Projekt Kampwald: Ein Nationalpark zwischen Stausee, Naturschutz und Politik Teil 1

Shownotes

Zwischen Zwettl, Allentsteig und Krumau im Waldviertel soll rund um den Kampwald und die Kampseen in den kommenden Jahren Österreichs siebter Nationalpark entstehen. Unter dem Arbeitstitel „Nationalpark Kampwald“ sind dort rund um das Dobratal bereits erste Gebiete unter Schutz gestellt.

Doch so ein Nationalpark ist kein kleines Projekt: Eine Umsetzung ist nicht nur kostspielig, sondern auch langwierig, juristisch und politisch komplex. Der Initiative der Landespolitik müssten jetzt Jahre harter Arbeit folgen – um die naturschutzfachlichen Anforderungen zu erfüllen, die notwendigen Mittel dafür aufzustellen und die Bevölkerung an dem Prozess zu beteiligen und für das Projekt zu gewinnen. Wie viel Willen gibt es dazu in der Politik? Wie viel Begeisterung in der Bevölkerung? Und auf welcher naturschutzfachlichen Grundlage beruht die Idee?

In einer Doppelfolge von „Was wichtig ist“ gehen wir den Fragen auf den Grund, wieso ausgerechnet in dieser Region ein Nationalpark entstehen soll, und fragen nach, wie das Projekt gerade läuft und woran es eventuell noch scheitern könnte.

Der Beitrag ist mit Unterstützung eines Stipendiums des Netzwerk Klimajournalismus entstanden.

Moderation: Christine Mayrhofer **Schnitt: **Audiofunnel/Domink Lanterdinger **Credits:**Carl Piaty/Youtube; Instagram/Ludwig Schleritzko, Instagram/Stephan Pernkopf

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Transkript anzeigen

00:00:02:

00:00:11: Die Bade-Saison hat schon begonnen.

00:00:13: Ortensteiner Stausee im niederösterreichischen Waldviertel, heute ist wetterbedingt aber wenig los!

00:00:20: Wie viele Niederösterreicher und Niederöstereicherinnen kenne ich den Ortensteinern Stauseen und die Gegend rundherum als Ausflugsdestination meiner Kindheit.

00:00:31: Auf einem Volksschulausflug habe ich hier erklärt bekommen, wie ein Wasserkraftwerk funktioniert.

00:00:37: Mit der Familie war ich zum Baden und Wandern her.

00:00:40: Und im Jahr zwanzig da hab' ich als längst erwachsene sogar hier Urlaub gemacht!

00:00:46: Während der Corona-Pandemie.

00:00:47: das schien das nahe Waldviertel deutlich attraktiver als eine riskante Auslandsreise.

00:00:56: Vom Ortensteiner über den Dobra bis hin zum Thurnberger Stausi bei Cromau Vermagten sich die Gemeinden Kvöl, Jeithof, Gromau am Kamp, Liechtenau im Waldviertel, Pöller-Rastenfeld und St.

00:01:09: Leonhardt am Hornerwald als Regionkampfsehen – und das touristisch recht erfolgreich!

00:01:16: Kühle Seen und familiengerechte Abenteuer mit Fischen, Padeln und Campen.

00:01:21: so kenne eben nicht nur ich sondern viele aus Wien oder Niederösterreich die Gegend im nördlichen Waldvierzell irgendwo zwischen Zwettel, Allensteig und Gromow.

00:01:33: Von Naturschutz- oder Urwäldern habe ich als Kind allerdings bei meinen Ausflügen hierher nichts gehört.

00:01:40: Und umso überraschter war ich, dass die Landesregierung Niederösterreich im Jahr ist erstmals davon gesprochen hat ausgerechnet in dieser Region Österreichs siebten Nationalpark gründen zu wollen!

00:01:55: Mein Name ist Christine Meyerhofer und ich habe mich rund um die Kampfsehen und entlang des Kampfs auf Spurensuche begeben, um herauszufinden wie so ausgerechnet hier ein Nationalpark entstehen soll.

00:02:09: Wie es bei dem Projekt gerade läuft – und woran es vielleicht noch scheitern könnte.

00:02:17: Frühjahr Jahrzehnteunzwanzig in Niederösterreich tritt die schwarz-blaue Landesregierung ihr Amt an.

00:02:24: Viele blicken mir kritisch entgegen!

00:02:29: Nicht zuletzt unter Umwelt- und Naturschutzorganisationen ist die Skepsis groß.

00:02:34: Die FPÖ setzt sich offen für Lockerungen im Artenschutz ein, und sie macht sich gegen europäische Vorgaben in Sachen Naturschutztag.

00:02:43: Es ist auch kein Blauer sondern ein schwarzer Landespolitiker der ein Jahr darauf mit einem überraschenden Vorstoß an die Öffentlichkeit geht.

00:02:54: Der damalige Finanzlandesrat Ludwig Schleritzko verkündet gemeinsam mit Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Pernkopf Pläne für einen weiteren Nationalpark, und zwar im nördlichen Kamptal im Waldviertel.

00:03:08: Er kommt selbst aus dem Waldvirtel – und war vor seiner Karriere in der Politik Direktor des Nationalparks Tayertal.

00:03:19: Ein

00:03:32: Nationalpark, der klingt nach viel.

00:03:35: Ein National Park, der kostet aber auch viel!

00:03:38: Eine Umsetzung ist nicht nur kostspielig sondern langwierig juristisch und politisch komplex.

00:03:44: Der Initiative der Landespolitik müssten jetzt jahre harter Arbeit folgen Um die naturschutzfachlichen Anforderungen zu erfüllen die notwendigen Mittel dafür aufzutreiben und um die Bevölkerung an dem Prozess zu beteiligen, für das Projekt zu gewinnen.

00:04:02: Wie viel Willen gibt es dazu in der Politik?

00:04:05: Wie viele Begeisterungen in der Bevölkerung?

00:04:07: Und aus welcher naturschutzfachlichen Grundlage beruht eigentlich die Idee!

00:04:14: Auf einem unscheinbaren Parkplatz am Straßenrand ein wenig südöstlich vom touristischen Hotspot der Region, also Abseits von Badewiese und Putzverleih.

00:04:25: Hier bespricht eine Gruppe Motorradfahrer ihre weitere Route und an der nahegelegenen Straße dondert der Fernverkehr

00:04:33: vorbei.

00:04:34: Hier treffe ich Matthias Schickhofer.

00:04:37: Der Naturfotograf, Buchautor und Umweltschützer ist im Zwettel aufgewachsen.

00:04:42: Und er kennt die Wälder der Gegend seit seiner Kindheit.

00:04:45: Gleich neben der Straße auf einer steilen Böschung zeigt er mir einen der weniger bekannten Naturschätze des Waldviertels.

00:04:53: Das ist auch ein Baum hier!

00:04:56: Und das ist sozusagen einer der schönsten Altbestände.

00:04:59: Bekannterweise, ich nehme den Stau an, dem der Straße... Warum ist es noch so?

00:05:05: Der Grund dafür liegt vermutlich in dieser Grenizburg, den wir sehen.

00:05:09: Der Wald war immer so steil und die Straße, das gibt es ja noch nicht so wahnsinnig lang.

00:05:14: Das Karteil war immer eher, dass der Stil eingeschnitten ist in das Granithochland, weil er das Holz schwer zu bringen.

00:05:22: Ist der Grund warum sie auf den Abhängen noch alte Waldreste gibt.

00:05:28: Früher war das wahnsinnlich auffällig sind, dicken Baum umzuschneiden.

00:05:32: Und wir haben da Teilen gesägt mit diesen Urwaldbäumen.

00:05:37: Dann muss man bei denen nichts erklären und in Pakete bringen, damit ich das im Gefährte rausbeifügen könnte.

00:05:45: Da gab es noch keine Traktoren.

00:05:46: Und da wo's halt steil und steinig ist und wo man wirklich zufahren kann sind halt so alte Stände nachüber und teilweise auch aus Liebhaberei.

00:05:58: Wenn die Besitzer dann sagen, nein, das ist halt so ... Das letzte Rest vom schönen alten Wald, das lassen wir halt stehen.

00:06:04: Zwischen den dicken alten Stämmen, die Schickhofer mir zeigt, bedecken Farne, Keimlinge und jüngere Bäume den steil abfallenden Waldboden.

00:06:14: Kleine Felsbrocken und umherliegendes Totholz erschweren das Vorankommen – ein Bewirtschafteterwald sieht anders aus!

00:06:21: Das merkt man

00:06:22: gleich.".

00:06:32: Aber fast alle Werts von Arten waren nur hier.

00:06:35: Also nur auf dieser kleinen Hektar, gleiche.

00:06:38: Das gesamte Naturschutzgebiet sind zweihundertsechzig Hektare und ein bissel mehr.

00:06:42: Und aus diesen drei vier Hektaren hier konzentriert sich die Atmosphäre.

00:06:45: Was ist

00:06:45: so eine richtige Insel?

00:06:47: Das ist der letzte kleiner Hotspot für diese Insel.

00:06:53: Warum?

00:06:54: Weil eben diese alte Bäume hier stehen.

00:06:55: Das ist eine große Therapie, weil sie dort in Wäldern ist gebunden an Reife, also mature ökologische Reife-Wälder die eine Mischung haben.

00:07:04: aus alten Bäumen stehende Todholz, das ist überhaupt das wichtigste für die Atmosphäre, so dass es stehenden Todholzen sind aber auch Altbäume mit Höhlen und Steiken.

00:07:15: da haben wir dann federweise und einzeltige Zitre, die haben ja dann ihre Niestenbrutmöglichkeiten.

00:07:23: Stehendes Totholz ist auch für Zülpe und die Käfer wichtig.

00:07:26: Die wiederum Nahrung sind viele Vögel,

00:07:29: d.h.,

00:07:29: wenn man diese Alkoholmächer eliminiert, eliminieren wir ungefähr achtzehn Prozent der Biodiversität.

00:07:35: Also diese letzten paar Hektar ... Irgendwie sollte man sich da schaffen zu erhalten.

00:07:43: Uralte Baumbestände und seltene Tierarten – so begründet auch die Regionalpolitik ihre Vision.

00:07:49: Auf einer Fläche von etwa viertausend Hektar soll rund um die Kampfsinn der Nationalpark Kampfwald entstehen.

00:07:56: Eine Fläche, die hauptsächlich dem Gut Ottenstein gehört in Besitz der Wintag-Stipendien Stiftung.

00:08:02: Eine Win-Win-Situation, wie der damalige Landesrat Ludwig Schleritzko auf einer Pressekonferenz erklärt.

00:08:09: Wir kommen damit natürlich auf den ... Ursprungsziel oder Ständig- und Ziel der Windtagsstipendien-Stiftung nach, nämlich einzigartige Wälder im Herzen des Waldviertels auf die kommende Generationen zu bewahren und zu schützen.

00:08:21: Und falls Sie mich zufällig auch aus Niederösterreich sind, dann fragen sie sich jetzt bestimmt – was bitte ist die Windtagsstipendienstiftung?

00:08:30: Nun die gemeinnützige Stiftung, heute verwaltet vom Land Niederösterreich, fördert seit dem siebzehnten Jahrhundert Studierende aus Niederöstereich.

00:08:39: Wie der Zufall es will habe auch ich vor Jahren als Studentin einmal ein Stipendium der Stiftungen bekommen – verliehen hat mir das damals niemals anders als Landesrat Schleritzko!

00:08:49: Als Besitzerin des Gut Ortensteins ist die Stiftungszeit nicht nur forst- und fischereiwirtschaftlich sondern auch touristisch tätig und der überwiegende Teil der Fläche des geplanten Nationalparks soll eben aus ihrem Besitz kommen.

00:09:05: Warum?

00:09:06: Da gibt es drei Gründe dafür, warum umeinend sich diese Flächen der Wienerstiftung ganz besonders für die Gründungen eines Nationalparkes.

00:09:13: Das eine ist die Schutzflächen an sich.

00:09:15: bitte ein perfekter Ausgangspunkt.

00:09:16: das gibt einen einzigen Grundbesitzer

00:09:18: Auch Thomas Knoll, jener Landschaftsplaner der mit seiner Beratungsfirma mit den weiteren Arbeiten zur Entwicklung des Nationalparks beauftragt ist hat mir im Interview Gründe dafür erklärt.

00:09:38: Eine spezielle Flusslandschaft schützt, ganz toll auch ein sehr schönes Spiel für den Nationalpark in Österreich.

00:09:45: Aber die klassischen Landschaften, die in Wald und Müllviertel gebildet sind durch die Granit-Landschaften – die ein bisschen skandinavisch anmutten mit Teichen oder Waldlandschaften ist eigentlich nicht abgedeckt.

00:10:03: Und diese Abdeckung... gelingt mit dem jetzigen Projekt Nationalpark Kampwald sehr gut.

00:10:12: Warum das so gut gelegen ist, ist wir brauchen für den Nationalpark Naturräume die zumindest das Potenzial haben in Richtung Zehntausend Hektar zu gehen.

00:10:22: Das schaffen wir in Österreich praktisch nicht.

00:10:25: Der jetzige Nationalpark-Projekt hat den Vorteil dass wir mit einer Kernfläche von rund viertausend Hektern nur zwei Grundbesitzer betreffen

00:10:34: und

00:10:35: angrenzend als Nachbar den herausragenden, naturheimlich bedeutsamen Druckmüllungsplatz haben.

00:10:44: Ein großes Projekt für das es erst einmal viel Geld gegeben hat!

00:10:48: Aus den Bundesmitteln des Biodiversitätsfonds bekommt das Naturschutzgebiet Dobratal als späteres Herzstück des Nationalparks und eine Art Vorläuferprojekt fast sieben Millionen Euro zugesprochen.

00:11:02: Die gleiche Landesregierung, die sich offen gegen das EU-Renaturierungsgesetz ausgesprochen hat, nimmt die Bundesgelder dann doch gerne wenn sie ein regionales Leuchttomprojekt finanzieren sollen.

00:11:14: Landeshauptvorstellvertreter Stefan Pernkopf

00:11:21: durch diese heutige Entscheidung, weil es Geldmittel vom Bund dafür gibt.

00:11:25: Was wollen wir machen?

00:11:26: Dass Naturjuwel schützen aber auch eine optimale regionalen Entwicklung wertschöpfung in der Region bringen das ist das Ziel dieser wunderbaren Aktion und dass werden wir den nächsten Jahren gemeinsam noch

00:11:36: schaffen.".

00:11:37: Das Geld ist durchaus notwendig denn ein sehr großer Teil der angedachten Waldfläche ist bis vor kurzem forstwirtschaftlich genutzt worden.

00:11:46: Und solche ehemaligen Wirtschaftsflächen voller Fichten, also dem Nutzbaum der Forstwirtschaft schlechthin – die haben naturschutzfachlich nicht den gleichen Stellenwert wie Naturnahe altbestand.

00:11:59: Ein paar Kilometer Fluss abwärts entlang des Kampfes zeigt mir Matthias Schickhofer den Unterschied.

00:12:07: Wir sind jetzt schon im geplanten Naturschutzgebiet.

00:12:11: Da oben beginnt es, wo wir vorher waren mit dem Altbestand und jetzt sehen So im Osterende.

00:12:19: Und man sieht hier eh, das ist alles Jungwald hauptsächlich.

00:12:24: Also hat nicht ganz den Scham und Reiz des Agbesteines, dem wir vorhin gesehen haben, dieser Fläche wie immer sie im Waldviertel eigentlich fast überall findet.

00:12:37: Was es nicht heißt dass man hier auch nicht Prozessschutz machen kann weil natürlich wenn ich jetzt überhaupt nichts tue in einer normalen Wirtschaftswald würde so ein Jungwald jetzt einmal.

00:13:03: mit den zugesprochenen sieben Millionen ist zwar noch kein Nationalpark finanziert, aber es reicht um eine Fläche von vorerst zweihundertsiebzig Hektar Unterschutz und somit Aussennutzung zu stellen.

00:13:16: Wie mir Landschaftsplaner Knoll erzählt hat, werden dort jetzt erst einmal Naturwälder entwickelt.

00:13:22: Also wie genau funktioniert das?

00:13:24: Was macht man dann da in Detail?

00:13:26: Erstens dort wo wir Naturwälter entwickeln wollen machen wir aus der Nutzungstellung der Waldbewirtschaftung entnehmen Schritt für Schritt die Fichten und entwickeln Buchenwälden.

00:13:40: Das ist ein forstwirtschaftliches Handwerk.

00:13:45: Die unentwickelten Buchenwälder wird dann nicht mehr eingegriffen.

00:13:48: Das heißt, hier entfernt man Fichtenbestehende Schritt für Schritt und dann hat man Naturwälter und die sind im Idealfall so, dass man sie einfach nicht mehr angreifen muss.

00:13:59: Das betrifft sicherlich zwei, dreitausend Hektar dieser Fläche – zwei, tausend, zweitausend, fünfhundert hektar der

00:14:05: Fläche.".

00:14:06: Die Entfernung der Fichtenbestände hat auch medial für Aufsinn gesorgt.

00:14:11: Kritik an Schlägerungen im geplanten Schutzgebiet, Titel der ORF Niederösterreich im April.

00:14:19: Was war hier mit einem Team vom ORF?

00:14:22: Die wollten hierher, dass ich sie ähnlich wie mit dir wollte und das präsentiere.

00:14:28: Und haben da unten gehört, dass da mit Motors hingearbeitet wird.

00:14:32: Das wurde dann so veröffentlicht.

00:14:34: Am Montag darauf gab es diverse Anrufe ... Die werden sich angreifen.

00:14:38: Es sind Bölden bei mir und wie geht das?

00:14:40: Und die müssen uns ja informieren, sagen ich immer sie überhaupt nicht informieren.

00:14:43: Ich halte es wäre ein Riesenfehler, ein paar Wochen bevor eine Fläche in der Duschelsgebiet wird, den Stein ist da noch sozusagen werthalter Geschichten rauszuholen.

00:14:53: Also wie soll man sagen am Ende ist alles Drama sagt das Burgtheater.

00:14:57: Ja wenn so ein Projekt lausiert wird von der Politik dann gibt's immer ein bisschen Drama rum herum weil alle Menschen Hinweise Vorschläge sonstiges haben.

00:15:09: Und mit diesem Nebengereischen muss man leben, in dem Fall war es ein bisschen ärgerlich weil das Pflegemaßnahmen zur Umsetzung des Naturschutzprojekts waren und der Vorwurf wirklich einfach falsch war, weil es ist eine klassisches Naturschutzfachliches Managementmaßnahme gewesen nämlich den Entname von Fichten im zukünftigen Naturs Schutzgebiet

00:15:35: Abholzungen im zukünftigen Naturschutzgebiet, auch wenn es sich dabei um eine klassische naturschutzwachliche Management-Maßnahme wie Knoll sagt handelt – damit sind nicht alle einverstanden.

00:15:47: Das ist sicher ein Fehler gewesen und das dämpft im Grunde das Renommee des ganzen Projekts.

00:15:53: Wenn solche Sachen passieren dann bietet das Angriffsfläche für die Gegnerschaft und dann spricht man nicht mehr über die Chancen, die das hat sondern muss sie dann rechtfertigen.

00:16:06: Schickhofer ist Koordinator eines Zusammenschlusses verschiedener Umwelt- und Naturschutzorganisationen.

00:16:12: Sie haben für den angedachten Nationalpark noch ein paar Verbesserungsvorschläge parat.

00:16:18: Die Plattform Nationalpark Kampthal, zu der unter anderem der WWF, der Naturschutzbund Global Two Thousand Planius & Birdlife gehören, schlägt ein deutlich umfassenderes Konzept vor – mit einer Fläche die von Ortenstein bis zur Rosenburg reicht!

00:16:35: und neben den windhagischen Flächen auch noch das mittlere Kampthal in die Planung mit einbezieht.

00:16:42: Wir haben gesagt, dass Stelheit fragt, wenn man es ausgerechnet da macht.

00:16:47: Im mittleren Kanton braucht es eine Lösung oder gibt es Verfahren mittlerweile?

00:16:51: Da gibt es wohl ähnliche Wälder.

00:16:52: Die stehen nach Juurecht unter Schutz.

00:16:56: Das wird in Österreich aber nicht exekutiert.

00:17:00: Und da gibt es einen Riesenkonfliktpotential aus ökologischen Gründen, aus sozialpolitischen Gründe aber auch als wirtschaftlichen Gründen.

00:17:10: Weil die großen Besitzer dort haben, die haben Klöster und Schlösser, die alle für Geld kosten.

00:17:16: Und wenn man das mit einem Nationalpark sozusagen mit zusätzlichen Mitteln auch als Informationszentrum ins Wetter ausbaut dann könnte da auch Wertschöpfung

00:17:24: entstehen.".

00:17:25: Der Plattform zufolge hätte das auch noch einen weiteren großen Vorteil Denn wo oder wie ein Nationalpark in Österreich ausschaut, ist nicht nur gemeinsame Sache von Bund und Land – wie Landwirtschaftsplaner Knoll erklärt.

00:17:40: Nämlich dann wenn einmal Bund und land mit einem Paragraf-Fünftzenavertrag sozusagen grundsätzlich entschieden haben das zu machen?

00:17:48: Dann werden die Planungen vertieft und dann wird man irgendwann einmal den Punkt haben dass die Nationalparkwertung auch ins Gesetz landet.

00:17:57: Im Gesetz landet im Niederösterreichischen Nationalparkgesetz zum Beispiel und in der Phase wird man dann auch die IOCN-Zertifizierung brauchen.

00:18:05: Auch eine dritte Instanz hat dabei noch ein Wörtchen mitzureden, nämlich die IUCN – Die Weltnaturschutzorganisation.

00:18:14: In den zuständigen Ländergesetzen ist nämlich festgehalten dass ein heimischer Nationalpark jedenfalls den strengen Kriterien einer Schutzzone II der IUCn entsprechen muss.

00:18:26: An welchen Book wird da die IUCN ins Spiel kommen?

00:18:30: Also quasi erst nach dem, was ich für eine Alte für entschieden habe.

00:18:33: Ja, man will das oder schon davor!

00:18:35: Also davor wird die IOCN kontaktiert.

00:18:39: Jetzt schon vermutlich Ende des Jahres wird man einen ersten Aufschlag machen mit den Kolleginnen und Kollegen Gespräche zu führen, das ist ein Fachgespräch ja?

00:18:49: Die offizielle Zertifizierung vielleicht obwohl der Begriff weiß ich nicht ob er denn so verwendet aber die Bestätigung des Nationalparks als fachliche Würdigung ist sicherlich erst in den Jahren danach, da gibt es in der Zwischenzeit so weit ich das weise einen eigenen Evaluierungs- und Prüfungsprozess.

00:19:10: Das wird sich ja erst in diesen Jahren nach achtundzwanzig

00:19:13: stattfinden.".

00:19:14: Es hieß am Anfang auch vom Nationalparkplaner Knoll.

00:19:19: Es gibt Probleme weil die AUSN im Grunde ein großes Gebiet haben sie mehr als zehntausend Hektar.

00:19:26: Das steht aber in den Richtlinien nicht drin.

00:19:29: Usus, dass die Aérosien sagt es wäre halt schön.

00:19:32: Aber in einer intensiv genossen Kulturlandschaft wie den Waldviertel eine Fläche von mehr als zehn daß ein Hektar zu finden ist unmöglich.

00:19:39: das geht nicht.

00:19:41: Das heißt wenn man hier einen Nationalbau-Projekt machen will dann muss man mit den Flächen die sich etwas dafür eigenen auskommen.

00:19:48: und da sind wir dann eher bei tausend zwei Tausend Hektars sowie im Dairdaal, der ist ja auch nicht größer.

00:19:55: Und ich bin mir auch ziemlich sicher, dass die EUCNT überprüfen wird und das anschauen wird.

00:20:00: Dass sie das akzeptieren werden wenn sie sehen wie wertvoll diese Wälder hier sind und dass es ja Flussteilabschnitte gibt in allzu wildes Händen.

00:20:07: Also im Mittellankamptal.

00:20:10: Wo wir jetzt beim Doppelstause da ist eine Stasse und das Stause ist natürlich keine Natur Das ist ein technisches Werk zur Stromproduktion.

00:20:19: Das ist eine Industrielandschaft eigentlich.

00:20:21: Jetzt will auch ich sehen, wovon hier die Rede ist.

00:20:24: Matthias Schickhofer erklärt sich bereit mir nicht nur das Industriegebiet sondern auch noch die Wildnis zu zeigen.

00:20:31: Doch kaum haben wir das Naturschutzgebiet verlassen, halten wir erneut an.

00:20:36: Direkt neben dem Straßenrand liegt eine alte Buche – frisch gefällt.

00:20:41: Das ist jetzt ein wirklich wertvoller alter Buchgewalt.

00:20:44: der ist direkt neben der Grenze des geplanten Naturschutzgebetes.

00:20:48: Es ist nicht mehr drinnen.

00:20:50: Ich habe den Naturschutzgebietplaner vor ein paar Wochen gesagt, bitte nehmt es diesen Wald auch noch hinein in das Schutzgebiet.

00:20:57: Das war damals noch nicht, das ist ganz frisch hier und hab gemeint dass dieser Wald hier ökologisch wirklich wertvoll ist im Unterschied zu vielen Flächen im geplanten Naturschutzgebiet.

00:21:06: Und jetzt stehen wir hier und sehen, dass hier ganz fris eine uralte Buche umgeschnitten worden ist Beziehungsweise also nicht nur eine sondern auch da die ganze Gasse hinauf ist da abgeholzt worden.

00:21:17: Das ist möglicherweise schätzliche Reaktion auf meine Intervention, dass man das vielleicht in das Schutzgebiet reinnimmt.

00:21:25: Das sind hier wirklich wertvolle Flächen und dass man dieses kaputt macht ist ein ziemlicher

00:21:29: Stimmungstempfer.".

00:21:30: Die Buche mit metertickem Standdurchmesser hat eine richtige Lücke im Blätterdach hinterlassen – dahinter sieht man, dass noch weitere Bäume gefällt worden sind.

00:21:49: Das Drama wie die einen sagen würden oder der ideologische Konflikt, wie die anderen sagen würden geht also weiter noch bevor die tatsächliche Arbeit am Nationalpark begonnen hat.

00:22:01: Hören Sie morgen warum die Fläche im mittleren Kampftal für ordentlich Diskussionsstoff sorgt bis wann die Umsetzung eines Nationalparks eigentlich realistisch ist.

00:22:12: und nicht zu vergessen wollen das eigentlich?

00:22:15: Die Waldviertlerinnen und Waldvierter.

00:22:20: Der Beitrag ist mit Unterstützung eines Dependiums des Netzwerk Klimaschonalismus entstanden.

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