Hartwig Löger über den "Vollkasko-Staat" und warum die Ehe keine Altersvorsorge ist
Shownotes
Wir unterschätzen die Risiken des Alltags – vom Sturz von der Leiter bis zur Pflegebedürftigkeit – und überschätzen gleichzeitig die unwahrscheinlichen Gefahren. Das zeigt eine aktuelle Risk-Literacy-Studie der Vienna Insurance Group mit rund 9.000 Befragten in Zentral- und Osteuropa.
Im Gespräch mit Gerhard Hofer erklärt VIG-Vorstandsvorsitzender Hartwig Löger, warum der größte Konkurrent der Versicherungsbranche mittlerweile der "Vollkasko-Staat" ist, wieso Männer und Frauen Risiken völlig unterschiedlich wahrnehmen und warum eine Ehe keine Altersvorsorge ist. Außerdem blicken die beiden auf das staatliche Pensionssystem und besprechen, warum Löger den Begriff „Work-Life-Balance“ in seinem Unternehmen verbannt hat.
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Transkript anzeigen
00:00:02:
00:00:09: Das ist was wichtig ist, der Nachrichten-Podcast unserer Zeitung.
00:00:12: Mein Name ist Anna Weiner.
00:00:14: Sie kennen mich ja aber heute gebe ich das Mikrofon an meinen Kollegen Gerhard Hofer ab.
00:00:19: Er ist stellvertretender Chefredakteur der Presse und er hat am Rande des diesjährigen Forum Alpbach mit Hartwig Löger unter anderem über die Risikobereitschaft und die Vollkaskomentalität der Österreicherinnen und Österreicher gesprochen.
00:00:33: Hartig Löger kennt die heimische Finanz- und Versicherungswelt von beiden Seiten.
00:00:37: Er war vom Dezember, bis Juni, den Finanzminister Österreichs in der Türkees.
00:00:43: Blauen Koalition unter Sebastian Kurz?
00:00:46: Seine Wurzeln liegen aber eigentlich in der Versicherungsbranche, in der er seine Karriere bereits in den Fünfund Achtzig begonnen hat.
00:00:52: Unter anderem als Vorstandsvorsitzender von UNICA Österreich.
00:00:56: Seit dem Jahr zwanzig steht er nun als Vorstandsvorsitzer an der Spitze der Vienna Insurance Group.
00:01:02: Sie ist mit fünfzig Gesellschaften in mehr als dreißig Ländern einer der größten Versicherungskonzerne Zentral- und Osteuropas.
00:01:09: Ja und ich wünsche Ihnen nun gute Unterhaltung beim folgenden Gespräch!
00:01:16: Wir führten uns vor Heir-Taken im Urlaub, aber schreiben auf der Autobahn bei Tempo hundertdreißig SMS.
00:01:22: Wir lassen unser Handy und sogar unsere Sonnenbrille versichern.
00:01:26: Aber beim Thema Pflege klammern wir geflissentlich aus.
00:01:29: Wir sprechen heute über ein Gefühl das uns alle alltäglich begleitet dass wir aber selten rational im Griff haben – das Risiko!
00:01:40: Wir unterschätzen die alltäglichen Gefahren und überschätzen den unwahrscheinlichen.
00:01:46: Ich spreche nun mit einem Mann, dessen tägliches Geschäft das Risiko ist.
00:01:51: Hartwig Löger, CEO der Vienna Insurance Group.
00:01:54: willkommen bei uns im Podcast.
00:01:57: Vielen Dank für die Einladung.
00:01:58: Freu mich!
00:01:59: Herr Löger was sind die Risiken, die am meisten überschätzt werden und wogegen versichern wir uns oft oder wollen wir uns versicheren?
00:02:07: Was vielleicht überhaupt kein großes Risiko darstellt?
00:02:10: Was sind so die Fehleinschätzungen?
00:02:12: Wir haben in den letzten Jahren zwei Studien gemacht, die unter dem Titel Risk Literacy zum Ausdruck bringen wie stark das Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger auch zum Thema Risiko ist.
00:02:25: Wir tun das auch in der Überzeugung mit unserer Expertise im Bereich Risikomanagement In der Lage sind.
00:02:33: auch vielleicht das Verhalten, dass Bewusstsein der Menschen für Vor-Sorge aber auch für Prävention in gewissen Bereichen verbessern können.
00:02:42: Konkret auf die Frage hin – es ist erkennbar, dass grundsätzlich die Menschen generell die Risiken, die sie in ihrem persönlichen privaten Leben haben, deutlich unterschätzen.
00:02:53: Also es sind rund setzig Prozent der Befragten, die kaum ein Bewusstsein haben für die Möglichkeit oder den Eintritt solcher Risiken.
00:03:01: Gleichzeitig aber auch dann, wenn sie davon ausgehen das es passieren könnte der Meinung sind dass es ja ohnehin den Staat gibt.
00:03:11: Der dafür eintritt und so gesehen selber gar nicht Aktivitäten setzen um dagegen vorzugehen.
00:03:18: Das ist der größte Mitbewerber der Versicherung ist mittlerweile der Volkhasco-Staat.
00:03:23: Es ist die Vollkastkommentalität durchaus ausgeprägt und wir haben diese Studie aber, muss man dazusagen in neuen Ländern gemacht.
00:03:30: In Zentral- und Rosteuropa mit mehr als neun Tausend Befragten.
00:03:34: Das heißt also es ist ein Thema das nicht jetzt national mit großen Unterschieden geprägt ist sondern dass in einer Grundhaltung der Menschen eher in der Ablehnung von Risikopbewusstsein gegeben ist.
00:03:47: Und wir sehen aber die Chance mit aktiven Beiträgen dafür zu sorgen dass es eine Resilienz gibt und die Menschen selber bewusst da auch vorsorgen, agieren und handeln.
00:03:59: Und ein kleines Beispiel, weil wir gerade uns in den Alpen befinden.
00:04:03: Heute vielleicht nicht mit den Sandalen auf dem Berg zu gehen sondern mit festem Schuhwerk und bei so Kleinigkeiten beginnt es ja.
00:04:09: Aber die meisten Unfälle passieren trotzdem nicht auf dem Bergen.
00:04:12: Davon berichten wir Medien darüber aber ich glaube die eigenen Verwänder sind viel gefährlicher als man glaubt.
00:04:18: also der Sturz von der Leiter ist wahrscheinlich öfter das Problem als von mir aus jetzt der Alpine Unfall.
00:04:24: Genau diese Risken des täglichen Lebens sind es auch, die wir abgefragt haben.
00:04:28: Es zeigt sich und es gibt aktuellste Zahlen jetzt wieder aus Österreich heraus im letzten Jahr sind mehr als sechshunderttausend Unfälle in privaten Bereichen im Haushalt aber auch sehr viel im Zuge der Freizeitbeschäftigungen passiert.
00:04:42: Und da ist dieses Kasko-Mentalitätsdema besonders dramatisch weil gerade bei diesen in der Freizelt befindlichen Unfällen oder im Haushalte Leider geht es in dem Bereich gar keine staatliche Deckung in irgendeiner Form gegeben ist.
00:04:58: Was
00:04:59: sind die Lieblingsversicherungen der Menschen?
00:05:02: Gibt das etwas, was man nicht nachdenkt?
00:05:05: Wenn ich mir Skiausbau im Winter habe, dann ist die Versicherung irgendwie dabei!
00:05:09: Ich hab Spaß und ich denke nicht.
00:05:11: Wenn ich mein Handy kaufe, ist die Persicherung sofort auch dabei und der Preis spielt keine Rolle.
00:05:17: Es gibt andere Dinge, da sind wir viel, sage ich einmal, preisensibler.
00:05:21: Stimmt das?
00:05:22: Naja, es gibt diese Formen, die Sie ansprechen, die meistens automatisch mit dem Produktkauf sozusagen auch schon das Versicherungsvorsorge-Thema dabei haben.
00:05:31: Das ist aber genau ein bisschen passend zur Risikobewusstseinslage, meistens im Minimalbereich.
00:05:37: Also unter uns gesprochen ein Handy ja, ist teuer, aber letztendlich nicht existenziell bedrohlich.
00:05:43: und auch jetzt nehme ich anderes Beispiel eine Waschmaschine, die dann möglicherweise auch schon eine Transportversicherung hat Bei der Lieferung, auch wenn da was schiefgeht wäre wahrscheinlich nicht ruinös.
00:05:54: Aber besonders bei existenziellen Themen.
00:05:57: Wenn man wirklich in ein Unfallthema denkt, ja?
00:06:00: Wenn beim Mountainbiking oder wo auch immer etwas passieren sollte das ein Leben lang einen beeinträchtigt im schlimmsten Fall vielleicht sogar in Validität droht dann ist es so dass von einem Tag auf dem anderen die Welt anders ist und die Kosten und der Aufwand der damit in Verbindung steht natürlich dramatisch die Existenz oder das Leben massiv beeinflussen kann.
00:06:22: Und in der Richtung gibt es leider Gottes kaum das Bewusstsein, da ist die Haltung eher wie die Umfrage gezeigt hat und an mir passiert das
00:06:31: nicht.".
00:06:32: Und eben wieder in Verbindung und wenn was passiert, dann habe ich eh staatliche Unterstützung.
00:06:37: Und werden diese Themen wie Pflege, Invalidität
00:06:40: usw.,
00:06:41: sind das Tabuthemen über die wir einfach nicht gerne sprechen oder nachdenken?
00:06:45: Es ist natürlich per se ein unangenehmes Thema.
00:06:47: klar und wir wollen es auch nicht im Sinne der Freude nehmen.
00:06:51: unserer Verständnis ist Wir sollten alle unser Leben genießen mit großer Freude und Vielfalt.
00:06:57: Nichtsdestotrotz braucht es aber auch die Klarheit, dass man sich bewusst macht.
00:07:02: Es kann nicht was passieren und ich glaube es ist wichtig das die Menschen in der Lage sind auch dann eine entsprechende Lösung zu kreieren, die entweder in bewusster Vorsorge, dass ich versuche Dinge eben bewusst mit einem Helm wenn ich beim Radfahren bleibe oder auch mit entsprechender Infrastruktur was Pflegevarianten betrifft mir überlege was wäre wenn und dann selber auch wieder in der Lage bin, zu beurteilen wie viel an Aufwand kann ich dafür geben um dementsprechend vorzusorgen.
00:07:37: Sie haben schon angesprochen sie haben eine Umfrage in mehreren Ländern gemacht gibt es in den einzelnen Ländern einen unterschiedlichen Zugang zu Risiko oder wie man Risiko wahrnimmt?
00:07:48: Es ist sehr ähnlich.
00:07:50: Wir haben jetzt in der aktuellen Umfrage, auch zwei Kriterien gelegt.
00:07:56: Das eine ist ein sogenannte Index, der zum Ausdruck bringt wie stark die Einschätzungen der Personen zu den tatsächlichen Ereignissen sich darstellen.
00:08:10: Da zeigt sich das über die ersten vier Länder, die wir jetzt ausgewertet haben.
00:08:14: Aus der harrigen Umfrage ist neben Deutschland, Österreich auch Bulgarien und Rumänien kaum Unterschiede gibt.
00:08:23: Das sind die Indexwerte relativ ähnlich.
00:08:25: also rund achtzig Prozent der Risiken werden negiert bzw in dem Fall nicht wahrgenommen Und unter diesem Aspekt ist keine extreme Abweichung erkennbar.
00:08:38: Wir haben schon auch aus der ersten Studie in der Breite gesehen, dass das Bewusstsein im Sinne der persönlichen Risiken aber in den Ländern schon unterschiedliche Ausprägungen hat.
00:08:48: Interessanterweise war auffällig, dass zum Beispiel in Rumänien das Bewustsein doch spürbar höher ist in der Bevölkerung als in den anderen Ländern Zentral-Osteuropas.
00:09:00: also da gibt es schon regionale Unterschiede auf die wir auch was unsere Aktivitäten betrifft in den Ländern gezielt eingehen
00:09:07: Und gibt es auch einen Unterschied, wir haben jetzt von dem Unterschied zwischen den Ländern gesprochen.
00:09:11: Aber gibt es einen Unterschied zum Beispiel zwischen Mann und Frau?
00:09:14: Sind Männer Risiker auf Wiener als Frauen oder umgekehrt?
00:09:18: Oder ändert sich das?
00:09:20: Ja schon wie alt formuliert als Mann.
00:09:21: Da kann man sagen, Männer sind ein bisschen naiver im Zugang und Umgang was Risiken betrifft also die... Wahrscheinlichkeit über den Eintritt von Risiken ist bei Männern grundsätzlich in der Unterbewertung.
00:09:37: Das heißt also die Männer, wir Männer wenn ich es so formuliere wie wir beide hier sitzen unterschätzen teilweise dramatisch nicht nur die Möglichkeit des Eintrits von Risikens sondern auch die Auswirkungen.
00:09:50: Frauen im Gegensatz sind hier sehr, sehr stark in der Sensitivität.
00:09:56: Sie überschätzen zum Teil sogar was Frequenz und Risikoausmaß betrifft.
00:10:01: aber das heißt hier sind Frauen ganz anders im Zugang und im Risikoverständnis.
00:10:07: Das Schwierige dahinter und das zeigt auch die Studie ist dass aber in der Vorsorge, in der sozusagen Prävention oder auch im Schutz zu den einzelnen Risiken die Maßnahmen bei den Frauen dann doch etwas wieder geringer sind.
00:10:22: Und da berühren wir es aus meiner Sicht unangenehmes und schwieriges Thema, weil in unserer Interpretation es auch in Verbindung stehen könnte durchaus mit einem Gap im Einkommensbereich wo sich zeigt das möglicherweise bei den Freunden die Möglichkeit und Chance dass auch tatsächlich mitigieren zu können in der Form weniger ausgeprägt ist als bei den Männern.
00:10:44: Hier ist ein Aufholbedarf notwendig, auch weil es hier natürlich um die Eigenständigkeit geht.
00:10:52: Sowohl in der Altersvorsorge, da darf ich mir erwähnen und darf erwähne, dass z.B.
00:10:57: die Wiener Städtische in Österreich für Frau sorgt vor, speziell auf dieses Thema Frauenvorsorge abzielt.
00:11:05: Und da ist ein Riesen-Riesennachholpotenzial gegeben.
00:11:09: Teilweise gibt es auch die Aussagen über die Länder, dass noch da oder dort ein tratiertes oder ein Gesellschaftsmodell in der Mentalität da ist.
00:11:20: Wo es oft darum geht, dass Frauen der Meinung sind, dass sie über ihren Mann, Ehemann, Partner wie immer eine gewisse Vorsorge und Absicherung haben.
00:11:30: Das mag pragmatisch dort vielleicht so wirken.
00:11:34: Wir wissen aber ... Eine klare Ansage auch unser Vertriebsvorstehenden in Österreich, Sonja Brandmeier, der mir in einem Interview klar gesagt hat.
00:11:44: Ja eine Ehe ist keine Vorsorge besonders nicht für die Frauen weil man ja nie weiß in welcher Form das auch tatsächlich ein Leben lang in der Form Wirkung haben kann.
00:11:54: Habt ihr die Hälfte der ehemaligen Geschieden und die andere Hälften enden mit dem Tod?
00:11:58: Ja, wobei der Tod beendet lässt, den ich bei uns halte.
00:12:01: Mal das Leben haben, aber wir wollen dafür Sorge tragen, dass es dazwischen ein gutes und positives Erlebnis ist.
00:12:08: Auch zwischen jung und alt ist das Risiko wahrscheinlich anders bewertet.
00:12:13: Das sind die jungen Menschen heute risikobereiter als früher oder eher ... weniger Risiko.
00:12:21: Wir sehen aus dem, wir haben die Altersgruppen auch in den Studien natürlich getrennt betrachtet.
00:12:26: ja es gibt Unterschiede die aber an nicht so extrem sind sondern eher in der Neuanse bei den Jungen.
00:12:33: zum einen ist schon erkennbar und das weiß man auch als Statistiken dass sie im Zuge ihrer Freizeitaktivitäten oft risikopereiter sind durchaus auch Freude des Lebens dauert dort auch höhere Risiken eingehen, vielleicht auch aus der Lebenserfahrung heraus.
00:12:53: Ihnen im positiven Dauertort die Reife noch nicht die Freude nimmt?
00:12:57: Nichtsdestotrotz ist es aber auch positiv erkennbar in der Studie dass das Bewusstsein führt hier Risiken auch im Zuge dieser Aktivitäten bei Jüngeren wir haben die Altersgruppe achtzehn bis fünf und zwanzig auch dabei betrachtet sogar bewusster In der Wahrnehmung dieser Risiken sind als ältere Generationen gleichzeitig aber auch die Bereitschaft sozusagen für die Risikoforsorge, auch die Verhinderung von Risiken durchaus gut ist.
00:13:30: Aber dann bei den Maßnahmen im Sinne der echten Vorsorge es nicht immer in dem Ausmaß erfolgt oder teilweise vielleicht auch erfolgen kann, mag auch wieder beim Monetärer Grundlage liegen.
00:13:43: Gibt das da auch?
00:13:44: vergleiche zwischen der Jugend von heute und der Jugend vor zwanzig oder vierzig Jahren?
00:13:49: Das
00:13:49: können wir leider aus dieser Studie so nicht ableiten.
00:13:52: Das wäre ein Spektrum, das man möglicherweise in anderen Untersuchungen sich anschauen könnte.
00:13:58: Wir fokussieren jetzt auf die Situation, die wir derzeit haben – und es ist ja unser Ziel mit konkreten Maßnahmen unserer Gesellschaften in den Ländern sehr gezielt nach den Ergebnissen der Studien dann auch Unterstützung zu geben, um das Bewusstsein für die Risiken besser zu entwickeln.
00:14:16: Da gibt es neben dem was ich von der Wiener Städtischen genannt habe in Österreich – in vielen Ländern beispielsweise im Baltikum.
00:14:23: Gibt es über Social Media Online-Aktivitäten?
00:14:26: Wir haben in Ungarn mit unserer ungarischen Gesellschaft ein Gaming Modell entwickelt wo schon Kinder auch im Internet aktiv über das Risikoelement lernen.
00:14:38: Wir sind in Grazien sehr aktiv, auch in Schulen und Universitäten.
00:14:42: Also so gesehen versuchen wir jetzt aus der aktuellen Situation heraus da die Resilienz in diesen Staaten noch zu verbessern.
00:14:50: Ist
00:14:50: das Wissen oder die Einschätzung von Risiko eine Bildungsfrage?
00:14:55: Sind Leute, die höher gebildet sind eher geneigt, Risiken besser einzuschätzen Oder sind sie genauso fahrlässig?
00:15:03: Es
00:15:03: zeigt sich kein leider Gottes großer Unterschied in dem Bereich, was wir generell erkennen ist.
00:15:09: Dass die Grundbasisbildung drum auch mit dem Titel Risk Literacy in Verbindung stehen durchaus mit Financial Literacy also Finanzthemen per se haben großen Nachholbedarf.
00:15:22: aber wie ihr merkt deswegen auch risk literacy als eigenes Thema dass es besonders wichtig ist früh Schon zu beginnen mit der Information über die Risiken des Lebens, um damit auch von Beginn an klar zu sein wie kann ich selbst dafür sorgen dass es gar nicht eintritt.
00:15:44: Das ist das allerbeste Modell im Sinne der Prävention beziehungsweise möglichst die Frequenz in dem Bereich für mich positiv abzufedern Und gleichzeitig auch zu erkennen, welche Möglichkeiten der Risikoübertragung gibt es.
00:16:00: Die dann natürlich über die Zeit meines Lebens sich entsprechend verändern wird.
00:16:05: Aber auf die Frage zurückkommt, was die sozialen Bereiche betrifft kaum Unterschiede und so gesehen kann man nicht sagen dass jetzt schon Akademiker da besser gebildet werden weil es eben auch keine akademische Ausbildung dazu gibt oder derzeit in den Schulen und Universitäten auch keinen Inhalt, der das vermitteln würde.
00:16:26: Es gibt eine große... Ambitionen, die Finanzbildungen in Österreich auf ein besseres Level zu bringen.
00:16:33: Braucht das auch so was wie die Risikobildung der Gesellschaft um hier auch mehr bewusst sein zu schaffen?
00:16:39: Naja ich hatte gestern in Albach die Chance gemeinsam mit Martin Kocher dem Gouverneur der Nationalbank auch kombiniert das Thema Risk Literacy und Financial Literacy zu setzen.
00:16:51: macht kein Geheimnis draus.
00:16:52: Auch wir haben vor fünf Jahren als wir dieses Thema gestartet haben unter dem Titel Financial Literacy gestartet und haben relativ schnell erkannt, dass aber unser Kernthema eigentlich ein eigener Aspekt ist.
00:17:06: Nichtsdestotrotz gibt es eine Überschneidung und ist es ein integrativer Bestandteil weil viele Themen die wir im Risikopereich auch über die Vorsorge entsprechend abbilden verbindet sich dann auch in der Fragestellung mit welchen finanziellen Maßnahmen hinterleg ich es Auch wenn ich gegen mein eigenes Geschäftsmodell spreche, Versicherung ist eine Möglichkeit bei manchen oder vielen Risiken.
00:17:34: Es ist aber nicht die einzige, sondern man kann hier durchaus in einer breiteren Palette und das sollte auch in der Financial Literacy entsprechend angesprochen
00:17:44: sein.".
00:17:44: Was sind denn die größten Fehl-Einschätzungen gerade, wenn es um Finanzen geht?
00:17:48: Ist das Alter oder sind das andere Themen?
00:17:52: Das Alter steht natürlich in Verbindung mit dem Grunddiskussionsthema Pension und Vorsorge.
00:17:58: Da ist besonders dramatisch wieder dieser Kasko Ansatz der politisch aus meiner Sicht falsch auch immer wieder unterstützt wird im Slogans wie Die Pensionen sind gesichert nämlich die staatlichen.
00:18:12: Wir wissen, dass es heute nicht Sinn ist.
00:18:14: Sondern mit großen Unterstützungen und Beiträgen aus dem Budget.
00:18:18: Wir wissen wie das demografisch sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten weiterentwickelt.
00:18:22: also da ist einfach sage ich mal auch eine falsche Donation gegeben und dann müsste man deutlich klarer und transparenter auch von der politischen Seite agieren was in Ansätzen derzeit ja in Diskussion steht.
00:18:36: Also da ist sicher großer Handlungsbedarf Und auch im Sinne des Risikos Vorsorge Damit man auch dann, wenn man im Lebensabschnitt der Pension ist noch finanziell für die Volkswirtschaft gute Grundlage hat sich ein gutes Leben zu finanzieren.
00:18:54: Das ist ja das Spannende an dem Thema.
00:18:58: Wir finden es toll dass wir alle miteinander hoffentlich länger leben.
00:19:01: Die Lebenserwartung steigt stetig nach wie vor.
00:19:04: aber ein längeres Leben heißt auch länger am Ende des Tages nach dem Arbeitsleben finanziell auszukommen und ausgesorgt zu haben.
00:19:14: Und das wird ein immer größeres Thema.
00:19:16: Da braucht es natürlich auch so was wie ein Risikoeinschätzung, was passiert mit mir wenn ich länger webe?
00:19:25: Ja, würde da noch einen Punkt voranstellen zu dem Vorher gesagten Ich erachte es als eine der größten Problemstellungen dass ja bei uns immer der Eindruck entsteht Meine Beiträge geleistet im Sinne Pensionsversicherungsbeiträge, es steht mir zu ich habe vorgesorgt.
00:19:48: Das große Thema ist wir haben ein staatliches Umlagesystem.
00:19:51: das heißt in dem was wir beide in den letzten Jahrzehnten an Pensionsbeiträgen eingezahlt haben, haben wir für uns selber genau gar nichts eingezahlt.
00:20:01: da ist nichts vorhanden weil unsere Beiträge die bisher laufenden Pensions sozusagen Verpflichtungen erfüllen.
00:20:09: Das heißt da einmal sich klar zu werden im Bewusstsein, dass wir unsere Pension, unsere staatliche nicht für uns angespart haben sondern das ein Durchlaufsystem ist.
00:20:21: Dass immer bei Null ansetzt.
00:20:23: daher braucht es eine klare offene auch deklarierende Grundlage und Lösungen die dann tatsächlich in der Lage sind langfristig das abfedern zu können.
00:20:37: Das heißt mit dem Umlagesystem, das ist die große Diskussion der letzten Tage und Woche.
00:20:43: Wird es all along nicht funktionieren?
00:20:46: Es braucht sowas wie kapitalgedeckte Systeme oder zumindest ein Mischsystem.
00:20:50: Dafür haben sie sich auch immer schon in ihrer Zeit als Politiker eingesetzt.
00:20:56: Erkennen Sie da einen Umdenken in unserer Gesellschaft oder deine Bewusstsein dieses Risiko zu bewerten?
00:21:02: Oder sind wir danach im zwanzigsten Jahrhundert stecken geblieben?
00:21:07: Ich glaube, viele Politiker sind leider ideologisch stecken geblieben.
00:21:11: Wir haben das so direkt formuliert und bei den Menschen ja ist es natürlich die Erwartung – und das ist schon irgendwie genügsamer wenn man sagt okay ich kann mich eh verlassen Kasko Technisch wieder dass da der Staat für mich dann Pensionen sichert.
00:21:27: Wir müssen da kapieren, dass das System, das wir derzeit staatlich haben genau das nicht gibt.
00:21:33: Und so gesehen ist es allerallerhöchst an der Zeit eigentlich schon Jahre vielleicht Jahrzehnte zu spät um es wirklich auf einer hohen Qualität sichern zu können im Sinne auch der Kapitalteckungsvarianten.
00:21:46: aber jeder Tag früher wo wir damit beginnen ist ein Gewinn in Relation zum weiteren Abwarten.
00:21:53: Sonst wird es an einer auch betrieblichen und privaten Vorsorge liegen, also sozusagen diese Differenzen in Zukunft abzudecken.
00:22:02: Und auch da wird es möglicherweise staatliche Anreizebereiche brauchen damit die Menschen in der Lage sind das wirklich als Vorteil zu erkennen.
00:22:16: Jetzt haben Sie einen Schlagwort genommen.
00:22:18: Ich habe bei uns im Unternehmen den Begriff Work-Life Balance sozusagen untersagt, weil – und das hat aber eine positive Komponente – meine Überzeugung ist wir sollten nicht auf der einen Seite das Leben, das positive Elementum setzen und dem gegenüberstellen die Arbeit als symbolisch negatives Element.
00:22:41: Wir sprechen bei uns beim Unternehmen von der Life Balance.
00:22:45: Wir wollen, dass die Arbeit ein positives integratives Element des Lebens ist und nicht als negativer Ausgleich sozusagen gegenübergestellt wird der ausbalanciert werden muss.
00:22:57: Also positive Life Balance in der Gesamtheit und damit alle Elemente auch Arbeit integriert hoffentlich auch in einer positiven Form.
00:23:07: Und ich glaube dann löst sich im Bewusstsein Auch diese Spannungsfeld, wo man sagt na ich arbeite ja nur damit dich dann möglichst bald in Pension gehen kann.
00:23:19: Also ich glaube das braucht auch politisch und gesamtgesellschaftlich eine positive Festimulanz, damit wir die Arbeit wieder als etwas positiv Produktives sehen dass auch den Sinn des Lebens bereichert und nicht als etwas gesehen wird was als Last ein Leben lang getragen werden muss um irgendwann in der Pension ein schönes Leben zu führen.
00:23:43: Apropos Schönes Leben, unsere Zuhörerinnen und Zuhäuer hören vielleicht im Hintergrund das Wasser plätschelt und wird da in der freien Natur uns befinden.
00:23:53: Herrlicher Sonnenschein Blauer Himmel.
00:23:55: letzte Frage!
00:23:56: Als Risikoexperte sollte ich meine Sonnenbrille versichern lassen oder nicht?
00:24:01: Also es aus Risikosicht heraus ist es sinnlos, würde ich mal bezeichnen.
00:24:06: Es wird ihr Leben weder in der einen oder anderen Form bedrohen und monetär hängt davon ab wie wertvoll ihnen die Brille ist und wie hoch das Einkommen in Relation steht.
00:24:18: Ich würde sie in der Risiko Betrachtung als eher ja nicht sinnvoll erachten.
00:24:24: Herzlichen Dank für das Gespräch.
00:24:26: Vielen Dank
00:24:27: Das war was wichtiges mit einem Interview von Gerhard Hofer mit Hartwig Lüger.
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00:24:52: Haben Sie ein gutes Wochenende, das ist gut und bis bald.
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