Gewerkschaft gegen Arbeitgeber: Wer gewinnt die Herbstlohnrunde?

Shownotes

Gast: David Freudenthaler, "Die Presse" Wirtschaftsredaktion Moderation: Anna Wallner, Head of New Media Schnitt: Audiofunnel/DL Credits: ORF On Mehr zum Thema:

„Einem Nackerten kann man keinen Pullover wegnehmen“ Herbstlohnrunde ohne Metaller: Welche Lohnerhöhung ist dem Standort zumutbar?

Die in diesem Podcast eingespielte Gesundheitsminute zum Thema "Hörverlust" wurde finanziert von Neuroth.

Alle Presse-Podcasts gibt es jetzt gebündelt auf [YouTube] /(https://www.youtube.com/@DiePressePodcasts)) Abonnieren Sie uns dort.

Wenn Sie noch mehr von uns hören wollen, hier finden Sie alle unsere Podcasts [www.diepresse.com/player] (https://www.diepresse.com/player/?utm_source=podigee&utm_medium=podcastshownotes))

Transkript anzeigen

00:00:05: Die Presse.

00:00:09: Es ist natürlich auch in diesem Jahr ein Schaukampf, den man bei der Herbstlohnrunde beibohnen kann.

00:00:14: Die Arbeitnehmervertreter, also die Gewerkschaft droht und macht Ansagen wie Schluss mit der Londrückerei, Schluss mit dem Krisenmärchen.

00:00:22: Krisenabschlüsse haben das Leben für die Beschäftigten nicht billiger aber die Beschäftigten ärmer gemacht.

00:00:29: Diese Zeit geschätzte Damen und Herren ist definitiv vorbei!

00:00:33: Auf der anderen Seite die Industrie und die Arbeitgebervertreter, die bauen dabei weiter an Schreckensszenarien für ihre Branche.

00:00:41: In diesem Jahr ist aber trotzdem alles ein bisschen anders als sonst – denn die Metaller, die normalerweise den Takt für alle weiteren Lohnrunden vorgeben, fehlen, denn sie haben im Vorjahr ja für zwei Jahre abgeschlossen!

00:00:54: Aber was passiert bei den Eisenbahnen, im Handel und sonst?

00:00:58: Die Frage die wir uns heute stellen lautet wie viel Lohnerhöhung verträgt ein Land dessen Wirtschaft kaum wächst in dem die Preise aber wieder steigen.

00:01:07: Und wer setzt sich in diesem Match zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern diesmal durch?

00:01:12: Bei mir ist gleich David Freudenthaler aus dem Wirtschaftsressort der Presse erst heute mein Gast, den was wichtig unserem Nachrichten-Podcast.

00:01:20: Ich bin Anna Wallner und fühle sie durch die Folge, aber bevor es losgeht gibt das eine kurze Werbung!

00:01:28: Willkommen zur Gesundheitsminute Ihrem kompakten Wohlfühlimpuls für unterwegs oder zu Hause.

00:01:35: Höherverlust ist oft schleichend.

00:01:37: Einzelne Töne verschwinden Klänge verschwimmen.

00:01:40: Oft ist Betroffenen nicht bewusst wie sehr die Lebensqualität darunter leidet.

00:01:45: Wer Gesprächen nicht mehr gut folgen kann, fühlt sich in Gruppen weniger wohl.

00:01:49: Man zieht sich zurück hat weniger Sozialkontakte bewegt sich weniger.

00:01:53: Studien zeigen außerdem dass Menschen die Gut hören im Alter geistig länger fit bleiben.

00:01:59: Hörgeräte helfen dabei alle Töne zurückzubringen Die Lebensqualität zu steigern und den Austausch mit anderen wieder voll zu genießen.

00:02:07: Neurot begleitet sie auf dem Weg zur ihrer individuellen Höherlösung.

00:02:11: Bei einer kostenlosen Hörberatung mit höher Test lernen unsere erfahrenen Hörakustikerinnen ihre persönlichen Bedürfnisse kennen.

00:02:18: Diese Gesundheitsminute wird Ihnen präsentiert von Neurot, Ihrem Partner für besseres Hören seit über hundert fünfzehn Jahren.

00:02:26: Vereinbaren Sie jetzt Ihren Termin auf neurot.com.

00:02:33: Hallo David!

00:02:34: Hi Anna

00:02:35: David, wir wollen versuchen ein ziemlich sprödes Thema spannend dazu legen.

00:02:39: Weil es geht letztlich ja irgendwie um uns alle, nämlich um die Gehälter in ganz Österreich sozusagen.

00:02:44: Es geht um die Herbstlohnrunde, die nächste Woche beginnt und die Heuer ein bisschen anders ist weil die Metaller nicht mitverhandeln, weil sie haben das sozusagen letztes Jahr für zwei Jahre erledigt.

00:02:54: Wer gibt denn dann diesmal eigentlich die Richtung für die Lohnverhandlungen vor?

00:02:58: Anna, ich widerspreche dir zwar eine Ungerelle aber ich möchte dir doch gleich widersprechen.

00:03:02: Nämlich Suspröder ist es gar nicht weil wie du sagst es betrifft uns alle und spätestens wenn's dann um unsere eigenen Kollektivverträge geht... Ja, dann sollte es eigentlich wirklich jeden interessieren.

00:03:12: Auch wenn vielleicht die Verhandlungen bis dahin folgen ja immer einen gewissen Ritual nicht für alle so interessant

00:03:19: sind.".

00:03:20: Und jetzt

00:03:20: sage ich ja, gänze ich gleich noch was?

00:03:21: Nicht nur die Arbeitnehmer sondern natürlich auch wenn man Unternehmer ist oder eine Firma hat und so weiter... ...ist das auf der anderen Seite auch spannend!

00:03:28: Also du hast natürlich recht, sonst würden wir keine Folge machen,

00:03:31: weil wir es nicht spannend finden

00:03:33: würden.

00:03:33: Aber es ist ein Thema wo glaube ich viele Leute sich denken, oh Gott, das wieder, alle Jahre wieder im Herbst.

00:03:40: Metaller?

00:03:41: Ja, also wer das vielleicht die letzten Jahre auch immer mitverfolgt.

00:03:44: Das ist ja im Herbst und es ist wirklich ein gewisses Ritual dass die auf der einen Seite die Gewerkschaften und auf der anderen Seite eben die Unternehmensvertreter stoßen jeden Herbst aufeinander und zelebrieren richtig diese Verhandlungen und es kommt so gut wie nie vor, dass in der ersten Verhandlungsrunde man sich sofort einigen kann wie hoch dann die Lohnerhöhungen und Gehaltssicherungen im folgenden Jahr ausschauen sollen.

00:04:05: Und wir kennen das ja aus den letzten Jahren, wo das teilweise sehr heiß auch hergegangen ist, kommt es auf zu Betriebsversammlungen bis hin zur Streiks- und den Auftakt machen normal eben immer die Metall.

00:04:16: Also die metalltechnische Industrie, die ist gewerkschaftlich sehr gut vernetzt hat auch volkswirtschaftlichen einen großen Einfluss weil mehrere hunderttausend Leute noch immer muss man sagen in dieser Branche in Österreich beschäftigt sind und dass volkswirtschaftlich auch einen großen Effekt hat, weil da viel erwirtschaftet wird in dieser Branche.

00:04:35: Österreich ist sehr exportorientiert Ein sehr exportorientiertes, starkes Land.

00:04:41: spricht es auch wirklich wichtig um die Industrie da im Land zu halten.

00:04:45: Die Arbeitgeber argumentieren immer ist es wichtig dass die Löhne nicht zu hoch steigen damit wir unsere Wettbewerbsfähigkeit behalten im Vergleich zu anderen Ländern.

00:04:54: aber wie du richtig sagst dieses Jahr setzen sie aus.

00:04:57: also die haben sich letztes Jahr auf einem Doppelabschluss geeinigt das heißt es wird jetzt ohne großes Tamtam.

00:05:03: ab November werden die Löne bei den Metallern um einen Prozent erhöht für Istverträge und durchschnittlich sind das glaube ich dann gut zwei Prozent, wenn man auch die Einstiegsgehälter dazu rechnet.

00:05:16: Also dieser Verhandlungsmarathon fällt eben weg.

00:05:19: Und jetzt geht es zur nächsten Woche los mit den Eisenbahnern.

00:05:23: Das sind gut fünfzeigtausend Beschäftigten in Österreich, erstaunlich hohe Zahl habe ich mir gedacht!

00:05:28: Aber deutlich weniger zum Vergleich.

00:05:29: Der Metallgewerbeangestellte ist in zweiundachzehntausend, circa gewesen also zumindest als letztes Jahr verhandelt wurde?

00:05:37: Genau genau.

00:05:38: und aber auch bei den Eisenbahnen gehts natürlich um viel Geld und das Folgen dann kurz darauf der Handel auch dann die Beschäftigten im Straßenverkehr und das sind insgesamt gleich mehrere hunderttausend Beschäftigte, die da für dies in den nächsten Wochen ernst wird.

00:05:54: Und ja also da hat.

00:05:56: gestern am Montag gab es eine Pressekonferenz von der Gewerkschaft wieder und die haben schon anklingen lassen dass wir uns wieder mal auf einen heißen Herbst einstellen dürfen.

00:06:07: Vielleicht noch ein letzter Satz.

00:06:08: Im letzten Jahr waren die Gewerkschaften relativ zurückhaltend, also auch mit dem Argument, dass es darum geht, Jobs und Arbeitsplätze zu sichern.

00:06:16: Dieses Jahr haben Sie eben angekündigt, dass sie wieder bereit sein werden in den Arbeitskampf zu gehen sollten ihnen die Arbeitgeber nicht entsprechend entgegenkommen.

00:06:25: Und wir blicken natürlich auf einen Jahr zurück, indem so viele Kürzungen, Stellenstreichungen waren wie schon lange nicht.

00:06:32: Sowohl in österreich-ansässigen Unternehmen als Firmen und Unternehmen aus anderen Ländern, die bei uns einfach nur viele einen oder Vertretungen haben.

00:06:41: Aber wenn du jetzt sagst das ist sozusagen ich habe selbst auch so genannt im Einstieg ein Schaukampf auf dem man sich da irgendwie immer einstellen kann wer sind denn dann die Protagonisten in diesem Match?

00:06:51: Also jetzt Anfang sehen wir da Divider einmal auftreten.

00:06:53: Das ist eine Teilgewerkschaft gerade für in der Dienstleistungsbranche also eben wo die Bahnen angestellten zum Beispiel sind.

00:07:00: insgesamt vertritt divider jetzt will ich nichts falsch sagen aber um das Das ist mir das eine, da ist Roman Hebenstreit der Chefgewerkschafter.

00:07:11: Der eben auch bereit ist sehr wortgewaltig aufzutreten.

00:07:15: Dann ist zum Beispiel die Gewerkschaft der Privatangestellten, die GPA... die beispielsweise uns Journalisten vertritt, aber eben auch zum Beispiel die Beschäftigten im Handel.

00:07:25: Auch die starten im November in ihre Kollektivvertragsverhandlungen.

00:07:29: Dann gibt es die ProG.

00:07:31: Die ProG ist quasi die Gewerkschaft, die auch die Metaller vertritt.

00:07:34: Die werden dieses Jahr ein bisschen in den Hintergrund rücken.

00:07:37: Und auf der anderen Seite sind es die Unternehmensvertreter.

00:07:41: Die Wirtschaftskammer hatte dann je nach Branche ihre Vertreter, die da in die Verhandlungen geschickt werden.

00:07:47: Aber auch die industriellen Vereinigung nicht?

00:07:49: Ja, sie redet sehr viel mit und hat ein gewichtiges Wort aber die sitzen selber nicht mit dem Verhandlungsdisch.

00:07:55: Bei den Metallern ist das immer ein ganz nettes Beispiel.

00:07:57: Der Sitz sind zwei Brüder sehr mächtig.

00:08:00: Auf der einen Seite Georg Knil, der Chef der Industriellenvereinigung ist und sein Bruder Christian Knill.

00:08:06: sie teilen sich quasi Familienunternehmen.

00:08:09: Der führt die Verhandlungen bei den Metallern, also für die Arbeitgeber.

00:08:14: Bleiben wir bei diesem Mann beim einem der beiden Knilbrüder?

00:08:17: Es ist nämlich so das Christenknil hat schon gewarnt recht drastisch dass man auf einem leeren Topf nicht essen kann wohin gegen Roman Hebenstreit den Duschen erwähnt hast du jetzt auch wieder gesagt hat Schluss mit der Lohndrückerei und mit dem Krisenmärchen.

00:08:31: wer hat denn davon den beiden das bessere Argument in diesem Herbst.

00:08:34: Ja, es haben beide Seiten ihre Argumente die durchaus valide sind.

00:08:39: Also beide Seiten müssen natürlich ihren Interessensvertreter für ihre Leute und müssen entsprechend auch die Signale senden.

00:08:46: Jetzt muss man aber sagen da dürfen wir uns jetzt nicht verzetteln weil daher Knil ja dieses Jahr gar nicht verhandelt.

00:08:52: Aber eben weil die Industrie doch so wichtig ist für Österreich, natürlich haben sie ein starkes Argument.

00:08:57: Weil wir in Österreich die Lohnstückkosten sind in den vergangenen Jahren bei uns deutlich höher gestiegen als in benachbarten Ländern auch also in vielen Ländern, die irgendwie am Weltmarkt unsere Konkurrenten sind und da gibt es die Gefahr dass wir einfach das viel Industrie abwandern, dass wir Jobs verlieren.

00:09:15: und das haben wir im letzten Jahr auch gesehen und in den letzten Jahren gesehen wo die Industrien wirklich muss man auch wieder unterscheiden, nicht die ganze Industrie aber einige Spaten in der Industrie in einer Rezession gesteckt sind wo es wirklich Verlagerungen von Betriebstätten gegeben hat und auch mehrere Tausend Arbeitsplätze verschwunden sind.

00:09:33: Und das hat die Gewerkschaft schon ein Stück weit auch anerkannt und ist deswegen letztes Jahr bei den Verhandlungen durchaus entgegen gekommen weil man für sich gesehen hat lieber verzichten wir auf Null Komma Ein, null Komma Zwei Prozent Lohnerhöhungen dafür können Job sichern und darum geht es momentan noch.

00:09:50: In anderen Branchen, zum Beispiel im Handel der auch sehr wichtig ist sieht die Sache ein bisschen anders aus.

00:09:56: da argumentiert zb die Gewerkschaft das ist total wichtiges weil viele handels eingestellte oder arbeiter je im niedriglohnsegment sind und da wirkt sich quasi jeder jeder zehntel prozent Punkt aus, denn die Beschäftigten mehr verdienen weil das weniger unmittelbar wieder zurückgeht und im Kreislauf bleibt.

00:10:16: Und dass einfach für die Kaufkraft enorm wichtig ist.

00:10:19: auch der Handel ein letzter Satz hat es aber nicht so leicht also stagniert er ich in den letzten Jahre ziemlich.

00:10:25: jetzt gab's glaube ich für dieses Jahr.

00:10:27: wir prognostizieren ein ganz zartes Wertschöpfung plus von Da gibt es auch nicht viel zu verteilen.

00:10:35: Also jeder will ein bisschen mehr vom Kuchen, aber der Kuchen... Obwohl Licht am Horizont

00:10:41: oder am Ende des Tunnels oder wie auch ich mal

00:10:43: da noch was zeigen möchte?

00:10:44: Genau schon auftaucht.

00:10:45: also das sind wirtschaftsforscher durchaus positiv wenn man in die Zukunft blickt.

00:10:49: Aber momentan gibt's doch nicht soviel zu verteiligen.

00:10:52: Jetzt ist ja ein Wort, das hier dann immer gern genannt wird oder ein Begriff ist diese Benia Formel.

00:10:57: Die nach Ato und Benja benannt wurde wo es darum geht zu sagen so sollen Löhne steigen nämlich eines.

00:11:03: jetzt muss man die rollierende Inflation also die Treuerung der letzten zwölf Monate hernehmen plus die Produktivitätssteigerungen in der gesamten Wirtschaft bewusst nichts im einzelnen Spaten unterteilt weil sozusagen Spaten gegenüber gar nie einen Plus haben oder Gewinner wie Pflege zum Beispiel.

00:11:22: Das heißt, man hätte da eine Zahl auf die man schauen kann.

00:11:25: und trotzdem habe ich immer das Gefühl es hängt auch davon ab wer auf diese Zahl wie schaut.

00:11:30: und wenn wir uns jetzt dann noch ein bisschen zurück die letzten Jahre ansehen durch gerade wen die Gewerkschaft hat gerade im Vorjahr eingelenkt und gesehen ist kein Spielraum mehr weil's um so geht wie sonst geht.

00:11:41: aber Wenn man die Jahre davor ansieht, also wir haben auch eine Grafik in einem Artikel von dir gezeigt.

00:11:46: In den Jahren zwanzig, dreinzwanzig und vierundzwanzigt lagen die Abschlüsse teils weit über der Inflation.

00:11:52: Das heißt dieses Argument der Lohndrückerei, das stimmt vielleicht aufs vergangenen Jahr für nun zwanzzig zu und bei den Metallernaheuben auf des Höriger.

00:12:01: Abschlüsse schon letztes Jahr gemacht wurden, aber ja nicht langfristig zurückgehend.

00:12:05: Das heißt man hat dann schon den eindruckt die Gewerkschaft.

00:12:08: Man röstet da auch an Worten auf weil sie weiß es wird nicht so einfach werden.

00:12:12: Absolut und dazu hat die österreichische Nationalbank in einer Analyse sehr spannende Zahlen wie ich finde nämlich wenn wir uns das anschauen, schon zwanzig fünfundzwanzig waren von hundertdreißig hundertzweiunddreißig waren es genau größeren Lohnabschlüssen waren vierunddachzig Prozent unter der maßgeblichen, rollierenden Inflation.

00:12:31: Also da hat es in den allermeisten Branchen Reallohnverluste gegeben.

00:12:35: Durchschnittlich waren das Nullkommu vier Prozent.

00:12:37: Das war im vergangenen Jahr wenn man sich den Zeitraum davor anschaut von zwanzig-einundzwanzig bis zwanzikfünfundzwenzig was fast umgekehrt.

00:12:45: also da hatten drei Viertel der Lohnabschlüsse über die Influsion und Man kann das vielleicht so kurz zusammenfassen.

00:12:51: Es gab da einige Jahre in der Zeit, wo wir in Österreich sehr hohe Inflation hatten noch höhere Lohnanstiege.

00:12:57: sprich in den allermeisten Branchen gab es Reallohnzuwächse auch wenn das subjektiv bei vielen von uns gar nicht angekommen ist weil man sich dann doch mehr aufgeregt hat über die hohen Preise im Lebensmittelmarkt oder auch im Wirtshaus.

00:13:11: aber insgesamt ist eigentlich fast von der Kaufkraft einiger Jahre mehr hängen geblieben.

00:13:15: Im letzten Jahr hat sich das umgewandelt und jetzt stehen wir eben vor der Frage und vor dem Streit dieser Debatte, wie sich das im kommenden Jahr dann wieder ausfällt.

00:13:24: Und es hat sich tatsächlich so umgewandelt... Wir selber schreiben die letzten Tage und Wochen viel davon.

00:13:30: Der Winter wird teuer, weil die Strom- und Energiepreise noch einmal so angestiegen sind.

00:13:34: Stichwort Krieg zwischen USA und Iran.

00:13:36: Straße von Hormuz.

00:13:38: Das heißt also es ist ja real zu spüren dass die Teuerung massiv schon da ist aber sich vermutlich jetzt nochmal über diesen Winter ganz massiv bei allen bemerkbar machen wird?

00:13:48: Genau!

00:13:48: Also die Wenn wir aus zurückerinnern anfang des Jahres bei zwei Prozent, wo wir eigentlich hin wollen.

00:13:54: Also ist da deutlich runtergekommen.

00:13:57: dann gab es eben den Angriff auf den Iran und das seither sind ja die Energiepreise stark gestiegen und mit etwas Verzögerung bildet sich das immer auch in den Gesamtpreisen ab.

00:14:09: Und jetzt im September zum Beispiel gibt's noch relativ frische Zahlen Ist die Inflation auf drei Prozent wieder angestiegen.

00:14:16: Übers Jahr hinweg rechnet man jetzt.

00:14:20: Es gibt auch wieder unterschiedliche Prognose inzwischen, die wieder angehoben werden.

00:14:22: Aber somit ist es drei Prozent bis drei Prozent vier Prozent und wir werden sicher sehen auch in den kommenden Monaten ja dass die Preise gerade bei Energie aber dann auch bei Lebensmittel wieder etwas anziehen wird.

00:14:35: Aber da gibts jetzt die Frage also eher so weniger aus der Aus der Vertretersicht einer Gruppe oder Arbeitgeber der Arbeitnehmer sondern eher auf das Big Picture von oben betrachten frage ich mich Was ist der Schlauer, um die Kaufkraft eben zu erhöhen?

00:14:50: Jetzt doch wieder ein bisschen mehr Lohnerhöhen oder lieber bleiben damit eben die Unternehmen nicht so eine starke Lohneerhöhung spüren.

00:14:59: Ja ich glaube wenn es die ganz eindeutige Antwort gäbe dann würden wir uns auch die Diskussion noch und herum ersparen.

00:15:05: Es ist schon dass viele oder in Großzeltökonomen würde ich sagen ihr dafür plädiert oder für eine Art von Lohn-Zurückhaltung plädiert kommt Dadurch dann auch immer darauf an, in welcher Branche.

00:15:17: Weil Österreich ohnehin schon ein Hochlohnland ist mit einer sehr hohen Abgabenquote und gerade in den Branchen wo wir konkurrieren gegen andere Länder da in den letzten Jahren ich habe sie schon gesagt einfach wirklich massiv an Wettbewerbsfähigkeit verloren haben.

00:15:31: der Christian Knil den du vorhin angesprochen hast also das Chefverhandler bei den Metallerarbeitgebern Der hat ja gefordert, dass es über mehrere Jahre jetzt so niedrige Abschlüsse geben soll.

00:15:43: Das ist natürlich wieder ein Wunschdenken eines Interessensvertreters aber da stecken also dem würden sich durchaus einige wirtschaftsforschende anschließen.

00:15:53: auf der anderen Seite natürlich was auch nicht unwichtig ist die Privatkonsum der auch in Österreich seit Jahren ziemlich stagniert und der wird natürlich naturgemäß angehoben wenn die Leute mehr Geld im Börsel haben und das auch wieder ausgeben zu können.

00:16:10: Also die ganz klare Antwort in eine Richtung, ich weiß wir Journalisten wollen das immer, kann ich dir da leider nicht geben?

00:16:16: Aber

00:16:17: was natürlich trotzdem eine Möglichkeit wäre dass sich der Staat ein bisschen mehr einmischt, indem man den Unternehmen insofern hilft, dass er den Lohn neben Kosten senkt.

00:16:25: Eine Debatte die wir ja auch schon seit Jahrzehnten führen damit dann sozusagen zumindest den Arbeit niemand mehr netto vom Proto bleibt?

00:16:34: Naja, da hat ja die Regierung durchaus einen Maßnahmen gesetzt.

00:16:37: Also dass die Lohnnebenkosten leicht reduziert werden.

00:16:41: aber wenn man dann genauer drauf schaut ist das ein bisschen fast ein Taschenspielertrick.

00:16:46: also der wird von einer Tasche in eine andere Tasche dann etwas verschoben.

00:16:50: und wir wollen uns ja auch erinnern Die Regierung versucht hier nicht umtätig zu sein.

00:16:55: Hat ja beispielsweise auch die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel auf Grundnahungsmittel gesenkt.

00:17:00: Aber wir wissen, dass er versucht hat das dann gegen zu finanzieren mit dieser Paketsteuer die seit Anfang Oktober gilt.

00:17:08: Da gibt es natürlich auch viel Kritik.

00:17:10: also ja es stimmt, dass auf der einen Seite Grundnahrungsmittel eine Spur günstiger werden wobei das für alle meisten Haushalte ehrlicherweise nicht wirklich ins Gewicht fällt gerade die, die viel oder regelmäßig im Internet einkaufen ob auf Amazon oder Co.

00:17:26: Die sparen oder die zahlen jetzt eigentlich pro Paket

00:17:30: Pro

00:17:30: Bestellung.

00:17:31: Das kommt dann immer darauf an, wie das quasi die Handelskonzerne handhaben oder weitergeben aber zahlen zwischen zwei und zwei Euro vierzig jetzt mehr pro Bestellungen.

00:17:41: Und das ist auch ein sehr interessanter Aspekt.

00:17:44: Eine Kollegin und ich recherchieren da gerade dazu dass nämlich diese im Onlinehandel die Preise gar nicht so gut erfassbar sind und in die Statistik mit einfließen Dieser mögliche inflationäre Effekt, der jetzt durch diese zusätzliche Paketgebühr entsteht wahrscheinlich in den offiziellen Statistiken gar nicht so stark aufschlagen wird wie er eigentlich ist.

00:18:07: Also da haben wir auch wieder ein Datenproblem in Österreich.

00:18:09: Und bevor

00:18:10: wir jetzt zu theoretisch bleiben noch einmal eine konkrete Frage welchen Lohnabschluss hältst du für realistisch?

00:18:14: Ja wenn wir jetzt bei den Eisenbahnen bleiben die nächste Woche beginnen.

00:18:17: Da wird eben die rollierende Inflation von Oktober twenty-fünfundzwanzig bis September sechsohnzwanzigszechsundzwannzig hergenommen und wenn wir uns die anschauen da sind wir bei drei, zwei Prozent.

00:18:30: Und dann wird das ein bisschen auch dem verhandlungsgeschickte jeweiligen Seiten natürlich davon abhängen.

00:18:37: aber ich fahre mich mal zu behaupten dass wir ungefähr in diesem Bereich eine Erhöhung sehen werden.

00:18:43: Ich möchte nicht ausschließen dass es trotzdem mehrere Verhandlungsrunden dauern wird vielleicht die eine oder andere Betriebsversammlung.

00:18:50: ich glaube jetzt nicht dass gestreikt wird über Beelern und bei den anderen Bahnen angestellten.

00:18:56: Das

00:18:57: ist ja auch interessant, wenn du Streik sagst dass wir da im Vergleich zu anderen Staaten eine relativ geringe Streikquote haben?

00:19:05: Das haben wir was für die Wirtschaft durchaus auch wichtig ist weil durch Streiktage auch sehr viel an Wertschöpfung verloren geht.

00:19:13: Schauen wir nur ganz kurz nach Frankreich.

00:19:16: Dort wird nicht eine Kerne gestreikt, sondern protestiert und durchaus auch mit Gewalt.

00:19:21: vor solchen Zuständen wie wir es momentan an den französischen Schulen sehen sind mir glaube ich in Österreich schon ein Stück weit entfernt.

00:19:29: aber natürlich wenn das in solche Dimensionen vorrückt dann entsteht der Wirtschaft ein massiver wirklich erheblicher Schaden.

00:19:37: aber ich glaube Auch wenn die Stimmung aufgeheizt ist und die Gewerkschafter momentan zumindest rhetorisch an einem Säbelrassel bemüht sind, manchmal wird das dann doch heißer gekrocht als gegessen.

00:19:48: Danke David für deine Einschätzung!

00:19:50: Gerne

00:19:51: Das war's auch schon wieder mit unserer heutigen Folge von Was Wichtig ist, Mit meinem Gast David Freudentaler aus dem Wirtschaftsressort.

00:19:58: Seine ausführliche Analyse zur Herbstlohnrunde können Sie natürlich auch auf diepresse.com nachlesen.

00:20:05: Den Link zu seinem Artikel und anderen finden sie wie immer in den Shownotes Und Sie wissen was jetzt kommt.

00:20:10: Wenn Sie mögen was Sie da gehört haben dann abonnieren Sie unseren Podcast doch Auf Ihrer Lieblings Streaming Plattform und wenn Sie irgendeine Anmerkung haben Dann schreiben Sie mir an podcast.it Oder hinterlassen Sie gleich dort auf der Lieblings-Streaming-Plattform von Ihnen einen Kommentar.

00:20:27: Haben Sie einen guten Tag, bis bald!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.