Blamiert sich Salzburg mit dem neuen Festspiel-Chef?
Shownotes
Nach monatelangem Chaos um die Nachfolge des im März abgesetzten Markus Hinterhäuser steht mit Peter de Caluwe ein weitgehend Unbekannter an der Spitze der Salzburger Festspiele. Thomas Kramar und Wilhelm Sinkovicz über ein Bestellungsdrama und darüber, dass "kein Mensch mehr über die Musik beim Festival redet". Der Salzburger Landeshauptfrau Caroline Edtstadler attestiert er "eklatante Führungsschwäche". Die Bestellung des Mortier-Schülers Peter de Caluwe ist für Thomas Kramar wie "eine kleine Zeitmaschine". Sinkcoviz sagt, auch er musste nachschauen, "wer das überhaupt ist" und ergänzt trocken: "Er ist ein typischer Intendant unserer Zeit".
Gäste: Thomas Kramar, Theaterkritiker, langjähriger Feuilletonchef der "Presse" und Wilhelm Sinkovicz, jahrzehntelang Opern- und Klassikkritiker der "Presse" und heute Podcast-Host von "Klassik für Taktlose".
Moderation: Anna Wallner, Head of New Media Schnitt: Audiofunnel/DL Mehr zum Thema:
Salzburger Festspiele: Belgier Peter de Caluwe wird Intendant >>> Eine glanzlose Lösung für die Salzburger Festspiele Willi Sinkovicz weiterhören, jeden Samstag kommt eine neue Folge: Klassik für Taktlose: War Pavarotti wirklich so ein guter Sänger
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Transkript anzeigen
00:00:05: Die Presse.
00:00:06: Aber schon die Art und Weise, wie die Bestellung des neuen Intendanten international kommentiert worden ist, lässt ja nicht darauf schließen dass das eine so ganz volle Lösung ist, dass alle sagen naja gut wenn sie den kriegen können dann ist alles klar.
00:00:20: fürchter das ist es nicht heißt nicht dass der die Sache schlecht machen wird.
00:00:24: vielleicht macht er sich sehr gut das kann schon sein Aber es geht ja jetzt um die Optik, die das hat nach außen hin.
00:00:30: Und da sich das Kulturland Österreich wieder an mein Gästig planiert.
00:00:34: Ich sehe heute keine Kulturpolitik am Werk.
00:00:37: Keine Leute, die sich selbst für Kultur interessieren.
00:00:40: Das trifft, glaube ich, das kann man gefahrlos sagen sowohl auf den Salzburger Landeshauptbau als auch auf dem Salzburger Bürgermeister zu, der sicher bestenfalls verächtlich über Künstler äußert und sich nicht mit Künstlern umgibt...
00:00:51: Das war ja schon bei Gérard Mortier das Riesenproblem.
00:00:54: Der wird heute wie ein Heiliger verehrt, vor allem von den Salzburgern die immer das Los von Wien gepredigt haben und die froh waren dass jemand gekommen ist der auch die Wiener Filmharmoniker ein bisschen zurückgestutzt hat.
00:01:05: und so ob das gut war für die Salzburger Festspiele weiß ich bis heute nicht.
00:01:11: und wenn wir heute versuchen die zehn Jahre von Herrn Mortier Revue passieren zu lassen was da am wirklich bedeutenden Produktionen herausgebracht worden ist dann werden wir
00:01:21: scheitern.".
00:01:24: Nach monatelangem Hin und Her steht nun endlich der neue Chef des Salzburger Festspiele fest.
00:01:31: Es ist ja bisher kaum bekannte Belgier Peter de Caluwe.
00:01:36: Thomas Kramer nennt die Geschichte rund um seine Bestellung ein Königstrama mit verraten und gebrochenen Bündnissen, Wilhelm Sinkowitsch wiederum spricht von einer Fars, die nahtlos an eineinhalb Jahrzehnte erhilfloser österreichischer Kulturpolitik anschließt.
00:01:51: Wie kam es dazu, dass Intendant Markus Hinterhäuser im März diesen Jahres beurlaubt wurde ohne das je öffentlich wurde?
00:01:57: warum?
00:01:58: Wieso ist die vielversprechende Doppelspitze aus Barikowski und Sophie de Lint plötzlich geplatzt – und was sagt es über die Festspiele aus, dass ihr neuer Chef erst einmal von vielen von uns gegugelt werden muss.
00:02:11: Die ehrwürdige Kulturinstitution wirkt angeschlagen und kommt nicht zur Ruhe!
00:02:17: Meine Gesprächspartner sind heute zwei ausgewiesene Fest-Spielkenner aus unserer Redaktion.
00:02:22: Bei mir im Studio ist Thomas Kramer, er ist langjähriger für Tonchefterpresse und Theaterkritiker – und zugeschalten ist uns der ebenfalls schon erwähnte Wilhelm Sinkowicz nicht nur unser jahrzehntelanger Klassikritiker sondern seit einigen Jahren auch einer der Hosts unseres Podcasts Klassick für Taktlose.
00:02:38: Mein Name ist Anna Wallner.
00:02:40: das ist was wichtiges und ich führe sie durch diese Folge!
00:02:47: Hallo Thomas und hallo Willi.
00:02:49: Hallo Christoph!
00:02:50: Thomas lasst uns mit einer kurzen Einstiegsfrage beginnen, diese Bestellungsgeschichte die wir jetzt besprechen wollen, die hatte ja ziemlich viele Elemente, die auch ein gutes Bühnenstück oder ein schlechtes haben könnte – mit Wendungen und gepatztem Deal so absagen in letzter Minute?
00:03:05: Du bist ja sonst eine der solche Dramen von der Zuschauerreihe aus bewertet.
00:03:09: Gibt es einen Drama an das sich das Erinnertor sicher beobachten konnten die letzten Tage und
00:03:13: Wochen?".
00:03:14: Nein, das ist schon ein einzigartiges Drama.
00:03:17: Es ist ein Königsdrama.
00:03:18: Ist das Drama vom Stürz eines Königs von einem Intedanten der etwa von einem Nachrichtmagazin als König von Salzburg bezeichnet wurde?
00:03:27: Was natürlich übertrieben ist.
00:03:28: aber es is ein Königstrama und hat auch mit Verrat zu tun, es hat auch gebrochenen Bündnissen zu tun.
00:03:35: also es mag wirklich Shakespeare-Scheidimension haben Aber es betrifft eben auch die Kultur unseres Landes und ist darum auch auf eine Art Dragistin über das theatralische hinausgeht.
00:03:47: Wie würdest du das sehen?
00:03:48: Ja, ich sehe das ganz ähnlich... Das hat etwas letztendlich Tragikomisches weil es ist ja eigentlich ein bitterer Fall.
00:03:57: Es schließt eigentlich nahtlos die hilflosen kulturpolitischen Entscheidungen und nicht Entscheidungen an, die wir in den letzten, sag, eineinhalb Jahrzehnten in diesem Land erleben mussten.
00:04:10: Und gerade in Salzburg ging es ja diesbezüglich nicht nur um die sommerlichen Festspiele – die großen Festspiele, die internationalen, sondern ebenso internationalen Osterfestspielle, die man auch einem der bedeutendsten Dirigenten der Welt aus der Hand genommen hat, um einen mittelmäßigen Manager, der politisch nicht bis, sondern liebig war, dorthin einzusetzen.
00:04:36: Das geht einfach munter so weiter, weil fast es
00:04:39: nicht.".
00:04:40: Hier braucht er seinen kurzen Einschub bevor wir erst so richtig in Fahrt kommen.
00:04:44: im Gespräch damit sie sich auch auskennen Wilhelm Sincovic spricht hier ja von der Leitung der Osterfestspiele.
00:04:50: das ist das kleinere aber künstlerisch nicht minder wichtige Festspielprogramm zur Osterzeit wie der Name schon sagt.
00:04:57: Gegründet wurde es erst in deutlich später als die eigentlichen Salzburger Festspiele im Sommer und zwar vom damaligen Intendanten der Festspiele Herbert von Karajan.
00:05:08: Und mit dem bedeutenden Dirigenten, den Sinkowitsch da erwähnt hat war natürlich der deutsche Christian Thielemann gemeint.
00:05:15: Der war ab Jahrzehntein im Amt und hat die Osterfestspieler-Zweienzwanzig im Streit verlassen.
00:05:21: Sein Nachfolger ist bis heute Nikolas Bachler.
00:05:25: Wir gehen nun aber ein paar Schritte zurück und schauen uns an, was da eigentlich in Salzburg passiert ist.
00:05:31: Also mit einer kleinen Chronologie der Ereignisse setzen wir
00:05:34: fort.".
00:05:35: Das Drama nach Shakespeare's Art hat in diesem Jahr wie gesagt im März begonnen – mit der überraschenden Beurlaubung von Markus Hinterhäuser.
00:05:42: Wie wurde diese damals eigentlich begründet?
00:05:47: Der Grund wurde nie wirklich genannt.
00:05:48: Es war von unversöhnlichen Untersprüchen die Rede also bei uns verschiedenheit mit dem Kuratorium.
00:05:54: Anlass oder Auslöser war der Streit über die Bestellung einer Schauspielchefin.
00:06:00: Es gibt traditionell in Salzburg eine Leitung des Schauspielsektors, in diesem Fall wäre es auch notwendig angebracht gewesen und Markus Hinterhäuser hat sich eine neue Schausspielchefin vorgestellt und hat diese auch installieren wollen, er hat dabei vielleicht den Fehler gemacht dass er diese nicht zu einem Hiring gebeten hat Auch weil er glaubt, dass das nicht notwendig ist.
00:06:24: Und das war Karin Bergmann die ehemalige interministische Burgtheaterdirektorin, die seinen Vertrauen genießt oder Genoss, denn ich weiß nicht ob sie es heute noch genießts.
00:06:37: Denn als dieser Streit losbrach und das Kuratorium geprägt von der Landeshauptfrau, das hart kritisiert hat, das hinterhäuser versucht hat Bergmann zu installieren war die Empörung so groß, dass es zu wilden Streizszenen kam und schließlich zu dieser Beurlaubung.
00:07:00: Daraufhin, nur Tage darauf erfuhr man das Koratorium sich paradoxerweise dafür entschieden hat eben diese Karen Bergmann nicht als Schauspieldirektorin sondern als Intendanten der gesamten Festspiele interministisch auszusuchen.
00:07:18: Und das Korridoren hat sich aber im Vorfeld, noch bevor die Entscheidung gefallen ist auf eine verletzte Wohlverhaltensklausel berufen, dass Markus Hinterhäuser hier sozusagen gegen diese Wohlverhalten-Klausel verstoßen habe.
00:07:30: Aber sie haben nie öffentlich gemacht, wogegen er da genau verstoßene hat?
00:07:34: Ich meine es gab dann Texte, glaube ich im Spiegel und einigen anderen Medien, wo man ihm sozusagen Missmanagement oder cholerisches Verhalten vorgeworfen hat.
00:07:43: aber öffentlich geworden ist nie was das Kuratorium immer eigentlich vor geworfen hatte, oder?
00:07:48: Ja, die VW wurde nie konkretisiert.
00:07:52: Der besagten Spiegelartikel, der am Tag vor Verkündung des Kuratoriums erschienen ist war auch niemand mit Namen genannt.
00:08:01: Mit zwei Ausnahmen die davor von Hinpreisern.
00:08:05: Man kann nur nicht sagen gekündigte Theaterchefin da wieder waren die selbstverständlich einen Zorn auf ihn hatte oder hat.
00:08:12: Das kann man verstehen, das wird bei jedem gekündigten Menschen so sein.
00:08:16: und zweitens der Regisseur des Jedermanns, der ebenfalls, man kann sagen abgesetzt worden ist Michael Störminger.
00:08:22: diese beiden haben sich verständlicherweise kritisch geäußert.
00:08:25: klar jeder der von seinem Chef gekündigt wird hat nachher keine guten Worte über ihn.
00:08:30: sonst waren die Vorwürfe anonym.
00:08:32: es wurde etwa ein angebliches Mitglieder Salzburger Gesellschaft mit wirklich Ordinärenbeschimpfungen zitiert, man kann heute redseln wer das ist.
00:08:43: Es gibt doch Hinweise darauf aber es tut nichts zur Sache, es blieb anonym und vor allem die in etlichen Kommentaren vor allem der Stadtzeitung Falter wiedergegebene Behauptung hinterhäuse hätte sich diktatorisch oder gar magistisch verhalten.
00:08:58: Die wurden nie irgendwie belegt.
00:09:00: Das ist für mich ein bisschen ein Problem bei dieser Sache.
00:09:04: Es gibt diesen Schleier des Geheimnisses, der durch eine beidseitige Erkehrung offensichtlich aufgespannt worden
00:09:10: ist.
00:09:11: Wir reden dann nachher noch genauer darüber auch mit dem Willy Sinkowitsch, wie sozusagen diese Debatte in der Kulturbranche für Aufregung gesagt hat aber auch die Kulturbranche ein bisschen entzweitert.
00:09:21: Aber jetzt will ich noch kurz fragen was dann passiert ist war eben wieder schon erwähnt das Karin Bergmann wurde zu enterimistischen Entedanten der Festspiele ernannt.
00:09:29: Diese Sonne ist erst wenige Wochen zu Ende.
00:09:32: kurze Einschätzung deinerseits immer.
00:09:34: sie musste dann in Wahrheit das Programm das Hinterhäuse noch geplant hat durchführen oder halt auch so begleiten.
00:09:41: Wie hat sie sich den
00:09:42: geschlagen in dieser Saison?
00:09:44: Ich glaube, man kann ja wirklich bestenfalls von Begleiten reden.
00:09:47: Markus Hinterhäuser war die gesamte Festspielzeit präsent in Salzburg.
00:09:50: Man hat ihn überall gesehen und mit Künstlern sprechen sehen – sogar mit Technikerinnen und Technikern.
00:09:59: Also, er hat – was man verstehen kann – die Festspiele, die er minutieus geplant hat auch in ihrer Realisierung begleitet.
00:10:07: Das war eine seltsame Situation!
00:10:08: Weil er war sozusagen hinter den Kulissen….
00:10:11: Er hatte sein Büro nicht mehr, aber er war in dem Lokal wo sich die alle treffen und auf dem Platz.
00:10:16: Er war in den VJs.
00:10:17: Er hat sich auch die Vorstellungen angeschaut.
00:10:20: Er konnte ja aber nicht zu den Premierern feiern weil dort war er nichts eingeladen.
00:10:23: also da wurde der Bundespräsident zum Empfang geladen oder dort warer nicht?
00:10:28: nunmehrige provisorische Nachfolgerin Bergmann und hat dort sicher gute Figur gemacht.
00:10:33: Ich kann das nicht bezeugen, weil ich bin als Journalist bei den Premierenfeiern auch nicht eingeladen einer guten Tradition folgend.
00:10:40: Sie hat man nicht gesehen also ich habe sie einmal gesehen vor der Kollegin Kirche und da war sie ganz kurz... Also ich kann nicht beurteilen was sie noch gemacht hat.
00:10:50: Sie hatte die Eröffnung organisiert meines Erachtens mit keinem besonders guten Reden aber das ist eine andere Sache.
00:10:57: gut gemacht und sie wird es wahrscheinlich auch weiter in die Organisation gut machen, aber diese Festspiele trugen den Charakter von Hinterhäuser und waren auch von seiner Präsenz begleitet.
00:11:08: Gut.
00:11:09: Das Interessante ist ja, dass die Saison wie ich gerade gesagt habe noch gar nicht so lang zu Ende ist und das es eben jetzt weitergegangen ist weil man sich ja die ganze Zeit gefragt hat wer wird dann eben der nächste oder die nächste Intendantin?
00:11:19: Und die vergangenen Tage waren auch wieder recht turbulent.
00:11:21: Jetzt möchte ich den Willi auch wieder hereinholen.
00:11:24: wir wissen ja ausgesehen also ob sich eine Doppelspitze abzeichnet zwischen Barry Koski und Sophie DeLindt Die für viele eigentlich eine ganz Schalt nach einer guten vernünftigen Lösung geklungen.
00:11:35: In letzter Minute ist es geplatzt.
00:11:37: Thomas und Willi, woran ist das gescheitert?
00:11:39: Warum?
00:11:41: Es sind zwei Opern-Regisseure die verschiedene ästhetische Vorstellungen haben.
00:11:47: Barry Crosby ein hoch origineller Mensch der... man kann auch seine Institutionen hassen, man kann sie ablehnen aber er ist auf jeden Fall eine schillernde Persönlichkeit.
00:11:57: Man kann sich übrigens auch lieben, diese Nährung.
00:11:58: Das möchte ich schon dazu sagen.
00:12:00: Sie ist ebenfalls aktive Regisseur.
00:12:02: Der Streit war, glaube ich, irgendwie auch vorprogrammiert.
00:12:06: Es war wahrscheinlich in Wirklichkeit keine gute Idee.
00:12:08: Es liegt daran dass Berikoski zu Recht gesagt hat er hat derartig viele Aufträge Regieaufträge ja in aller Welt das er eigentlich nicht sich nicht wirklich binden kann.
00:12:20: Er ist aber tragisch gebunden an mit Werkverträgen über Regiearbeiten.
00:12:24: also er muss seine Organisatorin an die Seite gestellt bekommen und hier Könnte ich mir gut vorstellen, dass die Frau Delin davon auch nicht ganz überzeugt war.
00:12:34: Dass sie sozusagen die Administratorin des großen Chines sein soll weil sie eben auch eine Künstlerin ist und hat man jetzt keine zwei Künstler sondern stattdessen einen Organisator.
00:12:45: Aber es hätte eine charmante Optik gehabt einmal ein Frauenmandu zu haben in der Intendanz wobei das natürlich auch wieder vermutlich von Anfang an für Probleme sollten könnte.
00:12:54: das eben zwei
00:12:55: also wären Salzburg das irgendwie auch nur am Rand mitverfolgt hat, journalistisch oder als Besucherin.
00:13:04: Der weiß in Salzburg streitet jeder der Streiten kann und also die beiden hätten sich würde ich mal sagen in einem halben Jahr gestritten.
00:13:12: Gut, jetzt steht fest es ist Peter de Kalyver wo ich noch gar nicht genau weiss ob ich das richtig ausspreche.
00:13:18: Besser als ich.
00:13:19: Ich hätte Kaluve gesagt.
00:13:21: Das bei einem Belgier natürlich auch schwierig weil man nicht weiß ob er jetzt eher französisch sprachig oder fleimisch sprache ist.
00:13:27: aber jetzt ganz ehrlich an euch beide.
00:13:29: also ich bin natürlich weit weniger vom Fach wie ihr aber ich habe mir zuerst gedacht Peter de Wehr Willi hast du bei ihm sofort gewusst wer das isst und hatte dir was gesagt?
00:13:41: Nein, ich hab natürlich auch nachschauen müssen.
00:13:44: Hab mich dann schlau gemacht...
00:13:46: Und wer ist dieser Peter des Hölges?
00:13:48: Typischer Intendant unserer Zeit der alle wesentlichen Dinge bedient die ein Intendante heute können muss von politisch korrekten Frasen und allem was dazu gehört.
00:14:03: typisch insofern als unser ganzes Kulturleben mittlerweile von solchen Namen bestimmt wird.
00:14:10: Gut oder schlecht, er hat Uraufführungen eingebracht.
00:14:13: Er hat um die acht Produktionen im Theater de la Monée in Brüssel von dem ja seinerzeit auch Jérôme Mortier nach Salzburg gekommen ist herausgebracht und das kann man alles gut oder schlecht finden.
00:14:27: aber dass ein Name kommt auf einen so glamourösen Posten zu einem wichtigen Posten im österreichischen und internationalem Musikleben den man nachschauen muss wer das überhaupt isst
00:14:39: sagt
00:14:40: eigentlich sehr viel über das Aus-Ein-Festival gegründet von Hofmannstahl und Richard Strauss.
00:14:47: Und Max Reinhardt, bei dem Toscanini aufgetreten ist, mit dem Clemens Graus Schäfer und Bruno Weiter und Herbert von Karajan über lange, lange Jahre.
00:14:57: Und mittlerweile halten wir – und das hat nicht nur in Salzburg jetzt findet der Staat sondern es ist auch der ganzen Welt so!
00:15:06: Wir reden von Intendanten, wir reden von Regisseuren.
00:15:09: Kein Mensch redet seit Jahrzehnten mehr von der Musik.
00:15:15: Die Leute schauen nach wie vor, wenn wir Salzburg jetzt ist.
00:15:18: das wesentliche ist das Opernprogramm.
00:15:21: Ein Schauspielprogramm daneben?
00:15:22: gar keine Frage, das ist mehr oder weniger attraktiv aber das Opermprogramm isst die tragende Säule.
00:15:30: was machen die Leute?
00:15:31: Das Publikum!
00:15:32: Die schauen nach wer singt, wer dirigiert Und nehmen zur Kenntnis irgendjemand inszeniert und beten zu Gott, dass sie das Stück wenigstens ein bisschen erkennen können.
00:15:44: Meistens können Sie es nicht erkennen.
00:15:46: Manchmal kann man etwas erkennen.
00:15:48: Das ist den Leuten völlig egal!
00:15:50: Die wollen hervorragende Interpretationen hören von diesen Stücken – das ist das Wesentliche.
00:15:56: Wir reden jetzt schon wieder von Intendanten von Regisseuren, von einem mehr oder weniger umstrittenden Regisseur der sehr originell ist und das nicht machen kann weil er zu viel beschäftigt ist.
00:16:08: Aber jetzt muss ich dich kurz unterbrechen, weil wir reden ja jetzt auch deswegen darüber.
00:16:13: Weil natürlich mit der Ablöse von Markus Hinterhäuse diese Lücke entstanden ist und es schon relevant ist wer diese Lücke füllt.
00:16:20: Ich verstehe was du meinst, die wäre wichtiger wenn wir nur über die Musik sprechen.
00:16:23: aber die Intendantin ist dafür verantwortlich auszuwählen welche Opernsänger dann welche Stücke spielen?
00:16:31: Die Rolle ist ja schon nicht unwichtig oder?
00:16:33: Ja eben da wäre daher ganz gut wenn nicht ein Regisseur das Tete, sondern jemand der von Musik
00:16:40: etwas versteht.
00:16:41: Darum ist es immer gegangen und das war ja schon bei Gerard Mortier ein riesen Problem!
00:16:46: Der wird heute wie ein Heiliger verehrt vor allem von den Salzburgern die immer das Los von Wien gepredigt haben und die froh waren dass jemand gekommen ist da auch die Wiener Filmharmoniker ein bisschen zurückgestutzt hat.
00:16:57: und so ob das gut war für die Salzburger Festspiele weiß ich bis heute nicht.
00:17:02: und wenn wir heute versuchen die zehn Jahre von Herrn Mortier Revue passieren zu lassen, was da an wirklich bedeutenden Produktionen herausgebracht worden ist.
00:17:12: Dann werden wir scheitern!
00:17:14: Wenn wir von der großen Geschichte der Festspiele reden dann reden wir von den Jahren vor Mortier und von ein paar doch hochinteressanten Produktioner derzeit nach Mortier.
00:17:27: Das ist leider die Wahrheit, die immer unter dem Tisch gekehrt wird.
00:17:30: Ich muss mal ganz kurz einhaken, vielleicht nur für alle die uns zuhören und nicht so im Thema sind.
00:17:34: Nur zur Erinnerung Motie war zwischen den Neunzigern bis zum Jahrzehnten.
00:17:37: Die ist schon verstorben.
00:17:39: Du, ich glaube es ist bekannt dass Wilhelm Sinkowitsch nicht der größte Fan von Gérard Motier war.
00:17:45: Thomas wie siehst du das?
00:17:46: Ich kann das als nicht upperen Kritiker nicht so gut beurteilen und ich glaube dem will ich selbstverständlich.
00:17:53: Aber es ist interessant, dass wir in gewisser Art eine Zeitmaschine erleben.
00:17:58: Dieser neue Intendant ist ein Mathieu-Schüler da sein Nachfolger im Brüssel beschäftigt ähnliche Regisseure wie Mathieu.
00:18:06: also natürlich nicht alle sind teilweise auch welche gestorben aber es sind wirklich, das war twohundneinzig glaube ich, Aufgehörigte, oder?
00:18:13: Er begonnen hat bis zu
00:18:15: einem Jahrzehnte.
00:18:16: Fast für ein Jahrzehn Jahre her, dass er weg ist.
00:18:19: Ja genau!
00:18:20: Also das ist ein Zeitsprung... Der Kalüwe war ja damals schon Kandidat.
00:18:25: Er wäre es ja... Ich meine er war wahrscheinlich ein Konkurrenzkandidat zum Akkusin.
00:18:29: Da ist auch später noch.
00:18:32: Insofern kann man von einer kleinen Zeitmaschine sprechen.
00:18:35: Ich sehe die Regiearbeiten jetzt nicht ganz so skeptisch wieder wie Willi.
00:18:39: Aber es stimmt, es sind... Ähnliche Namen, die auch... Es wird jetzt hier nicht alles neu erfunden werden.
00:18:47: Noch mal vielleicht kurz zurück.
00:18:48: Du hast ja schon erwähnt, wie du den Barry Koski und Sophie de Linde hättest, dass du dieser Doppelspitze mehr abgewinnen können?
00:18:56: Also gerade auch weil Koski musikalisch und künstlerisch spannender ist, wie ich ja schon rausgehört habe von euch beiden!
00:19:04: Ja, ich halte ja von Koski nicht zu rasend viel.
00:19:06: Er ist einer der Regisseure wo ich die Produktionen zumindest mit Vergnügen anschaue weil er Theater kann und schon auch irgendwie mit Musik was anfangen kann.
00:19:17: das mag ich nicht immer aber ich nehme zur Kenntnis dass kann man so machen und er ist im Gegensatz zu dem unabtrechlichen Galübe ist er kein unbeschriebenes Blatt was die Festspiele betrifft.
00:19:30: Er hat ja etliche Festspielproduktionen gemacht und gilt als einer der führenden Regisseure, also wenn man das möchte wäre das natürlich die weitest attraktivere Lösung gewesen.
00:19:41: meine Grundfrage geht ja etwas tiefer warum muss es ein Regisseur sein?
00:19:46: Es ist nicht das was das Festspiel Publikum wirklich am allerersten interessiert.
00:19:53: Aber hättest du einen Idealkandidaten, einen Idearkandidat im Kopf gehabt oder machst du dir über so was gar keine Gedanken?
00:20:01: Natürlich macht man sich Gedanken.
00:20:02: Das ist wie wenn ein Direktor für die Staatsober sucht.
00:20:05: natürlich macht man es sich Gedanken.
00:20:07: wer könnte das machen?
00:20:10: ich habe nur den Verdacht dass die Leute und dies geht also die Kulturpolitiker und die Kuratoriumsmitglieder in Salzburg.
00:20:19: Man muss ja mal schauen, wer sitzt denn in diesem Koratorium?
00:20:23: Da ist kein Mensch drin der irgendeine Ahnung von Musik oder Oper hat!
00:20:28: Das ist ein Instrumentarium wo man sagt, wie soll denn diese Menschen entscheiden über die Zukunft der Salzburger
00:20:36: Festspiele?!
00:20:37: Das ist schon die erste Tragödie dieses vollkommene Desinteresse der sogenannten Kulturpolitik, die er diesen Namen gar nicht verdient, dass nach außen hin in aller Welt wirbt mit dem Kulturland Österreich, den Musikland Österreich und der Musikstadt Wien.
00:20:55: Mit den großen glamourösen Festspielen in Salzburg!
00:21:00: Und ich meine sagen mir die Namen... Ich sage jetzt keine Namen aber wenn sich unsere Hörer jetzt selber ein Bild machen und überlegen welche Namen ihnen einfallen als die wesentlichen Kallionsfiguren des Salzburger Festspiele auch in der jüngeren Vergangenheit Da fallen ihnen sicher zumindest zwei Sängerinnen ein, wenn schon keine Dirigenten.
00:21:21: In der früheren Vergangenheit natürlich die großen Dirigenten?
00:21:25: Ich glaube nicht dass irgendjemand sagt wegen Regisseur X oder Regisseure Y fahre ich ganz unbedingt nach Salzburg und zahlte die dreifachen Preise von dem was ich zahlen würde sich in der deutschen Provinz bei den Inszenierungen das Entenleute
00:21:38: zahlen.".
00:21:38: Na gut so Mathilda Corenzi es kommt jetzt nicht infrage!
00:21:42: Nein, der Corensis kommt nicht in Frage.
00:21:44: Natürlich ist er ein viel zu kapriziöse Figur und hat ja auch nicht wirklich jetzt eine enge Bindung an die Dinge, die in Salzburg also die große Tradition sind.
00:21:56: Der hat exzentrische Interpretationen vorgelegt, die man bei Festspielen durchaus zur Diskussion stellen kann.
00:22:02: Das will ich gar nicht vermeiden aber der ist ja nicht jemand dem man zutraut dass andere Kollegen führt oder überhaupt auch nur in Betracht sieht, dass die ja auch dirigieren könnten.
00:22:16: Scheinenfest!
00:22:18: Okay, aber wieder du hast jetzt einen wichtigen Punkt angesprochen.
00:22:21: Den tut Thomas ja auch immer wieder schon in Kommentaren und auch jetzt wieder jüngst formuliert, dass das alles eben auch eine politische Dimension hat also sowohl die Abberufung von Hinterhäuser im März als auch jetzt die Entscheidung wer wird?
00:22:32: Und du sagst selber es ist eine glanzlose Lösung für die Festspiele.
00:22:37: Ist das Problem vielleicht einfach wirklich, dass die falschen Menschen entscheiden wie es weitergeht künstlerisch mit den Festspielen?
00:22:43: Ich würde sagen, es ist politisch geprägt aber nicht kulturpolitisch.
00:22:47: Und der Kulturpolitik würde ich etwas anderes verstehen.
00:22:50: und der Kultur-Politik würde ich für das Verstehen was ein Erdbusse geprägte hat, was auch durchaus ein Rudolf Scholten auf der roten Seite geprägen hatte.
00:23:02: Was ein Marbo geprägnete.
00:23:03: Ich sehe heute keine Kulturpolitik am Werk keine Leute, die sich selbst für Kultur interessieren.
00:23:09: Das trifft, glaube ich, das kann man gefahrlos sagen sowohl auf den Salzburger Landeshauptrauer als auch auf dem Salzburger Bürgermeister zu der sicher bestenfalls verächtlich über Künstler äußert.
00:23:18: Der sich ja nicht mit Künstlern umgibt?
00:23:21: Der lieber in der Festspielzeit ein Alternativprogramm in der Innenstadt veranstaltet wo Fußballfans eingeladen werden.
00:23:26: Wobei ich nichts gegen Fußballfanz habe aber es war durchaus um seine Wortes zu verwenden kein netter Versuch hier die Innenstadt zu
00:23:35: füllen.".
00:23:37: Also ich sehe hier einfach auch eine gewissermaßen auch eine Kulturerfeindlichkeit.
00:23:41: Das wird ein bisschen übertreben, eine Gleichgültigkeit.
00:23:44: Da haben wir vielleicht eine Ignoranz?
00:23:47: Ja!
00:23:49: Wenn ich in Theaterprämien gehe, sehe ich dort Politiker der ganz... Es klingt gleich Respekt auf den ganzen Garde.
00:23:57: Ich seh da deinen Tschüssli oder einen Kohl.
00:23:59: Ich sehe da deine Heide Schmidt und ich sehe keine jungen Politiker.
00:24:04: Vielleicht habe ich noch ein Pech gehabt und war in den falschen Prämierern.
00:24:06: Ich sehe keinen Vizekanzler, ja?
00:24:09: Keinen Kulturminister.
00:24:10: Dieses Interesse mag auch dran schuld sein aber in diesem Fall ging es leider wirklich um Politik sozusagen im Sinn von Polis sie fast also.
00:24:18: eigentlich ging es um gekränkter.
00:24:20: das ging darum dass Landespolitiker und Stadtpolitiker sich mit zu wenig Respekt behandelt oder noch überspitzt gesagt mit so wenig Demut behandelt gefühlt haben.
00:24:32: für bedenke ich.
00:24:33: Denn als Politiker sollte man wissen, dass Kulturschaffende um das heutige Wort zu sagen nicht dazu da sind, um die Wot zu sein, nicht dazu dasehen, um der Macht zu hoffieren – um die Macht zu Hoffieren!
00:24:47: Aber wohl durch ist es eigentlich passiert?
00:24:49: Ich meine, ich möchte das jetzt nicht so im genauen Detail aber wo ist dieser Bruch zwischen Hinterhäuser und des Salzburger Landeshabfahrt passiert?
00:24:57: Da gab es dann Interviews und plötzlich war der Hause segenschief.
00:25:01: Ich weiß das auch nicht, das kann ich nicht sagen.
00:25:03: Das war von Anfang an eine Sache des Donfalls wahrscheinlich.
00:25:09: Die selbstbewusste Art eines Künstlers ist dieser Art von Politikerin-Suspekt.
00:25:18: Man ist ja doch gewohnt als Insubventionsempfänger.
00:25:24: gewohnt sind und das hat er nicht geleistet.
00:25:27: Das ist wahrscheinlich auch sein Fehler, das hätte man beibringen müssen in einem kleinen Kurs den Kulturmanagementkurs oder wie man das nennen kann.
00:25:35: Aber das meine ich jetzt auch nicht ganz ernst.
00:25:37: Jetzt, ganz kurz muss ich Advokatos Diaboles sein und euch beide fragen es wird ja immer wieder auch gerade uns vorgeworfen dass wir als bürgerliches Medium irgendwie hinterhäuser hier besonders schützen würden Und die Vorwürfe gegen ihn nicht ernst nehmen und überhaupt zu reaktionär sind.
00:25:52: und überhaupt was sagt ihr denn zu dieser Kritik?
00:25:54: Ja
00:25:55: der Garder Willi hat doch bitte den Hinterauserscheppprogramm immer kritisiert.
00:25:59: also ich habe das Vergnügen als Redakteur die Rezensionen von Willy Sinkowitsch seid Naja, Jahrzehnte.
00:26:06: Das überträgt man aber sehr lange einzurichten und zu bearbeiten.
00:26:08: Und ich erinnere mich sehr wohl daran, dass erst sehr viele Premieren in der Ära hinter uns das sehr kritisch gesehen hat.
00:26:15: Also das kann man uns nicht nachsagen.
00:26:21: Es mag ein gewisses Art von grundsätzlichem Wohlwoll dadurch sein, dass ja, uns ist halt irgendeine Künstlerperson also mir zumindest nahe... Aber ich glaube eine ... Ich glaube, das kann bei uns wirklich nichts sagen!
00:26:35: Also wir haben in vielen Dingen sein Programm auch kritisch gesehen.
00:26:39: Ich war mit dem Theaterprogramm, das er selbst gemacht hat ziemlich zufrieden im Vergleich zu den Theaterprogrammen die die Schauspieldirektorinnen vor ihm gemacht haben.
00:26:51: Die muss man dazu sagen von ihm eingesetzt werden.
00:26:54: Das kann ich gerne sagen aber sonst sehe jetzt nicht so eine Voreingenommenheit.
00:27:00: Ja,
00:27:01: also ich muss ganz ehrlich sagen dass dieses beleidigte Leberwurstverhalten der Frau Landeshauptfrau für mich absolut eigentlich nur eines zeigt.
00:27:10: Das ist ihre eklatante Führungsschwäche!
00:27:13: Wenn diese Frau es nicht aushält das ein herausragender Künstler der eine Führungsfigur bei dem wichtigsten Festival der Welt hat das zu viele Kerne in Salzburg sitzt wo sie Landeshauptfahrer ist dass der bei Verhandlungen vielleicht nicht immer sehr freundlich auftritt und vielleicht auch nicht immer gewohnt sich nähert, um Thomas Worte zu gebrauchen.
00:27:39: Da muss ich ganz ehrlich sagen dann kann sie diesen Job nicht ausfüllen, offensichtlich weil das muss sie aushalten die zwei drei Meile wo sie im Jahr mit jemandem sprechen muss.
00:27:54: Der hat vielleicht ein Alphatier ist das muss als Schwerzensgeld in ihrer Garage drinnen sein.
00:28:00: Also da muss ich ganz ehrlich sagen, jemanden hinaus zu ekeln mit dem Vorwand, die sich irgendwann einmal nicht gut benommen, jemand der nach zwei Funktionsperioden zu einer Dritten aufgefordert worden ist dessen Vertrag verlängert wurde um fünf Jahre dann kurz nach dieser offiziellen Verlängerung zu sagen, er hat sich jetzt nicht gut benommen.
00:28:26: Ja entschuldige wenn er sich die letzten zehn Jahre benehmen konnte dann hätte man ... dann hat man ihn verlängert.
00:28:34: Wenn er sich nicht hätte benehmen können hätte man ihm doch nicht sicher eine dritte Periode vertraglich zugestanden.
00:28:42: also das sind doch alles ganz absurde Dinge.
00:28:46: Ich muss doch als Landeshauptmann, als Landeshauptfrau eine gewisse Leidensfähigkeit haben wenn es um Dinge geht die in meinem Bundesland eine herausragende Rolle spielen.
00:28:58: Das ist doch absolut lächerlich!
00:28:59: Wenn sie das nicht aushält dann ist sie dort am falschen Platz.
00:29:02: Tut mir leid
00:29:03: Aber trotzdem habe ich auch das Gefühl, es war ja auch innerhalb des Kurvators nicht alles.
00:29:07: Es war ja alles sehr ... wie soll ich sagen?
00:29:09: Wenn man sich nicht grün, dann möchte ich jetzt kurz schwenken zur anderen durchaus auch wichtigen Figur in der Leitung dieses dieser Festspieler, die ebenso polarisiert.
00:29:20: Nämlich die Rolle der Präsidentin.
00:29:21: Das ist jetzt Herr Christina Hammer es schaut momentan so aus was dir auch wieder verlängert wird.
00:29:26: Ist das eine gute Idee dass man sie verlängern?
00:29:28: Ich glaube auch dass sich Frau Hammer und Herr Hinterhäuser nicht zu nahe standen oder nicht zu eng miteinander zusammengearbeitet haben.
00:29:34: Man muss ja einfach sagen, dass er jetzt – obwohl ich normalerweise hier die Fragen stelle – sie ist nach Helge-Rabel Stadler doch eine eher farblose Repräsentationsfigur für die Festspiele geblieben.
00:29:43: Was wahrscheinlich auch schwer war, weil Helge Rabel Stadel natürlich große Fußstapfen hinterlassen.
00:29:48: Wie sieht sich diese Figur dieser Präsidentin?
00:29:50: Ist es überhaupt wichtig, dass das Festspieler eine Präsidentin haben?
00:29:53: Da geht's wieder nicht um Musik will ich.
00:29:55: Wieder nur ums
00:29:56: Geld!
00:29:56: Das ist ja ein ganz anderer
00:29:56: Job.
00:29:57: Natürlich
00:29:57: auch.
00:29:57: Ja, das ist ein ganz anderen Job.
00:29:59: Es ist eine Repräsentations-Sache.
00:30:02: Eine Sache, die man mit den Sponsoren gut umgehen kann und mit denen reden kann.
00:30:07: Das scheint ja funktioniert zu haben... Also der Präsident oder die Präsidentin hat ja nie irgendetwas künstlerisch reinzureden gehabt.
00:30:18: Also das ist etwas, was ich schlicht nicht entscheiden kann.
00:30:23: Ich kann über Intendanten reden und die Besetzungspolitik reden aber ob eine Präsidentin sich gut macht oder nicht?
00:30:33: Das kam ich als Musikritiker nicht.
00:30:36: Da muss ich Thomas den ehemaligen Fürthonschef zur Presse fragen der das auch alles sehr lange begleitet hat und vielleicht gleich mitnehmen in die Frage weil es war ja auch absichtlich auf dieses dass da offenbar knarzt und kracht.
00:30:46: Es gibt jetzt ganz neue Informationen, dass auch der Kaufmanager-Direktor der Lukas Krepperts vor Zeitigeen pürfte.
00:30:54: Nämlich schon im März kommenden Jahres.
00:30:56: dabei war er der Mensch, der diesen ganzen Umbau jetzt hätte, der auch noch ansteht, orchestrieren sollen.
00:31:01: Was weißt denn du dazu und wie schätzt du das ein?
00:31:04: Mir wäre es lieber, dass die beiden bleiben.
00:31:08: Ich schildte... ich bin da vielleicht strukturkonservativ.
00:31:12: Ich glaube in der Situation ist alles was irgendwie bleibt Gut, ich glaube auch, dass Christina Hammer noch dazulernen könnte.
00:31:19: Ich würde sie nicht so kritisch sehen wie ... Man muss es sagen, die Koratoriumskollege Marcos Hintaser hat sie gesehen.
00:31:27: Aber ich kann das auch nicht beurteilen.
00:31:28: Ich habe keine Ahnung davon, wie sie mit Sponsoren umgeht.
00:31:31: Das müssen auch die Leute die Geschäfte prüfen und im Auge behalten.
00:31:35: Mir ist sympathisch aber das sagt überhaupt nichts der Lukas Reeper sowieso.
00:31:39: Der macht den Eindruck, als ob ihm wirklich was dranliege.
00:31:42: Es wäre ja jammer Schade wenn er ginge!
00:31:46: Ist
00:31:46: da jetzt eine Überlegung, das ja schon früher geht?
00:31:48: Ich weiß es auch nicht.
00:31:52: Es ist der Umbau, es ist kompliziert und es gibt von der Politik natürlich immer wieder Versuche in billiger zu gestalten.
00:31:59: Das halte ich auch für legitim denn auch eine Kulturinstitution kann zur Sparsamkeit aufgefordert werden Und ich glaube, Krebberz hätte sich hier nicht gewährt.
00:32:10: Man muss vielleicht ganz kurz einwerfen da geht es um fast eine Summe von ungefähr vierhundert Millionen Euro die rund um diesen Umbau immer wieder korporiert wird weil das muss eben Einiges passieren bei den... Festspielbühnen in Salzburg, weil sie einfach jahrzehntelang nicht saniert wurden.
00:32:25: Also manches muss wirklich passieren zum Beispiel hinter der Bühne.
00:32:28: auch um Sicherheitsfragen geht.
00:32:30: aber dann geht es natürlich ein bisschen um die Frage wie viel Verschönerungsoptik muss man überhaupt noch mitnehmen?
00:32:37: und da gibt's auch um die Fragen wie groß wird der Umbau?
00:32:42: Darf ich ganz salopp sagen, dass das oft größte Kunst in schäbigsten Gemächern entstanden ist.
00:32:47: Also wenn jemand sagt es muss unbedingt sein, erlaube ich mir schon zu sagen bist du sicher?
00:32:54: Ja, wenn es hinein regnet dann sollte man dazusehen, dass sich das Dach dicht ist da stimmt.
00:32:59: Es mag auch eine gute Idee sein die mehr an den Berg hineinzubauen und der Mönigsberg wird auch das aushalten hoffe ich aber.
00:33:06: Also hier mit dem, hier irgendwie zu drohen und zu sagen wenn ihr das Geld nicht hergebt dann steige ich aus.
00:33:12: Das ist mir auch nichts Sympathisch.
00:33:14: aber gerade Lukas Kreeperts hat derartiges Auftreten nie gehabt hinter uns übrigens auch nicht oder ich habe es nicht mitbekommen.
00:33:22: also mir geht es wirklich leid wenn Lukas Krebberts geht.
00:33:25: Ich hoffe man kann ihn überreden zu bleiben.
00:33:27: Es bedarf die Festspieler müssen irgendwie eine Konstanz behalten denn bei aller Liebe am Streit an einer kulturellen ästhetischen Auseinandersetzung Wir sind sie wichtig, wir sind Existenzwichtig und ich weiß dass Sie Lukas Kreepers auch wichtig sind.
00:33:42: Gut das führt zu der Frage.
00:33:44: Willi du hast es auch schon erwähnt die Festbiele haben so eine Tradition sind so alt über hundert Jahre alt haben schon viel Ehre und überlebt, sowohl Intendanten als auch Politiker.
00:33:54: Kann man so eine Institution überhaupt nachhaltig kaputt machen?
00:33:58: Man kann schon wenn man ihre Einzigartigkeit vergisst.
00:34:01: Sie sind einzigartig!
00:34:02: Sie sind nicht mit Ex-Hombrons zu vergleichen, sie sind nicht bitte mit der Ruhr... Drehennale zu vergleichen.
00:34:08: Sie sind da schon gar nicht mit den Wiener Festwochen zu vergreichen, das kann der Willi wahrscheinlich präziser noch sagen.
00:34:14: und es sind einzigartige, sie sind das beste Klassikfestival.
00:34:18: ich würde wirklich das Wort Klassiker betonen, dass sind sie.
00:34:21: und wenn diesen Ruf zu verlieren wäre schlimm.
00:34:26: und es ist möglich.
00:34:27: es ist nicht schnell möglich er wird sich länger halten aber es kann sein dass es dann relativ asymptotisch zurückgeht.
00:34:33: Ja das ist absolut zugeführten.
00:34:35: Ja, das ist absolut zu befürchten.
00:34:37: Wie gesagt weil und jetzt red man gar nicht von den handelnden Personen im Festspielbezirk sondern weil ein Ringsum kulturpolitisch und politisch überhaupt im Land überhaupt kein Verständnis dafür herrscht was diese Festspiele bedeuten?
00:34:55: Und was die Wurzeln sehen in dieser internationalen Bedeutung.
00:35:01: Das muss man jetzt noch einmal sagen, wenn wir nur mehr von Regisseuren reden dann halten wir auf einem Niveau das auch in Gelsenkirchen funktioniert.
00:35:10: Und da ist der einzige Unterschied dass eben in Gersenkirche nicht diese Sänger und diese Dirigenten am Werk sind und nicht die Wiener Philharmoniker am werk sind.
00:35:20: und wenn man aber diese musikalische Qualitätskomponente vollkommen hintanstellt und überhaupt nicht mit diskutiert Auch bei den Bestellungen von künftigen Intendanten, das haben wir jetzt gerade erlebt.
00:35:35: Dann wird es auf Dauer nicht wirklich gut gehen weil wenn da die Kompetenz nicht im Direktorium sitzt sondern nur einfach irgendwie dazugeholt wird dann früher oder später so wie der Thomas sagt dass die Qualität langsam flöten geht Und das ist, im Moment merkt man gar nichts.
00:35:57: Solche Institutionen haben eine unglaubliche Selbstreinigungskraft.
00:36:01: Aber zehn Jahre später schaut man dann zurück und sagt naja da ist es aber doch eigentlich über die Eier hier langsam stetig berg abgegangen.
00:36:12: Und dann von dem Loch wo man sich wieder findet und nur mehr Erinnerungen an einstige Glanzzeiten da sind wieder hinaufzukommen auf den Berg Das wird sehr schwer.
00:36:24: Eine Zwischenfrage, Thomas, an dich.
00:36:26: Braucht es jetzt einen neuen Schauspieldirektorin und Direktor mit dem Intendanten der da bestellt wurde?
00:36:32: Der ja doch stark fürs Opern- und Klassikgeschäft steht oder... Ja
00:36:35: ich glaube schon!
00:36:36: Also muss man auch da wieder jemanden rein.
00:36:38: Wie teuer das ist, kann ich nicht berührt werden.
00:36:41: Ein Aspekt dieser ganzen Umweltzungen ist ja auch dass sie relativ teuer sind.
00:36:47: aber es wird notwendig sein und es ist auch gut so.
00:36:50: Also hier ist, man muss sagen im Schauspielsektor ist wahrscheinlich schon die deutschsprachige Literatur am nächsten hat gemerkt bei dem Programm von Davido war.
00:37:00: Es hat einfach nicht viel Sinn den Zauberberg erlitttauisch aufzuführen.
00:37:08: Ich
00:37:08: glaube hier könnte man ruhig ein bisschen konservativer sein und da wird... der neue Intendant jemanden suchen und ich würde ihm von das würde ich ihm schon zutrauen.
00:37:21: Ja, vielleicht auch beraten vom ja auch von der jetzigen intereministischen Intendanten.
00:37:28: Das finde ich auch nicht schlimm!
00:37:30: Und Willi wie geht es für jemanden wie Markus Hinterhäuser weiter?
00:37:34: Das ist eine gute Frage.
00:37:35: Es ist die Frage, wie viele Engagement sehr als Pernist weiterhin bekommen wird.
00:37:40: Er hat vor allem im Duo mit Matthias Görne auf dem Liedsektor in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten Wegmärkten gesetzt.
00:37:50: Doch gehört man nicht, dass wir wahrscheinlich nicht verzichten müssen?
00:37:53: Also ich glaube er muss sich nicht greimen, dass er nichts zu tun haben wird.
00:38:01: Es ist das nicht das Problem, glaube ich!
00:38:04: Also unter dem Magazin da müssen wir uns glaube ich keine Sorgen machen eher schon um die Zukunft der Festspiele.
00:38:11: Und wenn wir beim Schauspieldirektor sind Wenn der neue Intendant schon in die Fußstapfen von Gérard Moitier tritt, dann wird er hoffentlich so glückhaft sein wie Moitiers seinerzeit bei der Bestellung seines Schauspielchefs.
00:38:24: Denn wenn es etwas Positives in den ersten Jahren der Eric-Moitier gegeben hat, dann war's die Tatsache, dass Peter Stein das Schauspildirektor von Salzburg war und da wirklich, wirklich sensationelle Qualität geboten hat... Anders als bei den Opern damals, bei den meisten hat man sagen müssen für diese Schauspielproduktionen muss man nach Salzburg fahren.
00:38:47: Weil die sehe ich sonst nirgends und da muss man sagen das ist ein Argument warum Salzburg wichtig ist und das sollte es auch bleiben.
00:38:57: Man muss dort hinfahren weil man etwas erlebt was man sonst nichts erlebt.
00:39:01: Ein Erlebnis war heuer in dem Sommer noch, weil uns jetzt um Markus Hinterhauser geht.
00:39:05: Ich glaube ich ganz bezeichnend seine beiden Konzerte die er gegeben hat.
00:39:09: Seine Karrierekonzerte da war ja dann zu spüren wie viel Rückhalt er auch unter den Künstlern hat und wer dort alle aufgetaucht ist und ihm sozusagen auch Tribut zollen wollte oder?
00:39:21: Ja das waren Demonstrationen des Publikums.
00:39:24: es war eigentlich auch so zu erwarten weil einfach niemand verstanden hat was da los ist.
00:39:30: Das war ja eben nicht so, dass man jetzt ... Thomas hat schon gesagt, ich hab viel kritisiert von dem was Markus Hinterhalter gemacht.
00:39:37: Das liegt auch in der Natur der Sache!
00:39:40: Wenn man Musikkritiker ist, hat man etwas zu kritisieren.
00:39:43: Wenn man Theater-Kritiker ist wie Thomas, hat mal was zu kritisieren.
00:39:46: Muss man nicht alles großartig sehen.
00:39:48: Es geht da bei der Intendanz um die Frage, in welche Richtung marschieren wir und sind die Angebote, die gemacht werden?
00:39:55: Wurscht, wie sie es dann am Ende ausgehen?
00:39:57: Aber schon von der Papierform.
00:39:58: Er ist so attraktiv, man sagt da will ich ihn!
00:40:00: Das will ich wissen.
00:40:02: Das hat Hinterhäuser in irgendeiner Form offensichtlich geschafft, sonst werden die Feldbille ja nicht so gut verkauft
00:40:07: gewesen.".
00:40:08: Und so jemand abzusetzen ist also schon eine kühne Sache.
00:40:15: zum All, wie sich jetzt herausstellt, nicht mal einen Plan gehabt hat wo man sagt wir brauchen aber den Herrn XY dort sitzen oder die Frau XY Weil dann würde der oder die jetzt ja dort sitzen.
00:40:27: und da könnte man sagen, aha naja gut wenn wir so eine Lösung gehabt haben kann man sagen.
00:40:32: Das ist spannend.
00:40:34: aber schon die Art und Weise wie die Bestellung des neuen Intendanten international kommentiert worden ist, lässt ja nicht darauf schließen dass das eine so ganz volle Lösung ist, dass alle sagen naja Gut wenn sie den kriegen können Dann ist alles klar Fürchter das ist es nicht heißt nicht Dass der die Sache schlecht machen wird.
00:40:52: Vielleicht macht das sie sehr gut, dass kann schon sein.
00:40:55: Aber es geht ja jetzt um die Optik, die das hat nach außen hin und da sich das Kulturland Österreich wieder am Erkräftig planiert.
00:41:03: Das ist ein schönes Schluss, würde ich sagen oder?
00:41:06: Danke vielmals euch beiden!
00:41:07: Ich nehme mit, dass euch die Festspiele wie vielen anderen Österreicherinnen und Europäern sehr wichtig sind und danke euch sehr für diese Einschätzung und dass ihr heute Zeit hattet.
00:41:17: Ja, danke für die Einladung.
00:41:18: Ja,
00:41:20: das war heute eine besonders lange Folge unseres Nachrichten Podcasts.
00:41:23: Was wichtig ist mit meinen beiden Gästen Thomas Kramer und Wilhelm Sinkowicz.
00:41:28: Mehr zum Thema, dass wir heute diskutiert haben finden Sie im Begleitartikeln um den Show-Notes dieser Folge!
00:41:33: Und wenn Ihnen die gefallen hat dann rate ich Ihnen abonnieren sie etwas Wichtiges doch einfach auf der Streaming Plattform Ihrer Wahl Oder schreiben Sie mir, wenn Ihnen was nicht so gut gefallen hat.
00:41:43: Entweder an podcastatdepressia.com oder hinterlassen sie einen Kommentar auf Spotify, Apple Podcasts oder YouTube.
00:41:49: Überall dort können Sie uns nämlich hören!
00:41:51: Macht es gut und bis bald.
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