Zwei zerstörerische Erdbeben binnen 40 Sekunden: Was ist in Venezuela passiert?

Shownotes

Zwei Erdbeben innerhalb von 40 Sekunden ereigneten sich Mittwochabend in Venezuela. Die beiden Beben mit einer Stärke von über 7 trafen Venezuela am Mittwochabend kurz nach 18 Uhr Ortszeit, da war es in Österreich schon nach Mitternacht. Schätzungen gegen von 1000 und mehr Toten aus, das genaue Ausmaß der Katastrophe wird sich erst in den nächsten Tagen zeigen.

Bei „Was wichtig ist“ zu Gast sind heute zwei Experten. Wolfgang Wedan ist globaler Nothilfekoordinator bei der Hilfsorganisation "Jugend Eine Welt". Er lebt seit Jahren in Caracas und ist gerade auf Heimaturlaub in Wien. Er kennt sowohl die Lage in Venezuela vor dem Erdbeben, vor und nach den US-Angriffen im Jänner 2026 und ist erfahren im Umgang vor Ort mit einer Katastrophe dieses Ausmaßes.

Zweiter Gast ist Götz Bokelmann, stellvertretender Leiter des Instituts für Meteorologie und Geophysik der Universität Wien. Er gibt Antworten auf die geologischen Fragen: Wie ist dieses Beben entstanden, ist ein solches Doppel-Beben außergewöhnlich?

Gast: Stefan Riecher, USA-Korrespondent der "Presse" Moderation: Klemens Patek Schnitt: Audiofunnel / Dominik Lanterdinger

Spendenmöglichkeit

*Jugend Eine Welt IBAN: AT66 3600 0000 0002 4000 BIC: RZTIAT22 Kennwort: Nothilfe Venezuela www.jugendeinewelt.at/spenden

Caritas Österreich IBAN: AT23 2011 1000 0123 4560 Kennwort: Erdbeben Venezuela www.caritas.at/erdbeben-venezuela

Don Bosco Mission Austria IBAN AT33 6000 0000 9001 3423 www.donboscomissionaustria.at Kennwort: Erdbebenhilfe Venezuela

Diakonie Austria gemeinnützige GmbH IBAN: AT85 2011 1287 1196 6333, Kennwort: Erdbebenhilfe www.diakonie.at/erdbeben-venezuela

Alle unsere Podcasts finden Sie gesammelt unter https://www.diepresse.com/player

Wenn Sie mehr Qualitätsjournalismus lesen wollen, dann abonnieren Sie „Die Presse“, gedruckt oder digital im Premium-Angebot. Alle Infos dazu finden Sie unter abo.diepresse.com

Wenn Sie unseren Podcast mögen und automatisch von einer neuen Ausgabe erfahren wollen, dann aktivieren Sie die Push-Notifications für alle Presse-Podcasts in unserer App oder folgen Sie dem Podcast-Kanal der Presse auf Spotify, Apple oder Google Podcast.

Transkript anzeigen

00:00:02:

00:00:04: Die Presse.

00:00:08: Herzlich willkommen bei Was Wichtig Ist!

00:00:10: Ich bin Clemens Patek, Nachrichtenredakteur und Podcast Host.

00:00:15: Zwei Erdbeben innerhalb von vierzig Sekunden ereigneten sich Mittwochabend in Venezuela.

00:00:20: die beiden Beben mit einer Stärke von über sieben trafen Venezuela am Mittwoche Abend kurz nach achtzehn Uhr Ortszeit.

00:00:27: da war es bei uns schon nach Mitternacht.

00:00:30: Schätzungen

00:00:30: gehen von tausend und mehr Toten aus.

00:00:33: Das genaue Ausmaß der Katastrophe wird sich aber erst in den nächsten Tagen zeigen.

00:00:37: Ich habe heute mit zwei Experten dazu gesprochen, Wolfgang Wedern ist globaler Nothilfekoordinator bei der Hilfsorganisation Jugend Eine Welt.

00:00:47: Er lebt seit Jahren im Karakas und isst gerade auf Heimaturlaub in Wien kennt sowohl die Lage in Venezuela vor dem Erdbeben als auch die Situation so unmittelbar nach einer Naturkatastrophe und er hat doch den politischen Wandel der letzten Monate in Venezuela natürlich miterlebt.

00:01:04: Das Regime ist im Prinzip das gleiche gebrieben nur mit anderen Namen, mit der Tuldung der USA

00:01:11: Und mein zweiter Gesprächspartner ist

00:01:13: Götz Boekelmann

00:01:14: von der Universität Wien.

00:01:16: Er ist stellvertretender Leiter des Instituts für Meteorologie und Geophysik, und er gibt Antworten auf die geologischen Fragen.

00:01:24: Erdbeem sind einfach sehr mörderisch.

00:01:26: Solche Beben wie dieses vor allem, das hätte in anderen Gegenden China oder in der Türkei am Göttin?

00:01:33: Hunderttausende von Menschen sterben bei so einem Erddbeem.

00:01:36: Bevor wir

00:01:36: zunächst ins Gespräch mit Nothilfe-Koordinator Wolfgang Weder anstarten, noch ein kurzer Hinweis auf einen anderen Podcast.

00:01:45: Den beliebten Erklärpodcast «Erklär mir die Welt» gibt es mittlerweile seit acht Jahren und am XXIII.

00:01:52: Juni wurde mit der vierhundertsten Folge ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert!

00:01:57: In hintergründigen Gesprächen mit Expertinnen

00:01:59: und Experten

00:02:00: lässt sich Host Andreas Sator je ein Thema aus Politikwirtschaft, Umwelt oder Gesundheit erklären.

00:02:07: Und vor der Jubiläumsfolge war letzte Woche zum Beispiel Mai Thi Ngoyang Kim zu Gast – sie ist Wissenschaftsjournalistin, Wissenschaftskommunikatorin und Chemikerin und hat Andreas Sater die Welt durch die Brille der Kimi erklärt!

00:02:21: Diese und weitere spannende Folgen gibt es überall, wo es Podcasts gibt oder unter erklärmir.at.

00:02:29: Und jetzt starten wir in das Gespräch mit Venezuela-Kännern und Nothilfe-Koordinator Wolfgang Vedern.

00:02:38: Herr Vedern vielen Dank dass Sie sich die Zeit nehmen.

00:02:40: wenn ich's richtig verstanden hab sie sind eher zufällig gerade in Wien sozusagen.

00:02:44: sie leben seit Jahren in Venezuela.

00:02:47: Ganz genau, ich bin auf Heimaturlaub.

00:02:48: hätte eigentlich vorgehabt Sonntag in einer Woche nach Venezuela zu reisen.

00:02:52: Aber jetzt ist das Erdbeeren gekommen also werde ich schon in den nächsten Tagen reißen.

00:02:56: Sie sind Nothilfe-Koordinator von Jugend eine Welt?

00:03:00: Sie kennen Krisen und haben schon viel erlebt.

00:03:03: Was hören sie denn aktuell aus Venezuela?

00:03:05: was für eine Situation stellt sich dort dar?

00:03:07: Ich bin seit Mitternacht im laufenden Kontakt mit unseren Partnern in Caracas

00:03:12: Und

00:03:13: die informieren mich laufend über den neuen Status.

00:03:17: Das Problem ist im Epizentrum, dass es immer noch nicht erreichbar bei der Kommunikationswege zusammen gebrochen sind.

00:03:24: Auch die Stromversorgung ist ausgefallen.

00:03:26: Also schwer erreichbaren Karakas selber sind große Schäden.

00:03:30: auch das Ur-Eingebäude ist beschädigt worden Krankenhauses eingestürzt.

00:03:35: man sucht jetzt Überlebende.

00:03:38: Die Anzahl der Opfer kann man jetzt noch nicht genau sagen, das weiß man erst wenn man direkt ins Epizentrum vordringen kann.

00:03:46: Jetzt hört man und sieht man auch Bilder von Schäden in Caracas.

00:03:49: Sind doch andere Städte betroffen?

00:03:51: Ist das ansonsten ein ländliches Gebiet, wo man auch schwer durchdringt?

00:03:54: Was ist es für eine Gegend sozusagen?

00:03:56: In Venezuela leben neunzig Prozent der Bevölkerung im Norden dort genau dort, wo er das Erdbeben stattgefunden hat.

00:04:04: Es sind in der Nähe größere Städten mit einer Million, eins Komma fünf Millionen Einwohner.

00:04:09: die sind in den Nähen.

00:04:11: das Epizentrum selber war am Land, aber in einer sehr geringen Tiefe.

00:04:15: Und da die Bauweisen nicht sehr stabil sind im Venezuela ist dort wirklich eine größere Katastrophe zu erwarten.

00:04:22: Weil Sie gesagt haben, Sie haben durchaus Kontakt es ist sicher schwierig auch die Leute zu erreichen.

00:04:26: bei uns kommen Bilder von schweren Schäden an Aber gibt es noch in Caracas zum Beispiel Viertel die instand sind Dinge die funktionieren oder wie kann man sich das vorstellen?

00:04:36: wenn sie da jetzt zum Beispiel landen dann am Flughafen?

00:04:38: Also die Innenstadt von Caracas Gesäumt von Hochhäusern mit Glasfassaden, das sind leichte Schäden.

00:04:45: Aber es gibt sogenannte Verwähler.

00:04:47: Das ist ein Armandviertel, das heißt Petare.

00:04:50: Dort wohnen sixhunderttausend Menschen eh in Getränkt aus der Häuser.

00:04:53: ein Häuser so wie man sich's von Rio vorstellt, schaut komplett gleich aus.

00:04:57: Von dort sind noch ganz wenige Meldungen gekommen, weil wir dort nicht vordringern können, weil das informelle Siedlungen im Berg hineinsehen und da sind auch hohe Opferzahlen zu erwarten.

00:05:08: Aber das heißt zum Beispiel, im Mobilfunk funktioniert noch im Land?

00:05:11: Teilweise.

00:05:12: Jetzt man fährt wieder hoch, das Problem ist wenn der Strom ausfällt, ist auch meistens die Kommunikation gestört.

00:05:18: Die einfache Kommunikion ist, wenn es funktioniert.

00:05:21: Das Internet ist über WhatsApps und dort wird kommuniziert Aber telefonisch ist schwer erreichbar.

00:05:27: Ich wäre auf alle Fälle mit Satelliten-Kommunikationen ausgestattet nach Menöse-Larisen.

00:05:32: Was brauchen denn die Menschen jetzt?

00:05:34: Was können wir hier auch beitragen?

00:05:37: Ja, die Menschen haben in der Vergangenheit schon jener nicht sehr angenehmerne Atmosphäre gelebt.

00:05:41: Jetzt haben sie gar nichts mehr.

00:05:43: Die größten Bedarfe sind auf alle Fälle Trinkwasser, dann Foodbasket zu essen und medizinische Versorgung.

00:05:50: Sind Sie gerade angesprochen?

00:05:51: Venezuela ist ein leidgeplagtes Land, ist ein bisschen in den öffentlichen Fokus zurück durch den Angriff der USA.

00:05:58: Wie war denn die Situation die letzten Wochen vor den Erdbeben?

00:06:01: Die Situation war so, der Bevölkerung ist es nicht besser und nicht schlechter gegangen.

00:06:06: Das Embargo wurde etwas gelockert sodass Medizin- und Medizinprodukte ins Land durften.

00:06:13: also die medizinische Versorgung hat sich verbessert aber die generelle Lage des dauert noch Jahre bis sie wieder besser wird.

00:06:21: das Regime ist im Prinzip das gleiche gebrieben nur mit anderen Namen mit der Tuldung der USA.

00:06:27: Und wie war Ihre Arbeit in den letzten Wochen?

00:06:30: Ist das dann wieder leichter gegangen oder hat sich das nicht verändert seit dem leichten politischen Umbruch, auch wenn es vielleicht keiner war.

00:06:36: Doch, doch.

00:06:37: Es hat sich schon etwas verbessert.

00:06:39: Wir haben zum Beispiel ein großes Medizin-Hilfeprojekt im Amazonas wo wir die Intigenen Yamomami unterstützen, die sonst keine medizinische Hilfe bekommen und der Zugang in Amazonas wurde jetzt erleichtert.

00:06:52: Da waren große Restriktionen, weil dort illegaler Goldabbau, illegale Diamantenminnen sind und da wollte man nicht internationale NGOs hineinlassen.

00:07:02: Und dann haben wir noch ein zweites riesiges Projekt, das ist ein Back to Nature-Projekt bis zur Richtung grüne Technologie.

00:07:08: also die Arbeit ist schwierig aber es hat sich verbessert.

00:07:12: Es haben schon einige Länderhilfe angeboten USA Spanien als Beispiele zu nennen.

00:07:17: Wie ist denn die Infrastruktur in Venezuela?

00:07:19: Inwieweit kann Venezuela selbst so eine Katastrophe bewältigen.

00:07:23: Sie brauchen auf alle Fälle internationale Unterstützung.

00:07:26: Jetzt vor ein paar Minuten ist der Flughafen wie in Caracas, sondern Küste wieder geöffnet worden sodass internationale Hilfslieferungen ins Land kommen.

00:07:34: Das Problem wird bei der Verteilung liegen, zumal die richtig betroffenen Gebiete noch nicht erreichbar sind.

00:07:41: Die Straßen sind zerstört, Infrastruktur ist zerstört.

00:07:44: Das passt wieder.

00:07:44: eine große Herausforderung, dass das Land Venezuela sicherlich nicht alleine stemmen kann.

00:07:49: Das könnte auch nicht Österreich bei so einer großen Ausmaß.

00:07:52: Aber das Gesundheitssystem vor dem Erdbeben hat es funktioniert bis zu einem gewissen Grad?

00:07:57: Das Gesundheitssystem, das öffentliche ist am Boden gelegen.

00:08:01: Es war jetzt leicht im Aufbau und es gibt private Spitäler aber die sind so extrem teuer dass sie den normalen Bevölkerung was nicht leisten kann.

00:08:09: Mit was für eine Situation rechnen Sie denn wenn Sie sagen Sie werden voraussichtlich am Wochenende in Richtung Venezuela fliegen?

00:08:15: Sie sind die Situation gewohnt, was erwartet sie dort für eine Arbeit?

00:08:18: Was machen Sie?

00:08:18: Also ich werde nach Caracas in die Hauptstadt fliegen und mich dort mit unseren Projektpartnern, die eben ganz Venezuela vertreten sind treffen.

00:08:28: Die Situation erörtern und dann schauen wie man Hilfsgelder am besten einsetzt damit keine Redundanzen entstehen und mir mit anderen internationalen NGOs absprechen damit wir die Gelder die wir bekommen am effektivsten und am effizientesten einsetzen können.

00:08:45: Sie leben schon viele Jahre in Venezuela.

00:08:47: Was ist das für ein Land?

00:08:49: Man liest Venezuela hat im vergangenen Jahr nur über den Angriff gelesen, über große Armut und politische Instabilität.

00:08:56: Wie erleben sie Venezuela?

00:08:58: Also ich habe Venezuela schätzen und lieben gelernt.

00:09:02: Es ist so wie meine zweite Heimat geworden.

00:09:04: die Bevölkerung ist irrsinnig freundlich.

00:09:06: Die haben den Spirit von Südamerika in sich und die armen der Ärmsten teilen alles, was sie haben.

00:09:12: Es ist die Möglichkeit wirklich zu helfen um die Lage für die ländliche Bevölkerung ein bisschen zu stabilisieren.

00:09:22: aber der Eindruck selber man sieht dass es sehr reiches Land war und das sind den letzten zwei Jahrzehnten wirklich wie auf steirisch aus dem Boch runtergegangen ist.

00:09:32: Aber das Land selber ist beeindruckend.

00:09:34: Die Menschen sind freundlich und nett, aber sie bedürfen der Hilfe von der westlichen Welt.

00:09:38: Ohne den wird es nicht

00:09:39: funktionieren.".

00:09:40: Ich wünsche Ihnen für Ihre Reise alles Gute!

00:09:41: Und danke fürs Gespräch erwidern!

00:09:43: Vielen lieben Dank – alles Gutes auch!

00:09:48: Auf Wolfgang Wiedern warten ab dem Wochenende also sicher intensive Tage- und Wochen in Venezuela... ...und wir werden jetzt noch die geologischen Eckdaten besprechen….

00:09:59: …und zwar mit Universitätsprofessor Götz

00:10:02: Bogelmann

00:10:02: vom Uni Wien.

00:10:03: Er arbeitet am Institut für Meteorologie und Geophysik.

00:10:10: Jetzt gab es zwei heftige Erdbeben in kurzer Zeit im Norden Venezuelas, ist in dieser Region generell mit heftigem Erdbem zu rechnen?

00:10:17: Das ist ja doch eine Region wo Platten hier aneinander treffen!

00:10:20: Ja absolut also die Erdbabengefahr ist sehr präsent in einem Land wie Venezuela vor allem im Nord.

00:10:27: Und trotzdem sind diese Erdbeben, die diese Nacht dort aufgetreten sind kurz aufeinander.

00:10:33: Neun und dreißig Sekunden voneinander entfernt.

00:10:36: Beide sehr stark über Magnitude sieben sind doch etwas Ungewöhnliches für da solche.

00:10:41: Solche Erdbemen hat es eben nur einige in Venezuela gegeben im letzten Jahrhundert.

00:10:46: also das ist schon was ganz Besonderes.

00:10:48: Genau dieser kurze Abstand von heftigen Beben dürfte doch etwas Außergewöhnliches sein.

00:10:53: ich Kennt die Berichterstattung rund um Erdbeben?

00:10:55: Man spricht ja immer wieder von Vorbeben und Nachbeben, aber dass diese zwei Beben sehr gleich stark sind.

00:11:01: oder was ist da die Besonderheit daran.

00:11:09: Und das ist hier aufgetreten und zwar in ungewöhnlich großer Stärke, Magnitude sieben Komma fünf beziehungsweise sieben Kommer zwei.

00:11:17: Es hat solche Beben in Venezuela schon gegeben aber tatsächlich in der Magnitude sechs Größenordnung und jetzt ist es alles eine eine Dimension größer.

00:11:27: Und wenn wir jetzt von der Stärke sieben, zweiein, sieben und fünf reden.

00:11:31: Was sind das für Kräfte?

00:11:32: Kann man das in Worte überhaupt übersetzen?

00:11:35: Also man kann es übersetzen geografisch.

00:11:38: also da ist sicherlich die Erdkruste aufgerissen über eine Länge vorm mindestens hundert Kilometer wahrscheinlich eher Hundertfünfzig oder vielleicht zweihundert Kilometern.

00:11:48: Also so kann man sich das vorstellen.

00:11:50: Da reißt die Oberfläche auf über eine solche Länge, sagen wir, hundertfünfzig Kilometer und in einer tiefen Bereich von der Oberflächen bis in größener Ordnung mehr als die zwanzig Kilometer Tiefe.

00:12:02: Deswegen hat man auch die Tiefe von zehn Kilometern angegeben aber in Wirklichkeit ist sicherlich der gesamte Bereich in den obersten fünfzehn-zwanzigkilometern

00:12:12: aufgerissen.".

00:12:13: Und das heißt es ist auch eine Struktur, die man an der Ober Fläche sieht?

00:12:17: Ja, also wenn das nicht zum größten Teil im Urwald und zum Teil auch unter dem Meer wäre würde man das leicht sehen.

00:12:23: Also wenn das zB in der Nordafrika wäre würden wir das bestimmt sehen können.

00:12:30: da im Urwalt wird man das wahrscheinlich trotzdem früh oder später sehen weil das eine sehr große Verschiebung sicher mehr als ein zwei vielleicht mehr Meter und eben über diese große laterale Entfernung hinweg.

00:12:43: Also die Bewegung, wie passiert es ist eine Blattverschiebung also eine vertikale Bruchfläche und der nördliche Teil hat sich relativ zum südlichen Teil nach Osten verschoben.

00:12:56: Und von welchen Platten reden wir hier eigentlich?

00:12:59: Das ist einerseits die Karibische Platte und eben die Südamerikansche Platte im Süden.

00:13:05: Die Karibischen Platte bewegt sich etwa zwei Zentimetern pro Jahr nach Osten, relativ zur Südamerkanschen Platte.

00:13:14: Und das produziert natürlich Spannungen am Untergrund.

00:13:17: Jedes Jahr verhakt es sich um mehr und mehr, um zwei Zentimeter pro Jahr und von Zeit zu Zeit alle paar Jahrzehnte oder hundert Jahre, hundefünf Jahre wird das Reißen in den großen Erdbeben.

00:13:29: je tiefer ein Erdbeben, desto weiter weg von der Oberfläche.

00:13:32: Desto weniger Spül über die Auswirkungen.

00:13:34: kann man das so vereinfacht sagen?

00:13:36: Ja genau, das stimmt.

00:13:37: also hier sind die Auswirkungen potenziell sehr stark.

00:13:40: dadurch dass das Beben eben flacher ist als zwanzig Kilometer hat im Wesentlichen den gesamten Giefenbereich aufgerissen zwischen der Oberfläche bis, glaubt man genau sagen, fünfzehn vielleicht zwanziger Kilometern Tiefe und lateral über hundertfünfzig Kilometer hinweg.

00:13:56: Das ist alles gerissen.

00:13:57: Das sind eigentlich während idealer Voraussetzungen, um maximalen Schaden an der Oberfläche zu

00:14:02: erzeugen.".

00:14:03: Die US-Rdbebenfahrt USGS hat relativ rasch eine Modellrechnung veröffentlicht und die hohe Opferzahlen befürchten lässt.

00:14:11: Haben Sie hier einen Einblick?

00:14:12: Welche Faktoren

00:14:13: hier eingerechnet

00:14:13: sind?".

00:14:14: Das ist eben die Stärke der beiden Hauptbeben – die Geometrie.

00:14:21: Man steckt auch rein tatsächlich das soweit bisher bekannte Wissen über die Lage der großen Verwerfungen.

00:14:29: Das sieht man in der Shakemap zum Beispiel, Shakemap bedeutet da werden sei es ein Meter aus der Gegend befragt wie groß war wirklich die Bodenbewegung insbesondere die Beschleunigung?

00:14:39: War die beschleunigen so groß wie die Erdbeschleunigungen dann treten enorme Schäden auf.

00:14:44: das war der Fall Aber möglicherweise nicht in gewohnten Gebieten.

00:14:48: Also man steckt ihm alles ein, was man schon weiß über die Gegend und das wird nach und nach immer mehr kompliziert

00:14:55: werden.".

00:14:56: Es hat mich doch überrascht dass so kurz nach Erdbeben ohne dass man gesicherte Informationen hatte.

00:15:00: Die US-Berde gesagt hat ja es wird wohl... hunderte Tote geben?

00:15:04: Ja,

00:15:04: man muss sehen.

00:15:05: Die größten Naturkatastrophen auf diesem Planeten wo die meisten die größten Kosten und die meisten Todesfälle auftreten sind Erdbeben mit großem Abstand.

00:15:14: da kommt Klima nicht dran, da kommen Gokranusbrüche nicht dran.

00:15:17: Erdbemen sind einfach sehr mörderisch.

00:15:19: solche Beben wie dieses vor allem das hätte in der anderen gegen den China oder oder in der Türkei könnten Hunderttausende von Menschen sterben bei so einem erdbehmen.

00:15:29: Das wird hier nicht passieren.

00:15:30: aus geometrischen Gründen und vor allem eben, abgesehen von einigen Gegenden Karakas zum Beispiel selber aber einige anderen Städte ist die Gegend insgesamt doch eher wenig besiedelt.

00:15:41: Und ich nehme an mit Nachbäben auch zu

00:15:43: rechnen?

00:15:43: Auf jeden Fall!

00:15:44: Es wird garantiert nach Bäben geben.

00:15:46: Magnitude drei vier fünf selbstverständlich Magnitude sechs vielleicht.

00:15:52: da gibt man auch Wahrscheinlichkeiten an.

00:15:54: Magnitude sieben vielleicht aber Magnitude sechs ist noch recht wahrscheinlich und zwar über Wochen, Monate, Jahre nach so einem Erdbeben.

00:16:02: Das dauert Jahrzehnte eigentlich bis die Nachbemethätigkeit aufhört.

00:16:07: Herr Bohlmann vielen Dank für das Gespräch!

00:16:08: Danke

00:16:10: Ich bedanke mich bei Ihnen fürs Zuhören.

00:16:12: Falls Sie spenden möchten einige Konten von Hilfsorganisationen stelle ich Ihnen in die Show Notes Und falls sie mit uns in Kontakt treten wollen dem Podcast-Team der Presse podcastet Diepresse.com ist unsere E-Mail Adresse.

00:16:25: Wir freuen uns über Anregungen Feedback und Kritik.

00:16:28: Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Tag.

00:16:30: Bis zum nächsten Mal!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.