Bildung wird in Österreich noch immer vererbt

Shownotes

Ein Wirtschaftsberater und ein Bildungsexperte an einem Tisch – für Harald Breit ist das naheliegend. „Bildung ist der Schlüssel für den Erfolg auch unserer Arbeit“, sagt der CEO von Deloitte Österreich. Das Unternehmen beschäftigt rund 2.000 Mitarbeitende und verkauft kein Produkt, sondern Wissen und Expertise.

Wenn der Bildungsweg vom Elternhaus abhängt

Severin Broucek, Geschäftsführer von Teach for Austria, veranschaulicht das Problem an zwei Kindern in der vierten Klasse Volksschule mit gleich guten Mathematikleistungen: Ob sie ins Gymnasium oder in die Mittelschule wechseln, hängt stark von Bildungsstand und Einkommen der Eltern ab. Laut PISA- und OECD-Vergleichen zählt Österreich zu den Ländern mit der geringsten Bildungsfairness. Das Ziel sei nicht, dass alle Akademiker werden, sondern dass jedes Kind sein Potenzial entfalten kann.

Fachkräfte gesucht, Potenziale ungenutzt

Für den Standort hat das spürbare Folgen. Die Wirtschaft sucht derzeit 150.000 bis 160.000 Fachkräfte, gleichzeitig sind laut Statistik Austria bis zu 120.000 Jugendliche nicht am Arbeitsmarkt angekommen. Grundvoraussetzung sei das sinnverstehende Lesen und Schreiben auf Deutsch, betont Breit: Ohne diese Basis ließen sich weder Mathematik noch Digitalisierung oder KI nutzen. Österreich gebe pro Kopf viel Geld für Bildung aus, bei der Effizienz gebe es aber deutliche Reserven.

Vorbilder, die man sonst nicht trifft

Seit 2021 unterstützt Deloitte über den Deloitte Future Fund Teach for Austria, die Zusammenarbeit wurde um weitere fünf Jahre verlängert. Mitarbeitende gehen in Workshops, beim Bewerbungscoaching oder im Programm „Inspire“ an Schulen – viele davon mit eigener Migrations- oder Fluchtgeschichte. Gerade diese Lebenswege schaffen laut Broucek Identifikation und zeigen konkrete Schritte, wie man Hürden überwindet. Breit hebt zudem hervor, wie wichtig Kolleginnen als Vorbilder für Mädchen mit Migrationshintergrund sind.

Ein gemeinsamer Auftrag

Broucek appelliert, Kindern Vertrauen zu schenken und hohe Erwartungen an sie zu stellen. Breit sieht die Politik bei Ganztagsschulen, Nachmittagsbetreuung und der Mittelverteilung gefordert – und Unternehmen in der Verantwortung, Erfahrung weiterzugeben und etwas an die Gesellschaft zurückzugeben.

Transkript anzeigen

00:00:00: Dieser Podcast wurde mit Unterstützung unseres Werbepartners finanziert.

00:00:08: Ich begrüße nun bei mir im Presse-Podcaststudio Harald Breit, er ist CEO des Wirtschaftsberatungsunternehmens Die Leute Österreich

00:00:17: und

00:00:17: Severin Brutzack Geschäftsführer von Teach for Austria.

00:00:20: Guten Tag!

00:00:21: Es ist eine hochinteressante Konstellation mit der ich hier sitze.

00:00:25: Herr Breit bitte erklären Sie uns kurz warum ich hier mit einem Bildungsexperten sitze?

00:00:29: Und einem Wirtschafts Berater.

00:00:31: wie geht das zusammen?

00:00:34: Ich glaube, die Antwort ist ganz leicht.

00:00:35: Bildung ist der Schlüssel für den Erfolg auch unserer Arbeit.

00:00:40: Wir haben rund zweitausend Mitarbeiter in Österreich und wir haben kein Produkt das wir verkaufen können sondern das einzige was wir verkaffen können ist unser Wissen unsere Fachwissen unsere Expertise Und die kommt am Ende des Tages durch Bildungszustande.

00:00:55: Das heißt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die wir hier beschäftigen kommen gut ausgebildet von Schulen Fachhochschulen Universitäten Und daher ist Bildung für uns natürlich ganz entscheidend, dass wir unsere Tätigkeit überhaupt umsetzen können.

00:01:09: Herr Brutzeck, für all jene unter unseren Hörerinnen und Hörern die Teach for Austria vielleicht noch nicht begegnet sind in ihrem Alltag – erklären Sie uns vielleicht kurz was das Konzept dahinter

00:01:20: ist?

00:01:20: Vielen Dank!

00:01:21: Ich glaube Harald Breit hat es auch gerade gut erklärt.

00:01:24: Es gibt einen starken Zusammenhang zwischen Bildung und Wirtschaft, also aber auch individueller Wirtschaft.

00:01:29: Das heißt zukünftige Lebenschancen für junge Menschen Und nun ist es mal so, dass in Österreich Bildung noch immer stark vererbt wird.

00:01:36: Das heißt Kinder haben einen ähnlichen Bildungsstatus wie ihre Eltern.

00:01:40: Das ist für unser Gesellschaft nicht gut und die Wirtschaft nicht gut aber auch für die einzelnen Kids einfach ein bisschen unfair.

00:01:46: Wir Teach for Austria versuchen daran zu arbeiten diese Bildungsferne besser herzustellen indem wir hoch engagierte motivierte Hochschulabsolventinnen auswählen und vorbereiten darauf zwei Jahre in Kindergärten und Schulen in Österreich Veränderung für diese Kids zu bewirken und sie dabei zu unterstützen, ihre Potenziale zu erreichen.

00:02:05: Und das ist das was unsere Initiative schon seit fünfzehn Jahren macht und wo wir auch in Zusammenarbeit mit Unternehmen, mit Institutionen versuchen die Lebensrealität dieser Kinder aufzunehmen um wieder gemeinsam an einer besseren Bildung zu arbeiten.

00:02:18: Herr Breit wie lange besteht schon die Zusammenarbeit Mit Teach for Austria?

00:02:25: Wie hat es begonnen?

00:02:27: Wir bündeln unsere Aktivitäten, Corporate Social Responsibility wie das so schön heißt in sogenannten The Lloyd Future Fund und da unterstützen wir hier Teach for Austria.

00:02:39: Wir haben begonnen mit der Zusammenarbeit im Jahr zwanzig-einundzwanzig mit der ersten Programmperiode und haben jetzt beschlossen weil das sehr erfolgreich war diese Programmperioden auszutänen auf eine zweite Programmerode.

00:02:53: wieder fünf Jahre Und das ist jetzt der Zeitraum, wo wir planen und die Aktivitäten gemeinsam umsetzen.

00:03:00: Wir haben absolut positive Erfahrungen bekommen diesbezüglich einerseits natürlich das Feedback von den Kindern, die hier betreut worden sind auch durch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aber andererseits auch durch die Mitarbeiter selber weil hier viel Lebenserfahrung diese Mitarbeiter gewonnen haben, weil sie sich selber auch weiterentwickeln können hier.

00:03:24: Weil Sie auch ein bisschen rauskommen aus einer Bubble-Gewissermaßen in der wir oder viele von uns natürlich leben und dort auch Lebensrealitäten kennenlernen – ich eingeschlossen mit der Sie normalerweise nicht unbedingt konfrontiert sind.

00:03:37: Brempunktschulen, welche Schwierigkeiten es dort gibt, mit welchen Problemen die Kids konfrontierte waren.

00:03:43: Insbesondere nach Corona hat man das natürlich besonders gemerkt und das ist glaube ich ganz wichtig bringt auch ein bisschen Demut hinein, in welcher eigentlich, muss man sagen, socio-ekonomischen Umwelt viele von uns leben und kann nicht so sehr sehen was eigentlich ein paar Bezirke weiter möglicherweise stattfindet.

00:04:03: Und wie das wahre Leben dort eigentlich aussieht?

00:04:05: Damit sind wir schon genau beim Thema – Wir sind bei der Realität, beim wahren Leben – und dem Thema der Bildungsfernes die ja ganz stark im Zentrum von Teach for Austria steht.

00:04:15: Erklären Sie uns diesen Begriff vielleicht kurzer Brotzeig!

00:04:20: Nehmen wir einfach zwei Kinder, sagen wir mal neun oder zehn Jahre alt und sind so in der dritten, vierten, sag mal vierte Klasse Volksschule.

00:04:30: Und sind bei den Mathematik zum Beispiel durchschnittlich.

00:04:34: Das kann man messen, haben einen durchschnittlichen Wert bei diesen so IKM- oder Bildungsstandards Erhebungen.

00:04:41: Und dann steht die Entscheidung an gehen sie in die Mittelschule oder ins Gymnasium.

00:04:45: Und nun kann man messen das ist Österreich.

00:04:48: die Entscheidung, wo sie hingehen nur zu einem gewissen Teil auch von ihren, sagen wir mal Mathematik-Deutsch und ähnlichen Fähigkeiten ist.

00:04:55: Aber zu einem auch in einigen Bereichen überwiegendem Teil.

00:04:58: daher kommt wie viel Geld oder Bildung ihre Eltern haben.

00:05:02: Das heißt das einzelne Kind kann sich noch so sehr anstrengen wenn es gleich gut ist.

00:05:06: für ein anderes wird es eh einen niedrigen akademischen Bildungsweg gehen als ein anderes.

00:05:11: Jetzt kann man sagen ja dass die Eltern müssen sich darum sorgen oder so.

00:05:15: aber ich finde erstens den Kindern gegenüber auch ungefähr weil können wir da nichts dafür, aber gleichzeitig ist auch für uns als Gesellschaft ja ungünstig wenn wir Entscheidungen über der zukünftigen Karrieren darüber treffen wie viel Geld oder Bildung die Eltern haben.

00:05:29: Das wollen sie darüber treffen was die Interessen und Fähigkeiten der Kinder- und Jugendlichen sind um ihre Potenziale für sich selbst aber auch für unsere Gesellschaft zu nutzen.

00:05:37: Und dieser Zustand dass eben die Bildung stark vom Elternhaus vorherbestimmt wird Das ist etwas, was wir mit unserer Initiative beheben wollen indem wir versuchen hier auf die Potenziale der Kinder zu schauen und sie auf ihrem Weg zu unterstützen.

00:05:57: Nicht dass jeder Akademiker werden muss das ist ja gar nicht das Ziel sondern dass jedes Kind nach ihren oder seinen Potentialen auch sich weiterbilden kann.

00:06:05: Und wenn man jetzt die letzten Tage, wann ich auch die PISA-Studien hier anschaut ist Österreich hier auch im OECD vergleich eines der Länder wo die Bildungsferne am geringsten ist, also wo die Bildervererbung sehr stark ausgeprägt ist.

00:06:18: Es hat verschiedene kulturelle und systemische Gründe aber ich glaube das ist etwas wo wir uns einfach als Gesellschaft in Österreich verbessern können um mehr Kindern die für sie adäquaten Chancen zu bieten und nicht die von ihrem Elternhaus vorgegeben sind.

00:06:33: Und daran arbeitet Teach for Australia

00:06:35: Herr Breitschlagen, wir die Brücke zur Wirtschaft.

00:06:38: Was bedeutet eine solche Bildungsfernes oder das Fehlen davon für den Wirtschaftsstandort Österreich?

00:06:45: Ich denke, dass Bildungsfernes natürlich ganz wichtig ist.

00:06:48: Wir reden sehr viel über Pension und wie lange am anderen Ende des Lebensweges Leute arbeiten sollen aber müssen auch schauen was am Beginn steht.

00:06:57: Wir haben hier die Wirtschaftszucht nach wie vor Facharbeitskräfte aktuell rund hundertfünfzighundertsechzigtausend Facharbeitskräfte.

00:07:06: Gleichzeitig muss man sich in Österreich die Jugendarbeitslosigkeit anschauen, nicht?

00:07:10: Wir haben auf der einen Seite eine Statistik wo gesagt wird AMS dreißigtausends sind es.

00:07:15: wenn man sich aber anschaut hier ein Statistikausdreht das sind bis zu hundertzwanzigtaussend Jugendliche die teilweise beim AMS gar nicht gemeldet sind weil sie überhaupt noch nie gearbeitet haben, weil Sie überhaupt keinen Anspruch auf Unterstützung, Arbeitslosenunterstützung etc.

00:07:29: haben – das sind eine Generation oder Teile einer Generation die da völlig durch den Rost fällt.

00:07:35: und wir brauchen hier, wenn man die demografische Struktur in Österreich ansieht, wir brauchen zukünftig Arbeitskräfte, wenn die Bevölkerung immer älter wird.

00:07:45: Wir haben auf der anderen Seite eine Menge Zuwanderung.

00:07:48: aber wir müssen auch schauen dass insbesondere Personen mit Migrationshintergrund Hier die Möglichkeit bekommen, respektive auch die Fähigkeit bekommen sich am Arbeitsmarkt zu integrieren.

00:08:00: Und da ist natürlich eine der Grundvoraussetzungen nochmal dass sie die Sprache ordentlich erlernen weil diese natürlich lesen sinnerfassend lesen können ist natürlich die Grundvaraussetzung hier.

00:08:10: und um also hier weitere Themen bearbeiten zu können, sei es natürlich jetzt andere Fähigkeiten Mathematik-Naturwissenschaften bis hin zur natürlich Digitalisierung AI etc.

00:08:22: Wenn ich nicht lesen oder wenn ich nicht schreiben sie hin erfassen kann wie soll ich einen Braum schreiben um mit AI irgendwas machen zu können?

00:08:27: Nur mein Beispiel zu nennen!

00:08:29: Das heißt das ist ganz wichtig dass wir hier schauen, dass wird das Geld in die Bildung fließt und das ist in Österreich sehr viel überproportional viel im Vergleich zu anderen Ländern.

00:08:42: Also wenn man die OECD-Studie anschaut, so gibt Österreich, liegt ein zweiter oder dritter Stelle, primär Bereich, sekundär Bereich was wir pro Kopf an Bildung ausgeben, umgekehrt.

00:08:53: wenn man den Effizienz ansieht dann ist das sicherlich noch Luft nach oben.

00:08:57: ganz offen auszugehen.

00:08:59: Wir haben jetzt schon zwei Faktoren, zwei wesentliche angesprochen Den familiären Hintergrund Und die Sprache, welche anderen Faktoren gibt es denn noch, die in die Bildungsferne hineinspielen?

00:09:10: Herr Brutzack.

00:09:12: Ich glaube, es gibt hier viele auch systemische Fragen.

00:09:14: also wie können Lehrkräfte bei der Gugeln im Kindergarten besonders auf die Bedürfnisse von unterschiedlichen Zielgruppen eingehen?

00:09:22: Wie können sie verschiedene Personen fördern in ihrem Bildungsweg?

00:09:28: Das wäre sozusagen am Beginn dieser Bildungskarriere.

00:09:31: Da geht es auch um Spracherwerbe oder andere Dinge, aber da geht's auch um neue Themen, neue Diversität oder andere Fragen die hier eine Rolle spielen.

00:09:38: und dann etwas später in der Bildungsweg gehts auch darum wie können Personen in der Schule und Personen die sie dabei unterstützen können?

00:09:46: Die Kinder und Jugendlichen bei Karriereentscheidungen, bei zukünftigen Entscheidungen möchte ich eine Lehre machen, möchte ich lieber länger in die Schule gehen.

00:09:53: welcher Art von welcher Schultyp könnte für meine Begabungen, für meine Interessen gut passen besonders gut unterstützen können.

00:09:59: Und hier sind eben auch Menschen, so wie wir sie über die Chance durchaus ausbilden, die vorher einen anderen Beruf hatten und bereits erlernt haben oder auch ausgeübt haben ein besonderes Spannender Impuls in der Schule weil sich hier einen besseren Einblick in die Arbeit geben können.

00:10:12: oder das ist das was wir gemeinsam mit The Lloyd machen dass wir eben auch menschenaus verschiedenen Wirtschaftsberufen oder verschiedene Institutionen mit in die schule in einem sehr gut geplanten kontrollierten Setting herein holen, damit sie dort möglichst wirksam diesen Kindern auch Ausblicke Perspektiven anbieten können.

00:10:30: Die Sie vielleicht in Ihrem älteren Haus nicht haben?

00:10:33: In vielen Familien arbeiten vielleicht alle in einem bestimmten Sektor und dann ist es für die Kids auch mal spannend zu hören okay man könnte auch in einem ganz anderen Sektoren arbeiten.

00:10:41: Man könnte in der Pflege arbeiten aber auch im IT-Bereich in einer Produktion oder in einem anderen auch wenn sie das vorher vielleicht gar nicht

00:10:48: kannten.".

00:10:49: In einer Position diese eng mit anderen Unternehmen zusammenarbeitet in einer beratenden Position.

00:10:56: Aus ihren unterschiedlichen Perspektiven, wie sehr ist denn diese Bedeutung von Bildungsfernness für unser Wirtschaftssystem in den Köpfen der Privatwirtschaft angekommen?

00:11:06: Vielleicht fangen wir mit Ihnen an Herr Breit.

00:11:09: Sie ist angekommen, zumindest bei uns ist sie angekommen weil genau deswegen machen wir ein solches Programm und es ist natürlich auch für uns ganz wichtig hier unseren Beitrag zu leisten um also hier diese Themen die es jedenfalls gibt, zu verbessern und unser entsprechend hier weiterzuentwickeln.

00:11:29: Wir können glaube ich insofern einen Beitrag leisten weil wir sehr viele Kolleginnen und Kollegen haben die wirklich sehr sehr engagiert sind denen das wirklich auch ein persönliches Anliegen ist hier ihren Beitrag zu leisten und wir können also verschiedene Art und Weise machen.

00:11:42: wir können einerseits hier im Rahmen von Workshops etc.

00:11:45: Hier helfen junge Kolleginnen Kollegen dort zu unterstützen bestimmte Bereiche, wenn es beispielsweise darum geht dass diese Kinder kurz vor einem Schulabschluss stehen und sich dann bewerben müssen in der Wirtschaft.

00:12:01: Wie können wir die coachen?

00:12:03: wie mache ich eigentlich sowas ein Bewerbung schreiben welche Möglichkeiten hast du überhaupt?

00:12:07: wie trete ich auf was mach ich dort was sage ich dort etc.

00:12:10: also ganz praktische Beispiele bis hin das wir Das nennen wir dann Inspire, das Programm.

00:12:16: Dass wir auch in die Schulen hinausgehen und dort als Role-Model hier fungieren.

00:12:21: Wir haben hier bei den Leuten sehr viel Personen mit Migrationshintergrund, die hier bei uns Karriere machen und die gehen natürlich auch hinaus und zeigen – auch wenn man hier nicht beispielsweise deutsches Muttersprache hat sondern kann andere Sprachen hat – vielleicht mäßigen Grundvoraussetzungen, was jetzt Bildung betrifft wie man sich weiterentwickeln kann lernen.

00:12:45: Das ist einfach der Schlüssel dazu und da braucht man eine positive Einstellung dazu und wenn man hier zeigen kann was man hier alles erreichen kann dann ist das glaube ich ganz ganz wichtig für die jungen Kids.

00:12:55: Wir haben ein schönes Beispiel wir haben unser IT Head of IT mehr als dreißig fünfunddreißig Personen die bei uns in der IT beschäftigt sind Rund zwanzig Jahren von seinem kleinen Land in Afrika gekommen, hat kein Wort deutsch gesprochen, nur französisch gesprochen.

00:13:11: Hat hier eine Schule nach der anderen absolviert und hat sich hier weiterentwickelt und ist am Ende Head of IT geworden.

00:13:18: Und das ist etwas was die jungen Menschen dort wirklich anspricht weil sie dann sehen, aha!

00:13:23: Was kann ich ja eigentlich alles erreichen?

00:13:25: Wenn ich hier fortbilde wenn ich fleißig bin, wenn ich hier Sprachen erlerne, wenn Ich hier Fähigkeiten erlernehme wenn ich konsequent einen Weg gehe und lernen zahlt sich aus.

00:13:35: Und das ist, glaube ich die Hauptbotschaft weil es eigentlich der Schlüssel zum Erfolg ist gerade in einer Gesellschaft die sich immer schneller weiterentwickelt wo immer komplexere Themen auf uns einprasseln da ist Lernen ganz ganz entscheidend.

00:13:47: Sie beide gehen auch immer wieder direkt in die Schulen, sie haben Kontakt mit den Kindern und Jugendlichen.

00:13:53: Herr Brutzeig wie ist denn die Reaktion?

00:13:56: Was sind denn die Aha-Momente?

00:13:58: nämlich auch durchaus vor dem Hintergrund welche Bandbreite an Beruf von dort plötzlich auftaucht von den Kindern?

00:14:04: was sind die Learnings vonseiten der Kinder?

00:14:07: Ja ich kann genau sagen das Beispiel dass gerade genannt wurde ein Mitarbeiter von der Leute der einen spannenden Lebensweg hatte zudem sich auch viele Kinder einen Bezug herstellen können, wo wir sagen können ja auch mit Migration oder Flucht hintergrund.

00:14:23: Mit am Anfang schwierigen Startbedingungen.

00:14:27: wie kann sich diese Person hocharbeiten?

00:14:29: Welche Werte verkörpert ihr?

00:14:31: Wie konnte sie Widerschwendestände dieser im System dann noch gibt überwinden und auch in schwierigen Situationen weitermachen?

00:14:38: weil die wird es geben.

00:14:39: und ich glaube diese Identifikation jemand zu sehen der das geschafft hat und der nicht so einen klassischen, ja ich bin Fußballer geworden oder etwas sondern einen Beruf hat zu dem man sich auch vorstellen kann.

00:14:50: Ich glaube dass ist extrem wertvoll.

00:14:52: und gerade nach diesem einen Gespräch kann mich erinnern es war heuer im Frühjahr in einer Schule im Zweiundzwanzigsten Bezirk wo der Kollege eben dort ein bisschen erzählt hat über seinen Weg ein paar Bilder gezeigt hat auch und ein bisschen gesagt hat was für ihn wichtig war.

00:15:04: auf den Weg wieder ein Kinder nachher Blitzartig zu ihm gehen, zu mir sozusagen kommt keiner nachher.

00:15:09: Sondern dann gehen alle zu ihm, weil sie mit ihm auch eine Beziehung aufgebaut haben in dieser Stunde und erinnern auch Motivationen und Unterstützung bieten kann dass dieser Weg möglich ist.

00:15:17: nicht zu sagen jeder kann es schaffen muss man immer ein bisschen aufpassen.

00:15:20: aber zu sagen wie kann man das schaffen was sind konkrete Schritte?

00:15:24: Wie hast du dir Schulen angeschaut?

00:15:25: Wie Hast Du dich verhalten als du vielleicht mit rassistischen oder anderen Situationen konfrontiert warst?

00:15:31: Und das ist für Kinder einfach extrem wertvoll, dass es nicht nur eine Lehrkräft sagt.

00:15:35: Das auch sehr wertvoll und sehr, sehr wichtig sondern das auch ab und zu mal bei anderer kommt und das noch einmal bietet.

00:15:40: Ich glaube da bis zu einer Situation wo eine Person aus der Wirtschaft in der Schule war hat einen Vortrag gehalten.

00:15:48: Da ging's in dem Fall um ein Logistikunternehmen und am Schluss des Vortrauts traut sich dann ein Kind nach vorzugehen und sagen

00:15:56: Ich

00:15:56: brauche einen Job.

00:15:57: Wie bekomme ich bei euch einen Job?

00:15:59: Und wo man dann sagen kann, Schau das sind die Bewertungszeiten hier kannst du dich bewerben.

00:16:03: schaue dass du diesen Bereich vielleicht ja mal anschauen.

00:16:05: da brauchen wir gerade Leute.

00:16:07: Das ist für Kinder und Jugendliche ein unglaublich wertvolles Know-how Dass sie so nicht so einfach bekommen können.

00:16:13: Wie ist denn Ihre persönliche Erfahrung, Herr Breit?

00:16:16: Sie sitzen hier als CEO eines Wirtschaftsberatungsunternehmens.

00:16:20: Ich könnte mir vorstellen dass das für einen vierzehn-fünfzehnjährigen in der Schule noch recht abstrakt ist.

00:16:26: Also wenn sie dorthin gehen wie stellen sie sich vor was sind die Reaktionen, die sie bekommen?

00:16:31: Was sind ihre Erfahrungen?

00:16:33: Es ist so, dass wir natürlich immer meistens aus dem Team dort hingehen.

00:16:36: also ich gehe da nicht alleine hin weil natürlich sonst die Gefahr besteht, dass hier gewisse Dinge Das ist ein sehr abstrakt für die Kinder.

00:16:46: Es sind alte spezifische Themen, das sind natürlich Themen wo dann vielleicht irgendjemand den unter Anfangszeichen alterweißer Mann kommt der dann erklärt wie die Welt funktioniert?

00:16:55: Ich glaube so geht es nicht sondern wir versuchen hier durch indem wir verschiedene Kolleginnen und Kollegen mit verschiedenen Background dort hinbringen Ich habe sie vorher als Beispiel genannt, mit denen sich die Kinder dann wirklich identifizieren können und wo man ihnen sagt selbst bei mir war es so das natürlich auch Lernen der entscheidende Schlüssel war zum Erfolg.

00:17:15: Aber es ist ganz wichtig dass diese Kinder hier einen Bezug aufbauen können und dass sie hier für sich selber etwas mitnehmen können.

00:17:23: Und da ist das Role-Model ganz, ganz wichtig – und da sind natürlich insbesondere Personen geeignet die ähnliche Lebenserfahrungen gemacht haben und wo die Kinder dann wirklich hier sagen, ah, genau so geht's!

00:17:37: Das möchte ich machen, das ist ganz entscheidend.

00:17:39: Weil man kann jetzt viel predigen wie Licht, wie der Kleinen ist

00:17:42: etc.,

00:17:43: es wird nur teilweise

00:17:44: ankommen.".

00:17:45: Man muss ihnen aber auch vermitteln und das ist glaube ich ganz, ganz wichtig zu sagen.

00:17:50: Ganz egal was dir vielleicht der eine oder andere sagt, dass es unwichtig Schule ist, blöd, lernen hilft nichts – das ist ganz schlecht.

00:17:58: Und da müssen wir natürlich alle gemeinsam versuchen, das hier entsprechend umzusetzen und ich glaube, das ist ein ganz guter Weg hier die normale Schule und das, was dort geboten wird so ergänzen mit Themen, die aus der Wirtschaft kommen und aus der Praxis kommen.

00:18:13: Weil so wird es dann auch glaubwürdig, dass sich ja wirklich diesen Bezug auch herstellen können zu Unternehmen zur Wirtschaft zum Erfolg, das das nicht irgendwas was weit weg ist, sondern es ist etwas, was unmittelbar auf sie zukommt.

00:18:24: Und Sie können diesen Sprung dann schaffen oder eben nicht schaffen?

00:18:27: Das ist dann eine Frage ob sie dann die AMS Kunden vom Morgen werden Oder ob sie hier ein selbstbestimmtes erfolgreiches Leben führen können.

00:18:34: weil das war schon meine Erfahrung Die materiellen Ansprüche auch die viele gerne haben oder hätten.

00:18:41: Die kann man nur dann verwirklichen, wenn man natürlich sein eigenes Geld verdient und eine Familie gründen kann, selbstbestimmt ein Auto, ein Haus usw.

00:18:51: Das ist für die Kinder doch, man sollte das glauben, ganz wichtig.

00:18:55: In den Pausengesprächen kriegt man es immer wieder mit.

00:18:57: Und das ist ganz wichtig.

00:18:59: wie komme ich dazu?

00:19:00: Was ist realistisch?

00:19:03: Sie haben mir jetzt auch ein ganz wichtiges Stichwort genannt nämlich... Alle gemeinsam ist gefallen in ihrer Schilderung.

00:19:10: Und alle gemeinsam ist ja auch ein ganz ein zentraler Punkt, wenn es um Bildungsfernes als gesellschaftliches Thema geht und das würde ich jetzt gerne als Thema für unsere Schlussrunde nehmen.

00:19:20: was wäre ihr Appell oder was wäre Ihr Wunsch für unsere Gesellschaft wie man gemeinsam Bildungsfernes herstellen kann Herr Brzeck?

00:19:31: Ich glaube, ein anderes Prinzip dazu genannt und das gehört zu dem Gemeinsam.

00:19:35: Das ist diese Beziehung zu den Kindern und Jugendlichen.

00:19:38: Dass ihnen viel Zutrauen, hohe Erwartungen noch an sie haben.

00:19:42: Und ich glaube, dass können wir alle gemeinsam machen.

00:19:48: die Kinder und Jugendlichen ihnen auch mitzuteilen, dass wir auch die Lehrkräfte dabei unterstützen diese Beziehung zu den Kindern aufzubauen.

00:19:56: Und nicht Stereotypen drüberzulegen zu sagen das sind so oder so sondern wirklich zu sagen Wir glauben daran, dass ihr viel erreichen könnt.

00:20:04: bitte ihr müsst euch halt die Arbeitsweise, die ihr haben müsst oder ihr braucht um erfolgreich zu sein.

00:20:10: können wir euch auch mitgeben als erfahrene Rollmordles wie es genannt wurde aber ihnen gleichzeitig diese diese Wichtigkeit des Ernens über diese Bezielen zu den Lehrkräften und zur externen Person an diesen Unterstützten mitzugeben.

00:20:22: Ich glaube, dass wir als Gesellschaft uns keinen Gefahren tun wenn wir sie in gewisse Ecken abstempeln sondern ich glaube wir müssen hier wirklich aktiv daran arbeiten diese Chancen für alle zu bieten.

00:20:34: es gibt viele Studien die sagen das GDP growth oder BIP-Wachstum ganz eng mit Korkompetenz zusammenhängt.

00:20:43: also ob die Kinder und Jugendlichen gut in den Grundkompetenzen sind, hat einen direkten Auswirkungen auf die Wirtschaftswachstum der Zukunft.

00:20:52: Das ist aber meistens halt ein Langfrechtsspiel und das ist nicht von heute auf morgen sondern das sind dreißigvierzig Jahre Studien und ich glaube dass hier gemeinsam daran zu glauben wie wichtig es ist, dass alle Kinder gute Grundkompatenzen erwerben und dass das unseres Gesellschafts nicht nur der Wirtschaft sondern auch demokratiepolitisch positive Ergebnisse bringen wird.

00:21:13: Dieses Vertrauen ist glaube ich sehr wichtig und da spielt die Lehrkraft eine Rolle, aber auch darüber hinaus das System rundherum.

00:21:20: Und das ist deswegen warum wir Petitscher Austria so gerne mit verschiedenen Unternehmen, aber jetzt hier vor allem mit den Leuten in dem Bereich wie kann man in die Schule gehen zusammenarbeiten?

00:21:28: Warum wir da auch dankbar sind dass sich viele Mitarbeitenden von der Leute hier engagieren und weit über ihre Stunden sozusagen hinaus dann wirklich mit den Kids arbeiten weil wir glauben das kann diesen Kindern reale Chancen bieten Und das wird uns als Gesellschaft auch Vorteile in den Jahrzehnten, die kommen bringen.

00:21:48: Wenn wir diesen Kino nicht mitnehmen können, wird es für uns als gesellschaft, als Wirtschaft deutlich negative Folgen haben und ich glaube daran zu arbeiten – das motiviert uns, das macht auch Ditch Foster aus und das macht unsere Kooperation mit vielen Unternehmen aus.

00:22:02: Bitte mich schlussweit!

00:22:03: Ich kann mich dem noch anschließen.

00:22:05: also wir müssen auf der einen Seite natürlich daran arbeiten, dass ist sicherlich der hellweise Aufgabe der Politik, destrukturellen Probleme hier zu lösen, stichwort wie kann ich hier die Kinder unterstützen?

00:22:16: Wenn wir über Bildungsfernes gesprochen.

00:22:18: Bildungsfernes hat verschiedene Aspekte, hat auch ökonomische Aspechte.

00:22:22: Kann ich hier mein Kind unterstützen weil ich nicht das Geld habe für Nachhilfe

00:22:27: etc.,

00:22:28: wo natürlich Kinder aus reicheren oder begüteten Haushalten natürlich andere Möglichkeiten haben.

00:22:35: Stichwort Ganztagsschule nachmittagsbetreuung.

00:22:37: Wie kann ich den Kindern hier helfen wenn die ökonomischen Möglichkeiten des Elternhauses diese Hilfe nicht anbieten.

00:22:44: Das sind Themen, auch wie früh wird selektiert vier Jahre sechs Jahre

00:22:49: etc.,

00:22:49: das ist instrukturelle Probleme.

00:22:50: da können wir noch mäßigen Einfluss nehmen.

00:22:52: wir können appellieren an die Politik diese Themen zu nennen.

00:22:55: es gibt sehr viel Geld ins Bildungssystem hinein.

00:22:57: der Output ist überschaubar und das ist sicher verbesserbar.

00:23:01: Wir können unseren Beitrag leisten indem wir also hier versuchen wie das Everindes bereits gesagt hat dass wir unsere Erfahrungen unsere Expertise hier einbringen, den Kindern hier versuchen unterstützend für die Lehrkräfte, die zum Teil wirklich Großartiges leisten und da zum Teil oft wirklich schwierigsten Rahmenbedingungen.

00:23:22: Was die Infrastruktur angeht in den Schulen

00:23:24: usw.,

00:23:25: es ist wirklich bewundernswert mit welchem Einsatz, mit welche Energie die das machen.

00:23:29: und wir können dort beitragen indem wir helfen, indem wir hinausgehen und unser bestes tun und versuchen dass was wir seinerzeit von der Gesellschaft bekommen haben nämlich entsprechende Voraussetzungen, um unseren Beruf hier ausüben zu können.

00:23:42: Schule, Universität

00:23:43: etc.,

00:23:44: dass wir das wieder zurückgeben und den Kindern hier entsprechend helfen unterstützen, Rollmodels sein.

00:23:49: Ich glaube, das ist ganz wichtig!

00:23:52: In diesem Sinne nehme ich das als wunderbares Schlusswort und bedanke mich für ein inspirierendes Gespräch.

00:23:57: Dankeschön!

00:23:58: Vielen Dank!

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