Wie gut ist das Zukunftsdepot, Börse-Chef Christoph Boschan?
Shownotes
Gast: Christoph Boschan, Vorstandsvorsitzender der Wiener Börse AG
Moderation: Anna Wallner, Head of New Media
Schnitt: Audiofunnel
Ab 2027 bekommt jedes neugeborene Kind 500 Euro Startbonus, und Eltern dürfen bis zu 5000 Euro im Jahr für ihre Kinder anlegen, ohne Steuer auf die Kursgewinne. Für Christoph Boschan, den Chef der Wiener Börse, ist das einer der größten Schritte der vergangenen zehn Jahre und zugleich viel zu wenig. Er erklärt, warum er die Dividenden lieber steuerfrei stellen würde als die Kursgewinne, was er vom Bundesschatz hält und warum Länder wie Dänemark, Schweden und die Niederlande bei der Pensionsvorsorge so weit vorne liegen.
Christoph Boschan in Zitaten:
„Der Bundesschatz ist ja einer der Euphemismen unserer Zeit. Es ist ja kein Bundesschatz, das sind Staatsschulden.“
„Aktien schlagen langfristig alles, und zwar mindestens um das Doppelte.“
„Die größte Downside wäre, dass diese Maßnahmen so homöopathisch sind, dass sie praktisch gar nichts erzielen, die politische und gesellschaftliche Diskussion aber auf Jahrzehnte befrieden.“
Die Regierung will eine Generation der Anleger
500 Euro für jedes Baby: So soll das neue Zukunftsdepot funktionieren
Das „Zukunftsdepot“ für Kinder: Eine gute Idee, aber mit Schönheitsfehlern
Über uns:
Alle unsere Podcasts finden Sie gesammelt auf Youtube. Abonnieren Sie uns gerne dort!
Wenn Sie noch mehr von uns hören wollen, hier finden Sie alle unsere Podcasts im Presse Player.
Wenn Sie mehr Qualitätsjournalismus lesen wollen, dann abonnieren Sie „Die Presse“, gedruckt oder digital im Premium-Angebot. Alle Infos dazu finden Sie unter abo.diepresse.com
Wenn Sie unseren Podcast mögen und automatisch von einer neuen Ausgabe erfahren wollen, dann aktivieren Sie die Push-Notifications für alle Presse-Podcasts in unserer App oder folgen Sie dem Podcast-Kanal der Presse auf Spotify, Apple oder Google Podcast.
Transkript anzeigen
00:00:02: Die Presse.
00:00:06: Mehr Bewegung war nie!
00:00:09: Is it too little, to late?
00:00:12: Of course it is!
00:00:14: Kann man jetzt drüber streiten?
00:00:16: ist es vieles wenig?
00:00:17: kann man enttäuscht sein?
00:00:17: darauf kommt überhaupt nicht an.
00:00:19: wichtig ist nur die Kernaussage.
00:00:20: Aktien schlagen langfristig ab und zwar mindestens um das Doppelte.
00:00:25: niemand weiß wann welche Einzelaktion welcher Währung Welcher Industrie, welcher Geografie wann wie steigen oder fallen werden?
00:00:35: Was man aber immer weiß.
00:00:37: Es gibt substanzielles weltweites Wirtschaftswachstum und Aktienkurse die das langfristig reflektieren werden.
00:00:45: Und das ist die einzige Wahrheit auf dem man sich so richtig verlassen kann am Markt.
00:00:56: Und bis zu fünftausend Euro im Jahr, die Eltern, Großeltern, Freunde oder Paten steuerfrei für ein Kind anlegen dürfen.
00:01:04: Das ist kurz gesagt das Zukunftsdepot auf das sich ÖVP, SPÖ und NEOS nach einem langen Streit vor einigen Tagen geeinigt haben.
00:01:13: Die Regierung will damit eine Generation von Anlegerinnen und Anlegern heranziehen – und zwar in einem Land, in dem traditionell das Sparbuch noch immer als die sicherste Geldanlage gilt!
00:01:24: Aber reicht diese Maßnahme?
00:01:26: Steuerfrei bleiben nur die Kursgewinne.
00:01:29: Einzelaktien sind weiterhin tabu und für Erwachsene, die privat vorsorgen wollen ändert sich gar nichts!
00:01:35: Die Behalte frisst – die sich zum Beispiel die Wiener Börse und Industrie seit langem wünschen, schaltet weiter an der SPÖ.
00:01:41: Darüber spreche ich heute mit jemandem, der unermüdlich mehr Kapitalmarkt fordert.
00:01:46: Das bringt schon seine Position mit sich – Christoph Boschern ist der Chef der Wiener Börse und ich frage ihn jetzt ob das Zukunftstippo der große Wurf ist?
00:01:55: Was die heimischen Unternehmen davon haben und warum Österreich aus seiner Sicht beim Kapitalmark derzeit noch schlusslicht ist!
00:02:02: Sie hören was wichtig ist den Nachrichten-Podcast der Presse.
00:02:05: Mein Name ist Anna Wallner und ich freue mich dass sie da sind.
00:02:12: Herr Boscharn Danke für Ihre Zeit.
00:02:14: Gerne Schön bei ihm sein zu dürfen.
00:02:17: Es ist also so, die Regierung hat sich nun endlich dazu durchgerungen das Zukunftsdepot zu fixieren ab dem kommenden Jahr.
00:02:23: es ist zwar noch vieles unklar aber zuerst mal zum Einstieg an sie die Frage Ist das ein Durchbruch mit diesem Zukunfts-Depot?
00:02:31: Ist uns da was gelungen Österreich oder ist das nur ein Trostpflaster?
00:02:36: Ich glaube die Antwort muss zweigeteilt ausfallen.
00:02:40: es ist einerseits Einer der wesentlichen Bewegungen die man mal konstatieren muss, auch in großen Teilen positiv anerkennen muss.
00:02:52: Ich habe ja die Ehre Landstadt und Institution seit zehn Jahren in Österreich zu dienen und es ist mit der kleinen Bewegung, die wir bei der betrieblichen Altersvorsorge gesehen haben einer der größeren substanziellen Schritte der letzten zehn Jahre.
00:03:12: mehr Bewegung war nie!
00:03:16: Too little too late?
00:03:18: Of course it is.
00:03:20: Natürlich ist es im Vergleich der Mächtigkeit der Maßnahmen, die um uns herum bereits gesetzt wurden von unseren Nachbarländern und sehr vergleichbaren Beispielen wie den Niederlanden, den Dänen, den Schweden, den Norwegern alles vergleichbare Ökonomien mit gleichfalls allerhöchsten sozialstaatlichen Ansprüchen.
00:03:46: Natürlich ist es zwergenhaft im Vergleich zu den dort gesetzten und sehr erfolgreich seit Jahrzehnten praktizierten Maßnahmen.
00:03:55: Aber noch mal, man muss das ein bisschen trennen auch von der persönlichen Kritik übrigens an den handelnden Personen und nochmal dem historischen Vergleich Der letzten zehn Jahre, die ich überblicke sind es die wesentlichsten politischen Maßnahmen wie wir gesehen haben.
00:04:11: Es ist jetzt so dass viele Details ja noch offen sind.
00:04:13: was muss denn Ihrer Meinung nach oder was sollte unbedingt im Gesetz drin stehen damit das überhaupt funktionieren kann?
00:04:19: Naja wir sind ja erst im Jänner dann auch in der Begutachtung.
00:04:23: aber nach allem was man hört und liest ist glaube ich das größte Problem fällt was dann konkret einer möglichen Steuererleichterung unterfallen soll.
00:04:31: und da fällt als erstes ins Auge natürlich die nur Steuerfreiheit für Kurs gewinne und die weiterhin volle B-Steuerung der Dividenden und möglichen Zins erträge.
00:04:45: Und das ausgerechnet ist aber natürlich der größte Hebel eines solchen langfristigen Produkts, auch im Blick auf Österreich ist es natürlich die Wahl des Schadens am meisten schadensgeneigten Hebelz an einem solchen Produkt.
00:05:03: Wir sind ja ein klassischer Dividendenmarkt, der österreichische Aktienmarkt war historisch immer moderat bewertet.
00:05:10: das hat sich Gott sei Dank geändert und wir haben den Aufschluss zum internationalen Niveau geschafft und die Bewertungen sind da wie sie überall in der entwickelten erfolgreichen westlichen Industriewelte sind.
00:05:21: heute trotzdem kommen Die Gesamtrenditen in Österreich ganz überwiegend aus den hohen, vergleichsweise hohen Dividenden.
00:05:30: Also große Dividendennistorie im Land mit nachgewiesener Dividende in Auszahlungshistorie auch und gerade da keine Erleichterung herbeizuführen.
00:05:38: Und nochmal über die langen Anlagezeiträume all dieser viele Jahre ist es der viel größere Hebel.
00:05:44: wenn ich es zu entscheiden hätte und zwischen denen ohnehin schlechten Alternativen zu wählen hätte Ich würde es ja einfach plain Vanilla machen.
00:05:51: natürlich sind die Kurssteigerungen als auch die Dividenten steuerfrei zu gestalten.
00:05:56: Aber wenn ich zwischen beiden alternativen zu entscheiden hätte, dann würde ich sogar eher die Kursgewinne weiter besteuern und die Dividenden steuerfreistellen.
00:06:04: Das ist genau umdrehen eigentlich.
00:06:06: Weil das ist der wesentlich größere Effekt.
00:06:08: daraus resultiert er ja letztlich auch.
00:06:10: Dann der Wideranlageeffekt und der Zinseszins-Effekt.
00:06:13: Es ist hier natürlich kein Zinseszins, es sind wieder Anlageeffekte aber das ist sehr weit größerer Hebel.
00:06:19: Steht nicht ganz so im Vordergrund glaube ich in einer öffentlichen Diskussion?
00:06:22: wahrscheinlich auch politisch einfacher kommunizierbar oder versteckbar in Anführungsstrichen.
00:06:28: Die expliziten Kurse stehen natürlich viel mehr in einer direkten vordergründigen Wahrnehmung, aber wenn ich es zu entscheidenden zwischen den zwei Aspekten, dann würde ich eher die, die wieder im Steuerfall stellen und die Kursarträge weiter besteuern – im besten Fall und richtig gestaltet natürlich beides!
00:06:43: Eine andere Frage, die ja spannend ist auch was eigentlich erlaubt ist.
00:06:46: Welche Anlageformen?
00:06:47: Also im Wesentlichen ist es derzeit glaube ich mal so dass man sagt ETFs und der Bundesstaats aber keine Einzelaktien.
00:06:53: Das ist natürlich auch eine spannende Frage.
00:06:55: warum ist das so und hat jetzt sozusagen die Börse, die Wienerbörse dann überhaupt etwas davon?
00:07:01: oder fließt dann möglicherweise Geld noch inso große wie MSCI World oder so und in amerikanische Konzerne und nicht den heimischen Markt?
00:07:10: Naja also Diesen Effekt werden Sie übrigens aber bei der völlig freien privaten Deporgestaltung auch sehen.
00:07:17: Wenn sie heute in die durchschnittlichen Depors reinschauen, dann haben Sie ja diesen Effekt und Sie haben natürlich einen gewissen Homebuyers drin mit zehn bis fünfzehn Prozent Österreich vielleicht drin.
00:07:28: ETIF-Replikation aus internationalen großen Indizes ist ein wichtiger Faktor.
00:07:33: Das ist auch an großer Liquiditätszufluss in die heimischen Werte hinein insbesondere die die natürlich in den großen Indizes bei uns vertreten sind, also man soll das nicht unterschätzen.
00:07:43: Finanztheoretisch versteh ich das sehr gut, warum man eine solche Vorschrift macht?
00:07:49: Denn worum geht es beim lebenslang begleitenden Aktiensparen?
00:07:53: und das ist ja hier der Versuch eines staatlich institutionalisierten lebenslangen Begleitende Aktiensparns.
00:08:00: da geht es ja genau darum nämlich sich von Einstiegsausschiedszeitpunkten Unabhängig zu machen, der Auswahl von Einzeltiteln unabhängiger zu machen.
00:08:09: Der Auswahl von einzelnen Währungsräumen, Industrien, Geografien unabhängig zum Machen und das zu vereinnahmen was wir in unserer Branche etwas kompliziert ausdrücken mit der sogenannten systematischen Kapitalmarkt.
00:08:23: Rendite also der Rendite die das Investment in Eigenkapital eben bringt Und die ist auch eine Binsenweisheit klar für Insider aber Das ist ja genau der educative Effekt, der vielleicht auch für die Breite der Bevölkerung entstehen wird durch solche Initiativen.
00:08:41: Das Eigenkapitalinvest das Aktieninvest ist per se mal allen anderen Anlageformen überlegen und zwar um mindestens das doppelte hundertjährige durchschnittliche inflationsbereinigte Aktienrendite naja ca.
00:08:54: fünf Prozent, die der Anleihen wie nach Bonität sechs Prozent vielleicht Immobilien, schwanken wir auch so um zwei Prozent.
00:09:07: Gold null Rohstoffe, Null und dann haben wir eben die Aktien.
00:09:13: wie gesagt mit den fünf Prozent.
00:09:15: und kann man jetzt drüber streiten?
00:09:17: Ist es vieles wenig?
00:09:18: Kann man enttäuscht sein?
00:09:18: Darauf kommt überhaupt nicht an!
00:09:20: Wichtig ist nur die Kernaussage, Aktien schlagen langfristig ab und zwar mindestens um das Doppelte.
00:09:26: Und ein solches Produkt wenn man es dann eben auf solche Aktienbaskets fokussiert beantwortet genau die Frage.
00:09:33: Es macht die Leute, es entlastet sie von der Frage der Einzeltitelauswahl, der Industrieauswahl und der Instrumentenauswahrl, der Geografieauswahrt oder der Währungsraumauswahl und vereinnahmt die systematische Kapitalmarktrandite.
00:09:45: also da kann man wenig widersprechen.
00:09:47: das natürlich aber das sind dann Themen für andere Podcasts.
00:09:52: liberale Geister wie ich sagen es braucht den kompletten Freiheitsgrad der Anlegerinnen und Anlegers und die können das natürlich selbstbestimmt und müssen das auch selbst bestimmt entscheiden.
00:10:01: Es ist aber eine andere Diskussion, wenn man jetzt über den Start nachdenkt und nochmal der ist gut.
00:10:06: Wir sagen an der Börse auch immer, der Start ist wichtiger als das Startkapital.
00:10:10: für den Anfang kann ich verstehen dass man das darauf einschränkt und bitte die Usage-Welt, die da angesprochen ist, die ist ja auch schon sehr groß.
00:10:19: also und ich glaube im Lichte dessen was hier erreicht werden soll ein langfristiges systematisiertes lebenslang begleitenes Aktiensparen ist das schon okay.
00:10:32: Und es ist auch das, was jetzt erreichbar
00:10:33: ist.".
00:10:33: Eine Frage, die sich natürlich viele Stellen, die genau zuhören sind, es gilt nur für Kinder, die ab dem Jahr und zwei Kurze Fragen dazu geboren werden.
00:10:41: Was würde eigentlich passieren, wenn ich diesen fünfhundert Euro Startbonus nehme?
00:10:45: Also ich bekomme ein Kind im Jahr und zwanzig, nehmen einen Startbonuss, legen auf dieses Zukunftsdepot und mache nie wieder etwas damit!
00:10:51: Was passiert da mit bis achtzehn?
00:10:53: Ich glaube in der Diskussion war doch, dass wer das Thema drei Jahre nicht anfasst dann automatisch im Bundesschatz verankert wird.
00:11:02: Das ist ja ein Sparbuch und ein schlechtes oder was?
00:11:05: Wenn es in Staatsanleihen geht, naja da ist das sogar ein recht gutes Sparbuhg weil die Sparbücher tendenziell eher darunter liegen in der Breite jedenfalls der angebotenen Sparbücher aber auch das Gegenstand vielleicht für andere Podcasts.
00:11:24: Euphemism in unserer Zeit, ja es ist ja kein Bundes-Schatz.
00:11:27: Das sind also Staatsschulden die wir alle mit unseren steuernden Abgaben entweder zurückzahlen oder dadurch zurück zahlen dass wir auch staatliche Leistungen verzichten.
00:11:38: der Zug, der Zeit Sonderschulden dann ja auch zu Sondervermögen und so wird dann eben Staatsschutz.
00:11:43: Auch zum Grundes Schatz aber sei es drum du wirst dann eben also fest verzinslich veranlagt in den Staatsschulden.
00:11:49: Da vorgelagert gibt's übrigens noch eine wesentliche Frage und nämlich die jetzt in der Diskussion befindliche Verpflichtung oder eben nicht Verpflichtungen zu einem Beratungsgespräch?
00:11:58: vorher Ja?
00:11:59: Und auch da ja.
00:12:01: das wäre natürlich auch wünschenswert wenn die Leute die vollen Freiheitsgrade erhalten weil Damit sind natürlich die Neobrocker und die wirklich selbstbewussten Anlegerinnen und Anlegers, die das auch alles selbst in die Hand nehmen können.
00:12:15: Zunächst erstmal ausgeschlossen um die ganze neue Welt der einfachen sehr kostengünstigen Marktzugänge über die Tretrepublik Scalable, Stardats, Flat-Tex, U-Name mit Umleinige zu nennen.
00:12:25: Auch die Onlinebroker der tabierten Großbanken natürlich sind damit ausgeschlossene Und es geht wieder in die Beratungsschiene.
00:12:31: Die Deutschen haben bei ähnlichen Herausforderungen das Kastel vorgesehen.
00:12:34: Ich verzichte auf ein Beratungsgespräch, ja?
00:12:37: Aber auch dass sicherlich eher eine philosophische Frage wie man sich der Staatsorganisation so nähert hat oder eher liberal.
00:12:45: Ich werde dann natürlich immer auf der liberalen Seite.
00:12:48: Aber jetzt habe ich gesagt, zwei kurze Fragen.
00:12:50: Die zweite betreffe neben das erst Kinder die geboren werden sind hier vor allem diesen fünfhundert Euro Startbonus bekommen was ändert sich eigentlich für Anlageformen für Kinder die schon auf der Welt sind?
00:13:02: Ja aber wissen Sie dass... Ich bin noch nicht antwortfähig.
00:13:05: Ich weiß noch nicht glaube ich noch nicht ausgestaltet ist oder also man weiß es einfach noch nicht genau.
00:13:09: Meine Arbeitsannahme bis bislang aber ich bin jetzt sensibilisiert durch sie und werde dem nachgehen.
00:13:16: Frage der Stichtagsregelung nur um die €.
00:13:19: Genau,
00:13:20: wer bekommt die?
00:13:21: Aber das Konstrukt als solches soll doch wohl jedermann zugänglich sein.
00:13:25: oder also auch wenn ich jetzt Kinder habe im Alter von acht zwölf dreizehn Jahren dann soll es um diese steuerfreie Einzahlungsmöglichkeit beziehungsweise dann spätere Auszahlungs-Möglichkeiten was die Kursgewinner angeht Das soll jedermann zugänglich sein.
00:13:38: Oder Fragezeichen haben Sie?
00:13:40: Ja, doch aber es ist glaube ich noch nicht ganz klar... Also ja, doch!
00:13:43: Ich glaube auch dass das die Idee ist, aber die Frage ist auch ein bisschen warum man das nicht zum Beispiel schon aus und hätte sagen können alle unter fünf, alle unter zehn bekommen diesen Staat, Bundesumme auch diesen Anreiz zu erhöhen.
00:13:54: Aber ich will von Ihnen eigentlich noch gerne wissen vielleicht ein bisschen.
00:13:57: Sie können auch sagen sie wissen's nicht, aber mich würde noch mehr interessieren.
00:13:59: Die Idee ist ja einem weiß man gerade vom Bundeskanzler Christian Stocker vor allem vorangetragene.
00:14:06: Aber ist er oder die Regierung da selbst draufgekommen?
00:14:08: Oder anders gefragt, wie viel Vorarbeit steckt da auch von Ihnen drinnen und von der industriellen Vereinigung von den Banken.
00:14:14: Dass man hier eben mit so einem konkreten Schritt den Kapitalmarkt in Schwung bringt und vor allem im Fahrrad, der nicht in Schwungen bringt sondern eben die Bevölkerung dazu bringt sich mehr mit diesem Thema zu beschäftigen.
00:14:26: Also die wesentliche Vorarbeit zu dieser Frage besteht aus zwei Komponenten erstens Die schlichte Lage der sozialen Ersicherungssysteme, die sich ausschließlich aus dem Umlageverfahren speisen.
00:14:36: Und zweitens die europäischen Blaupausen, die wir haben mit den Niederlanden, den Dänen, den Schweden und den Norwegern.
00:14:47: Wir haben außerordentlich Großzügige und in Sinne des hier und jetzt – was bekomme ich an Pensionen?
00:14:54: Außerordentlich leistungsfähiges System.
00:14:56: darf man ja auch sagen ist es schlicht so!
00:14:59: absolute Spitzenpensionen in Österreich.
00:15:03: Das Problem daran ist nur, diese Rankings führen wir an aber es gibt eben auch andere Rankings und das sind die wenn man dann die Zukunft des Landes denkt die wesentliche Rinnen und dass sind die Nachhaltigkeits-Rankings.
00:15:17: Wie ist dieses System was derzeit darauf beruht?
00:15:20: In einer Umlage das was man rausnimmt weg zu konsumieren im Form von Pensionen.
00:15:26: wie nachhaltig ist das?
00:15:28: Und während wir in der Austahlungshöhe die Rengings anführen, sind wir als Österreich grundsätzlich auf dem letzten oder vorletzten Platz aller Nachhaltigkeits-Rengings was die Diskussionsvorsorge angeht.
00:15:41: Und damit kommt man zum zweiten Teil.
00:15:45: das sind also dann tatsächlich die denen, die Niederländer, die Schweden entteilen auch die Norweger mit ihrem Staatsfonds, die vor ziemlich genau dreißig Jahren substanzielle Entscheidungen getroffen haben nämlich auch die Umlage nicht grundsätzlich in Frage zu stellen.
00:15:58: Sie aber zumindest teilweise zu ergänzen durch eine Kapitaldeckung.
00:16:04: und jene Länder, die mit uns deswegen so unglaublich vergleichbar sind ja weil es erstens vergleichbare große Volkswirtschaften sind, mit ihnen teilweise sehr ähnlicher Struktur und vor allem aber selbst auch allerhöchsten sozialstaatlichen Ansprüchen sowie Österreich.
00:16:18: Und da hat man eben vor zwanzig dreißig Jahren Diese Ergänzungsentscheidung durch den Kapitalmarkt mal getroffen und diese vier Länder führen alle Nachhaltigkeitsrenkings heute in den Spitzenpositionen an.
00:16:30: Das ist also letztlich die Wucht der Realität?
00:16:34: On the ground, die hier die Vorarbeit leistet.
00:16:38: Okay das heißt ich nehme mit Sie sehen uns da auf jeden Fall Schlusslicht und vor allem die Nordeuropäischen Länder diese gerade erwähnt haben sind da weiter vorne.
00:16:45: fairerweise muss man aber sagen haben sie auch am Anfang gesagt ein bisschen was hat sich eben getan nicht nur mit dem Zukunftsebo auch stichwort betriebliche Vorsorge der zweite Säule und so weiter.
00:16:54: wie bewerten sie denn diese Schritte?
00:16:56: ja da gilt dass gleiche also auch bei der zusammen also pass es erst mal gut.
00:17:00: gut ist dass sich überhaupt was bewegt.
00:17:03: Es ist auch gut, dass es die Möglichkeit gibt allerdings unter sehr eingeschränkten Bedingungen.
00:17:08: Die Abfertigung dann zu verrenten und insbesondere in Anlageform ohne die Rendite hemmende Kapitalgarantie dann zu allokieren.
00:17:18: wünschenswert wäre da aber freiwilliger Aufstockungsmöglichkeit natürlich gar dann weit weniger mehr Flexibilität natürlich auch eher ein opt out anstatt ein aktives Opt-in, was ja jetzt vollzogen werden muss.
00:17:34: Also die üblichen Hauptdiskussionspunkte?
00:17:40: Ich glaube beides ist in Anfang sowohl die erste kleine Reform der betrieblichen Versorgung als zweiter Schritt die Kinderversorgung mit dem Zukunftsdepot, das natürlich nach wie vor Pending ist und die allergrößte und wichtigste Entscheidung wäre – die Behaltefrist also eine Steuersenkung, mindestens wenn nicht Steuerbefreiung für all diejenigen, die ihre Aktien im bestimmten Zeitraum erhalten.
00:18:06: Da muss ich jetzt gleich reingritschen, aber das ist ja ein Thema, dass wir natürlich auch in der Presse immer wieder besprechen und natürlich sehr stark auf Ihrer Seite sind.
00:18:13: Da tut sich aber – muss man jetzt ehrlich sein?
00:18:15: Nichts oder?
00:18:16: Also ist das vielleicht auch weil hier vor allem die SPÖ blockiert?
00:18:20: Halten Sie das für realistisch, dass sich da noch was tut in der nächsten Zeit?
00:18:23: Oder ist es quasi gerade, weil wir im Zukunft Depot und solche Dinge jetzt mal nach vorgebracht haben, dass nicht die behaltefristigen Entscheidungen oder Veränderung Schritte dort noch während die Zukunft ziehen werden?
00:18:35: Also im Lichte der Homöopathie, die wir gerade praktizieren bei also der betrieblichen Alterssaison.
00:18:43: Der persönliche Zukunftsdepot des weitgehenden Stillstands beider Waltefrist.
00:18:48: auch viertens – ich nehme das immer als vierte Dimension noch mit rein – die Idee natürlich eines allgemein anliegenden Staatsfonds.
00:18:56: Angesichts der Homüopathie ,die wir hier praktizier'n und nochmal akzeptiere ich es als Ergebnis der derzeit in österreichischen Realverfassung.
00:19:03: Es ist ja nun mal so Das ist zu begrüßen, dass es ein Anfang ist.
00:19:06: Aber im Lichte dieser Homöopathie, die wir in internationalen Vergleich und im Lichten der wirklichen Notwendigkeiten und Herausforderungen unserer Sozialsysteme praktizieren muss alles vier weiter in die Diskussion und mit Werf betrieben werden.
00:19:19: das ist alles was ich dazu sagen kann.
00:19:23: Die größte Down-Zeit in dem Zusammenhang wäre vielleicht sogar dass diese beiden Maßnahmen jetzt mal gesetzt werden, auch in einer politischen Kommunikation sehr prominent erscheinen.
00:19:34: In ihren wirtschaftlichen stabilisierenden realwirtschaftlichen Auswirkungen aber so homöopathisch sind, dass sie praktisch gar nichts erzielen die eine politische und gesellschaftliche Diskussion auf Jahrzehnte befrieden.
00:19:47: Also davor kann ich nur warnen schaut es hin und schaut wirklich auf die realen Vergleiche.
00:19:51: also ich mache zum Beispiel ein paar Vergleiche Nachbarland Tschechien wenn mein Bordkollege der CEO, der Prager Börse österreichische Aktien erwirbt und die drei Jahre hält dann vereinnahmt er die Kursgewinne kapitaler Tragsteuer frei.
00:20:11: It's a fact!
00:20:12: Während weiterhin Länder wie Dänemark-Niederlande mindestens eine Jahreswirtschaftsleistung in den meisten Fällen übrigens wesentlich mehr sogar doppelte Jahreswirtschaftleistungen Kapitalgedeckten-Systemenparken oder zur Verfügung haben, parken wir in Österreich die Deutschen übrigens auch da genau eine Woche.
00:20:31: Eine Woche an nationaler Wirtschaftsleistung vielleicht zwei Wochen maximal.
00:20:35: Also warum nenne ich diese Zahlen?
00:20:37: Einfach um die Dimensionen klar zu machen, die es hier zu schließen gilt und die wirklich große Aufgabe zu beschreiben, die wir hier zu erledigen haben.
00:20:45: Ja Wir haben in Österreich, vierzehn Prozent Aufwand unseres Nationalprodukt geht in die Pensionsversorgung.
00:20:51: das ist vier Prozentpunkte über dem europäischen Durchschnitt.
00:20:56: Und die genannten Länder, denen markt Schweden-Niederlande liegen deutlich.
00:20:59: Die haben zum Teil die Hälfte der laufenden Aufwendung für die Pensionsvorsorge wie wir sie haben.
00:21:04: also es ist wirklich eine große Herausforderung.
00:21:07: Wir haben ein sehr leistungsfähiges System was in der Vergangenheit gut funktioniert hat.
00:21:12: Es ist nicht zukunftsfest und es liefert im Lichte der Aufwände die wir haben Nicht die besten Ergebnisse ganz besonders nicht im Sinne eines nachhaltigen einer nachhaltigem Gestaltung.
00:21:23: Also deswegen unbedingt weiterarbeiten an allen vier Säulen.
00:21:26: Individuelle, also Kapitaldeckung des Umlagesystems die einfache Frage von der Hand in den Mund und dann nicht nur vereinnahmen und konsumtiv verausgeben sondern ja vorsorgen schlicht sparen und zwar investiv sparen eben nicht konsumptiv sondern investiv das gibt Die notwendigen Gelder für die Nationalekonomie, dann die betriebliche Vorsorge weiter ausbauen.
00:21:52: Wahlmöglichkeiten erweitern, individuelle Aufstockungsmöglichkeit weiter auszubauen.
00:21:58: Dann dritte Säule persönliche Vorsage behalten fritzt.
00:22:02: jeder Art der Steuerleichtung oder Steuerabschaffung ist sinnvoll.
00:22:04: und dann vierten es vielleicht die Dimension des Staatshauchs.
00:22:06: immer mitdenken.
00:22:07: Das sind die Diskussionen, die uns nicht loslassen werden können sie auch nicht weil die Herausforderungen sind zu groß dafür.
00:22:13: Eine letzte kurze Frage, noch mal sehr konkret aus dem Zukunftsdepot.
00:22:16: Wenn ich jetzt ziehe, den Chef der Wiener Börse frage würden Sie für ein Kind das Jahr zwanzig geboren wird zu einem Deport öffnen?
00:22:23: und was würden sie reinlegen?
00:22:25: Selbstverständlich!
00:22:26: Genau das, was der Gesetzgeber ja auch im Bild hat nämlich das lebenslang begleitende breite Weltportfolio.
00:22:33: in besten Fall.
00:22:36: niemand weiß wann welche Einzelaktion welcher Währung Welcher Industrie, welcher Geografie wann wie steigen oder fallen werden?
00:22:46: Da weiß man aber immer weiß es gibt substanzielles weltweites Wirtschaftswachstum
00:22:51: und
00:22:52: Aktienkurse die das langfristig reflektieren werden.
00:22:56: Und dass ist die einzige Wahrheit auf die man sich so richtig verlassen kann am Markt.
00:22:59: und dann muss man nur noch sehen wie man die handwerklich abbildet.
00:23:03: Naja genauso lebenslang das begleitendes Aktiensparen in ein breit gestreutes Portfolio Und dann hat man die mit Abstand Rendite trächtigste Anlageform gewählt, die gleichzeitig auch noch unsere Geschäftsmodelle auf der Einkapitalseite finanziert.
00:23:18: Vielen Dank für diese Einschätzung!
00:23:20: Ich habe mitgenommen.
00:23:20: wir machen mindestens zwei weitere Podcaste einen zum Beispiel über die Sinnhaftigkeit des Bundeschanztes, einen über die Behaltefrist was auch immer aber für heute machen wir Schluss.
00:23:29: danke für Ihre Zeit.
00:23:31: ich danke alles Gute.
00:23:33: Das war eine neue Folge von Was Wichtig ist mit meinem heutigen Gast Christoph Boschern, dem Chef der Wiener Börse.
00:23:40: Was das Zukunftstipot kann und was nicht – das lesen Sie natürlich auch bei uns auf diepresse.com.
00:23:45: Ausgewählte Links zu Artikeln meiner Kolleginnen und Kollegen aus dem Wirtschaftsressort stelle ich Ihnen in die Shownotes.
00:23:51: Feedback?
00:23:51: Schicken sie mir gerne an podcastatdepresse.com!
00:23:54: Wir freuen uns auch wenn Sie einen Kommentar hinterlassen zum Beispiel bei Spotify, Apple Podcast oder YouTube.
00:23:59: überall dort können Sie uns nämlich hören.
00:24:01: Danke fürs Zuhören und bis bald!
Neuer Kommentar