Wendet sich Trump Russland zu? „Das Kalkül von Putin ist sicher, die Ukraine in diesem Winter niederzuringen“
Shownotes
Ist der russische Präsident Wladimir Putin ein Humanist? Als solcher wurde er vom US-Sondergesandten Steve Witkoff bei dessen Moskaubesuch am Mittwoch zumindest gelobt. Die USA wenden sich immer mehr Russland zu. Darunter leidet die Ukraine, die von US-Waffen, Geheimdienstinformationen oder auch dem Internet von Elon Musks Starlink-System abhängig ist, um gegen die russischen Angriffe auch nur irgendwie bestehen zu können.
Bringen die derzeit laufenden Gespräche etwas voran, wenn der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj etwa nach Oslo reist und dort den US-Gesandten Witkoff trifft und dieser daraufhin zu Putin weiterreist? Putin will die Angelegenheit lieber nur mit US-Präsident Trump und Chinas Präsident Xi besprechen. „Presse“-Journalistin Jutta Sommerbauer spricht im Podcast über die aktuellen Verhandlungen und berichtet von ihren jüngsten Reisen in die Ukraine: Wie gehen die Menschen dort mit der Situation vor dem nahenden Winter um?
Gast: Jutta Sommerbauer, "Die Presse" Außenpolitik
Host: Klemens Patek
Schnitt: Audiofunnel / Dominik Lanterdinger
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Transkript anzeigen
00:00:05: Die Presse.
00:00:20: So hat es der US-Sondergesandte Steve Whitcoff am Mittwoch dem russischen Präsidenten Vladimir Putin in Moskau gesagt, übersetzt ihn etwa Sie sprechen so viel darüber dass mein Präsident Präsident Trump ein Humanist ist.
00:00:35: Sie selbst sind ebenfalls ein Humanister, das erkenne ich an.
00:00:38: – Ich zolle ihnen dafür Anerkennung und danke Ihnen nochmals!
00:00:43: Herzlich willkommen bei Was Wichtig Ist.
00:00:45: Heute darf ich sie im Studio der Presse begrüßen.
00:00:47: Mein Name ist Clemens Patek, ich bin Nachrichtenredakteur mit Schwerpunkt Außenpolitik.
00:00:52: Schön dass Sie zuhören.
00:00:54: Vladimir Putin also nach Ansicht Der USA Ein Humanist.
00:00:59: Es hätte nicht dieses Zitat gebraucht, dass wir Eingangs gehört haben um festzustellen.
00:01:03: Die USA wenden sich immer mehr Russland zu.
00:01:07: Darunter leidet die Ukraine, die von US-Waffen und Geheimdienstinformationen ebenso abhängig ist wie von Satelliten Internet oder Elon Musk, um gegen die russischen Angriffe auch nur irgendwie bestehen zu können.
00:01:20: Wie geht es der Ukraine eigentlich?
00:01:24: Ja, das ist natürlich schon sehr hart für die Menschen, die dort leben.
00:01:29: Früher konnte man zumindest tagsüber noch so seinem Alltag nachgehen in die Schule gehen und so weiter.
00:01:37: Und auch das wird jetzt immer schwieriger und wird immer mehr gestört.
00:01:43: Auch dieses Leben
00:01:45: tagsüber.".
00:01:46: Das ist meine Kollegin Jutta Sommerbauer.
00:01:48: Sie war im September zuletzt in der Ukraine unterwegs und sie berichtet heute im Podcast von ihren Eindrücken.
00:01:54: Mit ihr spreche ich darüber, was die jüngsten Entwicklungen für die Lage in der Ukraine bedeuten.
00:01:59: Wie wirkt sich der Krieg auf den Alltag der Menschen aus jetzt so kurz vor dem Winter?
00:02:05: Haben die Ukrainer noch irgendeine Art von Vertrauen das dieser Krieg bald zu Ende gehen könnte?
00:02:15: Ich freue mich dass ich jetzt mit Jutta Sommerbauer über die Lage an der Ukraine sprechen kann.
00:02:20: Jutta grüß dich!
00:02:21: Hallo Clemens
00:02:23: Es ist viel passiert oder IST viel passiert.
00:02:25: Ich weiß es nicht, ich habe in letzter Zeit das Gefühl, dass sich schon vieles ändert.
00:02:30: Bleiben wir mal kurz beim Aktuellen!
00:02:32: Jetzt haben wir da ein bisschen Diplomatie erlebt.
00:02:34: der ukrainische Präsident Celenski wein Oslo und hat dort den US-gesandten Wittkopf getroffen.
00:02:39: Der Wittkoff ist dann weiter nach Moskau und er hat dort Putin getroffen...
00:02:42: ...nach Petersburg
00:02:43: muss ich korrigieren?
00:02:45: Ja unbedingt immer erst nach St.
00:02:47: Petersburg geflogen Da jetzt irgendwas herausgekommen.
00:02:51: oder war das, was haben wir dort gesehen oder gehört?
00:02:54: Ja, das war ein neuer Vermittlungsversuch des Westens.
00:02:57: Du hast schon gesagt in Oslo haben sich Witkoff die Europäer und Zelenski abgesprochen Und Witkof ist dann sozusagen mit diesem Paket nach St.
00:03:09: Petersburg geflogen und hat dort Putin getroffen.
00:03:13: Genau!
00:03:15: des neuen Vorschlags und auch die Einzelheiten der Gespräche, die er da in St.
00:03:19: Petersburg mit Putin hatte sind noch nicht bekannt.
00:03:22: also wir haben heute Donnerstag und ist noch nicht viel nach draußen getrunken.
00:03:29: Es ist so, dass die Ukraine gerne oder das wollte auch Witko vorschlagen dem Putin sozusagen ein Treffen auf hohem Niveau zwischen Zelensky und Putin.
00:03:40: Dazu hat man jetzt von russischer Seite nichts mehr gehört.
00:03:43: Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass Moskau jetzt dazu bereit ist.
00:03:48: Es ist aber die Rede davon, dass es wieder zu trilateralen Gesprächen kommen könnte.
00:03:54: Solche Gespräche haben wir das letzte Mal in Genf gehabt im Februar.
00:03:58: Damals ist nicht viel rausgekommen, aber es gab sozusagen auf einem Level der Militärberater Verhandlungen darüber wie die Modalitäten eines künftigen Waffenstillstands sein könnten.
00:04:15: Welche drei?
00:04:16: Genau, also es ist jetzt wieder die Rede davon dass trilaterale Gespräche erneut beginnen können.
00:04:22: Moskau hat mit November als möglichen Termin genannt.
00:04:26: Trilateral bedeutet dreiseitig das wären involviert Russland, die Ukraine und USA als Vermittler.
00:04:34: Und noch ist nicht klar, auf welchem Level diese Gespräche stattfinden könnten.
00:04:39: Also eine Gesprächsrunde auf allerhöchster Ebene mit den Staatspräsidenten das halte ich für ausgeschlossen.
00:04:46: Putin will das nicht und er sagt sozusagen mit Silenz getrifft es sich erst zur Unterzeichnung eines fertigen Deals.
00:04:53: aber es ist allen klar dass es natürlich noch lange nicht so weit ist.
00:04:57: Das heißt, es wird eigentlich eher erwartet, dass es abermals Gespräche auf einer technischen Ebene sind.
00:05:03: Solche Gespräche hat es zuletzt im Februar, im Februär, zum Jahr XXVI gegeben.
00:05:07: Damals in Genf.
00:05:08: Diese Runde hat nicht lange gedauert, nur ein paar Stunden.
00:05:11: Der einzige Erfolg damals war das auch Militärberater miteinander gesprochen haben und damals auch die möglichen Modalitäten eines Waffenstillstands erörtert haben.
00:05:22: Das ist natürlich für die Streitkräfte sehr wichtig sozusagen wie sieht ein Abzug aus?
00:05:29: Also sich wie groß ist eine Pufferzone
00:05:31: usw.,
00:05:32: also dass es nicht unwichtig so etwas zu erörtern und kann natürlich helfen.
00:05:36: In Zukunft sollte es mal so weit kommen, dass das dann zügig von Staaten geht.
00:05:42: Aber das ist sozusagen natürlich noch lang kein Durchbruch.
00:05:46: Davon sind wir auch nach diesem Treffen in St.
00:05:49: Petersburg noch sehr weit entfernt.
00:05:52: Gleichzeitig ist ja die Rede von einem Dreiergipfel Putin, Schi und Trump – die Ukraine muss ja darum kämpfen überhaupt in Gespräche einbezogen zu werden!
00:06:01: So kommt's zumindest manchmal rüber...
00:06:03: Ja, aber dieses Dreiertreffen das da ventiliert wird.
00:06:06: Das würde ich jetzt auch mal getrennt von diesen aktuellen Vermittlungsversuchen sehen.
00:06:11: ja also dass ist natürlich etwas was Putin wohl auch sehr gut gefallen würde.
00:06:16: er hat ja selber dieses mögliche einen möglichen Termin und Ort vorgeschlagen in der chinesischen Stadt Shenzhen beim APEC-Gipfel eben im November, den November.
00:06:29: Allerdings ist da auch noch ganz viel offen.
00:06:32: also wir haben noch keine Reaktion von chinesischer Seite.
00:06:35: Trump hat sich interessiert gezeigt aber von den USA gibt es sozusagen die Gegeneinladung an Putin zum G-Zwanzig-Gipfel nach Miami zu kommen.
00:06:46: Also ja, ich würde da sagen warten wir mal ab ob es dazu kommt.
00:06:51: also für Putin wäre sicher ein Treffen in China begrüßenswerter und natürlich wär das jetzt für Putin aber auch für Xi eine tolle Gelegenheit würd' ich sagen sich zu präsentieren und auch vielleicht Trump sozusagen als Junior Partner der russisch-kinesischen Allianz auf so einem Dreierfoto zu haben.
00:07:14: Also beide Staaten sehen sich ja als aufstrebende Mächte und sehen die USA im Niedergang, und so ein Treffen wäre auch nach den Midterms wo Trumps Republikaner womöglich geschwächt werden.
00:07:28: das heißt ich würde sagen ist es mal PR-technisch wär das für Xi und Putin sicher eine schöne Gelegenheit Da dann wirklich etwas rauskommt und was die Agenda eines solchen Treffens sein könnte, das steht noch in den Sternen.
00:07:46: Die USA haben sich ja zweifelsohne ein bisschen näher an Russland gewandt spätestens seit dem Diesel-Deal von US-Präsident Trump.
00:07:54: Was hat sich denn in den letzten Monaten da etwas verschoben?
00:07:57: Bei der Verhandlungsbasis aus Sicht der Ukraine auf dem Schlachtfeld oder in der Diplomatie, man hätte doch das Gefühl die Ukraine ist jetzt wieder mehr unter Druck.
00:08:05: Ja ich meine schauen wir uns mal... Das sind natürlich verschiedene Arenen, die wir hier haben.
00:08:09: Wir haben einerseits den Bodenkrieg, wir haben den Luftkriegel und wir haben diese diplomatischen Ansätze.
00:08:16: Ja, lass uns vielleicht mal schauen wie es jetzt um das ukrainische amerikanische Verhältnis steht.
00:08:22: Denn das ist sozusagen das was uns jetzt alle beschäftigt auch mich und meine Kollegen, Kolleginnen in der Außenpolitik nachdem es eigentlich zwanzig sechsundzwanzig so ausgesehen hatte, dass sich Trump und Zelenski angenähert haben.
00:08:38: Also es hatte sich da eigentlich so diese persönlichen Animositäten hatten sich so beruhigt wie er.
00:08:43: wir erinnern uns im Vorjahr gab es da einige sehr heftige Auf-und Abs mit dem Skandal da in weißen Haus kurz nach Trumps inauguration.
00:08:54: Es gab aber dann auch wieder versöhnlichere Töne Und ja, zwanzig sechsundzwanzig ist eigentlich so das auch tramps aufmerksamkeit größtenteils von der Ukraine auch wieder weg war.
00:09:04: Es gab ja auch nicht viele Vermittlungsversuche nach Beginn des Kriegs im Nahen Osten, da war natürlich Trumps Aufmerksamkeit im Nahe Osten und der nahe Oston hat auch so eine gewisse Auswirkungen gehabt jetzt auf die Situation in der Ukraine also überhaupt global aber auch auf die situation in der ukraine.
00:09:25: wir haben einerseits öl liefer Schwierigkeiten Engpässe gestiegene verbraucherbrei aber auch ein wachsendes Problem für die Ukraine, den russischen Luftschlägen etwas entgegenszusetzen.
00:09:38: Sprich einen Mangel an Abfangraketen, an Patriot-Abfangraketen, die die Ukraine bisher aus den USA bezogen haben.
00:09:45: also da gibt es sozusagen auch viele ja roße internationale Konsequenzen und Trump der jetzt vor den Midterms auch einen wachsentenden Druck spürt will meiner Ansicht nach von den Konsequenzen seines Kriegs da im Iran ablenken.
00:10:02: wie die Ukraine auch verantwortlich gemacht in Teilen, für die Preissteigerungen im Treibstoffsegment.
00:10:09: Und Trump hatte ja die EU-Kiev einige Male aufgefordert diese Luftschläge auf russische Raffinerien zu unterlassen.
00:10:18: Die Ukraine ist aber nicht bereit einseitig diese Schläge einzustellen sondern ist bereit zu einem Teilwaffenstillstand Im Energiebereich, was bedeutet das auch Russland seine Schläge einstellen müsste?
00:10:31: Aber Putin ist dazu jetzt offensichtlich nicht bereit.
00:10:34: Also auch Wittkopf hat da ja nichts nach Hause gebracht in dieser Hinsicht.
00:10:38: In dieser sich zu spitzenden Situation hat dann Trump am neunten Oktober seinen Diesel-Deal mit Putin geschlossen und tatsächlich soll jetzt schon in den nächsten Tagen die erste Partie von vierzigtausend Tonnen Diesel Richtung USA ablegen.
00:10:55: Ich habe mir das mal angeschaut, diese Menge würde den amerikanischen Verbrauch für knapp zwei Stunden decken.
00:11:01: also das ist natürlich nur ein sozusagen ein kleiner Teil der vereinbarten Liefermenge.
00:11:07: aber man muss auch da sehen sozusagen dieser Deal ist nicht der Durchbruch und er wird sozusagen nicht diesen Preisdruck auf den Weltmärkten wesentlich entlasten.
00:11:22: Aber natürlich versucht Trump daraus, innenpolitisches Kapital zu schlagen.
00:11:26: Und für Putin ist es natürlich auch toll wenn er wieder als zuverlässiger Lieferant von Rohstoff da steht.
00:11:35: Natürlich wird es längerfristig auch Vorteile haben für das russische Budget dass dann wieder an die Wiesen.
00:11:44: Das bildet den Hintergrund der derzeitigen neuerlichen Krise zwischen Kiev und Washington.
00:11:51: Dieser Deal-Deal ist natürlich eine Seite im Krieg, im Alltagsbedürfnis Ukraine natürlich eher wenn jetzt keine Vorwarnungen kommen über große Luftangriffe der Russen durch US-Geheimdienste oder natürlich wenn das Starlink Internet nicht funktioniert.
00:12:06: sind es punktuelle Probleme?
00:12:08: Oder hat sich das verändert in den letzten Tagen?
00:12:10: Ist das immer noch so?
00:12:12: Ja, das ist natürlich diese Entwicklungen die du da ansprichst.
00:12:15: Das sind alles Ereignisse die eben nach Abschluss dieses Deals eingetreten sind und in der Ukraine wird das natürlich wahrscheinlich auch zu Recht so interpretiert dass eben die USA hier ihren Druck auf Kiel verstärken.
00:12:30: und ja also diese Starlink Einschränkungen sollen auch weiterhin noch existieren.
00:12:38: gesagt, wenn ich mich recht erinnere dass sie jetzt in letzter Zeit dreimal nicht vorgewarnt wurde vor russischen ballistischen Schlägen.
00:12:46: Was jetzt Darlink betrifft ja das ist natürlich schon eine Einschränkung die eigentlich auch die jüngsten ukrainischen Erfolger an der Front torpedieren könnte wenn es länger noch andauert sagen wir's mal so also jetzt kurzfristig wird es nicht sofort zu nachträglichen Ereignissen führen.
00:13:03: aber wenn das länger andauer dann ist die Ukraine natürlich in ihrer Zeitigungsposition eingeschränkt und könnte das dann auch an der Front konkret zu spüren beginnen.
00:13:14: Es ist ja so, dass meist den ukrainischen Streitkräften in den letzten Wochen- und Monaten gelungen sind, auch wieder Territorium von Russland zurückzuobern die Russen zurückzudrängen.
00:13:27: Und das war auch möglich.
00:13:28: aufgrund sogenannten Middle Strike Drohnen schläge also so im nahem mittlere Frontgebiet spielt Starlink eine große Rolle für diese Art von Gegenschlägen.
00:13:42: Und was wichtig ist zu betonen, dass das Tronenschläge sind die sich auf Russland besetztes ukrainisches Gebiet richten und nicht gegen diese von Trump kritisierten Luftschläge der Ukrainer gegen russische Raffinarien.
00:13:59: dazu wird Starlink gar nicht benötigt.
00:14:01: also Ja, hier werden auch Dinge vermischt und leider hat die Ukraine sozusagen jetzt hier Nachteile was eigentlich die Unterkontrolle-Bringung ihres eigenen Staatsgebietes betrifft.
00:14:14: Das ist einfach ein Zeichen wie stark abhängig die Ukraine natürlich ist von den USA.
00:14:19: also das Internet abgedreht und wie es funktioniert schon nicht mehr auf dem militärischen Feld?
00:14:24: Ja aber natürlich sollte man hoffen dass man von einem Verbündeten eine normale Internet Leitung bekommt.
00:14:34: Wenn man diese Services nutzt, ja die Ukraine ist hier derzeit ausgeliefert muss man sagen aber natürlich wird auch nach alternativen Lösungen
00:14:45: gesucht.".
00:14:46: Du
00:14:46: warst ja regelmäßig in der Ukraine seit Beginn des Krieges schon davor.
00:14:50: auch kennst das Land gut?
00:14:52: Ich glaube zuletzt warst du im September.
00:14:54: wie ist denn die Lage im Land wo du unterwegs warst?
00:14:57: vielleicht erzählst du mal von deiner letzten Reise.
00:14:59: Ja, ich war vor allem in Kiew unterwegs und da hat man natürlich diese Dinge die auch jetzt weiterhin abgehen schon gespürt.
00:15:08: Also was meine ich damit?
00:15:10: Dass eigentlich im September Kiew in den Mittelpunkt der russischen Luftschläge gerückt ist also das es zum ersten Mal tatsächlich so seit Kriegsbeginn dass es alle anderen Regionen aussticht und sozusagen an erster Stelle betroffen ist von Luft schlägen.
00:15:29: Also, damit... Das sind natürlich gemeint Drohnen und Marschflugkörper, und ballistische Raketen.
00:15:35: Wobei eben seit dem späten Sommer da auch eine Änderung zu bemerken ist, nämlich dass es eben auch tagsüber regelmäßig zu Drohne-Angriffen kommt und das natürlich das öffentliche Leben weiter einschränkt.
00:15:48: Das heißt wenn man dort tagsüber isst hört man sehr oft mehrmals am Tag habe ich auch gehört die Serenen des Luftalarms.
00:15:55: Das heisst Menschen müssen auch tagsüber in Schutzräume Fliehen nach.
00:16:00: Jetzt kommen dann die ballistischen Raketen, die sehr große Zerstörungen anrichten und die eben so schnell da sind, dass man sich oft nicht mehr in Sicherheit bringen kann.
00:16:09: Russland – ich habe es vorher schon geschildert – kann eigentlich an der Front nicht viel ausrichten.
00:16:16: Also wenn man sich die Zahlen anschaut für September ist das wirklich stagniert.
00:16:23: Es gibt ein wenig unterschiedliche Angaben aber Russland hat manchen Angaben zur Folge sogar Also mehrere Dutzend Quadratkilometer verloren.
00:16:32: Andere Angaben sagen, ja, sechzig Quadrat Kilometer gewonnen aber das ist ja wirklich Peanuts.
00:16:37: Also Putin kommt hier nicht vorwärts und deswegen eskaliert er den Luftkrieg.
00:16:43: Das heißt, er kann die Ukraine nicht erobern, aber er versucht sie eben aus der Luft zu zerstören.
00:16:49: Und das heißt auch dass immer mehr civile Ziele in den Fokus drücken.
00:16:54: also wir haben eben diese Angriffe auf Shopping-Zentren auf Tankstellen, auf Brücken, auf U-Bahnlinien Wohnhäuser.
00:17:05: Das heißt das wird einfach massiv verbreitert.
00:17:09: alles wird angegriffen kann man sagen.
00:17:12: Ja, das ist natürlich schon sehr hart für die Menschen, die dort leben.
00:17:17: Früher konnte man zumindest tagsüber noch so seinem Alltag seiner Arbeit nachgehen in die Schule gehen und so weiter.
00:17:28: Und auch das wird jetzt immer schwieriger und wird immer mehr gestört, auch dieses Leben tagsüber.
00:17:36: Das hemmt natürlich auch die Wirtschaft.
00:17:39: Man versucht sich da aber auch anzupassen, früher war es so dass bei Luftalarm alle großen Einkaufszentren dann auch so Einrichtungen wie zum Beispiel McDonald's also internationale Firmen zugemacht haben und jetzt gibt das eine abgestuften Luft Alarm und man macht einfach weiter weil man sonst eigentlich nichts mehr betreiben könnte.
00:18:02: Bist du denn z.B.
00:18:03: die Stromversorgung derzeit?
00:18:05: Was hörst du da?
00:18:06: Ja, das ist das zweite was man jetzt natürlich auch vermehrt zu spüren bekommt.
00:18:12: Also mit Ende September hat Russland seine Winterkampagne begonnen.
00:18:16: Das heißt es gibt jetzt vermehrte Luftschläge gegen Energieinfrastruktur also gegen Kraftwerke, gegen Transformatoreinrichtungen, Gasspeicher Alles Mögliche.
00:18:28: Also unmittelbar nach den Schlägen mussten natürlich schon Notabschaltungen durchgeführt werden, aber zu solchen planmäßigen Abschaltungen also dass man richtig so eine Grafik nennen das die Ukraine so einen Plan hat was jeden Tag betrifft also wo man eben auch über die mehrstündigem sozusagen auch planmäßig notwendigen abschaltung informiert wird weil es eben so ein Defizit an Elektrizität gibt.
00:18:55: Das ist noch nicht.
00:18:56: Also bisher kann man das sozusagen ganz gut ausbalancieren.
00:19:00: Die Ukraine hat natürlich auch über den Sommer repariert, hat Kapazitäten wiederhergestellt.
00:19:06: Schutzbauten spielen eine wichtige Rolle mit denen man versucht ja solche kritischen Einrichtungen eben zu schützen.
00:19:14: Auch die internationale Hilfe spielt eine Rolle.
00:19:17: also man hat auch der ukraine EU-Staaten haben und andere westliche Staaten haben der ukrainene Equipment geliefert.
00:19:25: Ja, es wird von einigen Faktoren abhängen.
00:19:31: Wie die Ukraine über den Winter kommt.
00:19:36: Wird diese Konzentration auf Kiew, wird das so weitergehen?
00:19:39: Eine andere Frage ist natürlich auch wie die Temperaturen sein werden.
00:19:45: Der letzte Winter war ja wirklich sehr kalt mit sehr langen Kälteperioden.
00:19:50: Das wird für dieses Jahr nicht in dieser Härte erwartet was schon mal ganz gut ist.
00:19:55: Aber man muss auch sagen, dass natürlich dieses Energiesystem in der Ukraine im fünften Kriegsjahr schon geschwächt ist und das Russland natürlich gezielt gegen diese Schwachstellen vorgeht.
00:20:09: Also man muss sich das so vorstellen, dass es da Angriffe gibt.
00:20:12: dann wertet Russland das aus was sozusagen ist zerstört worden, was funktioniert noch?
00:20:18: Und dann versucht man halt nochmal und wiederholt auf die schon geschwächte Infrastruktur einzuschlagen.
00:20:26: Also das Kalkül von Putin ist sicher, die Ukraine in diesem Winter niederzuringen.
00:20:31: Ob es aufgeht?
00:20:32: Werden wir sehen!
00:20:33: Ich weiß, dass man nicht generell über die Ukraine reden kann im Sinne von es gibt ja verschiedene Meinungen aber hast du da ein Gefühl dafür?
00:20:40: verändert sich da was?
00:20:41: Wie die Stimmung gegenüber Präsident Zelensky zum Beispiel ist weil Trump ja Trumps Rhetorik ist hier quasi Zelenski steht einem Frieden im Weg.
00:20:49: Ist das etwas was auch verfängt in der Ukraine oder steht man da geeint hinter Zelenskis?
00:20:55: Also ich glaube, dass diese Kommentare von Trump den gegenteiligen Effekt haben.
00:21:00: Nämlich in der Ukraine sieht man diese Kommentare dieser Zelenski kritischen Äußerungen als Einmischung von außen.
00:21:07: das heißt nicht, dass jetzt alle Ukrainer von Zelensky begeistert sind.
00:21:11: also man hat glaube ich viele haben Kritik an ihm.
00:21:15: aber wenn dann von Außen versucht wird da so zu beeinflussen und sozusagen im Prinzip zur Beseitigung des gewählten Präsidenten aufzurufen dann sieht man das, glaube ich größtenteils ablehnend.
00:21:28: Es ist natürlich so dass eine Mehrheit der Ukraine will den Krieg beenden aber eben auf dem Verhandlungsweg und nicht durch Zurufe von außen sozusagen den Präsident zu stürzen.
00:21:39: also es hat man natürlich ja von Russland auch schon oder man hört das schon die längste Zeit von Russlands.
00:21:44: wenn jetzt die USA sozusagen in diesen Choreinstimmen dann hat das denke ich eher die gegenteilige Wirkung im Land.
00:21:51: Und man muss auch sagen, dass die Ukraine natürlich schon von den USA in einigen Dingen abhängig ist.
00:21:58: Also wir haben schon gesprochen über die Aufklärungsdaten Starlink – es ist ein Thema!
00:22:03: Aber die Ukraine ist jetzt den USA nicht so untergeordnet wie das vielleicht Putin glauben mag oder wie dies manche Menschen glauben.
00:22:13: also ich denke auch... Die Möglichkeit Druck auszuüben ist natürlich da aber sie ist auch begrenzt.
00:22:19: Das muss man, glaube ich auch sehen.
00:22:20: Darauf sollte man auch nicht vergessen!
00:22:22: Aber an den Grundvoraussetzungen oder sagen wir mal am Putin-Grundforderungen quasi diese Oblaster im Osten der Ukraine voll zu besetzen wird eigentlich nicht abgewichen und die Ukraine sagt das Staat soll erhalten bleiben.
00:22:36: Siehst du da irgendeine Art von Bewegung?
00:22:38: Kernpunkte, die sich da zuletzt bewegt haben?
00:22:41: Ich sehe jetzt keine Änderung an Moskau's Haltung.
00:22:45: Putin glaubt noch immer dass er denn dann was einnehmen kann und er glaubt vor allem auch das er durch wie soll ich sagen Bezirzung von Trump und durch mögliche wirtschaftliche Deals auch erreichen kann oder gemeinsam mit Trump auch erreichen serviert wird oder dass Russland eben den politischen Einfluss auf die Ukraine mit anderen Mitteln, eben mit Mitteln der Verhandlung, mit Mittelen der Diplomatie ausweiten kann.
00:23:18: Also ich glaube man muss schon sehen das der Donbass nicht Ziel dieses Krieges ist, es ist eine Etappe die Putin vor sich hat.
00:23:27: Aber natürlich geht es letztendlich um die Ausübung von politischem und wirtschaftlichen militärischen Einfluss über die Ukraine Ja, letztendlich auch über Einfluss auch über Mittel-Osteuropa und Europa.
00:23:43: Ob er das alles erreichen wird ist eine andere Frage.
00:23:45: aber ich glaube also ich sehe keine Anzeichen dafür dass Putin von dieser seiner Vision irgendwie abgerückt ist.
00:23:53: Das wäre ja auch naiv zu glauben.
00:23:54: Ja gut Donbass wird geopfert und dann ist Ruhe?
00:23:57: Ja natürlich ist es naiv!
00:23:59: Liebe Jutta vielen Dank für deine Erklärungen und danke für deine Zeit.
00:24:02: Danke Clemens, danke fürs Interesse.
00:24:05: Aktuelle Entwicklungen, Nachrichten, Analysen und Reportagen lesen Sie wie gewohnt auf diepresse.com.
00:24:13: Das war's für heute bei Was Wichtig Ist.
00:24:16: zum Abschluss noch ein wenig Werbung in eigener Sache.
00:24:19: Wo hören sie uns denn gerade?
00:24:21: Auf Apple Music oder Spotify oder einem ganz anderen Podcatcher?
00:24:25: Wir haben jedenfalls zwei Bitten an Sie.
00:24:27: Einerseits klicken Sie gerne auf den Abonnieren- oder Folgenbutton dann verpassen sie keine Ausgabe von, was wichtig ist.
00:24:34: Und wenn Sie noch ein bisserl Zeit für uns haben, bewerten Sie unseren Podcast gerne mit fünf Sternen!
00:24:40: So zumindest im Idealfall für uns – Danke dafür und danke auch fürs Zuhören sage ich Clemens Patek im Namen des gesamten Audio-Teams der Presse.
00:24:49: Bis zum nächsten Mal wir hören uns.
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