Digitale Souveränität: Ein Wegweiser zur Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen

Shownotes

Wenn in Europa das Buzzword der Digitalen Souveränität fällt, dann ist meist von der Fähigkeit von Staaten und Unternehmen die Rede, Technologien und Daten eigenmächtig steuern und kontrollieren zu können. Digitale Souveränität steht aber nicht nur für technologische Unabhängigkeit in einem geopolitischen Kontext. Für Unternehmen geht es bei der Gestaltung einer souveränen digitalen Architektur vor allem um das Miteinander von Autonomie und Innovation – und letztlich um die eigene Wettbewerbsfähigkeit.

„Digitale Souveränität ist kein statischer Zustand, sondern ein Designprinzip, das sich mit regulatorischen Anforderungen und technologischen Entwicklungen weiterentwickeln muss“, sagt Marco Porak, Generaldirektor von IBM Österreich. Im Podcast thematisiert er die Eckpfeiler einer souveränen Digitalarchitektur in Unternehmen und skizziert die Herausforderungen, die mit den Chancen von künstlicher Intelligenz einhergehen. Ein Gespräch über den Irrweg von Sovereign Washing, die Notwendigkeit von technologischer Selbstbestimmung und Leadership sowie einen Transformationsprozess, der für Unternehmen nachhaltige Resilienz im Sinne einer intelligenten Anpassungsfähigkeit sicherstellen soll.

Zur Person Seit Oktober 2021 führt Marco Porak IBM Österreich und verbindet in dieser Rolle internationale Erfahrung mit einer starken Verwurzelung im österreichischen Markt und mehr als zwei Jahrzehnten Unternehmenszugehörigkeit. Seit 1. Juni 2026 ist er zudem Präsident der Amerikanischen Handelskammer AmCham Austria.

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00:00:00: Dieser Podcast wurde mit Unterstützung unseres Werbepartners finanziert.

00:00:09: Digitale Souveränität ist in Europa, in aller Munde.

00:00:12: Die Forderung danach steht im Zusammenhang mit der Furcht vor den Folgen der Abhängigkeit von US-amerikanischen und chinesischen Technologien.

00:00:21: Auf dem Spiel steht die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen Was genau unter dem Begriff zu verstehen ist was es für eine Gestaltung einer souveränen Architektur braucht Und wie künstliche Intelligenz die Spielregeln neu bestimmt, erklärt in diesem Podcast Marco Porak, Generaldirektor von IBM Österreich.

00:00:41: Ein Gespräch über Resilienz, KI-Souveränität, Leadership, Zusammenarbeit statt Abschottung und das Verständnis eines Designprinzips – Das Interview führt Christian Lenoble

00:01:02: Wenn ihnen Europa das Passwort der digitlaen Souveränität fällt, dann ist meist von der Fähigkeit von Staaten und Unternehmen Technologien und Daten selbstbestimmt, steuern und kontrollieren zu können.

00:01:07: Digitale Souveränität steht für technologische Unabhängigkeit oft verstanden in einem geopolitischen Kontext.

00:01:14: Für Unternehmen geht es jedenfalls um die Gestaltung einer souveränen digitalen Architektur und am Ende des Tages

00:01:21: um

00:01:21: technologisch Wettbewerbsfähigkeit.

00:01:23: Wir wollen uns im heutigen Podcast vor allem diesen technologischen Aspekt widmen.

00:01:28: Ich darf dazu im Presse-Tonstudio herzlich Marco Porak begrüßen.

00:01:31: Er ist Generaldirektor von IBM Österreich, Herr Porak, schön dass Sie da sind!

00:01:35: Herzlichen Dank für die Einladung, ich freue mich sehr.

00:01:37: Herr Porak, digitale Souveränität ist in aller Munde, damit unsere Zuhörer auch wissen worüber wir heute genau sprechen:

00:01:43: Wie würden Sie den viel zitierten Begriff gut verständlich definieren?

00:01:48: Naja, tatsächlich haben Sie in der Einleitung ja schon mir aus der Seele gesprochen.

00:01:52: Es geht nach unserer Definition, nach meiner Definition darum, Technologie selbstbestimmt zum Nutzen eines Unternehmens oder zum eigenen Nutzen zum Einsatz zu bringen.

00:02:02: Und dabei ist das wichtige Wort selbstbestimmt.

00:02:05: Selbstbestimmt kann dabei vieles heißen und es kann heißen wie baue ich eine Architektur?

00:02:10: Wie habe ich Kontrolle?

00:02:11: Wie sichere ich meine Daten?

00:02:12: Wie stelle ich Resilienz her?

00:02:13: Alle diese Dinge.

00:02:15: Aber jedenfalls muss ich das selbst entscheiden können.

00:02:16: Das ist das Wesentliche!

00:02:18: Und das ist ein Weg oder möchte sagen eine Haltung die wir als IBM seit jeher vertreten.

00:02:24: Auf all die Aspekte, die sie genannt haben, werden wir noch im Detail eingehen.

00:02:27: Jetzt habe ich Eingangs erwähnt, dass die Forderung nach digitaler Souveränität in Europa ja oft mit der Furcht vor Abhängigkeit von ausländischen Technologien einhergeht. Übrigens nicht ganz unbegründet.

00:02:37: Ich möchte eine Studie, die in Deutschland durchgeführt worden ist, kurz zitieren, wonach sechshundert deutsche Unternehmern angegeben haben, dass sie im Schnitt nur elf Monate wirtschaftlich überleben würden, sollten die digitalen Technologien oder Services es nicht mehr aus dem Ausland, vornehmlich den USA und China, sie beziehen können.

00:02:54: Jetzt ist IBM ein US-amerikanisches Unternehmen.

00:02:57: Muss man sich vor IBM fürchten?

00:03:00: Nein mit Sicherheit nicht.

00:03:02: Vielleicht darf ich die Frage so beginnen zu beantworten, dass die IBM hundertfünfzehn Jahre alt ist auf der Welt und seit Achtundneunzig Jahren in Österreich und den vielen anderen europäischen Ländern ähnlich lange vertreten ist.

00:03:14: Und ich glaube, wir sind in diesen Achtundneunzig Jahren – das darf ich in aller Bescheidenheit behaupten – immer ein verlässlicher und loyaler Partner für österreichische und andere europäische Unternehmen und Behörden gewesen.

00:03:26: Und ja, das stimmt!

00:03:28: Dieses Stichwort oder gerade das Stichwort Digitale Souveränität, das glaube ich in der öffentlichen Wahrnehmung hats an Wichtigkeit gewonnen in den jüngeren geopolitischen Entwicklungen, die auf der Welt stattfinden.

00:03:40: Aus einer IBM-Perspektive ist digitale Souveränität aber nicht nur mit Geopolitik verbunden.

00:03:46: Im Gegenteil es ist kein statischer Zustand, kein Zustand, den man plötzlich erreichen muss, sondern das ist eher ein Designprinzip wie ich vorhin schon gesagt habe.

00:03:55: Und dieses Prinzip oder mit diesem Prinzip können unterschiedliche Ziele verfolgt werden.

00:04:01: Und eines davon ist zum Beispiel Regulatorik, das spielt dabei eine große Rolle, aber auch dass man mit technologischer Entwicklung mithalten können muss, unter all den, sagen wir mal Limitationen, die halt die Märkte in verschiedener Art und Weise bieten.

00:04:15: Und dieses Design-Prinzip, habe ich schon vorhin gesagt, verfolgen wir lange bevor das jemand als digitale Souveränität öffentlich bezeichnet hat in der Vielfältigkeit in der es heute passiert.

00:04:27: Das heißt, wenn sich jemand fürchtet in diesem Fall vor einer Abhängigkeit, dann wird ganz oft gleich der Ruf laut und dann schotten wir uns ab.

00:04:35: Das ist sozusagen nicht der Weisheit letzter Schluss und die Folge aus dieser Angst?

00:04:40: Aus meiner Sicht ganz bestimmt nicht.

00:04:43: Ja, wie schon gesagt es geht um Autonomie. Es geht um Selbstbestimmtheit Aber es geht natürlich auch um globale Zusammenarbeit im Sinne der Innovation. Und Innovation kann da vieles bedeuten.

00:04:54: Das kann natürlich bedeuten Produktentwicklung und der Verwendung modernster Technologien, die halt nicht nur aus Europa kommen.

00:05:01: Das kann aber auch Prozessinnovation bedeuten, das kann bedeuten wie kann ich mein Unternehmen effizienter machen, zum Beispiel unter der unter Verwendung von AI im Unternehmensprozess?

00:05:11: Und ähnliche Dinge mehr.

00:05:12: Eine Abschottung halte ich für alle beteiligten Parteien die sich voneinander abschotten in der Regel für eine ganz schlechte Idee Ist ja

00:05:21: auch widersprüchlich, weil wenn es um Innovation geht, dann wird die ja in der Regel gemeinsam gestaltet.

00:05:26: Das heißt man profitiert von den Ideen anderer und sich abzuschotten wäre dem Abträglich.

00:05:31: Ich glaube, das ist eine gute Zusammenfassung, dem kann ich doch zustimmen.

00:05:36: Allgemein gesprochen, noch einmal also nicht jetzt auf IBM bezogen. Es gibt diesen Begriff des Server and Washing.

00:05:43: Anlehnung an das Greenwashing. Bezeichnet die Praxis vor allem von großen Technologiekonzernen, dass sie ihre IT-Produkte oder Clouddienste als europäisch und sicher und digital souverän vermarkten.

00:05:54: Und in der Realität fehlt aber dann eine echte Unabhängigkeit weil sie weiter dem ausländischen Recht unterliegen oder die Kontrolle über die Verschlüsselungsschlüssel beim Anbieter bleiben.

00:06:05: Also da werden sozusagen Kunden getäuscht. Ich beziehe mich jetzt nicht auf das Unternehmen IBM, sondern ganz allgemein.

00:06:11: ist dieses Sovereign Washing ein Problem oder ist es auch nur eine unbegründete Furcht?

00:06:18: Das möchte ich so allgemein nicht beurteilen.

00:06:19: Ich möchte eher für uns sagen... Also ich persönlich gebe mich diesen

00:06:23: Sovereinwashing um diesen Begriff zu verwenden nicht hin.

00:06:26: Es ist eindeutig so, dass IBM ein amerikanischen Unternehmen ist und dagegen spricht zunächst einmal überhaupt nichts.

00:06:31: Ja, es ist auch so, dass IBM in Österreich eine österreichische GmbH ist aber ich würde das nicht verwenden, um zu behaupten, dass wir nicht als amerikanisch Headquarters-Unternehmen natürlich auch den entsprechenden Regimen unterliegen und die sind ja zum Teil durchaus auch vernünftig.

00:06:45: Das muss man an der Stelle dazu sagen.

00:06:48: Also ich gebe mir einen sovereign washing nicht hin.

00:06:51: Viel wichtiger ist mir, wie ich schon gesagt habe,

00:06:53: dass wir Lösungen anbieten können die eben echte, im Sinne von technologisch echter Souveränität, ermöglichen.

00:06:59: Und ich möchte gern das aufgreifen was Sie gesagt haben zum Beispiel zum Thema Schlüssel.

00:07:03: Das ist so eine Sache, wo die IBM eine Vorreiterin war und ist.

00:07:08: Glaube, wir sind noch immer recht allein mit dem Angebot dass zB Kunden unsere Produkte verwenden, unsere Cloud auch verwenden, aber ihren eigenen Schlüssel behalten können.

00:07:17: Also das heißt wir bekommen gar nie die Daten unverschlüsselt zu Gesicht, weil der Kunde den Schlüssel hält.

00:07:23: Also wir können auch keine Schlüssel wegnehmen oder weggesperren oder nicht mehr hergeben, weil er bleibt immer beim Kunden.

00:07:28: Das ist ein Aspekt.

00:07:29: Ein zweiter Aspekt – und das wissen tatsächlich viele nicht über die IBM – das IBM sogar der größte einzelne Open Source-Kontributor ist.

00:07:39: Und wir sehr stark in unseren Produkten und Angeboten auf Open Source setzen.

00:07:44: Und Open Source, wie man weiß, wird von Communitys entwickelt.

00:07:48: Und es gibt Open Source in der Regel als ganz offene Versionen im Sinne

00:07:51: das kann jeder einfach verwenden und sich aus der Community herunterladen und dann gibt's halt Angebote, die Hersteller wie IBM erweitern, verfeinern, mit Wartung versehen und ähnliche Dinge.

00:08:02: Aber das kann man aber muss man ja nicht.

00:08:04: Also also insofern man Open Source verwendet, ist das für sich auch schon ein Garant, dass man diese Abhängigkeit gar nicht erst eingeht.

00:08:12: Sie haben von Lösungen gesprochen, auf die wollen wir jetzt näher eingehen.

00:08:17: Wie 

00:08:17: aus Unternehmenssicht

00:08:19: wie baut man eigentlich ganz grundsätzlich eine souveräne Architektur auf?

00:08:23: Was sind die Aspekte?

00:08:24: Sie haben schon einige davon genannt.

00:08:25: Ich weiß das ist ein großes Thema, das dann bisschen den Rahmen sprengt, aber vielleicht, wenn sie auf die Basics eingehen: Worauf kommt's tatsächlich an wenn ich an Begriffe wie Resilienz, Zugriffsrechte Verschlüsselung etc.

00:08:36: denke?

00:08:37: Also das ist wirklich eine große Frage und ich versuche mich kurz zu halten, weil da kann ich mich mal verlieren in diesem Thema.

00:08:43: Erstmal, wir schauen auf Souveränität in unterschiedlichen, wir nennen das Layern.

00:08:51: In der öffentlichen Diskussion werden ja in erster Linie, meiner Wahrnehmung nach, zwei Dinge diskutiert.

00:08:56: Das eine ist das große Thema Cloud als Infrastruktur, als durch möglicherweise ausländische Unternehmen gemanagte Infrastruktur und das andere ist das Thema Daten.

00:09:07: Wo liegen meine Daten?

00:09:07: Ist im Regelfall die Frage.

00:09:09: Ich glaube aber, dass das Thema Souveränität, wenn man es in der Gesamtheit betrachtet viel mehr ist. Und diese beiden Dinge sozusagen fast ein bissel die Beiden enden der Skala sind.

00:09:18: Aber beginnen möchte ich eigentlich damit, dass man sich über Souveraneität einmal Gedanken machen muss im Sinne von, was ist eigentlich mein regulatorischer Rahmen indem ich agiere?

00:09:27: Wie kann ich sicherstellen, dass ich einschlägige Richtlinien einhalte.

00:09:31: Und wenn ich jetzt sage sicherstellen, dann meine ich damit nicht nur dass das auf irgendeiner Unternehmensdokumentation, die gut gehütet in einer Schublade liegt, stattfindet, sondern, dass es wirklich auch technologisch umgesetzt werden kann. Das man Kontrollmöglichkeiten hat, dass man von Systemen auch durchaus gewarnt wird, wenn man zum Beispiel Daten irgendwo hält, wo es gegen die DSGV widersprechen könnte, eines von vielen, vielen Beispielen.

00:09:54: Das ist sozusagen ein bisschen die Basis.

00:09:56: Dann gibt's tatsächlich die technologische Souveränität. Wo es darum geht, wie treffe ich zum Beispiel Infrastrukturentscheidungen?

00:10:02: Wie baue ich?

00:10:03: Wir sprechen von hybriden Clouds.

00:10:04: Also ich werde bestimmt kein Anti-Cloud-Bredouille halten – nichts läge mir ferner!

00:10:09: Cloud hat, im Sinne von Public Cloud, absolut seine Berechtigung für ganz viele Workloads.

00:10:14: Aber vielleicht gibt's andere Workload oder andere Daten die ich im eigenen Rechenzentrum haben möchte aus unterschiedlichen guten Gründen.

00:10:20: und dann muss sich eine Hybridecloud bauen.

00:10:23: Soll heißen grundsätzlich den Cloud-Mechanismen im Sinne der technologischen Mechanismen folgend, aber eben im eigenen Rechenzentrum in Verbund mit Infrastrukturen zum Beispiel aus öffentlichem Clouds.

00:10:36: Wie gestalte ich dazu auch meine Prozesse?

00:10:38: Wie mange ich diese Prozsse?

00:10:40: Wie manage ich die Hybride-Cloud?

00:10:41: Ich glaube, man kann sich vorstellen, dass das eine gewisse Komplexität mit sich bringt und dafür gibt es eben auch von uns entsprechende Produkte, allen voran OpenShift, das wir mit RedHat mitgekauft haben und weiterentwickeln.

00:10:53: Und dann geht es darum, jetzt habe ich Regulaturen, jetzt hab' ich Infrastruktur ausgewählt, jetzt geht's darum wie kann ich das operationalisieren?

00:11:01: Wie kann ich automatisieren in dieser Komplexität?

00:11:04: Wie kann ich Resilienz schaffen?

00:11:06: Also wie kann mir, Resilience haben Sie angesprochen, wie kann man überlegen, liegen meine Daten vielleicht an einem Ort oder zwei Orten?

00:11:12: Wie kann ich meine Daten von einem Ort zum anderen möglichst auf der Knopfdruck bringen?

00:11:17: Wie mache ich Backups, wie mache ich Cyber Security?

00:11:19: Wie stelle ich zum Beispiel gerade im Zeitalter der AI sicher das meine Applikationen nicht angegriffen werden können.

00:11:27: Die Diskussion ist entbrannt in den letzten Wochen und Monaten dass AI-Modelle auch durchaus dazu verwendet werden um Schwachstellen in Software zu identifizieren und entsprechend dann auszunutzen.

00:11:41: Und Last but not least, ganz wesentlich sozusagen ein vierter Layer, ist der Layer der AI-Souveränität.

00:11:49: Und da bekommt dieser Datenaspekt noch eine wesentlich höhere Bedeutung, nicht?

00:11:56: Da geht es ja nicht nur darum wo liegen meine Daten sondern A: Sind meine Daten, wie sage ich das jetzt richtig, verwendbar, sind sie in der richtigen Qualität?

00:12:07: Und nicht nur wo liegen sie, sondern auch wie gehen Modelle die ich verwende damit um?

00:12:12: Werden meine Daten in einem Modell trainiert ohne das ich's weiß oder möchte ich eigene Modelle haben im eigenen Rechenzentrum mit eigener Infrastruktur darunter, wo ich sehr genau kontrollieren kann was in meinen Daten passiert.

00:12:25: Und nochmal es geht nicht um einen Zustand, es geht nicht an einem Datum X mache ich dann Haken darunter, sondern es geht darum, das im täglichen Betrieb zu kontrollieren und zu steuern.

00:12:34: Das heißt ich muss mal überlegen wie halte ich meine Modelle korrekt?

00:12:38: Wie sorge ich dafür dass da nicht Daten verwendet werden, die vielleicht nicht verwenden darf oder nicht verwenden will, dass also Modelle nicht irgendwelche Eigenschaften entwickeln, die ich als Unternehmen gar nicht haben möchte.

00:12:50: Nicht nur, aber insbesondere natürlich wenn es auch um meinen Kontakt mit Kunden geht und das sind Fragestellungen, die man sich auf diesen verschiedenen Ebenen stellen muss, um Souveränität aus meiner Sicht sozusagen, gesamtheitlich zu betrachten.

00:13:05: Und ich glaube, wenn ich das gesagt habe, dann wird umso deutlicher, dass Zusammenarbeit dabei sicher hilft.

00:13:10: ja weil das ist schon eine Komplexitätsstufe, für die man ein bisschen Know-how braucht.

00:13:16: Und ich glaube, da können wir eben auf hundertfünfzehn Jahre Know-How zurückgreifen und unseren Kunden das zur Verfügung stellen.

00:13:22: Also Sie haben sehr eindrücklich festgelegt dass es eine enorm komplexe Art ist.

00:13:27: Haben Sie das Gefühl, wenn ich jetzt von Österreich spreche, dass die Unternehmen, dass ihnen die Tragweite des Themas erstens bewusst sind?

00:13:37: Die Bedeutung von digitaler Souveränität und die Folgen wenn diese souveräne Architektur nicht im Unternehmen implementiert ist?

00:13:45: und Frage zwei, ob Sie dieser Aufgabe auch gewachsen sind sie umzusetzen.

00:13:51: Also das ist ja ein offensichtlich langfristiger Prozess der auch strategisch implementiert sein muss, der von der Führungsspitze der Unternehmern gedeckt werden muss.

00:14:01: Passiert das alles ausreichend?

00:14:04: Man kann es jetzt nicht für jedes Unternehmen sagen, aber ganz grundsätzlich, wie sehen sie da die Lage in Österreich.

00:14:08: Naja, also ich glaube das ist in Österreich, wie anderswo auch, sehr unterschiedlich.

00:14:12: Ehrlich gesagt, die Kunden mit denen ich im Großteil zu tun hab, ja die sind sich den Fragestellungen, den Risiken, den Entwicklungen durchaus bewusst. Das sind natürlich große, namhafte Unternehmen, die entsprechend auch eigenes Expertentum haben.

00:14:27: Wir haben dazu aber auch immer wieder Studien, durchaus auch weltweit wo's dann durch was spannende Ergebnisse gibt.

00:14:33: Nämlich auch, dass sich dann doch ein guter Teil, zu einem großen Teil der Unternehmen zwar ihre Abhängigkeit bewusst sind, aber nicht so genau wissen wie sie eigentlich stattfindet.

00:14:43: Also da komme ich darauf zurück, wie manage ich Modelle?

00:14:47: Was passiert tatsächlich wenn ein Model nicht mehr da ist?

00:14:49: Das kann ja,und das muss aber nicht heißen, dass jemand einen Kill Switch betätigt hat, der so ganz zitiert wird, sondern das kann sich einfach weiterentwickelt haben.

00:14:55: Es  ist eine neue neue situation und da glaube ich gibt's schon noch Aufholbedarf bei vielen Unternehmen sich dessen noch besser bewusst zu werden.

00:15:06: Ich meine damit kein spezielles Unternehmen, wie gesagt es ist stark unterschiedlich und wir sind gerne bereit dazu zu helfen das auch entsprechend zu analysieren um dann Architekturen zu gestalten.

00:15:17: Haben Sie das Gefühl dass sie Sinn machen würde in Unternehmen wenn es eine eigene Stabstelle gibt die sich sozusagen diesen Thema widmet?

00:15:22: oder ist das Chefsache einfach und wird nach unten delegiert?

00:15:26: Also zunächst einmal, ich da muss ich vielleicht ein bisschen ausholen.

00:15:28: Gerade wenn man über AI reden möchte ich jetzt ein bisschen flapsig sagen:

00:15:32: Ich glaube, vielerorts wurde mit AI in vielen Unternehmen, wurde AI sozusagen mal anfangs spielerisch verwendet.

00:15:39: Man hat viele Dinge ausprobiert und Dinge haben sich dann so ein bisschen verselbstständigt.

00:15:43: Ich gehe ein Schritt weiter, da und dort habe ich beobachtet wie man sozusagen auf irgendeinen unliebsamen Prozess quasi ein AI-Modell bildlich jetzt draufgeschmissen hat und gesagt, er macht das im Zukunft irgendwas automatisch.

00:15:56: Da gibt es einen Stehsatz von mir oder von uns, den den ich gerne verwende und der heißt Never Automate Bad Process.

00:16:04: Ein schlechter Prozess, den man automatisiert, der produziert in kürzerer Zeit mehr schlechte Ergebnisse.

00:16:08: also das kann natürlich nicht Sinn der Übung sein.

00:16:11: Und um auf die Frage zurückzukommen ist das Chefsache oder Stabstelle ein AI Projekt?

00:16:16: Auch und besonders im Kontext der vorher diskutierten Souveränität muss, glaube ich, immer ein als Transformationsprojekt verstanden werden.

00:16:23: Das heisst, muss man gerade im Unternehmensbereich anschauen wie sind meine Prozesse?

00:16:27: Welche Prozisse brauche ich möglicherweise nicht mehr, welche kann ich eliminieren.

00:16:32: Die B-Prozesslandschaft, die überbleibt dann so simplifizieren wie man es ohnehin braucht als Unternehmen und dann davon teilen oder gesamtheitlich, das liegt dann natürlich in einer Situation, dann automatisieren und damit bin ich der Meinung, muss das Chefsache sein.

00:16:47: Diese Unternehmensprozesse im Einglang mit den Unternehmenszielen dann mit AI zu versorgen, dass dann entsprechende Experten und Expertinnen in den IT-Abteilungen die Umsetzung übernehmen, ist glaube ich selbstverständlich.

00:17:03: Aber ich glaube es ist ganz wesentlich dass das von der Unternehmensführung getragen wird.

00:17:07: Bei den beiden Stichworten Chefsache und Resilienz, das jetzt schon öfter gefallen ist auch, habe ich in einem Interview mit Ihnen gelesen, dass Sie von Leadership für Resilience sprechen?

00:17:19: Sie haben jetzt schon mehrfach irgendwie das Thema umkreist, aber können Sie uns nochmal genauer sagen was damit gemeint ist.

00:17:25: Erstens mal die Bedeutung des Wortes Resilienz im Kontext der digitalen Souveränität und was Leadership für Resilience heißt.

00:17:32: Anschließend nach das was sie jetzt mit der Chefsache.

00:17:34: Also Resilient glaube ich heißt ganz im Allgemeinen die Fähigkeiten mit Veränderungen umgehen zu können.

00:17:41: So definiere ich es in meinem Kopf. Und das ist Fußend auf all dem, was ich vorhin über Architektur und. Das knüpft auf

00:17:48: diesen Transformationsprozess an. Das knüpft dort an

00:17:50: handele.

00:17:52: Ich muss mich eine Architektur schaffen, die mit Änderungen umgehen kann.

00:17:57: Und nochmal das hat jetzt nichts mit einer geopolitischen Situation zu tun.

00:18:00: Das meine ich jetzt gar nicht sondern es ist ganz im Allgemeinen richtig.

00:18:02: Märkte ändern sich, mein Unternehmensziel ändert sich, Kunden ändern sich... Was auch immer passieren mag, ich muss damit umgehen können.

00:18:09: Ganz im Allgemeinen!

00:18:12: Und was ich mit Leadership meine dabei ist wiederum ganz besonders im AI-Kontext, wie ich es jetzt auch gerade gesagt habe.

00:18:19: Da geht's ganz viel um konsequente Umsetzung und es geht auch um kulturelle Steuerung.

00:18:25: Transformationsprozesse haben immer etwas mit Unternehmenskultur zu tun.

00:18:30: Wie nehme ich meine Leute mit auf der Reise?

00:18:33: Wie mache ich Ausbildung?

00:18:35: Wie stelle ich eben sicher, dass mein Unternehmen resilient tickt?

00:18:39: Das ist ja nicht nur eine Überschrift sondern das muss das Unternehmen in der Gesamtheit auch tragen!

00:18:45: Und damit hat es ganz große Lidershipaspekte.

00:18:48: Sie haben auch gesprochen von Autonomie und Innovation, jetzt ist das etwas was Hand in Hand gehen kann aber auch was sich widersprechen kann wenn ich das richtig verstehe.

00:18:58: Wie bringt man die beiden Aspekte unter einem Hut?

00:19:01: Also dass ich einerseits autonom handeln kann, was schon auch damit zu tun hat also, dass ich selbstständig bestimmen kann, steuern und kontrollieren.

00:19:13: Und gleichzeitig Thema Cloud, ich will innovieren.

00:19:14: Ich will auch andere Unternehmen anderes Know-how ins Boot

00:19:18: holen.

00:19:19: Ist es einfach im Sinne der digitalen Souveränität die beiden Aspekte Autonomie und Innovation unter einen Hut zu bringen oder braucht es eine spezielle Zugangsweise?

00:19:29: Also ich sehe den Widerspruch offen gesagt nicht ganz.

00:19:35: Schon in den Worten selber liegt aus meiner Sicht kein Widerspruch.

00:19:37: Ich kann doch selbst bestimmt sein und trotzdem interessiert an Innovationen mit anderen sein.

00:19:45: Man könnte das auch von der digitalen Welt mal einfach abstrahieren, ja?

00:19:50: Das gilt im Leben ja auch im Allgemeinen.

00:19:52: Ich kann selbst ein selbstbestimmter Mensch sein und trotzdem an einem Meinungsaustausch mit anderen interessiert sein.

00:19:56: Ich habe es als Widerspruch insofern angesprochen, als dass viele wahrscheinlich verwechseln, die Selbstbestimmung mit dem stillen Fokus auf sich selbst, ohne dass man von Aussagen Meinungen einholt und somit dann nicht offen für die Innovation ist.

00:20:12: Das wäre in diesem Sinne der Abschott, wo wir schon am Anfang gesagt haben das ist nicht der weiße letzte Schluss.

00:20:17: Also wie gesagt ich glaube die ganze Geschichte zeigt das

00:20:20: wenn viele Partner miteinander zusammenarbeiten, kommt in der Regel mehr dabei raus als wenn das jeder versucht für sich selbst zu machen.

00:20:27: Also insofern Partnerschaften, um gemeinsam zu innovieren, glaube ich darüber braucht man meiner Meinung nach gar nicht viel diskutieren und das widerspricht sich aus meiner Sicht nicht mit technologischer Selbstbestimmtheit.

00:20:40: Thema künstliche Intelligenz kommen wir logischerweise nicht herum, Sie haben es ohnehin schon oftmals angesprochen jetzt in den letzten Minuten.

00:20:47: Die digitale Souveränität war ja immer schon wichtig im Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit auch und mit der zunehmenden Verbreitung von künstlicher Intelligenz ist sie aber zu einem entscheidenden Asset geworden und eine entscheidende Anforderung.

00:21:02: Sie haben einiges von der Künstliche Intelligenz schon angesprochen, was sich hier verändert.

00:21:05: Wir würden sie es nochmal auf den Punkt bringen.

00:21:08: Wie verändert KI das gesamte Thema der Souveränität?

00:21:11: Also tut es das auch grundsätzlich oder geht's hier nur wieder um technologische Vereinheiten und Weiterentwicklungen?

00:21:18: Also ich glaube vieles von dem, was in mir zu dieser Frage vorgeht habe ich tatsächlich schon angesprachen und möchte mich jetzt im Sinne dazuhörend nicht so sehr wiederholen.

00:21:27: AI bringt große Vorteile mit sich in vielerlei Hinsicht aber eben auch neue Notwendigkeiten in der Überlegung, was zum Beispiel Ungarn mit Daten betrifft.

00:21:36: Der Connect zwischen Input und Output von meinen Daten ist in AInicht mehr so linear wie wir das früher in der IT gewohnt waren.

00:21:44: Ein Aspekt den ich vielleicht noch nicht so beleuchtet habe, der aber durchaus auch wichtig ist genau in diesem Zusammenhang: Datensouveränität im Zusammenhang mit KI, ist tatsächlich eine bewusste Auseinandersetzung mit dem Thema KI selbst.

00:21:59: Damit will ich meinen: Man muss schon wissen, was man da tut.

00:22:03: Wenn man KI einsetzt und ich glaube das ist ganz wichtig dass man diese Kompetenzen eben auch im ganzen Unternehmen fördert, nicht nur in den IT-Abteilungen sondern in den Fachbereichen die dann täglich in ihren Prozessen in ihrer Tätigkeit an einer oder anderen Stellen mehr der weniger ausgeprägt mit AI auch arbeiten.

00:22:23: Also zum Beispiel dieses Thema Schatten IT, das es früher immer gab, das wir im AI-Kontext

00:22:30: nochmal, möchte ich sagen, noch mal wichtiger.

00:22:32: Wenn Mitarbeitende beginnen sozusagen im Alleingang mit Modellen zu arbeiten und dort möglicherweise mit Unternehmensdaten umzugehen.

00:22:38: Da braucht es auch eine Meinungsbildung würde ich sagen oder einen Codex bis hin zur technologischen Vorkehrungen das einfach auch zu unterbinden.

00:22:48: Und da ist glaube ich...Da bringt AI neue Aspekte in der Souveränität mit auch was diese unternehmenkulturellen Fragen betrifft.

00:22:57: Darüber hinaus, was wir hier noch nicht besprochen haben, ist vor allen Dingen auch das Thema publiceye.

00:23:03: Also dann doch im Goverment, im Regierungsbereich wollen, müssen möglicherweise regulatorisch und Governments und Behörden eigene AIs aufbauen in eigenen Rechenzentren.

00:23:17: Und das sind auch Themen die da mit der Einführung von der AI natürlich eine neue Rolle spielen.

00:23:22: Haben Sie generell... also da gibt es ja Gleichklang, wenn ich das richtig verstehe, zwischen dem Umgang mit der künstlichen Intelligenz und dem Umgangen mit der Thema Digitalesouveränität.

00:23:31: Das ist ein Prozess.

00:23:32: Es hat viel mit Regulatorik zu tun, es hat damit zu tun dass es strategisch im ganzen Unternehmen durchdacht sein muss, gleichzeitig Chefsache.

00:23:40: Das läuft so ein bisschen parallel

00:23:42: die beiden Dinge. Haben Sie das Gefühl dass die Unternehmen auf einem guten Weg sind dies umzusetzen nicht nur verstanden zu haben oder liegt ja noch sehr vieles im Argen.

00:23:52: Auch das wieder kann man glaube ich nicht verallgemeinern.

00:23:55: Ich kenne Unternehmen, die wahnsinnig weit sind in dem Prozess, die sich sehr ausführliche Gedanken gemacht haben, die unheimlich umfassend die Dinge betrachten, von denen ich auch gesprochen habe.

00:24:06: Und dann kenne ich Unternehmen, der ja noch eher am Anfang der Reise sind.

00:24:10: Also ich würde es nicht veralgemeineren.

00:24:13: Ich glaube dass Verstanden ist welche Vorteile AI haben kann.

00:24:19: Ich glaube, dass erste Erfahrungen gemacht wurden mit AI in so gut wie jedem Unternehmen, an das ich denke.

00:24:24: Es gibt auch viele Diskussionen darüber.

00:24:26: Die waren oft nicht so erfolgreich wenn man sich es erwartet hätte und ich glaube in der Regel liegt das eben daran dass gewisse Vorarbeiten nicht ausführlich genug unternommen wurden.

00:24:36: also Datenqualität beispielsweise, sind meine Daten überhaupt bereit für AI?

00:24:40: Habe ich die zur Verfügung?

00:24:41: Welchen Prozess

00:24:42: schaue ich mir an welchen nicht?

00:24:44: Also sozusagen eine wirkliche Auswahl da eine bewusste Auswahl auch zu treffen. So würde ich das zusammenfassen.

00:24:49: Also Bewusstsein ist bestimmt da, die Unternehmen sind unterschiedlich weit in der Reise.

00:24:54: Was man schon zusammenfassend kann, vielleicht auch in diesem Kontext der Frage, wie sehr verwendet man AI im Unternehmen?

00:25:02: Wir sind der Meinung, dass wir uns gerade an einer Reise befinden wo man sagt bisher hat man Unternehmensprozess gemacht und da irgendwie AI flapsig gesagt dran gestoppelt.

00:25:12: In Zukunft oder beginnend in der Gegenwart wird AI eine immer zentralere Rolle im Unternehmensprozess auch spielen.

00:25:21: Und dabei ist es ganz wichtig zu sagen, in der Unterstützung von Menschen im Unternehmen, also repetitiver Tätigkeiten abzunehmen und den Fachexperten und Fachexpertinnen Freiraum zu geben die Dinge zu tun für diese Brennen.

00:25:37: Was ich heute aus dem Gespräch gelernt habe, dass es um die Verquickung von Autonomie und Innovationsfähigkeit geht.

00:25:43: Dass das in keiner Form ein Widerspruch ist.

00:25:45: Sie haben ganz am Anfang als zentrale Statement gesagt Kundendaten sind Kundendaten und bleiben auch Kundendaten.

00:25:52: So weit ihre Antwort auf die umgehende Furcht obdem nicht zu ist.

00:25:57: Digitale Souveränität wenn ich sie richtig verstanden hab ist vor allem kein statischer Zustand sondern einen Designprinzip.

00:26:04: Da geht es um regulatorische Anforderungen und technologische Entwicklungen.

00:26:07: Und damit muss ich die Souveränität auch weiterentwickeln, und vielleicht als größte Essenz des Gesprächs:

00:26:13: Es geht hier keinesfalls um Abschottung sondern um Zusammenarbeit, etwas das kann allgemein glaube ich für's Leben festgehalten werden können und dem sind bedanke ich mich herzlich fürs Gespräch!

00:26:23: Vielen lieben Dank hat Spaß gemacht.

00:26:26: Das war der Presse Podcast zum Thema: Digitale Souveranität ein Wegweiser zur Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen.

00:26:34: Vielen Dank fürs Zuhören.

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