Drei Szenarien für Israel: Hat Netanyahu diese Wahl nun gewonnen oder verloren?
Shownotes
Israel hat gewählt. Es wird noch ausgezählt, aber die Lage ist so: Der Regierungsblock mit Benjamin Netanyahu kommt mit all seinen Verbündeten nicht auf die notwendigen 61 Mandate für seine Mehrheit. Nur: Die Opposition, dort ist die stärkste Partei jene von Ex-Militärchef Gadi Eisenkot, kommt auf noch weniger Mandate. Also auch für die Opposition ist keine Regierungsmehrheit in Sicht. Was nun? Premier Benjamin Netanyahu sieht keinen Grund, seinen Posten zu räumen. Seine rechte Likud-Partei ist einmal mehr stärkste Einzelpartei - mit Abstand.
Welche Szenarien jetzt für Israel infrage kommen, das analysiert im „Presse“-Podcast „Was wichtig ist“ die Journalistin Mareike Enghusen, die für „Die Presse“ aus Tel Aviv berichtet. Welche Rolle spielen die arabischen Parteien, sind die zwei großen Blöcke in Stein gemeißelt, würden Neuwahlen etwas ändern - und was hat Benjamin Netanyahu vor?
Gast: Mareike Enghusen, Isreal-Korrespondentin der "Presse" in Tel Aviv
Host: Klemens Patek
Schnitt: Audiofunnel
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Transkript anzeigen
00:00:06: Die Presse.
00:00:09: Es gibt ja auch im oppositionellen Lager dezidierte rechte Parteien, die im Grunde inhaltlich gar nicht so wenig trennen von Netanyahu aus.
00:00:17: Likudas ist wirklich hauptsächlich die Person in Netanyahou, die da ein Bündnis so schwer macht?
00:00:23: Was macht die Opposition jetzt an dieser Lage?
00:00:25: also es gibt sie hat hier einen mathematisch ganz klaren Weg zur Mehrheit, wenn sie bereit ist mit den arabischen Parteien zu verhandeln und wenn es eine Möglichkeit gibt sich in irgendeiner Form zu einigen.
00:00:36: Also das ist natürlich innertlich extrem schwer.
00:00:38: Nicht denn Jao ist ja ein unglaublich herausfordernder Gegner.
00:00:43: In der Hinsicht dieser Zehnte der Politik gilt als Genie was politische Machtspiele intrigen, Manipulation der Öffentlichkeit usw.
00:00:50: angeht also an dem schon so viele gescheitert.
00:00:53: Und das wäre jetzt sage ich mal keine große Überraschung wenn das Eisencourt ähnlich gehen würde.
00:01:00: Herzlich willkommen bei Was Wichtig Ist, mein Name ist Clemens Patek.
00:01:04: Israel hat gewählt und sie haben eingangs schon die Stimme meiner Kollegin in Israel gehört.
00:01:10: Mareike Enghosen ist Journalistin in Tel Aviv.
00:01:13: Sie berichtet für die Presse aus Israel Und ich freue mich dass ihr heute die Zeit findet uns ein bisschen zu erklären was bei dieser Wahl genau passiert ist und vor allem wie es weitergeht.
00:01:23: Israel Hat also gewählt.
00:01:25: Es wird noch ausgezählt, aber die Lage ist so.
00:01:28: Der Regierungsblock mit Benjamin Netanyahu kommt mit all seinen Verbündeten nicht auf die notwendigen einundsechzig Mandate für eine Mehrheit – nur die Opposition kommt auf noch weniger Mandate.
00:01:39: Dort ist die stärkste Partei jene von ex-Militärchef Gadi Eisencott also ebenfalls keine Regierungsmehrheit in Sicht!
00:01:47: Was nun?
00:01:48: Premier Benjamin Netanyahu sieht keinen Grund, seinen Posten zu räumen.
00:01:52: Seine rechte Likud-Partei ist immer noch klar stärkste Einzelpartei!
00:01:56: Wie es weitergeht darüber rede ich heute mit Pressekorrespondentin Mareike Enghoussen in Israel.
00:02:02: welche Rolle spielen die arabischen Parteien und sind diese zwei großen Blöcke in Stein gemeißelt?
00:02:08: Würden Neuwahlen etwas ändern und hat Benjamin Net anyahu diese Wahl nun verloren oder gewonnen?
00:02:18: Frau Enghosen schön dass Sie heute Zeit gefunden haben.
00:02:20: Ja freut mich auch
00:02:21: Bevor wir jetzt ins Detail gehen.
00:02:22: zur Israel-Wahl, es wird ja noch ausgezählt.
00:02:25: Wir nehmen Mittwoch zum Mittag auf.
00:02:27: Gibt's da eine Entwicklung die relevant ist?
00:02:29: Tut sich dann auch was?
00:02:30: Ich erwarte nicht dass ich an den groben Verhältnissen etwas ändert.
00:02:33: also bisher ist es so das beide Parteienblöcke mehrere Mandate von der absurden Mehrheit entfernt sind und ich glaube nicht dass sich das noch verändern wird.
00:02:42: Ich rechne eher mit kleineren Veränderungen ein.
00:02:45: zwei Mandate plus minus hier und da aber nichts grundlegendes.
00:02:49: Ich habe es in der Einleitung für unseren heutigen Podcast schon grob skizziert.
00:02:54: Beide großen Blöcke scheitern daran, eine Mehrheit zu bilden haben zur wenig Mandate.
00:02:59: Wenn Sie jetzt die letzten Stunden Revue passieren lassen was ist denn bemerkenswert an diesem Wahlergebnis?
00:03:04: Was sticht Ihnen da als erstes ins Auge?
00:03:06: Zwei Dinge!
00:03:07: Einmal ist eine große Überraschung dass die arabischen Parteien so stark abgeschnitten haben Nachdem, wie es aktuell aussieht, konnten die beiden Parteien zusammengerechnet fast verdoppeln von zehn Mandaten vor vier Jahren auf bis zu neunzehn.
00:03:23: Das ist schon ein sehr beachtlicher Sprung und das zeigt, wie wichtig auch die Arabischen Bürger sind.
00:03:28: Also zwanzig Prozent der israelischen Bevölkerung sind ja arabische Bürger – offizielle Sprachgebrauch-Arabisch Israelis -, die in diesem Fall scheinen diese Wahl auch sehr ernst genommen zu
00:03:39: haben.".
00:03:39: Das zweite ist das starke Abschneiden doch des Netanyahu-Blocks.
00:03:44: Das hatte sich so in den letzten Umfragen nicht abgezeichnet, also die letzten Wochen haben eigentlich konsistent gezeigt in den Umfragen dass der gegnerische Block angeführt von Gazi Eisencourt dem früherer Namechef und seiner Partei Yashar, also geradeaus, dass er zumindest einige Mandate vor Netanyahu lag Und natürlich sind Umfragen die ganz verlässlich.
00:04:06: Das hat sich jetzt auch wieder gezeigt, aber ich hätte nicht erwartet, dass sich die Mehrheitsverhältnisse dermaßen umdrehen.
00:04:12: Also aktuell liegt ja Eisenkott mit seinem Blog auf forty- achtundvierzig.
00:04:16: Ich habe eben noch gesehen sowas in dem Bereich und der Netanyahu-Blog.
00:04:21: Ich glaube auf fifty vier.
00:04:22: Das war der letzte Zahl.
00:04:23: also das ist schon eine ziemlich deutliche und für mich überraschende Umkehrung der Verhältnisse.
00:04:28: Es hat sich ja auch in der Tonalität der Schlagzeilen in der Nacht dann doch einiges gedreht.
00:04:33: Wie ich gestern an meinen Dienst beendet habe, Dienstagabend da war ja auch das Bündnis von Eisencourt nach vorne über Zweiundfünfzig und das hat sich hier dann doch über Nacht noch umgedreht zugunsten des Netanyahu-Blocks?
00:04:44: Genau!
00:04:44: Also man kann daraus schließen dass die Netanyahu Wähler bzw.
00:04:48: die Wähler des Blocks einfach später wehlen gehen.
00:04:51: Das gibt ja solche suche Muster auch in Deutschland immer wieder.
00:04:53: Da sind manche Parteien traditionell erst weil die vorn liegen und danach zurückfallen Aber dennoch mit so einem starken Wandel.
00:05:00: Ich habe gestern Abend einen Kommentar geschrieben, in dem ich argumentierte, dass das doch ein starker Verlust jetzt war für die Settanjahu-Lager.
00:05:08: Zwischenzeitlich lagen sie... Also die Koalition hat sich immer wieder verändert.
00:05:11: Das sind Parteien abgesprungen und Parteide zugekommen.
00:05:14: Aber auf ihrer bei ihrer Hochzeit lag die Koalition bei sixty acht mal Daten.
00:05:18: Da hab' ich argumentiert es ist schon tiefer Fall auf.
00:05:21: zu dem Zeitpunkt waren's fünfzig.
00:05:22: in der Hochrechnung würde ich jetzt zwölf Stunden, dreizehn Stunden später nicht mehr so schreiben.
00:05:28: Gut Faktum ist, es ist ein Verlust von Mandaten.
00:05:31: Wie gesagt, einundsechzig ist die Mehrheit von hundertzwanzig.
00:05:35: was mich interessieren würde sind diese Blöcke.
00:05:37: wir reden immer von zwei großen Blöcken dem Regierungsblock da sind einen Haufen Parteien darunter angeführt von Benjamin Netanyahu und dann diesen Oppositions-Block Die jetzt auch in allen Grafiken die man online sehen kann zusammengefasst werden in zwei Farben.
00:05:51: wie fix sind denn diese blöcke?
00:05:53: Es wird ja auch spekuliert dass durchaus sich das ein bisschen auf lösen könnte als eine Lösungsvariante aber dazu kommen wir später noch.
00:05:58: Aber wie fix sind diese Blöcke?
00:06:00: Das ist eine der entscheidenden Fragen jetzt für die nächsten Tagen und Wochen.
00:06:05: Meine Einschätzung nach, sind sie ziemlich fix vielleicht bei dieser Wahl noch stärker als in der Vergangenheit einfach weil diese Kluft, die es ja schon vor, die das ja schon seit vielen Jahren gibt im Grunde zwischen dem Pro-Bibi also Baby ist ja nicht genau aus Spitznamen, sondern zwischen den Pro-Baby Lager und dem Antibibi Lager.
00:06:21: Diese Klufte gibt's schon seit viele Jahren was sich hier abgespielt hat mit all den extremen Ereignissen noch mal deutlich vertieft.
00:06:30: Und es hat sich auch schon in der Vergangenheit abgezeichnet, gezeigt dass das Parteien aus dem Oppositions- als aus dem Antibibi-Lager die versprochen haben vor den Wahl, dass sie auf keinen Fall mit der Tenerao koalieren würden und dann doch getan haben, dass die anschließend abgestraft wurden bei späteren Wahlen.
00:06:46: Insofern also ein ganz abschreckendes Beispiel hier gilt Benny Ganz Ein weiterer früherer Mähchef, das sind die Traditionen in Israel.
00:06:53: Dass viele einzige Mähschefs dann in die Politik wechseln häufig auch sehr erfolgreich.
00:06:57: Bei Benni Ganz war das nicht der Fall.
00:06:59: Der hat mit Netanyahu koaliert.
00:07:02: Die Polizistin hat nicht lange gehalten, noch nach zwei Jahren und er ist danach.
00:07:09: nicht nur deshalb aber... nach weitgehender Einschätzung.
00:07:13: Da ließen hier vor allem deshalb extrem abgestürzt mit seiner Partei bis dahin, dass er bei diesem Wahl noch nicht mal angetreten ist, weil seine Parteien die Roller waren, die Blau-Weiß-Partei in Umfragen so um ein Prozent dümpelte und die extremer Ablehnung aufseiten des Anti-Biby-Lagers, das Anthony Tanjao-Lager hat sich wenn überhaupt nur noch verstärkt in den letzten vier Jahren, also ich glaube kann natürlich nichts ausschließen aber Es würden auf jeden Fall schwierige Verhandlungen werden, um diesen Oppositionsblock aufzubrechen.
00:07:46: Mathematisch ist natürlich eine sehr naheliegende Möglichkeit.
00:07:49: also es wird auch schon wieder gesprochen von einer neuen sogenannten Einheitsregierung, Regierung der Nationalen Einheit.
00:07:56: damit wird gemeint die beiden größten Dateien aus den jeweils als aus den rivalisierenden Lagern.
00:08:01: das wäre in diesem Fall natürlich der Likud, der rechte Likut von Netanyahu und ja Schaupartei von Eisenquartt bis dienen Bündnis bilden können Und es dann eine Rotationsregelung gäbe wie eben auch Netanyahu und ganz sich schon versucht haben, erfolglos in dem Fall.
00:08:17: Netanyahu hat seinen Amt nie an ganz übertragen aber das wäre eine Möglichkeit des Eisenkott- und Netanyaho sich abwechseln im Amt des Regierungschefs.
00:08:25: Ich weiß es nicht realistisch aber wäre Netanyajo nicht mehr an der Spitze von Likud oder würde sagen gut mir reicht's ein.
00:08:31: wäre es leichter diese Parteien zu verbinden in einer Koalition?
00:08:35: Ja, unglaublich vielleicht.
00:08:36: Auf jeden Fall gar keine Frage.
00:08:39: Iltan Yahu ist seit Jahren und aktuell mehr denn je die ganz große polarisierende Figur hier in Israel.
00:08:46: Und das gilt wirklich für beide Seiten.
00:08:47: also so groß ich habe das Gefühl es steigt.
00:08:50: Also das steigt... Auf beiden Seiten gleichzeitig, also auf der einen Seite steigt die Ablehnung.
00:08:55: Zum Teil muss man wirklich sagen, der Hass und gleichzeitig die Verehrung, die Bewunderung, dass ich gestern Abend nach Hause ging durch mein Viertel hier in Tel Aviv, saßen vor einem Supermarkt.
00:09:04: Das ist ja ein Viertell... das ist relativ gemischt aber es gibt eine relativ große Bevölkerung.
00:09:11: Wer traditionelles, eher soziokonomisch an der unteren Hälfte sage ich mal.
00:09:15: Eher mit Wurzeln in arabischen muslimischen Ländern also die sogenannten Mizrachim wie man die Einwanderer oder die einstigen Einwanderer und ihre Nachfahren aus den östlichen Ländern hier nennt.
00:09:26: Und das sind ganz stark traditionelle Likud-Wähler.
00:09:28: und als sich an einem Supermarkt vorbeiging, einige Männer draußen saßen und rauchten und über Politiksprache rief nehmen uns zu Rack Bibi!
00:09:35: Rack bibi!
00:09:35: Also nur Bibi.
00:09:37: Ich hab doch nicht mal gefragt, ich bin einfach beigelaufen.
00:09:42: So glaube ich einfach in ihrer, so stark an ihre Begeisterung und in der Hoffnung dass er es doch nochmals schafft.
00:09:47: Und allen zeigt ja, dass sie das kund tun muss wahrscheinlich jedem der Leckerzug nicht vorbeilebt.
00:09:54: Das zeigt zu sehr stark finde ich.
00:09:55: Es ist ein Beispiel was zeigt wie stark die Emotionen wirklich auf beiden Seiten hochgehen wenn es um eine Terneachung geht.
00:10:02: Um nochmal ein Verständnis für diese Blöcke um mich zu verstehen, wäre wieder ein Konjunktiv wie hätte eine dieser beiden Blocke jetzt im Sechzig-Mandate oder im Idealfall mehr erreicht.
00:10:13: Wäre das dann mit einem Fingerschnip?
00:10:14: Das ist klar und dass es die Regierung oder wären das auch noch Verhandlungen unter diesen Parteien geworden?
00:10:19: Es gäbe natürlich auch noch Verhandlungen darum, welches Ministeramt bekommt um so eine grundlegende Einigung.
00:10:26: Also was sind die wichtigsten Punkte, die diese eine solche Regierung anpacken wollen würde?
00:10:31: Aber es wäre im Grunde, also in der Formalität mehr oder weniger als klar, dass daraus eine Koalition entstünde und es wäre auch klar, wer eine solche Koalition anführen würde.
00:10:42: Beide Blöcke haben jetzt eben keine Mehrheit, konjunktiv wird wieder eingepackt.
00:10:46: Wir haben es schon angedeutet aber ich frage Sie trotzdem noch mal ist das realistisch dass da manche Parteien etwa aus dem Oppositionsblock sich hinreißen lassen ins Netanyahu Lager zu wechseln oder umgekehrt?
00:10:56: Ich erwarte es nicht!
00:10:58: Also am ehesten könnte ich wie gesagt mir eine sogenannte Einheitsregierung vorstellen.
00:11:04: Alternativ gibt es immer die Möglichkeit und jetzt werden ganz bestimmt auch die Vorsitzenden der größten Parteien jeweils auf beiden Seiten versuchen, dass man einzelne Abgeordnete zum Überlaufen bringt.
00:11:16: Es ist klar das Netanyahu bei den Rechten – es gibt ja auch im oppositionellen Lager – dezidierte rechte Parteien, die im Grunde inhaltlich gar nicht so wenig trennen von Netanyah aus Likudas.
00:11:26: Das ist wirklich hauptsächlich die personische Netanyaho, die da ein Bündnis so schwer macht Und da wird er dann ja aber ganz bestimmt versuchen, einzelne Personen zum Überlaufen zu bewegen und andersrum auch.
00:11:36: Also es gibt ja im Likud in seiner Identiauspartei die jetzt deutlich stärkste Kraft.
00:11:41: wieder einmal wird auch immer mal wieder Gerüchte, mehr oder weniger glaubwürdig von einzelnen Abgeordneten.
00:11:47: Die nicht so glücklich sind mit der Dominanz die Netanyahu aufgebaut hat in dieser Partei in den letzten Jahren und da war natürlich die Opposition versuchen denen was zu versprechen das ich vielleicht in ihrer Lager locken könnte wie aussichtsreich Das ist bei dem zahl jetzt aktuell.
00:12:01: sich abzeichnet es eine andere Frage also selbst Netanyaho selbst wenn sich jetzt diese pfiunfünfzig die Zahl von pfiund fünfzig Mandaten bestätigen sollte Also wenn er fünfundfünfzig sein sollte, wie auch immer, er bräuchte ja immer noch dann sechs Leute, sechs, sieben Leute die jetzt im Überlaufen bewegen müsste, hatte ich für wenig wahrscheinlich.
00:12:19: Das erste was Sie uns heute gesagt haben war eben der Erfolg der arabischen Parteien.
00:12:24: darüber würde ich ganz gerne ein bisschen ausführlich mit Ihnen sprechen.
00:12:27: es gibt zwei arabische Parteien.
00:12:29: Wofür stehen die und werden sie tatsächlich nur von Arabischstämmigen, arabischen Israelis gewählt?
00:12:34: Das
00:12:34: ist wirklich eine extrem interessante Frage.
00:12:37: Gerade in diesen Wahlen, weil sich da noch einiges verschoben hat.
00:12:41: Also auf der einen Seite gibt es die feind-arabische Liste, die sich wiederum auch aus einzelnen Parteien zusammensetzt, die untereinander eigentlich gar nicht so viel gemein haben Aber die sich einfach aufgrund der Zahlenverhältnisse zusammenschließen mussten schon vor vielen Jahren, weil sie sonst die drei Prozent oder fünf Prozent nicht überwinden könnten.
00:12:59: Worum ins Parlament zu gelangen?
00:13:00: Die Sperrkanzektion?
00:13:02: Genau, genau.
00:13:02: Und das israelische Parlament so gelang in den Knesset.
00:13:04: und dann geht es die zweite arabische Partei, die lange Teil dieser Liste war, die sich aber bei früheren Bahlen schon losgelistert hat.
00:13:11: Das ist ein ebresches Akronym.
00:13:15: Die steht unter dem Vorsitzenden Mansoor Abbas, der auch an sich eine extrem interessante Person ist.
00:13:21: Die kommen eigentlich aus den islamistischen Spektrums, also aus einer Spielart des politischen Islams sehr konservativ.
00:13:28: Eine Gruppierung... Ich versuche es nicht zu weit auszuholen aber es gibt in Israel traditionell zwei Strömungen, die im Islamismus zugeordnet werden.
00:13:35: Die eine geht als so radikal, das israelische Staatsverbot in der Schuldmagnetzeit.
00:13:39: Die andere redet etwas gemäßig dar und da wird dieser Rapartheid zugeordnete?
00:13:45: Der hat sich aber in den letzten Jahren unter dem Vorsitzenden Mansoor Abbas der Schlag gelöst.
00:13:48: Sie sind Netzwerken, hat mir Eigenständigkeit entwickelt und Mansoar Abbas ist derjenige arabisch-israelische Politiker, der im stärksten für integration wirkt auch vor politischer Integration also für Zusammenarbeit mit den sogenannten zionistischen Parteien, jüdischen Partein die für einen Staat mit jüdischem Charakter einstehen.
00:14:09: das natürlich die arabischen Partei Naturgemäß.
00:14:12: Das haben wir da eine andere Perspektive, aber dennoch hat Manzor Abbas wird seit einigen Jahren für Zusammenarbeit, für Politik und Koalition.
00:14:20: Und das gab ja auch vor der letzten Netanjau-Regierung eine Kurzlebe, die ihr sogenannte Koalition das wandelt.
00:14:25: Dann hat Herr Manzora Abbas mit seiner braunen Partei teilgenommen als Koalitionspartner.
00:14:30: Und es war ein großes Novum in der israelischen Politik.
00:14:34: Schließe aus Ihren Worten, diese Rahmenpartei ist jene Partei die eher zugänglich ist oder wo man sich in der Verbindung zu den anderen Parteien eher vorstellen könnte.
00:14:43: Absolut!
00:14:44: Das hat sich jetzt eigentlich noch mal verstärkt weil sie dieses Mal – das ist auch extrem interessant mit einer jüdisch-israelischen Politik zusammen angetreten sind.
00:14:52: Joffseger Lauwitz hatte sich vorher ein Profil erarbeitet in der arabischen Gesellschaft und Arabischen Minderheit damit dass er Regierung vor Netanyahu, in der sogenannten Regierung des Wandels.
00:15:02: Eine Koalition aus acht Parteien extrem unterschiedlich unter anderem eben diese Rahmenpartei und Jof Segalovitz hatte als Data Damals-Kalministeramt aber hat innerhalb des Ministeriums für innere Sicherheit sich sehr stark dafür engagiert die Kriminalität in arabischen Städten zu reduzieren und war dabei auch Im letzten Zeitraum hat sehr viel Glaubwürdigkeit gewonnen in der arabischen Minderheit und hat sich tatsächlich bei diesen Wahlen der Arab-Partei angeschlossen.
00:15:28: Eine eigentlich in ihrem Kern ihren Wurzeln islamistisch konservative Partei, die einen jüdisch-israelischen Politiker auf einen sehr prominenten Listenplatz auch als Signal für die Übrigend jüdischen Parteien, wir sind hier.
00:15:43: Wir wollen uns integrieren und zusammenarbeiten mit euch.
00:15:46: Wir sind nicht zwangsläufig mehr in eine reine exklusiv muslimische konservative arabische Partei.
00:15:52: Dennoch haben die meisten Parteien das opposiziellen Bündnis des Antion-Ettaniaro-Bündnisses im Vorfeld eine Koalition mit Arabischen Parteiden ausgeschlossen – selbst Politiker wie Darfzali Bennett, der das Bejacherdbündnis führt, der in der Vergangenheit als Ministerpräsident mit genau jener Iran-Partei koaliert hat.
00:16:12: Oder es war ein Wahlkampf der Abgrenzungen, ja?
00:16:15: Es hat sich, glaube ich, niemand getraut zu sagen Ja, Arabische Partei ist eine Option, der dann ja aus einer Option.
00:16:21: hier wurde ganz klar gedreht und jetzt muss irgendwer irgendeine Ansage über den Haufen werfen.
00:16:27: Absolut!
00:16:27: Also es gibt eine Partei im oppositionellen Lager, im anti-demokratischen Lager das sind die Demokraten unter Ergolan die klar gemacht haben, dass es für sie eine denkbare Option ist und der Ecolan wirbt jetzt auch schon sehr stark dafür diese Option zu berücksichtigen im Betracht zu ziehen.
00:16:43: Aber genau ansonsten ging es tatsächlich sehr stark darüber wie man nicht zusammenarbeiten wird, vor allem auf Seiten der Opposition und das lässt sich glaube ich vor allem damit erklären ,dass der Netanyahu-Blog oder Netanyaho selbst allen voran sehr stark Wahlkampf damit betrieben hat Ängste zu schüren vor den arabischen Parteien
00:17:02: Er
00:17:05: als im Grunde eine Gefahr der Nationalen Sicherheit dargestellt hat.
00:17:10: Der Likud, seine Partei, hat mit Plagaten Wahlkampf geführt riesigen Plakaten auf denen nur drei Wörter standen.
00:17:16: Jamino-Palästin, also Jaminas Drechts oder Palästina.
00:17:20: Also die Ansage war entweder er wählt uns... oder bekommt ein Palästinenser-Staats, den aktuell und seit dem Sieben Oktober die Mehrheit der Israelis ablehnt?
00:17:34: Eine Frage, die ich in einen Fragenkonvolut zuerst reingeworfen habe.
00:17:37: Aber gibt es jüdische Israelis, die auch arabische Parteien wählen?
00:17:41: Interpretieren das manche als Zeichen des Zusammenhalts?
00:17:44: Das gibt es absolut!
00:17:45: Es ist nicht üblich, aber das gibt es auf jeden Fall.
00:17:48: Dazu sind jetzt noch keine Zahlen öffentlich, aber es gab schon in der Vergangenheit, also Manzur Abbas, der Vorsitzende der Rahmenpartei selbst erzählt und ich halte es verklaubt für dich dass ihn auf der Straße immer wieder jüdisch-israelisch ansprechen und sagen man so, ich wähle Dich, die israeli tut's man sich per se auch Parteiforsitzende!
00:18:06: Und ich persönlich kenne auch... Leute, die auch schon in der Vergangenheit eine jüdisch-israelische Frau hat.
00:18:14: Sogar die zweite arabische Partei also aus Sicht der meisten jüdische Israelis extremere Partei der beiden arabischen Kräfte gewählt.
00:18:22: das gibt es durchaus.
00:18:23: wird interessant zu sehen falls es aufgeschlüsselt wird wie vieles diesmal tatsächlich war.
00:18:28: ich könnte mir schon vorstellen dass es noch mehr waren.
00:18:31: aber im insgesamt glaube ich jetzt was die prozente angeht die verteilung fein glaube ich diese wenigen jüdisches israelischen Wähler nicht ins Gewicht.
00:18:40: Also man sieht ja auch das.
00:18:40: vor allem die zweite, die gemeinsame Liste, die traditionell weniger bereit war mit jüdischen Parteien, den zionistischen Parteiden zu koalieren bis die vor allen großen Sprung gemacht hat was die zahle Mandate angeht.
00:18:54: und das würde ich vorrangig erklären damit dass einfach viele arabisch-israelischen Bürger die traditionellen weniger wählen jetzt doch Ausführer angesendet und gesagt haben nach diesen vier Jahren müssen wir unsere Stimme geltend machen.
00:19:05: Kurz noch zur Gardi Eisencourt.
00:19:08: Wie gesagt, über Nacht hat sich das ein bisschen gedreht und klar auch Politiker.
00:19:12: ihre ersten Statements darf man nicht auf die Goldwaage legen.
00:19:15: Aber das erste Statement war eben ja Netanyahu ist quasi krachend abgewählt.
00:19:19: Auch das würde er heute früh wahrscheinlich nicht mehr so hinaus pur saunen.
00:19:24: wie geht's mit ihm mit seiner Partei weiter?
00:19:26: Ist er schon ein gescheiteter Oppositionschef?
00:19:29: Das ist eine gute Frage!
00:19:30: Die Partei selber ist noch ganz jung, die gibt es erst seit einem guten Jahr.
00:19:35: Das ist in Israel auch keine Seltenheit, dass sich über Nacht neue Parteien bilden, die auf einmal ganz stark waren.
00:19:41: Das habe ich im letzten Jahr immer wieder gesehen, die vor allem in Umfragen ganz, ganz stark werden von null auf hundert.
00:19:46: Und dann in einer Wahl auch gut absteigen.
00:19:48: Es gibt so viel, also eine ganze Liste von Parteien die es schon nicht mehr gibt, die in dem Jahr gehandelt wurden als große Hoffnung und deren vor allem den Vorsitzenden gehandelten wurde als nächster Ministerpräsident.
00:19:58: Das ist nicht mehr geht bei der ganzen Zeit.
00:20:00: Carola Warn, die es nicht mehr geben kann.
00:20:02: Die Kadima-Partei, die das nicht mehr gibts, ursprünglich von Harriet Sharon gegründet als neue zentristische Kraft.
00:20:08: Und es ist durchaus denkbar dass es mit gar die Großeisenquote jetzt einen ehrlichen Lauf nehmen wird.
00:20:15: Die Frage ist tatsächlich, das sieht nicht nur von ihm allein.
00:20:19: Was macht die Opposition jetzt an dieser Lage?
00:20:22: Sie hat ja einen mathematisch ganz klaren Weg zur Mehrheit wenn sie bereit ist mit den arabischen Parteien zu verhandeln und wenn es eine Möglichkeit gibt sich in irgendeiner Form zu einigen.
00:20:32: also ist natürlich inhaltlich extrem schwer.
00:20:35: der Opposition gehören hier auch sehr hartrechte Parteien wie zum Beispiel unser Haus Israel an.
00:20:41: Also inhaltlich ist es schwer vorstellbar, dass man da eine Einigung finden könnte.
00:20:46: aber würde Eisencourt das gelingen?
00:20:48: Wäre das natürlich historisch ein Ereignis, einen Durchbruch in israelischen Parteien und heute die Geschichte und das könnte ihm dann wiederum vielleicht einen längeren Platz oder eine längere Karriere versprechen wie auch in welche Richtung auch immer.
00:21:06: Ja, wenn es dann doch am Ende eine Einheitsregierung geben würde mit der Tanjahu.
00:21:12: Würde ich eher warten, dass das den Lauf nimmt und die ganz damals genommen hat, dass es vielleicht doch einfach ne einmalige Geschichte ist.
00:21:19: Es sind guter selber auch Komprojetik-Erfahrungen.
00:21:21: Wir müssen ja auch dazu sagen.
00:21:23: also, dass er jetzt extrem erfolgreich oder relativ erfolgreich war.
00:21:26: dafür wie jung diese Partei ist liegt auch an seiner Person.
00:21:30: Das heißt ehemaliger Mähchefs.
00:21:31: sehr glaubwürdig ist, dass ein eigentlich Sohn.
00:21:37: Das macht ihn zu einer sehr starken Identifizionsperson, auch ein Figur in Israel.
00:21:43: Aber sollte er sich jetzt nicht politisch als geschickterweise?
00:21:46: Der Jao ist ja ein unglaublich herausfordernder Gegner.
00:21:51: In der Hinsicht ist er der Zehnte der Politik gilt als Genie was politische Machtspiele intriggen, man die Position der Öffentlichkeit usw.
00:21:59: angeht also an dem schon so viele gescheitert.
00:22:02: Und das wäre jetzt, sage ich mal keine große Überraschung, wenn das Eisenkott ähnlich gehen würde.
00:22:06: Drei Szenarien werden beschrieben ungefähr, wenn ich die einmal so zusammenfassen darf.
00:22:12: Variante A einer der beiden Blöcke einigt sich mit einer arabischen Partei.
00:22:16: Variant B beide Blöcken lösen sich quasi auf und finden irgendwo eine Mehrheit untereinander.
00:22:21: Und Variante C sind Neuwahlen.
00:22:24: Die Frage liegt auf der Hand was halten Sie am realistischsten oder wie deuten sie die Lage derzeit?
00:22:30: Ganz schwer zu sagen, müsste ich tippen würde.
00:22:34: Ich glaube die Einheitsregierung wählen weil ich auch nicht sehe wie.
00:22:41: also auf diesem Ergebnis kann ich mir schwer vorstellen dass neue Wahlen im Interesse gar die Eisen kurz wären Und auch nicht im Interesse hinter die Auß natürlich, der jetzt besser abgestütten hat.
00:22:51: Als er wartet wurde nach den Umfragen.
00:22:53: insofern könnte ich mir am ehesten vorstellen dass sie beiden und sei es aus purem politischen Eigeninteresse sich überwinden das vor allem Eisencourt sich überwindet und dann doch diesen Schritt geht.
00:23:03: Unabhängig von diesem großen politischen ja stolper Steinen die da aus dem Weg geräumt werden müssten.
00:23:09: wie geht's denn jetzt unmittelbar weiter?
00:23:11: was sehen wir denn in den nächsten Tagen und Wochen?
00:23:14: Erst mal müssen wir natürlich aufs finale Ergebnis warten.
00:23:17: Das wird vermutlich irgendwann im Laufe des Freitags eintrudeln.
00:23:21: Wobei sich nichts mehr Grundlegendes ändern wird, aber vorher passiert erst mal nichts ist klar.
00:23:26: es werden vermutlich mehrere Wochen schwierige Verhandlungen folgen.
00:23:30: sollte sich am Ende eine Mehrheit ergeben in einem der beiden Blöcke dann würde das Parlament den zukünftigen Ministerpräsident wählen.
00:23:37: anderenfalls müssen nach Ablauf einer Frist die Frist kann mehrere Mal verlängern werden.
00:23:42: ich hoffe sprechen wir mehrere Wochen.
00:23:44: Sollte diese Frist ablaufen, dann müsste noch einmal gewählt werden.
00:23:47: Und bis dahin bleibt so bei Netanyahu interimistisch im Amt?
00:23:50: Stimmt das?
00:23:51: Genau!
00:23:52: Was auch meine Abschlussfrage wäre... Ich habe es da jetzt auf dem Zettel etwas übertrieben formuliert.
00:23:57: Zehen Sie Netanyahu vor einem Ende seiner politischen Karriere?
00:24:00: Da weiß ich schon dass die Antwort nein ist aber vielleicht eine ... ich übertreibe jetzt nochmal eine Götterdämmerung.
00:24:05: Ist das schon der Beginn des Endes von Netanyaha oder ist das gar nicht absehbar?
00:24:09: So viel und so oft wurde dieses Ende der politischen Karriere Netanyahu beschrieben, erwartet und erhofft gefürchtet.
00:24:17: Deswegen werde ich mir auf keinen Fall festlegen.
00:24:19: Ich gehe auch nicht davon aus.
00:24:22: Im Moment zeichnet sich das nicht ab.
00:24:23: Es gibt keinen Grund dafür zu gehen, dass es jetzt demnächst geschehen könnte.
00:24:29: Und Netanyahu hat uns alle mit Israel die Welt.
00:24:34: Journalisten, Neinfacher-Opachter.
00:24:35: So oft überrascht, so was zurückgekehrt nachdem man ihn politisch totgesagt hatte, dass man mit solchen Prognosen sehr vorsichtig sein muss.
00:24:44: Seine Partei ist die stärkste nach der Parlamentswahl.
00:24:47: Sein Blog liegt vor dem Oppositionsblog.
00:24:50: Frau Engusen vielen Dank für Ihre Analysen heute bei uns hier im Podcast und liebe Grüße nach Tel Aviv!
00:24:55: Vielen Dank.
00:24:59: Aufgenommen haben wir diese Folge am Mittwoch zu Mittag.
00:25:02: Es wird noch ausgezählt, allerdings am großen Ergebnis der Parlamentswahl in Israel wird sich nicht mehr viel ändern.
00:25:09: alle aktuellen Entwicklungen und auch alle Analysen und Reportagen sowohl von Marike Enghosen als auch meinen Kollegen hier zum Beispiel Thomas Vieherecke die finden Sie auf diepresse.com slash Ausland.
00:25:22: Falls Ihnen unser Podcast was wichtig ist gefällt gerne eine fünf Sterne Bewertung abgeben dort wo sie uns gerade hören Und uns natürlich auch folgen, damit sie keine Folge verpassen.
00:25:32: Feedback und Kritik nehmen wir gerne entgegen!
00:25:34: Schreiben Sie uns unter Podcast at diepresse.com.
00:25:37: Mein Name ist Clemens Patek und ich sage vielen Dank fürs Zuhören und wünsche Ihnen noch einen angenehmen Tag.
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