Kickl bei den Pensionen: Das klingt nach SPÖ
Shownotes
Herbert Kickl verspricht felsenfest, mit ihm als Kanzler bleibe das Pensionsantrittsalter bei 65. Egal, was passiert. Im ORF-Sommergespräch nannte er Montagabend drei Gründe dafür: Die Pensionswelle sei nur vorübergehend, Wachstum und Familienpolitik würden das Problem von selbst lösen, und eine Anhebung wäre schlicht unanständig gegenüber jenen, die ihr Leben lang eingezahlt haben.
„Presse“-Wirtschaftschef Jakob Zirm hat sich diese drei Argumente einzeln vorgenommen und kommt zu einem überraschend eindeutigen Urteil. Nur bei einem Punkt muss er Kickl recht geben. Und dann ist da noch die Sache mit Arnold Schiefer, dem eigenen Wirtschaftsexperten der FPÖ, von dem sich Kickl im ORF ziemlich schroff distanziert hat.
Gast:Jakob Zirm, Economist-Ressortleiter "Die Presse" Moderation: Anna Wallner, Head of New Media Schnitt: Audiofunnel/DL Credits: ORF Mehr zum Thema:
Leitartikel von Jakob Zirm: Auch Herbert Kickl verschließt die Augen vor einem der gravierendsten Probleme Österreichs
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Transkript anzeigen
00:00:05:
00:00:17: Es war das letzte Sommergespräch dieses Jahres im ORF und aus mehreren Gründen ist es eines der meist diskutierten.
00:00:25: FPÖ-Chef Herbert Kickel ist an vielen Stellen den Fragen von Simone Striebel ausgewichen und er griff sie dann auch noch direkt an, mit Sätzen wie...
00:00:33: Ich weiß gar nicht, wie man auf seine blöde Frage kommen kann.
00:00:36: Mit Verlaub!
00:00:37: Das Gespräch fand am Montag einen Tag nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt statt wo ja –wie wir schon berichtet haben– erstmals die AfD, die zu Teilen als rechtsextremer Partei eingestuft wird ein Rekordergebnis von fast vierzig Prozent eingefahren hat.
00:00:52: Herbert Tickel hat sich am Montag eher überraschend von der AfD distanziert.
00:00:57: Er hat vor allem Unterschiede in den beiden Parteiprogrammen betont und sich dann auch noch gegen die Bezeichnung Schwesternpartei gewährt, obwohl er und andere FPÖ-Mitglieder diesen Begriff immer wieder verwenden.
00:01:10: Wir sehen uns aber für diese Folge einen anderen Teil des Gesprächs genauer an, und zwar die Pensionen.
00:01:16: Kickel hat quasi versprochen unter ihm werde es immer nur ein Pensionsantrittsalter von fünfundsechzig Jahren geben komme was da wolle.
00:01:24: Die Frage ist jetzt nur hält dieses Versprechen auch dem Stand?
00:01:27: Was Ökonomen teilweise sogar aus seiner eigenen Partei und der Fiskalrat dazu sagen?
00:01:33: Darüber spreche ich heute mit Jakob Zürm, er ist Wirtschaftschef der Presse und er hat genau dazu einen Leitartikel veröffentlicht.
00:01:40: Da hat er unter anderem geschrieben.
00:01:42: auch Kickel verschließt die Augen vor einem der gravierendsten Probleme
00:01:45: Österreichs.".
00:01:47: Das ist was wichtig ist – der Nachrichten-Podcast der Pressee!
00:01:50: Ich bin Anna Wallner und ich freue mich dass Sie da sind.
00:01:56: Jakob bevor wir uns mit Herbert Kicke befassen eine erste Frage wieso ist das Pensionsthema überhaupt ein so großes Problem für den Staat?
00:02:05: Weil ihr ganz gern argumentiert wird, warum müssen wir bei den Pensionisten sparen oder beim Thema Pensionen sparen?
00:02:11: Das trifft die Menschen direkt.
00:02:13: Sparen wir doch bei den Parteien, sparen wir bei der Politik oder sparen wie bei der Migration, bei Mindestsicherung und da kann man durchaus diskutieren, wie viel Österreich zahlen soll für Probleme der Welt.
00:02:24: aber trotzdem nur um die Größenordnungen darzustellen.
00:02:26: Parteienförderung liegt bei ungefähr zweihundertsiebzig Millionen Euro im Jahr.
00:02:31: Die Mindestsicherungen in Summe sind aber wirklich alle enthalten reiche Enthalten, die einfach aufgrund von Krankheit nicht arbeiten können.
00:02:37: Also nicht nur Asylwerber
00:02:39: etc.,
00:02:39: eine Million Euro.
00:02:42: Pensionssystem Zuschuss des Bundeshaushaltes liegt bei ungefähr zweiundzwanzig Milliarden.
00:02:49: Also wir haben ja einen Prozent fünf Milliarden versus zweiund zwanzig Millionen.
00:02:52: Nur damit man mal die Größenungen sieht.
00:02:54: Dieses Problem ist einfach so groß!
00:02:56: Man muss es in diesem System lösen.
00:02:58: Man kann das nicht anderweitig lösen.
00:03:00: Gut, das war deine erste Einsetzung.
00:03:02: Kommen wir zu Herbert Kickl und seiner klaren Absage an die Anhebung des Pensions-Anbritzalter im Sommergespräch?
00:03:09: War da eigentlich ein Argument bei ihm dabei, dass für dich stichhaltig
00:03:12: ist?".
00:03:13: Ein Argument war natürlich drinnen, den man schon absolut recht geben muss und zwar dass sie demotivierend für die Jüngeren sein kann.
00:03:20: Wenn wir jetzt das Pensionsantrittsalter anheben dann ist es für die, die das betrifft, dass die länger arbeiten werden müssen.
00:03:26: Das sind halt so die jüngeren oder Mittelalten könnte man sagen also wahrscheinlich unter fünfzig.
00:03:30: da sind die die denen selbst betroffen sein werden aufgrund des Vertrauensschutzes.
00:03:34: Für die kann das natürlich demotiverend sein.
00:03:37: Da stimmt auch natürlich weil wobei man sagen muss Arbeiten soll ja auch erfüllen sein.
00:03:41: aber natürlich viele Menschen gehen gerne früh in Pension und die müssten sozusagen mehr Lasten tragen.
00:03:48: Aber da muss man sagen, das ist eigentlich die Aufgabe der Politik in meinen Augen, dass den Menschen so zu erklären, dass sie verstehen und sagen es ist eine Notwendigkeit um das System nachhaltig abzusichern müssen wir das machen?
00:03:59: Und ganz spannend habe ich heute eine Umfrage zum Beispiel gesehen, die jetzt aus dem Sommer gewesen ist wo durchaus die Hälfte der Menschen in Österreich sagt ja das Pensionssystem gehört reformiert.
00:04:09: also es gibt durchaus auch jetzt schon Partei eines nicht nur der FPÖ, sondern auch die anderen Parteien bis auf den EOS sind ja eigentlich alle.
00:04:17: Wir brauchen da keine Reformen beim Pensionssystem, dass die Menschen trotzdem bereit sind und Verständnis dafür haben, dass es diese Problematik durchaus gibt.
00:04:25: Vielleicht sollte man ganz vorweg einmal sagen ist es schonlich klar warum Herbert Kiekel das macht?
00:04:29: Die Pensionisten sind sozusagen die Wählergruppe, die er damit ansprechen will, nämlich auch die, die erst in Pension gehen werden in den nächsten zehn, zwanzig Jahren oder sonst was.
00:04:38: Trotzdem ist aufgefallen also sich ganz stark darauf ausgeredet hat Geburtenstarken, Babyboomer-Generationen die jetzt bis zu zweizig fünfunddreißig durchlaufen.
00:04:46: Sozusagen dass das wieder aufhören wird.
00:04:48: also es wird dann wieder leichter werden.
00:04:50: ist das korrekt?
00:04:51: Es ist semi-korekt, könnte man sagen.
00:04:53: Es stimmt natürlich dass wir jetzt geburtenstarke Jahrgänge haben die gehen jetzt in Pension.
00:04:57: das macht jetzt einen massiven Anstieg der nächsten Jahre und es stimmt natürlich, dass sie irgendwann auch enden.
00:05:02: dann wenn der Pillenknick eingesetzt hat den späten sechziger jahren mit diese menschen.
00:05:06: da merken wir dass dann die Jahrgange deutlich kleiner wieder werden.
00:05:09: Dann gehen natürlich auch weniger Menschen in pension.
00:05:11: warum sage ich semi korrekt?
00:05:12: weil natürlich auch die Experten die immer darauf verweisen das natürlich auch wissen der fiskalrad oder auch wie vor ihs.
00:05:19: Und die sagen halt, zum Beispiel der Fiskalratschef Christoph Badelt hat mir mal so ein Interviews mit uns gesagt.
00:05:25: Das ist natürlich ein zweites Thema.
00:05:27: Überalterung ist ja nicht nur Pension, sondern wir haben auch das Gesundheitssystem und das Pflegesystem gesund.
00:05:32: Es sind nicht nur ältere Menschen aber die Überalterungen, dass mehr Menschen alt werden brauchen sie den Endenseln mehr Kosten aus dem Gesundheitssystem.
00:05:39: Und vor allem im gesamten Pflegebereich gibt es sowieso massive Kostensteigerungen und wir haben dort relativ starke Steigerungen, die derzeit noch überhaupt nicht irgendwo in Budget ab.
00:05:49: gebildet sind, also auch in den Zukunftsplanungen.
00:05:51: Und man sieht dass wir da anbesteuern, es gibt zum Beispiel eine langfristprognose des BMF aus dem Jahr die wird noch alle paar Jahre gemacht.
00:05:59: Da sehen wir das allein bei Pflege und Gesundheit ein Anstieg um drei Prozent des BIP.
00:06:03: Das sind doch nach heutigen Werten wären das fünfzehn Milliarden Euro als zusätzliche Anstiege bis Mitte des Jahrhundertes, die wir irgendwo abfedern müssen.
00:06:10: Und das ist circa fast das Minus, was wir jetzt im Budget drinnen haben.
00:06:14: Also wir sehen schon, dass hier andere Kosten entstehen, Abseits des Pensionssystems.
00:06:18: Und Bartels sagt das immer, wir müssen die Spielräume für diese zusätzlichen Kosten bepflege oder gesundheit eben auch im Pensionssystem schaffen.
00:06:27: Deswegen muss man hier quasi und des Sozialverträgliches ist eben das Anheben des Antriebs altes.
00:06:33: Und er sagt ja einfach auch genau das Gegenteil von Kickel.
00:06:35: Er sagt eigentlich dass Aussitzen der Spitze, die wir jetzt gerade haben Das ist
00:06:41: nicht die Lösung.
00:06:41: Nein, weil wir haben zwar dann eine starke Aktion aber es steigt ja an.
00:06:44: Es steigt zuerst an und am Anfang anzustagnieren und die Gesundheit und Pflegekosten steigen weiterhin an.
00:06:49: Also das ist nicht so dass das nur übers Pensionssystem gelöst ist sondern dass wir eben vom zusätzlich dieser weiteren Kosten haben und deswegen muss etwas gemacht
00:06:57: werden.
00:06:57: Ein anderes Argument von Kickels zweiter Argument war, es bräuchte einfach nur eine bessere Wirtschafts- und Familienpolitik für mehr Wachstum.
00:07:04: Und bei der Familienpolitik meinte er einfach Ja also es ist wichtig, dass man als Familie wieder mehr Kinder als ein Kind haben oder überhaupt Kinder haben, dann löst sich das Problem schon von selbst.
00:07:14: Was ist da dran?
00:07:15: Nein natürlich wenn wir höheres Wachstum hätten oder wenn wir mehr Kinder hätten und auch werbstätige Kinder die danach auch eine entsprechende Ausbildung machen und danach auch erwerbssättig werden.
00:07:23: Natürlich würde das Funktionen.
00:07:24: nur das Problem ist dass wissen wir bereits das wissen wir seit zehn, fünfzehn, zwanzig Jahren und die Politik versucht das auch.
00:07:31: Wir haben eine relativ hohe finanzielle Familienförderung in uns.
00:07:36: In Österreich.
00:07:36: wir haben in Wien einen sehr weit ausgebauten Gratis-Kinderbetreuung – das sind andere Bundesländer schlechter.
00:07:41: Das
00:07:42: sind anderen Bundesländern deutlich schlechter.
00:07:43: aber trotzdem muss man sagen, dass wir jetzt nicht den großen Baby boomen oder die große demokratische Verwendung der Fertilitätsrate in Österreich ist unter zwei Kindern.
00:07:53: Pro Frau, das heißt wir haben dieses Problem trotzdem.
00:07:57: Obwohl die Politik hier seit zwanziger Jahren versucht gehen zu steuern.
00:07:59: da muss man sagen jetzt natürlich kann ich sagen ja wenn wir das alles nicht hätten dann hätten wir das Problem nicht.
00:08:04: ja aber wir haben das nicht.
00:08:05: und
00:08:05: vor allem die Frage die sich mir stellt ist dass wäre eigentlich auch die frage die Simone Stribbel hätte fragen können im ORF Sommergespräch was ist denn der Vorschlag von Herbert Kickel?
00:08:13: wie sollte denn eine gute Familienpolitik seien wir nur noch aussehen, dass sich das ändert.
00:08:17: Weil wir eben gerade hören, noch mehr Geld pro Kind einen Zuschuss oder noch mehr Familienbeihilfe?
00:08:24: Oder was ist denn dann sein Vorschlag?
00:08:25: Das wissen wir leider nicht.
00:08:27: Und wir wissen eigentlich, dass die Politik weltweit sehr schwer tot Kinder Wie kann man das richtig formulieren?
00:08:33: Kinder zu schaffen.
00:08:34: Es ist schwierig, es ist eine sehr höchstpersönliche Lebensentscheidung, hängt sehr stark mit individuellen Werten zusammen die Menschen haben auch mit individueller Lebenssituation
00:08:44: etc.,
00:08:45: also da das politisch so zu steuern.
00:08:47: schauen wir nach Ungarn wo zum Beispiel Viktor Orban der durchaus ein Vorbild für Herbert Kickel war dass versucht hat und hat auch nicht wirklich funktioniert.
00:08:55: Also dann bin ich... Und wie gesagt Ich halte das viel gefährlich wenn wir so einen Thema haben mit dem Pensionssystem quasi ein Unwetter heranrauscht, dass sich dann jemand hinstellen und sagt naja es wird schon wieder Sonnenschein kommen alles halb so schlimm.
00:09:08: Du hast schon am Anfang auch ein bisschen erwähnt.
00:09:09: sein drittes Argument war, dass es unanständig gegenüber den Menschen wäre die in Pension gehen werden oder also quasi Stichwort Vertrauensschutzmissbrauch sozusagen.
00:09:19: Da frage ich mich jetzt allerdings wir leben in einer sich so schnell änderten Welt wie lang kann man denn Vertrauenschutz haben?
00:09:25: Weil jetzt zu erwarten?
00:09:26: also wir beide sind ungefähr gleich alt in unseren Mitvierzigern leider auch schon und wir sehen andere Länder wie Dänemarkt die gerade auch pensionsalte angehoben haben usw.
00:09:34: Es ist ja wirklich auch so das man sagen kann irgendwo der Mensch, die Bevölkerung auch mitgehen.
00:09:38: Mit den Veränderungen da draußen und immer noch zu sagen naja das wäre ja unfair.
00:09:42: man hat ihnen versprochen für ein Hundsechzig und dann sind es doch siebenundsechsig.
00:09:46: Ist das ein Argument, dass es greift?
00:09:48: Die Gerichte schauen sich das in einem anderen Verfassunggerichtshof und da gibt es keine ganz klare Jahreszahl.
00:09:54: aber man kann davon ausgehen mit Experten im Redner.
00:09:57: Man sagt naja so zehn fünfzehn Jahre Vorlauf ist so ziemlich das Mindeste was zu warten ist.
00:10:02: wenn wir uns anschauen die Anhebung des Frauen-Bensionsantritts alt Also an die Angleichung des Männerpensionen, das andere Zeit hat er gestartet jetzt im Jahr zwanzig zweiundzwanzig.
00:10:12: Und
00:10:13: ist beschlossen worden?
00:10:13: Und
00:10:14: ist geschlossen worden Anfang der neunziger Jahre.
00:10:16: Im Jahr nineteen zweieinneunzig also die hatte einen Vorlauf von gut dreißig Jahren was eigentlich ziemlich langer Zeitraum ist.
00:10:22: und zum Beispiel der Wiferschef Gabel Felbermeier schlägt ja vor dass wenn das abgeschlossen ist es wird Anfang der dreißige Jahre abgeschlossen sein sukzessive für beide Geschlechter, das auf sieben und sechzig anhebt auch über einen Zeitraum von zehn Jahren.
00:10:37: Man hätte jetzt auch deinen Vorlauf von knapp sieben, acht Jahren und dann beginnt das ja auch Schleichen sozusagen rauf zu gehen.
00:10:44: Das ist das Problem weil es dauert alles einfach wahnsinnig lang.
00:10:47: Man muss hier einfach sehr früh Entscheidungen treffen noch bevor.
00:10:51: Es ist wie so einen Tanker zu steuern um dem Eisberg auszuweichen.
00:10:54: Und das Problem ist wenn ich zu nah am Eisberg bin kann ich irgendwann nicht mehr ausweichen und dass die Problematik dich hat.
00:10:59: Und vielleicht ein Punkt noch den ich ganz wichtig finde ist er hat gesagt dass das unanständig gegenüber jenen ist die Invention sind.
00:11:06: das hat eigentlich auch relativ gleich gesagt auch auf die wie die Frage nur nach der Reform war Und hier kommt etwas schon rein, wo ich das Gefühl habe, dass es auch reine Taktik ist.
00:11:14: Das heißt er versucht die Menschen zu verunsichern und das sind das Skurrile, dass wir wissen, dass Pensionisten sehr allergisch auf Pensionsreformen reagieren – auch wenn sie gar nicht davon betroffen sind!
00:11:25: Das heißt eine Pensions-Reform für die Menschen, die vielleicht fünfundvierzig sind, des Antrittsalter anhebt wird von heutigen Pensionnisten abgelehnt….
00:11:35: bisschen eine skurrile Situation, wenn man sagt die sind ja gar nicht betroffen aber viele Menschen vielleicht noch halber hin hören.
00:11:42: oder da gibt es durchaus Umfragen wo man sieht dass da halt eine sehr große Nervosität oder eine sehr grosse Abneigung sozusagen gegenüber dem Thema ist.
00:11:51: und ich glaube da wäre gerade die Aufgabe der Politik hier aufklären zu wirken.
00:11:56: Hier zu sagen okay da geht's nicht darum den Pensionisten etwas wegzunehmen, die Pensionen zu schädigen so ein Sketarum das Pensionssystem nachhaltig zu machen.
00:12:05: Das sind natürlich, man muss das den Leuten erklären die davon betroffen sind aber die haben genügend Vorlaufzeit, aber das finde ich halt ein bisschen höchst problematisch hier dann gleich das zu vermischen und zu sagen ja dem ihr Leben lang gearbeitet und jetzt sollen sie bestraft verneint.
00:12:16: Ja vor allem das fühle mich eigentlich auch eine lustige Sicht der Dinge.
00:12:18: Ich meine vielleicht ist es auch natürlich eine Presse-Sicht, die anders ist naturgemäß auf diese Dinge.
00:12:22: Aber weil wir arbeiten eher positiv gegenüberstehen Und dass Argumenten immer kommen naja da stehen Leute können nicht mehr und das ist ja auch so.
00:12:29: Kickelsbetonung, vor allem die körperlich schwer Arbeit Menschen, womit er sich einen Punkt hat.
00:12:34: Aber es ist immer das verlängende Arbeitszeit und die Verschiebung des Pensionsantritts alt.
00:12:38: Das wird immer wie so eine Strafe benannt da weil es eigentlich auch klar je länger du noch arbeitest, desto höher wird deine Pension.
00:12:45: Weil gerade zum Schluss ja besonders... Du meistens noch ganz gut verdienst oder wenn du noch einen Job hast natürlich nur.
00:12:50: also ich finde dass sozusagen dieses Spiel mit Arbeit ist schlecht und dann noch ein Jahr dranhängst oder ein halbes oder zwei Dann wird dir was weggenommen.
00:12:58: Es zeigt grundsätzlich halt ein bisschen einen falschen Zugang zum Thema Arbeit, muss man ganz ehrlich sagen.
00:13:02: bei Arbeit ich verstehe schon das natürlich Menschen gibt die vor allem eine stark körperliche Arbeit haben und da müssen wir auch durchaus diskutieren ist es klar dass es vielleicht Tätigkeiten gibt immer mit sixty-sechzig so nicht mehr ausfindet können.
00:13:13: Ich muss zu dem der berühmte Dachdecker Das wird wahrscheinlich für die meisten menschen schwierig sein mit sixty sechzig noch auf einem dach herumzuklettern in der mittagshitze.
00:13:22: aber Das Problem kann nicht sein, dass wir jetzt einfach generell Menschen früher in Pensionen schicken.
00:13:29: Sondern wir müssen uns natürlich überlegen, irgendwie füllen können wie andere Arbeitsmärkte zweite Arbeitsmäcke machen.
00:13:34: und da geht es nicht darum den Sechzig-Jährigen umzuschulen sondern die Frage ist muss ein Dachdecker, kann man den vielleicht ab fünfzig, fünfzig bereits in anderen Bereichen umschulen, der länger ausüben kann?
00:13:45: Es ist nicht trivial das ist schwierig.
00:13:48: aber ganz ehrlich Politik ist ja auch dafür da, dass man sich über nicht-triviale Themen auch Gedanken macht.
00:13:53: Und das ist wie es.
00:13:54: Gesamtgesellschaften müssen so überlegen weil einfach nur zu sagen naja wir haben das Problem nicht.
00:13:59: und nochmal das haben jetzt vielleicht noch gar nichts besprochen.
00:14:01: warum haben wir dieses Problem eigentlich?
00:14:03: Wir geben derzeit ein Viertel der gesamten Staatsausgaben für Alterssicherung aus.
00:14:08: inklusive Gesundheit und Pflegekosten sind wir bei forty fünf Prozent und das steigt konstant weiter.
00:14:14: Das heißt es ist einfach so, wenn wir das Bundesbudget nehmen da ist der Zuschuss aus dem Bundesbudgets so staatslos kann man inklusive Sozialversorgung und im Bundesbudgie sind wird jetzt bei siebenundzwanzig Prozent des BIP Ziemundzwanzig Prozent des Bundesbudgets fließen als Zuschuss in die Pensionsversicherungs-, also in den Pensions- versicherung und auch für die Beamtenpensionen.
00:14:33: Das heißt, vor ein paar Jahren waren wir dann noch bei einem Wert von knapp über zwanzig Prozent und es steigt immer weiter.
00:14:37: D.h.,
00:14:38: das System ist nicht nachhaltig.
00:14:39: Das sagen alle Experten!
00:14:41: Und das ist halt schon ein Problem wenn wir Situationen wo seit Jahrzehnten all Experten sagen Wir haben ein Problem und nur die Politik sagt Nein, wir haben keins, wir machen nichts.
00:14:50: Vor allem was du am Anfang gesagt hast, da bin ich nicht so gut darauf eingegangen.
00:14:53: Ist ja interessant.
00:14:54: Kiekel sagt Wenn dann mal die gewurten starken Jahrgänge alle in der Pension sind und die Spitze sozusagen abflacht, dann ist das Problem gelöst.
00:15:03: Das stimmt ja nicht weil du selbst vorher betont hast dass ihr das ganze Problem mit dem Thema Pflege und gesundet, der dann noch weitergetragen wird.
00:15:10: Und die geburtenstarken Jahrgänger, das ist eben so Anfang der Sechziger bis Neunundsechzig, sind ja dann noch eine Weile unter uns und werden Gepläge brauchen.
00:15:20: Das Problem verschiebt sich nur vom Pensionsantrittsalter in andere
00:15:24: Bereichen.
00:15:24: Genau!
00:15:25: In den anderen Bereichen, da reden wir schon immer, wenn wir sagen Babybummer anfang der Sechtigere, da dreht man dann irgendwann von zwanzig fünf und acht.
00:15:33: Naja, das ist jetzt zu viel.
00:15:34: Das ist ja
00:15:34: auch hundert Jahre fast.
00:15:36: Ich glaube, ich glaube, es war der Geburtenstärkste-Jahrgang.
00:15:39: Zumindest in Deutschland gewesen.
00:15:40: bei uns, glaub' ich, ist es ähnlich.
00:15:42: also das heißt die sind jetzt ungefähr siebundfünfzig, achtundfünftzig.
00:15:46: Die kommen jetzt dann eben in den nächsten Jahren in Pensionen.
00:15:49: aber... Was man kickelt immer wieder vorwärft ist, dass er nur gegen etwas ist und keine Beispiele oder Ideen bringt.
00:15:55: Was anderes zu machen?
00:15:56: Eine Sache hat er schon sehr konkret gesagt im Sommergespräch.
00:15:59: Er hat gemeint statt dieser einer Pflichtanhebung des Pensions-Anbritzalters finde er es gut freiwillig länger arbeiten, de facto steuerfreizustellen?
00:16:08: Ist das ein ernstzunehmender zweiter Weg?
00:16:12: Also Anreize für längeres Arbeiten sind auf jeden Fall gut Und da kann eine steuerliche oder eine Abgabenentlastung auch durchaus hilfreich sein.
00:16:19: Es gibt hier bei dem Thema, wenn es darum geht, längeres Arbeiten steuerfrei zu machen.
00:16:24: Gibt's manchmal das Argument dass das quasi eine Belohnung für die wäre oder sozusagen eigentlich nur eine Erhöhung oder Verbesserung der Situation?
00:16:32: Für die wäre die ohnehin länger arbeiten was oft Freiberufler sind Ärzte Anwälte
00:16:35: etc.,
00:16:36: dass sich hier trotzdem nicht die Leute länger im Arbeitserwerbsleben behalte, die ich gerne hätte, dass sie länger bleiben.
00:16:44: Weil diese sowieso schon vorher rausfallen sozusagen und die, die ohnehin länger arbeiten haben dann halt mehr davon.
00:16:49: Das ist nicht ganz von der Hand zu weisen wie wohl ich durchaus sagen muss – Ich bin immer natürlich ein Befürworter von niedrigen Steuern und Abgaben.
00:16:56: aber man muss schon schauen, erfüllt das auch das Ziel?
00:16:58: weil es bringt jetzt nichts wenn das diese Maßnahme den Staat Geld kostet im Sinne vom weniger steuer Einnahmen und aber nicht mehr Leute länger arbeiten weil einfach trotzdem Sie nicht länger im Erwerbsprozess bleiben, weil sie in einem angestellten Verhältnis sind.
00:17:12: Wo Sie nicht drinnen bleiben länger, weil Sie dann trotzdem aufhören zu arbeiten beispielsweise.
00:17:16: Was wir schon sehen ist zum Beispiel wenn wir uns die Anhebung des Frauenerwerbes, des Frauen-Pensionsantritts alters ansehen und sehen wir das jetzt auch durch die Anhörung des gesetzlichen Antritts als es auch das Faktische plötzlich mitgezogen ist.
00:17:28: Weil es kommt immer das Argument
00:17:29: z.B.,
00:17:30: dass eine Anhebung des gesetzlichen Alters nichts bringt, weil viele ohnehin nicht aus der Werbstätigkeit in den Pensionen gehen.
00:17:36: So haben bereits aus der Arbeitslosigkeit
00:17:38: etc.,
00:17:38: weil Menschen die halt jetzt zweiundsechzig, dreiundsechsig sind auch keinen Job mehr finden oder vielleicht mit achtundfünfzig schon kein Job mehr findet.
00:17:44: wenn man sagt neidow GSTN an Pension und das wäre ja auch so was, wenn das gesetzliche Antrittshalter ange... oben ist, dann als es auch für Firmen attraktiver zu sagen okay ich kann aber eine längere Frist bis zur Bensionierung dieser Person.
00:17:57: Das heißt das macht noch einen Sinn jemanden einzustellen.
00:18:00: Es macht ein Sinn in jemandem zu investieren beispielsweise also es ist schon ein bisschen... Ich habe mal ein Interview mit dem deutschen Pensionsexperten Bert Rührup geführt der gesagt Die Menschen gehen immer ein bis zwei Jahre vor dem gesetzlichen Antrittseralter.
00:18:12: Das heißt, ich muss das quasi gesetzlich immer ein, zwei Jahre höher setzen damit ich ein oder zwei Jahre drunter des Faktische habe und wir sind es bei den Faktischen auf dreiundsechzig und das würde eben Sinn ergeben hier dann quasi mit dem Gesetze auf siebenundsechszig zu gehen um das dann mitzuziehen.
00:18:26: Und wie gesagt deswegen Anreize für längeres Arbeiten sind gut.
00:18:29: aber ich glaube Sie werden das Problem nicht lösen.
00:18:31: Eine Sache war spannend.
00:18:32: Kegel hat sich explizit distanziert, kann man sagen von einem FPÖ-Parteimitglied nämlich von Arnold Schiefer der nicht nur mitverhandelt hat bei den Koalitionsgesprächen mit der ÖVP vor einem Jahr die dann gescheitert sind sondern der auch immer wieder damals als mögliche Finanzminister genannt wurde.
00:18:48: er war da relativ scharf.
00:18:50: Ihr Budget-Experte Anon Schiefer, ein ausgewiesener Finanzexpert, sieht das allerdings mit
00:18:56: einer Direktion.
00:18:57: Das Farbe ist etwas anders.
00:18:59: Er hat in diversen Zeitungsinterviews auch gesagt junge Menschen da kann er sich sehr wohl vorstellen dass die später in Pension gehen und vor allem dass jene die zum Beispiel studiert haben dass sie auch länger arbeiten werden.
00:19:11: also das weicht ja von ihren Plänen ab.
00:19:14: Ja der Parteiobmann bin ich und es ist nicht der Herr Schieffer Das sage ich dann auch einmal in der Deutlichkeit.
00:19:20: Da gibt es auch sozusagen einen Oberter.
00:19:22: den Unterschied, die im Wesentlichen Entscheidungen...
00:19:25: Wie ist du das interpretiert?
00:19:26: Ja, das ist hier quasi eine... Wir haben hier den Fachexperten, den Arnold Schiefer, der durchaus auch mit seinen Erfahrungen in der Wirtschaft durchaus respektiert wird.
00:19:35: Dass er hier eine sehr, sehr gute und breite Ahnung hat von den Themen.
00:19:39: Und dann haben wir halt natürlich einen Parteiobmann, der natürlich grundsätzlich sehr stark von der Sozialpolitik geprägt ist und die halt aus parteipolitischen Gründen halt hier eine andere Linie vorgibt – und das widerspricht sich.
00:19:49: aber ich glaube es ist gut wenn man da genau hinhört und sieht…
00:19:53: Das bösst man sich nicht allmein.
00:19:54: Genau!
00:19:56: die FPÖ, weil er sehr gerne so dargestellt wird.
00:19:59: Dass die FPö würde Dinge anders machen, die wichtig sind und dass man dort auch bei ganz wichtigen Themen wie den Pensionssystem einfach die Augen verschließt.
00:20:09: Das hast du ja auch im Leitetikel geschrieben heute?
00:20:12: Deswegen noch abschließend, wenn du die gesamte Passage von Herbert Kirkeli im Sommergespräch zu diesen Pensionsthematiken bewerten müsstest.
00:20:19: Wo halt diese einer Prüfung stand?
00:20:21: Also
00:20:22: es hat mich als sehr an Aussagen von SPÖ-Spitzenpolitikern und Arbeiterkammerern und von hohen Gewerkschaften erinnert, die in meinen Augen bei diesem Thema einfach eine zu positive und eine zu realitätsverweigende Position haben.
00:20:37: ich glaube... bin ich einfach auf der Seite der internationalen und nationalen Experten, die hier durchaus sagen nein wir haben ein Problem.
00:20:44: Wir müssen was tun also Fiskalrat wie von IHS, OECD... Und man sieht dass hier die FPÖ bei solchen Themen durchaus sehr ein, könnte man sagen sozialistisches Weltbild hat.
00:20:55: Lieber Jakob, danke, dass du da warst!
00:20:58: Und das war was wichtig ist mit meinem heutigen Gast Jakob Zirben, dem Wirtschaftschef der Presse.
00:21:04: Seinen Text zum Thema über den wir gesprochen haben und weiterführende Artikel finden Sie!
00:21:08: Wie immer in den Show-Notes und wenn Ihnen die Folge gefallen hat, dann abonnieren Sie was wichtig ist doch auf der Plattform Ihrer Wahl.
00:21:16: Und wie Sie wissen freut mich Feedback.
00:21:18: schreiben sie mir an podcastatdepressia.com oder hinterlassen Sie uns einen Kommentar auf Apple Podcasts oder Spotify oder YouTube.
00:21:26: Macht es gut und bis bald!
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