muslimisch also ist eine sehr kleine Gruppe aber trotzdem sechsoßig Prozent sagen oder wollen dass sich alle Menschen an den islam halten.

00:26:14: Das sind natürlich schon Aussagen, die uns irritieren.

00:26:18: Ja auch es wurden ja andere Themen abgefragt zum Beispiel eben was Gleichberechtigung und die Einstellung zu Familie und Gender und so betrifft auch wie religiös jemand dann wirklich ist.

00:26:32: Und wir haben ja unsere Gesellschaft ist auf dem Prinzip Liberale Demokratie Rechtsstaatlichkeit jeder ist vor einem recht gleich rechtlich keine Unterschiede.

00:26:45: Und man hat auch das Prinzip der Religionsfreiheit als Grundrecht, was allerdings oft auch missverstanden wird.

00:26:52: also im österreichischen Kontext gibt es eine positive und eine negative Religionsfreiheit.

00:26:58: Die meisten Menschen reden immer von der positiven.

00:26:59: Das heißt ich bin frei hier meine Religion auszuüben Aber ich muss nicht Ich muss mich dem anderen beugen.

00:27:07: Das heißt dieser Ansatz, der hier rauskommt von diesen thirty-six Prozent Jugendlichen.

00:27:12: Das widerspricht an diesem Grundwert das man kann gerne aber ich muss dann nicht mich einer anderen Religion unterraten und das bringt dann diesen diesen Grundsatz ein wenig in Zwang.

00:27:25: Ich fand es ganz interessant dass ist jetzt wieder eher zu den befragten Schülerinnen herausgekommen was ich gelesen habe.

00:27:32: zu merken war, dass auch unter den katholischen Schülerinnen im vergangenen Jahr ein Anstieg passiert ist.

00:27:38: Kenan Günger sagt aber, dass das eher damit zusammenhängt, dass es sozusagen auch weil vielleicht muslimische MitschülerInnen mit ihrer Religion so nach vorne gehen, dass man mit einer katholischen Religion eher mehr sagt quasi ja ich bin jetzt auch religiös geworden und so weiter.

00:27:53: und unterm Strich kann aber auch zusammenhängen mit der Tatsache die sie vorher schon erwähnt haben was einfach in Krisenzeiten sich an etwas festhalten will.

00:28:02: Und dann war das Fokus des Interviews bei uns in der Presse.

00:28:06: Es sind schlechte Zeiten für Arteisten, so quasi.

00:28:09: Ja, das ist tatsächlich so!

00:28:11: Die religiöse Diätis unter jungen Menschen generell mehr im Steigen begriffen... Ich kenne auch die Idee mit Kenan Güngem aus der Rüge gesprochen dass eben vor allem auch in Wien es eine Reaktion gibt von christlichen Schüler und Schülerinnen auf die muslimischen, die sehr stolz sind auf die Religion und das ja nach außen tragen.

00:28:34: Und dann ist es halt eine Reaktion an sich auf quasi die eigenen, auf die christliche Religion zu besinnt sein.

00:28:40: Wir sind aber auch, wir glauben auch.

00:28:42: Und natürlich als Atheist ist es dann am schwierigsten vor allem eben wenn wie auch die Studie zeigt abwertende Haltungen gegenüber

00:28:51: Atheisten

00:28:51: und vor allem auch Juden und Jüdinnen am stärksten sind.

00:28:55: Und das natürlich liegt auf der Hand.

00:28:57: Woher kommt es, dass sich das seit dem siebten Oktober

00:29:00: verschärft

00:29:01: hat?

00:29:03: Kommen wir vielleicht auch noch zur Arbeit ihrer Arbeit sozusagen zu Dokumentationsstelle politischer Islam.

00:29:10: Sie wollen ja vor allem zeigen mit Ihrer Forschung wie religiöse extremistische Ideologien gesellschaftliche Polarisierungen vorantreiben können.

00:29:17: Wie genau machen Sie das eigentlich also?

00:29:19: wie arbeiten Sie?

00:29:21: Wir haben in der Dokumentationstelle drei Säulen, also wir sagen es immer so.

00:29:25: Drei Säule und drei Aufgaben gebietet.

00:29:26: das eine ist die Forschung, Studien, Analysen

00:29:29: etc.,

00:29:30: auf einer wissenschaftlichen Basis.

00:29:32: Die zweite Säuble ist die Dokumentation.

00:29:35: Das betrifft vor allem den Social Media Bereich wo wir einfach sehen was sind hier aktuelle Trends und Narrative die in einem Raum gesetzt werden von islamistischen Akteuren oder auch generell religiösen Extremisten?

00:29:49: Und die dritte Säue ist dann die Information Eine sachliche Information um die Debatte objektiv zu führen, soweit das möglich ist bei einem so emotionalen Thema wie Religion.

00:29:59: Und wir tun das was man normal macht in der Forschung für ein Studium durch beziehungsweise arbeiten hier auch mit Universitäten oder externen Forscherinnen zusammen.

00:30:11: sehr viele der Studien die wir bisher veröffentlicht haben sind jetzt nicht quantitativ sondern gehen eher auf eine andere Ebenen sehen sich eben die Hyrogie an oder die Narrative, die verbreitet werden.

00:30:25: Und das soll dann auch dazu führen zu zeigen, erstens einmal es ist nicht der Islam, es ist politische Islam und Islamismus also religiöse Vereine also eine politische Vereinbarung der Religion und dann auch da zu beizutragen hoffentlich damit dass dieser religiöser Extremismus eher klein gehalten wird und danach liberale, moderate Stimmen zu stärken.

00:30:52: Schwierig

00:30:53: muss man dazu sagen.

00:30:54: Sind eigentlich – wenn Sie gerade auch wieder die Social Media-Welt ansprechen und wir vorher gesprochen haben von dieser einen Islamfluencerin kann man sie ja fast nennen – gibt es solche Akteurinnen aus Österreich oder ist das der deutschsprachige Raum?

00:31:09: hat da keine Grenzen?

00:31:11: Sowohl als auch.

00:31:12: Der Deutschsprache geräumert keine Grenzen und vor allem die großen Accounts der letzten Jahre kamen alle aus Deutschland, aber wir sehen vereinzelt auch Akteure in Österreich sind.

00:31:25: Es ist natürlich wenn es ein Instagram-Account ist jetzt nicht wirklich nachverfolgen kann.

00:31:30: wo ist die Person wirklich vor Ort?

00:31:33: Wir arbeiten nur mit öffentlich zugänglichen Informationen, aber wenn jemand regelmäßig Videos in Wien dreht dann ist davon auszugehen dass die Person in Wyn lebt.

00:31:42: Also hier gibt es mittlerweile eine kleine Szene auch an Österreichischen Akteuren die sich langsam etabliert

00:31:49: und sie befinden sich vor allem auf Instagram oder auf TikTok?

00:31:54: Die Plattformen, die dafür besonders verwendet werden.

00:31:57: YouTube ist ja auch wahrscheinlich eine Plattform, die immer mehr relevant wird wobei YouTube versucht das ein bisschen mehr zu kontrollieren

00:32:04: als

00:32:05: TikTok und Instagram glaube ich

00:32:06: oder?

00:32:07: Ein bisschen mehr.

00:32:08: ob es gelingt ist eine andere Frage eigentlich alle drei Kanäle die sind angesprochen haben.

00:32:13: Es gibt natürlich auch noch die wo man eher so private Chatgruppen hat wie WhatsApp oder Signal die wir uns jetzt nicht ansehen weil eben Privat, da können wir nicht.

00:32:21: Es geht wie gesagt nur mit öffentlichen Informationen.

00:32:24: aber Instagram ist hier sehr groß und TikTok auch.

00:32:27: Und von diesen Akteuren werden diese unterschiedlichen Plattformen auch unterschiedlich genützt.

00:32:32: also die sind zum Teil auf allen Plattforms.

00:32:35: TikTok und Insta für die schnelleren kürzeren Videos und dann YouTube für die längere Nummer wirklich eintauchen kann in das Narrativ, in die Ideologie über DMs, also über Direct Messaging zum Beispiel in Fragen beantwortet werden können und man sich dann quasi Lebensunterstützung suchen kann von diesen Akteuren.

00:32:58: Der Algorithmus ist bei allen Plattformen gleich toxisch.

00:33:02: sobald man dort einmal hingeklickt hat oder vielleicht ein zweites Mal ist man schon gefangen würde ich sagen?

00:33:08: Genau

00:33:09: das trifft auch für YouTube zu.

00:33:10: Das kann man gerne selber ausprobieren.

00:33:13: wenn man mal etwas eingibt kritischer oder problematischer ist, es werden dann vom Algorithmus ähnliche Videos vorgeschlagen.

00:33:23: Also da ist YouTube nicht so viel anders wie TikTok oder Instagram.

00:33:27: Es ist vielleicht TikTok hier am schwierigsten auch zu durchschauen weil das eine Plattform ist die aus China kommt, die ja ihren Algorithmos nicht wirklich offenlegen.

00:33:40: In Spanien fand ich trotzdem, dass es nicht nur negative Auswirkungen hat das Social Media Thema.

00:33:46: Wie könnte man denn die positiven Seiten noch fossieren?

00:33:49: Wer müsste da sozusagen mehr als Akteur auftreten um sich – also ich weiß jetzt nicht – große Islamverbände, die hier stärker vielleicht auch in die Aufklärung gehen und auf diesen Plattformen oder auch die Ärztürze wiehen?

00:34:05: Ich meine, ich weiß ja nicht!

00:34:06: Oder ist beides falsch gedacht noch mal andere Akteure dazu Verantwortung ziehen?

00:34:13: Die islamischen Verbände werden wahrscheinlich von den ganz Jungen nicht wirklich ernst genommen.

00:34:20: Doch die Frage, ob die Ärztin ist diese von vierzehnjährigen in der Form, ob man denn dann folgen möchte auf Instagram... Die Frage ist auch bei manchen islamisch verbänden sind es die richtigen Ansprechpartner um islamistische Umtrewer im Internet zu entgegnen weil manche durchaus selber ein Problem mit diesen Ideologien haben in den Internet rein.

00:34:42: Aber es gibt einige Projekte so aus der Community heraus, beziehungsweise auch zum Beispiel an der islamischen Theologie in Wien.

00:34:48: da gibt's das Projekt He-Imam

00:34:51: wo

00:34:52: die das Team der islamischen Theologie aktuelle Fragestellungen aufgreift zur Religion von Jugendlichen und dass zu Beantworten versucht und aufzuzeigen versucht, dass es andere Sichtweisen gibt als jene der Salafisten als der Extremisten.

00:35:09: Diese Bemühungen braucht es noch mehr, diese moderaten Stimmen die einfach immer wieder dann auch wirklich als Ansprechpartner für junge Menschen dienen können.

00:35:17: Aber ist das

00:35:18: ein Account der auch eine relevante Reichweite hat schon?

00:35:20: Weil ich denke mir also oft sind dann die langweiligeren seriöseren Medien auf die, die halt nicht so klicken wie die anderen.

00:35:30: Ich weiß in aktuellem Follower stand nicht was

00:35:33: des Projekts.

00:35:36: Und Sie sagen, es existiert noch nicht so lange.

00:35:39: Aber mir wurde gesagt, dass man recht ... also für den Erst-, für den Anfang, dass sich gut angelassen hat.

00:35:46: Natürlich ist die Frage gekommen, das auch wirklich dorthin, wo's hin soll, aber es ist besser als gar nichts und es braucht noch mehr solche Initiativen.

00:35:53: Es braucht doch mehr Muslime aus der Mitte, die sich positionieren und sagen, so nicht?

00:35:58: Das ist extrem!

00:36:00: Wir wollen das eigentlich nicht.

00:36:02: Das brauch ich jetzt noch mehr.

00:36:03: Die Stimmen, die es bereits gibt in diesem Bereich Dies bräuchten dann auch noch mehr Unterstützung

00:36:09: und Gehör.

00:36:16: Wo sehen Sie da die stärkste Veränderung?

00:36:18: Wir sind beide davon ausgegangen, dass viele Entwicklungen nicht überraschend sind, dass wir sie schon lange haben sehen können und trotzdem sie sich weiter forcieren.

00:36:29: Wo ist für Sie in der jüngeren Zeit eine Entwicklung, die Sie selbst überrascht hat oder wo Sie sagen das habe ich so nicht kommen sehen.

00:36:38: Ganz ehrlich, Sie haben es vorher auch schon mal kurz angesprochen.

00:36:40: Alles was seit dem siebten Oktober passiert ist jetzt nicht dass es gewisse Reaktionen gegeben hat sondern eher die Wucht und auch wie vergiftet die Debatte seither verläuft.

00:36:57: also man kann eigentlich über den Auskonflikt sprechen, ohne sofort in ein Ecke gesteckt zu werden und sie rechtfertigen zu müssen für die Meinung oder die Haltung, die man jetzt hat.

00:37:11: Wobei das wahrscheinlich nicht mit dem siebten Oktober, dass sich begonnen hat sondern auch mit den Monaten und Jahren danach und ja auch Folgewirkungen vor allem der israelischen Seite wie Sie halt einfach mit dem ganzen umgegangen sind?

00:37:25: Ja also alles was Seite eben passiert ist hat es quasi dazu geführt davor nicht auch polarisiert gewesen wäre.

00:37:34: Aber seither einfach diese ist unmöglich, auch nur irgendwie sich zum Thema zu äußern und nicht sofort als etwa eine oder andere Seite tituliert zu werden und sich rechtfertigen zu müssen was insofern wenn wir auf den österreichischen Kontext gehen wirklich schwieriger noch schade ist weil wir haben Muslime in Österreich Wir haben Juden und Jüdinnen in Österreich Christen Atheisten alle bunt gemischt auch Buddhisten Und es muss möglich sein, miteinander zu leben und dann nicht aufgrund von Konflikten die gar nicht hier stattfinden.

00:38:08: Dann auf einmal in eine Polarisierung hineinzufallen, die das Miteinanderreden hier vor Ort unmöglich macht.

00:38:15: Die eigentlich dazu führt dass Menschen nach verbal- und physisch angegriffen werden und sich nicht mehr wohlfühlen ihre religiösen Symbole auch nur irgendwo im Alltag zu tragen.

00:38:26: Das ist wie gesagt... dass die Entwicklungen passiert sind, weil es vielleicht nicht überraschend.

00:38:32: Aber das Ausmaß war überraschen und zum Teil auch sehr schockierend, wie das seither wirklich ins Rutschen geraten ist.

00:38:39: Ja, vor allem hat man auch da das Gefühl, es gibt da wirklich wenig Mittel, das zu verbessern, denn von staatlicher Seite kann man nicht anordnen, dass man nicht zueinander ist so blöd, dass jetzt banal klingt.

00:38:48: Man kann natürlich klar gegen Antisemitismus vorgehen, man kann Räume schaffen wenn denen darüber debattiert wird.

00:38:54: aber das Problem wird nicht weggehen, dass es Menschen gibt die offene Antibatien gegeneinander haben.

00:39:01: Aus aufgrund von religiöser oder auch in den politischen Entwicklungen?

00:39:05: Ja genau.

00:39:06: aber zum Beispiel eben klare Haltung zu zeigen mit wo sind rote Linien die nicht überschritten werden dürfen eben zb jemanden abwerten verbal oder physisch attakieren, also wirklich Antisemitismus nicht zuzulassen genauso wie auch die Diskriminierung von Muslimen ja nicht in Ordnung ist.

00:39:25: Und das dann auch klar zu kommunizieren und nicht ein blindes Auge in einem einen Bereich zu haben während man beim Rechtsextremismus berechtigterweise sehr wohl darauf hinweist.

00:39:35: Also hier daraus es ist derselbe Sachverhalt Es geht dann gegen eine bestimmte Bevölkerungsgruppe Oder eine bestimmten Religionsgruppe öfter darauf hinzuweisen Das geht nicht.

00:39:47: Wir müssen zusammenleben

00:39:48: können.".

00:39:49: Eine Frage noch zum Abschlussverbote, es gibt immer wieder die große Debatte braucht das mehr Verbote?

00:39:55: wir haben vorher schon ein bisschen ausgespartes Kopftuchverbot aber weil wir gesagt haben ist noch nicht in Kraft und das wäre wieder eine eigene Folge die man machen könnte.

00:40:04: Aber auch an Schulen gibt immerwiede die Forderung man muss hier klarer werden und sagen was nicht geht und genauso in anderen gesellschaftlichen Bereichen Wie sehen Sie das?

00:40:15: Ich meine, ein großer Bereich sind auch Social Media und dort einfach klarere Verbote einzuführen.

00:40:19: Wie sehen sie das?

00:40:22: Zwar schneidig!

00:40:23: Also wieder mit einer Jaumnennart quasi.

00:40:27: Grundsätzlich als jemand der in einer liberalen Demokratie lebt.

00:40:32: Verbote müssen nicht wirklich sein.

00:40:34: also je mehr der Staat verbietet umso weniger liberal und autoritärer wird es gleichzeitig wenn... Nichts anderes hilft bei den Maßnahmen als ein Verbot, zum Beispiel eben im Bereich Social Media.

00:40:48: Dann als letztes Mittel kann es durchaus legitim sein zu sagen wir müssen hier den Schritt setzen und das verbieten.

00:40:55: Wenn man ein entsprechendes gesetzliches Verbot einführt gehört dann auch mit bedacht natürlich dass gerade Extremisten also zb Islamisten wenn so einem verboten, in diesem Bereich geht.

00:41:09: Das dann dankbar aufgreifen für ihre eigene Narrative und man muss das halt auch in der Kommunikation mit bedenken.

00:41:16: Ja wobei das ist ja so interessant weil deren Gesellschaftsideen oder Ideale basieren auf Verboten?

00:41:22: Ja aber sie nutzen auch sehr gut den liberalen Rechtsrahmen die Sie hier zueinander haben weil es eben unser Modell ist und wie wir zusammenleben möchten.

00:41:31: also dass es durchaus da kann.

00:41:32: da können diese Akteure Sie können sehr mit den Welten spielen, die sie haben.

00:41:41: Ihre eigene Vorstellung wie eine Gesellschaft organisiert sein sollte und dann wie sie im Moment tatsächlich organisiert ist.

00:41:47: Und das wird dann auch bewusst und sehr strategisch genutzt.

00:41:51: Wie gesagt zu einem verboten sparsam aber wenn es nicht anders geht dann muss man sich das wahrscheinlich in einem oder anderen Bereich ansehen.

00:42:01: Ganz schlecht sind gesetzliche Verbote, die eingeführt werden und die dann aber nicht implementiert werden.

00:42:06: Weil das ist im Wesentlichen tot als recht.

00:42:12: Vielen Dank für Ihre Auskunft!

00:42:14: Wir müssen zum Schluss kommen.

00:42:15: Danke für diese kurze Tour d'horisont auf Dinge und Studien und Erhebungen, die wir in den vergangenen Wochen gesehen

00:42:21: haben.

00:42:21: Vielen dank meinerseits.

00:42:24: Das war was Wichtiges am Freitag mit meinem Gast Lisa Fellhofer von der Dokumentationsstelle Politischer Islam Und sie sagt also da zum Schluss Verbote sind nicht automatisch die beste Lösung.

00:42:35: Manchmal aber doch das letzte Mittel.

00:42:37: schlecht, jedoch findet sie Verbote, die eingeführt, aber nicht durchgesetzt

00:42:41: werden.".

00:42:42: Das komplette Interview mit Lisa Fellhofer gibt es übrigens auch auf YouTube zum Nachsehen – den Link dazu finden Sie in den Show-Notes genauso wie alle aktuellen Artikel zu den angesprochenen Themen aus der Presse, die meisten davon von meinem Kollegen Daniel Bischoff.

00:42:55: Danke fürs Zuhören sagt heute Anna Wallner!

00:42:57: Machen Sie's gut, haben Sie ein schönes Wochenende und bis bald!

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