Ökonomin Stagl: „Bei Biowürsteln und Flugtickets senden Preise aktuell falsche Informationen“
Shownotes
Von Christine Mayrhofer. Wirtschaft und Klimaschutz gelten in der öffentlichen Debatte oft als Gegensatz. Dabei hat der heurige Sommer mit Dürreschäden, Hitzebelastung und eingeschränkter Wasserkraft wieder einmal gezeigt, wie sehr die Erderhitzung und ihre Folgen auch unser Wirtschaftstreiben beeinflussen.
Die Ökonomin Sigrid Stagl plädiert in ihrem neuen Buch „Krisenfest“ für eine deutliche Veränderung in unserem System, um Wohlstand und Wirtschaft krisenfest zu machen. Zu Gast bei uns im Studio hat sie erklärt, was sie damit genau meint und wie diese Veränderungen ausschauen könnten.
Gast:Sigrid Stagl, Ökonomin WU Moderation: Christine Mayrhofer Schnitt: Audiofunnel/Dominik Lanterdinger
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Transkript anzeigen
00:00:02: Die Presse.
00:00:08: Türe in der Landwirtschaft mit einem Schaden in Milliardenhöhe, zu niedrige Flussstände für die Kühlung konventioneller Kraftwerke, eingeschränkte Wasserkraft und drohende Milliardenverluste durch die Hitzebelastung.
00:00:21: Der heurige Sommer hat wieder einmal gezeigt wie sehr die Erderhitzung und ihre Folgen auch unser Wirtschaftstreiben beeinflussen.
00:00:30: Und das, obwohl in der öffentlichen Debatte Wirtschaft und Klimaschutz oft immer noch als Gegensatzpark gesehen
00:00:38: werden.".
00:00:39: Mein Name ist Christine Meyerhofer – und das ist was wichtig ist der tägliche Nachrichten-Podcast der Presse!
00:00:45: Die Ökonomin.
00:00:46: Sigrid Stakel plädiert im ihrem neuen Buch Krisenfest für eine Veränderung im System, um Wohlstand und Wirtschaft krisenfester zu machen.
00:00:56: Zu Gast bei uns im Studio hat sie erklärt, was Sie damit genau meint und wie diese Veränderungen ausschauen könnten.
00:01:06: Frau Stagel, Sie sind Ökonomin an der Wirtschaftsuniversität Wien.
00:01:09: Sie waren es seit dem Jahr zwanzig Wissenschaftlerin des Jahres und in Ihrem neuen Buch Krisenfest da erklären Sie, wie wir Wirtschaft ganz anders denken und praktizieren müssten um sich krisenfest zu gestalten.
00:01:21: Herzlich willkommen!
00:01:23: Danke für die Einladung.
00:01:24: Was läuft denn aus ihrer Sicht im derzeitigen Wirtschaftssystem so grundlegend falsch?
00:01:29: Naja, es ist so dass wir von Naturwissenschafterinnen wissen das in bedeutenden Dimensionen zu neuen Dimension auf globaler Ebene in der Natur etwas schiefläuft.
00:01:40: Und diese Dimensionen, das ist natürlich Klimawandel dabei.
00:01:43: Biodiversitätsverlust aber auch Landverbrauch, Wassernutzung, Stickstoffzyklus, Phosphorzykulus, Ozone, Feinstopp und so weiter.
00:01:51: Das heißt also in mehreren Dimensionern ist es so dass wir außerhalb des Bereichs sind der zwar eine Veränderung im Vergleich zu einem natürlichen Urzustand ist darum geht's gar nicht sondern es geht darum ob aus diesen Dimension sich Risiken für die Menschen ergeben.
00:02:07: Und leider ist in sieben dieser von den neuen Dimensionen ergeben sich Risiken für uns Menschen.
00:02:14: Jetzt ist es so, wenn wir von Naturwissenschafterinnen nachdem sie das fünfmal langschaut haben und hundert Mal bei Vorträgen noch einmal abgeklopft haben und von verschiedenen Modellen durchrechnen haben lassen.
00:02:24: Wenn man dann sicher sind dass das hält, dass das solide wissenschaftliche Evidenz ist würde man erwarten, dass man sagt okay, das ist ein Riesenproblem Das ist etwas Unangenehmes für uns und da müssen wir was dagegen tun.
00:02:38: Und das ist aber in der Ökonomie deswegen nicht so einfach, weil im Prinzip beim Übergang von den klassischen Ökonomen zu den neoklassischen Ökonomen die Natur des Landes.
00:02:50: irgendwie rausgeworfen wurde als Produktionsfaktor.
00:02:53: Das ist nachvollziehbar, weil damals hat sich die Gesellschaft verändert.
00:02:57: das war nicht mehr der Landbesitz des produktive Element in der Wirtschaft sondern Arbeitskraft ist viel wichtiger geworden und natürlich in Kombination mit Kapital.
00:03:05: deswegen gab man auch bei Arbeitskraft und Kapital fokussiert in der Produktionsfunktion Was Sinn macht, aber man hat leider auf Land als Produktionsfaktor vergessen und deswegen haben wir in vielen ökonomischen Analysen die bio-physischen Grundlagen wie wir es nennen würden also den natürlichen Grundlagen des Wirtschaftens nicht mehr in unsere ökonymische Analyse trennen.
00:03:25: Und dann kann man sagen na ja vielleicht geht's eh gut!
00:03:27: Haben wir lange gehofft.
00:03:29: Jetzt wissen wir, aufgrund der wissenschaftlichen Erkenntnisse in sieben von neun Dimensionen geht es leider gar nicht gut und nicht nur wie gesagt das ist eine veränderte Natur sondern dass es wirklich Probleme für uns verursacht.
00:03:42: Es erhöht unsere Risiken und deswegen sollten wir handeln.
00:03:45: Jetzt sagen Sie und eben auch andere, wir sollten da einiges anders machen.
00:03:50: jetzt wissen Sie aber genauso gut wie ich die österreichische Wirtschaft die hat?
00:03:54: keine besonders glorreichen Jahre hinter sich.
00:03:57: Also wir haben oft eine Starknation anstelle von Wachstum, viele Unternehmer und Unternehmerinnen die Klagen über ein engende Auflagen oder eben auch hohe Energiepreise und durch eine angespannte Situation am Arbeitsmarkt und eine hohe Inflation ist das längst auch in der breiten Bevölkerung angekommen und bereitet vielen Menschen Sorgen.
00:04:16: Ist jetzt das ein guter Zeitpunkt um zu sagen?
00:04:19: Jetzt müssen wir die Wirtschaft auch noch grundlegend umbauen.
00:04:23: Natürlich wäre es schöner, wenn man sagen könnten, wir schöpfen jetzt aus dem vollen... Wir haben Puffer aufgebaut, wir haben Reserven und jetzt überlegen wie wir uns weiterentwickeln wollen ist aber nicht so.
00:04:33: Und auf der anderen Seite ist es ja auch so dass manche dieser krisenhaften Situation sich genau aus diesen Problemen ergeben haben.
00:04:41: Wenn man zum Beispiel den Energiebereich nimmt.
00:04:43: Wir importieren jedes Jahr in Österreich, je nachdem wie hoch die Energiepreise sind zwischen neun und achtzehn Milliarden Euro Wert fossile Energieträger.
00:04:53: Gleichzeitig ist es aber so dass wir ja wissen wie man erneuerbaren Strom generieren kann und wenn man auf die Industrie das heizen, die Mobilität elektrifiziert dann sind wir effizienter unterwegs Und wir können noch den heimischen Strom, also den heimmischen Energiequellen nutzen und die haben niedrigere Stromgestehungskosten.
00:05:13: Natürlich ist das nicht von heute auf morgen möglich, sondern da müssen die Netze ertüchtigt werden, da müssen Speicher aufgebaut werden
00:05:18: usw.,
00:05:19: aber gerade in einer Situation wo es Krisen gibt, glaube ich, gibt's ja der Motivation dass man nach besseren Lösungen sucht.
00:05:26: Das hat Josef Schumpeter an Österreich kann man sagen gut österreichisch aussprechen Natürlich vor vielen Jahren schon gesagt, dass gerade in Krisen auch die Chance für etwas Neues beinhaltet ist.
00:05:40: und ich würde auch argumentieren wir brauchen dieses neue Weil.
00:05:43: Wir eben die Informationen von der Naturwissenschaft erinnern haben das es in so vielen Dimensionen in der Interaktion zwischen Wirtschaft und Umwelt schiefläuft.
00:05:52: Und was entgegnen Sie wenn jetzt Wirtschaftstreibende abwinken und sagen Ich muss jetzt mein Unternehmen erst einmal wieder vordermann bringen schauen dass ich gut dastehe bevor etwas anders machen kann.
00:06:03: Dann würde ich sagen, dass es auch eine Aufgabe ist.
00:06:06: Einerseits ist das verständlich natürlich aus einzelner wirtschaftlicher Perspektive.
00:06:09: jetzt mal schauen, dass man seine Unternehmen überlebensfähig ausgestaltet werden, sonst nimmt man nächstes Jahr nicht mehr dabei.
00:06:15: ganz klar.
00:06:17: Es ist aber die Frage wer ist denn erfolgreich und welche Unternehmen können erfolgreich sein?
00:06:22: Sind sie ja die innovativeren oder nicht so innovativen?
00:06:24: Das hängt ganz stark von den Leitplanken ab!
00:06:26: Das hängen von wirtschaftspolitischen Entscheidungen ab.
00:06:29: Und da ist es so, dass wir derzeit ein bisschen eine Skiflage haben und nicht nur in Österreich sind sich eine europäische weltweite Situation.
00:06:35: Das ist der Geschichte geschuldet, dass wir halt noch nicht genau gewusst haben in der Vergangenheit welche Probleme es gibt, obwohl im eigentlichen Bezüglich immerwann seit fünfzig Jahren Bescheid wissen.
00:06:43: also so in Ignoranz können wir uns eigentlich nicht baden sondern wir haben's halt gewählt zu ignorieren.
00:06:49: aber das wird die uralten volkswirtschaftlichen Prinzipien von Kosten Wahrheit und Verursacherprinzip nicht anwenden.
00:06:57: und deswegen über die Preise weil Die meisten unserer wirtschaftlichen Aktivitäten werden übermärkte, am einerseits produziert und dann ausgetauscht.
00:07:06: Und da sind die Preise ein ganz wichtiger Informationskanal nicht das Einzige aber sie sind ein ganz wichtiges Informationskanal und die Preisen senden derzeit systematisch falsche Informationen Das kennen wir alle, wenn man in den Supermarkt gehen und wir haben den Eindruck, dass Bioprodukte teurer sind als konventionell hergestellte Lebensmittel.
00:07:26: Das ist verkehrt gesellschaftlich gesehen vor Ursachen Biopprodukte geringere Kosten als die konventionelle industriell hergestelten Lebensmittel.
00:07:34: ähnliches bei Flügen kommen bei uns als Konsumentinnen günstiger an.
00:07:42: Der Marktpreis ist niedriger oftmals, obwohl es eine Zugsverbindung gäbe und der Zug dann oft auch noch teurer.
00:07:49: Das hat mit den Volkswirtschaftlichen Grossten gar nichts zu tun, denn die Volkswirtschaftliche Grosste sind deutlich geringer für die Flugreise.
00:07:56: Und das senden die Markt?
00:07:59: Mechanismen, die falschen Signale an die ökonomischen Akteure und die ökonomische Akteüre treffen systematisch die falsche Entscheidungen.
00:08:06: Das ist volkswirtschaftlich sehr unbefriedigend.
00:08:08: sollte man korrigieren durch gehinderte Leitplanken.
00:08:12: Da bleiben wir gleich bei dem Thema weil Sie argumentieren dafür Kostenwahrheit also für W-Eins führt dafür, dass externe Produktionskosten etwa Auswirkungen auf die Umwelt und so weiter in den tatsächlichen Preis einbezogen werden.
00:08:27: Und arbeiten das zum Beispiel den Lebensmitteln durch, argumentieren da, dass konventionelle Würstel eigentlich doppelt so teuer sein müssten wie welche aus Bioerzeugung?
00:08:38: Gleichzeitig sagen sie unterm Strichmüssten aber Lebensmittel – es ist ja auch ein heikles Thema nicht!
00:08:43: zwingend teurer werden, weil die Kosten würden anders verteilt.
00:08:47: Wie würde das genau funktionieren?
00:08:48: Genau!
00:08:49: Das ist ein komplexeres Argument.
00:08:51: Was mir wichtig ist, dass nicht die Message rüberkommt wenn wir nachhaltig wirtschaften dann wird alles für Konsumentinnen und Konsumenten teurer Im Gegenteil fast, denn wenn wir nachhaltiger Wirtschaften werden wir systemisch effizienter und wir ersparen uns manche der Folgekosten die enorm hoch sind.
00:09:10: Klassische Folgekoste sind natürlich die Aufräumarbeiten nach Überschwemmungen – jetzt haben wir seit Jahrhunderten, Jahrtausenden immer wieder Überschwemmung gehabt.
00:09:18: aber die Frage ist wie oft haben wir sie?
00:09:20: Das heißt also, wenn wir systemischer Effizienter arbeiten, dann können Kosten sparen und das ist günstiger.
00:09:30: Das ist deine Punkt.
00:09:31: Der andere Punkt, wenn wir zu den Lebensmitteln zurückkommen wird zahlen ja derzeit für die Lebensmittel dreifach auf deiner Seite im Supermarkt wo auch immer wir sie kaufen als Konsumenten-Konsumentinnen andererseits als Steuerzahler als Steuerzahlerinnen Und drittens dann noch möglicherweise mit unserer Gesundheit, mit unseren Entwicklungschancen.
00:09:50: Je nachdem wie alt wir sind und wenn man jünger ist, merken wir es noch mehr.
00:09:55: Die Zahlungen aus Steuermitteln sind beträchtlich.
00:09:59: Das ist ein Drittel des EU-Budgets.
00:10:01: natürlich mit der gemeinsamen Agrarpolitik kann man sagen das ist gerechtfertigt.
00:10:05: seine gesellschaftliche politische Entscheidung klarerweise auf dem Lager hast du meiner Heimatgemeinde in Weitersfeld steht drauf und wäre nicht der Bauer so hättest du kein Brot.
00:10:13: Das heißt, dass Bauern machen einen gesellschaftlich sehr wertvollen Beitrag.
00:10:20: Das möchte ich auch wertschätzen.
00:10:21: ganz klar und wenn wir entscheiden, okay, wir finanzieren unsere Lebensmittel teilweise über Steuergeld dann soll das so sein?
00:10:28: Es gibt nur zwei Probleme damit.
00:10:29: auf der einen Seite wird aus der gemeinsamen Agrarpolitik ein Teil der Lebensmittelproduktion deutlich mehr subventioniert als ein anderer Teil und es ist die Fleischproduktion.
00:10:40: Zweiundachtzig Prozent der Subventionen aus der gemeinsamen Agrarpolitik gehen in die Fleischproduktion.
00:10:45: Das ist weder gesund für uns Menschen, so viel Fleisch, so künstlich billig gemacht herzustellen und dann zu konsumieren sagen Ärzte – das ist aus der Nährungsbüro mir das vielen Studien ablesbar.
00:10:58: selbstverständlich ist jedem freigeschellt Fleisch zu konsumen aber die Menge wenn die reduziert wird hat das üblicherweise positive Gesundheitsauswirkungen für jeden einzelne.
00:11:09: Und auf der anderen Seite gehen mit der Produktion von Fleischprodukten viel mehr Treibhausgasemissionen einher als mit der Produktion von Getreidegemüse und anderen Produkten.
00:11:20: Jetzt ist gerade der Konsum von Fleisch auch so ein Streitpunkt geworden in den letzten Jahren, dazu kommt dass viele Menschen das oder wir alle die eine sehr hohe Lebensmittelinflation erlebt haben in der letzten Zeit.
00:11:37: Also ist das jetzt für eine Botschaft, die auf Akzeptanz stoßen kann?
00:11:42: Gerade in einer Zeit wo viele Leute sagen ich steh an der Supermarktkasse und ich will mir eigentlich nur darüber keine Sorgen machen dass sich das jetzt hier bezahlen kann.
00:11:52: Na ja, auf deiner Seite muss man die Sorgen insofern ernst nehmen als gestiegene Preise im Lebensmittelbereich.
00:11:58: Nicht etwas sind wie wenn es um Urlaub geht oder so dann wählt man halt vielleicht ein bisschen weniger oft der Urlaub zu fahren sondern Lebensmitteln muss man sich ja kaufen.
00:12:06: also insoferen ist das ein sehr ernstzunehmendes Problem.
00:12:09: gleichzeitig ist es aber so wie gesagt dass man systemisch effizient produzieren könnte wenn man nicht so viel auf Tierprodukte setzt.
00:12:15: den um eine Kalorie über Tierprodukt herzustellen braucht's ungefähr fünf Kalorien Input.
00:12:21: Wenn wir das direkt über Gemüse oder Getreide machen, die wir dann zu uns nehmen, dann sparen wir uns wahnsinnig viel Energie.
00:12:28: Und das kann sich natürlich bei der adäquaten Preisgestaltung auch dann Budgetär auswirken für jeden Haushalt und für jede Steuerzahlerin.
00:12:37: Das heißt also wenn wir systemisch effizienter produzieren,
00:12:41: d.h.,
00:12:41: unsere Energie rationaler einsetzen, brauchen wir nicht so viel Ressourceneinsatz und können deswegen Produkte herstellen eine höhere Qualität an, vielleicht im Bioqualität hergestellt werden.
00:12:55: Aber eigentlich letzten Endes dann günstiger sind für die Konsumenten.
00:12:59: und dann können wir noch mal gesellschaftlich darüber diskutieren ob es wirklich so viele über die Übersteuergelder finanziert werden sollte oder ob nicht Bauern einen ordentlichen Preis für Lebensmittel bekommen sollten weil ich kenne viele also meine Nachbarn im Waldviertel.
00:13:11: viele davon sagen eigentlich sind man nicht zu gern Subventionsempfänger ordentlich für unsere Produkte, die wir hart arbeiten entlohnt werden.
00:13:20: Dass man markt einen ordentlichen Preis dafür kriegen.
00:13:23: Also insofern wäre das schon auch etwas, was man glaube ich den Bauern zuhören
00:13:26: sollte.".
00:13:28: In ihrem Buch relativieren Sie zumindest – sagen wir es mal so – auch die zentrale Rolle von Wachstum für unseren Wohlstand?
00:13:37: Jetzt ist es aber in Österreich so, dass wir unser Sozialstaat oder auch das Geld, das wir für Klimainvestitionen als öffentliche Hand zur Verfügung haben durch Unternehmergewinne und eben dadurch auch doch Wachstum zur Verfügung stehen.
00:13:51: Also ich würde jetzt darauf schließen, dass sich Österreich vielleicht gar nicht so gut leisten kann auf Wachsdom zu verzichten.
00:13:57: Absolut!
00:13:58: So schwierige Frage?
00:13:59: Einerseits sind wir in dem Dilemma das es noch immer so ist wenn wir mehr Menge produzieren verursachen wir Umweltprobleme.
00:14:08: Wir sind schon viel besser im Nutzen von Ressourcen oder in weniger Emissionen generieren, pro Einheit Proto-Inlands Produkt.
00:14:16: Weil wir bessere Technologie und bessere Regulierungen haben grünere Präferenzen all das.
00:14:20: Das ist gut und richtig sonst wäre man noch am größeren Schlamassel.
00:14:23: aber es ist doch so dass je mehr Menge wir hier erstellen desto mehr Probleme verursachen wir.
00:14:29: Und das dann eine empirische Frage wie sehr es uns in einem Bereich gelungen ist bezüglich einer Emission beispielsweise durch Technologie die Emission wirklich stark unterzudrücken.
00:14:38: Aber es ist ein durchgängiges Muster, dass auch wenn wir es geschafft haben absolut Bruttoinlandsprodukt von Umweltauswirkung zu entkoppeln das heißt also Brutto-Inlandsprodukt steigt weiterhin und die Emissionen fangen an zu sinken!
00:14:52: Das ist richtig cool aber nur sinken heißt ja noch nicht ausreichend.
00:14:57: Wir müssen ja die Emisionen zum Beispiel Klimagase auf Null runterdrücken.
00:15:01: Das heißt, um innerhalb der planetaren Grenzen zu bleiben reicht es ja nicht, dass wir eine Trendung hergeschafft haben.
00:15:07: Sondern wir müssen noch viel stärker runterkommen, um eben diese Risiken für uns nicht weiterzuproduzieren.
00:15:12: und daher gibt es eine sehr lebendige Diskussion in den Wirtschaftswissenschaften darüber zu diskutieren wie viele Menge können wir uns denn leisten innerhalb der physischen Grenzen die wir haben?
00:15:26: Und das ist eine spannende Frage und das komplette Ergebnis offen, denn wenn man zeigt, wo wir haben so tolle Technologien.
00:15:33: Die Menschen reagieren so toll auf die Probleme und verändern ihr Verhalten.
00:15:37: Die Entscheidungsträger sind zu verantwortungsvollen Vorausschauend und ändern die Regeln dann kann sein dass wir weiterhin uns Wirtschaftswachstum leisten können.
00:15:47: In der Vergangenheit war es eher so, dass man ein bisschen träge war.
00:15:50: Das hat sich gezogen.
00:15:52: wie schnell Entscheidungsträger ihre auf neuere Studien reagiert haben?
00:15:57: Wie schnell Konsumenten-Konsumente in ihrer verhaltensweisen oder produzierendes Gewerbeindustrie ihre Produktionsweisen angepasst haben?
00:16:05: Das heißt das ist keine Ansage unsererseits, keines falsch darfes Wirtschaftswachsam geben.
00:16:10: Das ist sowieso nicht die Frage sondern es ist eher die Frage innerhalb von physischen Grenzen und die nur aus natürlichen Gründen da sind, sondern eben um die Risiken für uns Menschen manageable zu halten.
00:16:22: Innerhalb dieser Grenzen wie viel wirtschaftliche Aktivität geht sich da aus?
00:16:28: und das ist keine fixe Größe.
00:16:30: Das hängt sehr viel davon ab, wie wir uns verhalten.
00:16:34: Und das ist der Spannende innerhalb dieser Analysen, die sich anschauen.
00:16:39: Wie schaffen wir denn vielleicht andere gesellschaftlichen Ziele, die wir noch haben jenseits ökonomischer Produktion, wenn sich nicht so viel ökonomische Produktion ausgeht?
00:16:50: Das würde natürlich einen Umbau vieler sozialer Institutionen erfordern.
00:16:55: Sie haben das Sozialversicherungssystem, Beziehungsversicherungssystem, Bildungssystem-, Arbeitsmärkte und so weiter angesprungen die natürlich alle in Regelwerken derzeit bestehen und die ganz stark auf Wachstumzählen ausgerichtet sind.
00:17:09: Das heißt mit den aktuellen Regelwerke wird es nicht gut gehen aber Es ist schon eine spannende, akademische Frage sich zu überlegen.
00:17:17: Na ja wie könnten wir die Regeln ändern damit wir mit weniger auskommen aber trotzdem zum Beispiel das Wohlbefinden der Bevölkerung erhöhen?
00:17:27: Wie könnte das in Österreich konkret ausschauen?
00:17:30: Naja wenn wir uns einmal den Arbeitsmarkt hernehmen ist die Frage Produktivitätszuwächse haben und das hoffen wir natürlich, weil wir innovativ sind.
00:17:41: Weil wir klüger werden, weil man bessere Regeln haben usw.
00:17:45: Dann ist es so dass wenn wir nächstes Jahr nicht mehr produzieren, Produktivität zuwachsen beispielsweise von zwei Prozent makroökonomisch gesehen dann würden wir im nächsten Jahr zwei Prozent Arbeitslosigkeit produzieren denn wir bräuchten uns zwei Prozent weniger Arbeitseinsatz.
00:18:01: Das ist ein bisschen eine ganz grobe Milchmädchenrechnung ist aber nicht ganz falsch.
00:18:06: Aber wenn man ins Detail schaut, kommt man drauf?
00:18:09: Na ja es kommt aber darauf an.
00:18:10: Welche Art von technologischer Innovation haben wir denn?
00:18:13: Haben wir arbeitssparende Innovation oder haben wir ressourcensparende innovationen?
00:18:19: Was wir bei der AI-Zeit merken ist sehr stark arbeitssparende Innovation.
00:18:23: Es gibt aber auch ressourcersparende Innovationen die man anstoßen kann das man halt weniger Material verbraucht.
00:18:29: Kreislaufwirtschaft beispielsweise diese ganze Batterie von Maßnahmen die man da setzen könnte.
00:18:35: Sie sagten, es sei eine starke industriepolitische neue Ausrichtung gerade für Europa einen Ressourcenamenkontinent sein könnte.
00:18:42: Das heißt wenn man ressourcesparende Innovationen anstößt statt arbeitssparente Innovationen kann es sein dass man zwar nächstes Jahr mit Produktivitätszuwachs nur die gleiche Menge produziert – mit weniger Input aber hauptsächlich bei den Ressoursenspart und nicht bei den Arbeitskräften.
00:19:04: Offensichtliche Zusammenhänge kann man, wenn man ein bisschen hinter den Vorhang schaut schon auch anders ausgestalten.
00:19:11: Und auch ist die Frage, na ja es sind thirty- acht Stunden oder vierzig Stunden jetzt der Weisheit letzter Schluss?
00:19:17: Oder wie wäre's wenn wir eine gesellschaftlich vereinbarte Arbeitszeit von zwei und dreißig Stunden hätten.
00:19:23: Es hat das Statistikaustreffer ein paar Jahren eine Umfrage gemacht in verschiedensten Branchen und hat Menschen gefragt würde ihr lieber mehr arbeiten oder würdet ihr lieber weniger arbeiten?
00:19:35: Und tendenziell haben die Menschen, die schon sehr viel arbeiten gesagt sie würden lieber weniger immer mehr arbeiten.
00:19:42: Das heißt, ein Berufpunkt war so irgendwo bei thirty-two Stunden.
00:19:46: Also das könnte empirisch sozusagen ein Startpunkt sein.
00:19:50: aber es ist eine gesellschaftliche Diskussion die man dazu natürlich haben müsste Um die Frage wäre, welche Arbeitszeitregel ist gesellschaftlich wünschenswert.
00:20:00: Da kann man natürlich nach Branchen unterschiedlich machen
00:20:03: usw.,
00:20:04: aber auch das wäre eine Stelleschraube über die man nachdenken kann.
00:20:07: Eine von ganz vielen Stellschrauben im Arbeitsmarkt.
00:20:11: um eben rauszukommen aus diesem Dilemma sobald wir nicht mehr ein gewisses Ausmaß an Wirtschaftswachstum produzieren wie automatische Arbeitslosigkeit.
00:20:21: Das muss nicht so sein!
00:20:23: gibt ja auch viele Branchen spezifische Diskussionen zu diesem Thema, weil das Stichwort Kreislaufwirtschaft schon gefallen ist.
00:20:30: Jetzt hat man das Gefühl gehabt vor ein paar Jahren mit dem Green Deal da gab es Bemühungen um eine großflächige wirtschaftliche Neuaufstellung nach der Corona-Pandemie auch in diese Richtung.
00:20:43: Diese Ansätze sind aber dann relativ schnell wieder in die zweite bis hin bis in die letzte Reihe gerutscht, als eben andere Krisen dann vielleicht die Umsetzung erschwert haben oder auch als man gemerkt hat A. der droht vielleicht Europa auch von seiner wirtschaftlichen Dominanz etwas zu verlieren.
00:20:59: da könnte sein dass wir als Standort unattraktiver werden im wirtschaftlichem Wettbewerb irgendwo den Kürzerin ziehen.
00:21:06: also waren diese Ziele von vornherein nicht so durchhaltbar.
00:21:11: wollte man dazu schnell zu viel zu schnell auch den Rückzieher gemacht, hätte man konsequent weiter dran bleiben sollen.
00:21:19: Was ist da Ihre Erklärung?
00:21:21: Es war halt so eine Zeit wo endlich die wissenschaftliche Evidenz aus der Klimawissenschaft angekommen ist.
00:21:26: in der Gesellschaft bei den Entscheidungsträgerinnen waren wir halt mit einer Jahrhundertgesundheitskrise konfrontiert und dass man Menschenleben zuerst retten muss es ja nachvollziehbar.
00:21:36: also da ist uns halt das Hemd näher gewesen als der Rock genau.
00:21:42: Ich würde aber meinen, dass auf deiner Seite das frustrierend ist, dass dieses Momentum verloren gegangen ist.
00:21:49: Ich würde über meinen, da es noch eine andere Verschiebung gegeben hat und die kann sich eigentlich auch positiv auswirken für das Nachdenken über Klima Bis zum Jahr- und Jahrzehnte, würde ich argumentieren, dass man Klima als etwas ein nobles Ziel ist.
00:22:09: Wir wirtschaften erfolgreich und können es uns leisten und deswegen lieber damit wirtschaftet werden.
00:22:16: Wir sind unsere zukünftigen Generationen verpflichtet und das tut man jetzt.
00:22:21: Das ist der moralische Imperativ!
00:22:23: Ich würde meinen, dass es noch immer hält aber... ist halt nichts sehr krisenfest, weil wenn was anderes daherkommt dann ist das halt plötzlich dringender.
00:22:33: Mittlerweile glaube ich haben wir aber durch die weitere Verschärfung leider aus der biophysischen Perspektive erlebt.
00:22:41: erfahren wurde gemessen dass die Probleme eigentlich noch schneller auf uns zu rollen als viele Klimawissenschaftlerinnen es befürchtet haben.
00:22:53: also es wurden eher den negativen Ergebnisse underreported, weil so viel Druck auf die Wissenschaft erinnern gegeben hat dass sie ja nicht zu pessimistisch sein sollen.
00:23:04: Und auf der anderen Seite gibt es aber auch viele technologische Verbesserungen, Erneuerungen mittlerweile von denen wir schon wissen wie sie funktionieren die uns auch ökonomische Vorteile gleichzeitig liefern.
00:23:18: Wenn man wieder zum Energiesystem zurückkommen die geringsten Stromgestierungskosten derzeit haben die Kilowattstunden oder Megawattstunde aus Photovoltaik und aus Windkraft nicht das Gas nicht das Atom nicht das Kohlekraftwerken.
00:23:32: Und deswegen ist es so, dass wenn man richtig rechnet – deswegen mit der großen Wahrheit -, dann ist es in ganz vielen Bereichen schon so, das die günstigere, die wirtschaftlich erfolgreichere Option ist, die auch klimafreundlich und umweltfreundlich ist.
00:23:49: Es geht sich nicht immer aus aber man müsste eigentlich nur ökonomische Prinzipien ordentlich durchrechnen, umsetzen und damit auch den wirtschaftlich langfristigen Erfolg sicherstellen, dann kommt man zu diesen Einschätzungen.
00:24:06: Dass man zum Beispiel das Energiesystem umbauen muss, dass man das Nahrungsmittelsystem umbauern muss, die Mobilität umbaut, unsere Lieferketten resilienter macht usw.
00:24:15: Das heißt es ist gar nicht so etwas was draufgesetzt ist sondern eigentlich im ureigendsten ökonomischen Interesse, um nicht geopolitisch so angreifbar zu sein?
00:24:25: wie wir es in den Jahren, das hat uns wirklich am falschen Fuß erwischt.
00:24:29: Und auch teuer weil diese Milliarden die man für fossile Energieträger zahlen ist besser wenn wir sie in unsere eigene Infrastruktur investieren wo lokale Wertschöpfung und regionale Arbeitsplätze entstehen.
00:24:40: Das ist eine Investition.
00:24:41: das sind nicht jährliche Ausgaben.
00:24:43: sehr viel gescheiter mal investiert dass man hat immer laufende Ausgabe die man zu bestreiten hat.
00:24:49: Insofern ich hoffe mittlerweile angekommen Klimakrisiken mit zu berücksichtigen, die bessere ökonomische Option ist.
00:25:01: Nicht nur etwas was man tun sollte wenn man Nobel sind sondern eigentlich etwas was wir tun muss damit man wirtschaftlich erfolgreich is'.
00:25:09: Und die Möglichkeit das daraus eben im direkten Wettbewerb ein Nachteil entsteht?
00:25:14: Mitbewerber das eben nicht macht, also mit Bewerber jetzt auch im Sinne von ein anderer Produktionsstandort.
00:25:20: Ein anderer Kontinent mit deutlich schwächeren Auflagen.
00:25:24: die besteht nicht.
00:25:26: Natürlich besteht die, weil im Wettbewerb ist immer die Frage wer hat die höheren Kosten?
00:25:30: und sie plagen sich.
00:25:32: Es gibt drei Dimensione, die man berücksichtigen muss.
00:25:34: Einerseits Europa wird nie mit den Kosten reagieren können.
00:25:38: das heißt wir haben sowieso andere Standortfaktoren die viel wichtiger sind.
00:25:40: das sind unsere toll ausgebildeten Arbeitskräfte Das ist die Sterbilität, Sicherheit
00:25:45: usw.,
00:25:45: also die Zuverlässigkeit Und die technologischen Innovationen.
00:25:49: Das ist das eine.
00:25:52: Sind noch ein bisschen in dem Denken in Europa, naja wir sind das Zugpferd und die anderen rennen hinterher.
00:25:59: Und wenn wir jetzt zu schnell rennen dann hängen wie die andern ab?
00:26:02: Das ist sehr veraltet!
00:26:04: Ich habe es mir angewöhnt, chinesische Medien auch zu konsumieren.
00:26:07: Soweit's mir halt möglich ist, leider spreche ich nicht mal andere in englischer Sprache und das ist faszinierend.
00:26:12: wie oft da der Diskurs schon weit voran ist.
00:26:15: jetzt verstehen sie mich nicht falsch.
00:26:16: im gesellschaftspolitischen bin ich weiter von entfernt mir von China eine Anleiher nehmen zu wollen.
00:26:21: wir wollen Demokratie haben und nicht diese Diktatur.
00:26:24: aber trotzdem in der wirtschaftlichen Umsetzung von neuen Technologien und in der Innovationsbereitschaft ist China teilweise stark voraus Auch andere Players, asiatisch oder auch andere.
00:26:38: Das heißt also zu meinen dass die Gefahr besteht das wir vorausrennen und wir die anderen abhängen und das Problem versteht er nicht.
00:26:47: Und das Dritte ist, dass es schon so ist mit Innovation noch immer die beste Option ist um einen Standort zu sichern um die Wettbewerbsfähigkeit zu sicheren.
00:26:58: Denn obwohl es Investitionen erfordert letztendlich, den Erfolg wirtschaftlich ausmacht.
00:27:06: Das heißt, das wären die drei Dimensionen, die ich dagegen halten würde.
00:27:10: Und freilich macht es immer Sinn und es gehört zur dritten Dimension dazu.
00:27:13: Wir wollen innovativ sein aber auch wir wollen in Kooperation mit unseren hauptsächlichen Handelspartnern natürlich agieren.
00:27:21: Da sie macht's immer mehr Sinn eine europäische Lösung zu haben als eine österreichische Lösung.
00:27:26: Aber da kann man ja auch als kleiner Staat im Europa trotzdem auch proaktiv agieren und sich positiv einsetzen dafür dass man halt voranschreitet.
00:27:34: Ich finde mir Dänemarko ein wunderbares Beispiel, kleine offene Volkswirtschaft in Europa.
00:27:39: Die haben zum Beispiel die Klimagasemissionen viel früher deutlicher schon runtergedrückt.
00:27:44: sie haben auch von einer problematischeren Situation gestartet muss man sagen.
00:27:48: wir haben früher schon Wasserkraft gehabt aber trotzdem Sie haben viel früher schon prastischere regulatorische Auflagen für ihre Produzentinnen und Konsumenten durchgesetzt und sind dadurch eigentlich gut gefahren weil sie mehr Innovation, mehr Agilität, mehr Anpassungsbereitschaft von ihrer Bevölkerung erfordert haben.
00:28:12: Aber die hat sich halt auch ein bisschen agiler gemacht und insofern kann man glaube ich auch von diesen Beispielen lernen.
00:28:21: es ist glaube ich kein Zufall dass gerade Schweiz, Dänemark, Schweden nicht nur bezüglich Umwelt Umsetzung von Umweltregulierungen Pioniere sind sondern auch bezüge der Innovationsökussystems das sie aufgebaut haben.
00:28:36: Das heißt, wenn ich jetzt richtig zugehört habe dann müssen wir diese Agilität auch von unseren ProduzentInnen und unserer Unternehmerinnen einfordern.
00:28:45: Weil es ist ja schon die Realität das viele sagen ja ist eh alles gut gemeint und bin ich gar nicht so dagegen.
00:28:52: aber aus rein wirtschaftlicher Sicht wird's vielleicht, wenn das jetzt alles so ist doch jemand außerhalb von Europa produzieren oder ich gehe außerhalb europa irgendwo hin und mache das dort weil sie sich eben mehr rentiert.
00:29:05: Naja, ich glaube da müssen wir immer davon absehen die Wirtschaft ist eine homogene Masse zu betrachten.
00:29:12: Die Unternehmerinnen, die ich treffe und das ist zugegebenermaßen eine Auswahl zu den Veranstaltungen, die mich interessieren gehen vermutlich eh umweltorientierte Unternehmer und Unternehmerinnen ganz klar.
00:29:26: Aber sie sagen sehr oft Sie fühlen sich zurückgehalten in Ihren Entwicklungsmöglichkeiten weil wir nicht striktere Umwelt- und Klimaauflagen haben.
00:29:35: Wenn wir striktare Auflagen hätten dann könnten sie ökonomischer erfolgreicher sein.
00:29:41: Dann gibt es noch also das ist eine die innovative Gruppe die schon lieber mehr hätte.
00:29:46: Die äußern sich manchmal aber selten eigentlich und meine Sachen sind sie auch ein bisschen politisch unterrepräsentiert.
00:29:53: Dann gibt es noch die Gruppe von Unternehmen, das ist ja die ganzen Beratungsunternehmern
00:29:56: usw.,
00:29:57: die können sich in eine oder andere Richtung orientieren.
00:29:59: Ich glaube dann ist das nicht besonders wichtig.
00:30:01: In welche Richtung?
00:30:02: Wir gehen schneller in Richtung grüner Transformationen oder wir lassen uns noch ein bissel bei der braunen Wirtschaft.
00:30:09: Und da gibt es aber natürlich andere noch einen Teil der Unternehmerschaft, die ganz klar von der grünen Transformation herausgefordert sind.
00:30:17: Für die das wirklich schwierig ist und wo sonst Kerngeschäft geht.
00:30:20: Ich glaube bei der UMV hat man sie am deutlichsten gesehen.
00:30:25: Das ist natürlich klar.
00:30:26: und dann muss man sich überlegen – gibt's Alternativen?
00:30:29: Kann man sich auf ein anderes Geschäftsfeld orientieren?
00:30:33: Wie kann man sich anpassen?
00:30:36: Die letzte Gruppe wirkt halt normalerweise eher als.
00:30:40: Bremser, auch wenn es manchmal überraschende Initiativen gibt die auch positiv in innovatives und klimafreundliches tun stoßen.
00:30:49: Aber oft wirken sie halt als Bremse um ihre altveralteten Geschäftsmodelle zu sichern und ich glaube am deutlichsten sehen wir das derzeit bei den Verbrennermotoren in der Automobilindustrie.
00:30:58: Ich glaube es ist seit zehn, fünfzehn Jahren relativ klar.
00:31:02: Die werden nicht mehr zukunftsfähig gemacht werden können und leider haben jetzt die Job Verluste wirklich, sind.
00:31:10: Und das ist ja auch für die Regionen, die davon betroffen sind extrem problematisch.
00:31:15: und da gehört halt für so einen Transformationsprozess dazu dass man da ein Weg findet an den geordneten Übergang zu finden für die einzelnen Arbeitskräfte, dass sie eine Umschulung machen können mit einem neuen Arbeitsplatz finden können aber auch für regionen neue Ansiedlungen kommen.
00:31:30: Jetzt liefern uns die vergangenen Jahre immer mehr Beispiele dafür Klimawandel selbst, also auch enorme ökonomische Schäden verursacht.
00:31:41: Also aktuelles Beispiel diesen Sommer jetzt zahlreiche Waldbrände die von Forstwirtschaft bis Tourismus aber natürlich auch der öffentlichen Hand enorm viel Geld kosten.
00:31:50: Aber man könnte jetzt genauso gut das Hochwasser anführen dass bei uns immer gibt Stürme die die Ernte vernichten
00:31:55: etc.,
00:31:56: wird in der klassischen Wirtschaftspolitik das aus ihrer Sicht immer noch unterschätzt wie teuer das eigentlich ist?
00:32:04: Ja leider Und das ist eben, wenn wir die Kostenwahrheit hätten.
00:32:08: Wenn man die gesamten Kosten in der Entscheidungsfindung immer mit berücksichtigt und zugegebenermaßen – es ist nicht leicht das alles genau auszurechnen!
00:32:17: ungefähr in die richtige Richtung schon normal die Evidenz aufbaut, ist es besser als man lässt ganz draußen weil man halt nicht ganz präzise sein kann.
00:32:26: Und das ist schon so dass wir ungefähre Abschätzungen haben.
00:32:29: Es gibt mehrere Berechnungen die zeigen dass die Kosten der Transformation, der grünen Transformation sind hoch aber die kosten des Nichts handeln sie nun ungefähr drei bis fünf mal so hoch.
00:32:40: Das sind jetzt zwei übel Und lieber wäre es uns, wenn wir weiter tun könnten wie bisher den Kopf in den Sand stecken und dann hoffen wir das sehr gut weiter geht.
00:32:48: Aber die Natur verändert sich unser physisches Umfeld verändert sich und um das aufrecht zu erhalten was wird derzeit schätzen müssen wir uns anpassen müssen mit unseren physischen Infrastrukturen anpassen unsere ökonomischen und unserer sozialen Infrastruktur anpassen da halt investieren.
00:33:06: Das ist das Bessere, wenn man investiert, dass man die Reparaturmaßnahmen dann dafür zahlt.
00:33:11: Das sind Ausgaben, die immer wieder daherkommen und wenn wir nicht dagegen agieren oder nicht investieren oder uns nicht verändern, werden diese Reparaturaßnahmen für die wir zahlen müssen, immer teurer werden, immer höher.
00:33:23: Und es ist nicht nur so, dass es teuer wird als auch finanziell sondern Leid von Mensch geht damit einher.
00:33:30: Gerade Menschen, die in Städten wohnen, die nicht einen Garten haben, die Nichtzugang zu einem grünen Raum haben, leiden halt darunter.
00:33:39: Es gibt Zahlen von Spanien und von Frankreich, dass es Heuer schon tausende Hitze-Tote gab.
00:33:46: Das heißt also da geht's nicht nur darum wie finanziell es teuer ist sondern wenn man Menschenleben schätzt – ich glaube das tun wir alle – dann ist ganz klar, dass wir diese Transformation brauchen.
00:33:58: Dazu eben neue Leitlinien, neue Leidplanken haben sie gesagt.
00:34:02: Sie sehen da Steuern ganz ausdrücklich nicht nur als Einnahmequelle sondern eben auch also ein Instrument das man verwenden kann um ihm in die eine oder andere Richtung zu lenken.
00:34:13: Das funktioniert auch tatsächlich, aber oft macht man sich damit politisch sehr unbeliebt.
00:34:18: Also läuft man da nicht auch Gefahr, dass man mit entsprechenden Steuern entsprechend der Bepreisung die Akzeptanz für Klimapolitik eigentlich unterläuft statt sie zu fördern?
00:34:28: Ja das ist natürlich eine Gratwanderung.
00:34:31: einfach ist es nicht und ich glaube das können wir durch Introspektion jeder von uns erkennen.
00:34:36: Eine Veränderung das sagen wir zuerst einmal.
00:34:38: hm warum ist das nötig?
00:34:41: muss ich mir wirklich umstellen, wenn man jemand anderer sagt sich sollte etwas anders tun.
00:34:45: Da haben wir zuerst einmal ein bisschen einen Widerstand und das ist ja auch nicht schlecht dass wir nicht wie ein gut trainierter Hund da irgendwie die Rollen schlagen nur weil jemand jetzt schlagte Rollen sondern dann erstmal innehalten und überlegen Ist das etwas Gutes für uns?
00:35:00: Und deswegen würde ich meinen, dass wir vorgeschaltet dazu noch eine Stufe brauchen wo wir daran arbeiten und das ist eine gesellschaftliche Aufgabe.
00:35:08: Es keine wissenschaftliche Aufgabe zu einer gesellschaftlichen Aufgabe gemeinsam an einem positiven Zukunftsbild für Österreich arbeiten.
00:35:16: wenn wir Veränderung uns einander abverlangen Was ist denn sozusagen der Preis am Ende?
00:35:24: Wie bewegen wir uns den Fort im Jahr zwei Tausendviertig, wenn man dann klimaneutral sind.
00:35:28: Wie ernähren wir uns und wie sind unsere Finanzrisiken?
00:35:31: Wir haben sich die entwickelt!
00:35:33: Was kommt denn da ein positiveres raus als das was wir, wenn wir es nicht tun?
00:35:38: Und dieses positive Zukunftsbild, das kriegt meines Erachtens zu wenig Aufmerksamkeit.
00:35:43: also wir reden, wenn's um Klimapolitik geht und die Zukunft geht, wenn zum Decarbonisierung geht Einerseits über sehr abstrakte Probleme und auf der anderen Seite ganz konkrete Maßnahmen, die aber für viele Menschen unangenehm sind.
00:35:56: Zumindest eine Veränderung erfordern oder wirklich sie vor Schwierigkeiten stellt.
00:36:03: ein gemeinsames Zukunftsbild hat und alle krempeln die einmal auf.
00:36:06: Und man hatte auch wirklich den Eindruck, dass alle daran mitarbeiten – das heißt nicht nur die Haushalte, nicht nur Unternehmen oder öffentliche Hand, sondern natürlich in einer offenen Gesellschaft, in einer Demokratie gibt es da immer Konflikte, die müssen ausgetragen werden.
00:36:21: Ich möchte jetzt kein rosiges Bild zeichnen, damit man sich einigt auf ein Bild und dann laufen wir alle in die gleiche Richtung.
00:36:28: Darum geht's gar nicht!
00:36:29: Aber wenn man kein positives Zukunfts- dann ist es viel schwieriger zu vermitteln.
00:36:34: Warum soll ich denn etwas verändern im Vergleich?
00:36:37: Jetzt habe ich mir mit viel Mühe das jetzt aufgebaut, wo ich bin.
00:36:41: Das war eh schon anstrengend genug und ich habe mir gerade noch ein bisschen – ich weiß ja nicht den einen Urlaub oder diese Mengen Fleisch, die ich mir leisten kann
00:36:48: usw.,
00:36:49: kommt die Wissenschaftlerin da daher und sagt, das soll ich jetzt nicht mehr tun.
00:36:53: Oh nein!
00:36:54: Das ist nicht attraktiv ganz klar.
00:36:56: aber wenn wir zuerst darüber reden….
00:36:58: Was können wir denn gewinnen dadurch, dass wir gemeinsam die Ärmel aufkrempeln und eine bessere Zukunft gestalten?
00:37:06: Dann kann man vielleicht Menschen auch etwas abverlangen.
00:37:09: Weil wir auch merken das den anderen auch etwas Ab verlangt wird und am Ende ein richtig großer Preis steht.
00:37:16: Das ist eine sehr große Aufgabe, die Sie da beschildert haben.
00:37:20: viele Der Vorschläge, die sie jetzt zählt haben oder auch aus ihrem Buch.
00:37:25: Die setzen ein bisschen darauf dass die Rahmenbedingungen verändert werden.
00:37:29: also das würde notgedrungenermaßen der Staat machen oder die öffentliche Hand oder wie man es auch dann genau ausformuliert.
00:37:38: aber viele Unternehmer würden da vielleicht erwidern Ja, die beste Innovation entsteht aber dort wo die Unternehmen völlig frei wirtschaften können und nicht dort wo der Staat vorgibt.
00:37:48: Aber diese Technologie hätte man gerne und diese hätte man nicht mehr so gern.
00:37:53: Können Sie dieser Innovationskraft des Marktes gar nichts abgewinnen?
00:37:56: Oh doch, sehr viel.
00:37:57: Ganz klar!
00:37:58: Es ist nur so dass in der Innovationsökonomie – ich habe schon früher über diese Innovations-Ökosysteme gesprochen und die erfolgreichsten empirischen Beispiele beobachten wir dort wo Forschung also universitäre Forschung wissenschaftlicher Forschung aber auch unternehmerische Forschung die Forschung gut abgestimmt ist mit Verwaltung und mit Unternehmerischem Tun.
00:38:23: Verwaltung, Wissenschaft und Unternehmen müssen gut zusammenarbeiten damit Innovation gelingen kann.
00:38:30: Und nicht nur das neue Ideen entstehen sondern dass die dann auch wirkmächtig werden in der Gesellschaft im Markt auch wirtschaftlich erfolgreich werden.
00:38:38: Das ist etwas ganz Feinauskalibriertes.
00:38:43: passiert einfach so, wenn man nichts tut.
00:38:46: Sondern das weiß man aus der Innovationsökonomie – da muss man daran arbeiten!
00:38:50: Aber wir kennen die Bedingungen wie das gelingen kann und denen mag uns Schweden zeigen das beeindruckend vor.
00:38:57: Weil Neuheit kann man nicht verordnen, Neu- heit kann man bestellen sondern aber man kennt die Bedienungen unter denen die Wahrscheinlichkeit höher ist als Neuherden steht und vor allem dann wenn Neuheid entstanden ist wie sie auch wirklich dann positiv wirken kann in der Gesellschaft und in der Wirtschaft.
00:39:14: Also, insofern würde ich dem widersprechen wollen dass man da die Unternehmen einfach tun lässt sondern eigentlich besser.
00:39:21: Man soll gemeinsam arbeiten, man sollte sie unterstützen und von der Verwaltung auch denen abverlangen das sie da eben positiv wirkt als proaktiver Agent.
00:39:32: und natürlich ist es in Kombination mit Wissenschaftlerinnen deren Job es ist neues Wissen zu generieren.
00:39:40: Und gleichzeitig ist es aber so, dass man – und das ist in Österreich glaubt, es wird oft ein bisschen missverstanden im öffentlichen Diskurs diese Technologieoffenheit.
00:39:50: Die werden wie ein heiliger Kral vor uns hergetragen.
00:39:55: Technologie offen ist am besten.
00:39:57: Politik soll sich ja nicht einmischen dann Pickwinners.
00:40:02: Das stimmt schon!
00:40:03: in einer frühen Phase des Innovationsprozesses.
00:40:06: Da muss man wirklich herumspinnen können und Neues, das man sich gar nicht vorstellen konnte ausprobieren.
00:40:13: Und da wäre es gar nicht passend wenn die Verwaltung käme und sagt, ah, die Option A ist jetzt besser als Option B?
00:40:19: Nein, das wissen wir noch nichts!
00:40:20: Muss ich erst herausstellen.
00:40:22: Aber dann später im Innovations-Prozess – wen sich schon herausstellt von den fünf Optionen, die zur Lösung eines Problems entwickelt werden, da gibt's ein Frontrunner.
00:40:33: Und vor allem wenn, damit diese Technologie eingesetzt werden kann auch eine Infrastruktur aufgebaut werden muss dann wäre es gesellschaftlich ineffizient weiterhin mehrere Optionen im Rennen zu lassen.
00:40:46: Sondern dann ist eine gesellschaftliche Aufgabe zu sagen das ist jetzt nach unserem besten Wissen Heute die beste Option und dafür bauen wir die Infrastruktur bei den Batteriebetriebenden Elektrofahrzeugen.
00:40:57: Das ist natürlich das Beispiel.
00:40:59: Lange Zeit hatte man einen Wettbewerb auch mit Wasserstofffahrzeug, mittlerweile weiß man, Batterie betriebener Elektro Fahrzeuge sind deswegen besser weil sie effizienter sind und vor allem auch, weil wir den grünen Wasserstoff für andere Einsatzmöglichkeiten brauchen.
00:41:14: Das heißt also Technologieoffen hat ja in der frühen Phase der Innovation ganz klar.
00:41:20: aber dann gibt es einen Zeitpunkt, wo es eine gesellschaftliche Aufgabe ist zu sagen so und ab jetzt kanalisieren wir unsere Ressourcen um diese Innovation zu unterstützen die sich nach heutigem besten Wissen und Gewissen als die bessere Option darstellt.
00:41:34: Frau Stagel jetzt haben wir so viele Denkanschlüsse von Ihnen gehört.
00:41:37: abschließend vielleicht Welche politischen Maßnahmen würden denn Sie setzen, wenn Sie jetzt morgen als Frau Stagel Finanzministerin Österreichs für einen Tag aufwachen werden?
00:41:47: Darüber habe ich wirklich noch nie nachgedacht.
00:41:49: Ich bin in meiner Rolle als Wissenschaftlerin sehr happy!
00:41:52: Aber was man einem Finanzminister empfehlen kann ist... die Kostenwahrheit wirklich in allem denken versuchen umzusetzen.
00:42:02: Und ich weiß, dass das im Finanzministerium EDRZ schon auch seit drei Jahren betrieben wird, das Green Budgeting damit man zu den Finanzauswirkungen immer die physischen Auswirkungen denen zur Seite stellen kann weil dann kann man nämlich rationale Entscheidungen treffen.
00:42:17: ansonsten sind wir ein Blindflug unterwegs gewisse öffentliche Budget aus, verursachen aber in fünf Jahren Kosten für uns.
00:42:26: Weil wir unsere Klima-Riesigen dadurch erhöhen durch die Ausgaben von Steuermitteln.
00:42:31: Das ist wirklich nicht sinnvoll weil das Aufheben dieser Risiken oder das Adressieren dieser Risik dann wieder Steuernmittel zusätzlich erfordert.
00:42:39: Das sind höchst ineffizient.
00:42:41: Das heißt also in jeder Finanzentscheidung immer die physische Dimension mit zu berücksichtigen – das wäre mal das kleine einmal eins!
00:42:49: fossile Förderungen abschaffen, habe ich dazwischen den Zeilen rausgehört.
00:42:54: Frau
00:42:54: Stagel vielen herzlichen Dank für den Besuch!
00:42:56: Danke für die Einladung.
00:42:58: Krisenfest von Sigrid Stagl ist im Brandstädter Verlag erschienen.
00:43:02: in den Show-Notes da finden sie außerdem noch ein Interview mit Sigrid Stargl zum Weiterlesen.
00:43:07: Vielen dank fürs Zuhören nicht nur bei der heutigen Folge.
00:43:11: Ich verabschiede mich an dieser Stelle nämlich als Host von Was Wichtig Ist Für einen längeren Zeitraum Inkurenz täglich spannende Inhalte zum Hören, die wird es hier an dieser Stelle aber natürlich weiterhin regelmäßig geben.
00:43:24: Machen Sie es gut!
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